Finanzlage der Eintracht

#
Cyrillar schrieb:

Basaltkopp schrieb:

Ohne die Kohle für die Büffelherde wäre die Situation deutlich dramatischer.


Ohne diese Kohle wären vermutlich auch eher der Kampf gegen den Abstieg bzw der Kampf um einen gesicherten Mittelfeldplatz auf der Agenda. Kein EL Sieg und Corona hätte unser vermutlich deutlich geringeres EK komplett aufgefressen.

Die finanzielle Situation der Eintracht ist durchaus ernst. Die Einnahmen aus der EL und CL mit allem drum und dran halten uns aktuell handlungsfähig aber das da viel hängen bleibt für Transfers kommende Saison etc darf durchaus angezweifelt werden. Wenn keine lukrativen Abgänge angedacht sind. Insbesondere wenn sich die Eintracht nicht international qualifiziert dürfte es seit vielen Jahren Aufstieg eine Vollbremsung geben.
Der Verein muss ja nebenher trotzdem den Stadionausbau finanzieren.

Da fallen 10k Trikots an zwei Tagen nicht ganz so ins Gewicht, wobei das natürlich trotzdem gerne genommen wird.

Wenn man das alles so ließt, frage ich mich ernsthaft was mir den Clubs wie Köln, Gladbach, Bremen, HSV , Stuttgart ist.
Die müssten ja dann quasi schon bald sterben oder?
#
nisol13 schrieb:

Cyrillar schrieb:

Basaltkopp schrieb:

Ohne die Kohle für die Büffelherde wäre die Situation deutlich dramatischer.


Ohne diese Kohle wären vermutlich auch eher der Kampf gegen den Abstieg bzw der Kampf um einen gesicherten Mittelfeldplatz auf der Agenda. Kein EL Sieg und Corona hätte unser vermutlich deutlich geringeres EK komplett aufgefressen.

Die finanzielle Situation der Eintracht ist durchaus ernst. Die Einnahmen aus der EL und CL mit allem drum und dran halten uns aktuell handlungsfähig aber das da viel hängen bleibt für Transfers kommende Saison etc darf durchaus angezweifelt werden. Wenn keine lukrativen Abgänge angedacht sind. Insbesondere wenn sich die Eintracht nicht international qualifiziert dürfte es seit vielen Jahren Aufstieg eine Vollbremsung geben.
Der Verein muss ja nebenher trotzdem den Stadionausbau finanzieren.

Da fallen 10k Trikots an zwei Tagen nicht ganz so ins Gewicht, wobei das natürlich trotzdem gerne genommen wird.

Wenn man das alles so ließt, frage ich mich ernsthaft was mir den Clubs wie Köln, Gladbach, Bremen, HSV , Stuttgart ist.
Die müssten ja dann quasi schon bald sterben oder?

Schau einfach mal auf die letzten beiden Transferfenster bzw. Sommer.

Stuttgart musste jedes Transferfenster mehrere Leistungsträger quasi ersatzlos verkaufen. Dementsprechend stehen sie in der Tabelle auch da.
Köln ging es genauso. Nur hat Köln das über das mannschaftliche Kollektiv (bisher) deutlich besser aufgefangen und trotzdem für ihren Kader gesehen extrem gut performt.

Gladbach ist ein Sonderfall, weil deren Eigenkapital nochmal ein gutes Stück größer war als unseres und sie in der ersten vollen Corona-Saison bis ins Champions League Achtelfinale gekommen sind. Das hat, wenn ich mich recht erinnere, 50+ Millionen € an Zusatzeinnahmen gebracht.

Aber ja, es gibt Clubs in der ersten und zweiten Liga, die stehen nochmal deutlich schlechter da als wir.
Aber genauso gibt es Clubs, bei denen die Zuschauereinnahmen einen kleineren Anteil am Gesamtumsatz ausmachen wie Freiburg & co, die stehen jetzt im Verhältnis zu uns umso besser da.
#
Ich weiß nicht inwieweit der Neubau des Proficamps da bei uns in die Bilanz dieser Jahre fällt, das war immerhin laut Vereinsangaben auch insgesammt 34 millionen Euro teuer. Hinzu kommen, zumindest meine ich mich daran zu erinnern, Baumaßnahmen beim Trainingsgelände und NLZ und die Übernahme von 68% des Sportparks in Dreieich (Spielstädte der 2ten Mannschaft) sowie umbau Maßnahmen dort, das wird auch nicht gerade billig gewesen sein. Das sind natürlich alles bleibende Werte die geschaffen werden, frisst aber auch Kapital.
#
H3nning schrieb:

Ich weiß nicht inwieweit der Neubau des Proficamps da bei uns in die Bilanz dieser Jahre fällt, das war immerhin laut Vereinsangaben auch insgesammt 34 millionen Euro teuer.


Ne, bei so einem Projekt geht niemand zur Hausbank und holt 34 Millionen vom Tagesgeldkonto
Finanzierung läuft wohl über die Mittelhessiche Genossenschaftsbank:
https://profis.eintracht.de/news/mittelhessische-genossenschaftsbank-stemmt-35-millionen-euro-projekt-67334

Und im Jahresabschluss der AG für das Gesamtjahr 2021 sind 1,93 Millionen an Zinszahlungen aufgeführt für für "...Zinsbelastungen in Zusammenhang mit Kreditverträgen mit verschiedenen Banken zur Überbrückung der „Covid-19-Pandemie“ sowie Zinsen für das Baudarlehen für den Neubau „ProfiCamp“."
Also jetzt keine Unsummen, der Vorjahreswert (also 2020) lag sogar mit 2,22 Mio. darüber.
#
Was ich persönlich ganz interessant finde (und mir bisher auch nicht bekannt war) ist die Tatsache dass wir den Großteil unserer Einnahmen an den Namensrechten des Stadions schon weiterverkauft haben.
Dies passierte im September 2021 und umfasst die Einnahmen bis Anfang 2026 (Vertrag mit der Deutschen Bank geht bis Mitte 2027)

"Mit Datum vom 28. September 2021 wurde ein Forderungsabtretungsvertrag mit der Oldenburgischen Landesbank über die Namensrechte des Stadions geschlossen. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 2. Januar 2026 und sieht einen ratierlichen Forderungsverkauf von insgesamt 22,2 Mio. Euro bis zum 5.Januar 2023 vor.
Zum Bilanzstichtag wurden davon bereits 5,55 Mio. Euro verkauft."

Quelle: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2021 (Kalenderjahr!)

d.h. für mich wir haben das erste Jahr die Stadioneinnahmen normal kassiert, dann würde es eng und wir brauchten die Kohle so schnell wie möglich. Ergo wurden die zukünftigen Einnahmen verkauft und man hatte / hat das Geld gleich. Natürlich mit einem gewissen Abschlag in unbekannter Höhe.
Keine Ahnung ob dies ohnehin geplant war, denke ich aber eher nicht.

Will ich nicht kritisieren, zeigt aber auch wie eng es war und dass man dann dasselbe gemacht hat was wir bei anderen Vereinen in der Vergangenheit oft gesehen haben (und wir vielleicht auch schon selber gemacht hatten). Die Einnahmen aus zukünftigen Jahren wurden vorgezogen und in der Gegenwart aufgebraucht.
#
Das würde mich tatsächlich freuen, da mir in so manch harter Diskussion rund um die Corona-Krise und den Profi-Fußball in den letzten Jahren oft entgegnet wurde, dass der einzelne Stadion-Zuschauer in Frankfurt ein wirtschaftlich zu vernachlässigender Faktor sei, da die Einnahmen der DFL und somit der Eintracht in erster Linie durch die internationale TV-Vermarktung erzielt werden.

Für mich hätte es daher fast schon was romantisches, wenn es der Eintracht doch nicht egal sein kann, ob ihr alle oder ich am Wochenende ins Waldstadion kommt.  
#
brodo schrieb:

Das würde mich tatsächlich freuen, da mir in so manch harter Diskussion rund um die Corona-Krise und den Profi-Fußball in den letzten Jahren oft entgegnet wurde, dass der einzelne Stadion-Zuschauer in Frankfurt ein wirtschaftlich zu vernachlässigender Faktor sei, da die Einnahmen der DFL und somit der Eintracht in erster Linie durch die internationale TV-Vermarktung erzielt werden.

Für mich hätte es daher fast schon was romantisches, wenn es der Eintracht doch nicht egal sein kann, ob ihr alle oder ich am Wochenende ins Waldstadion kommt.  


Der Eintracht können ihre Fans überhaupt nicht egal sein. Ich denke, das erkennt man gut am Umgang mit diesen, sie wissen genau, wie wichtig Fankultur etc für einen Verein wie die Eintracht sind (gilt für einige Bundesligisten, die nicht gepampert werden).

Wir hatten doch letztens versucht, Frankenbachs letzte Zahlen zu interpretieren. Im Grunde ist es mE so, dass die Eintracht ein paar wenige große Einnahmequellen hat, das Stadion mit allem drum und dran ist eine davon. Wenn alle Säulen "normal" liefern, macht man überschaubare Gewinne. Wenn eine Säule aber über 2 Jahre zu einem großen Teil wegbricht, macht man eben Verluste. Letzteres ist eben durch Corona passiert. Denn die Kosten sind ja fast normal weitergelaufen, ua auch weil die Eintracht meiner Kenntnis nach keine Stellen abgebaut hat.
#
H3nning schrieb:

Ich weiß nicht inwieweit der Neubau des Proficamps da bei uns in die Bilanz dieser Jahre fällt, das war immerhin laut Vereinsangaben auch insgesammt 34 millionen Euro teuer.


Ne, bei so einem Projekt geht niemand zur Hausbank und holt 34 Millionen vom Tagesgeldkonto
Finanzierung läuft wohl über die Mittelhessiche Genossenschaftsbank:
https://profis.eintracht.de/news/mittelhessische-genossenschaftsbank-stemmt-35-millionen-euro-projekt-67334

Und im Jahresabschluss der AG für das Gesamtjahr 2021 sind 1,93 Millionen an Zinszahlungen aufgeführt für für "...Zinsbelastungen in Zusammenhang mit Kreditverträgen mit verschiedenen Banken zur Überbrückung der „Covid-19-Pandemie“ sowie Zinsen für das Baudarlehen für den Neubau „ProfiCamp“."
Also jetzt keine Unsummen, der Vorjahreswert (also 2020) lag sogar mit 2,22 Mio. darüber.
#
Eintracht-Laie schrieb:

Ne, bei so einem Projekt geht niemand zur Hausbank und holt 34 Millionen vom Tagesgeldkonto

Ja, ne das war mir schon klar
Ich meinte mehr, dass ich nicht weiß wie hoch der Eigenanteil des Kapitals war, denn vollfinanziert kann ich mir dann auch nicht vorstellen, plus wie all diese Sachen abrechnungstechnisch in den Bilanzen stehen, also ob die über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden oder direkt etc. Damit kenne ich mich absolut nicht aus, mir vielen die Sachen halt nur ein als Dinge, die Geld in den Bilanzen geschluckt haben könnten.
#
Eintracht-Laie schrieb:

Ne, bei so einem Projekt geht niemand zur Hausbank und holt 34 Millionen vom Tagesgeldkonto

Ja, ne das war mir schon klar
Ich meinte mehr, dass ich nicht weiß wie hoch der Eigenanteil des Kapitals war, denn vollfinanziert kann ich mir dann auch nicht vorstellen, plus wie all diese Sachen abrechnungstechnisch in den Bilanzen stehen, also ob die über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden oder direkt etc. Damit kenne ich mich absolut nicht aus, mir vielen die Sachen halt nur ein als Dinge, die Geld in den Bilanzen geschluckt haben könnten.
#
H3nning schrieb:
Dinge, die Geld in den Bilanzen geschluckt haben könnten
Ausgaben abzuschreiben bedeutet aber auch nicht, daß man sie lediglich auf mehrere Jahre verteilt.
Sinn von Abschreibungen ist es auch, über mehrere Jahre verteilt Steuern zu senken.


Teilen