Nochmal zur Klimakatastrophe

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Ich sehe, uns trennt eigentlich hinsichtlich unserer Haltung zum Klimawandel nichts, außer dass ich die Grünen tatsächlich als real existierendes Hemmnis erlebe, du eher als die einzige Möglichkeit halbwegs die richtige Richtung zu nehmen.
Mir binden diese Grünen in dieser Verfassung zuviel Protestpotential, daher ist meine Einschätzung, dass sie eher hinderlich sind für eine echte Klimawende.
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OK, mit einer solchen Aussage kann ich leben. Sicherlich diskutabel, aber im ersten Moment auch nicht völlig von der Hand zu weisen. Das alte Thema: regieren und mitgestalten oder in der Opposition laut protestieren? Kompromisse, um Teilziele zu erreichen oder all in fordern?
Ich verstehe jedenfalls deine Haltung und gebe gern zu, dass sie einiges für sich hat.
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WürzburgerAdler schrieb:

Das gibt es ja schon auf Bürgerebene. Es gibt Bürger-Windparks und Bürger-Solarparks. Leider noch viel zu wenige wegen diverser behördlicher Hindernisse. Die Grünen wollen diese beseitigen.
Eine kostenlose PV-Anlage wird sicherlich niemand bekommen.


Einen Bürger-Windpark haben wir auch. Kam von den Grünen, steht auch auf Waldbesitz einiger örtlichen Grünen Parteimitglieder. Dagegen gab es einen Aufschrei. Wurde von eben diesen kommentiert mit: Wer gegen den Windpark ist, ist gegen die Umwelt. Bilanz, weniger als 10% des erzeugten Stroms werden ins Netz eingespeist.

Wenn, dann bitte richtig. So vernichtet man Wald ohne Nutzen.

Die Kommunen müssen hier die Möglichkeit erhalten sich autonom zu versorgen, wenn man dafür den Bürgern PV-Analgen aufs Dach montiert, ist das sinnvoller als Abschreibungsobjekte in die Pampa zu stellen.

WürzburgerAdler schrieb:

Öl und Gas sind im letzten Jahr um ein Vielfaches mehr gestiegen als der Strompreis. Insbesondere das Wiederanspringen der Konjunktur sorgte weltweit für Verknappung fossiler Energieträger.
Und übrigens: wo bleibt bei dir eigentlich der Eigenanteil des Bürgers bei dem Versuch, die Erderwärmung wenigstens zu bremsen?


Nichtsdestotrotz stieg der Strompreis. Und es geht bei der sozialen Frage auch nicht darum, was am teuersten ist, sondern eher darum, dass alles teurer wird. Den Eigenanteil des Bürgers sehe ich weit hinter dem der Staaten und Konzerne. Da geht es eben auch um die Frage, was sich der einzelne leisten kann, wie die Infrastruktur in seiner Region aussieht etc.
Sicher kann und sollte jeder in seinem Handeln einen Beitrag leisten. Aber alles was in dieser Hinsicht individuelle Investitionen finanzieller Art beinhaltet, ist eben nicht für alle umzusetzen.

Und hier finde ich, wird in der Diskussion, gerne auch von jüngeren Klimaaktivisten, vergessen, dass man nicht jeden Bürger in die selbe Verantwortung nehmen kann. Es fehlt das Grundverständnis, dass es im individuellen Kosmos die eigene Existenzgrundlage, aus unterschiedlichen Gründen, wichtiger ist als das Klima. Global betrachtet ist das sogar noch verheerender.

Allein in Deutschland sind über 3 Millionen erwerbstätige Menschen armutsgefährdet. Von den knapp 560.000 Rentnern, die auf Grundsicherung angewiesen sind, ganz zu schweigen.

Die Armutsquote bei Kindern liegt bei ca. 19%.

Die können sich nur Nahrung vom Discounter leisten, Waren, die eine desaströse Umweltbilanz in der Produktion haben. Die können ihren CO2-Ausstoß nicht durch Investitionen verringern. Und auch Öl/Gas werden für sie immer unerschwinglicher.

Wer nachhaltigen Klimaschutz will und eine grundlegende Akzeptanz und Verständnis dafür, muss erst diese Probleme lösen.

Die Verantwortung liegt also vorrangig bei denen, die zu viel haben.
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Da bin ich durchaus bei dir. Aber nochmals: die Dinge, die du anprangerst, sind am wenigsten auf dem Mist der Grünen gewachsen.

Einzig und allein bei der Frage, ob eine Existenzgrundlage wichtiger ist oder das Klima, differieren wir erheblich. Denn zum einen werden nach den Plänen der Grünen diejenigen, die viel haben und entsprechend viel CO2 ausstoßen, proportional mehr belastet als diejenigen, die wenig haben und entsprechend wenig CO2 produzieren.
Und global betrachtet nützt es wenig, wenn man Armut mit den bisherigen Mitteln (Markt + Almosen) "bekämpft" und gleichzeitig die Menschen ihre Lebensgrundlage durch den Klimawandel verlieren. Was in Afrika bereits massiv begonnen hat wird sich in Europa fortsetzen. Mittelbar (Migration) oder unmittelbar (Zerstörung von Lebensgrundlagen auch bei uns). Das Ahrtal war nur ein Warnschuss, ebenso wie die bereits jetzt bestehende Wasserknappheit in wichtigen Agrarregionen, wo sich bereits jetzt ein Krieg ums Wasser abzeichnet.
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Da bin ich durchaus bei dir. Aber nochmals: die Dinge, die du anprangerst, sind am wenigsten auf dem Mist der Grünen gewachsen.

Einzig und allein bei der Frage, ob eine Existenzgrundlage wichtiger ist oder das Klima, differieren wir erheblich. Denn zum einen werden nach den Plänen der Grünen diejenigen, die viel haben und entsprechend viel CO2 ausstoßen, proportional mehr belastet als diejenigen, die wenig haben und entsprechend wenig CO2 produzieren.
Und global betrachtet nützt es wenig, wenn man Armut mit den bisherigen Mitteln (Markt + Almosen) "bekämpft" und gleichzeitig die Menschen ihre Lebensgrundlage durch den Klimawandel verlieren. Was in Afrika bereits massiv begonnen hat wird sich in Europa fortsetzen. Mittelbar (Migration) oder unmittelbar (Zerstörung von Lebensgrundlagen auch bei uns). Das Ahrtal war nur ein Warnschuss, ebenso wie die bereits jetzt bestehende Wasserknappheit in wichtigen Agrarregionen, wo sich bereits jetzt ein Krieg ums Wasser abzeichnet.
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Um da Missverständnisse auszuräumen, ich gebe den Grünen nicht die Schuld am Ist-Zustand und weiß auch, dass die gute Ideen haben. Von einer Partei, deren Identität sich aber auch aus dem Klimaschutz bezieht, fehlt mir hier und da etwas der gesellschaftliche Weitblick. Daher hatte ich auch auf eine Regierung ohne FDP und CDU gehofft. Da ich denke, dass die massiv bremsen werden.
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Vael schrieb:

Dazu den ÖNPV extrem ausbauen, es reicht ja das wir den Stand von vor der Privatisierung wieder hin bekommen.


Dein Ernst?
Du willst also auf Nebenstrecken 3-4 Züge am Tag, Samstag spätestens um 14 Uhr Feierabend und Sonntags gar keinen Verkehr? 1 Zug statt 3-4 pro Stunde z.B. zwischen Gießen und Frankfurt?
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Kevin_Wetzlar schrieb:

Vael schrieb:

Dazu den ÖNPV extrem ausbauen, es reicht ja das wir den Stand von vor der Privatisierung wieder hin bekommen.


Dein Ernst?
Du willst also auf Nebenstrecken 3-4 Züge am Tag, Samstag spätestens um 14 Uhr Feierabend und Sonntags gar keinen Verkehr? 1 Zug statt 3-4 pro Stunde z.B. zwischen Gießen und Frankfurt?


Ja das ist mein Ernst.

Also ich wohne an einer Nebenstrecke an einem Nebenbahnhof, einmal die Stunde ging ein Zug von Koblenz nach Gießen und zurück. Und das bis 2200, das man sogar Samstags ins Kino konnte. Jetzt geht der letzte, lass mich lügen, so um 2000 Samstags... da is nix mehr mit dem Zug nach Limburg oder Weilburg rein, weil du nimmer Heim kommst. Und ich hab noch Glück, meine Nebenstrecke wurde immerhin nicht dicht gemacht.


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