Mit dem Fahrrad zu Auswärtsspielen

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Gude,

da ja sonst gerade nichts los ist, berichte ich mal von meiner Radtour vom Auswärtsspiel in Leverkusen zurück nach Ffm.

Ja, das war das absurde Spiel mit 5 Innenverteidigern und 3 Außenverteidigern. Ergebnis habe ich vergessen. Soviel zum sportlichen.

So, 05.05. (20 km)
Mit RB, IC und S-Bahn geht´s direkt zu meinem Hotel in Köln-Dellbruck. Ich checke ein und radle dann ohne Gepäck nach Lev. zum Stadion, ca. 10 km. Vorm Stadion referiert ein alter Bayer-Fan und  -Arbeiter, dass der Werksverein Bayer 04 überhaupt nicht zu vergleichen sei mit Plastik-Projekten wie Hoffenheim, weil das hier ja damals die Arbeiter gegründet hätten und nicht der Chef. Von mir aus.

Nach dem Spiel geht´s zurück nach Dellbruck, wo ich erst mal beim (nicht besonders guten) Griechen zu Abend esse und dann frustriert in meinem Hotel einschlafe.

Mo, 06.05. (97 km)
Mein Hotel liegt ja südlich von Lev., schon in der richtigen Richtung. Also geht es weiter nach Süden durch östliche Kölner Stadtteile, vorbei am Köln-Bonner Flughafen, durch Siegburg und Hennef. Nun hangle ich mich langsam in den Westerwald hoch. Schon ein Stück weit auf dem Hungerast finde ich zum Glück eine geöffnete indische Lieferdienst-Pizzeria, bei der ich mich mit Pasta und Cola stärken kann. Es geht weiter auf und ab. Ziel für heute: Montabaur. Das kenne ich nur vom Vorbeifahren auf der A3. Es ist aber ganz hübsch hier, mit Schloss auf dem Hügel und mittelalterlichem Stadtkern darunter. Ich esse zu Abend in einer Kneipe, wo auf großer Glotze das Zweitliga-Spiel läuft, bei dem die Kölner endgültig aufsteigen. Stimmung bei den anwesenden FC-Fans.

Di, 07.05. (96 km)
Mein Weg kreuzt zweimal die A3, dann bin ich in Limburg. Die Altstadt, der Dom, die Mühlen an der Lahn sind schon sehenswert. Es sind eine ganze Menge Leute unterwegs die Outdoor-Aktivitäten treiben (Radfahren, Wandern, Kanu-Paddeln) obwohl es eigentlich zu kalt ist. Mir ist es ja auch ungewohnt, die ganze Zeit mit langer Hose zu fahren. Zum Glück habe ich auf der Tour immerhin keinen Regen. Es geht das Emsbachtal hoch. In Bad Camberg esse ich diesmal beim Indischen Inder zu Mittag. Über den Taunus fahre ich natürlich an der niedrigsten Stelle durch die sogenannte Idsteiner Senke. Mein höchster Punkt ist kurz hinter Heftrich. Dann geht es über Eppstein, Fischbach, Kelkheim runter durch Liederbach, Unterliederbach, Höchst, ein Stück die Nidda hoch und an der Messe vorbei in die Stadt rein.

Auch wenn das Spiel nicht motivierend war, die Route nicht viel Spektakuläres geboten hat und das Wetter für die Jahreszeit viel zu kalt war, so ist es doch trotzdem schön, sich mal zwei Tage an der frischen Luft zu bewegen.

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Gude,

der BL-Spielplan ist raus und siehe da, eines meiner absolut favorisierten Ziele bietet sich an. Am zweiten Spieltag geht’s nach Leipzig. Obwohl ich natürlich RB lieber nicht in der BL sehen würde, glaube ich, dass das eine sehr interessante Radtour werden kann. Die Strecke geht zwischen Spessart und Rhön durch und dann über den Thüringer Wald drüber. Also nicht ganz ohne. Es sind ca. 400 km, grob 4 Tage.

Sehe ich das richtig, dass das Spiel wegen EL-Quali-Donnerstagen mit Sicherheit auf Sonntag terminiert werden wird?

Hat jemand Erfahrung mit „neutralen“ Tickets über RB?

Natürlich bin ich wie immer offen für eventuelle Mitfahrer (obwohl das noch nie geklappt hat).

Gruß an alle Interessierten.
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Wie wärs mit ner E-Scooter Tour?
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Gude,

der BL-Spielplan ist raus und siehe da, eines meiner absolut favorisierten Ziele bietet sich an. Am zweiten Spieltag geht’s nach Leipzig. Obwohl ich natürlich RB lieber nicht in der BL sehen würde, glaube ich, dass das eine sehr interessante Radtour werden kann. Die Strecke geht zwischen Spessart und Rhön durch und dann über den Thüringer Wald drüber. Also nicht ganz ohne. Es sind ca. 400 km, grob 4 Tage.

Sehe ich das richtig, dass das Spiel wegen EL-Quali-Donnerstagen mit Sicherheit auf Sonntag terminiert werden wird?

Hat jemand Erfahrung mit „neutralen“ Tickets über RB?

Natürlich bin ich wie immer offen für eventuelle Mitfahrer (obwohl das noch nie geklappt hat).

Gruß an alle Interessierten.
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Grottenkick schrieb:

Hat jemand Erfahrung mit „neutralen“ Tickets über RB?


Ich kann nur so viel sagen, dass es meiner Erfahrungen aus dem Gästeblock heraus eventuell nicht empfehlenswert ist sich in den neutralen Bereich neben dem Gästeblock zu setzen.
Bei der aufgeheizten Stimmung gab es da schon die ein oder andere kleine Auseinandersetzung (nix Wildes). Aber ich kann auch nicht beurteilen ob da tatsächlich auch unbeteiligte involviert waren, die einfach da gesessen haben.
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guden,

sag mal, welche Reifen fährst du?
Würde mich  mal interessieren.

Danke  und Gruß
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guden,

sag mal, welche Reifen fährst du?
Würde mich  mal interessieren.

Danke  und Gruß
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Gude,

die Route für die Leipzig-Tour habe ich ausgearbeitet.  Es geht über Bad Soden-Salmünster, Suhl und Weimar, knapp 400 km. Ich will Mittwochnachmittag nach der Arbeit los fahren, um am Sonntag vor dem Spiel in Leipzig anzukommen.
Ich habe mir ein Zugticket für die Rückfahrt besorgt und muss recht bald nach dem Spiel am Hbf sein. Deshalb habe ich auch auf der RB- Homepage ein Ticket gekauft, da ich nicht das Risiko eingehen will, evtl. nach dem Spiel im Gästeblock festgehalten zu werden.  

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich das Projekt RB Leipzig ablehne und keinem Verein in der Bundesliga einen sportlichen Misserfolg mehr gönne als diesem. Ich respektiere es, wenn andere Fans prinzipiell nicht nach Leipzig reisen und habe das auch für mich erwogen. Ich fahre jetzt trotzdem zum ersten Mal hin, da ich halt gerne diese Tour machen möchte. Außerdem wäre es genau dort ja ein besonders schöner Auswärtssieg.

Also, ich freue mich auf die Tour. In einer guten Woche geht´s los.

schleppnetz schrieb:

sag mal, welche Reifen fährst du?

Ach ja, ich habe ganz normale Reifen. Ich glaube Marathon  1,4“

Gruß an alle Interessierten
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Gude,

die Route für die Leipzig-Tour habe ich ausgearbeitet.  Es geht über Bad Soden-Salmünster, Suhl und Weimar, knapp 400 km. Ich will Mittwochnachmittag nach der Arbeit los fahren, um am Sonntag vor dem Spiel in Leipzig anzukommen.
Ich habe mir ein Zugticket für die Rückfahrt besorgt und muss recht bald nach dem Spiel am Hbf sein. Deshalb habe ich auch auf der RB- Homepage ein Ticket gekauft, da ich nicht das Risiko eingehen will, evtl. nach dem Spiel im Gästeblock festgehalten zu werden.  

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich das Projekt RB Leipzig ablehne und keinem Verein in der Bundesliga einen sportlichen Misserfolg mehr gönne als diesem. Ich respektiere es, wenn andere Fans prinzipiell nicht nach Leipzig reisen und habe das auch für mich erwogen. Ich fahre jetzt trotzdem zum ersten Mal hin, da ich halt gerne diese Tour machen möchte. Außerdem wäre es genau dort ja ein besonders schöner Auswärtssieg.

Also, ich freue mich auf die Tour. In einer guten Woche geht´s los.

schleppnetz schrieb:

sag mal, welche Reifen fährst du?

Ach ja, ich habe ganz normale Reifen. Ich glaube Marathon  1,4“

Gruß an alle Interessierten
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Es ist eine wunderschöne Strecke und  ich drücke Dir die Daumen, dass das Wetter mitspielt.
Den Anstieg nach Schlüchtern hasse ich immer und dann über die Rhön. Es sind aber tolle Radwege, wo Du bei "Abkürzungen" durch den Wald aufpassen musst, dass das GPS Signal nicht verloren geht. Für diese Strecke nehme ich immer eine andere Kassette, damit ich die Berge überhaupt hoch komme
Also, viel Glück und gutes Gelingen!
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Dann kann ich ja auch mal von meiner auswärts Radfahrt am 11.08. nach Mannheim berichten:

Pünktlich um 13:30 machte ich mich auf den Weg. Meine durchaus sehr komplizierte Route führte von Schriesheim nach Ladenburg, dann über Edingen-Neckarhausen und Seckenheim direkt zum Carl-Benz Stadion. Dort erwartete mich nach den sehr harten 13,8 km und 3 Bier ein doch etwas verrücktes Spiel
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Gude,

jetzt will ich doch noch in diesem Jahr von meiner Hinrunden-Auswärts-Radtour berichten, bevor ich alles vergessen habe.

Es ging also nach Leipzig zum 2. Spieltag am So, den 25. August.
Die Unterkünfte hatte ich vorher schon gebucht und wie immer eine selbst ausgedruckte Karte mit der exakten Route dabei, also nichts dem Zufall überlassen.

Mi. 21.08. (45 km)
nach der Arbeit fahre ich direkt los und verlasse Ffm Richtung Osten am nördlichen Mainufer. Einmal mitten durch Hanau durch und dann dem Kinzig-Radweg folgend komme ich nach Gelnhausen. Ich habe mein Hotel direkt am Marktplatz und mir fällt auf, dass ich hier noch nie in der Altstadt war. Also, diese Station lohnt sich schon mal.

Do. 22.08. (91 km)
Bis Bad Soden–Salmünster geht´s an der Kinzig entlang, dann biege ich rechts ab in den Spessart rein. Bei Mernes komme ich ins Jossa-Tal, dass ich hinab- und dann das Sinn-Tal hinauf fahre. Ich habe Hessen verlassen und bewege mich durch den nördlichsten Zipfel Bayerns. Aufwärts geht der Radweg durch die Rhön recht komfortabel auf einem ehemaligen Bahndamm. Landschaft und Wetter sind top. Es geht über Bad Brückenau und Bischofsheim a. d. Rhön.
Die Lenkung klemmt. Es ist schlimmer geworden. Ich wusste, dass da was nicht in Ordnung ist, aber ich hab´s ignoriert, doof und peinlich. Der Fahrradmechaniker, dessen Laden zum Glück neben dem Radweg auftaucht, hat Recht: „Wenn man so eine Tour vorhat, muss doch vorher das Rad in Ordnung gebracht werden!“ Der Steuersatz ist verrostet, so sehr, dass er ihn auf die Schnelle nicht auseinander bekommt. Immerhin kann er ihn so ausgiebig schmieren, dass es danach langsam wieder besser wird. Und er ist Eintracht-Fan, wir sprechen über das tragische Halbfinal-Aus in London.
Die Pension, in der ich übernachte ist in einem so kleinen Dorf, dass es nicht mal eine Kneipe fürs Abendessen gibt. Die Wirtsleute sind aber darauf eingestellt und fahren mich zum Essen in den nächst größeren Ort.

Fr. 23.08. (87 km)
Ohne etwas davon zu bemerken passiere ich die ehemalige Grenze und steuere jetzt auf den Thüringer Wald zu. Die Werra überquere ich südlich von Meiningen. Bis Suhl, wo ich zu Mittag esse, ist es noch ziemlich flach. Aber dann! Ich hatte meine Route ja sorgfältig geplant und wollte, weil es mir am kürzesten schien, direkt hinter Suhl den Rennsteig (der Höhenkamm des Thüringer Waldes) überqueren, ganz egal ob die Wege als Radwege markiert sind. Mir war schon klar, dass es steil werden würde, aber irgendwann wird der Waldweg zum Pfad, und der Pfad ist nur noch zu erahnen. Ich muss schieben. Dann wird es so steil, dass ich mein Rad nach oben wuchte und mich daran hinterher ziehe.
Bei einem Waldparkplatz erreiche ich den Rennsteig. Ich atme durch und mache mir bewusst, dass es ab jetzt bis nach Leipzig in zwei Tagen nur noch bergab geht. Gemütlich rolle ich durch den Wald bis nach Ilmenau, wo ich übernachte.

Sa. 24.08. (114 km)
Es geht den Ilm-Radweg hinunter, vorbei an Bad Berka, Weimar und Apolda. Die Ilm fließt in die Saale und ich erreiche mein Ziel für heute, Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Den berühmten Dom sehe ich nur von außen, weil drinnen ein Konzert läuft.
Auf zwei Plätzen der Stadt findet gerade das Weinfest statt. Ach richtig: Hier ist ja die Saale-Unstrut Region. Den Rotkäppchen Sekt aus dem Nachbarort Freyburg kennt man ja. Ich probiere Spätburgunder und der braucht sich nicht zu verstecken. Freundliche Einheimische am Stehtisch finden es ganz toll, dass mal jemand aus Frankfurt zu ihnen kommt und sogar ihren Wein probiert. Auf dem einen Platz spielt eine Band Folklore und Chanson. Auf dem anderen Platz spielt eine Rockband melancholische, düstere Melodien für die jüngeren Weintrinker.
Richtig was los, in der ostdeutschen Provinz.

So. 25.08. (58 km)
Die Saale führt mich durch Weißenfels, später verlasse ich die Saale und steuere durch Markranstädt auf Leipzig zu. Es geht an einem riesigen Badesee vorbei und das kühle Wasser lockt mich. Aber ich will lieber keinen Zeitstress bekommen und fahre in die Stadt hinein.
Ich war hier zum letzten Mal als Jugendlicher zu DDR-Zeiten.
Der Radweg ist sehr cool: Abseits des Straßenverkehrs, an einem Kanal entlang, werde ich direkt zum Hauptbahnhof geführt. Hier ziehe ich mich fürs Stadion um und packe meine Taschen in ein Schließfach. Ich esse was und mache mich dann mit dem Rad auf den Weg zum Stadion. Der Weg ist nicht sehr weit und viele Fans sind zu Fuß unterwegs. Ich bemerke einige Eintracht-Fans, die eindeutig Sächsisch (oder tlw. evtl. auch Thüringisch) sprechen. Man muss offensichtlich nicht Plörre-Kunde sein, nur weil man aus der Gegend kommt.
Das Stadion im Stadion (WM-Arena innerhalb des Erdwalls des alten Zentralstadions) ist schon was Besonderes, ganz witzig eigentlich.
Neben mir sitzen SGE-Fans, die aus Erfurt angereist sind. Interessanterweise finden die das Leipziger Projekt irgendwie okay, nach dem Motto: Ohne das Geld von dem Plörre-Ösi wäre ja hier im armen Osten BL-Fußball auf Dauer nicht möglich. Na ja, könnte man diskutieren. Aber jetzt spielt erstmal die Eintracht.

Schade, ordentliches Spiel, da hätte mehr drin sein können.

Nach dem Spiel muss ich schnell zum Hbf. und erreiche meinen Zug problemlos. Es geht ohne Umsteigen zurück nach Ffm.

Also, diese Tour war insgesamt sehr schön und interessant, so wie ich gehofft hatte. Ich hatte auch Glück mit dem Wetter. Und das Auftreten der Eintracht war keineswegs so blamabel wie bei meiner letzten Auswärts-Radtour (Leverkusen).
(Mittlerweile habe ich auch einen komplett neuen Steuersatz.)

Schönen Gruß an alle Interessierten
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Gude,

jetzt will ich doch noch in diesem Jahr von meiner Hinrunden-Auswärts-Radtour berichten, bevor ich alles vergessen habe.

Es ging also nach Leipzig zum 2. Spieltag am So, den 25. August.
Die Unterkünfte hatte ich vorher schon gebucht und wie immer eine selbst ausgedruckte Karte mit der exakten Route dabei, also nichts dem Zufall überlassen.

Mi. 21.08. (45 km)
nach der Arbeit fahre ich direkt los und verlasse Ffm Richtung Osten am nördlichen Mainufer. Einmal mitten durch Hanau durch und dann dem Kinzig-Radweg folgend komme ich nach Gelnhausen. Ich habe mein Hotel direkt am Marktplatz und mir fällt auf, dass ich hier noch nie in der Altstadt war. Also, diese Station lohnt sich schon mal.

Do. 22.08. (91 km)
Bis Bad Soden–Salmünster geht´s an der Kinzig entlang, dann biege ich rechts ab in den Spessart rein. Bei Mernes komme ich ins Jossa-Tal, dass ich hinab- und dann das Sinn-Tal hinauf fahre. Ich habe Hessen verlassen und bewege mich durch den nördlichsten Zipfel Bayerns. Aufwärts geht der Radweg durch die Rhön recht komfortabel auf einem ehemaligen Bahndamm. Landschaft und Wetter sind top. Es geht über Bad Brückenau und Bischofsheim a. d. Rhön.
Die Lenkung klemmt. Es ist schlimmer geworden. Ich wusste, dass da was nicht in Ordnung ist, aber ich hab´s ignoriert, doof und peinlich. Der Fahrradmechaniker, dessen Laden zum Glück neben dem Radweg auftaucht, hat Recht: „Wenn man so eine Tour vorhat, muss doch vorher das Rad in Ordnung gebracht werden!“ Der Steuersatz ist verrostet, so sehr, dass er ihn auf die Schnelle nicht auseinander bekommt. Immerhin kann er ihn so ausgiebig schmieren, dass es danach langsam wieder besser wird. Und er ist Eintracht-Fan, wir sprechen über das tragische Halbfinal-Aus in London.
Die Pension, in der ich übernachte ist in einem so kleinen Dorf, dass es nicht mal eine Kneipe fürs Abendessen gibt. Die Wirtsleute sind aber darauf eingestellt und fahren mich zum Essen in den nächst größeren Ort.

Fr. 23.08. (87 km)
Ohne etwas davon zu bemerken passiere ich die ehemalige Grenze und steuere jetzt auf den Thüringer Wald zu. Die Werra überquere ich südlich von Meiningen. Bis Suhl, wo ich zu Mittag esse, ist es noch ziemlich flach. Aber dann! Ich hatte meine Route ja sorgfältig geplant und wollte, weil es mir am kürzesten schien, direkt hinter Suhl den Rennsteig (der Höhenkamm des Thüringer Waldes) überqueren, ganz egal ob die Wege als Radwege markiert sind. Mir war schon klar, dass es steil werden würde, aber irgendwann wird der Waldweg zum Pfad, und der Pfad ist nur noch zu erahnen. Ich muss schieben. Dann wird es so steil, dass ich mein Rad nach oben wuchte und mich daran hinterher ziehe.
Bei einem Waldparkplatz erreiche ich den Rennsteig. Ich atme durch und mache mir bewusst, dass es ab jetzt bis nach Leipzig in zwei Tagen nur noch bergab geht. Gemütlich rolle ich durch den Wald bis nach Ilmenau, wo ich übernachte.

Sa. 24.08. (114 km)
Es geht den Ilm-Radweg hinunter, vorbei an Bad Berka, Weimar und Apolda. Die Ilm fließt in die Saale und ich erreiche mein Ziel für heute, Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Den berühmten Dom sehe ich nur von außen, weil drinnen ein Konzert läuft.
Auf zwei Plätzen der Stadt findet gerade das Weinfest statt. Ach richtig: Hier ist ja die Saale-Unstrut Region. Den Rotkäppchen Sekt aus dem Nachbarort Freyburg kennt man ja. Ich probiere Spätburgunder und der braucht sich nicht zu verstecken. Freundliche Einheimische am Stehtisch finden es ganz toll, dass mal jemand aus Frankfurt zu ihnen kommt und sogar ihren Wein probiert. Auf dem einen Platz spielt eine Band Folklore und Chanson. Auf dem anderen Platz spielt eine Rockband melancholische, düstere Melodien für die jüngeren Weintrinker.
Richtig was los, in der ostdeutschen Provinz.

So. 25.08. (58 km)
Die Saale führt mich durch Weißenfels, später verlasse ich die Saale und steuere durch Markranstädt auf Leipzig zu. Es geht an einem riesigen Badesee vorbei und das kühle Wasser lockt mich. Aber ich will lieber keinen Zeitstress bekommen und fahre in die Stadt hinein.
Ich war hier zum letzten Mal als Jugendlicher zu DDR-Zeiten.
Der Radweg ist sehr cool: Abseits des Straßenverkehrs, an einem Kanal entlang, werde ich direkt zum Hauptbahnhof geführt. Hier ziehe ich mich fürs Stadion um und packe meine Taschen in ein Schließfach. Ich esse was und mache mich dann mit dem Rad auf den Weg zum Stadion. Der Weg ist nicht sehr weit und viele Fans sind zu Fuß unterwegs. Ich bemerke einige Eintracht-Fans, die eindeutig Sächsisch (oder tlw. evtl. auch Thüringisch) sprechen. Man muss offensichtlich nicht Plörre-Kunde sein, nur weil man aus der Gegend kommt.
Das Stadion im Stadion (WM-Arena innerhalb des Erdwalls des alten Zentralstadions) ist schon was Besonderes, ganz witzig eigentlich.
Neben mir sitzen SGE-Fans, die aus Erfurt angereist sind. Interessanterweise finden die das Leipziger Projekt irgendwie okay, nach dem Motto: Ohne das Geld von dem Plörre-Ösi wäre ja hier im armen Osten BL-Fußball auf Dauer nicht möglich. Na ja, könnte man diskutieren. Aber jetzt spielt erstmal die Eintracht.

Schade, ordentliches Spiel, da hätte mehr drin sein können.

Nach dem Spiel muss ich schnell zum Hbf. und erreiche meinen Zug problemlos. Es geht ohne Umsteigen zurück nach Ffm.

Also, diese Tour war insgesamt sehr schön und interessant, so wie ich gehofft hatte. Ich hatte auch Glück mit dem Wetter. Und das Auftreten der Eintracht war keineswegs so blamabel wie bei meiner letzten Auswärts-Radtour (Leverkusen).
(Mittlerweile habe ich auch einen komplett neuen Steuersatz.)

Schönen Gruß an alle Interessierten
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Wie immer interessant zu lesen!
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Gude,

jetzt will ich doch noch in diesem Jahr von meiner Hinrunden-Auswärts-Radtour berichten, bevor ich alles vergessen habe.

Es ging also nach Leipzig zum 2. Spieltag am So, den 25. August.
Die Unterkünfte hatte ich vorher schon gebucht und wie immer eine selbst ausgedruckte Karte mit der exakten Route dabei, also nichts dem Zufall überlassen.

Mi. 21.08. (45 km)
nach der Arbeit fahre ich direkt los und verlasse Ffm Richtung Osten am nördlichen Mainufer. Einmal mitten durch Hanau durch und dann dem Kinzig-Radweg folgend komme ich nach Gelnhausen. Ich habe mein Hotel direkt am Marktplatz und mir fällt auf, dass ich hier noch nie in der Altstadt war. Also, diese Station lohnt sich schon mal.

Do. 22.08. (91 km)
Bis Bad Soden–Salmünster geht´s an der Kinzig entlang, dann biege ich rechts ab in den Spessart rein. Bei Mernes komme ich ins Jossa-Tal, dass ich hinab- und dann das Sinn-Tal hinauf fahre. Ich habe Hessen verlassen und bewege mich durch den nördlichsten Zipfel Bayerns. Aufwärts geht der Radweg durch die Rhön recht komfortabel auf einem ehemaligen Bahndamm. Landschaft und Wetter sind top. Es geht über Bad Brückenau und Bischofsheim a. d. Rhön.
Die Lenkung klemmt. Es ist schlimmer geworden. Ich wusste, dass da was nicht in Ordnung ist, aber ich hab´s ignoriert, doof und peinlich. Der Fahrradmechaniker, dessen Laden zum Glück neben dem Radweg auftaucht, hat Recht: „Wenn man so eine Tour vorhat, muss doch vorher das Rad in Ordnung gebracht werden!“ Der Steuersatz ist verrostet, so sehr, dass er ihn auf die Schnelle nicht auseinander bekommt. Immerhin kann er ihn so ausgiebig schmieren, dass es danach langsam wieder besser wird. Und er ist Eintracht-Fan, wir sprechen über das tragische Halbfinal-Aus in London.
Die Pension, in der ich übernachte ist in einem so kleinen Dorf, dass es nicht mal eine Kneipe fürs Abendessen gibt. Die Wirtsleute sind aber darauf eingestellt und fahren mich zum Essen in den nächst größeren Ort.

Fr. 23.08. (87 km)
Ohne etwas davon zu bemerken passiere ich die ehemalige Grenze und steuere jetzt auf den Thüringer Wald zu. Die Werra überquere ich südlich von Meiningen. Bis Suhl, wo ich zu Mittag esse, ist es noch ziemlich flach. Aber dann! Ich hatte meine Route ja sorgfältig geplant und wollte, weil es mir am kürzesten schien, direkt hinter Suhl den Rennsteig (der Höhenkamm des Thüringer Waldes) überqueren, ganz egal ob die Wege als Radwege markiert sind. Mir war schon klar, dass es steil werden würde, aber irgendwann wird der Waldweg zum Pfad, und der Pfad ist nur noch zu erahnen. Ich muss schieben. Dann wird es so steil, dass ich mein Rad nach oben wuchte und mich daran hinterher ziehe.
Bei einem Waldparkplatz erreiche ich den Rennsteig. Ich atme durch und mache mir bewusst, dass es ab jetzt bis nach Leipzig in zwei Tagen nur noch bergab geht. Gemütlich rolle ich durch den Wald bis nach Ilmenau, wo ich übernachte.

Sa. 24.08. (114 km)
Es geht den Ilm-Radweg hinunter, vorbei an Bad Berka, Weimar und Apolda. Die Ilm fließt in die Saale und ich erreiche mein Ziel für heute, Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Den berühmten Dom sehe ich nur von außen, weil drinnen ein Konzert läuft.
Auf zwei Plätzen der Stadt findet gerade das Weinfest statt. Ach richtig: Hier ist ja die Saale-Unstrut Region. Den Rotkäppchen Sekt aus dem Nachbarort Freyburg kennt man ja. Ich probiere Spätburgunder und der braucht sich nicht zu verstecken. Freundliche Einheimische am Stehtisch finden es ganz toll, dass mal jemand aus Frankfurt zu ihnen kommt und sogar ihren Wein probiert. Auf dem einen Platz spielt eine Band Folklore und Chanson. Auf dem anderen Platz spielt eine Rockband melancholische, düstere Melodien für die jüngeren Weintrinker.
Richtig was los, in der ostdeutschen Provinz.

So. 25.08. (58 km)
Die Saale führt mich durch Weißenfels, später verlasse ich die Saale und steuere durch Markranstädt auf Leipzig zu. Es geht an einem riesigen Badesee vorbei und das kühle Wasser lockt mich. Aber ich will lieber keinen Zeitstress bekommen und fahre in die Stadt hinein.
Ich war hier zum letzten Mal als Jugendlicher zu DDR-Zeiten.
Der Radweg ist sehr cool: Abseits des Straßenverkehrs, an einem Kanal entlang, werde ich direkt zum Hauptbahnhof geführt. Hier ziehe ich mich fürs Stadion um und packe meine Taschen in ein Schließfach. Ich esse was und mache mich dann mit dem Rad auf den Weg zum Stadion. Der Weg ist nicht sehr weit und viele Fans sind zu Fuß unterwegs. Ich bemerke einige Eintracht-Fans, die eindeutig Sächsisch (oder tlw. evtl. auch Thüringisch) sprechen. Man muss offensichtlich nicht Plörre-Kunde sein, nur weil man aus der Gegend kommt.
Das Stadion im Stadion (WM-Arena innerhalb des Erdwalls des alten Zentralstadions) ist schon was Besonderes, ganz witzig eigentlich.
Neben mir sitzen SGE-Fans, die aus Erfurt angereist sind. Interessanterweise finden die das Leipziger Projekt irgendwie okay, nach dem Motto: Ohne das Geld von dem Plörre-Ösi wäre ja hier im armen Osten BL-Fußball auf Dauer nicht möglich. Na ja, könnte man diskutieren. Aber jetzt spielt erstmal die Eintracht.

Schade, ordentliches Spiel, da hätte mehr drin sein können.

Nach dem Spiel muss ich schnell zum Hbf. und erreiche meinen Zug problemlos. Es geht ohne Umsteigen zurück nach Ffm.

Also, diese Tour war insgesamt sehr schön und interessant, so wie ich gehofft hatte. Ich hatte auch Glück mit dem Wetter. Und das Auftreten der Eintracht war keineswegs so blamabel wie bei meiner letzten Auswärts-Radtour (Leverkusen).
(Mittlerweile habe ich auch einen komplett neuen Steuersatz.)

Schönen Gruß an alle Interessierten
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Danke für den schönen Bericht!


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