Revolution in Tunesien, [Ägypten und weiteren Ländern des Nahen Ostens] ?

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kreuzbuerger schrieb:
wenn irgend so ein verkacktes ********** jagdbomber über demonstranten bomben abwerfen lässt, brauchts keine höheren zäune, sondern hilfe!


Ja!
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Absolut!
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kreuzbuerger schrieb:
Elektrobembel schrieb:
Mit "genug Problemen" hier in der EU möchte ich auf Situationen wie in den Banlieus in Paris, die Aussenbezirke Londons oder auch Berlin-Neukölln verweisen. Eine weitere, nichtabgewehrte Flüchtlingswelle aus Nordafrika würde das nur noch verschlimmern, eine Lösung ist ohnehin nicht in Sicht.

hmmm... wie sollen sich die flüchtlinge gentrifizierte mieten im heißen szenekiez leisten können???


however, wenn irgend so ein verkacktes ********** jagdbomber über demonstranten bomben abwerfen lässt, brauchts keine höheren zäune, sondern hilfe!


da gibts doch Öl in Lybien...also müssten die USA doch eingreifen und nicht zuschauen wie in Sarajewo oder Ruanda
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FredSchaub schrieb:
kreuzbuerger schrieb:
Elektrobembel schrieb:
Mit "genug Problemen" hier in der EU möchte ich auf Situationen wie in den Banlieus in Paris, die Aussenbezirke Londons oder auch Berlin-Neukölln verweisen. Eine weitere, nichtabgewehrte Flüchtlingswelle aus Nordafrika würde das nur noch verschlimmern, eine Lösung ist ohnehin nicht in Sicht.

hmmm... wie sollen sich die flüchtlinge gentrifizierte mieten im heißen szenekiez leisten können???


however, wenn irgend so ein verkacktes ********** jagdbomber über demonstranten bomben abwerfen lässt, brauchts keine höheren zäune, sondern hilfe!


da gibts doch Öl in Lybien...also müssten die USA doch eingreifen und nicht zuschauen wie in Sarajewo oder Ruanda


Ein ganz netter Artikel zu den Öl-Konzernen dort:
http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,746799,00.html
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Snuffle82 schrieb:
FredSchaub schrieb:
kreuzbuerger schrieb:
Elektrobembel schrieb:
Mit "genug Problemen" hier in der EU möchte ich auf Situationen wie in den Banlieus in Paris, die Aussenbezirke Londons oder auch Berlin-Neukölln verweisen. Eine weitere, nichtabgewehrte Flüchtlingswelle aus Nordafrika würde das nur noch verschlimmern, eine Lösung ist ohnehin nicht in Sicht.

hmmm... wie sollen sich die flüchtlinge gentrifizierte mieten im heißen szenekiez leisten können???


however, wenn irgend so ein verkacktes ********** jagdbomber über demonstranten bomben abwerfen lässt, brauchts keine höheren zäune, sondern hilfe!


da gibts doch Öl in Lybien...also müssten die USA doch eingreifen und nicht zuschauen wie in Sarajewo oder Ruanda


Ein ganz netter Artikel zu den Öl-Konzernen dort:
http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,746799,00.html


das werden wir dann in ein paar Tagen spätestens an der Tanke merken
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Revolution in Lybien - im SPON-Live-Ticker kann man nachvollziehen, was grade passiert:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,746923,00.html


gestern mubarak und morgen gaddafi? man wäre das schön... danach wäre der iran dran!  
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So wie Gaddafi (oder wie der Vollpfosten da geschrieben wird) sich gegenüber seinem eigenen Volk äußert, erinnert mich das doch schwer an Hitler über die Deutschen am Ende des Krieges.

Das ist einfach widerlich.

Ich zahle gerne jetzt mal 5 Cent mehr an der Tanke, wenn das das Opfer ist, was wir für die lybische Revolution geben müssen.

Auch wenn natürlich die Gründe für die Ölpreissteigerungen kaum die sind, die man vorgibt. Das aber ein anderes Thema.
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FredSchaub schrieb:

das werden wir dann in ein paar Tagen spätestens an der Tanke merken


Damit magst Du recht haben. Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass das lybische Volk (hier stellvertretend genannt)unsere bisherige "Ersparnis" beim Tanken zahlen musste - allerdings nicht ihrer Landeswährung.
Wenn ich mich recht erinnere, spielt Lybien gerade für Deutschland eine entscheidende Rolle als Öllieferant. Die Kohle die da von uns überwiesen wurde, ist wohl kaum dem Volk zugute gekommen, sondern hat eher das Regime dort über Jahre an der Macht gehalten.  :neutral-face
Und über die politischen Verhältnisse in Ägypten hat man sich ja nun auch nicht wirklich aufgeregt. Da kann man ja schön Urlaub machen ...

Dies Scheinheiligkeit regt mich am meisten auf.


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Schönwetterspieler schrieb:
FredSchaub schrieb:

das werden wir dann in ein paar Tagen spätestens an der Tanke merken


Damit magst Du recht haben. Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass das lybische Volk (hier stellvertretend genannt)unsere bisherige "Ersparnis" beim Tanken zahlen musste - allerdings nicht ihrer Landeswährung.
Wenn ich mich recht erinnere, spielt Lybien gerade für Deutschland eine entscheidende Rolle als Öllieferant. Die Kohle die da von uns überwiesen wurde, ist wohl kaum dem Volk zugute gekommen, sondern hat eher das Regime dort über Jahre an der Macht gehalten.  :neutral-face
Und über die politischen Verhältnisse in Ägypten hat man sich ja nun auch nicht wirklich aufgeregt. Da kann man ja schön Urlaub machen ...

Dies Scheinheiligkeit regt mich am meisten auf.


Ja, Libyen steht für 10% der deutschen Ölimporte (Daten von 2008, http://www.agenda21-treffpunkt.de/archiv/09/daten/g2641.htm - ansonsten sind aus der Region noch Algerien, Syrien und Saudi Arabien mit jeweils unter 3% beteiligt).
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Tobruk wurde befreit. Ich dachte schon, dass wieder mal ein Rückblick auf den 2. Weltkrieg Einzug hält.

http://taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/tobruk-befreit/

Das wird auf jeden Fall einen schönen Flüchtlingsstrom geben nach Italien in den nä. Wochen und Monaten.
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SGE_Werner schrieb:
Tobruk wurde befreit. Ich dachte schon, dass wieder mal ein Rückblick auf den 2. Weltkrieg Einzug hält.

http://taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/tobruk-befreit/

Das wird auf jeden Fall einen schönen Flüchtlingsstrom geben nach Italien in den nä. Wochen und Monaten.


Also ich finde den Bericht positiv. Und du liest da einen Fluechtlingsstrom raus?
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SGE_Werner schrieb:
Das wird auf jeden Fall einen schönen Flüchtlingsstrom geben nach Italien in den nä. Wochen und Monaten.


ja, aber die eu mit ihren importzöllen ist daran zumindest mitschuld - damit haben wir die afrikanische landwirtschaft über jahrzehnte effektiv kleingehalten, was dazu geführt hat, dass nur vereinzelt wirtschaft in afrika entstehen konnte. entwicklungsgelder auf der einen seite und null entgegenkommen auf der anderen, das ist typisch eu.
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double_pi schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Das wird auf jeden Fall einen schönen Flüchtlingsstrom geben nach Italien in den nä. Wochen und Monaten.


ja, aber die eu mit ihren importzöllen ist daran zumindest mitschuld - damit haben wir die afrikanische landwirtschaft über jahrzehnte effektiv kleingehalten, was dazu geführt hat, dass nur vereinzelt wirtschaft in afrika entstehen konnte. entwicklungsgelder auf der einen seite und null entgegenkommen auf der anderen, das ist typisch eu.


Stimmt, ohne Eu-Importzölle hätten wir in der Sahara einen boomenden Agrarsektor....
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Aspekte schrieb:

Stimmt, ohne Eu-Importzölle hätten wir in der Sahara einen boomenden Agrarsektor....


oh mann, jetzt versucht hier jmd dem forum zu suggerieren, dass die eu-importzölle kein problem für afrikas landwirtschaft darstellen.
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Was ich übrigens absolut erbärmlich finde, sind diese Phrasen der West-Politiker.

Frau Merkel erwägt Sanktionen. Sie erwägt Sanktionen! Würden da unten nicht 300 Leute am Tag sterben, könnte man sogar darüber lachen!

Natürlich ist mir klar, dass da kaum jemand militärisch eingreift (wobei, wenns zu schlimm wird, ich nix dagegen hätte, wenn Ägypten und die Arabische Union endlich mal über ihren Schatten springt). Aber diese UN ist eine Witznummer. Gute Idee, miserabel umgesetzt. Der Laden hat bissl was von ner Anne-Will-Runde. Viel Palaber, jeder mit Eigeninteressen, am Ende kommt nur viel heiße Luft raus.
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Aspekte schrieb:
Stimmt, ohne Eu-Importzölle hätten wir in der Sahara einen boomenden Agrarsektor....


   
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SGE_Werner schrieb:
Was ich übrigens absolut erbärmlich finde, sind diese Phrasen der West-Politiker.

Frau Merkel erwägt Sanktionen. Sie erwägt Sanktionen! Würden da unten nicht 300 Leute am Tag sterben, könnte man sogar darüber lachen!

Natürlich ist mir klar, dass da kaum jemand militärisch eingreift (wobei, wenns zu schlimm wird, ich nix dagegen hätte, wenn Ägypten und die Arabische Union endlich mal über ihren Schatten springt). Aber diese UN ist eine Witznummer. Gute Idee, miserabel umgesetzt. Der Laden hat bissl was von ner Anne-Will-Runde. Viel Palaber, jeder mit Eigeninteressen, am Ende kommt nur viel heiße Luft raus.


jo, rein mit der armee... an deutschlands wesen... die UN soll also was ausrichten? militärisch? und wie soll abgestimmt werden? 3/4 mehrheit?

wie soll sowas durchgeführt werden? mal wirklich rationell drüber nachdenken. das ist einfach nicht durchführbar. wenn überhaupt, müssten die afrikanischen länder eingreifen und intervenieren. und auch hier: denkst du, dass der kongo, swasiland, südafrika, namimia und der oman hier auf einen nenner kommen? da gibt es genügend verschiedene interessen.

man kann nur hoffen, dass die revolution ohne grossens blutvergiessen abgeht.

die welt ist immer noch nicht einig. stellt euch vor, die westlichen länder wären damals in rumänien einmarschiert, als chauchesku (wie auch immer der sich schrieb) eingegriffen hätte. was meinst du, was die udssr damals dazu gesagt hätte? das wäre der dritte weltkrieg gewesen.

wann darf man eingreifen? stell dir mal vor: die arabischen länder greifen auf einmal in griechenland ein.

wo willst du die grenze ziehen? "nur" weil wir demokratisch sind, und uns das recht rausnehmen, dass die ganze welt ebenso die demokratie befürwortet?

was würde china sagen, wenn "wir" nordkorea vom diktator befreien?

nochmals: ich hoffe, dass sich von den afrikanischen mittelmeer anrainer-staaten die demokratie ausbreitet. mit friedlichen und fairen handelsbeziehungen als teil der staatengemeinschaft. aber derart intervenieren... da bringst du etwas in bewegung, was du nicht aufhalten kannst.

schau dir doch mal afghanistan an. ist da ruhe eingekehrt, nachdem "wir" die demokratie mit waffengewalt brachten?

wir können nur hoffen, dass die freie marktwirtschafts-einstellung (auch wenn es alle gerne verteufeln), ein treffen auf augenhöhe bei handelsbeziehungen und die freiheit ein derartiger wunsch der jeweiligen bevölkerungen ist, dass diese freiwillig, gemäß eigenen willen durch das volk gefördert wird.

schau dir doch nur mal china an. die haben auch ihren markt geöffnet. weil sie sehen, dass man in der globalisierten welt nicht mehr als alleinherscher auftreten kann. vor 80 jahren hätten die chinesen längst taiwan angegriffen. jetzt ist der außenhandel weitaus wichtiger, als ideologische gedankenspiele aus dem vor-vorherigen jahrhundert.

allerdings frage ich mich auch, wieso "unsere" lebensweise gerne als "westlich" angeprangert wird. in japan kann man sich auch frei bewegen. und hier hatten die europäer nicht (wie in australien, südafrika, USA und ganz südamerika die hände im spiel). wie ist japan so "westlich" geworden? weil damals der kaiser (nach jahrunderten isolation vor westlichen händlern) den markt geöffnet hat. und japan ist nicht unterdrückt worden (bzw. hat sich gegen zu grossen einfluss gewehrt.

von daher: vergesst "den westen". es geht um den freien handel. und vielleicht (und jetzt mach ich mir keine freunde, aber ich hab mir echt darüber gedanken gemacht...) hat das eingreifen der USA in afhanistan und im irak zu den demokratiebwegungen beigetragen (und vielleicht hollywood durch diverse filem, oder der internationale fussball, ohne scheiss).

habt ihr euch mal die reportagen und interviews aus marokko, libyen und ägypten mal angeschaut? ich habe noch nie soviele new york yankees, arsenal oder manu shirts, capies und jacken gesehen. die hatte jeder dort an. und dies bestimmt nicht, weil die gerne baseball schauen.

jetzt muss nur geschaut werden, dass die pro-westliche einstellungen der jungen durch ausbeutung oder (ist ja schonmal hier gefallen) straf zöllen in verbitterung umschlägt.

und zum abschluss meiner geistigen ergüsse: ich ziehe den hut vor den leuten, die auf der strasse ihr leben riskieren. ich bin ehrlich: bis ich derartig viel riskieren würde, müsste echt viel passieren. vielleicht sollten wir mal demütig darüber nachdenken, wie besch*** gut es hier uns geht. egal ob unter rot-grün, schwarz-gelb oder unter einer pds-geduldeten minderheitsregierung.

was haben wir schon für wirkliche probleme...
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Arti, sorry, ich hab nicht den Nerv darauf zu antworten. Wenn Du die Stelle findest, in der ich schreibe, dass wir militärisch eingreifen sollen, dann nehme ich dies gerne auch gleich wieder zurück.

Ich habe geschrieben:

- Mir ist klar, dass niemand dort militärisch eingreift
- Ich finde dieses Geschwätz mit Sanktionsandrohungen eine Farce, da es einfach null bringt.
- Wenn jemand militärisch eingreift, dann am ehesten Ägypten und die Arabische Union

Wo habe ich geschrieben, dass die UN hier einmarschieren soll. Oder Deutschland? Nirgends.

Nur ist die UN für mich ein Witz. Es dauert Tage, bis man mal Sanktionen entschieden hat, dann gibts noch Veto-Rechte beim Sicherheitsrat. Und bis man mal im Notfall militärisch eingreifen kann, ist das halbe Volk schon tot.

Ich habe keine Lösung. Aber der Westen, der sich immer als so demokratisch preist, hat sein wahres Gesicht gezeigt. Jahrzehntelang Despoten unterstützt und jetzt wo diese ihr eigenes Volk nicht nur unterdrücken, sondern niedermetzeln, werden Sanktionen erwägt.

Ich hoffe inständig, dass, wenn die Araber und Nordafrikaner nach Demokratie streben, dann doch bitte nicht die Demokratie westlicher Prägung übernehmen. Grad ein schöner Kommentar in den Tagesthemen zu alle dem, was ich grad schreibe. Europa und die USA sind schon lange kein Vorbild mehr.

Aber hauptsache den Iran kritisieren, der noch fast der "demokratischste" Staat im Nahen Osten ist. Aber hauptsache bei Revolutionen als erstes die Angst vor Islamismus hervorheben.

Islamismus kann nur Erfolg haben, wenn das Volk arm ist und ausgeplündert wird. So wie die letzten Jahrzehnte. Unterstützt von den ach so tollen "Demokratien".

Ich schäme mich dafür, dass unsere Politiker (damit ganz Europa gemeint) diesen mutigen Menschen, die teilweise schon seit Jahrzehnten ihr Leben riskieren im Nahen Osten und auf die Straßen gehen oder im Untergrund arbeiten, in den Rücken fallen. Es ist beschämend.

Und ich finde, das ist ein viel größerer Skandal als ein Betrüger, der bei uns Verteidigunsminister ist.
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SGE_Werner schrieb:
Ich schäme mich dafür, dass unsere Politiker (damit ganz Europa gemeint) diesen mutigen Menschen, die teilweise schon seit Jahrzehnten ihr Leben riskieren im Nahen Osten und auf die Straßen gehen oder im Untergrund arbeiten, in den Rücken fallen. Es ist beschämend.


soweit sind wir ja gar nicht auseinander. aber: was soll denn der "westen" machen? militärisch intervenieren? da sind wir uns einig, geht und darf man nicht.

sanktionen beschliessen? bringt auch in der jetzigen situation nichts.

druck auf die afrikanische union machen? vielleicht. aber auch nicht der hit.

man KANN politisch nichts machen. als einzel-bürger kann man sich gerne aufregen, aber nicht als staat. denkst du nicht auch, dass (rein persönlich) merkel, westerwelle, gabriel, roth und (von mir aus auch) gysi rein persönlich da anders denken?

und zur UN (mal eben wikipedia gefragt): da sitzen 192 staaten... wer schonmal mit kumpels im urlaub war, der weiß, wie schwer es alleine mit 6 mann ist, nen restaurant für den abend zu finden. und hier sind nicht 192 persönliche befinden abzustimmen, sondern 192 interessen der staaten, also er gesamtweltbevölkerung.

wobei herr gaddafi, kuba und her chavez bestimmt eine andere meinung als die "anderen" haben
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Die Frage kann ich jetzt doch beantworten.

"was soll denn der "westen" machen?"

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist es zu spät. Der Westen hat jahrzehntelang Mist gebaut und das gedüngt, was die Despoten gesät haben.


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