Da muss ich mich dann in Sachen Gewaltverzicht doch korrigieren: Das braune Pack sollte jede anständige Kurve selbstständig aus dem Block prügeln. Das haben wir früher so gemacht, das wird in Frankfurt heute noch so gemacht. Und da bin ich stolz drauf. (Zitat aus dem 11-Freunde-Interview)
Ich bin bisher in meinem Privatleben immer so vorgegangen und habe nicht vor das zu ändern: Wird in meiner Gegenwart irgendetwas derartiges von sich gegeben, gibt es erst ne deutliche verbale Zurechtweisung, dann ne verbale Schelle und dann ne echte. Es gibt Leute, mit denen lohnt diskutieren nicht, diese Kategorie gehört definitiv dazu.
Da ich beruflich viel mit SchülerInnen zu tun habe, sieht es in diesem Bereich anders aus. Leider ist 'Jude' dort mittlerweile ein geflügeltes Wort und geht ebenso schnell von den Lippen wie alle anderen gängigen Schimpfworte, oft ohne wirklich zu wissen, was ein Jude überhaupt ist. Shit, die Meisten wissen nichtmal, dass es eine Religion ist.
Das Pack muss man nicht aus der Kurve prügeln. Das muss man der Justiz zuführen und die sollen ihre Arbeit machen. Selbstjustiz ist immer falsch, auch wenn es mir egal wäre, wenn sowas verreckt in einer Ecke liegen würde. Wer will denn die Maßstäbe setzen, für was Selbsjustiz legitim ist? Dafür haben wir die Polizei und Gerichte!
Und es ist immer noch erbärmlich, dass ein Repräsentant eines großen Vereins wie Eintracht Frankfurt so einen Unsinn von sich gibt!
Im Berliner "Tagesspiegel" ist heute ein großer Artikel zum Thema, in Zusammenhang mit dem Engagement von "11 Freunde" gegen Rassismus. Alle Beteiligten sollten schon ein Auge darauf haben. Keine Selbstjustiz, aber klare Stellungnahme und in diesem Fall auch durchaus Hilfe bei der Identifikation.
steps82 schrieb: Ich würde eher sagen, das egal was für eine Beleidigung es ist, diese im Sport nichts zu suchen haben. Ob es die Mütter von Spielern sind, Hautfarben, Religionen, Fehlgeburten oder was auch immer.
Genau so sehe ich dass auch,diese Dinge haben wirklich nichts beim Sport zu suchen.
Beleidigungen im Stadion gehören für mich genauso dazu wie Bier und Worscht.
"Du elendige Pussy " ist meine Lieblingsbeleidigung für einen gegnerischen Spieler. ,-)
Darf aber auch derber sein ,-)
Es gibt aber Grenzen!
Rassistisch und antisemitische Beleidigungen sind inakzeptabel. Solche Mitglieder wollen wir nicht!
Als Fanclubpräsi habe ich schon vor über 10 Jahre dieses in die Clubregeln eingefügt. Passiert es trotzdem gibt es ein klärendes Gespräch das mit dem sofortigen Rauswurf enden kann.
Wir hatten im Club vor ein paar Wochen mit einem jüngeren Mitglied genau so einen Vorfall.
Beim Spiel in Israel das wir in der vollen Stammkneipe verfolgten rief er auf einmal "scheiß Juden" Er ist absolut kein Antisemit, schaltet aber während des Spiels des öfteren das Hirn aus und hatte gar keinen Schimmer was er da veranstaltet.
Ich habe ihn mir sofort geschnappt und dermaßen zusammengefaltet. Die abschließende Ansage "Wenn ich auch nur einmal noch so etwas höre ist er raus" hat ihn ziemlich geschockt und zum denken animiert.
Er hat dann noch einen Vortrag zur unserer Vereinsgeschichte lauschen müssen und sich Reumütig entschuldigt.
Das er die Gegner trotzdem beleidigen darf wenn es ihm danach ist wurde aber auch klargestellt.
Beleidigungen die für alle Weltbürger gleich sind, darf man dem Gegner! schon an den Kopp schmeißen.(zumal er es eh nicht hört)
So wie ich unsere offiziellen Eintracht Fanclubs einschätze wird dies sicherlich in der Mehrzahl auch bei allen so gehandhabt.
Wir haben da schon eine ganz gute Szene und sind gegen diese Einflüsse gewappnet. Die Rechten haben bei uns keine Chance sich breit zumachen.
Da bin ich mir 100% sicher!
Natürlich gibt es bei so einer Masse immer ein paar Schmutzbuckel die wirklich Rassistisch und antisemitisch sind, das kann man leider nicht verhindern.
Wie der einzelne darauf reagiert dafür gibt es kein Patentrezept.
Würden solche Pisser in meiner Nähe oder in unserem Block so etwas abziehen könnte ich meinen Mund nicht halten.
Hätte ich die Szene mit dem älteren Mann mitbekommen wäre ich verbal und wenn nötig auch körperlich dazwischen gegangen.
Beschimpfung für gegnerische Spieler: Du Diego (so ziemlich das übelste was man außer rassistischen Beleidigungen zurufen kann) Und für den Schiri: Du Hoyzer - versteht sich ja von selbst.
Vor mehr als 25 Jahren hatte ich bei meinem damaligen Arbeitgeber, einer in Frankfurt ansässigen Bank, jüdische Kundschaft. Es waren sehr engagierte Menschen, oft die ersten Kunden, die nach einer Zinssenkung der Bundesbank nach einer Zinssenkung für ihren Dispokredit nachfragten. Und sie waren zum Teil gläubig, hatten Samstags ihren Sabbat.
In meiner Kundenkartei hatte ich weitere jüdische Kundschaft, die ich nie zu sehen bekam, ein Ehepaar aus der Hanauer Gegend. Ihnen war ein Kontokorrentkredit vor vielen Jahren eingeräumt worden, er war lange nicht mehr in Anspruch genommen und bestand aber zu meiner Zeit immer noch. Als "Verwendungszweck" stand auf der Karteikarte geschrieben: "Vorfinanzierung von Arztkosten für die Folgen eines KZ-Aufenthaltes". Immer, wenn ich diese Karteikarte in meinem Karteikasten sah, dachte ich darüber nach, was diese Menschen alles mitgemacht und alles gesehen haben mussten...
Ich habe Begegnungen mit jüdischen Menschen gehabt, die mir in Erinnerung bleiben. Ich denke gerne an diese Menschen zurück. Ein entsprechendes Schimpfwort zu gebrauchen, käme mir deshalb nie in den Sinn.
Und ich muss wieder an den jungen Mann denken in der Straßenbahn, nach unserem Heimspiel gegen Makkabi Tel Aviv. Er hatte eine hellblaue Trainingsjacke an, die Farbe der jüdischen Sportbewegung Makkabi, es gibt ja auch hier in Frankfurt einen solchen Verein, und darunter trug er ein Eintracht-Trikot. ich bin froh darüber, dass unsere Eintracht einmal gegen Makkabi Tel Aviv spielen durfte.
sotirios005 schrieb: Vor mehr als 25 Jahren hatte ich bei meinem damaligen Arbeitgeber, einer in Frankfurt ansässigen Bank, jüdische Kundschaft. Es waren sehr engagierte Menschen, oft die ersten Kunden, die nach einer Zinssenkung der Bundesbank nach einer Zinssenkung für ihren Dispokredit nachfragten. Und sie waren zum Teil gläubig, hatten Samstags ihren Sabbat.
In meiner Kundenkartei hatte ich weitere jüdische Kundschaft, die ich nie zu sehen bekam, ein Ehepaar aus der Hanauer Gegend. Ihnen war ein Kontokorrentkredit vor vielen Jahren eingeräumt worden, er war lange nicht mehr in Anspruch genommen und bestand aber zu meiner Zeit immer noch. Als "Verwendungszweck" stand auf der Karteikarte geschrieben: "Vorfinanzierung von Arztkosten für die Folgen eines KZ-Aufenthaltes". Immer, wenn ich diese Karteikarte in meinem Karteikasten sah, dachte ich darüber nach, was diese Menschen alles mitgemacht und alles gesehen haben mussten...
Ich habe Begegnungen mit jüdischen Menschen gehabt, die mir in Erinnerung bleiben. Ich denke gerne an diese Menschen zurück. Ein entsprechendes Schimpfwort zu gebrauchen, käme mir deshalb nie in den Sinn.
Und ich muss wieder an den jungen Mann denken in der Straßenbahn, nach unserem Heimspiel gegen Makkabi Tel Aviv. Er hatte eine hellblaue Trainingsjacke an, die Farbe der jüdischen Sportbewegung Makkabi, es gibt ja auch hier in Frankfurt einen solchen Verein, und darunter trug er ein Eintracht-Trikot. ich bin froh darüber, dass unsere Eintracht einmal gegen Makkabi Tel Aviv spielen durfte.
Das geht mir sehr unter die Haut! Dazu noch der Reisebericht von "Beverungen" mit seiner eindrucksvollen Schilderung über den Besuch in Yad Vashem... Ich hoffe ich finde den Mut immer zu widersprechen...
sotirios005 schrieb: Vor mehr als 25 Jahren hatte ich bei meinem damaligen Arbeitgeber, einer in Frankfurt ansässigen Bank, jüdische Kundschaft. Es waren sehr engagierte Menschen, oft die ersten Kunden, die nach einer Zinssenkung der Bundesbank nach einer Zinssenkung für ihren Dispokredit nachfragten. Und sie waren zum Teil gläubig, hatten Samstags ihren Sabbat.
In meiner Kundenkartei hatte ich weitere jüdische Kundschaft, die ich nie zu sehen bekam, ein Ehepaar aus der Hanauer Gegend. Ihnen war ein Kontokorrentkredit vor vielen Jahren eingeräumt worden, er war lange nicht mehr in Anspruch genommen und bestand aber zu meiner Zeit immer noch. Als "Verwendungszweck" stand auf der Karteikarte geschrieben: "Vorfinanzierung von Arztkosten für die Folgen eines KZ-Aufenthaltes". Immer, wenn ich diese Karteikarte in meinem Karteikasten sah, dachte ich darüber nach, was diese Menschen alles mitgemacht und alles gesehen haben mussten...
Ich habe Begegnungen mit jüdischen Menschen gehabt, die mir in Erinnerung bleiben. Ich denke gerne an diese Menschen zurück. Ein entsprechendes Schimpfwort zu gebrauchen, käme mir deshalb nie in den Sinn.
Und ich muss wieder an den jungen Mann denken in der Straßenbahn, nach unserem Heimspiel gegen Makkabi Tel Aviv. Er hatte eine hellblaue Trainingsjacke an, die Farbe der jüdischen Sportbewegung Makkabi, es gibt ja auch hier in Frankfurt einen solchen Verein, und darunter trug er ein Eintracht-Trikot. ich bin froh darüber, dass unsere Eintracht einmal gegen Makkabi Tel Aviv spielen durfte.
Das geht mir sehr unter die Haut! Dazu noch der Reisebericht von "Beverungen" mit seiner eindrucksvollen Schilderung über den Besuch in Yad Vashem... Ich hoffe ich finde den Mut immer zu widersprechen...
.. Wie gesagt: mir ist klar, dass gerade außen viele Leute standen, die nicht oft so auswärts fahren, aber die Anzahl total besoffener Mittzwanziger, die mit Bauchtasche, "Jude"- und Heil-Rufen nach dem "Sieg"-Schlachtruf in Kombination mit dem obligatorischen bösem Blick an den Blockrändern taumelten, hat mich etwas erschüttert. Und auch, dass keine Notwendigkeit gesehen wurde, da mal zu intervenieren....
Tommy
Hallo Tommy,
Ohne jetzt hier alles durchzulesen, finde ich deinen Beitrag gut. Auch die Tatsache dass du diese Thematik hier offen ansprichst ist ein Lob wert. Dennoch frage ich mich folgendes:
So wie du die Situation schilderst warst du wohl direkt daneben gestanden. Hast du denn interveniert?
Falls nicht, ging es dir vermutlich wie vielen anderen auch, sich drüber ärgern, einen Artikel ins Forum stellen, aber selber nichts unternehmen oder sagen.
Oder habe ich hier etwas falsch verstanden und du hättest dir gerne Unterstützung gewünscht bei deinem Tatkräftigen Vorgehen gegen den Querulanten?
Die christliche Religion entstand im 1. Jhd. im Land Judäa, am östlichen Rand des Mittelmeeres. Zu diesem Zeitpunkt wurde der gesamte Raum um das Mittelmeer von den Römern beherrscht. Kaiser Augustus hatte auch Judäa und das jüdische Volk unterworfen. Die Römer zogen viele Steuern und Waren des Landes nach Rom ab. Trotz des Friedens, der nun herrschte, waren die meisten Menschen unzufrieden und viele Juden sehnten sich nach einem Retter, einem Messias*, der dem jüdischen Volk Freiheit und wirklichen Frieden bringen solle. Jesus von Nazareth sorgte für Aufsehen in Judäa. Nach seinem Tod behauptete eine zunächst kleine Gruppe von Juden, dass dieser Mann der von Gott geschickte Messias sei. So entwickelte sich das Christentum aus dem Judentum heraus und ist heute eine eigenständige Religion.
Teil 1
Anm. der Red) In Anbetracht solcher Vorkommnisse und der Geschichte soll sich doch manch einer Fragen, ob er sich nicht selbst ins Fleisch schneidet und als Christ bezeichnen darf?
"Jude" als Beleidigung - sowas Hohles kommt doch sonst nur aus O**enbach.
Generell denke ich (habe ich auch schon öfters miterlebt), rutscht einem aus der Emotion (ist bestimmt vielen schon einmal passiert, egal ob jetzt im Stadion oder etwaigen Alltagssituationen) schon mal das ein oder andere raus, was man schon wenige Momente später bereut gesagt zu haben.
Wenn es sich allerdings wirklich so zutragen hat, wie du im Eröffnungsbeitrag geschrieben hast, ist das wirklich mehr als beschämend. Mit dem Intervenieren ist so eine Sache (guter Vergleich hierzu auch die Aktionen am Gleisdreieck und den Gästefans). Ist halt leichter gesagt als getan.
RevierMarkierer schrieb: Mit dem Intervenieren ist so eine Sache (guter Vergleich hierzu auch die Aktionen am Gleisdreieck und den Gästefans). Ist halt leichter gesagt als getan.
Im hier genannten Beispiel wäre es wahrscheinlich für einen einzelnen auch ungesund gewesen. Eine Horde besoffener Nazis reizt man besser nicht. Zumal sich das Pack eh nur als großer Haufen Scheiße mutig und stark fühlt. Triffst Du ein einzelnes Stück dieser Scheiße ist es ganz klein mit Hut.
Merke: Einzelscheiße hat mehr Angst als Vaterlandsliebe (und die scheint ja bei deren Fremdenphobie nicht gerade klein zu sein) und ein Haufen Scheiße ist so mutig, dass man es sogar mit 2 oder 3 schwächeren auf einmal aufnehmen kann.
Da muss ich mich dann in Sachen Gewaltverzicht doch korrigieren: Das braune Pack sollte jede anständige Kurve selbstständig aus dem Block prügeln. Das haben wir früher so gemacht, das wird in Frankfurt heute noch so gemacht. Und da bin ich stolz drauf.
(Zitat aus dem 11-Freunde-Interview)
Ich bin bisher in meinem Privatleben immer so vorgegangen und habe nicht vor das zu ändern: Wird in meiner Gegenwart irgendetwas derartiges von sich gegeben, gibt es erst ne deutliche verbale Zurechtweisung, dann ne verbale Schelle und dann ne echte. Es gibt Leute, mit denen lohnt diskutieren nicht, diese Kategorie gehört definitiv dazu.
Da ich beruflich viel mit SchülerInnen zu tun habe, sieht es in diesem Bereich anders aus. Leider ist 'Jude' dort mittlerweile ein geflügeltes Wort und geht ebenso schnell von den Lippen wie alle anderen gängigen Schimpfworte, oft ohne wirklich zu wissen, was ein Jude überhaupt ist. Shit, die Meisten wissen nichtmal, dass es eine Religion ist.
Selbstjustiz ist immer falsch, auch wenn es mir egal wäre, wenn sowas verreckt in einer Ecke liegen würde. Wer will denn die Maßstäbe setzen, für was Selbsjustiz legitim ist? Dafür haben wir die Polizei und Gerichte!
Und es ist immer noch erbärmlich, dass ein Repräsentant eines großen Vereins wie Eintracht Frankfurt so einen Unsinn von sich gibt!
Alle Beteiligten sollten schon ein Auge darauf haben. Keine Selbstjustiz, aber klare Stellungnahme und in diesem Fall auch durchaus Hilfe bei der Identifikation.
http://www.tagesspiegel.de/sport/wie-ein-brauner-faden/9143912.html
Beleidigungen im Stadion gehören für mich genauso dazu wie Bier und Worscht.
"Du elendige Pussy " ist meine Lieblingsbeleidigung für einen gegnerischen Spieler. ,-)
Darf aber auch derber sein ,-)
Es gibt aber Grenzen!
Rassistisch und antisemitische Beleidigungen sind inakzeptabel.
Solche Mitglieder wollen wir nicht!
Als Fanclubpräsi habe ich schon vor über 10 Jahre dieses in die Clubregeln eingefügt.
Passiert es trotzdem gibt es ein klärendes Gespräch das mit dem sofortigen Rauswurf enden kann.
Wir hatten im Club vor ein paar Wochen mit einem jüngeren Mitglied genau so einen Vorfall.
Beim Spiel in Israel das wir in der vollen Stammkneipe verfolgten rief er auf einmal "scheiß Juden"
Er ist absolut kein Antisemit, schaltet aber während des Spiels des öfteren das Hirn aus und hatte gar keinen Schimmer was er da veranstaltet.
Ich habe ihn mir sofort geschnappt und dermaßen zusammengefaltet. Die abschließende Ansage "Wenn ich auch nur einmal noch so etwas höre ist er raus" hat ihn ziemlich geschockt und zum denken animiert.
Er hat dann noch einen Vortrag zur unserer Vereinsgeschichte lauschen müssen und sich Reumütig entschuldigt.
Das er die Gegner trotzdem beleidigen darf wenn es ihm danach ist wurde aber auch klargestellt.
Beleidigungen die für alle Weltbürger gleich sind, darf man dem Gegner! schon an den Kopp schmeißen.(zumal er es eh nicht hört)
So wie ich unsere offiziellen Eintracht Fanclubs einschätze wird dies sicherlich in der Mehrzahl auch bei allen so gehandhabt.
Wir haben da schon eine ganz gute Szene und sind gegen diese Einflüsse gewappnet. Die Rechten haben bei uns keine Chance sich breit zumachen.
Da bin ich mir 100% sicher!
Natürlich gibt es bei so einer Masse immer ein paar Schmutzbuckel die wirklich Rassistisch und antisemitisch sind, das kann man leider nicht verhindern.
Wie der einzelne darauf reagiert dafür gibt es kein Patentrezept.
Würden solche Pisser in meiner Nähe oder in unserem Block so etwas abziehen könnte ich meinen Mund nicht halten.
Hätte ich die Szene mit dem älteren Mann mitbekommen wäre ich verbal und wenn nötig auch körperlich dazwischen gegangen.
So etwas geht gar nicht!
Und für den Schiri: Du Hoyzer - versteht sich ja von selbst.
In meiner Kundenkartei hatte ich weitere jüdische Kundschaft, die ich nie zu sehen bekam, ein Ehepaar aus der Hanauer Gegend. Ihnen war ein Kontokorrentkredit vor vielen Jahren eingeräumt worden, er war lange nicht mehr in Anspruch genommen und bestand aber zu meiner Zeit immer noch. Als "Verwendungszweck" stand auf der Karteikarte geschrieben: "Vorfinanzierung von Arztkosten für die Folgen eines KZ-Aufenthaltes". Immer, wenn ich diese Karteikarte in meinem Karteikasten sah, dachte ich darüber nach, was diese Menschen alles mitgemacht und alles gesehen haben mussten...
Ich habe Begegnungen mit jüdischen Menschen gehabt, die mir in Erinnerung bleiben. Ich denke gerne an diese Menschen zurück. Ein entsprechendes Schimpfwort zu gebrauchen, käme mir deshalb nie in den Sinn.
Und ich muss wieder an den jungen Mann denken in der Straßenbahn, nach unserem Heimspiel gegen Makkabi Tel Aviv. Er hatte eine hellblaue Trainingsjacke an, die Farbe der jüdischen Sportbewegung Makkabi, es gibt ja auch hier in Frankfurt einen solchen Verein, und darunter trug er ein Eintracht-Trikot. ich bin froh darüber, dass unsere Eintracht einmal gegen Makkabi Tel Aviv spielen durfte.
Das geht mir sehr unter die Haut! Dazu noch der Reisebericht von "Beverungen" mit seiner eindrucksvollen Schilderung über den Besuch in Yad Vashem...
Ich hoffe ich finde den Mut immer zu widersprechen...
Ich kann dir und sotiros005 nur beipflichten.
Hallo Tommy,
Ohne jetzt hier alles durchzulesen, finde ich deinen Beitrag gut. Auch die Tatsache dass du diese Thematik hier offen ansprichst ist ein Lob wert. Dennoch frage ich mich folgendes:
So wie du die Situation schilderst warst du wohl direkt daneben gestanden. Hast du denn interveniert?
Falls nicht, ging es dir vermutlich wie vielen anderen auch, sich drüber ärgern, einen Artikel ins Forum stellen, aber selber nichts unternehmen oder sagen.
Oder habe ich hier etwas falsch verstanden und du hättest dir gerne Unterstützung gewünscht bei deinem Tatkräftigen Vorgehen gegen den Querulanten?
Grüsse
Die christliche Religion entstand im 1. Jhd. im Land Judäa, am östlichen Rand des Mittelmeeres. Zu diesem Zeitpunkt wurde der gesamte Raum um das Mittelmeer von den Römern beherrscht. Kaiser Augustus hatte auch Judäa und das jüdische Volk unterworfen.
Die Römer zogen viele Steuern und Waren des Landes nach Rom ab.
Trotz des Friedens, der nun herrschte, waren die meisten Menschen unzufrieden und viele Juden sehnten sich nach einem Retter, einem Messias*, der dem jüdischen Volk Freiheit und wirklichen Frieden bringen solle.
Jesus von Nazareth sorgte für Aufsehen in Judäa. Nach seinem Tod behauptete eine zunächst kleine Gruppe von Juden, dass dieser Mann der von Gott geschickte Messias sei.
So entwickelte sich das Christentum aus dem Judentum heraus und ist heute eine eigenständige Religion.
Teil 1
Anm. der Red) In Anbetracht solcher Vorkommnisse und der Geschichte soll sich doch manch einer Fragen, ob er sich nicht selbst ins Fleisch schneidet und als Christ bezeichnen darf?
Generell denke ich (habe ich auch schon öfters miterlebt), rutscht einem aus der Emotion (ist bestimmt vielen schon einmal passiert, egal ob jetzt im Stadion oder etwaigen Alltagssituationen) schon mal das ein oder andere raus, was man schon wenige Momente später bereut gesagt zu haben.
Wenn es sich allerdings wirklich so zutragen hat, wie du im Eröffnungsbeitrag geschrieben hast, ist das wirklich mehr als beschämend. Mit dem Intervenieren ist so eine Sache (guter Vergleich hierzu auch die Aktionen am Gleisdreieck und den Gästefans). Ist halt leichter gesagt als getan.
Im hier genannten Beispiel wäre es wahrscheinlich für einen einzelnen auch ungesund gewesen. Eine Horde besoffener Nazis reizt man besser nicht. Zumal sich das Pack eh nur als großer Haufen Scheiße mutig und stark fühlt. Triffst Du ein einzelnes Stück dieser Scheiße ist es ganz klein mit Hut.
Merke:
Einzelscheiße hat mehr Angst als Vaterlandsliebe (und die scheint ja bei deren Fremdenphobie nicht gerade klein zu sein) und ein Haufen Scheiße ist so mutig, dass man es sogar mit 2 oder 3 schwächeren auf einmal aufnehmen kann.