Corona-Virus (Teil II)


Thread wurde von SGE_Werner am Sonntag, 20. Dezember 2020, 20:22 Uhr um 20:22 Uhr gesperrt weil:
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Nein , weniger Kontaktbeschränkungen und wirtschaftliche Einschränkungen usw

Wie die Behandlung dort aussieht , weiss ich nicht. Aber ich habe durchaus Zutrauen in das schwedische Gesundheitssystem. Obwohl man da in dieser Krise schlechtes im TV sehen konnte ...

Gleicher Virus , gleicher Wirt ( Mensch ) , ähnliche Umstände ( Umwelt , Medizin usw ) , sollten
ähnliche Raten ergeben. So eine laienhafte Annahme.
Weshalb es Unterschiede geben sollte , bzw nicht gibt, würde ich gerne wissen. Das währe eine dieser Fragen die man irgendwann mal stellen könnte , wenn diese Leute mal wieder mehr Zeit haben .



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newfromgg schrieb:

Wie die Behandlung dort aussieht , weiss ich nicht. Aber ich habe durchaus Zutrauen in das schwedische Gesundheitssystem. Obwohl man da in dieser Krise schlechtes im TV sehen konnte ...


Ja, nein, doch, oooh
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newfromgg schrieb:

Wie die Behandlung dort aussieht , weiss ich nicht. Aber ich habe durchaus Zutrauen in das schwedische Gesundheitssystem.

kenn mich da auch nicht so gut aus, aber dieses institut hier sieht dort zumindest ziemliche versorgungsengpässe. nur knapp 1/3 der kapazitäten hätten sie demnach:

https://covid19.healthdata.org/sweden
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Das kann ich so bestätigen. Schweden hat nur 2 Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner (zum Vergleich Deutschland 6) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/04/PD20_119_231.html
und regulär tatsächlich nur 530 Intensivbetten im gesamten Land, die man aber jetzt massiv aufgestockt hat. Es herrscht dort aber nach meiner eigenen Erfahrung eine ganz andere "Kultur" im Gesundheitswesen. Man geht wesentlich seltener zum Arzt und muss bei Erkrankungen häufig zunächst eine qual. Pflegekraft konsultieren, bevor man einen Arzttermin erhält. Das ganze will ich gar nicht abschließend werten, da es sicherlich nicht nur Nachteile mit sich bringt. Erschreckend finde ich derzeit, dass man aktuell faktisch Patienten, aussortiert, wie es sich Boris Palmer wünschen würde
https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-22-april-2020-100.html  (Ab 01:02)
Auch in diesem Zusammenhang sollte man aber der Fairness halber sagen, dass die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung, z.T. sogar unter der betroffenen Gruppe, deutlich höher zu sein scheint, als in Deutschland.

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In Schweden wird nur sehr wenig getestet, folglich sind die Infektionszahlen und der darauf beruhende R-Wert dort noch weniger aussagekräftig als in vielen anderen Ländern. Das ist in meinen Augen auch die Erklärung für die scheinbar höhere Tödlichkeit der Erkrankung.
Was ich besonders auffällig in Schweden finde, ist dass die Todesfälle, im Vergleich zu Deutschland, räumlich extrem ungleich auftreten. Mehr als die Hälfte der Todesfälle des Landes konzentrieren sich auf Stockholm (über 1400 Tote). In den extrem dünn besiedelten ländlichen Regionen des Landes gibt es ja quasi ein natürliches "social distancing". In Stockholm rächt es sich hingegen, dass sich die Infektionen, aufgrund nur geringer Vorgaben, sehr schnell ausbreiten können.
Interessantes stat. Material zu Schweden findet man übrigens hier: https://www.aftonbladet.se/nyheter/a/y3rdeA/coronaviruset-har-ar-de-senaste-siffrorna

Die wirtschaftlichen Vorteile der dortigen Strategie sind übrigens sehr überschaubar, da Schweden natürlich auch massiv in die globalisierte Wirtschaft eingebunden ist. Die Arbeitslosenzahlen steigen rapide und der IWF geht von einem mit Deutschland vergleichbaren BIP-Einbruch in diesem Jahr aus.
https://www.focus.de/finanzen/boerse/konjunktur/kein-shutdown-schweden-waehlt-sonderweg-in-corona-krise-wirtschaft-bricht-trotzdem-ein_id_11928570.html

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katteker schrieb:

Mehr als die Hälfte der Todesfälle des Landes konzentrieren sich auf Stockholm (über 1400 Tote). In den extrem dünn besiedelten ländlichen Regionen des Landes gibt es ja quasi ein natürliches "social distancing". In Stockholm rächt es sich hingegen, dass sich die Infektionen, aufgrund nur geringer Vorgaben, sehr schnell ausbreiten können.

Ja, aber das hat Schweden mit nahezu allen anderen Ländern gemeinsam. In den Metropolen ist die Infektions- bzw. Sterberate um ein Vielfaches höher wie auf dem Land.
Zieh mal die Lombardei, Bergamo und Südtirol von Italien ab, oder New York von den USA, kommt man wohl zu ähnlichen Ergebnissen. Da dürfte es wohl nur eine sekundäre Rolle spielen, welche Maßnahmen man getroffen hat.
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katteker schrieb:

Mehr als die Hälfte der Todesfälle des Landes konzentrieren sich auf Stockholm (über 1400 Tote). In den extrem dünn besiedelten ländlichen Regionen des Landes gibt es ja quasi ein natürliches "social distancing". In Stockholm rächt es sich hingegen, dass sich die Infektionen, aufgrund nur geringer Vorgaben, sehr schnell ausbreiten können.

Ja, aber das hat Schweden mit nahezu allen anderen Ländern gemeinsam. In den Metropolen ist die Infektions- bzw. Sterberate um ein Vielfaches höher wie auf dem Land.
Zieh mal die Lombardei, Bergamo und Südtirol von Italien ab, oder New York von den USA, kommt man wohl zu ähnlichen Ergebnissen. Da dürfte es wohl nur eine sekundäre Rolle spielen, welche Maßnahmen man getroffen hat.
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amananana schrieb:

Ja, aber das hat Schweden mit nahezu allen anderen Ländern gemeinsam. In den Metropolen ist die Infektions- bzw. Sterberate um ein Vielfaches höher wie auf dem Land.

Berlin hatte vor zwei Tagen wohl knapp über 150 Tote. Stockholm ca 1400 obwohl es nur über ein Viertel der Einwohner verfügt.
Das ist im Verhältnis fast das vierzigfache!
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katteker schrieb:

Mehr als die Hälfte der Todesfälle des Landes konzentrieren sich auf Stockholm (über 1400 Tote). In den extrem dünn besiedelten ländlichen Regionen des Landes gibt es ja quasi ein natürliches "social distancing". In Stockholm rächt es sich hingegen, dass sich die Infektionen, aufgrund nur geringer Vorgaben, sehr schnell ausbreiten können.

Ja, aber das hat Schweden mit nahezu allen anderen Ländern gemeinsam. In den Metropolen ist die Infektions- bzw. Sterberate um ein Vielfaches höher wie auf dem Land.
Zieh mal die Lombardei, Bergamo und Südtirol von Italien ab, oder New York von den USA, kommt man wohl zu ähnlichen Ergebnissen. Da dürfte es wohl nur eine sekundäre Rolle spielen, welche Maßnahmen man getroffen hat.
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Grundsätzlich korrekt, aber wenn ich mich nicht täusche, kam es ja in der Lombardei auch zu dem ersten Ausbruchsgeschehen, das sich zunächst unkontrolliert verbreiten konnten, bevor harte Maßnahmen getroffen wurden. Durch diese Maßnahmen konnte man es immerhin verhindern, dass es zu einem katastrophalen Verlauf in anderen dicht besiedelten Regionen im Land kommen konnte. So ist Rom relativ wenig betroffen (432 Tote). In Schweden waren die ersten Fälle nicht in Stockholm konzentriert und obwohl die starke Ausbreitung in Schweden relativ spät einsetzte, hat man eben nicht verhindert, dass es zu einer massiven Ausbreitung in der einzigen Metropole des Landes kam, was wohl zu verhindern gewesen wäre.
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amananana schrieb:

Ja, aber das hat Schweden mit nahezu allen anderen Ländern gemeinsam. In den Metropolen ist die Infektions- bzw. Sterberate um ein Vielfaches höher wie auf dem Land.

Berlin hatte vor zwei Tagen wohl knapp über 150 Tote. Stockholm ca 1400 obwohl es nur über ein Viertel der Einwohner verfügt.
Das ist im Verhältnis fast das vierzigfache!
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Luzbert schrieb:

amananana schrieb:

Ja, aber das hat Schweden mit nahezu allen anderen Ländern gemeinsam. In den Metropolen ist die Infektions- bzw. Sterberate um ein Vielfaches höher wie auf dem Land.

Berlin hatte vor zwei Tagen wohl knapp über 150 Tote. Stockholm ca 1400 obwohl es nur über ein Viertel der Einwohner verfügt.
Das ist im Verhältnis fast das vierzigfache!




Exakt. Man darf Schweden möglicherweise nicht mit D vergleichen , aber Stockholm mit Berlin
sicher ein wenig.
Heisst das nun ,das die ungefähr die 40 fache Anzahl an Infizierten hatten ( ohne mögliche Behandlungsprobleme oder andere nicht genannte Einflüsse ) , bezogen auf die Bevölkerungsanzahl ?
Bevölkerungsdichte Berlin / Stockholm ? Luftqualität (wurde ja auch schon mal erwähnt ) usw

Das ist die Frage . Die kann ich sicher  nicht beantworten . Das interessiert mich , sonst erstmal weniger in dieser Sache.
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Nur kurz zum Verständnis:

Reden wir hier von dem Schweden, welches das ganz normale Leben weiter führt, so wie wir es bis Anfang März kannten, in dem alles offen ist und es keine Beschränkungen gibt?

Und reden wir von dem Deutschland, welches eine totale Ausgangssperre verhängt hat und seine Bevölkerung mit unzumutbaren Freiheitsbeschränkungen im Schwitzkasten hält?

Oder reden wir davon, wie es wirklich ist?
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wird Corona-Virus (Teil II) nach dem überwältigen erfolg von Corona-Virus eher ein cliffhanger wie zurück in die zukunft II oder matrix II, oder hat er das zeug zu einem eigenständigen werk wie der pate II oder scream II?

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Xbuerger schrieb:

wird Corona-Virus (Teil II) nach dem überwältigen erfolg von Corona-Virus eher ein cliffhanger wie zurück in die zukunft II oder matrix II, oder hat er das zeug zu einem eigenständigen werk wie der pate II oder scream II?

Ich rechne eher mit "Corona-Virus II - Electric Boogaloo"
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Also ich hab mir tatsächlich mal auf YT diesen viel zitierten Beitrags von Servus TV mit Prof. Dr. Baghdi reingezogen (die Videoempfehlungen die nächsten Wochen werdem mich dafür strafen, hallo Verfassungsschutz). Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, dass ich Expertenmeinungen aus dem Diskurs ausschließe, nur weil mir die politische Ausrichtung oder der Eigner  des Senders nicht passt.
Zukünftig werde ich das dann allerdings wohl lieber wieder tun, da sie es schon geschafft haben, mich aufzuregen, bevor das Interview überhaupt losgeht. Schon die  Einleitung, in der einfach behauptet wird, dass die Maßnahmen durchgezogen werden, obwohl "führende Experten" sie für "völlig überzogen" halten, hat mir eigentlich schon wieder gereicht. Genannt wird einer dieser Experten, nämlich Baghdi, und der ist weniger führend, als eher im Ruhestand.

Ich gebe mal, so gut ich kann, den wesentlichen Inhalt des Interviews zum Thema Virus und Epidemie selbst wider:

- Nur 7 von 10.000 Ü80-Jährigen in Deutschland sterben an Corona. Damit würde sich Covid-19 in eine Reihe von etwa 10 bedeutenden Erregern (Viren und Bakterien) für tödliche Atemwegsinfektionen einreihen, nicht mehr, und nicht weniger. Vielleicht würde die Zahl noch auf 9-10 steigen, mehr aber auch nicht.

- Bei Tests plädiert dafür, hauptsächlich die Ü65-Jährigen zu testen, um ihnen die Angst zu nehmen, falls sie es schon infiziert waren und es überstanden hätten.

- An eine zweite große Infektionswelle glaubt er nicht, da es diese bei keiner Epidemie nach 1918 mehr in national relevantem Ausmaß gegeben hätte. Die Zahl der Neuinfektionen werde höchstens noch leicht ansteigen, bevor sie dann abflacht.

- Eine Übersterblichkeit hätten wir in Europa nur in 4 Ländern (ES, F, I, UK). Die Frage, wieso das wohl so ist, erklärt es sich damit, dass es möglicherweise gar nicht an Corona läge, sondern an deren Gesundheitssystemen.

- Masken würden bringen nix, sein im Gegenteil Keimträger und würden falsch benutzt, sein daher für alte Menschen gefährlich

- Nicht alte Menschen sein besonders gefährdet, sondern nur alte Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Diese müssten besonders geschützt werden, deswegen Maßnahmen für die ganze Gesellschaft zu treffen, sei jedochunverhältnismäßig. Das müsste man dann ja auch bei anderen Krankheiten tun.
- Corona sei die kleine Schwester der Grippe, Covid-19 die große Schwester von Corona, daher vergleichbar schlimm wie die Grippe (allerdings sagt er vorher, dass Corona-Viren gefährlicher als Grippeviren sein...wurde ich nicht so ganz schlau draus)

Der Rest war eine skurrile Mischung aus Regierungs- und Medienkritik, ein bißchen angedeuteter VT, ein bißchen Impfkritik und einem Schuss "Jura", garniert mit etwas heimatverliebtem Pathos und allgemeiner Lebensweisheit. Ich weiß gar nicht, wie ich das angemessen zusammenfassen soll.

Angetrieben vom Interviewer, der vor allem auf Stimnung gegen die Politik aus war, arbeitete er sich an unseren  Regierungen, die völlig falsch entschieden und total überzogen reagiert hätten, so wie der WHO ab, die für ihn ein "rotes Tuch" sei.
Das man im März das Seuchenchutzgesetz geändert hat, findet er schon verdächtig  ( Zitat" "Ich bin ja kein VTler, aber..."), und wenn die Impfflicht kommt, dann wird er aufstehen und darüber nachdenken, was die Leute sagen, die von Bill Gates und co. reden, auch wenn er sowas micht glauben will (dem Interviewer war es wichtig, festzuhalten, dass er es nicht ausschließen kann).

Mittendrin zog er plötzlich einen Ausdruck aus dem Stgb hervor und erklärte, dass es sich bei der Maskenpflicht um einen besonders schweren Fall der Nötigung handle.

Einmal wurde er "etwas emotional", nämlich als es darum ging, dass er doch nur das Land wolle, dass er liebe, und sich mehr Menschlichkeit in dieser unmenschlichen Zeit wünschen würde.

Die ÖR würden ihn nicht einladen, da er seinen Job nicht mehr verlieren und daher erzählen könne, was er wolle. "Vorwärts immer, rückwärts nimmer" gelte heute in ganz Deutschland und in Österreich.

Fazit: Selbst ich als Laie sehe da schon mehrere Punkte, die medizinisch mindestens fraglich sind. Bei ihm klingt das aber fast alles wie gesicherte Fakten. Zweifel an seinen Thesen hat er offenbar so gar keine.
Und der Rest war vor allem ein interessanter Einblick in die Psyche der Menschen, die uns hier sowas empfehlen.

PS: Ja, ich habe momentan zu viel Zeit





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Also ich hab mir tatsächlich mal auf YT diesen viel zitierten Beitrags von Servus TV mit Prof. Dr. Baghdi reingezogen (die Videoempfehlungen die nächsten Wochen werdem mich dafür strafen, hallo Verfassungsschutz). Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, dass ich Expertenmeinungen aus dem Diskurs ausschließe, nur weil mir die politische Ausrichtung oder der Eigner  des Senders nicht passt.
Zukünftig werde ich das dann allerdings wohl lieber wieder tun, da sie es schon geschafft haben, mich aufzuregen, bevor das Interview überhaupt losgeht. Schon die  Einleitung, in der einfach behauptet wird, dass die Maßnahmen durchgezogen werden, obwohl "führende Experten" sie für "völlig überzogen" halten, hat mir eigentlich schon wieder gereicht. Genannt wird einer dieser Experten, nämlich Baghdi, und der ist weniger führend, als eher im Ruhestand.

Ich gebe mal, so gut ich kann, den wesentlichen Inhalt des Interviews zum Thema Virus und Epidemie selbst wider:

- Nur 7 von 10.000 Ü80-Jährigen in Deutschland sterben an Corona. Damit würde sich Covid-19 in eine Reihe von etwa 10 bedeutenden Erregern (Viren und Bakterien) für tödliche Atemwegsinfektionen einreihen, nicht mehr, und nicht weniger. Vielleicht würde die Zahl noch auf 9-10 steigen, mehr aber auch nicht.

- Bei Tests plädiert dafür, hauptsächlich die Ü65-Jährigen zu testen, um ihnen die Angst zu nehmen, falls sie es schon infiziert waren und es überstanden hätten.

- An eine zweite große Infektionswelle glaubt er nicht, da es diese bei keiner Epidemie nach 1918 mehr in national relevantem Ausmaß gegeben hätte. Die Zahl der Neuinfektionen werde höchstens noch leicht ansteigen, bevor sie dann abflacht.

- Eine Übersterblichkeit hätten wir in Europa nur in 4 Ländern (ES, F, I, UK). Die Frage, wieso das wohl so ist, erklärt es sich damit, dass es möglicherweise gar nicht an Corona läge, sondern an deren Gesundheitssystemen.

- Masken würden bringen nix, sein im Gegenteil Keimträger und würden falsch benutzt, sein daher für alte Menschen gefährlich

- Nicht alte Menschen sein besonders gefährdet, sondern nur alte Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Diese müssten besonders geschützt werden, deswegen Maßnahmen für die ganze Gesellschaft zu treffen, sei jedochunverhältnismäßig. Das müsste man dann ja auch bei anderen Krankheiten tun.
- Corona sei die kleine Schwester der Grippe, Covid-19 die große Schwester von Corona, daher vergleichbar schlimm wie die Grippe (allerdings sagt er vorher, dass Corona-Viren gefährlicher als Grippeviren sein...wurde ich nicht so ganz schlau draus)

Der Rest war eine skurrile Mischung aus Regierungs- und Medienkritik, ein bißchen angedeuteter VT, ein bißchen Impfkritik und einem Schuss "Jura", garniert mit etwas heimatverliebtem Pathos und allgemeiner Lebensweisheit. Ich weiß gar nicht, wie ich das angemessen zusammenfassen soll.

Angetrieben vom Interviewer, der vor allem auf Stimnung gegen die Politik aus war, arbeitete er sich an unseren  Regierungen, die völlig falsch entschieden und total überzogen reagiert hätten, so wie der WHO ab, die für ihn ein "rotes Tuch" sei.
Das man im März das Seuchenchutzgesetz geändert hat, findet er schon verdächtig  ( Zitat" "Ich bin ja kein VTler, aber..."), und wenn die Impfflicht kommt, dann wird er aufstehen und darüber nachdenken, was die Leute sagen, die von Bill Gates und co. reden, auch wenn er sowas micht glauben will (dem Interviewer war es wichtig, festzuhalten, dass er es nicht ausschließen kann).

Mittendrin zog er plötzlich einen Ausdruck aus dem Stgb hervor und erklärte, dass es sich bei der Maskenpflicht um einen besonders schweren Fall der Nötigung handle.

Einmal wurde er "etwas emotional", nämlich als es darum ging, dass er doch nur das Land wolle, dass er liebe, und sich mehr Menschlichkeit in dieser unmenschlichen Zeit wünschen würde.

Die ÖR würden ihn nicht einladen, da er seinen Job nicht mehr verlieren und daher erzählen könne, was er wolle. "Vorwärts immer, rückwärts nimmer" gelte heute in ganz Deutschland und in Österreich.

Fazit: Selbst ich als Laie sehe da schon mehrere Punkte, die medizinisch mindestens fraglich sind. Bei ihm klingt das aber fast alles wie gesicherte Fakten. Zweifel an seinen Thesen hat er offenbar so gar keine.
Und der Rest war vor allem ein interessanter Einblick in die Psyche der Menschen, die uns hier sowas empfehlen.

PS: Ja, ich habe momentan zu viel Zeit





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Es fällt häufig schwer, zwischen meinungsbasierter und faktenbasierter Diskussion zu unterscheiden. Das wird durch Wissenschaftler, die sich unwissenschaftlich äußern, leider nicht einfacher.
Das Ergebnis lässt sich hier im Forum wunderbar beobachten.
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wird Corona-Virus (Teil II) nach dem überwältigen erfolg von Corona-Virus eher ein cliffhanger wie zurück in die zukunft II oder matrix II, oder hat er das zeug zu einem eigenständigen werk wie der pate II oder scream II?

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Xbuerger schrieb:

wird Corona-Virus (Teil II) nach dem überwältigen erfolg von Corona-Virus eher


...wie Blues Brothers II (geht gar net)
und auch Mad Max Ii.
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Also ich hab mir tatsächlich mal auf YT diesen viel zitierten Beitrags von Servus TV mit Prof. Dr. Baghdi reingezogen (die Videoempfehlungen die nächsten Wochen werdem mich dafür strafen, hallo Verfassungsschutz). Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, dass ich Expertenmeinungen aus dem Diskurs ausschließe, nur weil mir die politische Ausrichtung oder der Eigner  des Senders nicht passt.
Zukünftig werde ich das dann allerdings wohl lieber wieder tun, da sie es schon geschafft haben, mich aufzuregen, bevor das Interview überhaupt losgeht. Schon die  Einleitung, in der einfach behauptet wird, dass die Maßnahmen durchgezogen werden, obwohl "führende Experten" sie für "völlig überzogen" halten, hat mir eigentlich schon wieder gereicht. Genannt wird einer dieser Experten, nämlich Baghdi, und der ist weniger führend, als eher im Ruhestand.

Ich gebe mal, so gut ich kann, den wesentlichen Inhalt des Interviews zum Thema Virus und Epidemie selbst wider:

- Nur 7 von 10.000 Ü80-Jährigen in Deutschland sterben an Corona. Damit würde sich Covid-19 in eine Reihe von etwa 10 bedeutenden Erregern (Viren und Bakterien) für tödliche Atemwegsinfektionen einreihen, nicht mehr, und nicht weniger. Vielleicht würde die Zahl noch auf 9-10 steigen, mehr aber auch nicht.

- Bei Tests plädiert dafür, hauptsächlich die Ü65-Jährigen zu testen, um ihnen die Angst zu nehmen, falls sie es schon infiziert waren und es überstanden hätten.

- An eine zweite große Infektionswelle glaubt er nicht, da es diese bei keiner Epidemie nach 1918 mehr in national relevantem Ausmaß gegeben hätte. Die Zahl der Neuinfektionen werde höchstens noch leicht ansteigen, bevor sie dann abflacht.

- Eine Übersterblichkeit hätten wir in Europa nur in 4 Ländern (ES, F, I, UK). Die Frage, wieso das wohl so ist, erklärt es sich damit, dass es möglicherweise gar nicht an Corona läge, sondern an deren Gesundheitssystemen.

- Masken würden bringen nix, sein im Gegenteil Keimträger und würden falsch benutzt, sein daher für alte Menschen gefährlich

- Nicht alte Menschen sein besonders gefährdet, sondern nur alte Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Diese müssten besonders geschützt werden, deswegen Maßnahmen für die ganze Gesellschaft zu treffen, sei jedochunverhältnismäßig. Das müsste man dann ja auch bei anderen Krankheiten tun.
- Corona sei die kleine Schwester der Grippe, Covid-19 die große Schwester von Corona, daher vergleichbar schlimm wie die Grippe (allerdings sagt er vorher, dass Corona-Viren gefährlicher als Grippeviren sein...wurde ich nicht so ganz schlau draus)

Der Rest war eine skurrile Mischung aus Regierungs- und Medienkritik, ein bißchen angedeuteter VT, ein bißchen Impfkritik und einem Schuss "Jura", garniert mit etwas heimatverliebtem Pathos und allgemeiner Lebensweisheit. Ich weiß gar nicht, wie ich das angemessen zusammenfassen soll.

Angetrieben vom Interviewer, der vor allem auf Stimnung gegen die Politik aus war, arbeitete er sich an unseren  Regierungen, die völlig falsch entschieden und total überzogen reagiert hätten, so wie der WHO ab, die für ihn ein "rotes Tuch" sei.
Das man im März das Seuchenchutzgesetz geändert hat, findet er schon verdächtig  ( Zitat" "Ich bin ja kein VTler, aber..."), und wenn die Impfflicht kommt, dann wird er aufstehen und darüber nachdenken, was die Leute sagen, die von Bill Gates und co. reden, auch wenn er sowas micht glauben will (dem Interviewer war es wichtig, festzuhalten, dass er es nicht ausschließen kann).

Mittendrin zog er plötzlich einen Ausdruck aus dem Stgb hervor und erklärte, dass es sich bei der Maskenpflicht um einen besonders schweren Fall der Nötigung handle.

Einmal wurde er "etwas emotional", nämlich als es darum ging, dass er doch nur das Land wolle, dass er liebe, und sich mehr Menschlichkeit in dieser unmenschlichen Zeit wünschen würde.

Die ÖR würden ihn nicht einladen, da er seinen Job nicht mehr verlieren und daher erzählen könne, was er wolle. "Vorwärts immer, rückwärts nimmer" gelte heute in ganz Deutschland und in Österreich.

Fazit: Selbst ich als Laie sehe da schon mehrere Punkte, die medizinisch mindestens fraglich sind. Bei ihm klingt das aber fast alles wie gesicherte Fakten. Zweifel an seinen Thesen hat er offenbar so gar keine.
Und der Rest war vor allem ein interessanter Einblick in die Psyche der Menschen, die uns hier sowas empfehlen.

PS: Ja, ich habe momentan zu viel Zeit





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Vielen Dank, Dennis!
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amananana schrieb:

Maxfanatic schrieb:

Ich denke übrigens, dass es der schwedischen Wirtschaft gar nicht so viel besser gehen muss als in anderen Ländern. Erstens gibt es dort ja nicht überhaupt keine Maßnahmen und wohl durchaus auch freiwillige Selbstbeschränkungen, zweitens dürfte man dort auch von internationalen Märkten abhängen. Auch das wird sich danach zeigen.

Wann ist Deiner Meinung denn "danach"?


Ganz einfach: Wenn die Pandemie rum ist. Vorher wird hier im Nebel gestochert und jeder zerrt die Statistiken und Texte hervor, die seiner Meinung entsprechen. Am Ende wird man sehen, wessen Wirtschaft wie am ***** ist, wie hoch die Übersterblichkeit war, wie ernst die Langzeitfolgen sind. Dann kann man bewerten. Vorher kann man den Verantwortlichen ein gewisses Maß an Vertrauen schenken oder das sein lassen. Dann mit möglicherweise Konsequenzen, die von Gesetzen abweichendes Verhalten nun mal haben (damit kenn ich mich aus). Offenbar - siehe Stuttgart heute - wird da aber von Ort zu Ort mit unterschiedlichem Maß gemessen. Auch die Folgen davon sind aber noch nicht heute, sondern allenfalls in ein paar Wochen ablesbar.

Ich bin sicherlich traditionell kein Verfechter der Regierungslinie, aktuell aber im Großen und Ganzen zufrieden, dass ich hier im Vergleich zu anderen Staaten noch recht viel Bewegungsfreiheit habe und gleichsam die Menschen nicht sterben wie die Fliegen. Und ich finde vieles ist sehr schräg gelaufen, einige Maßnahmen kann ich nicht nachvollziehen und selbstredend fehlen mir auch Dinge - aber mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage, dass ich keine Ahnung habe, wie man es besser hätte machen sollen. Für etliche Leute ist aber offenbar unabdingbar, das für sich zu beanspruchen.

Viel gespannter bin ich indes auch hier auf die Zeit "danach" und ob es bei anderen Fragen, die sich quasi mit Leben und Tod befassen, auch so klare Maßnahmen gibt und man bereit zu gewaltigen Einschnitten ist. Ich tippe mal nein, und dann kann ich auch wieder aus vollem Herzen kritisieren...
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Maxfanatic schrieb:

Ich bin sicherlich traditionell kein Verfechter der Regierungslinie, aktuell aber im Großen und Ganzen zufrieden, dass ich hier im Vergleich zu anderen Staaten noch recht viel Bewegungsfreiheit habe und gleichsam die Menschen nicht sterben wie die Fliegen. Und ich finde vieles ist sehr schräg gelaufen, einige Maßnahmen kann ich nicht nachvollziehen und selbstredend fehlen mir auch Dinge - aber mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage, dass ich keine Ahnung habe, wie man es besser hätte machen sollen. Für etliche Leute ist aber offenbar unabdingbar, das für sich zu beanspruchen.

Das ist eine sehr schöne Zusammenfassung. Insbesondere deshalb, weil ich glaube, dass sehr viele Menschen in diesem Land das genau so empfinden.
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Vielen Dank, Dennis!
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WuerzburgerAdler schrieb:

Vielen Dank, Dennis!


Jo thx, unter der Prämisse dass es korrekt wiedergegeben wurde hat sich da jemand geopfert für die Allgemeinheit. Denn den Schund will man sich eigentlich weder ansehen noch anhören. Und erst recht nicht die Quelle mit Klicks unterstützen.

Und es ist einfach nur gruselig, was da in der rechten Schmuddelecke so abgeht. Echt Breitbartmäßig.
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amananana schrieb:

Maxfanatic schrieb:

Ich denke übrigens, dass es der schwedischen Wirtschaft gar nicht so viel besser gehen muss als in anderen Ländern. Erstens gibt es dort ja nicht überhaupt keine Maßnahmen und wohl durchaus auch freiwillige Selbstbeschränkungen, zweitens dürfte man dort auch von internationalen Märkten abhängen. Auch das wird sich danach zeigen.

Wann ist Deiner Meinung denn "danach"?


Ganz einfach: Wenn die Pandemie rum ist. Vorher wird hier im Nebel gestochert und jeder zerrt die Statistiken und Texte hervor, die seiner Meinung entsprechen. Am Ende wird man sehen, wessen Wirtschaft wie am ***** ist, wie hoch die Übersterblichkeit war, wie ernst die Langzeitfolgen sind. Dann kann man bewerten. Vorher kann man den Verantwortlichen ein gewisses Maß an Vertrauen schenken oder das sein lassen. Dann mit möglicherweise Konsequenzen, die von Gesetzen abweichendes Verhalten nun mal haben (damit kenn ich mich aus). Offenbar - siehe Stuttgart heute - wird da aber von Ort zu Ort mit unterschiedlichem Maß gemessen. Auch die Folgen davon sind aber noch nicht heute, sondern allenfalls in ein paar Wochen ablesbar.

Ich bin sicherlich traditionell kein Verfechter der Regierungslinie, aktuell aber im Großen und Ganzen zufrieden, dass ich hier im Vergleich zu anderen Staaten noch recht viel Bewegungsfreiheit habe und gleichsam die Menschen nicht sterben wie die Fliegen. Und ich finde vieles ist sehr schräg gelaufen, einige Maßnahmen kann ich nicht nachvollziehen und selbstredend fehlen mir auch Dinge - aber mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage, dass ich keine Ahnung habe, wie man es besser hätte machen sollen. Für etliche Leute ist aber offenbar unabdingbar, das für sich zu beanspruchen.

Viel gespannter bin ich indes auch hier auf die Zeit "danach" und ob es bei anderen Fragen, die sich quasi mit Leben und Tod befassen, auch so klare Maßnahmen gibt und man bereit zu gewaltigen Einschnitten ist. Ich tippe mal nein, und dann kann ich auch wieder aus vollem Herzen kritisieren...
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Danke max für den sachlichen Beitrag
Ich kann dich jetzt auch besser einordnen
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Frau baerbock bzw ihr Referent haben mir geantwortet und sich klar von palmers Thesen distanziert
Ich hatte mit keiner Antwort gerechnet
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WuerzburgerAdler schrieb:

Vielen Dank, Dennis!


Jo thx, unter der Prämisse dass es korrekt wiedergegeben wurde hat sich da jemand geopfert für die Allgemeinheit. Denn den Schund will man sich eigentlich weder ansehen noch anhören. Und erst recht nicht die Quelle mit Klicks unterstützen.

Und es ist einfach nur gruselig, was da in der rechten Schmuddelecke so abgeht. Echt Breitbartmäßig.
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Für euch doch gerne
Aber es war echt hart, sich das über die volle Distanz zu geben. Die medizinischen Thesen mag ich gar nicht bewerten, auch wenn ich das schon sehr leichtfertig finde, wie überzeugt er das alles sagt, obwohl z.B. das mit der Immunität doch gar nicht erwiesen ist (wenn nicht sogar inzwischen das Gegenteil, gibt doch schon "Zweiterkrankungen").
Schlimmer war aber die Ausrichtung. Sowas hab ich echt noch nie gesehen. Die Fragen des Reporters, der offen vom "Corona-Wahn" sprach, die kurzen Untertitelungen ("Impfen bis der Arzt kommt)", dieser patriotische Anfall des Arztes (nahe am Heulkrampf) - unfassbar.
Von daher muss ich auch der Aussage widersprechen, dass der Mann eigentlich ganz ok sei, aber halt instrumentalisiert werde. Der passt da schon ganz gut rein und ist auch brav über jedes Stöckchen des Interviewers gesprungen.
Ein seriöser Wissenschaftler postuliert seine Theorien weder als Fakten, noch redet er das halbe Interview über Dinge, die außerhalb seines Fachgebietes liegen.
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Xbuerger schrieb:

wird Corona-Virus (Teil II) nach dem überwältigen erfolg von Corona-Virus eher


...wie Blues Brothers II (geht gar net)
und auch Mad Max Ii.
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NewOldFechemer schrieb:

Xbuerger schrieb:

wird Corona-Virus (Teil II) nach dem überwältigen erfolg von Corona-Virus eher


...wie Blues Brothers II (geht gar net)
und auch Mad Max Ii.

Wobei Stirb langsam II der Beste der Reihe war.
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Frau baerbock bzw ihr Referent haben mir geantwortet und sich klar von palmers Thesen distanziert
Ich hatte mit keiner Antwort gerechnet
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Tafelberg schrieb:

Frau baerbock bzw ihr Referent haben mir geantwortet und sich klar von palmers Thesen distanziert
Ich hatte mit keiner Antwort gerechnet

dass bürgerbeteiligung in dieser partei groß geschrieben wird, können wir besser in einem passenden thread näher beleuchten. (vlt nachdem ich vom ausflug auf eine der partiellen spielstraßen mit bürgerpaten zurück bin)
hier daher die info, dass es einen offenen brief zu einem parteiausschlussverfahren gibt, und dass die land- bzw. kreisebene dafür zuständig ist.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/aeusserungen-zu-corona-massnahmen-gruene-fordern-in-offenem-brief-parteiausschluss-von-boris-palmer/25796088.html
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Frau baerbock bzw ihr Referent haben mir geantwortet und sich klar von palmers Thesen distanziert
Ich hatte mit keiner Antwort gerechnet
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Da muss ich den Grünen wohl mal Respekt zollen.


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