Auswärtstalk mit Benny Köhler und Bembelbar in Berlin!

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Wen es interessiert, hier ein paar sehr subjektive Eindrücke vom Abend:

Normalerweise sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass man sich an einem Spätnachmittag am Samstag vor dem 1. Advent nicht unbedingt  auf den Weg durch den Trubel der Bundeshauptstadt machen sollte. Aber was hat der gesunde Menschenverstand schon entgegen zu setzen, wenn irgendwo mitten in der Stadt Benny Köhler und die  Bembelbar wartet? Und so macht man sich dann doch auf den Weg.  Weder von verspäteten S-Bahnen noch von einem Schienenersatzverkehr lassen wir uns entmutigen.  Die Menschenmassen, denen man sich beim Umsteigen in den Tiefen des  U-Bahnhof Alexanderplatz gegenüber sieht, lassen erahnen, was da oben für ein vorweihnachtlicher Irrsinn toben  muss. Und so ist man schließlich heilfroh, als man die überfüllte U-Bahn am Kottbusser Tor verlassen kann. Und obwohl man mindestens schon 10 Mal im Franziskaner war, so muss man sich dann doch immer wieder kurz konzentrieren, um den schnellsten Weg durch die Prachtbauten am Kotti zur Bembelbar zu finden. Ist nämlich gar nicht so einfach. Nachdem man aber auch diese Herausforderung gemeistert hat, erkennt man das Franziskaner schon von weitem an der vor der Kneipe geparkten Berliner Wanne. Und während man noch darüber nachdenkt, ob das übertriebener Quatsch ist, dass die Polizei hier vor der Kneipe Präsenz zeigt oder vielleicht doch nicht völlig abwegig, nach dem ein oder anderen Vorfall bei unseren letzten  Gastspielen gegen  die Hertha, möchte man schließlich das Franziskaner betreten.

Kleiner Fun Fact am Rande: Die Beamten aus der vor der Kneipe geparkten Wanne laufen vor dem Eingang aufgeregt in voller Montur durcheinander, es fallen Sätze wie: „Der ist schon drin“ oder „Welcher ist es denn?“ und „Na, das ist so ein kleiner, mit dunklen Haaren und Bart.“ Man überlegt, welchem armen Wicht die denn nun wieder nachstellen, aber  schließlich stellt sich heraus, dass unter den Beamten offenbar einige Eisern-Union-Anhänger sind, die Aufgrund der Anwesenheit von Benny Köhler in freudige Erregung versetz wurden.
 
Und in der Tat: Benny ist schon da und bittet gerade um eine  Cola. Und gut sieht er aus, der Benny: Top Frisur, den Bart elegant gestutzt und durchtrainiert wirkt er, als könnte er am folgenden Tag mindestens eine Halbzeit gegen die Hertha mithalten. Ansonsten ist der Laden noch nicht wirklich brechend voll.
Pünktlich um 18:00 Uhr wird der Auswärtstalk dann von Thomas von der FuFA eröffnet. Benny antwortet zunächst mit leiser, fast etwas schüchtern klingender Stimme auf die ersten Fragen. Zu Beginn  wirkt es ein bisschen so, als ob sich Benny  fühlt wie beim Sky-Interview. Er wagt sich nicht so richtig aus der Deckung. Die - wie immer - sehr gelungene Moderation von Beve, lässt  das Eis aber bald schmelzen. Man hat das Gefühl, dass sich Benny zunehmend sicherer und unter Freunden  fühlt und so folgt eine kurzweilige, ca. 90minütige Zeitreise, durch die mehr als achtjährige  Ära von Benny Köhler bei der Eintracht. Aber auch die Zeit vorher, von der Jugend an und die Zeit nach der Eintracht wird gestreift. Man bekommt während des Gesprächs einen  Eindruck, was für ein unglaublich lieber Kerl der Benny ist. Kein einziges abwertendes Wort über irgendjemand in seiner Karriere, ganz im Gegenteil: Er redet von Trainern, Mitspielern und Funktionären sehr respektvoll. Seine Freundschaft zu Alex Meier ist Thema, er betont wie sehr sich der Maik Franz auf dem Platz von dem Maik Franz außerhalb des Fußballplatzes unterscheidet, dass Caio ein überragender Fußballer sei, der halt „manchmal ein paar Konditionelle Probleme“ hatte und er betont die Verbundenheit, die er immer noch mit der Eintracht verspürt.

Auch unangenehme Themen werden nicht ausgespart. Er erzählt, dass er in seiner Zeit in Frankfurt schon auch die Anfeindungen  wahrgenommen hat, die von der Tribüne gegen ihn und auch Alex Meier kamen. Er räumt in seiner ruhigen, sachlichen Art ein, dass er das nicht fair fand. Er hat dann aber die Lacher auf seiner Seite, als er sagt: „Was hätte ich machen sollen? Sich vor die Kurve mit ausgestrecktem Mittelfinger hinzustellen,  hätte mir wahrscheinlich auch nicht weiter geholfen.“  Zwischenzeitlich hat sich das Franziskaner übrigens immer mehr gefüllt, es ist sogar inzwischen brechend voll geworden. Die verrauchte Luft müsste  man unterdessen locker in Scheiben schneiden können und der Getränke-Nachschub ist  von Mal zu Mal mit größerem Zeitaufwand verbunden, da an der Theke ein immer schwereres Durchkommen ist.  Und natürlich ist auch die "Rückrunde der Schande" Thema. Benny kann sich diese ganze Entwicklung damals immer noch nicht erklären. Lacher gibt es dann wieder, als Benny grinsend von der Anfangszeit unter Skibbe berichtet: „Für mich als Offensiv-Spieler war das erstmal super. Wir waren taktisch plötzlich voll auf Offensive ausgerichtet und solche Sachen wie Konditionsarbeit wurden vernachlässigt.“  Seinen Wechsel zu Kaiserslautern bezeichnete Benny rückblickend als Fehler. Er beschreibt, dass er sich in der Stadt nie wirklich wohl gefühlt hatte und auch während seiner Zeit dort immer noch in Frankfurt wohnte. Daraufhin gibt’s gröhlenden Applaus, da Beve anmerkt, dass es für einen Frankfurter jetzt nicht so außergewöhnlich sei, wenn  er sich in der Pfalz nicht so wohl fühlt. Einen nachdenklichen, reflektierten aber auch sehr klaren Benny erlebt man, als er über seine Krebserkrankung spricht. Und spätestens in diesem Moment ist es einem dann bewusst, was für ein Geschenk es ist, diesen Abend mit Benny Köhler verbringen zu können, aus den unterschiedlichsten Gründen. Und so gibt es am Ende tosenden Applaus für einen großartigen Eintracht-Spieler, der vielleicht mit Leuten wie Zico Bindewald und Oka Nikolov das Schicksal teilt, dass er während seiner aktiven Zeit oft von den eigenen Anhängern verflucht wurde, aber gegen Ende oder spätestens nach dem Ende der aktiven Laufbahn zurecht in den Status einer Legende  gehoben wurde.

Von der FuFA gibt es als Geschenk  noch ein eintrachtliches "Starterkit" für den frisch gebackenen Nachwuchs im Hause Köhler und nach Ende des offiziellen Teils schlägt Benny keinen Autogramm- und Fotowunsch aus, ist sich nicht zu schade für kurze Unterhaltungen und ist dann doch irgendwann  fast unbemerkt raus in die Berliner Nacht entschwunden.

Und während die Frau Rauscher und der General Schobbe aus den Boxen im Franziskaner wummern, groovt man sich allmählich ein, in die Bembelbar-Partynacht. Im Überschwang hält man es sogar zwischenzeitlich  für eine lustige Idee, sich an der Theke zu der ein oder anderen Runde „Pfeffi“ einladen zulassen. Ob das wirklich eine so lustige  Idee war, wird spätestens beim Aufstehen am nächsten Morgen in Frage gestellt, denn ein leicht stechender Schmerz im inneren Schädelbereich verfolgt einen durch den Spieltag. Aber so hat man wenigstens eine spürbare Erinnerung an einen wirklich schönen Abend.

Und daher einen ganz herzlichen Dank für diesen Abend an die fleißigen Pfeffi-Spender, an  Thomas und die FuFA, an die Jungs von der Bembelbar, an die Leute vom Franziskaner, an Beve und natürlich an Benny Köhler!
Es war eine Freude!
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Ach so, Beve hat es drüben in seiner Welt übrigens alles noch viel ausführlicher und bestimmt noch treffender beschrieben.

Daher Klickempfehlung:

Berlin. Benny. Boateng.
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Wen es interessiert, hier ein paar sehr subjektive Eindrücke vom Abend:

Normalerweise sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass man sich an einem Spätnachmittag am Samstag vor dem 1. Advent nicht unbedingt  auf den Weg durch den Trubel der Bundeshauptstadt machen sollte. Aber was hat der gesunde Menschenverstand schon entgegen zu setzen, wenn irgendwo mitten in der Stadt Benny Köhler und die  Bembelbar wartet? Und so macht man sich dann doch auf den Weg.  Weder von verspäteten S-Bahnen noch von einem Schienenersatzverkehr lassen wir uns entmutigen.  Die Menschenmassen, denen man sich beim Umsteigen in den Tiefen des  U-Bahnhof Alexanderplatz gegenüber sieht, lassen erahnen, was da oben für ein vorweihnachtlicher Irrsinn toben  muss. Und so ist man schließlich heilfroh, als man die überfüllte U-Bahn am Kottbusser Tor verlassen kann. Und obwohl man mindestens schon 10 Mal im Franziskaner war, so muss man sich dann doch immer wieder kurz konzentrieren, um den schnellsten Weg durch die Prachtbauten am Kotti zur Bembelbar zu finden. Ist nämlich gar nicht so einfach. Nachdem man aber auch diese Herausforderung gemeistert hat, erkennt man das Franziskaner schon von weitem an der vor der Kneipe geparkten Berliner Wanne. Und während man noch darüber nachdenkt, ob das übertriebener Quatsch ist, dass die Polizei hier vor der Kneipe Präsenz zeigt oder vielleicht doch nicht völlig abwegig, nach dem ein oder anderen Vorfall bei unseren letzten  Gastspielen gegen  die Hertha, möchte man schließlich das Franziskaner betreten.

Kleiner Fun Fact am Rande: Die Beamten aus der vor der Kneipe geparkten Wanne laufen vor dem Eingang aufgeregt in voller Montur durcheinander, es fallen Sätze wie: „Der ist schon drin“ oder „Welcher ist es denn?“ und „Na, das ist so ein kleiner, mit dunklen Haaren und Bart.“ Man überlegt, welchem armen Wicht die denn nun wieder nachstellen, aber  schließlich stellt sich heraus, dass unter den Beamten offenbar einige Eisern-Union-Anhänger sind, die Aufgrund der Anwesenheit von Benny Köhler in freudige Erregung versetz wurden.
 
Und in der Tat: Benny ist schon da und bittet gerade um eine  Cola. Und gut sieht er aus, der Benny: Top Frisur, den Bart elegant gestutzt und durchtrainiert wirkt er, als könnte er am folgenden Tag mindestens eine Halbzeit gegen die Hertha mithalten. Ansonsten ist der Laden noch nicht wirklich brechend voll.
Pünktlich um 18:00 Uhr wird der Auswärtstalk dann von Thomas von der FuFA eröffnet. Benny antwortet zunächst mit leiser, fast etwas schüchtern klingender Stimme auf die ersten Fragen. Zu Beginn  wirkt es ein bisschen so, als ob sich Benny  fühlt wie beim Sky-Interview. Er wagt sich nicht so richtig aus der Deckung. Die - wie immer - sehr gelungene Moderation von Beve, lässt  das Eis aber bald schmelzen. Man hat das Gefühl, dass sich Benny zunehmend sicherer und unter Freunden  fühlt und so folgt eine kurzweilige, ca. 90minütige Zeitreise, durch die mehr als achtjährige  Ära von Benny Köhler bei der Eintracht. Aber auch die Zeit vorher, von der Jugend an und die Zeit nach der Eintracht wird gestreift. Man bekommt während des Gesprächs einen  Eindruck, was für ein unglaublich lieber Kerl der Benny ist. Kein einziges abwertendes Wort über irgendjemand in seiner Karriere, ganz im Gegenteil: Er redet von Trainern, Mitspielern und Funktionären sehr respektvoll. Seine Freundschaft zu Alex Meier ist Thema, er betont wie sehr sich der Maik Franz auf dem Platz von dem Maik Franz außerhalb des Fußballplatzes unterscheidet, dass Caio ein überragender Fußballer sei, der halt „manchmal ein paar Konditionelle Probleme“ hatte und er betont die Verbundenheit, die er immer noch mit der Eintracht verspürt.

Auch unangenehme Themen werden nicht ausgespart. Er erzählt, dass er in seiner Zeit in Frankfurt schon auch die Anfeindungen  wahrgenommen hat, die von der Tribüne gegen ihn und auch Alex Meier kamen. Er räumt in seiner ruhigen, sachlichen Art ein, dass er das nicht fair fand. Er hat dann aber die Lacher auf seiner Seite, als er sagt: „Was hätte ich machen sollen? Sich vor die Kurve mit ausgestrecktem Mittelfinger hinzustellen,  hätte mir wahrscheinlich auch nicht weiter geholfen.“  Zwischenzeitlich hat sich das Franziskaner übrigens immer mehr gefüllt, es ist sogar inzwischen brechend voll geworden. Die verrauchte Luft müsste  man unterdessen locker in Scheiben schneiden können und der Getränke-Nachschub ist  von Mal zu Mal mit größerem Zeitaufwand verbunden, da an der Theke ein immer schwereres Durchkommen ist.  Und natürlich ist auch die "Rückrunde der Schande" Thema. Benny kann sich diese ganze Entwicklung damals immer noch nicht erklären. Lacher gibt es dann wieder, als Benny grinsend von der Anfangszeit unter Skibbe berichtet: „Für mich als Offensiv-Spieler war das erstmal super. Wir waren taktisch plötzlich voll auf Offensive ausgerichtet und solche Sachen wie Konditionsarbeit wurden vernachlässigt.“  Seinen Wechsel zu Kaiserslautern bezeichnete Benny rückblickend als Fehler. Er beschreibt, dass er sich in der Stadt nie wirklich wohl gefühlt hatte und auch während seiner Zeit dort immer noch in Frankfurt wohnte. Daraufhin gibt’s gröhlenden Applaus, da Beve anmerkt, dass es für einen Frankfurter jetzt nicht so außergewöhnlich sei, wenn  er sich in der Pfalz nicht so wohl fühlt. Einen nachdenklichen, reflektierten aber auch sehr klaren Benny erlebt man, als er über seine Krebserkrankung spricht. Und spätestens in diesem Moment ist es einem dann bewusst, was für ein Geschenk es ist, diesen Abend mit Benny Köhler verbringen zu können, aus den unterschiedlichsten Gründen. Und so gibt es am Ende tosenden Applaus für einen großartigen Eintracht-Spieler, der vielleicht mit Leuten wie Zico Bindewald und Oka Nikolov das Schicksal teilt, dass er während seiner aktiven Zeit oft von den eigenen Anhängern verflucht wurde, aber gegen Ende oder spätestens nach dem Ende der aktiven Laufbahn zurecht in den Status einer Legende  gehoben wurde.

Von der FuFA gibt es als Geschenk  noch ein eintrachtliches "Starterkit" für den frisch gebackenen Nachwuchs im Hause Köhler und nach Ende des offiziellen Teils schlägt Benny keinen Autogramm- und Fotowunsch aus, ist sich nicht zu schade für kurze Unterhaltungen und ist dann doch irgendwann  fast unbemerkt raus in die Berliner Nacht entschwunden.

Und während die Frau Rauscher und der General Schobbe aus den Boxen im Franziskaner wummern, groovt man sich allmählich ein, in die Bembelbar-Partynacht. Im Überschwang hält man es sogar zwischenzeitlich  für eine lustige Idee, sich an der Theke zu der ein oder anderen Runde „Pfeffi“ einladen zulassen. Ob das wirklich eine so lustige  Idee war, wird spätestens beim Aufstehen am nächsten Morgen in Frage gestellt, denn ein leicht stechender Schmerz im inneren Schädelbereich verfolgt einen durch den Spieltag. Aber so hat man wenigstens eine spürbare Erinnerung an einen wirklich schönen Abend.

Und daher einen ganz herzlichen Dank für diesen Abend an die fleißigen Pfeffi-Spender, an  Thomas und die FuFA, an die Jungs von der Bembelbar, an die Leute vom Franziskaner, an Beve und natürlich an Benny Köhler!
Es war eine Freude!
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schön beschrieben! ein gelungener, wenn auch für manch einen ein kurzer abend
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schön beschrieben! ein gelungener, wenn auch für manch einen ein kurzer abend
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Danke für die Eindrücke!
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Danke für den Bericht. Hauptsache, Benny geht es erstmal wieder gut. Auch wenn man sich manchmal über seine Defizite aufregen musste, so hat er immer gekämpft und alles gegeben. Zudem halt variabel. Mittlerweile haben wir seine Ecken sogar weiter entwickelt und spielen sie ganz flach. Scherz beiseite. Das mit Skibbe wundert mich jetzt dann irgendwie nicht. Dass er in Lautern nicht wohnen will, bestätigt alles.
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Danke für den Bericht. Hauptsache, Benny geht es erstmal wieder gut. Auch wenn man sich manchmal über seine Defizite aufregen musste, so hat er immer gekämpft und alles gegeben. Zudem halt variabel. Mittlerweile haben wir seine Ecken sogar weiter entwickelt und spielen sie ganz flach. Scherz beiseite. Das mit Skibbe wundert mich jetzt dann irgendwie nicht. Dass er in Lautern nicht wohnen will, bestätigt alles.
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Danke für den tollen Bericht.....hatte das Gefühl selbst dabei gewesen zu sein.
Dem Benny weiterhin alles Gute.
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Klasse Bericht, als wäre man dabei gewesen. Benny ist schon ein Guter. Viele Grüße in die Hauptstadt
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Wen es interessiert, hier ein paar sehr subjektive Eindrücke vom Abend:

Normalerweise sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass man sich an einem Spätnachmittag am Samstag vor dem 1. Advent nicht unbedingt  auf den Weg durch den Trubel der Bundeshauptstadt machen sollte. Aber was hat der gesunde Menschenverstand schon entgegen zu setzen, wenn irgendwo mitten in der Stadt Benny Köhler und die  Bembelbar wartet? Und so macht man sich dann doch auf den Weg.  Weder von verspäteten S-Bahnen noch von einem Schienenersatzverkehr lassen wir uns entmutigen.  Die Menschenmassen, denen man sich beim Umsteigen in den Tiefen des  U-Bahnhof Alexanderplatz gegenüber sieht, lassen erahnen, was da oben für ein vorweihnachtlicher Irrsinn toben  muss. Und so ist man schließlich heilfroh, als man die überfüllte U-Bahn am Kottbusser Tor verlassen kann. Und obwohl man mindestens schon 10 Mal im Franziskaner war, so muss man sich dann doch immer wieder kurz konzentrieren, um den schnellsten Weg durch die Prachtbauten am Kotti zur Bembelbar zu finden. Ist nämlich gar nicht so einfach. Nachdem man aber auch diese Herausforderung gemeistert hat, erkennt man das Franziskaner schon von weitem an der vor der Kneipe geparkten Berliner Wanne. Und während man noch darüber nachdenkt, ob das übertriebener Quatsch ist, dass die Polizei hier vor der Kneipe Präsenz zeigt oder vielleicht doch nicht völlig abwegig, nach dem ein oder anderen Vorfall bei unseren letzten  Gastspielen gegen  die Hertha, möchte man schließlich das Franziskaner betreten.

Kleiner Fun Fact am Rande: Die Beamten aus der vor der Kneipe geparkten Wanne laufen vor dem Eingang aufgeregt in voller Montur durcheinander, es fallen Sätze wie: „Der ist schon drin“ oder „Welcher ist es denn?“ und „Na, das ist so ein kleiner, mit dunklen Haaren und Bart.“ Man überlegt, welchem armen Wicht die denn nun wieder nachstellen, aber  schließlich stellt sich heraus, dass unter den Beamten offenbar einige Eisern-Union-Anhänger sind, die Aufgrund der Anwesenheit von Benny Köhler in freudige Erregung versetz wurden.
 
Und in der Tat: Benny ist schon da und bittet gerade um eine  Cola. Und gut sieht er aus, der Benny: Top Frisur, den Bart elegant gestutzt und durchtrainiert wirkt er, als könnte er am folgenden Tag mindestens eine Halbzeit gegen die Hertha mithalten. Ansonsten ist der Laden noch nicht wirklich brechend voll.
Pünktlich um 18:00 Uhr wird der Auswärtstalk dann von Thomas von der FuFA eröffnet. Benny antwortet zunächst mit leiser, fast etwas schüchtern klingender Stimme auf die ersten Fragen. Zu Beginn  wirkt es ein bisschen so, als ob sich Benny  fühlt wie beim Sky-Interview. Er wagt sich nicht so richtig aus der Deckung. Die - wie immer - sehr gelungene Moderation von Beve, lässt  das Eis aber bald schmelzen. Man hat das Gefühl, dass sich Benny zunehmend sicherer und unter Freunden  fühlt und so folgt eine kurzweilige, ca. 90minütige Zeitreise, durch die mehr als achtjährige  Ära von Benny Köhler bei der Eintracht. Aber auch die Zeit vorher, von der Jugend an und die Zeit nach der Eintracht wird gestreift. Man bekommt während des Gesprächs einen  Eindruck, was für ein unglaublich lieber Kerl der Benny ist. Kein einziges abwertendes Wort über irgendjemand in seiner Karriere, ganz im Gegenteil: Er redet von Trainern, Mitspielern und Funktionären sehr respektvoll. Seine Freundschaft zu Alex Meier ist Thema, er betont wie sehr sich der Maik Franz auf dem Platz von dem Maik Franz außerhalb des Fußballplatzes unterscheidet, dass Caio ein überragender Fußballer sei, der halt „manchmal ein paar Konditionelle Probleme“ hatte und er betont die Verbundenheit, die er immer noch mit der Eintracht verspürt.

Auch unangenehme Themen werden nicht ausgespart. Er erzählt, dass er in seiner Zeit in Frankfurt schon auch die Anfeindungen  wahrgenommen hat, die von der Tribüne gegen ihn und auch Alex Meier kamen. Er räumt in seiner ruhigen, sachlichen Art ein, dass er das nicht fair fand. Er hat dann aber die Lacher auf seiner Seite, als er sagt: „Was hätte ich machen sollen? Sich vor die Kurve mit ausgestrecktem Mittelfinger hinzustellen,  hätte mir wahrscheinlich auch nicht weiter geholfen.“  Zwischenzeitlich hat sich das Franziskaner übrigens immer mehr gefüllt, es ist sogar inzwischen brechend voll geworden. Die verrauchte Luft müsste  man unterdessen locker in Scheiben schneiden können und der Getränke-Nachschub ist  von Mal zu Mal mit größerem Zeitaufwand verbunden, da an der Theke ein immer schwereres Durchkommen ist.  Und natürlich ist auch die "Rückrunde der Schande" Thema. Benny kann sich diese ganze Entwicklung damals immer noch nicht erklären. Lacher gibt es dann wieder, als Benny grinsend von der Anfangszeit unter Skibbe berichtet: „Für mich als Offensiv-Spieler war das erstmal super. Wir waren taktisch plötzlich voll auf Offensive ausgerichtet und solche Sachen wie Konditionsarbeit wurden vernachlässigt.“  Seinen Wechsel zu Kaiserslautern bezeichnete Benny rückblickend als Fehler. Er beschreibt, dass er sich in der Stadt nie wirklich wohl gefühlt hatte und auch während seiner Zeit dort immer noch in Frankfurt wohnte. Daraufhin gibt’s gröhlenden Applaus, da Beve anmerkt, dass es für einen Frankfurter jetzt nicht so außergewöhnlich sei, wenn  er sich in der Pfalz nicht so wohl fühlt. Einen nachdenklichen, reflektierten aber auch sehr klaren Benny erlebt man, als er über seine Krebserkrankung spricht. Und spätestens in diesem Moment ist es einem dann bewusst, was für ein Geschenk es ist, diesen Abend mit Benny Köhler verbringen zu können, aus den unterschiedlichsten Gründen. Und so gibt es am Ende tosenden Applaus für einen großartigen Eintracht-Spieler, der vielleicht mit Leuten wie Zico Bindewald und Oka Nikolov das Schicksal teilt, dass er während seiner aktiven Zeit oft von den eigenen Anhängern verflucht wurde, aber gegen Ende oder spätestens nach dem Ende der aktiven Laufbahn zurecht in den Status einer Legende  gehoben wurde.

Von der FuFA gibt es als Geschenk  noch ein eintrachtliches "Starterkit" für den frisch gebackenen Nachwuchs im Hause Köhler und nach Ende des offiziellen Teils schlägt Benny keinen Autogramm- und Fotowunsch aus, ist sich nicht zu schade für kurze Unterhaltungen und ist dann doch irgendwann  fast unbemerkt raus in die Berliner Nacht entschwunden.

Und während die Frau Rauscher und der General Schobbe aus den Boxen im Franziskaner wummern, groovt man sich allmählich ein, in die Bembelbar-Partynacht. Im Überschwang hält man es sogar zwischenzeitlich  für eine lustige Idee, sich an der Theke zu der ein oder anderen Runde „Pfeffi“ einladen zulassen. Ob das wirklich eine so lustige  Idee war, wird spätestens beim Aufstehen am nächsten Morgen in Frage gestellt, denn ein leicht stechender Schmerz im inneren Schädelbereich verfolgt einen durch den Spieltag. Aber so hat man wenigstens eine spürbare Erinnerung an einen wirklich schönen Abend.

Und daher einen ganz herzlichen Dank für diesen Abend an die fleißigen Pfeffi-Spender, an  Thomas und die FuFA, an die Jungs von der Bembelbar, an die Leute vom Franziskaner, an Beve und natürlich an Benny Köhler!
Es war eine Freude!
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Dazke!
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Vielen lieben Dank! Es tut mir leid die Stimmung zu drücken, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Hetzjagd auf ihn und AM immer noch weh und schrecklich leid tut. Das war das schlimmste, was ich hier erlebt habe. Das war eine Zeit, in der ich mich geschämt habe Eintracht Fan zu sein.

Wenn es A-Löcher, Söldner, Verräter gewesen wären, dann hätte ich es bestimmt irgendwo verstanden, aber Benny hat das zu keiner Zeit verdient gehabt. Ich hoffe er kann das mit der heutigen Distanz lockerer nehmen, auch wenn ich das nicht glaube, da er ein zu lieber und ruhiger Mensch ist, um sowas einfach abzuschütteln.

Entschuldigt bitte nochmal die Auffrischung dieser negativen Errinerung. Aber selbst ich habe das noch nicht verarbeitet, auch wenn ich gar nicht beteiligt und erst recht nicht ein Leidtragender dieser Hexenjagd war.

Benny wünsche ich alles Gute, insbesondere viel Gesundheit!
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Ach so, Beve hat es drüben in seiner Welt übrigens alles noch viel ausführlicher und bestimmt noch treffender beschrieben.

Daher Klickempfehlung:

Berlin. Benny. Boateng.
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Brodowin schrieb:

Ach so, Beve hat es drüben in seiner Welt übrigens alles noch viel ausführlicher und bestimmt noch treffender beschrieben.

Daher Klickempfehlung:

Berlin. Benny. Boateng.

aah sehr schön.


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