!Jayjay77!
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anpii Ich stimme Dir komplett zu. Alle Ausführungen sehe ich auch so und bei den AVs könnte man natürlich etwas bremsen aber wenn sie richtig gesichert sind, brauchen sie kein Sprint nach hinten machen. Kennt man ja selbst aus Taktiken in untern liegen, bei 4er Kette schiebt der andere AV rein. Wir schieben zwar mit beiden AVs hoch aber auch dafür gibt’s mit dem 6er eine Möglichkeit der Sicherung.
Ich denke die SGE hat auch genug Analysten um alles im Detail zu wissen. Problem, bei uns hat das Team keine Zeit. Wir sind nicht Freiburg, wo ein neuer Trainer Zeit bekommt. Die Fans haben eine Erwartungshaltung und klar der Kader ist im wert immer noch gut aber bekanntlich heißt das nicht viel. Die Presse versucht abos zu generieren (anders kann man es nicht mehr nennen).
Hütter weiß worauf er sich eingelassen hat, aber leider ist es ausgerechnet dieses Jahr kein guter Spielplan für uns. Wir haben die Teams unter Platz 7 am Anfang.
Ich hoffe in Mainz das Ding dreckig zu gewinnen, Hütter braucht jetzt jede Woche mit dem Team um es hinzubekommen.
Man muss auch sagen, wir hatten gestern sehr viel Pech. So ein Elfer wurde bspw auch schon mal gepfiffen und das 3 und 4 Tor passiert auch nicht alle Tage.
Ich denke die SGE hat auch genug Analysten um alles im Detail zu wissen. Problem, bei uns hat das Team keine Zeit. Wir sind nicht Freiburg, wo ein neuer Trainer Zeit bekommt. Die Fans haben eine Erwartungshaltung und klar der Kader ist im wert immer noch gut aber bekanntlich heißt das nicht viel. Die Presse versucht abos zu generieren (anders kann man es nicht mehr nennen).
Hütter weiß worauf er sich eingelassen hat, aber leider ist es ausgerechnet dieses Jahr kein guter Spielplan für uns. Wir haben die Teams unter Platz 7 am Anfang.
Ich hoffe in Mainz das Ding dreckig zu gewinnen, Hütter braucht jetzt jede Woche mit dem Team um es hinzubekommen.
Man muss auch sagen, wir hatten gestern sehr viel Pech. So ein Elfer wurde bspw auch schon mal gepfiffen und das 3 und 4 Tor passiert auch nicht alle Tage.
!Jayjay77! schrieb:
anpii Ich stimme Dir komplett zu. Alle Ausführungen sehe ich auch so und bei den AVs könnte man natürlich etwas bremsen aber wenn sie richtig gesichert sind, brauchen sie kein Sprint nach hinten machen. Kennt man ja selbst aus Taktiken in untern liegen, bei 4er Kette schiebt der andere AV rein. Wir schieben zwar mit beiden AVs hoch aber auch dafür gibt’s mit dem 6er eine Möglichkeit der Sicherung.
Ich denke die SGE hat auch genug Analysten um alles im Detail zu wissen. Problem, bei uns hat das Team keine Zeit. Wir sind nicht Freiburg, wo ein neuer Trainer Zeit bekommt. Die Fans haben eine Erwartungshaltung und klar der Kader ist im wert immer noch gut aber bekanntlich heißt das nicht viel. Die Presse versucht abos zu generieren (anders kann man es nicht mehr nennen).
Hütter weiß worauf er sich eingelassen hat, aber leider ist es ausgerechnet dieses Jahr kein guter Spielplan für uns. Wir haben die Teams unter Platz 7 am Anfang.
Ich hoffe in Mainz das Ding dreckig zu gewinnen, Hütter braucht jetzt jede Woche mit dem Team um es hinzubekommen.
Man muss auch sagen, wir hatten gestern sehr viel Pech. So ein Elfer wurde bspw auch schon mal gepfiffen und das 3 und 4 Tor passiert auch nicht alle Tage.
Bei einem Punkt sehe ich es etwas anders: Ich glaube schon, dass Hütter intern die notwendige Zeit bekommen wird. Vielleicht denken wir da zu sehr in den üblichen Mechanismen des Profifußballs.
Denn wenn man Hütter jetzt diesen Kader gibt und ihn bei einer schwierigen Hinrunde direkt wieder entlässt, wäre die Trainerfrage irgendwann gar nicht mehr die entscheidende. Dann würde sich zwangsläufig die Frage stellen, wer diesen Kader zusammengestellt und innerhalb kürzester Zeit erneut den Trainer wechseln müsste. Spätestens dann würde der Druck auf Krösche eine ganz andere Dimension erreichen.
Zumal Hütter für die jetzige Kaderstruktur bisher am wenigsten kann. Er übernimmt einen größeren Umbruch, muss mehrere junge Spieler integrieren, eine neue Hierarchie entwickeln und gleichzeitig seine Spielidee implementieren. Dass so etwas nicht nach ein paar Wochen abgeschlossen ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Seine erste Amtszeit ist dafür sogar ein ganz guter Hinweis. Auch damals brauchte es zunächst Zeit, bis seine Prinzipien wirklich gegriffen haben. Danach entstand eine Mannschaft, bei der irgendwann jeder wusste, wann angelaufen, nachgeschoben oder abgesichert wird.
Das größere Problem sehe ich deshalb tatsächlich außerhalb der Mannschaft. Medien und vor allem soziale Netzwerke geben einem solchen Prozess diese Zeit kaum noch. Nach zwei Spieltagen werden bereits Transferfenster endgültig bewertet, Spieler abgeschrieben und die Saison hochgerechnet. Vieles davon entsteht unmittelbar aus der Enttäuschung über ein Ergebnis. Emotional völlig nachvollziehbar – für eine vernünftige Bewertung aber wenig hilfreich.
Vielleicht wäre genau deshalb diese Saison mal eine, in der wir unsere eigenen Erwartungen etwas zurückfahren sollten. Nicht schon im September festlegen: Platz 6 muss es mindestens sein, sonst war alles schlecht.
Alexander Pope hat mal sinngemäß gesagt: „Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden.“
Ganz so anspruchslos müssen wir natürlich nicht werden. 😂 Aber etwas weniger Erwartungsdruck würde uns momentan vermutlich guttun.
Gebt Hütter und dieser Mannschaft erstmal die Möglichkeit, sich zu finden. Wenn daraus am Ende Platz 5 wird – wunderbar. Wird es Platz 9, aber wir sehen eine klare Entwicklung und haben Baum, Kosugi, Uzun und Co. ein Jahr weitergebracht, muss das nicht automatisch eine schlechte Saison gewesen sein.
Vielleicht sollten wir diese Saison ausnahmsweise einmal nicht permanent auf die Tabelle schauen, sondern darauf, was bis Mai aus dieser Mannschaft geworden ist.
Ich würde die beiden Halbzeiten gegen Augsburg weniger unter „Mentalität“ oder pauschal unter „fehlender Qualität“ betrachten, sondern zunächst über die Statik unseres Spielmodells. Denn ich glaube, dass genau dort momentan sowohl unsere große Chance als auch unser größtes Risiko liegt.
Hütter möchte proaktiv verteidigen. Das war in der ersten Halbzeit auch ziemlich deutlich zu erkennen. Interessant war dabei für mich weniger unser Ballbesitz als vielmehr die Positionierung gegen den Ball und unmittelbar nach Ballverlust.
Wir haben Augsburg häufig mit einer hohen letzten Linie verteidigt und versucht, den Raum bereits weit vor unserem eigenen Strafraum zu kontrollieren. Entscheidend dafür war das konsequente Nachschieben. Sobald Augsburg auf eine Seite gelenkt wurde, konnte die ballnahe Seite verdichten, während die letzte Linie aggressiv Anschluss gehalten hat.
Dadurch waren die vertikalen Abstände klein. Und genau das ist wichtig, weil ein Ballverlust dann nicht zwangsläufig sofort verteidigt werden muss, sondern zunächst gegengepresst werden kann.
Deshalb sah unsere Defensive in der ersten Halbzeit für mich auch wesentlich stabiler aus. Nicht weil Baum, Koch, Brassier oder Kosugi plötzlich individuell bessere Verteidiger waren, sondern weil sie wesentlich seltener isoliert verteidigen mussten.
Das ist ein elementarer Unterschied.
Eine Viererkette verteidigt nicht unabhängig vom Rest der Mannschaft. Wenn die Abstände zwischen Angriff, Mittelfeld und letzter Linie stimmen, kann ich nach Ballverlust sofort Anschlussdruck herstellen. Werden diese Abstände zu groß, entstehen Laufduelle, offene Halbräume und Situationen, in denen beispielsweise ein Außenverteidiger plötzlich gleichzeitig Breite und Tiefe kontrollieren soll.
Dann sieht am Ende häufig der Verteidiger schlecht aus, obwohl der eigentliche Fehler zehn oder zwanzig Meter weiter vorne entstanden ist.
Genau deshalb würde ich unsere Defensive momentan auch nicht isoliert anhand der Namen bewerten.
Viel interessanter finde ich beispielsweise die Besetzung des Zentrums.
Mit Onyedika haben wir im Grunde nur einen klassischen absichernden Mittelfeldspieler aufgestellt. Davor beziehungsweise daneben bewegen sich Spieler, deren natürliche Orientierung wesentlich offensiver ist.
Das kann sehr attraktiv sein, weil man viele Spieler zwischen und hinter die gegnerischen Linien bekommt. Gleichzeitig erzeugt diese Struktur aber eine enorme Verantwortung für Onyedika.
Wenn die Außenverteidiger Höhe geben und gleichzeitig mehrere offensive Spieler vor dem Ball positioniert sind, muss nach Ballverlust die erste Gegenpressingaktion sitzen. Tut sie das nicht, wird der Sechser zum Feuerwehrmann für eine Fläche, die ein einzelner Spieler überhaupt nicht kontrollieren kann.
Und genau hier liegt für mich einer der Schlüssel für die zwei Gesichter.
Solange unser Gegenpressing in Halbzeit eins Zugriff hatte, funktionierte diese mutige Besetzung. Augsburg kam kaum in Situationen, in denen unsere Restverteidigung offen verteidigen musste. Wir konnten Ballverluste häufig bereits im ersten oder zweiten Zugriff auffangen und Augsburg damit daran hindern, überhaupt kontrolliert in unsere letzte Linie zu kommen.
Genau darin liegt aber gleichzeitig die Fragilität dieses Ansatzes: Wird die erste Gegenpressinglinie überspielt, fehlt uns aktuell noch zu häufig der zweite Zugriff. Dann wird aus einer aggressiven Vorwärtsverteidigung innerhalb weniger Sekunden eine offene Rückwärtsbewegung.
Und dann reden wir plötzlich nicht mehr über Pressing, sondern über Notverteidigung.
Das ist für mich momentan einer der wesentlichen Punkte.
Denn eine Mannschaft, die hoch verteidigen möchte, muss nach einem überspielten Pressing sehr schnell erkennen, ob sie weiterhin Zugriff herstellen kann oder ob sie abbrechen, Tiefe sichern und sich neu organisieren muss.
Genau diese Entscheidungsfindung funktioniert noch nicht zuverlässig.
Und hier wird es für mich nach dem Augsburger Doppelschlag besonders interessant.
Nach einem Gegentor gibt es bei einer hoch verteidigenden Mannschaft grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Ich kann meine Höhe beibehalten, benötige dann aber sofort wieder maximalen Druck auf den Ball. Oder ich nehme vorübergehend einige Meter heraus, verdichte zunächst das Zentrum, sichere Tiefe und stelle wieder Kontrolle her.
Was nicht funktioniert, ist die Zwischenlösung:
Vorne weiterhin attackieren wollen, während hinten bereits vorsichtiger verteidigt wird.
Genau dann verliert eine Mannschaft ihre vertikale Kompaktheit.
Die erste Linie presst, das Mittelfeld kommt nicht mehr sauber hinterher, die letzte Linie beginnt aufgrund fehlenden Balldrucks tiefer zu denken – und plötzlich entstehen zwischen den Mannschaftsteilen Räume, die vorher überhaupt nicht vorhanden waren.
Dann sieht es von außen schnell nach fehlender Mentalität oder individueller Qualität aus. In Wirklichkeit hat die Mannschaft aber zunächst ihre gemeinsame Raumordnung verloren.
Und damit bin ich auch bei der viel diskutierten Mentalität.
Mir ist die Gleichung „Rasmus und Theate weg = Mentalität weg“ deutlich zu einfach.
Bei Rasmus kann ich das aufgrund seiner Präsenz, Emotionalität und Zweikampfführung durchaus nachvollziehen. Bei Theate sehe ich das wesentlich kritischer. Seine aggressive Art zu verteidigen, seine Körpersprache und die Verbindung zu den Fans haben dieses Bild sicherlich begünstigt.
Nur ist das für mich nicht automatisch Führungsqualität.
Ein Abwehrchef definiert sich nicht darüber, wie spektakulär er einen Zweikampf führt oder wie sehr seine Art beim Publikum ankommt.
Er definiert sich vor allem über Steuerung.
Höhe der Kette vorgeben. Herausrücken kommandieren. Rückwärtspressing einfordern. Abstände korrigieren. Mitspieler verschieben. Nach Überspielen des Pressings erkennen, wann nicht mehr nach vorne verteidigt werden darf, sondern zunächst Raum gesichert und verzögert werden muss.
Gerade in der vergangenen Saison habe ich Theate nicht dauerhaft als diesen großen ordnenden Stabilisator wahrgenommen, als der er rückblickend gerade teilweise dargestellt wird.
Unser Problem gegen Augsburg war deshalb für mich auch nicht: „Uns fehlt Theate.“
Unser Problem war, dass nach dem Bruch im Spiel die kollektive Pressinglogik verloren ging.
Und genau dort sehe ich momentan Hütters größte Baustelle.
Für mich ist deshalb beispielsweise auch die Konstellation Götze/Onyedika wesentlich interessanter als die reflexartige Forderung nach dem nächsten Innenverteidiger.
Götze kann einem Spiel über seine Orientierung, sein Freilaufverhalten, seine Passwinkel und seine Fähigkeit, Drucksituationen spielerisch aufzulösen, enorme Qualität geben. Er ist aber naturgemäß kein zweiter Onyedika, der im defensiven Umschalten große Räume schließt.
Wenn ich diese Konstellation spielen möchte, muss ich strukturell dafür sorgen, dass entweder ein Außenverteidiger in der Restverteidigung tiefer bleibt, ein offensiver Achter nach Ballverlust sofort einrückt oder meine Gegenpressingstruktur so eng ist, dass der Gegner den ersten Pass nach Ballgewinn gar nicht sauber spielen kann.
Ansonsten entsteht hinter fünf oder sechs Spielern eine Fläche, die kaum noch kontrollierbar ist.
Das ist keine Kritik an Götze. Das ist eine Frage der Rollenkompatibilität.
Und genau deshalb finde ich auch Baum und Kosugi wesentlich interessanter, als sie momentan teilweise dargestellt werden.
Die Frage sollte nicht sein, ob beide heute bereits dieselbe defensive Sicherheit besitzen wie ein Außenverteidiger mit 150 Bundesligaspielen.
Die Frage muss lauten, welche Funktionen sie innerhalb von Hütters Spielmodell übernehmen sollen.
Beide können Dynamik erzeugen und Höhe geben. Dadurch kann die Breite über die Außenverteidiger hergestellt werden und offensive Spieler können enger in den Halbräumen positioniert werden. Das wiederum schafft andere Passwinkel, andere Anschlussaktionen und bessere Voraussetzungen für Überladungen.
Aber jede offensive Freiheit erzeugt irgendwo eine defensive Verpflichtung.
Wenn Baum hochschiebt, muss sein Rücken abgesichert werden. Wenn Kosugi auf der anderen Seite gleichzeitig Höhe gibt, verändert sich die gesamte Restverteidigung. Dann muss entweder Onyedika Räume vor beziehungsweise zwischen den Innenverteidigern schließen oder ein ballferner Spieler frühzeitig einrücken.
Deshalb interessiert mich auch nicht besonders, ob Baum am dritten Spieltag mal einen Zweikampf verliert.
Mich interessiert, ob die Absicherungsmechanismen um Baum herum in sechs Wochen besser funktionieren.
Genau dort zeigt sich Entwicklung.
Und aus diesem Grund gefällt mir der kleinere Kader grundsätzlich sogar.
Hütter muss gerade keine Ansammlung von Einzelspielern verwalten. Er muss eine gemeinsame Rauminterpretation entwickeln.
Pressinghöhe, Pressingtrigger, Rückwärtspressing, ballfernes Einrücken, Anschlussdruck, Tiefensicherung, Restverteidigung und das Verhalten nach Überspielen der ersten Linie entstehen nicht dadurch, dass man sie einmal auf eine Taktiktafel malt.
Sie entstehen durch Wiederholung.
Und dafür brauche ich Trainingskonstanz, klare Rollen und Spieler, die regelmäßig miteinander arbeiten.
Insofern sehe ich das Transferfenster sportlich auch nicht ausschließlich über die Frage: Wer ersetzt Theate? Wer ersetzt Rasmus? Wer ersetzt Spieler X?
Gute Kaderplanung bedeutet nicht zwingend, jedes abgegebene Profil eins zu eins durch dasselbe Profil zu ersetzen.
Man kann auch das Spielmodell verändern, weil die vorhandenen Spieler andere Stärken besitzen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass ich dieses Transferfenster für perfekt halte. Mir ist der Sturm quantitativ ebenfalls etwas dünn. Eine weitere defensive Option hätte ich auch genommen.
Aber Risiko und schlechte Kaderplanung sind für mich zwei verschiedene Dinge.
Genauso muss man zwischen Kaderplanung, individueller Form und Trainerentscheidungen unterscheiden.
Wenn Koch momentan nicht seine beste Form erreicht oder die letzte Linie nicht ausreichend führt, ist das ein Thema.
Wenn Hütter eine Zentrumsbesetzung wählt, die im defensiven Umschalten nicht funktioniert, ist das ein Thema.
Wenn ein junger Außenverteidiger einen individuellen Fehler macht, ist das ein Thema.
Aber aus drei unterschiedlichen Problemen automatisch ein einziges „Krösche hat den Kader schlecht zusammengestellt“ zu machen, ist mir deutlich zu simpel.
Kaderqualität, individuelle Form und taktische Umsetzung sind drei verschiedene Dinge.
Ähnlich sehe ich es offensiv.
Was uns gegenüber früheren Mannschaften möglicherweise tatsächlich fehlt, ist ein bestimmtes Profil: Spieler, die aus einer zunächst neutralen oder sogar schlecht vorbereiteten Situation über ein Tempodribbling selbstständig Raumgewinn herstellen und damit eine komplette gegnerische Linie überspielen.
Solche Spieler können strukturelle Unsauberkeiten kaschieren.
Fehlt diese individuelle Dynamik, muss ich Chancen anders vorbereiten.
Dann brauche ich saubere Halbraumbesetzung, Überladungen, Gegenbewegungen, dritte-Mann-Läufe, besseres Freiziehen von Räumen und vor allem Anschlussaktionen, nachdem eine gegnerische Linie überspielt wurde.
Dann muss der Gegner über Positionsspiel bewegt werden, anstatt darauf zu hoffen, dass ein Einzelspieler aus dem Stand Unordnung erzeugt.
Das benötigt deutlich mehr Abstimmung.
Deshalb halte ich auch Aussagen wie „Doan bringt keinen Output“ für viel zu eindimensional. Der Wert eines Spielers innerhalb eines Positionsangriffs bemisst sich nicht ausschließlich daran, wer am Ende Tor oder Assist bekommt. Entscheidend kann genauso sein, ob seine Positionierung einen Gegenspieler bindet, einen Halbraum öffnet, einen Passweg erzeugt oder die nächste Aktion vorbereitet.
Und damit komme ich wieder zu den „zwei Gesichtern“.
Für mich war Halbzeit eins nicht einfach gut und Halbzeit zwei einfach schlecht.
Halbzeit eins hat gezeigt, unter welchen strukturellen Bedingungen Hütters Idee funktionieren kann.
Halbzeit zwei hat gezeigt, wie fragil diese Bedingungen momentan noch sind, sobald der erste Zugriff verloren geht.
Das ist für mich ein wesentlich interessanterer Befund als die pauschale Aussage, der Mannschaft fehle Qualität.
Denn individuelle Qualität kann ich im Wesentlichen nur über Personal verändern.
Strukturelle Stabilität kann ich trainieren.
Und genau deshalb würde ich jetzt auch nicht hektisch irgendeinen Spieler verpflichten, nur weil wir sieben Gegentore in zwei Spielen bekommen haben.
Wenn wir in sechs oder acht Wochen noch immer dieselben Probleme haben, wenn unser Gegenpressing nach Überspielen der ersten Linie weiterhin keinen zweiten Zugriff besitzt, die Restverteidigung regelmäßig in Gleichzahl oder Unterzahl gerät, die Abstände zwischen den Linien nicht stimmen und Hütter keine Balance für seine Zentrumsbesetzung findet, dann haben wir ein strukturelles Problem, über das man sehr ernsthaft reden muss.
Momentan sehe ich aber zunächst einen Trainer, der versucht, die Mannschaft höher und proaktiver verteidigen zu lassen, gleichzeitig viele technisch starke Spieler auf den Platz bringen möchte und dafür bewusst Risiko in der Absicherung akzeptiert.
Seine Aufgabe besteht jetzt darin, dieses Risiko kontrollierbar zu machen.
Und genau deshalb bin ich auch vorsichtig mit dem Anspruchsdenken von uns Fans.
Natürlich darf jeder kritisieren. Ich mache das selbst. Aber nur weil jemand seit 20 Jahren Mitglied ist, eine Dauerkarte besitzt, Eintritt bezahlt oder jedes zweite Wochenende hunderte Kilometer auswärts fährt, besitzt er dadurch weder ein größeres Mitspracherecht bei sportlichen Entscheidungen noch automatisch eine höhere fachliche Kompetenz.
All diese Dinge tun wir freiwillig, weil wir Eintracht unterstützen und diesen Verein lieben.
Daraus entsteht aber kein Anspruch darauf, dass die sportliche Leitung den Kader nach unseren Vorstellungen zusammenstellt.
Eine Eintrittskarte ist eine Eintrittskarte und kein Anteilsschein an der Kaderplanung.
Wir kennen weder sämtliche Transferoptionen noch interne Gespräche, Trainingswerte, medizinische Daten, definierte Spielerprofile, finanzielle Grenzen oder die taktischen Überlegungen hinter einzelnen Personalentscheidungen.
Deshalb unterscheide ich ziemlich deutlich zwischen:
„Ich halte diese Entscheidung für falsch.“
und
„Ich weiß, dass diese Entscheidung falsch ist.“
Ersteres ist Kritik. Zweiteres setzt Informationen voraus, die wir Außenstehenden schlicht nicht besitzen.
Und genau deshalb würde ich nach zwei Bundesligaspielen weder die Kaderplanung abfeiern noch sie beerdigen.
Für mich lautet die entscheidende Frage nach Augsburg nicht:
„Wen hätte Krösche noch kaufen müssen?“
Sondern:
Warum konnte dieselbe Mannschaft Augsburg zunächst kontrollieren und verlor anschließend innerhalb kürzester Zeit ihre komplette Zugriffskontrolle?
Wenn Hütter darauf eine Antwort findet, verschwinden möglicherweise einige der momentan diskutierten vermeintlichen Kaderprobleme ganz von selbst.
Wenn er sie nicht findet, werden wir irgendwann ganz andere Diskussionen führen müssen.
Aber genau daran würde ich diese Mannschaft in den kommenden Wochen messen:
Nicht daran, ob jeder junge Spieler sofort fehlerfrei funktioniert. Nicht daran, ob nach zwei Spieltagen irgendeine Tabelle unseren Erwartungen entspricht.
Sondern daran, ob aus individuellem Verteidigen wieder kollektives Verteidigen wird, ob nach dem ersten verlorenen Zugriff ein zweiter entsteht, ob die Restverteidigung sauberer organisiert wird, ob die Abstände unter gegnerischem Druck stabil bleiben und ob diese Mannschaft lernt, nach einem Wirkungstreffer nicht ihre komplette Raumordnung zu verlieren.
Dann werden aus den zwei Gesichtern irgendwann nicht deshalb eines, weil plötzlich bessere Einzelspieler auf dem Platz stehen – sondern weil elf Spieler anfangen, dieselben Situationen gleich zu interpretieren.
Und genau das ist am Ende Trainerarbeit.
Hütter möchte proaktiv verteidigen. Das war in der ersten Halbzeit auch ziemlich deutlich zu erkennen. Interessant war dabei für mich weniger unser Ballbesitz als vielmehr die Positionierung gegen den Ball und unmittelbar nach Ballverlust.
Wir haben Augsburg häufig mit einer hohen letzten Linie verteidigt und versucht, den Raum bereits weit vor unserem eigenen Strafraum zu kontrollieren. Entscheidend dafür war das konsequente Nachschieben. Sobald Augsburg auf eine Seite gelenkt wurde, konnte die ballnahe Seite verdichten, während die letzte Linie aggressiv Anschluss gehalten hat.
Dadurch waren die vertikalen Abstände klein. Und genau das ist wichtig, weil ein Ballverlust dann nicht zwangsläufig sofort verteidigt werden muss, sondern zunächst gegengepresst werden kann.
Deshalb sah unsere Defensive in der ersten Halbzeit für mich auch wesentlich stabiler aus. Nicht weil Baum, Koch, Brassier oder Kosugi plötzlich individuell bessere Verteidiger waren, sondern weil sie wesentlich seltener isoliert verteidigen mussten.
Das ist ein elementarer Unterschied.
Eine Viererkette verteidigt nicht unabhängig vom Rest der Mannschaft. Wenn die Abstände zwischen Angriff, Mittelfeld und letzter Linie stimmen, kann ich nach Ballverlust sofort Anschlussdruck herstellen. Werden diese Abstände zu groß, entstehen Laufduelle, offene Halbräume und Situationen, in denen beispielsweise ein Außenverteidiger plötzlich gleichzeitig Breite und Tiefe kontrollieren soll.
Dann sieht am Ende häufig der Verteidiger schlecht aus, obwohl der eigentliche Fehler zehn oder zwanzig Meter weiter vorne entstanden ist.
Genau deshalb würde ich unsere Defensive momentan auch nicht isoliert anhand der Namen bewerten.
Viel interessanter finde ich beispielsweise die Besetzung des Zentrums.
Mit Onyedika haben wir im Grunde nur einen klassischen absichernden Mittelfeldspieler aufgestellt. Davor beziehungsweise daneben bewegen sich Spieler, deren natürliche Orientierung wesentlich offensiver ist.
Das kann sehr attraktiv sein, weil man viele Spieler zwischen und hinter die gegnerischen Linien bekommt. Gleichzeitig erzeugt diese Struktur aber eine enorme Verantwortung für Onyedika.
Wenn die Außenverteidiger Höhe geben und gleichzeitig mehrere offensive Spieler vor dem Ball positioniert sind, muss nach Ballverlust die erste Gegenpressingaktion sitzen. Tut sie das nicht, wird der Sechser zum Feuerwehrmann für eine Fläche, die ein einzelner Spieler überhaupt nicht kontrollieren kann.
Und genau hier liegt für mich einer der Schlüssel für die zwei Gesichter.
Solange unser Gegenpressing in Halbzeit eins Zugriff hatte, funktionierte diese mutige Besetzung. Augsburg kam kaum in Situationen, in denen unsere Restverteidigung offen verteidigen musste. Wir konnten Ballverluste häufig bereits im ersten oder zweiten Zugriff auffangen und Augsburg damit daran hindern, überhaupt kontrolliert in unsere letzte Linie zu kommen.
Genau darin liegt aber gleichzeitig die Fragilität dieses Ansatzes: Wird die erste Gegenpressinglinie überspielt, fehlt uns aktuell noch zu häufig der zweite Zugriff. Dann wird aus einer aggressiven Vorwärtsverteidigung innerhalb weniger Sekunden eine offene Rückwärtsbewegung.
Und dann reden wir plötzlich nicht mehr über Pressing, sondern über Notverteidigung.
Das ist für mich momentan einer der wesentlichen Punkte.
Denn eine Mannschaft, die hoch verteidigen möchte, muss nach einem überspielten Pressing sehr schnell erkennen, ob sie weiterhin Zugriff herstellen kann oder ob sie abbrechen, Tiefe sichern und sich neu organisieren muss.
Genau diese Entscheidungsfindung funktioniert noch nicht zuverlässig.
Und hier wird es für mich nach dem Augsburger Doppelschlag besonders interessant.
Nach einem Gegentor gibt es bei einer hoch verteidigenden Mannschaft grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Ich kann meine Höhe beibehalten, benötige dann aber sofort wieder maximalen Druck auf den Ball. Oder ich nehme vorübergehend einige Meter heraus, verdichte zunächst das Zentrum, sichere Tiefe und stelle wieder Kontrolle her.
Was nicht funktioniert, ist die Zwischenlösung:
Vorne weiterhin attackieren wollen, während hinten bereits vorsichtiger verteidigt wird.
Genau dann verliert eine Mannschaft ihre vertikale Kompaktheit.
Die erste Linie presst, das Mittelfeld kommt nicht mehr sauber hinterher, die letzte Linie beginnt aufgrund fehlenden Balldrucks tiefer zu denken – und plötzlich entstehen zwischen den Mannschaftsteilen Räume, die vorher überhaupt nicht vorhanden waren.
Dann sieht es von außen schnell nach fehlender Mentalität oder individueller Qualität aus. In Wirklichkeit hat die Mannschaft aber zunächst ihre gemeinsame Raumordnung verloren.
Und damit bin ich auch bei der viel diskutierten Mentalität.
Mir ist die Gleichung „Rasmus und Theate weg = Mentalität weg“ deutlich zu einfach.
Bei Rasmus kann ich das aufgrund seiner Präsenz, Emotionalität und Zweikampfführung durchaus nachvollziehen. Bei Theate sehe ich das wesentlich kritischer. Seine aggressive Art zu verteidigen, seine Körpersprache und die Verbindung zu den Fans haben dieses Bild sicherlich begünstigt.
Nur ist das für mich nicht automatisch Führungsqualität.
Ein Abwehrchef definiert sich nicht darüber, wie spektakulär er einen Zweikampf führt oder wie sehr seine Art beim Publikum ankommt.
Er definiert sich vor allem über Steuerung.
Höhe der Kette vorgeben. Herausrücken kommandieren. Rückwärtspressing einfordern. Abstände korrigieren. Mitspieler verschieben. Nach Überspielen des Pressings erkennen, wann nicht mehr nach vorne verteidigt werden darf, sondern zunächst Raum gesichert und verzögert werden muss.
Gerade in der vergangenen Saison habe ich Theate nicht dauerhaft als diesen großen ordnenden Stabilisator wahrgenommen, als der er rückblickend gerade teilweise dargestellt wird.
Unser Problem gegen Augsburg war deshalb für mich auch nicht: „Uns fehlt Theate.“
Unser Problem war, dass nach dem Bruch im Spiel die kollektive Pressinglogik verloren ging.
Und genau dort sehe ich momentan Hütters größte Baustelle.
Für mich ist deshalb beispielsweise auch die Konstellation Götze/Onyedika wesentlich interessanter als die reflexartige Forderung nach dem nächsten Innenverteidiger.
Götze kann einem Spiel über seine Orientierung, sein Freilaufverhalten, seine Passwinkel und seine Fähigkeit, Drucksituationen spielerisch aufzulösen, enorme Qualität geben. Er ist aber naturgemäß kein zweiter Onyedika, der im defensiven Umschalten große Räume schließt.
Wenn ich diese Konstellation spielen möchte, muss ich strukturell dafür sorgen, dass entweder ein Außenverteidiger in der Restverteidigung tiefer bleibt, ein offensiver Achter nach Ballverlust sofort einrückt oder meine Gegenpressingstruktur so eng ist, dass der Gegner den ersten Pass nach Ballgewinn gar nicht sauber spielen kann.
Ansonsten entsteht hinter fünf oder sechs Spielern eine Fläche, die kaum noch kontrollierbar ist.
Das ist keine Kritik an Götze. Das ist eine Frage der Rollenkompatibilität.
Und genau deshalb finde ich auch Baum und Kosugi wesentlich interessanter, als sie momentan teilweise dargestellt werden.
Die Frage sollte nicht sein, ob beide heute bereits dieselbe defensive Sicherheit besitzen wie ein Außenverteidiger mit 150 Bundesligaspielen.
Die Frage muss lauten, welche Funktionen sie innerhalb von Hütters Spielmodell übernehmen sollen.
Beide können Dynamik erzeugen und Höhe geben. Dadurch kann die Breite über die Außenverteidiger hergestellt werden und offensive Spieler können enger in den Halbräumen positioniert werden. Das wiederum schafft andere Passwinkel, andere Anschlussaktionen und bessere Voraussetzungen für Überladungen.
Aber jede offensive Freiheit erzeugt irgendwo eine defensive Verpflichtung.
Wenn Baum hochschiebt, muss sein Rücken abgesichert werden. Wenn Kosugi auf der anderen Seite gleichzeitig Höhe gibt, verändert sich die gesamte Restverteidigung. Dann muss entweder Onyedika Räume vor beziehungsweise zwischen den Innenverteidigern schließen oder ein ballferner Spieler frühzeitig einrücken.
Deshalb interessiert mich auch nicht besonders, ob Baum am dritten Spieltag mal einen Zweikampf verliert.
Mich interessiert, ob die Absicherungsmechanismen um Baum herum in sechs Wochen besser funktionieren.
Genau dort zeigt sich Entwicklung.
Und aus diesem Grund gefällt mir der kleinere Kader grundsätzlich sogar.
Hütter muss gerade keine Ansammlung von Einzelspielern verwalten. Er muss eine gemeinsame Rauminterpretation entwickeln.
Pressinghöhe, Pressingtrigger, Rückwärtspressing, ballfernes Einrücken, Anschlussdruck, Tiefensicherung, Restverteidigung und das Verhalten nach Überspielen der ersten Linie entstehen nicht dadurch, dass man sie einmal auf eine Taktiktafel malt.
Sie entstehen durch Wiederholung.
Und dafür brauche ich Trainingskonstanz, klare Rollen und Spieler, die regelmäßig miteinander arbeiten.
Insofern sehe ich das Transferfenster sportlich auch nicht ausschließlich über die Frage: Wer ersetzt Theate? Wer ersetzt Rasmus? Wer ersetzt Spieler X?
Gute Kaderplanung bedeutet nicht zwingend, jedes abgegebene Profil eins zu eins durch dasselbe Profil zu ersetzen.
Man kann auch das Spielmodell verändern, weil die vorhandenen Spieler andere Stärken besitzen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass ich dieses Transferfenster für perfekt halte. Mir ist der Sturm quantitativ ebenfalls etwas dünn. Eine weitere defensive Option hätte ich auch genommen.
Aber Risiko und schlechte Kaderplanung sind für mich zwei verschiedene Dinge.
Genauso muss man zwischen Kaderplanung, individueller Form und Trainerentscheidungen unterscheiden.
Wenn Koch momentan nicht seine beste Form erreicht oder die letzte Linie nicht ausreichend führt, ist das ein Thema.
Wenn Hütter eine Zentrumsbesetzung wählt, die im defensiven Umschalten nicht funktioniert, ist das ein Thema.
Wenn ein junger Außenverteidiger einen individuellen Fehler macht, ist das ein Thema.
Aber aus drei unterschiedlichen Problemen automatisch ein einziges „Krösche hat den Kader schlecht zusammengestellt“ zu machen, ist mir deutlich zu simpel.
Kaderqualität, individuelle Form und taktische Umsetzung sind drei verschiedene Dinge.
Ähnlich sehe ich es offensiv.
Was uns gegenüber früheren Mannschaften möglicherweise tatsächlich fehlt, ist ein bestimmtes Profil: Spieler, die aus einer zunächst neutralen oder sogar schlecht vorbereiteten Situation über ein Tempodribbling selbstständig Raumgewinn herstellen und damit eine komplette gegnerische Linie überspielen.
Solche Spieler können strukturelle Unsauberkeiten kaschieren.
Fehlt diese individuelle Dynamik, muss ich Chancen anders vorbereiten.
Dann brauche ich saubere Halbraumbesetzung, Überladungen, Gegenbewegungen, dritte-Mann-Läufe, besseres Freiziehen von Räumen und vor allem Anschlussaktionen, nachdem eine gegnerische Linie überspielt wurde.
Dann muss der Gegner über Positionsspiel bewegt werden, anstatt darauf zu hoffen, dass ein Einzelspieler aus dem Stand Unordnung erzeugt.
Das benötigt deutlich mehr Abstimmung.
Deshalb halte ich auch Aussagen wie „Doan bringt keinen Output“ für viel zu eindimensional. Der Wert eines Spielers innerhalb eines Positionsangriffs bemisst sich nicht ausschließlich daran, wer am Ende Tor oder Assist bekommt. Entscheidend kann genauso sein, ob seine Positionierung einen Gegenspieler bindet, einen Halbraum öffnet, einen Passweg erzeugt oder die nächste Aktion vorbereitet.
Und damit komme ich wieder zu den „zwei Gesichtern“.
Für mich war Halbzeit eins nicht einfach gut und Halbzeit zwei einfach schlecht.
Halbzeit eins hat gezeigt, unter welchen strukturellen Bedingungen Hütters Idee funktionieren kann.
Halbzeit zwei hat gezeigt, wie fragil diese Bedingungen momentan noch sind, sobald der erste Zugriff verloren geht.
Das ist für mich ein wesentlich interessanterer Befund als die pauschale Aussage, der Mannschaft fehle Qualität.
Denn individuelle Qualität kann ich im Wesentlichen nur über Personal verändern.
Strukturelle Stabilität kann ich trainieren.
Und genau deshalb würde ich jetzt auch nicht hektisch irgendeinen Spieler verpflichten, nur weil wir sieben Gegentore in zwei Spielen bekommen haben.
Wenn wir in sechs oder acht Wochen noch immer dieselben Probleme haben, wenn unser Gegenpressing nach Überspielen der ersten Linie weiterhin keinen zweiten Zugriff besitzt, die Restverteidigung regelmäßig in Gleichzahl oder Unterzahl gerät, die Abstände zwischen den Linien nicht stimmen und Hütter keine Balance für seine Zentrumsbesetzung findet, dann haben wir ein strukturelles Problem, über das man sehr ernsthaft reden muss.
Momentan sehe ich aber zunächst einen Trainer, der versucht, die Mannschaft höher und proaktiver verteidigen zu lassen, gleichzeitig viele technisch starke Spieler auf den Platz bringen möchte und dafür bewusst Risiko in der Absicherung akzeptiert.
Seine Aufgabe besteht jetzt darin, dieses Risiko kontrollierbar zu machen.
Und genau deshalb bin ich auch vorsichtig mit dem Anspruchsdenken von uns Fans.
Natürlich darf jeder kritisieren. Ich mache das selbst. Aber nur weil jemand seit 20 Jahren Mitglied ist, eine Dauerkarte besitzt, Eintritt bezahlt oder jedes zweite Wochenende hunderte Kilometer auswärts fährt, besitzt er dadurch weder ein größeres Mitspracherecht bei sportlichen Entscheidungen noch automatisch eine höhere fachliche Kompetenz.
All diese Dinge tun wir freiwillig, weil wir Eintracht unterstützen und diesen Verein lieben.
Daraus entsteht aber kein Anspruch darauf, dass die sportliche Leitung den Kader nach unseren Vorstellungen zusammenstellt.
Eine Eintrittskarte ist eine Eintrittskarte und kein Anteilsschein an der Kaderplanung.
Wir kennen weder sämtliche Transferoptionen noch interne Gespräche, Trainingswerte, medizinische Daten, definierte Spielerprofile, finanzielle Grenzen oder die taktischen Überlegungen hinter einzelnen Personalentscheidungen.
Deshalb unterscheide ich ziemlich deutlich zwischen:
„Ich halte diese Entscheidung für falsch.“
und
„Ich weiß, dass diese Entscheidung falsch ist.“
Ersteres ist Kritik. Zweiteres setzt Informationen voraus, die wir Außenstehenden schlicht nicht besitzen.
Und genau deshalb würde ich nach zwei Bundesligaspielen weder die Kaderplanung abfeiern noch sie beerdigen.
Für mich lautet die entscheidende Frage nach Augsburg nicht:
„Wen hätte Krösche noch kaufen müssen?“
Sondern:
Warum konnte dieselbe Mannschaft Augsburg zunächst kontrollieren und verlor anschließend innerhalb kürzester Zeit ihre komplette Zugriffskontrolle?
Wenn Hütter darauf eine Antwort findet, verschwinden möglicherweise einige der momentan diskutierten vermeintlichen Kaderprobleme ganz von selbst.
Wenn er sie nicht findet, werden wir irgendwann ganz andere Diskussionen führen müssen.
Aber genau daran würde ich diese Mannschaft in den kommenden Wochen messen:
Nicht daran, ob jeder junge Spieler sofort fehlerfrei funktioniert. Nicht daran, ob nach zwei Spieltagen irgendeine Tabelle unseren Erwartungen entspricht.
Sondern daran, ob aus individuellem Verteidigen wieder kollektives Verteidigen wird, ob nach dem ersten verlorenen Zugriff ein zweiter entsteht, ob die Restverteidigung sauberer organisiert wird, ob die Abstände unter gegnerischem Druck stabil bleiben und ob diese Mannschaft lernt, nach einem Wirkungstreffer nicht ihre komplette Raumordnung zu verlieren.
Dann werden aus den zwei Gesichtern irgendwann nicht deshalb eines, weil plötzlich bessere Einzelspieler auf dem Platz stehen – sondern weil elf Spieler anfangen, dieselben Situationen gleich zu interpretieren.
Und genau das ist am Ende Trainerarbeit.
Sehr gute Punkt und es wirft die Frage auf, seit wann wir diese Probleme haben! Für mich war es unter Toppi die Umstellung (notgedrungen) von einem Umschaltspiel mit schnellen Bällen auf Omar oder später die individuelle Klasse von Hugo auf klaren Offensiv Fußball. Toppi hatte das ja mehrfach gesagt, er musste was ändern und es klappte am Anfang auch gut! Gegen Gladbach sah man da zum ersten Mal in den letzten 20min die Schatten Seiten! Hütter hat gegen Augsburg auch sehr offensiv gespielt und es hat in HZ1 top funktioniert, wenn Du da 4:0 führst ist das Ding durch! Augsburg wird in der HZ Angriffspunkte gefunden haben und dann mit etwas Glück haben sie alles direkt umgesetzt.
Für mich ist nicht M.K. Schuld, Koch ein TW, etc. die Mannschaft muss lernen kontrollierter zu spielen, wann gebe ich bspw trotz Überlegenheit auch dem Gegner den Ball. Da sind einige Junge Spieler auf dem Platz die alles in 45 min reinhauen an Sprits und klar Spieler wie Uzun verlieren auch mal den Ball und dann geht’s wieder 70m im Sprint zurück…trotzdem ohne Spieler wie Uzun wird es schwer.
Auch wenn ich es kaum glauben kann das wir zuhause 4 Stück gegen Augsburg bekommen haben, hoffe ich das es Teil eines langfristigem lernen dieser Jungen Mannschaft ist! Nicht vergessen, dass sind heutzutage alles Top Profis mit NLZ Ausbildungen und denen muss man Grundlagen des Fußballs nicht erklären. Das Team muss funktionieren im Spiel und da ist noch viel potenzial!
Thema Abstimmung und Chef der Abwehr, da hat uns M.K. mit dem Trapp Verkauf und seinem Zwang auf die talentierte TW Nr.2 zusetzen, leider sehr sehr geschwächt.
Für mich ist nicht M.K. Schuld, Koch ein TW, etc. die Mannschaft muss lernen kontrollierter zu spielen, wann gebe ich bspw trotz Überlegenheit auch dem Gegner den Ball. Da sind einige Junge Spieler auf dem Platz die alles in 45 min reinhauen an Sprits und klar Spieler wie Uzun verlieren auch mal den Ball und dann geht’s wieder 70m im Sprint zurück…trotzdem ohne Spieler wie Uzun wird es schwer.
Auch wenn ich es kaum glauben kann das wir zuhause 4 Stück gegen Augsburg bekommen haben, hoffe ich das es Teil eines langfristigem lernen dieser Jungen Mannschaft ist! Nicht vergessen, dass sind heutzutage alles Top Profis mit NLZ Ausbildungen und denen muss man Grundlagen des Fußballs nicht erklären. Das Team muss funktionieren im Spiel und da ist noch viel potenzial!
Thema Abstimmung und Chef der Abwehr, da hat uns M.K. mit dem Trapp Verkauf und seinem Zwang auf die talentierte TW Nr.2 zusetzen, leider sehr sehr geschwächt.
Jayjay77, die Frage, seit wann wir diese Probleme haben, finde ich tatsächlich interessant. Ich würde das auch nicht ausschließlich Hütter zuschreiben. Ein Teil davon zieht sich schon aus der Zeit unter Toppmöller durch.
Mit Marmoush und später Ekitiké hatten wir Spieler, die strukturell unsaubere Situationen durch individuelle Dynamik lösen konnten. Ballgewinn, vertikaler Pass, 30 Meter Raumgewinn – damit überspielst du zwei Linien und kaschierst natürlich einiges.
Willst du dagegen so hoch und dominant spielen wie Hütter momentan, muss bereits bei eigenem Ballbesitz die Restverteidigung stimmen. Und da sehe ich aktuell unsere größte Baustelle.
Bei deinem Punkt, dem Gegner auch mal den Ball zu geben, würde ich deshalb etwas anders rangehen. Es geht weniger darum, freiwillig den Ball abzugeben, sondern zu erkennen, wann ein Angriff nicht sauber vorbereitet ist. Dann eben nochmal zurück, Gegner bewegen, Abstände herstellen und neu aufbauen. Nicht jedes offene Passfenster muss vertikal bespielt werden.
Uzun ist dafür ein gutes Beispiel. Natürlich verliert der Bälle. Das muss er sogar dürfen, wenn ich möchte, dass er zwischen den Linien aufdreht und Risiko eingeht.
Entscheidend ist, wie wir hinter seinem Ballverlust gestaffelt sind. Steht Onyedika richtig? Ist der ballferne Außenverteidiger eingerückt? Haben wir sofort Druck auf den Ball? Und wenn der erste Zugriff überspielt wird: Wer stellt den zweiten her?
Genau dieser zweite Zugriff fehlt mir momentan.
Und deshalb sehe ich auch die 70-Meter-Rückwärtssprints etwas anders. Wenn meine Spieler regelmäßig solche Wege machen müssen, ist das nicht nur eine Frage von Fitness oder Einsatz. Dann stimmt vorher meistens schon etwas in der Restverteidigung nicht.
Gegen Augsburg war das nach der Pause gut zu sehen. Vorne wurde teilweise weiterhin aggressiv angelaufen, während hinten nicht mehr konsequent nachgeschoben wurde. Damit verlierst du die vertikale Kompaktheit, das Mittelfeld hängt dazwischen und Onyedika soll plötzlich Räume kontrollieren, die ein einzelner Sechser gar nicht kontrollieren kann.
Am Ende sieht dann Baum, Kosugi oder ein Innenverteidiger schlecht aus, obwohl der eigentliche Fehler deutlich früher entstanden ist.
Bei den jungen Spielern bin ich deshalb bei dir. Denen muss keiner mehr die Grundlagen erklären. Die müssen lernen, diese Situationen auf Bundesliganiveau gemeinsam gleich zu interpretieren: Wann schiebe ich nach? Wann sichere ich Tiefe? Wann breche ich das Pressing ab? Wer übernimmt den Rücken des Außenverteidigers?
Das ist für mich auch Hütters eigentliche Aufgabe. Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass seine Idee funktionieren kann. Die zweite hat gezeigt, wie fragil sie noch ist, sobald der erste Zugriff verloren geht.
Und genau daran würde ich die Entwicklung messen: Restverteidigung, zweiter Zugriff, Abstände und Spielsteuerung.
Denn das Entscheidende ist nicht, ob diese Mannschaft Fußball spielen kann. Das kann sie. Sie muss lernen zu erkennen, wann sie welchen Fußball spielen muss.
Mit Marmoush und später Ekitiké hatten wir Spieler, die strukturell unsaubere Situationen durch individuelle Dynamik lösen konnten. Ballgewinn, vertikaler Pass, 30 Meter Raumgewinn – damit überspielst du zwei Linien und kaschierst natürlich einiges.
Willst du dagegen so hoch und dominant spielen wie Hütter momentan, muss bereits bei eigenem Ballbesitz die Restverteidigung stimmen. Und da sehe ich aktuell unsere größte Baustelle.
Bei deinem Punkt, dem Gegner auch mal den Ball zu geben, würde ich deshalb etwas anders rangehen. Es geht weniger darum, freiwillig den Ball abzugeben, sondern zu erkennen, wann ein Angriff nicht sauber vorbereitet ist. Dann eben nochmal zurück, Gegner bewegen, Abstände herstellen und neu aufbauen. Nicht jedes offene Passfenster muss vertikal bespielt werden.
Uzun ist dafür ein gutes Beispiel. Natürlich verliert der Bälle. Das muss er sogar dürfen, wenn ich möchte, dass er zwischen den Linien aufdreht und Risiko eingeht.
Entscheidend ist, wie wir hinter seinem Ballverlust gestaffelt sind. Steht Onyedika richtig? Ist der ballferne Außenverteidiger eingerückt? Haben wir sofort Druck auf den Ball? Und wenn der erste Zugriff überspielt wird: Wer stellt den zweiten her?
Genau dieser zweite Zugriff fehlt mir momentan.
Und deshalb sehe ich auch die 70-Meter-Rückwärtssprints etwas anders. Wenn meine Spieler regelmäßig solche Wege machen müssen, ist das nicht nur eine Frage von Fitness oder Einsatz. Dann stimmt vorher meistens schon etwas in der Restverteidigung nicht.
Gegen Augsburg war das nach der Pause gut zu sehen. Vorne wurde teilweise weiterhin aggressiv angelaufen, während hinten nicht mehr konsequent nachgeschoben wurde. Damit verlierst du die vertikale Kompaktheit, das Mittelfeld hängt dazwischen und Onyedika soll plötzlich Räume kontrollieren, die ein einzelner Sechser gar nicht kontrollieren kann.
Am Ende sieht dann Baum, Kosugi oder ein Innenverteidiger schlecht aus, obwohl der eigentliche Fehler deutlich früher entstanden ist.
Bei den jungen Spielern bin ich deshalb bei dir. Denen muss keiner mehr die Grundlagen erklären. Die müssen lernen, diese Situationen auf Bundesliganiveau gemeinsam gleich zu interpretieren: Wann schiebe ich nach? Wann sichere ich Tiefe? Wann breche ich das Pressing ab? Wer übernimmt den Rücken des Außenverteidigers?
Das ist für mich auch Hütters eigentliche Aufgabe. Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass seine Idee funktionieren kann. Die zweite hat gezeigt, wie fragil sie noch ist, sobald der erste Zugriff verloren geht.
Und genau daran würde ich die Entwicklung messen: Restverteidigung, zweiter Zugriff, Abstände und Spielsteuerung.
Denn das Entscheidende ist nicht, ob diese Mannschaft Fußball spielen kann. Das kann sie. Sie muss lernen zu erkennen, wann sie welchen Fußball spielen muss.
Ich frage mich warum hier immer noch viele gegen M.K. sind. Heute mal am bsp. Baum der schon in HZ ein ein extrem schlechtes Stellungsspiel bei Diagos gezeigt hat (das scheint leider bei ihm ein Problem). M.K. wollte hier nachbessern und der Transfer stand schon fast fest (glaubt man der Presse) aber Adi hat in Baum einen Stammspieler gesehen den u.a. Toppi nicht gesehen hat. Da muss doch Adi jetzt mit ihm an den Defiziten ( welche bei den Gegentoren auch offensichtlich waren) arbeiten und nicht M.K. . Wir können ohne Europäische zu spielen, eben die Position nicht mehr doppelt besetzen und als Ersatz ist wohl Knauf geplant. Baum ist Jung und wird besser werden, aber er kommt aus Liga 2 und hat 1 Jahr kaum gespielt, da hat Adi jetzt hoffentlich keinen gesehen der Stammspieler bei einem Club ist, der um die Plätze 4-8 mitspielt.
Das Spiel heute ist leider schnell erklärt, die machen aus 7 Torschüssen 4 Tore und wir aus 8 genau 1 Tor! Extremer Aufwand in HZ1 und da musst du 3-4:0 führen! Dann wird kein Gegner mehr mit power raus kommen, weil es für einen Gegner der Klasse bei uns dann schon die Gefahr besteht, abgeschossen zu werden. Dann kann man das in HZ 2 locker runterspielen.
Positiv, alle Neuzugänge die gespielt haben in HZ 1 waren stark!
Das Spiel heute ist leider schnell erklärt, die machen aus 7 Torschüssen 4 Tore und wir aus 8 genau 1 Tor! Extremer Aufwand in HZ1 und da musst du 3-4:0 führen! Dann wird kein Gegner mehr mit power raus kommen, weil es für einen Gegner der Klasse bei uns dann schon die Gefahr besteht, abgeschossen zu werden. Dann kann man das in HZ 2 locker runterspielen.
Positiv, alle Neuzugänge die gespielt haben in HZ 1 waren stark!
Mit Marmoush und später Ekitiké hatten wir Spieler, die strukturell unsaubere Situationen durch individuelle Dynamik lösen konnten. Ballgewinn, vertikaler Pass, 30 Meter Raumgewinn – damit überspielst du zwei Linien und kaschierst natürlich einiges.
Willst du dagegen so hoch und dominant spielen wie Hütter momentan, muss bereits bei eigenem Ballbesitz die Restverteidigung stimmen. Und da sehe ich aktuell unsere größte Baustelle.
Bei deinem Punkt, dem Gegner auch mal den Ball zu geben, würde ich deshalb etwas anders rangehen. Es geht weniger darum, freiwillig den Ball abzugeben, sondern zu erkennen, wann ein Angriff nicht sauber vorbereitet ist. Dann eben nochmal zurück, Gegner bewegen, Abstände herstellen und neu aufbauen. Nicht jedes offene Passfenster muss vertikal bespielt werden.
Uzun ist dafür ein gutes Beispiel. Natürlich verliert der Bälle. Das muss er sogar dürfen, wenn ich möchte, dass er zwischen den Linien aufdreht und Risiko eingeht.
Entscheidend ist, wie wir hinter seinem Ballverlust gestaffelt sind. Steht Onyedika richtig? Ist der ballferne Außenverteidiger eingerückt? Haben wir sofort Druck auf den Ball? Und wenn der erste Zugriff überspielt wird: Wer stellt den zweiten her?
Genau dieser zweite Zugriff fehlt mir momentan.
Und deshalb sehe ich auch die 70-Meter-Rückwärtssprints etwas anders. Wenn meine Spieler regelmäßig solche Wege machen müssen, ist das nicht nur eine Frage von Fitness oder Einsatz. Dann stimmt vorher meistens schon etwas in der Restverteidigung nicht.
Gegen Augsburg war das nach der Pause gut zu sehen. Vorne wurde teilweise weiterhin aggressiv angelaufen, während hinten nicht mehr konsequent nachgeschoben wurde. Damit verlierst du die vertikale Kompaktheit, das Mittelfeld hängt dazwischen und Onyedika soll plötzlich Räume kontrollieren, die ein einzelner Sechser gar nicht kontrollieren kann.
Am Ende sieht dann Baum, Kosugi oder ein Innenverteidiger schlecht aus, obwohl der eigentliche Fehler deutlich früher entstanden ist.
Bei den jungen Spielern bin ich deshalb bei dir. Denen muss keiner mehr die Grundlagen erklären. Die müssen lernen, diese Situationen auf Bundesliganiveau gemeinsam gleich zu interpretieren: Wann schiebe ich nach? Wann sichere ich Tiefe? Wann breche ich das Pressing ab? Wer übernimmt den Rücken des Außenverteidigers?
Das ist für mich auch Hütters eigentliche Aufgabe. Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass seine Idee funktionieren kann. Die zweite hat gezeigt, wie fragil sie noch ist, sobald der erste Zugriff verloren geht.
Und genau daran würde ich die Entwicklung messen: Restverteidigung, zweiter Zugriff, Abstände und Spielsteuerung.
Denn das Entscheidende ist nicht, ob diese Mannschaft Fußball spielen kann. Das kann sie. Sie muss lernen zu erkennen, wann sie welchen Fußball spielen muss.