Flüchtlingsdrama in Europa - Teil 2

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Im Kern wird von großen Teilen der  Politik und vielen Behörden so agiert, dass bei den Menschen der Wunsch entstehen soll, das Land wieder zu verlassen. Dauerhafte Unsicherheit ohne echten Horizont, also eine Bleibeperspektive und damit die Unmöglichkeit sich ein Leben aufzubauen, Pläne zu schmieden, für die Zukunft zu planen - einfach all das was für uns hier völlig normal ist - das zerrüttet die Menschen.
Dass das in GB besser laufen wird, bezweifle ich stark.
Allerdings würde ich, wenn ich sls Illegaler in Europa leben müsste, defintiv versuchen nach London zu kommen.
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Hm. Weiß ich nicht. Grundsätzlich denke ich, wie gesagt ohne es zu wissen, dass der Brexit nicht gerade günstig für Asylsuchende in England war. War es doch eines der Hauptthemen der Brexiteers.

Kann allerdings sein, dass es in England eine größere eriträische Community gibt oder andere Gründe, die eher im Bereich des Zufälligen oder Persönlichen zu suchen sind, wie z. B. die Sprache oder dass das Leben als "Illegaler" aufgrund mangelnder Verfolgungskapazitäten und -druck leichter ist. Dass es in England für Flüchtlinge generell besser sein soll, einen Status zu bekommen, zweifle ich jedoch stark an.
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Hm. Weiß ich nicht. Grundsätzlich denke ich, wie gesagt ohne es zu wissen, dass der Brexit nicht gerade günstig für Asylsuchende in England war. War es doch eines der Hauptthemen der Brexiteers.

Kann allerdings sein, dass es in England eine größere eriträische Community gibt oder andere Gründe, die eher im Bereich des Zufälligen oder Persönlichen zu suchen sind, wie z. B. die Sprache oder dass das Leben als "Illegaler" aufgrund mangelnder Verfolgungskapazitäten und -druck leichter ist. Dass es in England für Flüchtlinge generell besser sein soll, einen Status zu bekommen, zweifle ich jedoch stark an.
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Da hast du mich falsch verstanden. Ich glaube in keiner Weise, dass es leichter ist in England als Geflüchteter einen dauerhaften Aufenthalt zubekommen. Erst recht nicht nach einem jahrelangen Aufenthalt in einem EU Land.
Nur das Leben als Illegaler zu gestalten, halte ich in London grundsätzlich für vergleichsweise gut machbar.
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Da hast du mich falsch verstanden. Ich glaube in keiner Weise, dass es leichter ist in England als Geflüchteter einen dauerhaften Aufenthalt zubekommen. Erst recht nicht nach einem jahrelangen Aufenthalt in einem EU Land.
Nur das Leben als Illegaler zu gestalten, halte ich in London grundsätzlich für vergleichsweise gut machbar.
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FrankenAdler schrieb:

Nur das Leben als Illegaler zu gestalten, halte ich in London grundsätzlich für vergleichsweise gut machbar.


Speziell nachdem die ganzen billigen EU-Ausländer weg sind, ist der Bedarf an... alternativen Arbeitskräften durchaus gegeben.
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Da hast du mich falsch verstanden. Ich glaube in keiner Weise, dass es leichter ist in England als Geflüchteter einen dauerhaften Aufenthalt zubekommen. Erst recht nicht nach einem jahrelangen Aufenthalt in einem EU Land.
Nur das Leben als Illegaler zu gestalten, halte ich in London grundsätzlich für vergleichsweise gut machbar.
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Ja, dann hab ich dich richtig verstanden und wir sind einer Meinung.
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Danke für die Antworten. Es ist also ungefähr so wie ich es gedacht/befürchtet habe. Ich kann da zu sagen das er gar keine Englisch Kenntnisse hat. Ich hatte ihn am Anfang gefragt ob er englisch redet weil das mit dem Deutsch noch nicht so gut klappte. Dies hat er verneint. Und er ist eigentlich ein guter Junge. Ich kann es mir nicht unbedingt vorstellen das er abtaucht als illegaler Einwanderer. Ihm war es schon immer wichtig Kontakt mit seiner Familie in Eritrea zu haben (Internet, Telefon, Handy etc. pp.). Alles wo man sich ja irgendwie vertraglich anmelden/binden muss und damit ja auch beim Staat irgendwo auftaucht.

Ihm hat das mit dem alle 3 Monate zum Amt gehen wohl etwas zu gesetzt. Er hatte auch Pläne seine Familie mal wieder zu sehen. Die Einreise nach Eritrea ist ihm verwehrt. Er müsste sich mit ihnen an der Grenze eines Nachbarlandes treffen. Dafür benötigt er aber eben reguläre Papiere und nicht nur die 3 Monate Aufenthaltsgenemigung. Viel mehr wird er aber auch nach meiner Einschätzung nach in GB nicht bekommen. Wo mit der Plan seine Familie wieder zu sehen vermutlich auch mehr in die Ferne gerückt ist.

Ich kann nicht sagen das es mir Leid für ihn tut, er ist Alt genug und muss wissen was er macht. Aber er hatte hier imo. ganz gute Chancen sich ein bisschen was auf zu bauen. Unbefristeter Arbeitsvertag, eine gute Wohnung, Leute die ihm helfen... klar die Gängelei vom Amt bleibt. Nur ich hab das Gefühl das sein Ausflug nach GB keine sonderliche gute Idee war.
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Ich packe es mal hier rein:

Im Libanon, also dem Land, das im Hinblick auf die Bevölkerungsanzahl am stärksten von der Lage in Syrien betroffen ist, kann man aktuell praktisch täglich mitverfolgen, wie ein Staat Stück für Stück scheitert und ins Chaos stürzt.  

Meine Cousine arbeitet seit knapp 3 Jahren in einem Entwicklungshilfeprojekt im Norden des Libanon. Erzählte sie anfangs noch mit großer Begeisterung von Land und Leuten, hat sich dies im letzten Jahr massiv geändert. Strom gibt es nur noch stundenweise; in der eigenen Wohnung zu kochen ist keine Option mehr, da es kaum noch Gas gibt. Gleichzeitig steigen die Preise in den Restaurants auf deutsches Niveau - bei sehr viel niedrigeren Löhnen. Die medizinische Versorgung ist komplett zusammengebrochen und sie wird von ihrem aktuellen Heimaturlaub große Mengen an einfachsten Medikamenten für ihre Einrichtung mitnehmen. Hinzu kommt, dass die Verzweiflung die Menschen zunehmend in die Hände radikaler Gruppierungen oder in die Kriminalität treibt. Konnte man sich vor drei Jahren - auch als Frau - noch komplett frei im Land bewegen, wird nun dringend empfohlen, nur noch in Begleitung der heimischen Fahrer zu den einzelnen Projekten zu fahren.

Die Regierung war auch vor drei Jahren schon korrupt und weit entfernt von "good governance". Corona hat dem Land nun den Rest gegeben...

Was das mit den Flüchtlingen zu tun hat? Die Menschen beginnen, das Land zu verlassen. Wie immer beginnt es mit denen, die es sich leisten können: Ärzte, Ingenieure, Professoren - die typische obere Mittelschicht eben. Aber schon bald werden sich auch die 1,5 Millionen Syrer und die 500.000 Palästinenser überlegen, wie es für sie weitergehen soll...

Die aktuelle Situation im Land wird auch in diesem Artikel von der Zeit (aktuell noch frei verfügbar) beleuchtet: https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-09/libanon-versorgungskrise-beirut-treibstoff-krankenhaus-aerzte-patienten/komplettansicht


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