Corona - Gedanken zur Wirtschaft

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Landroval schrieb:

Vor einigen Tagen hatte ich im Betrieb noch eine stark unterdurchschnittliche Impfquote. Und nun, da es mit dem 3G am Arbeitsplatz losgegangen ist, habe ich nur noch 1 Person im Betrieb, die noch keinen Erstimpftermin hat.

Plötzlich ist die drohende Gefahr, wegen der Impfungen auf immer und ewig kinderlos bleiben zu müssen, gar nicht mehr so groß. Da hilft monatelang kein Reden, Argumentieren und sonstige Überzeugungsversuche, aber 3G am Arbeitsplatz reichte jetzt schon für ein Umdenken.

Es fällt mir zunehmend schwerer, mich in die "Wahrheiten" dieser jungen Leute hereinzuversetzen ...  


Bei uns auch, zwei sind schon umgekippt und lassen sich impfen. Die restliche Handvoll noch nicht, mal schauen wie lange der Prozess noch dauert.
Manche Menschen brauchen einfach Druck. Man muß sie in die Ecke treiben.
Das ist nicht schön. Aber wir sind in einer Pandemie. Da gibt's viele unschöne Begleiterscheinungen.
Einzig auf den guten Willen und Freiwilligkeit zu setzen war von Anfang an ein Fehler, spätestens im Sommer und Delta hätte man umdenken müssen.
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Drei. Drei Impfskeptiker aus meinem Umfeld konnte ich mit Hilfe von anderen gutartigen Menschen überzeugen. Das war allerdings schon vor zwei Wochen, noch bevor die "neue Impfpanik" ausbrach. Und es waren Impfskeptiker, keine Querdenker oder Aus-Prinzip-Verweigerer.
Jetzt ist mein gesamtes Umfeld Impfverweigerungsfrei. Heißt: ich kenne keinen mehr persönlich. Ein befreiendes Gefühl. Aber es war ein langer Kampf.
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Man kann da jetzt natürlich wieder den Kopf schütteln und irgendwem irgendein Versäumnis einräumen ... Oder man nimmt es zur Kenntnis und ist froh das doch viele den richtigen Weg, warum auch immer, gefunden haben. Besser spät als nie.
Hoffen wir einfach mal das Omikron in Verbindung mit einer Impfung weniger Wucht hat was symptomatische Erkrankungen / hospitalisierungen angeht.

Mittlerweile glaube ich nämlich nicht mehr dran das zur aktuellen Jahreszeit nicht immer wieder die inzidenzen extrem hochschnellen und dank dem delay der Politik wird das wieder monatelang in einem Lockdown enden.
Kleine Läden, Gastronomie etc machen dicht, viele geben auf und Amazon, Discounter und große Ketten profitieren.
Die psychische Komponente erwähne ich erst gar nicht.



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Cyrillar schrieb:

Kleine Läden, Gastronomie etc machen dicht, viele geben auf und Amazon, Discounter und große Ketten profitieren.

... so ist es. Viele mittelständische Konkurrenten, mit denen wir teilweise seit 10-15 Jahren um Marktanteile gerangelt haben, gibt es nicht mehr. Viele unserer (vormals sehr wichtigen) Großkunden auch nicht.

Lange Zeit musste man ja trotz Insolvenz diese nicht mehr anmelden, auch deswegen haben, was ich so mitbekommen habe, einige kleine und mittlere Firmen noch etwas länger gestrampelt, als es für sie sinnvoll gewesen wäre.

Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Male wir in den vergangenen >1,5 Jahren Geschäftsmodelle überdacht und modifiziert, Marketingkampagnen mit dem Maximalbudget versehen und sonst so für ein "gesundes" Durchhalten gearbeitet haben.    

Zu allem Überfluss explodieren gerade jetzt auch noch die Nebenkosten. Von Beschaffungsproblemen (bspw. wegen Papierknappheit, unterbrochenen Lieferketten, Containerpreisen, etc.) fange ich jetzt gar nicht erst an.

Die weit verbreitete "Geiz ist geil-Mentalität" in unserem Land, die Amazon, etc. immer fetter und den "normalen" Handel immer dünner macht, unser wegen des Brexit nahezu halbiertes und extrem erschwertes Geschäft mit englischen Partnern, tragen dann noch ihr Übriges dazu bei, dass ich hier jetzt Mal kurz meine Sicht der Dinge beschrieben habe.      

Mögen die kommenden Corona-Mutationen uns (gesundheitlich UND wirtschaftlich) nicht den Garaus machen!
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In der aktuellen ZEIT (vom letzten Donnerstag) ist ein Bericht über die Coronamaßnahmen in China.

Foxconn z.B. ging nur für drei Tage in den Lockdown. Schulen und andere Einrichtungen schließen länger, um wichtige Produktionsstätten aufrecht zu erhalten.
Teilweise begeben sich Mitarbeiter bei Ausruf eines lokalen Lockdowns in die Unternehmen, um dort zu arbeiten und zu schlafen.

Wer in China im Zuge der Pandemie irgendwann einmal kurz von Entschleunigung und Repriorisierung geträumt hat, dürfte in einem Alptraum aufgewacht sein.
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Cyrillar schrieb:

Kleine Läden, Gastronomie etc machen dicht, viele geben auf und Amazon, Discounter und große Ketten profitieren.

... so ist es. Viele mittelständische Konkurrenten, mit denen wir teilweise seit 10-15 Jahren um Marktanteile gerangelt haben, gibt es nicht mehr. Viele unserer (vormals sehr wichtigen) Großkunden auch nicht.

Lange Zeit musste man ja trotz Insolvenz diese nicht mehr anmelden, auch deswegen haben, was ich so mitbekommen habe, einige kleine und mittlere Firmen noch etwas länger gestrampelt, als es für sie sinnvoll gewesen wäre.

Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Male wir in den vergangenen >1,5 Jahren Geschäftsmodelle überdacht und modifiziert, Marketingkampagnen mit dem Maximalbudget versehen und sonst so für ein "gesundes" Durchhalten gearbeitet haben.    

Zu allem Überfluss explodieren gerade jetzt auch noch die Nebenkosten. Von Beschaffungsproblemen (bspw. wegen Papierknappheit, unterbrochenen Lieferketten, Containerpreisen, etc.) fange ich jetzt gar nicht erst an.

Die weit verbreitete "Geiz ist geil-Mentalität" in unserem Land, die Amazon, etc. immer fetter und den "normalen" Handel immer dünner macht, unser wegen des Brexit nahezu halbiertes und extrem erschwertes Geschäft mit englischen Partnern, tragen dann noch ihr Übriges dazu bei, dass ich hier jetzt Mal kurz meine Sicht der Dinge beschrieben habe.      

Mögen die kommenden Corona-Mutationen uns (gesundheitlich UND wirtschaftlich) nicht den Garaus machen!
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Ein verspätetes Danke übrigens @Landroval für Deinen Einblick. Das klang und klingt nicht gut.
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Ein verspätetes Danke übrigens @Landroval für Deinen Einblick. Das klang und klingt nicht gut.
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Luzbert schrieb:

Ein verspätetes Danke übrigens @Landroval für Deinen Einblick. ...


Danke, das freut mich.

Zufällig hatte ich gerade heute überlegt, ob ich hier mal wieder eine kleine Erfahrung reinschreiben möchte.

Dass das Thema jetzt wieder nach oben geschrieben wurde, werte ich mal als Zeichen.

Im vergangenen April/Mai hatte ich in einer Betriebsstätte ein paar Mitarbeiterinnen, die in Quarantäne mussten. Zum Glück handelte es sich nur um leichte Verläufe, von long-covid auch keine Spur. Also vom wichtigsten Punkt her ist alles gutgegangen.

Aber: die Anträge zur Entschädigung gemäß §56 Abs. 1 IfSG haben wir Anfang Juli eingereicht, heute (ca. 9 Monate nach der Einreichung) sind die Zahlungen bei uns angekommen. Insgesamt jetzt nicht die riesige Summe, wenn man jedoch bzgl. Liquidität auf jeden EUR angewiesen ist, sind lange Bearbeitungszeiten nicht so einfach zu überbrücken.

Ich habe das Bauchgefühl, dass wir wegen der Lockerungen sehr bald wieder vermehrt mit vielen gleichzeitigen Quarantäne-Fällen zu rechnen haben. Die Antragsbearbeitung wird dann, wegen der zu erwartenden Masse, eher nicht schneller stattfinden können (befürchte ich ...).
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Cyrillar schrieb:

Kleine Läden, Gastronomie etc machen dicht, viele geben auf und Amazon, Discounter und große Ketten profitieren.

... so ist es. Viele mittelständische Konkurrenten, mit denen wir teilweise seit 10-15 Jahren um Marktanteile gerangelt haben, gibt es nicht mehr. Viele unserer (vormals sehr wichtigen) Großkunden auch nicht.

Lange Zeit musste man ja trotz Insolvenz diese nicht mehr anmelden, auch deswegen haben, was ich so mitbekommen habe, einige kleine und mittlere Firmen noch etwas länger gestrampelt, als es für sie sinnvoll gewesen wäre.

Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Male wir in den vergangenen >1,5 Jahren Geschäftsmodelle überdacht und modifiziert, Marketingkampagnen mit dem Maximalbudget versehen und sonst so für ein "gesundes" Durchhalten gearbeitet haben.    

Zu allem Überfluss explodieren gerade jetzt auch noch die Nebenkosten. Von Beschaffungsproblemen (bspw. wegen Papierknappheit, unterbrochenen Lieferketten, Containerpreisen, etc.) fange ich jetzt gar nicht erst an.

Die weit verbreitete "Geiz ist geil-Mentalität" in unserem Land, die Amazon, etc. immer fetter und den "normalen" Handel immer dünner macht, unser wegen des Brexit nahezu halbiertes und extrem erschwertes Geschäft mit englischen Partnern, tragen dann noch ihr Übriges dazu bei, dass ich hier jetzt Mal kurz meine Sicht der Dinge beschrieben habe.      

Mögen die kommenden Corona-Mutationen uns (gesundheitlich UND wirtschaftlich) nicht den Garaus machen!
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Landroval schrieb:

Cyrillar schrieb:

Kleine Läden, Gastronomie etc machen dicht, viele geben auf und Amazon, Discounter und große Ketten profitieren.

... so ist es. Viele mittelständische Konkurrenten, mit denen wir teilweise seit 10-15 Jahren um Marktanteile gerangelt haben, gibt es nicht mehr. Viele unserer (vormals sehr wichtigen) Großkunden auch nicht.

Lange Zeit musste man ja trotz Insolvenz diese nicht mehr anmelden, auch deswegen haben, was ich so mitbekommen habe, einige kleine und mittlere Firmen noch etwas länger gestrampelt, als es für sie sinnvoll gewesen wäre.

Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Male wir in den vergangenen >1,5 Jahren Geschäftsmodelle überdacht und modifiziert, Marketingkampagnen mit dem Maximalbudget versehen und sonst so für ein "gesundes" Durchhalten gearbeitet haben.    

Zu allem Überfluss explodieren gerade jetzt auch noch die Nebenkosten. Von Beschaffungsproblemen (bspw. wegen Papierknappheit, unterbrochenen Lieferketten, Containerpreisen, etc.) fange ich jetzt gar nicht erst an.

Die weit verbreitete "Geiz ist geil-Mentalität" in unserem Land, die Amazon, etc. immer fetter und den "normalen" Handel immer dünner macht, unser wegen des Brexit nahezu halbiertes und extrem erschwertes Geschäft mit englischen Partnern, tragen dann noch ihr Übriges dazu bei, dass ich hier jetzt Mal kurz meine Sicht der Dinge beschrieben habe.      

Mögen die kommenden Corona-Mutationen uns (gesundheitlich UND wirtschaftlich) nicht den Garaus machen!


Bezüglich des "normalen" bzw. lokalen Handels, sollte man auch überlegen, ob das Konzept noch in die heutige Zeit passt. Gestiegene (Energie-) Kosten und Wohnungsknappheit sind z.B. Faktoren, welche dagegen sprechen. Dann noch, dass jeder Einzelne den lokalen Handel erstmal ansteuern muss (Umweltverschmutzung).

Amazon dagegen hat einfach große Lager, packt dort die Lieferwagen voll und stellt die Pakete dann möglichst effizient zu (vereinfacht gesagt). In ein paar Jahren dann sogar möglichst klimaneutral.

Das hat weniger mit "Geiz ist geil-Mentalität" zu tun. Denn im Endeffekt muss jeder sehen wo er bleibt. Ich bin da auch eher nostalgisch veranlagt und versuche den örtlichen Handel zu unterstützen. Jedoch leuchtet es mir nicht ein, was es mit "Geiz ist geil" zu tun hat, wenn ich irgendeinen Artikel aus China bei Amazon günstiger bekomme und mir dann sogar noch die Wege erspart bleiben.

Wenn die Leute die Wegezeit auch noch mit einrechnen würden, gäbe es den lokalen Handel bis auf wenige Ausnahmen schon gar nicht mehr. Der lokale Handel überlebt aus ähnlichen Gründen, weshalb es das Bargeld noch gibt.

Da allerdings die Globalisierung Ihren Zenit überschritten hat und es meiner  Meinung nach in Zukunft wieder deutlich regionaler zugehen wird (und muss!), kann der verbliebene lokale Handel dies als Chance verstehen.

Bloß auch da schläft beispielsweise Amazon nicht- wenn ich da an die Amazon-Supermärkte denke, in welchen ich einfach die benötigten Artikel in meine Tasche packen kann und ich die Rechnung erhalte, wenn ich den Laden verlasse - geniale Idee mit Zukunftsaussichten! Das ist schon weit fortschrittlicher als die Expresskassen bei Rewe.
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Landroval schrieb:

Cyrillar schrieb:

Kleine Läden, Gastronomie etc machen dicht, viele geben auf und Amazon, Discounter und große Ketten profitieren.

... so ist es. Viele mittelständische Konkurrenten, mit denen wir teilweise seit 10-15 Jahren um Marktanteile gerangelt haben, gibt es nicht mehr. Viele unserer (vormals sehr wichtigen) Großkunden auch nicht.

Lange Zeit musste man ja trotz Insolvenz diese nicht mehr anmelden, auch deswegen haben, was ich so mitbekommen habe, einige kleine und mittlere Firmen noch etwas länger gestrampelt, als es für sie sinnvoll gewesen wäre.

Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Male wir in den vergangenen >1,5 Jahren Geschäftsmodelle überdacht und modifiziert, Marketingkampagnen mit dem Maximalbudget versehen und sonst so für ein "gesundes" Durchhalten gearbeitet haben.    

Zu allem Überfluss explodieren gerade jetzt auch noch die Nebenkosten. Von Beschaffungsproblemen (bspw. wegen Papierknappheit, unterbrochenen Lieferketten, Containerpreisen, etc.) fange ich jetzt gar nicht erst an.

Die weit verbreitete "Geiz ist geil-Mentalität" in unserem Land, die Amazon, etc. immer fetter und den "normalen" Handel immer dünner macht, unser wegen des Brexit nahezu halbiertes und extrem erschwertes Geschäft mit englischen Partnern, tragen dann noch ihr Übriges dazu bei, dass ich hier jetzt Mal kurz meine Sicht der Dinge beschrieben habe.      

Mögen die kommenden Corona-Mutationen uns (gesundheitlich UND wirtschaftlich) nicht den Garaus machen!


Bezüglich des "normalen" bzw. lokalen Handels, sollte man auch überlegen, ob das Konzept noch in die heutige Zeit passt. Gestiegene (Energie-) Kosten und Wohnungsknappheit sind z.B. Faktoren, welche dagegen sprechen. Dann noch, dass jeder Einzelne den lokalen Handel erstmal ansteuern muss (Umweltverschmutzung).

Amazon dagegen hat einfach große Lager, packt dort die Lieferwagen voll und stellt die Pakete dann möglichst effizient zu (vereinfacht gesagt). In ein paar Jahren dann sogar möglichst klimaneutral.

Das hat weniger mit "Geiz ist geil-Mentalität" zu tun. Denn im Endeffekt muss jeder sehen wo er bleibt. Ich bin da auch eher nostalgisch veranlagt und versuche den örtlichen Handel zu unterstützen. Jedoch leuchtet es mir nicht ein, was es mit "Geiz ist geil" zu tun hat, wenn ich irgendeinen Artikel aus China bei Amazon günstiger bekomme und mir dann sogar noch die Wege erspart bleiben.

Wenn die Leute die Wegezeit auch noch mit einrechnen würden, gäbe es den lokalen Handel bis auf wenige Ausnahmen schon gar nicht mehr. Der lokale Handel überlebt aus ähnlichen Gründen, weshalb es das Bargeld noch gibt.

Da allerdings die Globalisierung Ihren Zenit überschritten hat und es meiner  Meinung nach in Zukunft wieder deutlich regionaler zugehen wird (und muss!), kann der verbliebene lokale Handel dies als Chance verstehen.

Bloß auch da schläft beispielsweise Amazon nicht- wenn ich da an die Amazon-Supermärkte denke, in welchen ich einfach die benötigten Artikel in meine Tasche packen kann und ich die Rechnung erhalte, wenn ich den Laden verlasse - geniale Idee mit Zukunftsaussichten! Das ist schon weit fortschrittlicher als die Expresskassen bei Rewe.
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Endless schrieb:

Jedoch leuchtet es mir nicht ein, was es mit "Geiz ist geil" zu tun hat, wenn ich irgendeinen Artikel aus China bei Amazon günstiger bekomme und mir dann sogar noch die Wege erspart bleiben.

Naja, eigentlich ist die Antwort recht einfach: Die Geschäftsstrategie von Amazon heißt: Dem Kunden alles - dem Hersteller nichts. Überspitzt ausgedrückt. Die Preise werden durch Druck (höflich ausgedrückt) auf die Hersteller niedrig gehalten. Der Kunde freut sich und kauft bei Amazon.

Das wird Amazon so lange machen, bis sie die absolute Markthoheit haben und die Konkurrenten verschwunden sind - ob im Versand- oder im stationären Handel. Dann wird Amazon die Preise alleine diktieren, ebenso wie die Einkaufsbedingungen. Spätestens dann ist Schluss mit Scharaffenland. Auch die Vielfalt bei der Herstellung der Produkte ist dann hinüber, weil es nur noch wenige, dafür riesige "Geschäftspartner" für Amazon auf der Produzentenseite geben wird.

Im Kleinen sieht man ja, was bei der Marktmacht Einzelner herauskommt, bei den Milchbauern. Das Höfesterben und die Zentralisierung in der Landwirtschaft ist u. a. auf das Preisdiktat der Molkereien zurückzuführen. Was auf der Strecke bleibt, ist Vielfalt, Regionalität und Qualität. Aber Hauptsache billig.
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Endless schrieb:

Jedoch leuchtet es mir nicht ein, was es mit "Geiz ist geil" zu tun hat, wenn ich irgendeinen Artikel aus China bei Amazon günstiger bekomme und mir dann sogar noch die Wege erspart bleiben.

Naja, eigentlich ist die Antwort recht einfach: Die Geschäftsstrategie von Amazon heißt: Dem Kunden alles - dem Hersteller nichts. Überspitzt ausgedrückt. Die Preise werden durch Druck (höflich ausgedrückt) auf die Hersteller niedrig gehalten. Der Kunde freut sich und kauft bei Amazon.

Das wird Amazon so lange machen, bis sie die absolute Markthoheit haben und die Konkurrenten verschwunden sind - ob im Versand- oder im stationären Handel. Dann wird Amazon die Preise alleine diktieren, ebenso wie die Einkaufsbedingungen. Spätestens dann ist Schluss mit Scharaffenland. Auch die Vielfalt bei der Herstellung der Produkte ist dann hinüber, weil es nur noch wenige, dafür riesige "Geschäftspartner" für Amazon auf der Produzentenseite geben wird.

Im Kleinen sieht man ja, was bei der Marktmacht Einzelner herauskommt, bei den Milchbauern. Das Höfesterben und die Zentralisierung in der Landwirtschaft ist u. a. auf das Preisdiktat der Molkereien zurückzuführen. Was auf der Strecke bleibt, ist Vielfalt, Regionalität und Qualität. Aber Hauptsache billig.
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Diese Masche Erzeuger unter Druck zu setzen findet man leider recht häufig. Die Erzeuger gehen dann darauf ein weil sie so schnell auch keinen neuen Abnehmer finden. Und das alles nur damit einige Wenige immer reicher werden und das immer schön auf dem Rücken der kleinen Bauern und Landwirte.


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