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Susewind

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Liebe Freunde der Eintracht,
vielleicht geht es ja nur mir so, aber irgendwie habe ich immer wieder den Eindruck, unsere Fan-Szene verändert sich und aus meiner Sicht leider nicht in positiver Hinsicht.
Ich bin quasi Eintracht-Fan, seit ich auf der Welt bin (53 Jahre) und war schon als kleines Kind mit meinem Vater im Stadion. Leider habe ich keine Dauerkarte, bin aber trotzdem häufig im Stadion, meinst im Stehblock.
Und ich gestehe, es nervt mich, wieviel Zeit und Energie auf das Schlechtmachen des jeweiligen Gegners verwendet wird.
Können wir uns nicht auf den Support unserer eigenen Mannschaft konzentrieren? Das können wir doch richtig gut!
Müssen die gegnerischen Spieler und Fans durchweg beleidigt und als „Feinde“ angesehen werden? Muss jetzt jedes Heimspiel ein Hoch-Risiko-Spiel mit übermäßiger Polizeipräsenz sein?
Ich finde mich in diesem Verhalten nicht wieder und schäme mich ehrlich gesagt auch dafür.
Auch für Autobahnbrücken, auf den  „Hauptstadt des Verbrechens“ und „Renn Auswärtsfan“ zu lesen ist.  Ist das wirklich  das Bild, was wir von unserem vielfältigen und bunten Verein und von unserem schönen Frankfurt vermitteln wollen?
Ich war schon dabei, als Auswärtsfans Bierduschen in Toilettenkabinen   bekommen  oder erklärt bekommen haben, sie dürften nicht mit uns an den Essens- und Getränkeständen unterhalb der Treppen, zu unserem Stehblock , in der Nähe des Fan-Shops stehen? Warum nicht, was soll das?
Ich finde es auch beschämend, wenn bei Auswärtsspielen jeder gegnerische Spieler als „*********“ betitelt wird. Was ist los mit unserer früher eher links eingestellten und toleranten Fangemeinde? Geht es nicht darum, im Stadion Spaß zu haben, ein möglichst gutes Spiel zu sehen und unsere Mannschaft maximal zu unterstützen?
Würde mir wünschen, dass auch der Verein hier mal wieder klare Kante zeigt und sich wieder deutlich  gegen Gewalt, Rassismus und Homophobie ausspricht, nicht nur durch spezielle Trikots.  Wie schön war es, als wir in den Schlagzeilen waren, weil Peter Fischer erklärt hat, dass wir keine AfD-Wähler als Mitglieder aufnehmen, weil das der Satzung und der Haltung von Eintracht Frankfurt widerspricht!!!
Müssen wir vermeintlich politisch rechts-geprägten Fangruppierungen auch noch eine große Bühne bereitstellen?
Tatsächlich habe ich in anderen Stadien schon so schöne Erfahrungen gemacht und viel Spaß, auch mit gegnerischen Fans gemacht. Ich habe schon mit einigen Eintracht-Fans aus unserem nahen Umfeld, aber auch mit Zufallsbekanntschaften im Stadion darüber gesprochen und immer Bestärkung erhalten.
Es gibt Mitglieder, die sich die Spiele inzwischen lieber im Fernsehen anschauen, statt ihre Dauerkarten im Stehblock wahrzunehmen, weil sie keine Lust mehr auf die aggressive Stimmung haben. Ganz zu schweigen davon, dass man sich genau überlegen muss, ob man noch Kinder mit in den Stehblock nehmen kann. Auch hier gibt es immer wieder Ängste von Eltern, aber vor allem auch von Kindern.
Ich würde mich freuen, wenn sich hier auch andere Eintracht-Mitglieder und -Fans finden, denen diese Entwicklung auf- und mißfällt.

Auf einen Dreier heute in Paderborn
Susewind