Derbies in London - Teil I XL

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Nach längerer Zeit hat es mich mal wieder in englische Stadien  verschlagen.
Am Wochenende in London standen einige interessante Partien auf dem Spielplan.
Zwei Derbies, wenn auch nicht die absoluten Kracher – aber es hatte immerhin irgendwie eine gewisse Brisanz. Ich hätte mir ja jedenfalls den Gast als Auswärtsteam gewünscht.


Zum Beispiel Millwall FC vs Fulham FC. Ans Craven Cottage habe ich bisher leider noch nicht geschafft, wäre mir lieber gewiesen, diesen einmaligen Ground zu besuchen.
Aber Millwall hat ja auch einen Ruf, wenn auch eher einen schlechten. Allerdings ist es wohl seit zwei bis drei Jahren am und im New Den vergleichsweise ruhig. Und ich wollte ja auch nicht in die Gästekurve.

Und am Sonntag stand dann eine Etage höher Tottenham Hotspur FC vs West Ham United an. Mittags um 12:00 Uhr!

Zunächst aber Lions vs Cottagers.

Millwall FC vs Fulham FC
Championship(Zweite Liga), 32. Spieltag
The Den, London
12.707 Zuschauer


Was tut man vor einem Spiel in Großbritannien? Richtig, einen Pub besuchen.
Nun ist Millwall und insbesondere die Gegend rund um The Den nicht eben die Gegend, in die man sein Mädchen ausführen möchte oder halt mit den finsteren Gesellen am Tresen einer Kaschemme rumstehen möchte bei einem abgestandenen Lager.

Aber reggaetyp ahnte dies natürlich, und machte sich vorher schlau.
Im zunehmend hippen Southwark sprach eine angenehm informative Internetseite aus England ein paar Empfehlungen für das pre-Match Bier für Millwall-Spiele aus.
Also die Borough High Street an der London Bridge hoch und runter gelaufen:
Alle empfohlenen Pubs gerammelt voll.
Ich bin dann durch Zufall im Horseshoe Inn gelandet, einem ruhigen und netten Pub.
Zwei Bitter, und um 14:25 Uhr den Zug von der Station London Bridge nach South Bermondsey genommen.
Oh, was für eine traurige Gegend. Vom Hochbahnsteig konnte man The Den in ein paar Hundert Metern Entfernung schon ausmachen. Doch vor den Stadionbesuch hat der liebe Gott und die Metropolitan Police einen Gang zur Straße runter gesetzt, der mich an einen Zugang für die Raubtiere im Zirkus erinnert hat. Immerhin war obenrüber kein Gitter. Dafür Zaun plus Stacheldraht.
Vorbei an einem Trailerpark wie im Mittleren Westen der USA (nur noch hässlicher), Home of South London White Trash.
Und davon gab es reichlich dort unten. Zwar auch einige Kids, Frauen und ziemlich alte Männer. Aber irgendwie strahlten die meisten eine Mischung aus hartgesottener und mehr oder weniger runtergekommener Trotzigkeit aus. Halt so: „No one likes us, no one likes us,we don't care. We are Millwall, super Millwall, we are Millwall from The Den.“

Nun gut, angsteinflössend war es nicht eben. Aber schon rough und tough. Smells like Oxxenbach. Also vorbei an Schrotthändlern, Autowaschanlagen, schäbigen Imbissbuden, leeren Garagen und Brachen über die der Wind leere Plastiktüten trieb zur Zampa Road. Durch den berühmten Tunnel, und schon stand ich vor The Den.

Von den Gästefans war nichts zu sehen, aus gutem Grund. Zwar die Polizei recht präsent, und die Fulham-Supporters mussten ohnehin einen separaten Weg nehmen zu ihrer Tribüne, und außerdem ist die Rivalität nicht so groß wie gegen Leeds oder West Ham, aber gesünder war es vermutlich dennoch.

Also, rein durch die Turnstiles, schnell noch einen Blick auf das obligatorische Verbotsschild erhascht. Ich hoffe, ich krieg noch alles zusammen:
Fahnen, Flaschen, Raketen, Fluchen und Beleidigen (insbesondere rassistisch), Platzsturm.
Ich glaube, das war alles. Konnte es leider nicht fotografieren, hinter hatten es die Leute doch sehr eilig, reinzukommen, vor mir versperrten sie die Sicht für ein gescheites Foto.

Die sportliche Lage:
Millwall verlor sein letztes Spiel in Leeds, gewann allerdings die beiden vorherigen away matches in Nottingham und in Birmingham.
Daheim jedoch gab es den letzten Sieg im Oktober. Und das bei einer nichtvorhandenen Winterpause. Weia.
Nicht wesentlich besser lief es bisher für den Absteiger aus der Premier League, den FFC.
Abstiegskampf trotz teilweise illustrer Namen wie Bryan Ruiz, den Nationalspieler Costa Ricas.
Auf der Bank saß wie zunächst auch Ruiz ein alter Bekannter: Gábor Király, inzwischen auch schon bald 39 Jahre alt. Der Ex-Schalker Tim Hoogland hingegen durfte Möwen füttern oder seine Sorgen in einem lausigen Pub ertränken; im Kader jedenfalls war er nicht.

Für all diese Voraussetzungen fand ich den Zuspruch im zugigen (New) Den nicht so schlecht. Auch Fulham war mit für englische Verhältnisse einem ganz ordentlichen Haufen angereist.
Wobei sie es zugegeben nicht sehr weit runter nach South Bermondsey hatten.

Das Spiel? Ja, was soll ich zum Spiel schreiben?
Fulham wirkte reifer, wenn sie auch nicht eben die Sterne vom Himmel spielten.
Aber immerhin hatte ich das Gefühl, dass sie noch eine andere Idee hatten, als den Ball nach vorne zu dreschen.
Die erste Chance hatte aber Millwall, doch nach guter Flanke nahm Lee Gregory frei am Fünfer den rechten statt dem linken Fuß, drüber.

Fulham antwortete auf dem Platz, Millwals Keeper zeichnete sich aus, die Fulham Fans trieben ihr Team nach vorne „Come on, Fulham!“, die Fans der Lions antworteten auf den Rängen: „Fuck off, Fulham!“

Fußballerisch blieb es auf einen Traumpass des vom Watford FC geliehenen schmächtigen Italieners Dieggo Fabbrini auf Martyn Woolford, der kläglich vergab, der Umgebung entsprechend.

Mit 0:0 ging es in die Pause, auf dem Rasen fand ein Zorbing-Wettkampf statt.
Ich glaube, der Hauptgewinn war die Erlaubnis, dem nächsten Heimspiel von Millwall fernzubleiben.

In der zweiten Halbzeit änderte sich nich viel. Phasenweise dachte ich, Millwall könnte sein recht simples Spiel durchbringen, es gab durchaus mal einige Minuten Druck.
Doch die Konter von Fulham waren gefährlicher.
Kurz vor Schluss weite Flanke eines unaussprechlichen Spielers von Fulham, Stürmerkollege Hugo Rodallega nimmt ihn Volley, das Netz baucht sich direkt vor der Gästekurve, dieselbe tobt, lähmendes Entsetzen auf den anderen drei Tribünen.

Nicht ein mal zu einem gepflegten Fuck Off! Oder Wankers! konnte sich jemand aufraffen, eigentlich kaum zu glauben.

10 Sekunden später: Jubel wie bei einem Tor, gepaart mit höhnischem Auslachen, Südlondons derbsten Kraftausdrücken und einem erstarrten Fulham-Anhang: Offside, you cunts! Fuck you and your sister! , You are shit, and you know it! usw usf.

Soooowas von 80er.  

Meines Erachtens dennoch kultureller, gesellschaftlicher und sportlicher Höhepunkt des Spiels.

Allerdings: Den kleinen Italiener von Millwall, den würde ich gerne bei der SGE sehen. Großartiger Techniker, tolles Auge. Am Ende nahm er sich zwar einige Pausen, aber er initiierte jeden (!) Angriff von Millwall, hatte überall seine Füße im Spiel, wenn es gefährlich wurde und bot sich ständig an.

Dann war Abpfiff, die Möwen kreisten unbeeindruckt über dem Den, die Millwall-Fans lachten auf dem Heimweg ein paar Fulham-Lads aus, die von der Polizei hochgenommen wurden und gingen im selben Gemütszustand wie vor dem Spiel durch den eingezäunten Zaun zur Bahn.

Ab in The Market Porter Pub, und zwei Pints.

Teil I des Derby-Wochenendes, Teil II folgt.

Zampa Road:


Links North Stand (Visiting supporters only), rechts The Barry Kitchener Stand:


Proud to be Millwall FC:


Meine Tribüne:


Cold Blow Lane Stand (unreservierte Plätze, unglaublich).
Seit dem New Den allerdings nicht mehr an der Cold Blow Lane gelegen.


Kein Bier auf der Tribüne!


Ort des Gedenkens I:


Ort des Gedenkens II:


Noch mal Cold Blow Lane End:


The Docker's Stand inklusive Zampa's Family Club:


Fulham-Keeper:


Lahmer Kick:

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Vielen Dank für den interessanten Bericht! Du hast Dir richtig Mühe gegeben!
Schön, wieder mal von Fussball außerhalb von Deutschland dieses Forums zu lesen!
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Danke für den Bericht.

Der Italiener.... Der einzige der dort kickt...

http://www.transfermarkt.de/diego-fabbrini/profil/spieler/56903

ist aber ned so klein.
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SGE_Werner schrieb:
Danke für den Bericht.

Der Italiener.... Der einzige der dort kickt...

http://www.transfermarkt.de/diego-fabbrini/profil/spieler/56903

ist aber ned so klein.


Je nachdem wie man es nimmt, zum Jan Koller schon, zum Thomas Häßler nicht.  ,-)  
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SGE_Werner schrieb:
Danke für den Bericht.

Der Italiener.... Der einzige der dort kickt...

http://www.transfermarkt.de/diego-fabbrini/profil/spieler/56903

ist aber ned so klein.


Aber ein schmaler Vogel.  
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Interessanter Bericht. Gerne mehr.
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Am Besten fand ich den Absatz mit
Aber schon rough und tough. Smells like Oxxenbach.
Ich war zwar noch nie dort, aber bei Deiner sehr blumigen Sprache, schätze ich, habe ich nix verpasst. Also dort in OFC.
Du kannst wirklich gut schreiben, auch die Fussball-Szenen hat man bildlich vor sich. Kompliment.
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Teil II

So, Sonntag ging es weiter, und mit Ausschlafen war es auch nicht so, denn:
Kick Off um 12:00 Uhr.
Wegen Sicherheit und Risikospiel einerseits. Und wegen dem asiatischen Markt im Fernsehen. Na klasse.
Dennoch: 11:00 Uhr, und ab in einen Pub. Gerade um die Ecke vom Stadion, sowas liebe ich ja am britischen Fußball. Der frühen Uhrzeit geschuldet (denke ich mal) ganz gut gefüllt. Aber kein Vergleich zu den gesteckt vollen Pubs vor dem Millwall-Spiel.

Apopos Millwall: Tottenham ist auch nicht gerade bezaubernd, aber bei weitem nicht so schräg wie im Südwesten am vorgestrigen Samstag.
Ich hätte mir die Paarung ja lieber im Boleyn Ground angeschaut. Zumal West Ham im Sommer 2016 ins Olympiastadion umzieht. Aber so war es halt „nur“ an der White Hart Lane.

Tottenham Hotspur FC vs West Ham United
Premier League, 26. Spieltag
White Hart Lane, London
35.837 Zuschauer


Aber der Ground der etwas ungeliebten Spurs ist wirklich ein schöner:
Durchgehend zwei Ränge, geschlossene Ecken, zwei komisch geformte Anzeigetafeln, schön altmodische Säulen, damit dem East Stand nicht das Dach runterfällt. Und natürlich der Gockel auf dem West Stand.
Mittelfristig wird dieses schöne, enge Stadion aber auch verschwinden, direkt neben dran will Tottenham ein neues bauen. Schöner, größer, teurer, steriler.
Und dann werden auch die kleinen Kebabläden vermutlich platt gemacht, schade drum.

Zurück zum Pub: Faszinierend immer wieder, wie spät die Engländer ins Stadion gehen. Um 11:42 Uhr das leere Glas auf den Tresen gestellt, das muss reichen.
Paar Minuten Fußweg durchs Wohngebiet, Zack!, stehst du vor dem West Stand.

Und kurz vor Anpfiff war ich drin. So wie die meisten auch. Dass man da 30 oder 30 Minuten vor Anpfiff das Stadion betritt, daran denkt dort niemand.
Aber warum auch: Kein Alkohol im Stadion (zumindest in der PL), numerierte Plätze, meistens Pubs um die Ecke.

Heute trat also der alte Rivale aus dem Osten Londos, die Hammers an der White Hart Lane an.
Die Cockney Rejects Truppe holte im vorigen Spiel immerhin ein Unentschieden bei den Saints, immerhin auf Platz vier, und hielt sich auf dem achten Platz noch in Reichweite der UEFA-Cup-Plätze. Die Spurs verloren das letzte Spiel in Liverpool, hatten aber die noch besseren Aussichten auf den Europacup, visierten Arsenal auf Platz fünf an, hofften auf einen Ausrutscher des alten Rivalen aus der Nachbarschaft.

Aus dem East End waren die üblichen 10% der Kapazität angereist, das Stadion war fast ausverkauft, gute Voraussetzungen für ein stimmungsvolles Spiel. Hoffte ich jedenfalls, denn bei meinem letzten Besuch bei den Spurs war ich doch recht enttäuscht von der Athmosphäre.

Aber heute war es viel lauter, wenn auch die Totttenham Fans wohl die mit die die geringste Variation an Gesängen haben. Mit dem sattsam bekannten „Come on you Spurs“ ging es dann auch los, während West Ham insgesamt doch viel mehr Sangesgut zum Besten gab.

Die Jungs in Claret & Blue rockten insgesamt bis auf eine Viertelstunde das Stadion ganz gut inklusive herrlicher Schmähungen, so lange sie Grund dazu hatten.
Leider gab es auf dem Hinweg in der Tube wohl mal wieder antisemitische Gesänge an die Spurs gerichtet. Scheiße.

Zum Spiel:
Die Hausherren hatten einfache Ballverluste ohne Ende, so dass West Ham bis auf zwei, drei Szenen kaum Gefahr drohte. Richtig gefährlich wurde es allerdings, als der neue Stern am Nordlondoner Himmel, Harry Kane, einen Kopfball an den Pfosten setzte.

Doch nach 10 Minuten und viel mehr Ballbesitz für die blau-weißen war es zunächst vorbei mit der Herrlichkeit.
Fehlpässe und Stockfehler, keinerlei Präsenz mehr, großer kämpferischer Einsatz von West Ham, und es kam, wie es kommen musste: Feine Flanke zwischen Fünfer und Elfer, Kopfball, rumms, null eins.
Kollektives Ausrasten natürlich im prall gefüllten Gästenblock, dafür immer mehr Gemurre abwechselnd mit wütendem Anfeuern der Yids.
Irgendwie fällt mir auf, während ich das schreibe, dass die glaube ich darunter leiden, dass es keinen echten „Supporters Block“ gibt.
Da singen hier welche, dort andere was anderes und ganz selten kommt es dann zusammen so richtig laut. Am ehesten ein allgemeines Geschreie voller Hoffnung und oder Wut, wenn es eine Ecke oder einen Freitstoss oder Einwurf in guter Posititon gibt.
Andererseits sind die Zuschauer in der Premier League auch deutlich älter und teilweise saturierte als z.B. am Vortag bei Millwal. Kein Wunder, zu Millwall gehen vermutlich nur Hardcore-Fans, keine Touristen oder Premier League interessierte. Davon abgesehen, bei den Preisen in der PL kaum verwunderlich, dass da nicht viele einfache Leute und jüngere mehr auftauchen.
Eine Frage der finanziellen Möglichkeiten.

Zur Halbzeit schien das Heimpublikum doch noch einigermaßen zuversichtlich, doch das sollte sich ändern.
Weiterhin viele einfache Fehler, unpräzise Pässe, umständliches Spiel auf der einen und klassisches englisches Spiel, schnell und einfach nach vorne auf der anderen Seite.
Nach einer guten Stunde schlug es erneut im Tor der Heimmannschaft ein.

Jetzt hörte man nur noch die Fans der Hammers mit schönen Gassenhauern: „Oh when The Spurs are going down...“ war eines der harmloseren Lieder.
Über den Anhang der Spur senkte sich bleierne Stille, nur unterbrochen von ein paar wilden Flüchen in Richtung Gästekurve und auch mal gerne zu den eigenen Spielern, die einfach zu wenig Druck und Präzision entwickelten.
Vorm Northstand wurden derweil ein paar Fans von den Stewards entfernt. Vielleicht Gästefans, vielleicht Spurs-Fans, die sich bad language bedienten oder rauchten. Oder beides.
Oder besoffen waren. Ich hörte von einigen, die ein Stadionverbot für acht Spiele kassierten. Wegen Saufen in Verbindung von Beleidigungen. Oder umgekehrt. Schöne PL-Welt.

Knapp zehn Minuten vor Schluss, inzwischen mühte sich Tottenham, so etwas wie Druck zu entwickeln, platzte ein überraschendes Tor in die Feierlaune der Gästefans.
Ich glaub, nach einer Ecke, schoss Rose volley aufs Tor, gar nicht so gut getroffen, aber als Aufsetzer hoppelte der Ball hoch ins Eck.

Jetzt waren die Heimfans wieder da, und wie. Und die Heimspieler schienen auch beflügelt. Zwar lief immer noch nicht so wahnsinnig viel zusammen, aber sie stürzten sich wie Besessene in die Zweikämpfe. Jeder gewonnene Zweikampf, jeder Einwurf wurde jetzt gefeiert.
Und bei jedem versemmelten Angriff stöhnte die White Hart Lane auf.
Dafür schwiegen die West Ham Fans. Obwohl sie so dicht vor einem Sieg beim verhassten Rivalen standen und ihr Team die Unterstützung gut brauchen konnte.
Zehn Minuten vorher hieß es „Your support is like shit, your support is like fucking shit“.
Zurecht. Allerdings hätten es jetzt auch die Spurs-Fans in Richtung West Ham singen können.

Fünf (!) Minuten Nachspielzeit, und das völlig zu recht gab es. Verletzungen, Zeitschinden, Auswechslungen und zwei Tore in der zweiten Halbzeit – bei uns hätte man wohl mit zwei Minuten zufrieden sein dürfen.
Und dann hatte The New Wunderkind, Harry Kane, noch seinen großen Auftritt. Drang in den Strafraum ein, wurde gelegt von Song. Harte Entscheidung, aber vertretbar.
Der North Stand rastet aus. Wie bei einem Tor, wie in einem Cup-Halbfinale.

Wer schießt? Natürlich Harry Kane. Läuft an, schießt, der Torwart hält. In der 95. Minute.
Aber: Kane nimmt den Abpraller und schießt in rein.
Jetzt schert sich keiner mehr um „Mind your language“: Nordlondon's finest an unflätigsten Beleidigungen werden den Jungs aus dem Osten mit gegeben.
Kurzes Klatschen, bissi Applaus, dann gehen sie alle heim. Außer den Zuschauern, die tatsächlich drei Minuten vor Schluss beim Spielstand von 1:2 und auf Messers Schneide stehend taten.
Unglaublich.

10 Minuten später saß ich schon beim überragenden Kebab-Bräter bei hervorragendem Shish Kebab und einem Lager.
Um 14:15 Uhr nach einem Fußballmatch.
It's a strange world.

Guten Appetit. Imbiss hinterm East Stand:


Turnstiles am East Stand:


Blick auf West Stand und teilweise South Stand. In der Ecke kann man gut erkennen, wo der Gästeblock ist: Eingerahmt von den Stewards im Unter- und Oberrang.


Ground rules and regulations:


Der Hahn auf dem Dach des West Stands:


North Stand:


Spurs mit Konterversuch, West Stand schaut zu:


Halbzeit:


Jubel nach dem 0:1 bei den Gästefans:


Frust beim Anstoss nach dem 0:1:


Noch mal der North Stand:


Nach 95 Minuten: Harry Kane legt sich den Ball zurecht.


Torjubel:

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Hach, England! Danke für den Bericht und die wunderbaren wörtliche Wiedergaben. Einer der ganz großen Unterschiede zu uns: da singen, hier grölen.
Freu mich schon auf die White Hart Lane.  
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Super!  

Bei den Spurs war ich schon, als das Stadion noch aus Holz war. Vom Oberrang aus konntest du die darunterliegende Seitenauslinie nicht sehen, so weit kragte der vor.

Mir ist ebenfalls schon immer aufgefallen, dass die supporters nach Gegentoren in Schockstarre fallen. Nicht umsonst kommt dann regelmäßig: "now you ain't singing anymore..."

Was hast du denn bezahlt in Millwall und bei Tottenham?
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Ich habe was wichtiges zu Millwall vergessen:
Neben dem Abseitstor von Fulham war natürlich ein absolutes Highlight, vor dem Spiel The Jam zu hören.

Bei uns läuft halt irgendwie Whitney Houston oder so.
Bei denen Jam.  
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WuerzburgerAdler schrieb:


Was hast du denn bezahlt in Millwall und bei Tottenham?


Viel zu viel.

26 und 50 Pfund.  
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reggaetyp schrieb:
WuerzburgerAdler schrieb:


Was hast du denn bezahlt in Millwall und bei Tottenham?


Viel zu viel.

26 und 50 Pfund.    


Heftig. Obwohl man natürlich sagen muss, dass es in England schon immer teurer war. Hab schon in den Siebzigern bei den Gunners 30 Pfund gelöhnt. Wenn mich jetzt mein schwaches Gedächtnis nicht vollkommen im Stich lässt....
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Vielen Dank für die tollen Berichte. Immer wieder ein Highlight sowas hier zu lesen.
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Grossartig... das macht richtig Laune
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reggaetyp schrieb:
Ich habe was wichtiges zu Millwall vergessen:
Neben dem Abseitstor von Fulham war natürlich ein absolutes Highlight, vor dem Spiel The Jam zu hören.

Bei uns läuft halt irgendwie Whitney Houston oder so.
Bei denen Jam.    


Genauso wie The Clash mit London Calling. geil! Toller Bericht, ich werde über Ostern nochmal rübermachen.
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Superklasse! Einfach toll zu lesen!
Vielen Dank für den Bericht und die Fotos!
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reggaetyp schrieb:
WuerzburgerAdler schrieb:


Was hast du denn bezahlt in Millwall und bei Tottenham?


Viel zu viel.

26 und 50 Pfund.    


Na, das ist doch noch absolut okay. Dachte 2009 in meinem jugendlichen Leichtsinn, 3 Monate in London arbeiten, da kannste locker, 5,6 PL Spiele mitnehmen...Kann mich noch an die Preise von Chelsea & Arsenal erinnern - ab 75Pfund aufwärts...war dann bei Chrystal Palace und QPR, hatte aber auch absoluten Charme!

Danke für die Berichte!
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Ich bin in der letzten Aprilwoche dort und habe folgende Spiele zur Auswahl: Millwall-Derby County
Arsenal-Chelsea (nein danke)
QPR-West Ham
Crystal-Hull City
Fulham-Middlesbrough

Empfehlungen von eurer Seite? Die Liga neigt sich da leider dem Ende entgegen, sodass auf allen Portalen für alle Spiele der gleiche Tag und Uhrzeit angesetzt sind. Kann das überhaupt sein? Die zerstückeln da ihre Spieltage doch bis zum geht nicht mehr.
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anno-nym schrieb:
Ich bin in der letzten Aprilwoche dort und habe folgende Spiele zur Auswahl: Millwall-Derby County
Arsenal-Chelsea (nein danke)
QPR-West Ham
Crystal-Hull City
Fulham-Middlesbrough

Empfehlungen von eurer Seite? Die Liga neigt sich da leider dem Ende entgegen, sodass auf allen Portalen für alle Spiele der gleiche Tag und Uhrzeit angesetzt sind. Kann das überhaupt sein? Die zerstückeln da ihre Spieltage doch bis zum geht nicht mehr.


Dann würde ich zu Fulham-Middlesbrough. Ist aber nur so ein Gefühl.


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