> Deutsche Bank

Albert Riera - Diskussionsthread


Thread wurde von Moderatoren am Sonntag, 31. Mai 2026, 11:50 Uhr um 11:50 Uhr verschoben weil:
#
anpii schrieb:

Ich glaube, man muss bei der ganzen Diskussion mehrere Ebenen voneinander trennen.

Sportlich ist für mich inzwischen klar: Das Experiment Riera ist gescheitert. Nicht, weil der Mann keine Ahnung von Fußball hätte, sondern weil es in dieser Konstellation einfach nicht passt. Die Mannschaft wirkt verunsichert, offensiv gehemmt, ohne klare Abläufe und ohne echte Überzeugung in dem, was sie tut. Das ist am Ende entscheidend.

Gleichzeitig sollte man aber aufpassen, wie über Riera gesprochen wird. Kritik an seiner Arbeit, seiner Kommunikation oder seiner Außenwirkung ist völlig legitim. Aber diese persönlichen Zuschreibungen und Vergleiche, die zuletzt teilweise gefallen sind, gehen mir deutlich zu weit. Man kann einen Trainer fachlich hart kritisieren, ohne ihn öffentlich zur Karikatur zu machen.

Was die Offensive betrifft: Natürlich ist Qualität vorhanden. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass dieser Kader vorne grundsätzlich nichts kann. Das Problem ist eher, dass diese Qualität aktuell nicht in ein funktionierendes Kollektiv übersetzt wird. Unter Dino hatten wir viele Tore, aber auch wilde Spielverläufe und eine Defensive, bei der man fast immer mit Gegentoren rechnen musste. Unter Riera wurde versucht, Stabilität reinzubringen, aber dabei ist die Offensive nahezu komplett eingebrochen. Die Balance wurde nie gefunden.

Genau das ist für mich der Kern der ganzen Misere: Wir haben weder die frühere offensive Wucht behalten, noch eine wirklich tragfähige neue Struktur entwickelt. Und wenn eine Mannschaft nach wenigen Wochen so wirkt, als glaube sie selbst nicht mehr an den Ansatz, dann ist das kaum noch zu reparieren.

Deshalb sehe ich auch keinen großen Sinn darin, jetzt für ein oder zwei Spiele irgendeine Notlösung auf die Bank zu setzen. Wenn intern längst klar ist, dass es mit Riera nicht weitergeht, dann soll man das sauber und respektvoll lösen. Aber die Mannschaft ist jetzt genauso in der Pflicht. Die Spieler können sich nicht dauerhaft hinter Trainer, System oder Presse verstecken.

Der größere Punkt geht für mich aber über Riera hinaus. Die Eintracht muss sich grundsätzlich fragen, ob die sportliche Entwicklung noch zu den eigenen Ansprüchen passt. Beim Kader ist man in den letzten Jahren gewachsen, bei der Trainerwahl wirkt es aber oft weiterhin nach kreativer Wette. Das kann funktionieren, siehe Kovac oder Hütter. Es kann aber eben auch schiefgehen.

Nach dieser Saison muss wirklich alles auf den Tisch: Trainerprofil, Kaderstruktur, Führungsqualität, Mittelfeld, Mentalität, sportliche Leitung. Nicht aus Aktionismus, sondern weil diese Saison gezeigt hat, dass einiges nicht mehr stimmig ist.

Für mich heißt „back to the roots“ nicht, dass man nostalgisch zurückblicken soll. Es heißt: klare Struktur, klare Mentalität, klare Identität. Eine Eintracht, die wieder weiß, wofür sie steht. Genau das fehlt aktuell am meisten.

Auch ich finde es einen guten Beitrag.
Rein sportlich wird wohl die entscheidende Frage sein: Weiter mit dem stärkeren Fokus auf Ballbesitzfussball oder wird wieder mehr Konteransatz? Wenn man auf die letzten Jahre blickt, hat Ballbesitzfussball den Vorteil, dass man mehr Punkte gegen schwächere Gegner holt, während der Konteransatz stärkere Gegner eher bluten lässt und auch das Stadion mehr anzündet.

Wo wir auf jeden Fall wieder hinkommen müssen, ist dass in der Mannschaft eine bessere Leistungskultur entsteht. Ich glaube nicht, dass die Spieler faul, wenig ehrgeizig oder unprofessionell sind, aber die Stimmung hat sich schon mehr in Richtung Eigeninteresse verschoben. Glasner hat glaube ich zum Start gesagt, dass es zu seiner Zeit diesbezüglich die beste Mannschaft war, die er je trainiert hat. Ich finde übrigens, dass Hütter keine kreative Lösung war: Er war schon damals vor uns bei jeder seiner Stationen erfolgreich.

Ich sehe es sportlich übrigens nicht so dramatisch, wie viele hier. Es wird jedoch im Sommer einen großen Umbruch geben und man sollte sich der Spielidee sehr bewusst sein, um einen konsistenten Kader zu erstellen.
#
Janzer schrieb:

Wenn man auf die letzten Jahre blickt, hat Ballbesitzfussball den Vorteil, dass man mehr Punkte gegen schwächere Gegner holt, während der Konteransatz stärkere Gegner eher bluten lässt und auch das Stadion mehr anzündet.


Aber auch nicht zwangsläufig. Denn dass selbst Ballbesitzfußball nicht automatisch zu mehr Punkten gegen schwächere Gegner führt, haben wir in den letzten Monaten deutlich gesehen.

Unser größtes Problem ist - wie schon oben öfter erwähnt wurde - die fehlende Balance zwischen Offensive und Defensive. Und der Grund dafür liegt meines Erachtens im Mittelfeld. Wir haben dort praktisch keine Lufthoheit und auch zu wenig Laufbereitschaft. Am Samstag hat man erst nach der Einwechslung von Bahoya gesehen, was man als defensives Mitarbeiten der Offensive bezeichnet. Andersherum arbeitet auch unsere Defensive nur noch sehr begrenzt nach vorne mit (vermutlich aus Angst), sondern sichert den Ball, um ihn dann Pass für Pass nach vorne zu bekommen. Jeder Gegner bedankt sich für soviel Rücksicht und Zeit, sich hinten sortieren zu können.

In die gleiche Richtung geht übrigens auch dieser Käse mit den kurzen Ecken und Freistößen. Immer schön hintenrum versuchen, den Gegner auseinanderzuziehen aus Angst, man könne in einen Konter laufen, weil unsere Kopfballstärksten sich gerade im gegnerischen Strafraum aufhalten und dummerweise zum größten Teil Abwehrspieler sind.
#
Die sportliche Führung hat jetzt eine Herkulesaufgabe vor sich.....der Kader muß grundsätzlich mit einer anderen Idee verändert werden, eine Vereinsphilosophie entwickelt werden, für welchen Fußball die Eintracht steht und identifiziert werden kann und der nächste Trainerschuß sollte demgemäß auch sitzen.
Nochmals solch einen Zirkus in dem medialen Umfang, bei dem über nichts mehr anderes als den Trainer diskutiert wird, können wir uns nicht mehr leisten.
Das ist alles leichter gesagt als getan, ist aber aus meiner Sicht unabdingbar, wenn wir wieder eine Chance haben wollen, mit weitaus besserem Fußball und Ruhe im Verein in die Erfolgsspur zu kommen.
Momentan fühlt man sich an die Ohms Zeiten erinnert und das braucht nun wirklich niemand mehr....
#
cm47 schrieb:

der Kader muß grundsätzlich mit einer anderen Idee verändert werden


Ausgewogenheit, wir brauchen Ausgewogenheit!  Doch bei genauer Betrachtung haben wir die sogar im Kader, aber nicht auf dem Feld. Teilweise verletzungsbedingt, teilweise aber auch aufstellungsbedingt. Deswegen muss man hier analysieren und Teambuilding betreiben.
#
cm47 schrieb:

der Kader muß grundsätzlich mit einer anderen Idee verändert werden


Ausgewogenheit, wir brauchen Ausgewogenheit!  Doch bei genauer Betrachtung haben wir die sogar im Kader, aber nicht auf dem Feld. Teilweise verletzungsbedingt, teilweise aber auch aufstellungsbedingt. Deswegen muss man hier analysieren und Teambuilding betreiben.
#
Matzel schrieb:

Ausgewogenheit, wir brauchen Ausgewogenheit!

Das kann aber etwas dauern, bis man die sichtbar herstellen kann
Du hast ja richtigerweise nur mal Lufthoheit und Laufbereitschaft angesprochen....für das eine sind wir körperlich zu schwach und für das andere muß ein Teamgedanke neu entstehen.
Je nachdem, wie der neue Trainer tickt, wenn er einen unverstellten Blick für das Wesentliche hat, kann das gelingen.
An der miesen Paßquote muß dringend gearbeitet werden, bislang hat das keiner wirklich in den Griff bekommen.
Das alles kann man trainieren, aber dafür braucht man zum Teil auch andere Spielertypen, körperlich und mental.
Eine Einheit wächst nur zusammen, wenn man für-und miteinander arbeitet und sich damit auch eine neue Hierarchie herausbildet, die Akzeptanz hat.....das alles fehlt von hinten bis vorne.....
#
Bin ich in vielen Punkten bei dir, vor allem was die Balance angeht – das ist für mich auch das zentrale Thema aktuell.

Ich würde nur beim Ansatz ein bisschen differenzieren. Dass Ballbesitz alleine nichts bringt, haben wir gesehen – da hast du recht. Aber ich glaube nicht, dass das Problem „Ballbesitz“ ist, sondern die Art und Weise, wie wir ihn spielen. Uns fehlt die Dynamik darin. Vieles ist zu statisch, zu vorhersehbar, zu wenig vertikal. Dadurch gibst du dem Gegner genau die Zeit, die du eigentlich vermeiden willst.

Dein Punkt mit dem Mittelfeld ist für mich entscheidend. Da fehlt aktuell einfach das verbindende Element:

jemand, der Räume besetzt
der Tempo reinbringt
und der defensiv wie offensiv arbeitet

Und genau dadurch entsteht diese fehlende Balance, die du ansprichst.

Was man aber auch sieht: Es ist nicht nur eine Frage von „wer spielt“, sondern auch „wie gespielt wird“. Das defensive Absichern ist aktuell so stark im Fokus, dass viele Spieler nach vorne gar nicht mehr ins Risiko gehen. Das wirkt dann wie fehlende Laufbereitschaft, ist aber oft auch System bzw. Vorgabe.

Das Beispiel mit Bahoya passt da gut rein – sobald jemand Dynamik und Bereitschaft gegen den Ball reinbringt, wirkt das Spiel sofort anders. Und genau das fehlt über 90 Minuten.

Bei den Standards bin ich komplett bei dir. Diese kurzen Varianten sind nicht per se schlecht, aber wenn sie aus einer gewissen Grundangst heraus gespielt werden, verlierst du genau die Situationen, in denen du eigentlich gefährlich werden könntest.

Für mich läuft es am Ende auf einen Punkt hinaus:
Wir haben die Bausteine im Kader, aber sie greifen aktuell nicht ineinander.

Und genau da muss angesetzt werden – sei es über Aufstellung, klare Rollenverteilung oder über die grundsätzliche Spielidee. Ohne diese Verzahnung wirst du die Balance, die du ansprichst, auch mit einzelnen Änderungen nicht dauerhaft herstellen.
#
Ich glaube, man muss bei der ganzen Diskussion mehrere Ebenen voneinander trennen.

Sportlich ist für mich inzwischen klar: Das Experiment Riera ist gescheitert. Nicht, weil der Mann keine Ahnung von Fußball hätte, sondern weil es in dieser Konstellation einfach nicht passt. Die Mannschaft wirkt verunsichert, offensiv gehemmt, ohne klare Abläufe und ohne echte Überzeugung in dem, was sie tut. Das ist am Ende entscheidend.

Gleichzeitig sollte man aber aufpassen, wie über Riera gesprochen wird. Kritik an seiner Arbeit, seiner Kommunikation oder seiner Außenwirkung ist völlig legitim. Aber diese persönlichen Zuschreibungen und Vergleiche, die zuletzt teilweise gefallen sind, gehen mir deutlich zu weit. Man kann einen Trainer fachlich hart kritisieren, ohne ihn öffentlich zur Karikatur zu machen.

Was die Offensive betrifft: Natürlich ist Qualität vorhanden. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass dieser Kader vorne grundsätzlich nichts kann. Das Problem ist eher, dass diese Qualität aktuell nicht in ein funktionierendes Kollektiv übersetzt wird. Unter Dino hatten wir viele Tore, aber auch wilde Spielverläufe und eine Defensive, bei der man fast immer mit Gegentoren rechnen musste. Unter Riera wurde versucht, Stabilität reinzubringen, aber dabei ist die Offensive nahezu komplett eingebrochen. Die Balance wurde nie gefunden.

Genau das ist für mich der Kern der ganzen Misere: Wir haben weder die frühere offensive Wucht behalten, noch eine wirklich tragfähige neue Struktur entwickelt. Und wenn eine Mannschaft nach wenigen Wochen so wirkt, als glaube sie selbst nicht mehr an den Ansatz, dann ist das kaum noch zu reparieren.

Deshalb sehe ich auch keinen großen Sinn darin, jetzt für ein oder zwei Spiele irgendeine Notlösung auf die Bank zu setzen. Wenn intern längst klar ist, dass es mit Riera nicht weitergeht, dann soll man das sauber und respektvoll lösen. Aber die Mannschaft ist jetzt genauso in der Pflicht. Die Spieler können sich nicht dauerhaft hinter Trainer, System oder Presse verstecken.

Der größere Punkt geht für mich aber über Riera hinaus. Die Eintracht muss sich grundsätzlich fragen, ob die sportliche Entwicklung noch zu den eigenen Ansprüchen passt. Beim Kader ist man in den letzten Jahren gewachsen, bei der Trainerwahl wirkt es aber oft weiterhin nach kreativer Wette. Das kann funktionieren, siehe Kovac oder Hütter. Es kann aber eben auch schiefgehen.

Nach dieser Saison muss wirklich alles auf den Tisch: Trainerprofil, Kaderstruktur, Führungsqualität, Mittelfeld, Mentalität, sportliche Leitung. Nicht aus Aktionismus, sondern weil diese Saison gezeigt hat, dass einiges nicht mehr stimmig ist.

Für mich heißt „back to the roots“ nicht, dass man nostalgisch zurückblicken soll. Es heißt: klare Struktur, klare Mentalität, klare Identität. Eine Eintracht, die wieder weiß, wofür sie steht. Genau das fehlt aktuell am meisten.
#
anpii schrieb:

Ich glaube, man muss bei der ganzen Diskussion mehrere Ebenen voneinander trennen.

Sportlich ist für mich inzwischen klar: Das Experiment Riera ist gescheitert. Nicht, weil der Mann keine Ahnung von Fußball hätte, sondern weil es in dieser Konstellation einfach nicht passt. Die Mannschaft wirkt verunsichert, offensiv gehemmt, ohne klare Abläufe und ohne echte Überzeugung in dem, was sie tut. Das ist am Ende entscheidend.

Gleichzeitig sollte man aber aufpassen, wie über Riera gesprochen wird. Kritik an seiner Arbeit, seiner Kommunikation oder seiner Außenwirkung ist völlig legitim. Aber diese persönlichen Zuschreibungen und Vergleiche, die zuletzt teilweise gefallen sind, gehen mir deutlich zu weit. Man kann einen Trainer fachlich hart kritisieren, ohne ihn öffentlich zur Karikatur zu machen.

Was die Offensive betrifft: Natürlich ist Qualität vorhanden. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass dieser Kader vorne grundsätzlich nichts kann. Das Problem ist eher, dass diese Qualität aktuell nicht in ein funktionierendes Kollektiv übersetzt wird. Unter Dino hatten wir viele Tore, aber auch wilde Spielverläufe und eine Defensive, bei der man fast immer mit Gegentoren rechnen musste. Unter Riera wurde versucht, Stabilität reinzubringen, aber dabei ist die Offensive nahezu komplett eingebrochen. Die Balance wurde nie gefunden.

Genau das ist für mich der Kern der ganzen Misere: Wir haben weder die frühere offensive Wucht behalten, noch eine wirklich tragfähige neue Struktur entwickelt. Und wenn eine Mannschaft nach wenigen Wochen so wirkt, als glaube sie selbst nicht mehr an den Ansatz, dann ist das kaum noch zu reparieren.

Deshalb sehe ich auch keinen großen Sinn darin, jetzt für ein oder zwei Spiele irgendeine Notlösung auf die Bank zu setzen. Wenn intern längst klar ist, dass es mit Riera nicht weitergeht, dann soll man das sauber und respektvoll lösen. Aber die Mannschaft ist jetzt genauso in der Pflicht. Die Spieler können sich nicht dauerhaft hinter Trainer, System oder Presse verstecken.

Der größere Punkt geht für mich aber über Riera hinaus. Die Eintracht muss sich grundsätzlich fragen, ob die sportliche Entwicklung noch zu den eigenen Ansprüchen passt. Beim Kader ist man in den letzten Jahren gewachsen, bei der Trainerwahl wirkt es aber oft weiterhin nach kreativer Wette. Das kann funktionieren, siehe Kovac oder Hütter. Es kann aber eben auch schiefgehen.

Nach dieser Saison muss wirklich alles auf den Tisch: Trainerprofil, Kaderstruktur, Führungsqualität, Mittelfeld, Mentalität, sportliche Leitung. Nicht aus Aktionismus, sondern weil diese Saison gezeigt hat, dass einiges nicht mehr stimmig ist.

Für mich heißt „back to the roots“ nicht, dass man nostalgisch zurückblicken soll. Es heißt: klare Struktur, klare Mentalität, klare Identität. Eine Eintracht, die wieder weiß, wofür sie steht. Genau das fehlt aktuell am meisten.



Sehr guter Beitrag. Ich hoffe nur es wird so kommen. Denn ich bezweifele, das Krösche von seiner Transferstartegie abweicht oder sich ingesamt viel ändern wird. Das einzige was mir Hoffnung machte, war als Krösche letztens mal sagte, das wir noch lange keinCL-Verein sind (oder so ähnlich).
Da es uns finanziell noch gut geht, sollte man sich jetzt wirklich mal Gedanken über den Kader und auch die Leihspieler
machen, was finanziell einen Sinn ergibt und was nicht.
Denn in Zukunft wäre es wichtig, endlich mal wieder einen ausgeglichenen und passenden Kader zu haben, statt ständig Spieler zu holen, die dann nicht ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können, weil sie falsch aufgestellt werden.. Wir brauchen einen Trainer, der keine Experimente mit den Spielern macht oder ständig versuchen muss,
Spieler umzuschulen, weil das passende Personal fehlt. Sowas kann gut gehen, aber die Wahrscheinlichkeit ist
eher das es in die Hose geht. Oder einfach blind Talente zu holen , nur damit man schneller war wie die Konkurenz
ohne sich anscheinend wirklich mit den Spielern befasst zu haben. (Lisztes)
Ich halte es für sinnvoller, 1 Etage günstiger Spieler zu kaufen, die dann Ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können,
anstatt teuere Spieler zu kaufen die dann nur 50-70 Prozent liefern können, weil sie irgendwo spielen, damit sie spielen.
Wir brauchen theoretisch gar nicht so viele neue Spieler. Je nachdem was der vermutlich neue Trainer möchte.
Wir wären in der glücklichen Lage ein starke günstigere Truppe  zusammen zu bekommen, wenn man es richtig angeht.
#
Da sind viele Punkte dabei, die ich nachvollziehen kann – gerade was die Kaderzusammenstellung und die Passung angeht.

Ich würde aber bei der Transferstrategie von Markus Krösche ein bisschen vorsichtig sein. Die ist grundsätzlich ja nicht schlecht, im Gegenteil: Sie hat uns wirtschaftlich stabil gemacht und überhaupt erst in die Lage versetzt, solche Spielerprofile zu holen. Das Problem liegt für mich weniger im Was, sondern im Wie es zusammengefügt wird.

Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Spieler, die ihr Potenzial nicht abrufen können, weil sie nicht optimal eingesetzt werden. Da bin ich bei dir. Aber das ist nicht automatisch ein Fehler im Scouting, sondern oft ein Thema aus:

    1. Spielidee
    2. Rollenverteilung
    3. und Trainerprofil


Wenn diese drei Dinge nicht sauber zusammenpassen, bekommst du genau das Bild, das wir aktuell sehen: gute Einzelspieler, aber kein funktionierendes Kollektiv.

Auch beim Thema „eine Etage günstiger“ würde ich etwas relativieren. Es geht weniger um teuer oder günstig, sondern um Passung. Ein teurer Spieler, der perfekt ins System passt, bringt dir mehr als drei günstige, die du erst irgendwie einbauen musst – und andersrum genauso.

Der entscheidende Punkt für mich ist der, den du selbst ansprichst:
Erst die Spielidee, dann der Kader.

Und genau da liegt die Chance für den Sommer. Wenn man sich klar definiert, wie man spielen will, kann man auch gezielter entscheiden:

  • welche Spieler bleiben
  • welche Leihen Sinn machen
  • und wo man gezielt nachjustieren muss


Ich sehe es ähnlich wie du: Es braucht keinen kompletten Umbruch. Der Kader hat Substanz. Aber er muss endlich in eine klare Struktur gebracht werden.

Und dafür brauchst du eben genau den Trainer, der:

klare Rollen vorgibt
Spieler nicht ständig „umbauen“ muss
und aus dem vorhandenen Material ein funktionierendes System entwickelt

Wenn das gelingt, sieht dieselbe Mannschaft plötzlich ganz anders aus.
#
Bin ich in vielen Punkten bei dir, vor allem was die Balance angeht – das ist für mich auch das zentrale Thema aktuell.

Ich würde nur beim Ansatz ein bisschen differenzieren. Dass Ballbesitz alleine nichts bringt, haben wir gesehen – da hast du recht. Aber ich glaube nicht, dass das Problem „Ballbesitz“ ist, sondern die Art und Weise, wie wir ihn spielen. Uns fehlt die Dynamik darin. Vieles ist zu statisch, zu vorhersehbar, zu wenig vertikal. Dadurch gibst du dem Gegner genau die Zeit, die du eigentlich vermeiden willst.

Dein Punkt mit dem Mittelfeld ist für mich entscheidend. Da fehlt aktuell einfach das verbindende Element:

jemand, der Räume besetzt
der Tempo reinbringt
und der defensiv wie offensiv arbeitet

Und genau dadurch entsteht diese fehlende Balance, die du ansprichst.

Was man aber auch sieht: Es ist nicht nur eine Frage von „wer spielt“, sondern auch „wie gespielt wird“. Das defensive Absichern ist aktuell so stark im Fokus, dass viele Spieler nach vorne gar nicht mehr ins Risiko gehen. Das wirkt dann wie fehlende Laufbereitschaft, ist aber oft auch System bzw. Vorgabe.

Das Beispiel mit Bahoya passt da gut rein – sobald jemand Dynamik und Bereitschaft gegen den Ball reinbringt, wirkt das Spiel sofort anders. Und genau das fehlt über 90 Minuten.

Bei den Standards bin ich komplett bei dir. Diese kurzen Varianten sind nicht per se schlecht, aber wenn sie aus einer gewissen Grundangst heraus gespielt werden, verlierst du genau die Situationen, in denen du eigentlich gefährlich werden könntest.

Für mich läuft es am Ende auf einen Punkt hinaus:
Wir haben die Bausteine im Kader, aber sie greifen aktuell nicht ineinander.

Und genau da muss angesetzt werden – sei es über Aufstellung, klare Rollenverteilung oder über die grundsätzliche Spielidee. Ohne diese Verzahnung wirst du die Balance, die du ansprichst, auch mit einzelnen Änderungen nicht dauerhaft herstellen.
#
anpii schrieb:

jemand, der Räume besetzt

Genau. Das habe ich beim Thema Laufbereitschaft nicht erwähnt, ist aber ein entscheidender Punkt: Laufwege und Spiel ohne Ball. Erfolgreicher Ballbesitzfußball entsteht nämlich durch Spiel mit den und in die Räume(n) der ganzen Mannschaft und nicht durch das "Abspielen" von Positionen, wie wir es tun, und auf das sich der Gegner relativ einfach einstellen kann. Das wiederum führt dann nämlich dazu, dass nur durch die individuelle Schnelligkeit oder technische Klasse eines Spielers (z.B. Omar, Heki) Räume geschaffen werden können.
#
Da sind viele Punkte dabei, die ich nachvollziehen kann – gerade was die Kaderzusammenstellung und die Passung angeht.

Ich würde aber bei der Transferstrategie von Markus Krösche ein bisschen vorsichtig sein. Die ist grundsätzlich ja nicht schlecht, im Gegenteil: Sie hat uns wirtschaftlich stabil gemacht und überhaupt erst in die Lage versetzt, solche Spielerprofile zu holen. Das Problem liegt für mich weniger im Was, sondern im Wie es zusammengefügt wird.

Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Spieler, die ihr Potenzial nicht abrufen können, weil sie nicht optimal eingesetzt werden. Da bin ich bei dir. Aber das ist nicht automatisch ein Fehler im Scouting, sondern oft ein Thema aus:

    1. Spielidee
    2. Rollenverteilung
    3. und Trainerprofil


Wenn diese drei Dinge nicht sauber zusammenpassen, bekommst du genau das Bild, das wir aktuell sehen: gute Einzelspieler, aber kein funktionierendes Kollektiv.

Auch beim Thema „eine Etage günstiger“ würde ich etwas relativieren. Es geht weniger um teuer oder günstig, sondern um Passung. Ein teurer Spieler, der perfekt ins System passt, bringt dir mehr als drei günstige, die du erst irgendwie einbauen musst – und andersrum genauso.

Der entscheidende Punkt für mich ist der, den du selbst ansprichst:
Erst die Spielidee, dann der Kader.

Und genau da liegt die Chance für den Sommer. Wenn man sich klar definiert, wie man spielen will, kann man auch gezielter entscheiden:

  • welche Spieler bleiben
  • welche Leihen Sinn machen
  • und wo man gezielt nachjustieren muss


Ich sehe es ähnlich wie du: Es braucht keinen kompletten Umbruch. Der Kader hat Substanz. Aber er muss endlich in eine klare Struktur gebracht werden.

Und dafür brauchst du eben genau den Trainer, der:

klare Rollen vorgibt
Spieler nicht ständig „umbauen“ muss
und aus dem vorhandenen Material ein funktionierendes System entwickelt

Wenn das gelingt, sieht dieselbe Mannschaft plötzlich ganz anders aus.
#
anpii schrieb:

Es geht weniger um teuer oder günstig, sondern um Passung.


Das erinnert mich an das "fehlende Puzzleteil" Doan, das seit einem Jahr systembedingt mit Trainergewalt an eine Stelle des Bildes gesetzt werden soll, an die es nicht passt.
#
@matzel:

Genau das ist der entscheidende Punkt.
Dieses „Räume besetzen“ passiert ja nicht zufällig, sondern ist Ergebnis von klaren Abläufen und Abstimmung innerhalb der Mannschaft. Und genau da hakt es aktuell. Wir haben zu oft statische Positionen statt dynamischer Bewegungen – dadurch wird unser Ballbesitz berechenbar.
Dann bist du zwangsläufig darauf angewiesen, dass einzelne Spieler – wie es früher bei Omar oder Heki der Fall war – mit individueller Qualität Räume öffnen. Das kann funktionieren, aber es ist kein nachhaltiger Ansatz.
Und genau deshalb passt auch der Vergleich mit dem „Puzzleteil“.
Es bringt nichts, einen Spieler in ein System zu pressen, in dem seine Stärken nicht zur Geltung kommen. Dann sieht am Ende weder der Spieler gut aus noch das System funktioniert.
Für mich bestätigt das eher nochmal den Punkt:
Es geht nicht um einzelne Spieler oder ob jemand „teuer“ oder „günstig“ ist – sondern um Passung und klare Rollen.
Wenn du ein funktionierendes System hast, wirken plötzlich auch Spieler stärker, die vorher untergegangen sind. Wenn du es nicht hast, kannst du die Qualität im Kader noch so hoch schrauben – es wird trotzdem Stückwerk bleiben.
Und genau da muss angesetzt werden:
klare Abläufe, klare Rollen und ein System, das zu den Spielern passt – nicht umgekehrt.
#
@matzel:

Genau das ist der entscheidende Punkt.
Dieses „Räume besetzen“ passiert ja nicht zufällig, sondern ist Ergebnis von klaren Abläufen und Abstimmung innerhalb der Mannschaft. Und genau da hakt es aktuell. Wir haben zu oft statische Positionen statt dynamischer Bewegungen – dadurch wird unser Ballbesitz berechenbar.
Dann bist du zwangsläufig darauf angewiesen, dass einzelne Spieler – wie es früher bei Omar oder Heki der Fall war – mit individueller Qualität Räume öffnen. Das kann funktionieren, aber es ist kein nachhaltiger Ansatz.
Und genau deshalb passt auch der Vergleich mit dem „Puzzleteil“.
Es bringt nichts, einen Spieler in ein System zu pressen, in dem seine Stärken nicht zur Geltung kommen. Dann sieht am Ende weder der Spieler gut aus noch das System funktioniert.
Für mich bestätigt das eher nochmal den Punkt:
Es geht nicht um einzelne Spieler oder ob jemand „teuer“ oder „günstig“ ist – sondern um Passung und klare Rollen.
Wenn du ein funktionierendes System hast, wirken plötzlich auch Spieler stärker, die vorher untergegangen sind. Wenn du es nicht hast, kannst du die Qualität im Kader noch so hoch schrauben – es wird trotzdem Stückwerk bleiben.
Und genau da muss angesetzt werden:
klare Abläufe, klare Rollen und ein System, das zu den Spielern passt – nicht umgekehrt.
#
anpii schrieb:

Wenn du ein funktionierendes System hast, wirken plötzlich auch Spieler stärker, die vorher untergegangen sind.

Was wir ja bei uns auch schon häufiger gesehen haben. Ich kann heute noch darüber schmunzeln, dass ein Bastian Oczipka von der Presse in die Nationalmannschaft geschrieben wurde, oder auch der Erdbeerpflücker Ochs auf der anderen Seite des Spielfeldes. Das waren die klassischen "Mitläufer", die in einer als solche zu bezeichnenden Mannschaft auf ihrer Position überperformen konnten, obwohl sie meilenweit davon entfernt waren, Unterschiedsspieler zu sein.
#
anpii schrieb:

Wenn du ein funktionierendes System hast, wirken plötzlich auch Spieler stärker, die vorher untergegangen sind.

Was wir ja bei uns auch schon häufiger gesehen haben. Ich kann heute noch darüber schmunzeln, dass ein Bastian Oczipka von der Presse in die Nationalmannschaft geschrieben wurde, oder auch der Erdbeerpflücker Ochs auf der anderen Seite des Spielfeldes. Das waren die klassischen "Mitläufer", die in einer als solche zu bezeichnenden Mannschaft auf ihrer Position überperformen konnten, obwohl sie meilenweit davon entfernt waren, Unterschiedsspieler zu sein.
#
Matzel schrieb:

anpii schrieb:

Wenn du ein funktionierendes System hast, wirken plötzlich auch Spieler stärker, die vorher untergegangen sind.

Was wir ja bei uns auch schon häufiger gesehen haben. Ich kann heute noch darüber schmunzeln, dass ein Bastian Oczipka von der Presse in die Nationalmannschaft geschrieben wurde, oder auch der Erdbeerpflücker Ochs auf der anderen Seite des Spielfeldes. Das waren die klassischen "Mitläufer", die in einer als solche zu bezeichnenden Mannschaft auf ihrer Position überperformen konnten, obwohl sie meilenweit davon entfernt waren, Unterschiedsspieler zu sein.

Genau das meine ich.
Die Beispiele passen perfekt, weil sie zeigen, dass es eben nicht immer nur um „individuelle Topqualität“ geht, sondern darum, wie gut ein Spieler in ein funktionierendes Gefüge eingebunden ist.
Spieler wie Oczipka oder auch Ochs waren sicher keine klassischen Unterschiedsspieler – aber in einem klaren System mit festen Abläufen haben sie genau das gebracht, was die Mannschaft gebraucht hat. Und dadurch wirkten sie am Ende stärker, als man es ihnen individuell vielleicht zugetraut hätte.
Und genau da sind wir wieder beim eigentlichen Punkt:
Ein funktionierendes System hebt das Niveau der gesamten Mannschaft an.
Aktuell ist es bei uns eher umgekehrt. Da hast du Spieler mit Qualität, die aber nicht konstant in Szenen kommen, in denen sie ihre Stärken ausspielen können. Dann wirkt das schnell nach „Formproblem“ oder „fehlender Leistung“, obwohl es oft ein strukturelles Thema ist.
Deshalb finde ich diesen Gedanken so wichtig:
Es geht weniger darum, immer bessere Einzelspieler zu holen, sondern darum, ein System zu schaffen, in dem vorhandene Spieler ihr Potenzial auch wirklich abrufen können.
Wenn das passt, hast du automatisch wieder mehr Konstanz – und genau die fehlt uns aktuell.
#
Ich finde Eure Auslassungen hier wirklich gut und zielführend. Eine Art Fußballmanagement für Anfänger. Gern weiterso.

Nachdem das hier der AR thread ist möchte ich aber noch einen Punkt anmerken, der bei all dem System noch fehlt.

Das sind Mentalität, Teamfähigkeit und zwischenmenschliche Faktoren.
Wir brauchen mehr Ehrgeiz, Einsatzfreude und clutch players, die unter Druck performen.
Die Spieler müssen sich auch integrieren wollen.
Die Spieler sollten miteinander auskommen.

Bei aller Kompetenz von MK kann er hier auch mal denebenliegen. Spieler auf Bestellung kann er dann schon organisieren, wie inverse Flügel (Jupp, Bahoya). Wie sie in den Softfacts abschneiden, kann man aber nicht voll vorhersagen.
#
Die Stimmen das AR gehen soll/muss werden ja immer lauter.
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und stelle folgende These in den Raum!

Wenn AR geht, wird auch Krösche gehen müssen. Der ist immerhin dafür verantwortlich das AR geholt wurde.
Man hat einen Trainer der Ballbesitz Fußball spielen sollte/wollte, durch einen Trainer ersetzt der was spielen will? Genau - Ballbesitz!
Und das mit einer Mannschaft die genau was nichts spielen kann?
Genau - Ballbesitz!
Dazu die Vertragsverlängerung von Mario Götze, der unter AR dann aber keine Beachtung findet.
Mir sind das zu viele dinge auf einmal die nicht dafür sprechen das sich hier was verändern wird, wenn man nicht von oben nach unten anfängt aufzuräumen!
#
Die Stimmen das AR gehen soll/muss werden ja immer lauter.
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und stelle folgende These in den Raum!

Wenn AR geht, wird auch Krösche gehen müssen. Der ist immerhin dafür verantwortlich das AR geholt wurde.
Man hat einen Trainer der Ballbesitz Fußball spielen sollte/wollte, durch einen Trainer ersetzt der was spielen will? Genau - Ballbesitz!
Und das mit einer Mannschaft die genau was nichts spielen kann?
Genau - Ballbesitz!
Dazu die Vertragsverlängerung von Mario Götze, der unter AR dann aber keine Beachtung findet.
Mir sind das zu viele dinge auf einmal die nicht dafür sprechen das sich hier was verändern wird, wenn man nicht von oben nach unten anfängt aufzuräumen!
#
Gabba Gabba Hey schrieb:

Wenn AR geht, wird auch Krösche gehen müssen


nein, Krösche wird noch ausreichend Kredit beim Aufsichtsrat haben und bleiben, was ich gut finde
#
Spannende Punkte von euch beiden, weil ihr zwei Ebenen anspricht, die oft durcheinandergeworfen werden: einmal das Thema Spielstruktur – und auf der anderen Seite Mentalität und Zusammenhalt.
Zum ersten Beitrag:
Die sogenannten „Soft Factors“ wie Einsatz, Teamdynamik und Mentalität sind ohne Frage wichtig. Aber aus Trainersicht entwickeln sich diese Dinge selten isoliert. Sie hängen stark davon ab, ob auf dem Platz Klarheit herrscht. Wenn Spieler genau wissen, was ihre Aufgabe ist, wie die Abläufe aussehen und welche Räume sie besetzen müssen, dann kommt Intensität oft ganz automatisch dazu.
Fehlt diese Orientierung, wirkt es schnell wie mangelnder Wille – tatsächlich ist es aber häufig eher Unsicherheit oder fehlende Abstimmung.
Zum zweiten Beitrag:
Die These, dass mit Albert Riera automatisch auch Markus Krösche gehen müsste, greift für mich zu kurz.
Ein Trainerwechsel gehört im Fußballgeschäft dazu und ist kein Automatismus dafür, die sportliche Leitung gleich mit infrage zu stellen. Entscheidend ist vielmehr, ob die übergeordnete Linie noch stimmt – und die hat in den letzten Jahren insgesamt mehr richtig als falsch gemacht.
Wo ich eher ansetzen würde, ist bei der Frage, ob Kader und Spielidee wirklich zusammenpassen.
Wenn du Ballbesitzfußball spielen willst, brauchst du im Zentrum Spieler, die das Spiel verbinden, Tempo variieren und unter Druck Lösungen finden. Genau da sehe ich aktuell die größte Lücke.
Auch das Beispiel Mario Götze passt dazu: In einem klar strukturierten System kann er enorm wertvoll sein. Wenn diese Struktur fehlt, taucht er im Spiel schnell ab – was dann aber weniger am Spieler liegt als am Umfeld.
Für mich ergibt sich daraus folgendes Gesamtbild:
Die mannschaftliche Geschlossenheit leidet aktuell eher unter fehlender Klarheit als unter fehlendem Willen
Die größeren Baustellen liegen im System und in der Abstimmung
und ein möglicher Trainerwechsel ist kein Beleg dafür, dass die sportliche Führung insgesamt versagt hat
Am Ende läuft alles auf eine Kernfrage hinaus:
Welche Spielidee will man konsequent verfolgen – und wird der Kader darauf abgestimmt?
Wenn diese Frage sauber beantwortet wird, klären sich viele der aktuellen Diskussionen von selbst.
#
Die Stimmen das AR gehen soll/muss werden ja immer lauter.
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und stelle folgende These in den Raum!

Wenn AR geht, wird auch Krösche gehen müssen. Der ist immerhin dafür verantwortlich das AR geholt wurde.
Man hat einen Trainer der Ballbesitz Fußball spielen sollte/wollte, durch einen Trainer ersetzt der was spielen will? Genau - Ballbesitz!
Und das mit einer Mannschaft die genau was nichts spielen kann?
Genau - Ballbesitz!
Dazu die Vertragsverlängerung von Mario Götze, der unter AR dann aber keine Beachtung findet.
Mir sind das zu viele dinge auf einmal die nicht dafür sprechen das sich hier was verändern wird, wenn man nicht von oben nach unten anfängt aufzuräumen!
#
Nein, Albert Riera hat hier bei Eintracht Frankfurt praktisch nichts erreicht, aber in unfassbarer Geschwindigkeit ne Menge in die Grütze gesetzt. Krösche, und ich bin nun wirklich kein großer Fan von ihm, hat eine ganze Menge erreicht. Die großen Erfolge haben so manches übertüncht und er wurde sehr lange sehr unkritisch betrachtet, ja.
Aber auch wenn der Fehler jemanden wie Riera zu holen sehr schwerwiegend war, es ist absurd die Zukunft Krösches primär mit dem Weggang Riera zu verknüpfen.
#
Spannende Punkte von euch beiden, weil ihr zwei Ebenen anspricht, die oft durcheinandergeworfen werden: einmal das Thema Spielstruktur – und auf der anderen Seite Mentalität und Zusammenhalt.
Zum ersten Beitrag:
Die sogenannten „Soft Factors“ wie Einsatz, Teamdynamik und Mentalität sind ohne Frage wichtig. Aber aus Trainersicht entwickeln sich diese Dinge selten isoliert. Sie hängen stark davon ab, ob auf dem Platz Klarheit herrscht. Wenn Spieler genau wissen, was ihre Aufgabe ist, wie die Abläufe aussehen und welche Räume sie besetzen müssen, dann kommt Intensität oft ganz automatisch dazu.
Fehlt diese Orientierung, wirkt es schnell wie mangelnder Wille – tatsächlich ist es aber häufig eher Unsicherheit oder fehlende Abstimmung.
Zum zweiten Beitrag:
Die These, dass mit Albert Riera automatisch auch Markus Krösche gehen müsste, greift für mich zu kurz.
Ein Trainerwechsel gehört im Fußballgeschäft dazu und ist kein Automatismus dafür, die sportliche Leitung gleich mit infrage zu stellen. Entscheidend ist vielmehr, ob die übergeordnete Linie noch stimmt – und die hat in den letzten Jahren insgesamt mehr richtig als falsch gemacht.
Wo ich eher ansetzen würde, ist bei der Frage, ob Kader und Spielidee wirklich zusammenpassen.
Wenn du Ballbesitzfußball spielen willst, brauchst du im Zentrum Spieler, die das Spiel verbinden, Tempo variieren und unter Druck Lösungen finden. Genau da sehe ich aktuell die größte Lücke.
Auch das Beispiel Mario Götze passt dazu: In einem klar strukturierten System kann er enorm wertvoll sein. Wenn diese Struktur fehlt, taucht er im Spiel schnell ab – was dann aber weniger am Spieler liegt als am Umfeld.
Für mich ergibt sich daraus folgendes Gesamtbild:
Die mannschaftliche Geschlossenheit leidet aktuell eher unter fehlender Klarheit als unter fehlendem Willen
Die größeren Baustellen liegen im System und in der Abstimmung
und ein möglicher Trainerwechsel ist kein Beleg dafür, dass die sportliche Führung insgesamt versagt hat
Am Ende läuft alles auf eine Kernfrage hinaus:
Welche Spielidee will man konsequent verfolgen – und wird der Kader darauf abgestimmt?
Wenn diese Frage sauber beantwortet wird, klären sich viele der aktuellen Diskussionen von selbst.
#
anpii schrieb:

Die sogenannten „Soft Factors“ wie Einsatz, Teamdynamik und Mentalität sind ohne Frage wichtig. Aber aus Trainersicht entwickeln sich diese Dinge selten isoliert. Sie hängen stark davon ab, ob auf dem Platz Klarheit herrscht. Wenn Spieler genau wissen, was ihre Aufgabe ist, wie die Abläufe aussehen und welche Räume sie besetzen müssen, dann kommt Intensität oft ganz automatisch dazu.
Fehlt diese Orientierung, wirkt es schnell wie mangelnder Wille – tatsächlich ist es aber häufig eher Unsicherheit oder fehlende Abstimmung.

Ich denke, wir liegen hier gar nicht soweit auseinander.
Meine Sicht war mehr auf die Execution gerichtet. Die Umsetzung eines Systems unter Druck machen eben mansche Spieler besser als andere und ohne Bereitschaft, sich einem System hinzugeben, kommt es nicht zu der von Dir beschriebenen Entwicklung.
Es ging mir auch nur darum, daß Ergänzungen des Kaders eben nicht nur entsprechend spielen können sollten, sondern auch mehr bei der Wahl auf diese versteckten Eigenschaften geachtet werden muß.

Die Bazies spielen dieses Jahr so dominant, weil System und Anleitung passen, was aber eben multipliziert wird, weil das Team durch die Bank einen Mindestlevel in allen relevanten Kategorien erfüllt.
#
Gabba Gabba Hey schrieb:

Wenn AR geht, wird auch Krösche gehen müssen


nein, Krösche wird noch ausreichend Kredit beim Aufsichtsrat haben und bleiben, was ich gut finde
#
Tafelberg schrieb:

Gabba Gabba Hey schrieb:

Wenn AR geht, wird auch Krösche gehen müssen


nein, Krösche wird noch ausreichend Kredit beim Aufsichtsrat haben und bleiben, was ich gut finde


Ich bin mir auch zu 98 % sicher das Krösche bleiben wird. Schließlich will man angeblich aus Panik unnötig seinen Vertrag verlängern.
Ob das gut ist, das er bleiben wird muss man abwarten.
Mein Bauchgefühl sagt eher nein, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
#
P.S. sollte Krösche neben Riera auch gehen wird wohl auch Hardung gehen müssen.
#
anpii schrieb:

Die sogenannten „Soft Factors“ wie Einsatz, Teamdynamik und Mentalität sind ohne Frage wichtig. Aber aus Trainersicht entwickeln sich diese Dinge selten isoliert. Sie hängen stark davon ab, ob auf dem Platz Klarheit herrscht. Wenn Spieler genau wissen, was ihre Aufgabe ist, wie die Abläufe aussehen und welche Räume sie besetzen müssen, dann kommt Intensität oft ganz automatisch dazu.
Fehlt diese Orientierung, wirkt es schnell wie mangelnder Wille – tatsächlich ist es aber häufig eher Unsicherheit oder fehlende Abstimmung.

Ich denke, wir liegen hier gar nicht soweit auseinander.
Meine Sicht war mehr auf die Execution gerichtet. Die Umsetzung eines Systems unter Druck machen eben mansche Spieler besser als andere und ohne Bereitschaft, sich einem System hinzugeben, kommt es nicht zu der von Dir beschriebenen Entwicklung.
Es ging mir auch nur darum, daß Ergänzungen des Kaders eben nicht nur entsprechend spielen können sollten, sondern auch mehr bei der Wahl auf diese versteckten Eigenschaften geachtet werden muß.

Die Bazies spielen dieses Jahr so dominant, weil System und Anleitung passen, was aber eben multipliziert wird, weil das Team durch die Bank einen Mindestlevel in allen relevanten Kategorien erfüllt.
#
Abseitsfäller schrieb:

anpii schrieb:

Die sogenannten „Soft Factors“ wie Einsatz, Teamdynamik und Mentalität sind ohne Frage wichtig. Aber aus Trainersicht entwickeln sich diese Dinge selten isoliert. Sie hängen stark davon ab, ob auf dem Platz Klarheit herrscht. Wenn Spieler genau wissen, was ihre Aufgabe ist, wie die Abläufe aussehen und welche Räume sie besetzen müssen, dann kommt Intensität oft ganz automatisch dazu.
Fehlt diese Orientierung, wirkt es schnell wie mangelnder Wille – tatsächlich ist es aber häufig eher Unsicherheit oder fehlende Abstimmung.

Ich denke, wir liegen hier gar nicht soweit auseinander.
Meine Sicht war mehr auf die Execution gerichtet. Die Umsetzung eines Systems unter Druck machen eben mansche Spieler besser als andere und ohne Bereitschaft, sich einem System hinzugeben, kommt es nicht zu der von Dir beschriebenen Entwicklung.
Es ging mir auch nur darum, daß Ergänzungen des Kaders eben nicht nur entsprechend spielen können sollten, sondern auch mehr bei der Wahl auf diese versteckten Eigenschaften geachtet werden muß.

Die Bazies spielen dieses Jahr so dominant, weil System und Anleitung passen, was aber eben multipliziert wird, weil das Team durch die Bank einen Mindestlevel in allen relevanten Kategorien erfüllt.

Da sind wir tatsächlich gar nicht so weit auseinander.
Dein Punkt mit der Execution ist absolut richtig – am Ende entscheidet sich alles unter Druck. Ein System kann noch so sauber gedacht sein, wenn die Spieler es in den entscheidenden Momenten nicht umsetzen, bringt dir das nichts.
Ich würde nur ergänzen, dass Execution und Struktur sich gegenseitig bedingen.
Spieler setzen Dinge unter Druck dann gut um, wenn sie sie verinnerlicht haben – und das passiert nur, wenn Abläufe klar, wiederholbar und verständlich sind.
Gerade diese „versteckten Eigenschaften“, die du ansprichst – also Dinge wie Spielintelligenz, Entscheidungsverhalten, Bereitschaft, sich in ein Kollektiv einzufügen – sind extrem schwer zu scouten, aber am Ende oft entscheidender als reine Technik oder Athletik.
Das ist aus Trainersicht auch der Knackpunkt:
Du brauchst nicht nur Spieler, die etwas können, sondern Spieler, die etwas umsetzen wollen und können, wenn es darauf ankommt.
Und genau da passt auch dein Bayern-Beispiel:
Die haben nicht nur Qualität, sondern ein durchgängiges Mindestniveau in Entscheidungsfindung, Intensität und Systemtreue. Dadurch entsteht diese Konstanz, die dann wie Dominanz wirkt.
Bei uns hast du diese Ausschläge deutlich stärker – nach oben wie nach unten.
Und das spricht eher für ein Thema aus Zusammenspiel, Klarheit und Profil im Kader als für ein reines Qualitätsproblem.


Teilen