Offener Brief aus England: Werdet nicht wie wir!

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11Freunde.de

Offener Brief aus England an deutsche Fans und Funktionäre
http://www.11freunde.de/artikel/offener-brief-aus-england-deutsche-fans-und-funktionaere
Die Bundesliga eifert der Premier League nach. Das versetzt die deutschen Fans in Sorge – und auch die englischen. Ein Appell von der Insel an die DFL und die deutschen Kurven
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Offener Brief aus England an deutsche Fans und Funktionäre
http://www.11freunde.de/artikel/offener-brief-aus-england-deutsche-fans-und-funktionaere
Die Bundesliga eifert der Premier League nach. Das versetzt die deutschen Fans in Sorge – und auch die englischen. Ein Appell von der Insel an die DFL und die deutschen Kurven
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Gleich kommt Uschi und erklärt, dass dort doch alles total dufte ist.

btw: guter Brief. Hoffentlich liest ihn die DFL auch.
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Sehr guter Brief!
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Ja, guter Brief. Traurige, neue Fußballwelt. Wobei: Wenn man den Brief genau liest - so neu ist das ja alles gar nicht mehr. Eher eine schleichende Entwicklung.
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So sieht die Welt leider aus, besser wird's wohl nicht mehr werden. Die Bullepi$$e hat sich mit 50+1 eh schon den Allerwertesten abgewischt, das bisschen Pseudo-Widerstand was da kam - geschenkt. Da versteh ich auch Pauli, die sich einfach mal weigern deren "Wappen" zu verwenden und einfach "Leipzig" hin schreiben.

In dem Brief steht jedenfalls viel Wahres, auch wenn einiges nicht neu ist. Hier und da müssten Dinge sogar noch drastischer formuliert sein, gleichzeitig gibt es auch Sachen, die in der Realität zumindest ein bisschen besser sind. Die Ticketpreise in England sind eine Frechheit, dazu gibt's kein zwei Meinungen. Und die Stimmung bei Arsenal ist bei 48 von 50 Spielen beschissen (Auswärtsfans mal ausgeklammert). Richtig beschissen. Aber zumindest bei den kleineren Vereinen wird's oft ein bisschen besser. Bei vielen Clubs ist die Stimmung auswärts besser als daheim, da steht der komplette Mob und die meisten haben auch Bock auf Support. Es gibt auch viele Stadien, wo sich die Fans trotzdem hin stellen bei den Spielen (zB der Bobby Moore Stand bei West Ham oder auch bei Newcastle). Das bringt denen die Steher auch nicht zurück und macht die Karten nicht billiger, aber es zeigt zumindest, dass man nicht behaupten kann der Engländer hätte sich per se mit der Situation abgefunden. Ändern oder gar rückgängig macht man damit natürlich nix, es ist eher das letzte bisschen Rebellion, das den Fans geblieben ist. Traurig aber wahr: So wird es hier auch irgendwann kommen, egal was die Fans versuchen. Dann ist die "Stimmung" eben wie bei Länderspielen. Nicht existent. Aber die kann man im Pay-TV ja auch aus der Konserve rein schneiden.
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Es hilft alles nix - man muss 50+1 mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Das ist dann wenigstens noch eine Möglichkeit das schlimmste zu verhindern.
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Es hilft alles nix - man muss 50+1 mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Das ist dann wenigstens noch eine Möglichkeit das schlimmste zu verhindern.
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raideg schrieb:

Es hilft alles nix - man muss 50+1 mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Das ist dann wenigstens noch eine Möglichkeit das schlimmste zu verhindern.

Auch wenn es RB und Co schon ziemlich ausgehöhlt haben: Du hast absolut recht! Diese "Rahmenvereinbarung" ist meiner Meinung nach eine der größten Errungenschaften des deutschen Fußballs. Fairer wird's ohne jedenfalls nicht. Abgesehen davon: Auch die schönste Blase platzt irgendwann, dann wird man beim Fan wieder angeschissen kommen.
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Ich hatte Ende Mai die Gelegenheit, mir das FA Cup-Final zwischen Arsenal und Aston Villa anzusehen. Mein Platz war in der Arsenal-Kurve und mein Hotel am Wembleystadion sozusagen auf der Aston Villa-Side.

Fazit, vereinfacht ausgedrückt: Arsenal mit dem vielen Geld = Kunden, wie hier beim FC Bayern, kein Wunder, dass die annern immer sagen, das Arsenal-Stadion sei eine "Library", also so leise, wie es in einer Bibliothek ist.

Aston Villa sind eher bodenständige Fans aus den Midlands, die haben mit dem versnobten Arsenalpublikum wenig gemein.

Das viele Geld und die teuren Mannschaften führen letztlich zu einem versnobten Publikum, das hat mit Fussball - der einst ein Proletensport war (mein einer Opa war auch ein Prolet, ich weiß also, wo ich herkomme und wovon ich rede), im guten Sinne, - rein gar nix mehr zu tun.
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Ich hatte Ende Mai die Gelegenheit, mir das FA Cup-Final zwischen Arsenal und Aston Villa anzusehen. Mein Platz war in der Arsenal-Kurve und mein Hotel am Wembleystadion sozusagen auf der Aston Villa-Side.

Fazit, vereinfacht ausgedrückt: Arsenal mit dem vielen Geld = Kunden, wie hier beim FC Bayern, kein Wunder, dass die annern immer sagen, das Arsenal-Stadion sei eine "Library", also so leise, wie es in einer Bibliothek ist.

Aston Villa sind eher bodenständige Fans aus den Midlands, die haben mit dem versnobten Arsenalpublikum wenig gemein.

Das viele Geld und die teuren Mannschaften führen letztlich zu einem versnobten Publikum, das hat mit Fussball - der einst ein Proletensport war (mein einer Opa war auch ein Prolet, ich weiß also, wo ich herkomme und wovon ich rede), im guten Sinne, - rein gar nix mehr zu tun.
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Sotirios005 schrieb:

Ich hatte Ende Mai die Gelegenheit, mir das FA Cup-Final zwischen Arsenal und Aston Villa anzusehen. Mein Platz war in der Arsenal-Kurve und mein Hotel am Wembleystadion sozusagen auf der Aston Villa-Side.


Fazit, vereinfacht ausgedrückt: Arsenal mit dem vielen Geld = Kunden, wie hier beim FC Bayern, kein Wunder, dass die annern immer sagen, das Arsenal-Stadion sei eine "Library", also so leise, wie es in einer Bibliothek ist.


Aston Villa sind eher bodenständige Fans aus den Midlands, die haben mit dem versnobten Arsenalpublikum wenig gemein.


Das viele Geld und die teuren Mannschaften führen letztlich zu einem versnobten Publikum, das hat mit Fussball - der einst ein Proletensport war (mein einer Opa war auch ein Prolet, ich weiß also, wo ich herkomme und wovon ich rede), im guten Sinne, - rein gar nix mehr zu tun.

Cup Finale oder? Coole Sache.

Ich war mal im Emirates vor ein paar Jahren, im Auswärtsblock mit West Ham. Die ersten 5 Min. ging was bei den Gunners, nach den zwei Toren jeweils auch aber ansonsten kam nur der Gästeblock. Die haben halt echt auch immer einige Touristen im Stadion, aber so schlecht wie bei Bayern fand ich es jetzt trotzdem nicht. Bei Arsenal würde ich auch gar nicht mal zwingend von einem versnobten Publikum sprechen, eher schon bei Chelsea. Arsenal hat ja im Gegenteil bis vor 1-2 Jahren gar keine großen Stars gekauft, sondern eher welche abgegeben, weil Wenger die Maxime ausgab, man möge erst mal das neue Stadion abbezahlen. Fanden einige auch scheiße, aber zumindest war das wirtschaftlich vernünftig.
Generell würde ich statt "versnobt" eher "entfremdet" sagen, so wie auch die inzwischen gezahlten Ablösen. Viele Stars werden hin und her geschoben, im Stadion sitzen überwiegend Leute mit Kohle, die einfach unterhalten werden wollen und der Durchschnittsbesucher von einst, der Fanatiker und Stimmungsinteressierte, guckt die Spiele lieber im Pub, wo die Stimmung meistens besser ist als im Stadion selbst. Dem "Geld-Publikum" ist wichtig, dass es möglichst bekannte Spieler und möglichst viele Siege sieht, wenn's die nicht bei Arsenal gibt, dann holen wir uns eben Karten bei Chelsea. Viele Stars rennen im Gegenzug der Kohle nach, egal welches Hemd sie am Ende dafür tragen. Fabregas hat zu Arsenal Zeiten mal gesagt (und getwittert) er will lieber sterben als für Chelsea spielen. Wo er mittlerweile spielt ist bekannt. Und in Deutschland geht auch keiner nach Wolfsburg, weil die Stadt so schön ist...

Mit dem Publikum der kleineren Vereine hast du sicherlich recht. Villa, Newcastle, Swansea oder West Ham haben in der Regel eine bessere Stimmung als Chelsea, ManU und ManCity. Das Problem: Diesen Clubs ist das scheißegal, obwohl sie absurderweise auf die Ticketeinnahmen überhaupt nicht angewiesen sind, wenn man die TV-Gelder sieht. Trotzdem wissen sie, dass für jeden alteingesessenen Citizen, der schon zu Zweitligazeiten im Stadion war, 10 Inder, Chinesen oder Araber parat stehen, um deren Platz im Stadion einzunehmen, wenn sie zufällig gerade in Europa im Urlaub sind. Den Verein juckt das einen Scheiß, ob der Fan-Veteran seine Dauerkarte nicht verlängert, weil er den Preis zu hoch und die Stimmung zu beschissen findet. Und genau da will die DFL ja auch hin mit ihren Montagsspielen etc.. Die wollen mit dem Fernsehen einfach schon so viel einnehmen, dass es ihnen am A. vorbei gehen kann, ob die doofen Support, Ultras, Fans nun kommen oder nicht oder denen der Preis oder die Anstoßzeit nicht passt. So lange in Neuseeland, Japan, Katar und Kanada genug Pay-TV Abos verkauft werden ist die DFL / DFB Welt in Ordnung. Noch mehr wenn erst mal das nervige 50+1 weg ist, das den Turbokapitalismus zumindest noch ein bisschen im Zaum hält. Etwas populistisch könnte man sagen, dass die Fans ihr eigenes Todesurteil unterschreiben, wenn sie sich nicht mit aller Macht gg. die Aufdröselung des Spieltags und für 50+1 einsetzen. Halb Europa beneidet uns um unsere Fankultur, Stehplätze und so weiter, auch weil sie schon wissen was einem blühen kann.


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