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Interview mit einem Obdachlosen

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propain schrieb:
yeboah1981 schrieb:

Und es ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass Nikotin ungefähr dasselbe Suchtpotenzial wie Heroin hat.

Welches Heroin lag da zugrunde, das vom Strassenverkauf oder reines Heroin ohne diverse Streckmittel. Das im Strassenverkauf ist schlimmer.

Gut, ich denke mal die haben reines benutzt. Trotzdem ist es doch mit dem Rauchen fast dasselbe. Und selbst wenn es einem bei Heroin noch klarer sein müsste, finde ich diese "selber schuld"-These irgendwie nicht so prickelnd.
Wenn jemand mit 15, 16 Jahren halt einfach mal zu blöde war, sollte man ihm doch nicht das Mitgefühl verweigern.
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yeboah1981 schrieb:
Und selbst wenn es einem bei Heroin noch klarer sein müsste, finde ich diese "selber schuld"-These irgendwie nicht so prickelnd.

Sie mag nicht prickelnd sein, aber so sehe ich das. Ich kenne Typen die wussten das es Scheißzeug ist und haben trotzdem damit angefangen, da fällt einem nix anderes zu ein. Ich wusste sehr früh was das für ein Dreck ist, das mag aber auch daher kommen das ich aus Frankfurt bin und man das da schon immer sehr nah mit bekam. Deshalb verstehe ich Frankfurter nicht die damit anfangen, man kann die abschreckenden Bilder der menschlichen Wracks doch garnicht übersehen.
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Natürlich müsste man das eigentlich wissen (vor allem als Großstädter), aber womöglich sind sich ja einige auch durchaus der Gefahr bewusst, scheißen aber in einer schweren Lebensphase auf alles und probieren es. Ohne das Zeugs wären sie vielleicht locker daraus gekommen und hätten ein glückliches Leben führen können. So sind sie abhängig, und da hab ich dann schon Mitleid.
Ich würde ja auch einen Selbstmörder davon abhalten wollen, und nicht sagen, du weißt, was passiert, wenn du da jetzt runterspringst, also selber schuld.
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Ich und einige Kumpels haben sie versucht abzuhalten. Nur was willst du machen wenn da die Antwort "Mir passiert das doch nicht, ich werde nicht abhängig" kommt.
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Klar, das ist tragisch. Da kann man wahrscheinlich wirklich nicht viel machen.
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Meine Schwester ist in Frankfurt
1977 elendig an ner Überdosis krepiert.
Sie war 19 Jahre alt und drauf seit sie 15 war..

Diese "Selber-Schuld-These" halte ich gelinde gesagt
für grenzwertig
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Trieft mir n bisschen zu arg von Selbstmitleid. Nicht die Spur der Selbstkritik.
Wenn man 20 Jahre das falsche Fach studiert, dann ist man entweder zu faul und will nicht fertig werden(wohl eher hier nicht, wenn man sich dann doch mal zum Examen meldet), oder hat sich nie Gedanken gemacht, warum man das macht und ob das für einen überhaupt das Richtige ist. Das man irgendeine "Logik" nicht verstanden hat ist jedenfalls ne merkwürdige Ausrede. Da ist "Hab halt Pech gehabt." ja deutlich glaubwürdiger.
Und mit dem Heroin seh ich's wie propain. Wer weiß, was das Zeug aus Menschen macht und wie schnell es abhängig macht und es trotzdem freiwillig nimmt, der ist vor allem selbst Schuld an seinem Elend.
Da hab ich schon andere Geschichten gesehen/gehört, wo die Leuten einfach an Schicksalsschlägen zerbrochen sind und ihnen alles entglitten ist. Diese Menschen tun mir wirklich leid. :neutral-face
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Diese Selbst-Schuld-Philosophie ist doch nur die einzige Möglichkeit,
ohne jegliches soziales Gewissen durchs Leben zu spazieren.

Obdachlos? Selbst schuld
Abhängig? Selber schuld
Arbeitslos? Wer arbeiten will findet auch arbeit

So kann man natürlich bequem leben.
Ich erinner mich an eine Diskussion in den Anfangszeiten von AIDS.
Da waren die Betroffenen auch immer "selber schuld" ,
weil sie entweder schwul oder drogenabhängig waren.

Selbstmörder? Spring doch, ist ja deine Entscheidung..

Mit solchen sozialen Scheuklappen KANN man leben..
ICH will es aber nicht
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Ewigtreuer schrieb:
Diese Selbst-Schuld-Philosophie ist doch nur die einzige Möglichkeit,
ohne jegliches soziales Gewissen durchs Leben zu spazieren.

Obdachlos? Selbst schuld
Abhängig? Selber schuld
Arbeitslos? Wer arbeiten will findet auch arbeit

So kann man natürlich bequem leben.
Ich erinner mich an eine Diskussion in den Anfangszeiten von AIDS.
Da waren die Betroffenen auch immer "selber schuld" ,
weil sie entweder schwul oder drogenabhängig waren.

Selbstmörder? Spring doch, ist ja deine Entscheidung..

Mit solchen sozialen Scheuklappen KANN man leben..
ICH will es aber nicht

*lol*
Du bist ja ne Ulknudel. Mal einfach schön völlig ohne Anhaltspunkt verallgemeinernd vom Leder gezogen.  
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tutzt schrieb:
Du bist ja ne Ulknudel. Mal einfach schön völlig ohne Anhaltspunkt verallgemeinernd vom Leder gezogen.  




Ohne Anhaltspunkt? Verallgemeinernd? Der wird einfach deine früheren Beiträge gelesen haben, und ahnt deshalb, wes bösen Geistes Kind du bist.
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Habs Interview heute mittag gelesen, interessant mal von der Seite ein Interview zu hören.

Ich muss sowohl tutzt als auch Ewigtreuer in jeweils einem Punkt recht geben. Mal davon abgesehen, dass die Beiträge jeweils extrem einseitig sind.

Das Interview trieft von Selbstmitleid und ja, der Mann ist verdammt noch mal selbst verantwortlich, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das hat nix mit Scheuklappen zu tun. Für mich ist das nur die Einschätzung des Sachverhalts nach dem Interview.

Hat jemand mit mir Mitleid, dass ich aus meinem Leben bisher viel zu wenig gemacht habe? Interessiert das jemanden hier? Nein.

Nur! Und da muss ich Ewigtreuer recht geben. Ein gutes Umfeld, dass Verantwortung übernimmt und mit offenen Augen durchs Leben geht, kann so Menschen auffangen (versuchen).  
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wasn scheiss interview. ein freak, der nichts, aber auch gar nichts kapiert hat... er trinke kaum bier, 1/5 des interviews geht um bier, er hat gedealt, bezieht ärztliche hilfe und bekommt seine grundsicherung (ne wohnung würde ihm bei hartzIV auch zustehen), aber die gesellschaft verabscheut ihn... er sei nicht faul, macht aber nichts.

hätte er nicht verzweifelt 40 semester studiert, und würde er nicht explizit erwähnen, dass er auch mal das eine oder andere buch liest, dann würde hier keiner auf den pseudo "der arme mensch und die scheiss gesellschaft" zug aufspringen.

der typ entschuldigt sein verhalten und sein leben mit der über-beanspruchung der tolleranz der anderen, dabei kritisiert er die gesellschaft, welche sein leben finanzieren. höchst zuwider.
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SGE_Werner schrieb:
Habs Interview heute mittag gelesen, interessant mal von der Seite ein Interview zu hören.

Ich muss sowohl tutzt als auch Ewigtreuer in jeweils einem Punkt recht geben. Mal davon abgesehen, dass die Beiträge jeweils extrem einseitig sind.

Das Interview trieft von Selbstmitleid und ja, der Mann ist verdammt noch mal selbst verantwortlich, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das hat nix mit Scheuklappen zu tun. Für mich ist das nur die Einschätzung des Sachverhalts nach dem Interview.

Hat jemand mit mir Mitleid, dass ich aus meinem Leben bisher viel zu wenig gemacht habe? Interessiert das jemanden hier? Nein.

Nur! Und da muss ich Ewigtreuer recht geben. Ein gutes Umfeld, dass Verantwortung übernimmt und mit offenen Augen durchs Leben geht, kann so Menschen auffangen (versuchen).  


Ich sag mal so: Wer bei so einem Sachverhalt schon vor Mitleid zerfließt und die Schlechtigkeit der Welt geißelt, der müsste-wenn er das ernst meint- eigentlich keine Nacht mehr schlafen können angesichts von all dem Leid, das Menschen-völlig unverschuldet und unverantwortlich- auf dieser Welt täglich widerfährt. Mir fehlen da jegliche Verhältnismäßigkeiten.
Allein das Leid in Krisengebieten wie Afghanistan, Pakistan, Teilen Afrikas usw. ist aber vermutlich für diese Menschen dann schon wieder so weit weg und unfassbar, dass man sich lieber in Mitleid mit dem armen Herrn hier ergießt und sich dann bemüssigt fühlt sich als Herrn über das gute Gewissen und als guter Mensch überhaupt zu präsentieren.
Wenn es um das von mir genannte Leid geht, ja, da kann ich mir Scheuklappen vorwerfen lassen. Wie vermutlich 99% der Menschheit in den "1. Welt-Staaten". Weil man sonst wohl wirklich verrückt würde über dieses Leid und seine Intensität. Man kann es nur gefiltert ertragen.
Aber da kommt dieser Herr ja grad recht, der hat "handliches" Leid zu bieten, da kann man sich als "Bessermensch" präsentieren, ohne wirklich in die Tiefe menschlichen Leides zu gehen und nebenbei noch ein bisschen rumpöbeln gegen Menschen, die das nicht so undifferenziert hinnehmen.  

Es gibt wirklich genug Leid -auch hier in Deutschland schon, auch vielfach unter Obdachlosen- in das Menschen unverschuldet/verantwortlich geraten(Krankheit, Schicksalsschläge, usw.) als dass ich irgendwelches großes Mitleid mit solchen Leuten, die ihr Schicksal letztlich doch selbst gewählt haben, hätte.
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tutzt schrieb:
*lol*
Du bist ja ne Ulknudel. Mal einfach schön völlig ohne Anhaltspunkt verallgemeinernd vom Leder gezogen.


Ich habe niemanden angegriffen
und schon garnicht vom Leder gezogen..
Lediglich meine Sichtweise hab ich aufgeführt.

Ich hab einfach Befürchtungen,
dass Raucher irgendwann nicht mehr an der Lunge behandelt werden,
weil sie ja "selbst schuld" sind,

wenn man diesen Gedanken weiterspinnt,
denkt man dran,
dass Raser nicht mehr aus ihren verbeulten Autowracks geschnitten werden .
Pech gehabt - zu schnell gefahren.. Selber schuld.

Natürlich ist das alles überspitzt.
Es geht aber darum,
dass soziale Verantwortung nicht auf dem Schuldprinzip fussen kann.

Sucht - sowohl Alkohol- als auch Drogensucht
ist als Krankheit anerkannt - und das nicht grundlos.

Und wenn jemand krank ist,
ist die Schuldfrage sekundär.

Wenn du das als Gedanken einer Ulknudel abtust...
So what - schönes Leben noch
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Ewigtreuer schrieb:
tutzt schrieb:
*lol*
Du bist ja ne Ulknudel. Mal einfach schön völlig ohne Anhaltspunkt verallgemeinernd vom Leder gezogen.


Ich habe niemanden angegriffen

Sicher. Anderen Menschen ein "soziales Gewissen" abzusprechen. Und von "Scheuklappen" zu reden ist natürlich rein sachlich und kein persönlicher Angriff. Schon klar.  
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Soweit ich mich erinnere,
habe ich eine Philosophie in Frage gestellt,
die immer weiter um sich greift in der Gesellschaft.

Keine Personen und speziell keine User hier.

Aber thx, dass du meiner unmassgeblichen Meinung
so viel Gewicht beimisst  
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tutzt schrieb:
Ewigtreuer schrieb:
tutzt schrieb:
*lol*
Du bist ja ne Ulknudel. Mal einfach schön völlig ohne Anhaltspunkt verallgemeinernd vom Leder gezogen.

Ich habe niemanden angegriffen

Sicher. Anderen Menschen ein "soziales Gewissen" abzusprechen. Und von "Scheuklappen" zu reden ist natürlich rein sachlich und kein persönlicher Angriff. Schon klar.  

Pingelich bist du was das angeht jetzt aber auch nicht unbedingt.
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Man sollte immer bedenken, so traurig die Geschichte auch ist, stimmt das alles was er da sagt. In meinen Augen kann man viel erzählen, wenn der Tag lang ist.
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english_man_in_germany schrieb:
Man sollte immer bedenken, so traurig die Geschichte auch ist, stimmt das alles was er da sagt. In meinen Augen kann man viel erzählen, wenn der Tag lang ist.


Selbst wenn er übertreibt oder Mitleid haschen will..
So eine Story rührt mich mehr,
als wenn eine Frau Schickedanz im TV rumjammert,
dass sie von 600 € leben muss.
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Ewigtreuer schrieb:
english_man_in_germany schrieb:
Man sollte immer bedenken, so traurig die Geschichte auch ist, stimmt das alles was er da sagt. In meinen Augen kann man viel erzählen, wenn der Tag lang ist.


Selbst wenn er übertreibt oder Mitleid haschen will..
So eine Story rührt mich mehr,
als wenn eine Frau Schickedanz im TV rumjammert,
dass sie von 600 € leben muss.




Und für besagtes Interview vermutlich das 10fache bekommt - das nur am Rande.


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