Noch eine Woche ist das Transferfenster geöffnet und es gibt in der Tat noch viel zu tun. Es ist bisher sicher nicht alles so gelaufen, wie man sich das vorgestellt hat. Selbst der frühe Verkauf von Brown hat uns zwar finanziellen Spielraum verschafft, aber in der Kaderzusammenstellung auch nicht wirklich weitergeholfen, wenn man bedenkt, dass mit Aseko und Onyedika unsere bisher einzigen Verstärkungen erst Wochen später kamen.
Grundsätzlich war ich vor Beginn der Transferperiode von folgender Planung beziehungsweise Kategorien bei unseren Verkaufskandidaten sowie angestrebten Ablösen, die ich persönlich für realistisch halte, ausgegangen:
Verkaufskandidaten
Verkauf angestrebt
Hugo Larsson - 35 bis 40 Millionen Nnamdi Collins - 30 Millionen Farès Chaïbi - 20 bis 25 Millionen Elye Wahi - 15 Millionen Noel Futkeu - 7,5 Millionen Eric Junior Dina Ebimbe - 5 Millionen Michael Zetterer - 3 Millionen Ellyes Skhiri - 2 Millionen Niels Nkounkou - 2 Millionen Hrvoje Smolcic - 2 Millionen Michy Batshuayi - 1 Million
Verkauf möglich
Ritsu Doan - 20 Millionen Arthur Theate - 15 bis 20 Millionen
Verkauf nicht angestrebt
Can Uzun - 80 Millionen (Potenzial) Jean-Mateo Bahoya - 70 Millionen (Potenzial) Nene Brown - 60 Millionen
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Bei Larsson und Collins standen die Zeichen für mich aufgrund diverser Medienberichte und kolportierten Aussagen der Berater klar auf Abschied. Da beide vom Profil her vor allem für den englischen Markt interessant sind, hätte man bei entsprechendem Interesse auch die zugegeben eher hoch angesetzten Ablösen erzielen können. Nun sieht es ja so aus, als ob beide Spieler noch ein Jahr bleiben würden. Für uns sicher nicht schlecht, da beide das Potenzial haben, sich sportlich wieder zu steigern und bei einer besseren Saison zukünftig auch noch höhere Ablösen einbringen könnten.
Der große Verkauf war dann am Ende Brown. Ihn hätte man aus sportlichen Gründen sicherlich lieber gehalten, am Ende hätte ich mir auch einen längeren Poker gewünscht, um vielleicht noch mehr Ablöse herauszuschlagen, aber letztlich ging das so in Ordnung. Bei Uzun sieht es jetzt glücklicherweise nach einem Verbleib aus. Mit seiner Torgefahr ist er für uns sportlich einfach zu wichtig. Und wenn er eine komplette Saison durchspielt und die Form hält, dann sehe ich auch die 80 Millionen Euro als potenziell machbar an.
Ähnlich sieht es bei Bahoya aus. Er wäre sportlich sicher eher verzichtbar, besitzt in meinen Augen aber noch jede Menge Potenzial. Abgesehen von Weltklassestürmern sind starke Flügelspieler heutzutage die begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Das hat man diesen Sommer nicht zuletzt an Diomande gesehen. Bahoya ist weiterhin sehr jung, französischer U-Nationalspieler und es gab schon öfter entsprechende Marktsignale. Wenn er durchstartet, dann geht das Ablösepotenzial durch die Decke, weshalb ein Verkauf in diesem Sommer eher unklug wäre. Einzig und allein wenn man taktisch wirklich überhaupt nicht mit reinen Flügelspielern plant, wäre ein Verkauf in diesem Sommer sinnvoll, denn nach einem Jahr mit wenig Einsatzzeiten wird der Marktwert von Bahoya sicher nicht steigen.
Chaïbi hingegen bleibt für mich weiterhin ein heißer Verkaufskandidat. Er war letzte Saison unser bester Vorlagengeber und hat bei der WM alle Spiele durchgespielt. Damit hat er sich wieder mehr ins Schaufenster gerückt. Gleichzeitig ist es so, dass ich nach drei Jahren bei uns nur noch bedingt Steigerungspotenzial sehe und er nicht wirklich ins System von Hütter passt. Zudem sind wir im offensiven Mittelfeld wirklich gut besetzt. Dementsprechend wäre nun bei zwei Jahren restlicher Vertragslaufzeit der ideale Zeitpunkt für einen Verkauf. Die Alternative wäre eine Verlängerung, bei der Chaïbi in die Nähe der Topverdiener rücken würde. Das sehe ich ehrlich gesagt nicht.
Bei Wahi und Futkeu ist es jetzt natürlich blöd gelaufen, dass wir die erwarteten Einnahmen wohl erst im kommenden Sommer erhalten. Hier waren denke ich aber auch die Forderungen der Eintracht zu hoch angesetzt. Ich habe es von Anfang an nicht für realistisch gehalten, über 20 Millionen für Wahi sowie über 10 Millionen für Futkeu zu erlösen. Auf der anderen Seite hätte ich die mögliche Ablöse für Ebimbe deutlich höher geschätzt. Da waren uns aber ähnlich wie bei Wahi etwas die Hände gebunden, weil der Spieler zu einem nicht so zahlungskräftigen Klub wechseln wollte.
Bei Smola und vor allem Skhiri und Batshuayi waren die Ablösen okay und ehrlich gesagt eher zweitrangig. Da ging es in erster Linie darum, dass man die Gehälter einspart. Wenn man nun wirklich noch die letztjährige Ablöse von Zetterer wieder reinholen würde, wäre das zusätzlich zum Wegfall des Gehalts ein echt guter Deal. Bei Nkounkou glaube ich mittlerweile nur noch an eine weitere Leihe, Ngankam dürfte vielleicht sogar gar nicht mehr zu vermitteln sein.
Bleiben noch Doan und Theate hinter denen beiden nach der vergangenen Saison ein Fragezeichen stand. Bei Doan hätte man zu einem Angebot wohl nicht nein gesagt, wenn man die letztjährige Ablöse wieder einspielen würde. Ich hoffe aber, dass er im zweiten Jahr zur gewünschten sportlichen Verstärkung wird. Offensichtlich haben sich auch bei Doan etwaige Wechselgedanken erledigt, nachdem er von Hütter sehr angetan war. Bei Theate stehen die Zeichen hingegen aus unterschiedlichen Gründen klar auf Abschied. Das ist verständlich und er ist jetzt auch noch eine der wenigen Optionen, mit denen wir diesen Sommer noch mal richtig gute Einnahmen generieren könnten.
Zudem kamen die Abgänge von Kristensen und Amenda in meinen Augen eher überraschend. Bei Kristensen wollte man aus persönlichen Gründen nicht im Weg stehen. Das geht so auch in Ordnung, dass man ihm den Wechsel nicht verwehrt, zumal das die Tür für Baum geöffnet hat. Amenda hätte ich hier durchaus den nächsten Schritt zugetraut, aber bei einer Ablöse von 20 Millionen musste man das Angebot zum aktuellen Zeitpunkt fast schon annehmen.
Tempodefizite
Ein Problem, dass man in unserer Kaderplanung seit einiger Zeit ausmachen kann, sind die Tempodefizite, die sich nun quasi durch alle Mannschaftsteile ziehen. Vor zwei Saisons hatten wir noch mit Heki, Omar, Bahoya, Knauff, Collins und Brown sechs Spieler, die zu den schnellsten der Liga gehörten. Das geht uns mittlerweile im Sturm und über die Außen – sofern wir ohne klare Flügel spielen – komplett ab. Und wenn wir hinten mit einer höheren Verteidigungslinie spielen, reißt Collins das auch nicht allein heraus. Vor allem aber im zentralen Mittelfeld ist das seit geraumer Zeit eine riesige Problematik, die sich in der mangelhaften Rückwärtsbewegung auch stets bemerkbar gemacht hat. Dort war Aaronson damals eigentlich der letzte Spieler, der wirklich Dynamik mitgebracht hat.
Ich halte persönlich ja nicht allzu viel von der Statistik um den Topspeed, aber bei Messwerten über eine ganze Saison haben sie zumindest eine gewisse Aussagekraft. Vergangene Saison wurden bei insgesamt 499 Spielern aus der Bundesliga Geschwindigkeitsmessungen notiert. Der Medianwert lag ziemlich genau bei 33 km/h, sprich die eine Hälfte der Spieler lag über diesem Wert, die andere Hälfte der Spieler darunter.
Mit Uzun (33,85) und Chaïbi (33,26) lagen lediglich zwei unserer Zentrumsspieler knapp über dem Wert. Mit Doan (32,74), Højlund (32,74), Skhiri (31,79), Larsson (31,53), Dahoud (31,06) und Götze (30,38) lag der Rest unserer Schaltzentrale teilweise wirklich deutlich darunter. Sei es, weil sie tatsächlich so langsam sind oder weil sie wegen einer schlechten Positionierung gar nicht erst in die Laufduelle kommen. Arrhov habe ich in der Betrachtung bei lediglich 62 Minuten Einsatzzeit mal ausgeklammert. Da haben selbst unsere Innenverteidiger mit Theate (32,99), Koch (33,33), Amenda (33,51) und Collins (34,83) oder auch Burkardt (34,38) im Sturm besser abgeschnitten.
Inwiefern man das jetzt mit den Verpflichtungen von Onyedika und Aseko behoben hat, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall hat Onyedika in den bisherigen Spielen schon mal ein besseres Positionsspiel angedeutet, um überhaupt in die Situationen zu kommen, während Aseko vergangene Saison in der zweiten Liga mit einem Topspeed von 34,3 km/h gemessen wurde. Tatsächlich hatten Larsson und Højlund in der Saison davor aber auch schon Werte über 34 km/h. Im besten Fall sollte man dann noch im Offensivbereich einen zentralen Spieler mit mehr Tempo verpflichten.
Gehälter Ersatzspieler/Spielzeit Jugendspieler
Ein weiteres großes Problem waren die hohen Gehälter einer Vielzahl an Spielern, die für den Kader eigentlich keinen wirklichen sportlichen Mehrwert mehr geboten haben. Allein Skhiri, Batshuayi, Dahoud, Wahi, Ebimbe und Nkounkou dürften hier auf rund 15 Millionen Euro Grundgehalt gekommen sein. Da konnte man diesen Sommer erfreulicherweise einige Spieler abgeben und entsprechende Kosten einsparen. Da Burkardt ja nicht zu den absoluten Topverdienern gehören soll und das Gehalt von Götze reduziert wurde, dürften nun nur noch Koch und vermutlich Doan sowie Theate über drei Millionen Euro Grundgehalt beziehen, wobei Theate ja auch noch abgegeben werden soll.
Einzelne Transfers würde ich da nicht mal kritisieren. Dass ein Skhiri hier nicht so eingeschlagen hat wie erwartet, war beispielsweise nicht zwingend absehbar. Da war der Tenor zum Zeitpunkt der Verpflichtung ja auch noch sehr positiv. In Summe sind die Personalkosten aber doch zu stark angewachsen. Insbesondere bei kurzfristigen Notlösungen wie Batshuayi, Dahoud oder auch zuletzt Zetterer war das Gehalt zu hoch.
An dieser Stelle ärgert es mich dann auch enorm, dass man diese Positionen in der zweiten oder dritten Reihe des Kaders nicht verstärkt mit Jungs aus dem eigenen Nachwuchs besetzt. Die Zeitleiste passt jetzt nicht immer genau, aber warum haben wir nicht auf Ferri statt Batshuayi, Fenyö statt Dahoud oder Harangi statt Nkounkou gesetzt? Hätten wir auf diesen Positionen vielleicht sportlich etwas schlechter dagestanden? Schon möglich. Aber dafür hätten wir auch einige Millionen an Gehalt gespart und unseren eigenen Jungs Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Ich hoffe, dass Krösches kürzliche Aussagen bei der Saisonpressekonferenz tatsächlich ein Umdenken einleiten.
Stattdessen setzen wir ja dann aber auch noch auf den einen oder anderen teuren Talentetransfer aus dem Ausland (Lisztes, Pimpong), der vielleicht nicht notwendig gewesen wäre, weil wir eigentlich eher auf anderen Kaderpositionen Baustellen haben. Ein Baum bekommt hier nach einer exzellenten Zweitligasaison erst mal keine Chance und sogar den aussortierten Buta vorgesetzt, während wir für andere Jungs ohne Erstligaerfahrung (Ebnoutalib, Eichhorn, Lenz) jeweils rund zehn Millionen hinlegen wollen. Ein Glück, dass Hütter einen Abgang von Baum genau wie damals bei Kamada erst mal gestoppt hat, nachdem die anderen Verantwortlichen schon bereit waren ihn abzugeben.
Auch bei Staff habe ich so ein bisschen die Sorge, dass er bei einer guten Drittligasaison den Woltemade machen könnte. Er hat nach der Leihe wohl nur noch ein Jahr Vertrag. Das könnte er dann absitzen, hier noch so viel Spielzeit wie möglich mitnehmen und dann ablösefrei zu einem Verein wechseln, bei dem er ein größeres Vertrauen spürt. Staff und Baum werden sicher auch registriert haben, dass man sich auf ihren Positionen kürzlich noch bei Hoffenheim mit Moerstedt und Erlein bedienen wollte. Da wäre etwas mehr Zutrauen in die eigenen Jungs wünschenswert.
Ausblick auf die letzte Transferwoche
In meinen Augen bleibt es dabei, dass man im Optimalfall noch einen Torwart (beziehungsweise nach der Entscheidung gegen Santos eher zwei), einen linken Innenverteidiger, einen Spieler für die linke Seite (defensiv wie offensiv) sowie zwei Stürmer verpflichten müsste. Auf der Gegenseite könnte man mit Abgängen von Zetterer, Theate und Chaïbi noch rund 40 Millionen Euro erlösen, damit die Zugänge zumindest größtenteils gegenfinanziert werden. Bei Nkounkou und Ngankam sind wohl Leihen das höchste der Gefühle.
Die schwierigste Personalie ist sicher die zukünftige Nummer Eins. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass wir rund 15 Millionen Euro für Atubolu auf den Tisch legen. Sollte man neben einem Verkauf von Zetterer auch noch eine Leihe für Santos vereinbaren können, würde sich Kastenmeier als ablösefreie Nummer Zwei anbieten. Ich bezweifle, dass er in der letzten Woche des Transferfensters noch einen Erstligisten findet, der ihm einen Stammplatz anbietet.
Für die beiden Positionen LIV und LV dürfte man wohl jeweils maximal 10 Millionen Euro zur Verfügung haben. In der Innenverteidigung halte ich von allen gehandelten Namen deshalb Brassier für die realistischste Lösung. Was auf der linken Seite passiert, muss man mal abwarten. Im besten Fall kommt da aber ein Nkounkou in gut, weil wir auf links sowohl offensiv hinter Bahoya als auch defensiv hinter Kosugi eigentlich keinen Backup haben.
Bleibt noch der Sturm. Eine teure Königslösung wird es hier wohl auch nicht geben. Ich kann mir aber weiterhin gut vorstellen, dass sich bei Kalimuendo kurz vor Schluss noch die Tür für eine Leihe auftut. Auch Amoura wäre bei allen charakterlichen Bedenken noch ein Kandidat für eine Leihe. Zudem scheint das Interesse an Ben Farhat immer noch vorhanden zu sein, dessen Verpflichtung ich auch sehr begrüßen würde. Wäre in meinen Augen mit seiner Flexibilität auch eine perfekte Kaderergänzung, angesichts der restlichen Baustellen aber doch eher ein Luxustransfer.
Das würde dann noch folgende Transferbewegungen bedeuten:
Zugänge - Nummer Eins (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse) - Kastenmeier (ablösefrei) - Brassier (9 Millionen) - LV (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse) - Ben Farhat (11 Millionen) - Kalimuendo (Leihe)
Zudem dürfte Maluze nun wohl mehr oder weniger fest zum Profikader gehören. Mit seinen Stärken im Aufbauspiel von hinten raus und Kopfballspiel vorne bei Standards bringt er auch Komponenten mit, die wir so bisher nicht im Überfluss haben. Da Hütter bereits angedeutet hat, taktisch flexibel bleiben und wie in seiner ersten Amtszeit vom System her auch mit Dreierkette spielen zu wollen, wäre ein fünfter Innenverteidiger auch notwendig.
Insgesamt würde man dann auf 25 Feldspieler im Kader kommen, was schon recht nah an Hütters geäußertem Wunsch von 22 bis 23 Feldspielern wäre. Die braucht man auch, wenn man bedenkt, dass aktuell mit Burkardt, Doan, Larsson, Aseko und Collins gleich fünf Spieler beim ersten Spiel fehlen könnten. Zumal Chandler sportlich keine Rolle mehr spielt und Maluze sowie Pimpong bei Bedarf sicher auch in der zweiten Mannschaft spielen können.
Ab November wäre dann auch noch Niko Ilicevic eine Option. Auch deshalb würde ich einen Abgang von Chaïbi befürworten, damit man Gigi und Arrhov eine realistische Chance auf Einsätze einräumen kann. Wenn es im Mittelfeld eng werden sollte, hätte man immer noch Ebu und Dills aus der zweiten Mannschaft in der Hinterhand.
Das Personal für die beiden Grundformationen 4-2-2-2 sowie 3-4-2-1 würde dann folgendermaßen aussehen:
HS: Kalimuendo, Ben Farhat, (Bahoya/Knauff) MS: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
Knauff und Bahoya hätten in diesem System sicher den Nachteil, dass ihre eigentliche Position nicht vorhanden ist. Ich bin mir aber sicher, dass man das 4-2-2-2 je nach Gegner so ausrichten wird, dass man eher mit echten Flügeln statt mit Halbraumzehnern spielt. Dann wären sie mit ihrem Tempo sicher auch wichtige Optionen. Gleichzeitig besteht der Vorteil, dass Kalimuendo, Ben Farhat und Uzun durch ihre Flexibilität fast alle Offensivpositionen bekleiden können.
RHS: Kalimuendo, Doan, Ben Farhat LHS: Uzun, Bahoya, Arrhov
ST: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
In diesem System wäre der Konkurrenzkampf in der Offensive bei lediglich drei Positionen natürlich brutal, egal ob man das jetzt mit zwei hängenden Spielern und einem Stürmer oder einer Zehn und einer Doppelspitze anordnen würde. Da würden jetzt in meiner Auflistung Amaimouni und Ilicevic auch komplett hinten runterfallen. Insgesamt würde ich diesen Konkurrenzkampf aber eher positiv sehen, zumal ja auch viele junge Spieler mitmischen, die noch in der Regionalliga spielen können und einige verletzungsanfällige Jungs im Kader stehen.
Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Noch eine Woche ist das Transferfenster geöffnet und es gibt in der Tat noch viel zu tun. Es ist bisher sicher nicht alles so gelaufen, wie man sich das vorgestellt hat. Selbst der frühe Verkauf von Brown hat uns zwar finanziellen Spielraum verschafft, aber in der Kaderzusammenstellung auch nicht wirklich weitergeholfen, wenn man bedenkt, dass mit Aseko und Onyedika unsere bisher einzigen Verstärkungen erst Wochen später kamen.
Grundsätzlich war ich vor Beginn der Transferperiode von folgender Planung beziehungsweise Kategorien bei unseren Verkaufskandidaten sowie angestrebten Ablösen, die ich persönlich für realistisch halte, ausgegangen:
Verkaufskandidaten
Verkauf angestrebt
Hugo Larsson - 35 bis 40 Millionen Nnamdi Collins - 30 Millionen Farès Chaïbi - 20 bis 25 Millionen Elye Wahi - 15 Millionen Noel Futkeu - 7,5 Millionen Eric Junior Dina Ebimbe - 5 Millionen Michael Zetterer - 3 Millionen Ellyes Skhiri - 2 Millionen Niels Nkounkou - 2 Millionen Hrvoje Smolcic - 2 Millionen Michy Batshuayi - 1 Million
Verkauf möglich
Ritsu Doan - 20 Millionen Arthur Theate - 15 bis 20 Millionen
Verkauf nicht angestrebt
Can Uzun - 80 Millionen (Potenzial) Jean-Mateo Bahoya - 70 Millionen (Potenzial) Nene Brown - 60 Millionen
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Bei Larsson und Collins standen die Zeichen für mich aufgrund diverser Medienberichte und kolportierten Aussagen der Berater klar auf Abschied. Da beide vom Profil her vor allem für den englischen Markt interessant sind, hätte man bei entsprechendem Interesse auch die zugegeben eher hoch angesetzten Ablösen erzielen können. Nun sieht es ja so aus, als ob beide Spieler noch ein Jahr bleiben würden. Für uns sicher nicht schlecht, da beide das Potenzial haben, sich sportlich wieder zu steigern und bei einer besseren Saison zukünftig auch noch höhere Ablösen einbringen könnten.
Der große Verkauf war dann am Ende Brown. Ihn hätte man aus sportlichen Gründen sicherlich lieber gehalten, am Ende hätte ich mir auch einen längeren Poker gewünscht, um vielleicht noch mehr Ablöse herauszuschlagen, aber letztlich ging das so in Ordnung. Bei Uzun sieht es jetzt glücklicherweise nach einem Verbleib aus. Mit seiner Torgefahr ist er für uns sportlich einfach zu wichtig. Und wenn er eine komplette Saison durchspielt und die Form hält, dann sehe ich auch die 80 Millionen Euro als potenziell machbar an.
Ähnlich sieht es bei Bahoya aus. Er wäre sportlich sicher eher verzichtbar, besitzt in meinen Augen aber noch jede Menge Potenzial. Abgesehen von Weltklassestürmern sind starke Flügelspieler heutzutage die begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Das hat man diesen Sommer nicht zuletzt an Diomande gesehen. Bahoya ist weiterhin sehr jung, französischer U-Nationalspieler und es gab schon öfter entsprechende Marktsignale. Wenn er durchstartet, dann geht das Ablösepotenzial durch die Decke, weshalb ein Verkauf in diesem Sommer eher unklug wäre. Einzig und allein wenn man taktisch wirklich überhaupt nicht mit reinen Flügelspielern plant, wäre ein Verkauf in diesem Sommer sinnvoll, denn nach einem Jahr mit wenig Einsatzzeiten wird der Marktwert von Bahoya sicher nicht steigen.
Chaïbi hingegen bleibt für mich weiterhin ein heißer Verkaufskandidat. Er war letzte Saison unser bester Vorlagengeber und hat bei der WM alle Spiele durchgespielt. Damit hat er sich wieder mehr ins Schaufenster gerückt. Gleichzeitig ist es so, dass ich nach drei Jahren bei uns nur noch bedingt Steigerungspotenzial sehe und er nicht wirklich ins System von Hütter passt. Zudem sind wir im offensiven Mittelfeld wirklich gut besetzt. Dementsprechend wäre nun bei zwei Jahren restlicher Vertragslaufzeit der ideale Zeitpunkt für einen Verkauf. Die Alternative wäre eine Verlängerung, bei der Chaïbi in die Nähe der Topverdiener rücken würde. Das sehe ich ehrlich gesagt nicht.
Bei Wahi und Futkeu ist es jetzt natürlich blöd gelaufen, dass wir die erwarteten Einnahmen wohl erst im kommenden Sommer erhalten. Hier waren denke ich aber auch die Forderungen der Eintracht zu hoch angesetzt. Ich habe es von Anfang an nicht für realistisch gehalten, über 20 Millionen für Wahi sowie über 10 Millionen für Futkeu zu erlösen. Auf der anderen Seite hätte ich die mögliche Ablöse für Ebimbe deutlich höher geschätzt. Da waren uns aber ähnlich wie bei Wahi etwas die Hände gebunden, weil der Spieler zu einem nicht so zahlungskräftigen Klub wechseln wollte.
Bei Smola und vor allem Skhiri und Batshuayi waren die Ablösen okay und ehrlich gesagt eher zweitrangig. Da ging es in erster Linie darum, dass man die Gehälter einspart. Wenn man nun wirklich noch die letztjährige Ablöse von Zetterer wieder reinholen würde, wäre das zusätzlich zum Wegfall des Gehalts ein echt guter Deal. Bei Nkounkou glaube ich mittlerweile nur noch an eine weitere Leihe, Ngankam dürfte vielleicht sogar gar nicht mehr zu vermitteln sein.
Bleiben noch Doan und Theate hinter denen beiden nach der vergangenen Saison ein Fragezeichen stand. Bei Doan hätte man zu einem Angebot wohl nicht nein gesagt, wenn man die letztjährige Ablöse wieder einspielen würde. Ich hoffe aber, dass er im zweiten Jahr zur gewünschten sportlichen Verstärkung wird. Offensichtlich haben sich auch bei Doan etwaige Wechselgedanken erledigt, nachdem er von Hütter sehr angetan war. Bei Theate stehen die Zeichen hingegen aus unterschiedlichen Gründen klar auf Abschied. Das ist verständlich und er ist jetzt auch noch eine der wenigen Optionen, mit denen wir diesen Sommer noch mal richtig gute Einnahmen generieren könnten.
Zudem kamen die Abgänge von Kristensen und Amenda in meinen Augen eher überraschend. Bei Kristensen wollte man aus persönlichen Gründen nicht im Weg stehen. Das geht so auch in Ordnung, dass man ihm den Wechsel nicht verwehrt, zumal das die Tür für Baum geöffnet hat. Amenda hätte ich hier durchaus den nächsten Schritt zugetraut, aber bei einer Ablöse von 20 Millionen musste man das Angebot zum aktuellen Zeitpunkt fast schon annehmen.
Tempodefizite
Ein Problem, dass man in unserer Kaderplanung seit einiger Zeit ausmachen kann, sind die Tempodefizite, die sich nun quasi durch alle Mannschaftsteile ziehen. Vor zwei Saisons hatten wir noch mit Heki, Omar, Bahoya, Knauff, Collins und Brown sechs Spieler, die zu den schnellsten der Liga gehörten. Das geht uns mittlerweile im Sturm und über die Außen – sofern wir ohne klare Flügel spielen – komplett ab. Und wenn wir hinten mit einer höheren Verteidigungslinie spielen, reißt Collins das auch nicht allein heraus. Vor allem aber im zentralen Mittelfeld ist das seit geraumer Zeit eine riesige Problematik, die sich in der mangelhaften Rückwärtsbewegung auch stets bemerkbar gemacht hat. Dort war Aaronson damals eigentlich der letzte Spieler, der wirklich Dynamik mitgebracht hat.
Ich halte persönlich ja nicht allzu viel von der Statistik um den Topspeed, aber bei Messwerten über eine ganze Saison haben sie zumindest eine gewisse Aussagekraft. Vergangene Saison wurden bei insgesamt 499 Spielern aus der Bundesliga Geschwindigkeitsmessungen notiert. Der Medianwert lag ziemlich genau bei 33 km/h, sprich die eine Hälfte der Spieler lag über diesem Wert, die andere Hälfte der Spieler darunter.
Mit Uzun (33,85) und Chaïbi (33,26) lagen lediglich zwei unserer Zentrumsspieler knapp über dem Wert. Mit Doan (32,74), Højlund (32,74), Skhiri (31,79), Larsson (31,53), Dahoud (31,06) und Götze (30,38) lag der Rest unserer Schaltzentrale teilweise wirklich deutlich darunter. Sei es, weil sie tatsächlich so langsam sind oder weil sie wegen einer schlechten Positionierung gar nicht erst in die Laufduelle kommen. Arrhov habe ich in der Betrachtung bei lediglich 62 Minuten Einsatzzeit mal ausgeklammert. Da haben selbst unsere Innenverteidiger mit Theate (32,99), Koch (33,33), Amenda (33,51) und Collins (34,83) oder auch Burkardt (34,38) im Sturm besser abgeschnitten.
Inwiefern man das jetzt mit den Verpflichtungen von Onyedika und Aseko behoben hat, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall hat Onyedika in den bisherigen Spielen schon mal ein besseres Positionsspiel angedeutet, um überhaupt in die Situationen zu kommen, während Aseko vergangene Saison in der zweiten Liga mit einem Topspeed von 34,3 km/h gemessen wurde. Tatsächlich hatten Larsson und Højlund in der Saison davor aber auch schon Werte über 34 km/h. Im besten Fall sollte man dann noch im Offensivbereich einen zentralen Spieler mit mehr Tempo verpflichten.
Gehälter Ersatzspieler/Spielzeit Jugendspieler
Ein weiteres großes Problem waren die hohen Gehälter einer Vielzahl an Spielern, die für den Kader eigentlich keinen wirklichen sportlichen Mehrwert mehr geboten haben. Allein Skhiri, Batshuayi, Dahoud, Wahi, Ebimbe und Nkounkou dürften hier auf rund 15 Millionen Euro Grundgehalt gekommen sein. Da konnte man diesen Sommer erfreulicherweise einige Spieler abgeben und entsprechende Kosten einsparen. Da Burkardt ja nicht zu den absoluten Topverdienern gehören soll und das Gehalt von Götze reduziert wurde, dürften nun nur noch Koch und vermutlich Doan sowie Theate über drei Millionen Euro Grundgehalt beziehen, wobei Theate ja auch noch abgegeben werden soll.
Einzelne Transfers würde ich da nicht mal kritisieren. Dass ein Skhiri hier nicht so eingeschlagen hat wie erwartet, war beispielsweise nicht zwingend absehbar. Da war der Tenor zum Zeitpunkt der Verpflichtung ja auch noch sehr positiv. In Summe sind die Personalkosten aber doch zu stark angewachsen. Insbesondere bei kurzfristigen Notlösungen wie Batshuayi, Dahoud oder auch zuletzt Zetterer war das Gehalt zu hoch.
An dieser Stelle ärgert es mich dann auch enorm, dass man diese Positionen in der zweiten oder dritten Reihe des Kaders nicht verstärkt mit Jungs aus dem eigenen Nachwuchs besetzt. Die Zeitleiste passt jetzt nicht immer genau, aber warum haben wir nicht auf Ferri statt Batshuayi, Fenyö statt Dahoud oder Harangi statt Nkounkou gesetzt? Hätten wir auf diesen Positionen vielleicht sportlich etwas schlechter dagestanden? Schon möglich. Aber dafür hätten wir auch einige Millionen an Gehalt gespart und unseren eigenen Jungs Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Ich hoffe, dass Krösches kürzliche Aussagen bei der Saisonpressekonferenz tatsächlich ein Umdenken einleiten.
Stattdessen setzen wir ja dann aber auch noch auf den einen oder anderen teuren Talentetransfer aus dem Ausland (Lisztes, Pimpong), der vielleicht nicht notwendig gewesen wäre, weil wir eigentlich eher auf anderen Kaderpositionen Baustellen haben. Ein Baum bekommt hier nach einer exzellenten Zweitligasaison erst mal keine Chance und sogar den aussortierten Buta vorgesetzt, während wir für andere Jungs ohne Erstligaerfahrung (Ebnoutalib, Eichhorn, Lenz) jeweils rund zehn Millionen hinlegen wollen. Ein Glück, dass Hütter einen Abgang von Baum genau wie damals bei Kamada erst mal gestoppt hat, nachdem die anderen Verantwortlichen schon bereit waren ihn abzugeben.
Auch bei Staff habe ich so ein bisschen die Sorge, dass er bei einer guten Drittligasaison den Woltemade machen könnte. Er hat nach der Leihe wohl nur noch ein Jahr Vertrag. Das könnte er dann absitzen, hier noch so viel Spielzeit wie möglich mitnehmen und dann ablösefrei zu einem Verein wechseln, bei dem er ein größeres Vertrauen spürt. Staff und Baum werden sicher auch registriert haben, dass man sich auf ihren Positionen kürzlich noch bei Hoffenheim mit Moerstedt und Erlein bedienen wollte. Da wäre etwas mehr Zutrauen in die eigenen Jungs wünschenswert.
Ausblick auf die letzte Transferwoche
In meinen Augen bleibt es dabei, dass man im Optimalfall noch einen Torwart (beziehungsweise nach der Entscheidung gegen Santos eher zwei), einen linken Innenverteidiger, einen Spieler für die linke Seite (defensiv wie offensiv) sowie zwei Stürmer verpflichten müsste. Auf der Gegenseite könnte man mit Abgängen von Zetterer, Theate und Chaïbi noch rund 40 Millionen Euro erlösen, damit die Zugänge zumindest größtenteils gegenfinanziert werden. Bei Nkounkou und Ngankam sind wohl Leihen das höchste der Gefühle.
Die schwierigste Personalie ist sicher die zukünftige Nummer Eins. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass wir rund 15 Millionen Euro für Atubolu auf den Tisch legen. Sollte man neben einem Verkauf von Zetterer auch noch eine Leihe für Santos vereinbaren können, würde sich Kastenmeier als ablösefreie Nummer Zwei anbieten. Ich bezweifle, dass er in der letzten Woche des Transferfensters noch einen Erstligisten findet, der ihm einen Stammplatz anbietet.
Für die beiden Positionen LIV und LV dürfte man wohl jeweils maximal 10 Millionen Euro zur Verfügung haben. In der Innenverteidigung halte ich von allen gehandelten Namen deshalb Brassier für die realistischste Lösung. Was auf der linken Seite passiert, muss man mal abwarten. Im besten Fall kommt da aber ein Nkounkou in gut, weil wir auf links sowohl offensiv hinter Bahoya als auch defensiv hinter Kosugi eigentlich keinen Backup haben.
Bleibt noch der Sturm. Eine teure Königslösung wird es hier wohl auch nicht geben. Ich kann mir aber weiterhin gut vorstellen, dass sich bei Kalimuendo kurz vor Schluss noch die Tür für eine Leihe auftut. Auch Amoura wäre bei allen charakterlichen Bedenken noch ein Kandidat für eine Leihe. Zudem scheint das Interesse an Ben Farhat immer noch vorhanden zu sein, dessen Verpflichtung ich auch sehr begrüßen würde. Wäre in meinen Augen mit seiner Flexibilität auch eine perfekte Kaderergänzung, angesichts der restlichen Baustellen aber doch eher ein Luxustransfer.
Das würde dann noch folgende Transferbewegungen bedeuten:
Zugänge - Nummer Eins (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse) - Kastenmeier (ablösefrei) - Brassier (9 Millionen) - LV (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse) - Ben Farhat (11 Millionen) - Kalimuendo (Leihe)
Zudem dürfte Maluze nun wohl mehr oder weniger fest zum Profikader gehören. Mit seinen Stärken im Aufbauspiel von hinten raus und Kopfballspiel vorne bei Standards bringt er auch Komponenten mit, die wir so bisher nicht im Überfluss haben. Da Hütter bereits angedeutet hat, taktisch flexibel bleiben und wie in seiner ersten Amtszeit vom System her auch mit Dreierkette spielen zu wollen, wäre ein fünfter Innenverteidiger auch notwendig.
Insgesamt würde man dann auf 25 Feldspieler im Kader kommen, was schon recht nah an Hütters geäußertem Wunsch von 22 bis 23 Feldspielern wäre. Die braucht man auch, wenn man bedenkt, dass aktuell mit Burkardt, Doan, Larsson, Aseko und Collins gleich fünf Spieler beim ersten Spiel fehlen könnten. Zumal Chandler sportlich keine Rolle mehr spielt und Maluze sowie Pimpong bei Bedarf sicher auch in der zweiten Mannschaft spielen können.
Ab November wäre dann auch noch Niko Ilicevic eine Option. Auch deshalb würde ich einen Abgang von Chaïbi befürworten, damit man Gigi und Arrhov eine realistische Chance auf Einsätze einräumen kann. Wenn es im Mittelfeld eng werden sollte, hätte man immer noch Ebu und Dills aus der zweiten Mannschaft in der Hinterhand.
Das Personal für die beiden Grundformationen 4-2-2-2 sowie 3-4-2-1 würde dann folgendermaßen aussehen:
HS: Kalimuendo, Ben Farhat, (Bahoya/Knauff) MS: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
Knauff und Bahoya hätten in diesem System sicher den Nachteil, dass ihre eigentliche Position nicht vorhanden ist. Ich bin mir aber sicher, dass man das 4-2-2-2 je nach Gegner so ausrichten wird, dass man eher mit echten Flügeln statt mit Halbraumzehnern spielt. Dann wären sie mit ihrem Tempo sicher auch wichtige Optionen. Gleichzeitig besteht der Vorteil, dass Kalimuendo, Ben Farhat und Uzun durch ihre Flexibilität fast alle Offensivpositionen bekleiden können.
RHS: Kalimuendo, Doan, Ben Farhat LHS: Uzun, Bahoya, Arrhov
ST: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
In diesem System wäre der Konkurrenzkampf in der Offensive bei lediglich drei Positionen natürlich brutal, egal ob man das jetzt mit zwei hängenden Spielern und einem Stürmer oder einer Zehn und einer Doppelspitze anordnen würde. Da würden jetzt in meiner Auflistung Amaimouni und Ilicevic auch komplett hinten runterfallen. Insgesamt würde ich diesen Konkurrenzkampf aber eher positiv sehen, zumal ja auch viele junge Spieler mitmischen, die noch in der Regionalliga spielen können und einige verletzungsanfällige Jungs im Kader stehen.
Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Maddux schrieb: Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Ich weiß, wird oft anders ausgelegt, kann ich aber so nicht ganz stehen lassen. Tatsächlich meine ich gleich die Phase zu Beginn der Saison, als Kristensen verletzt war. Das war noch bevor Baum selbst verletzt war. Da stand Baum nur einmal in Hoffenheim im Kader, während Buta jeweils die ersten sechs Spiele im Kader war und dabei zweimal eingewechselt und einmal sogar von Beginn an spielen durfte.
Ja, Baum hatte wegen der U21-EM etwas länger Urlaub und ist später in die Vorbereitung eingestiegen. Aber das war bei Brown, Collins und Knauff genauso und die haben trotzdem gespielt. Als Buta kurz vor seinem Wechsel noch das CL-Spiel gegen Tottenham bekommen hat, war Baum tatsächlich verletzt.
Und gegen Ende der Saison, als Collins und teilweise auch noch Kristensen ausfielen, stand Baum dann auch unter Riera wieder wochenlang nicht mehr im Kader. Da haben wir dann teilweise mit Skhiri in der Innenverteidigung und Amenda als Rechtsverteidiger rumgegurkt. Man hat zwar seitens des Vereins kommuniziert, dass Baum im Abistress war, aber er hätte vermutlich schon spielen können. Er hat ja nicht von ungefähr über einen Wechsel nachgedacht. Insofern werfe ich diese Nichtberücksichtigung Toppmöller und Riera durchaus vor.
Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Maddux schrieb: Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Ich weiß, wird oft anders ausgelegt, kann ich aber so nicht ganz stehen lassen. Tatsächlich meine ich gleich die Phase zu Beginn der Saison, als Kristensen verletzt war. Das war noch bevor Baum selbst verletzt war. Da stand Baum nur einmal in Hoffenheim im Kader, während Buta jeweils die ersten sechs Spiele im Kader war und dabei zweimal eingewechselt und einmal sogar von Beginn an spielen durfte.
Ja, Baum hatte wegen der U21-EM etwas länger Urlaub und ist später in die Vorbereitung eingestiegen. Aber das war bei Brown, Collins und Knauff genauso und die haben trotzdem gespielt. Als Buta kurz vor seinem Wechsel noch das CL-Spiel gegen Tottenham bekommen hat, war Baum tatsächlich verletzt.
Und gegen Ende der Saison, als Collins und teilweise auch noch Kristensen ausfielen, stand Baum dann auch unter Riera wieder wochenlang nicht mehr im Kader. Da haben wir dann teilweise mit Skhiri in der Innenverteidigung und Amenda als Rechtsverteidiger rumgegurkt. Man hat zwar seitens des Vereins kommuniziert, dass Baum im Abistress war, aber er hätte vermutlich schon spielen können. Er hat ja nicht von ungefähr über einen Wechsel nachgedacht. Insofern werfe ich diese Nichtberücksichtigung Toppmöller und Riera durchaus vor.
Grundsätzlich war ich vor Beginn der Transferperiode von folgender Planung beziehungsweise Kategorien bei unseren Verkaufskandidaten sowie angestrebten Ablösen, die ich persönlich für realistisch halte, ausgegangen:
Verkaufskandidaten
Verkauf angestrebt
Hugo Larsson - 35 bis 40 Millionen
Nnamdi Collins - 30 Millionen
Farès Chaïbi - 20 bis 25 Millionen
Elye Wahi - 15 Millionen
Noel Futkeu - 7,5 Millionen
Eric Junior Dina Ebimbe - 5 Millionen
Michael Zetterer - 3 Millionen
Ellyes Skhiri - 2 Millionen
Niels Nkounkou - 2 Millionen
Hrvoje Smolcic - 2 Millionen
Michy Batshuayi - 1 Million
Verkauf möglich
Ritsu Doan - 20 Millionen
Arthur Theate - 15 bis 20 Millionen
Verkauf nicht angestrebt
Can Uzun - 80 Millionen (Potenzial)
Jean-Mateo Bahoya - 70 Millionen (Potenzial)
Nene Brown - 60 Millionen
-------------------------------------------
Bei Larsson und Collins standen die Zeichen für mich aufgrund diverser Medienberichte und kolportierten Aussagen der Berater klar auf Abschied. Da beide vom Profil her vor allem für den englischen Markt interessant sind, hätte man bei entsprechendem Interesse auch die zugegeben eher hoch angesetzten Ablösen erzielen können. Nun sieht es ja so aus, als ob beide Spieler noch ein Jahr bleiben würden. Für uns sicher nicht schlecht, da beide das Potenzial haben, sich sportlich wieder zu steigern und bei einer besseren Saison zukünftig auch noch höhere Ablösen einbringen könnten.
Der große Verkauf war dann am Ende Brown. Ihn hätte man aus sportlichen Gründen sicherlich lieber gehalten, am Ende hätte ich mir auch einen längeren Poker gewünscht, um vielleicht noch mehr Ablöse herauszuschlagen, aber letztlich ging das so in Ordnung. Bei Uzun sieht es jetzt glücklicherweise nach einem Verbleib aus. Mit seiner Torgefahr ist er für uns sportlich einfach zu wichtig. Und wenn er eine komplette Saison durchspielt und die Form hält, dann sehe ich auch die 80 Millionen Euro als potenziell machbar an.
Ähnlich sieht es bei Bahoya aus. Er wäre sportlich sicher eher verzichtbar, besitzt in meinen Augen aber noch jede Menge Potenzial. Abgesehen von Weltklassestürmern sind starke Flügelspieler heutzutage die begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Das hat man diesen Sommer nicht zuletzt an Diomande gesehen. Bahoya ist weiterhin sehr jung, französischer U-Nationalspieler und es gab schon öfter entsprechende Marktsignale. Wenn er durchstartet, dann geht das Ablösepotenzial durch die Decke, weshalb ein Verkauf in diesem Sommer eher unklug wäre. Einzig und allein wenn man taktisch wirklich überhaupt nicht mit reinen Flügelspielern plant, wäre ein Verkauf in diesem Sommer sinnvoll, denn nach einem Jahr mit wenig Einsatzzeiten wird der Marktwert von Bahoya sicher nicht steigen.
Chaïbi hingegen bleibt für mich weiterhin ein heißer Verkaufskandidat. Er war letzte Saison unser bester Vorlagengeber und hat bei der WM alle Spiele durchgespielt. Damit hat er sich wieder mehr ins Schaufenster gerückt. Gleichzeitig ist es so, dass ich nach drei Jahren bei uns nur noch bedingt Steigerungspotenzial sehe und er nicht wirklich ins System von Hütter passt. Zudem sind wir im offensiven Mittelfeld wirklich gut besetzt. Dementsprechend wäre nun bei zwei Jahren restlicher Vertragslaufzeit der ideale Zeitpunkt für einen Verkauf. Die Alternative wäre eine Verlängerung, bei der Chaïbi in die Nähe der Topverdiener rücken würde. Das sehe ich ehrlich gesagt nicht.
Bei Wahi und Futkeu ist es jetzt natürlich blöd gelaufen, dass wir die erwarteten Einnahmen wohl erst im kommenden Sommer erhalten. Hier waren denke ich aber auch die Forderungen der Eintracht zu hoch angesetzt. Ich habe es von Anfang an nicht für realistisch gehalten, über 20 Millionen für Wahi sowie über 10 Millionen für Futkeu zu erlösen. Auf der anderen Seite hätte ich die mögliche Ablöse für Ebimbe deutlich höher geschätzt. Da waren uns aber ähnlich wie bei Wahi etwas die Hände gebunden, weil der Spieler zu einem nicht so zahlungskräftigen Klub wechseln wollte.
Bei Smola und vor allem Skhiri und Batshuayi waren die Ablösen okay und ehrlich gesagt eher zweitrangig. Da ging es in erster Linie darum, dass man die Gehälter einspart. Wenn man nun wirklich noch die letztjährige Ablöse von Zetterer wieder reinholen würde, wäre das zusätzlich zum Wegfall des Gehalts ein echt guter Deal. Bei Nkounkou glaube ich mittlerweile nur noch an eine weitere Leihe, Ngankam dürfte vielleicht sogar gar nicht mehr zu vermitteln sein.
Bleiben noch Doan und Theate hinter denen beiden nach der vergangenen Saison ein Fragezeichen stand. Bei Doan hätte man zu einem Angebot wohl nicht nein gesagt, wenn man die letztjährige Ablöse wieder einspielen würde. Ich hoffe aber, dass er im zweiten Jahr zur gewünschten sportlichen Verstärkung wird. Offensichtlich haben sich auch bei Doan etwaige Wechselgedanken erledigt, nachdem er von Hütter sehr angetan war. Bei Theate stehen die Zeichen hingegen aus unterschiedlichen Gründen klar auf Abschied. Das ist verständlich und er ist jetzt auch noch eine der wenigen Optionen, mit denen wir diesen Sommer noch mal richtig gute Einnahmen generieren könnten.
Zudem kamen die Abgänge von Kristensen und Amenda in meinen Augen eher überraschend. Bei Kristensen wollte man aus persönlichen Gründen nicht im Weg stehen. Das geht so auch in Ordnung, dass man ihm den Wechsel nicht verwehrt, zumal das die Tür für Baum geöffnet hat. Amenda hätte ich hier durchaus den nächsten Schritt zugetraut, aber bei einer Ablöse von 20 Millionen musste man das Angebot zum aktuellen Zeitpunkt fast schon annehmen.
Tempodefizite
Ein Problem, dass man in unserer Kaderplanung seit einiger Zeit ausmachen kann, sind die Tempodefizite, die sich nun quasi durch alle Mannschaftsteile ziehen. Vor zwei Saisons hatten wir noch mit Heki, Omar, Bahoya, Knauff, Collins und Brown sechs Spieler, die zu den schnellsten der Liga gehörten. Das geht uns mittlerweile im Sturm und über die Außen – sofern wir ohne klare Flügel spielen – komplett ab. Und wenn wir hinten mit einer höheren Verteidigungslinie spielen, reißt Collins das auch nicht allein heraus. Vor allem aber im zentralen Mittelfeld ist das seit geraumer Zeit eine riesige Problematik, die sich in der mangelhaften Rückwärtsbewegung auch stets bemerkbar gemacht hat. Dort war Aaronson damals eigentlich der letzte Spieler, der wirklich Dynamik mitgebracht hat.
Ich halte persönlich ja nicht allzu viel von der Statistik um den Topspeed, aber bei Messwerten über eine ganze Saison haben sie zumindest eine gewisse Aussagekraft. Vergangene Saison wurden bei insgesamt 499 Spielern aus der Bundesliga Geschwindigkeitsmessungen notiert. Der Medianwert lag ziemlich genau bei 33 km/h, sprich die eine Hälfte der Spieler lag über diesem Wert, die andere Hälfte der Spieler darunter.
Mit Uzun (33,85) und Chaïbi (33,26) lagen lediglich zwei unserer Zentrumsspieler knapp über dem Wert. Mit Doan (32,74), Højlund (32,74), Skhiri (31,79), Larsson (31,53), Dahoud (31,06) und Götze (30,38) lag der Rest unserer Schaltzentrale teilweise wirklich deutlich darunter. Sei es, weil sie tatsächlich so langsam sind oder weil sie wegen einer schlechten Positionierung gar nicht erst in die Laufduelle kommen. Arrhov habe ich in der Betrachtung bei lediglich 62 Minuten Einsatzzeit mal ausgeklammert. Da haben selbst unsere Innenverteidiger mit Theate (32,99), Koch (33,33), Amenda (33,51) und Collins (34,83) oder auch Burkardt (34,38) im Sturm besser abgeschnitten.
Inwiefern man das jetzt mit den Verpflichtungen von Onyedika und Aseko behoben hat, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall hat Onyedika in den bisherigen Spielen schon mal ein besseres Positionsspiel angedeutet, um überhaupt in die Situationen zu kommen, während Aseko vergangene Saison in der zweiten Liga mit einem Topspeed von 34,3 km/h gemessen wurde. Tatsächlich hatten Larsson und Højlund in der Saison davor aber auch schon Werte über 34 km/h. Im besten Fall sollte man dann noch im Offensivbereich einen zentralen Spieler mit mehr Tempo verpflichten.
Gehälter Ersatzspieler/Spielzeit Jugendspieler
Ein weiteres großes Problem waren die hohen Gehälter einer Vielzahl an Spielern, die für den Kader eigentlich keinen wirklichen sportlichen Mehrwert mehr geboten haben. Allein Skhiri, Batshuayi, Dahoud, Wahi, Ebimbe und Nkounkou dürften hier auf rund 15 Millionen Euro Grundgehalt gekommen sein. Da konnte man diesen Sommer erfreulicherweise einige Spieler abgeben und entsprechende Kosten einsparen. Da Burkardt ja nicht zu den absoluten Topverdienern gehören soll und das Gehalt von Götze reduziert wurde, dürften nun nur noch Koch und vermutlich Doan sowie Theate über drei Millionen Euro Grundgehalt beziehen, wobei Theate ja auch noch abgegeben werden soll.
Einzelne Transfers würde ich da nicht mal kritisieren. Dass ein Skhiri hier nicht so eingeschlagen hat wie erwartet, war beispielsweise nicht zwingend absehbar. Da war der Tenor zum Zeitpunkt der Verpflichtung ja auch noch sehr positiv. In Summe sind die Personalkosten aber doch zu stark angewachsen. Insbesondere bei kurzfristigen Notlösungen wie Batshuayi, Dahoud oder auch zuletzt Zetterer war das Gehalt zu hoch.
An dieser Stelle ärgert es mich dann auch enorm, dass man diese Positionen in der zweiten oder dritten Reihe des Kaders nicht verstärkt mit Jungs aus dem eigenen Nachwuchs besetzt. Die Zeitleiste passt jetzt nicht immer genau, aber warum haben wir nicht auf Ferri statt Batshuayi, Fenyö statt Dahoud oder Harangi statt Nkounkou gesetzt? Hätten wir auf diesen Positionen vielleicht sportlich etwas schlechter dagestanden? Schon möglich. Aber dafür hätten wir auch einige Millionen an Gehalt gespart und unseren eigenen Jungs Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Ich hoffe, dass Krösches kürzliche Aussagen bei der Saisonpressekonferenz tatsächlich ein Umdenken einleiten.
Stattdessen setzen wir ja dann aber auch noch auf den einen oder anderen teuren Talentetransfer aus dem Ausland (Lisztes, Pimpong), der vielleicht nicht notwendig gewesen wäre, weil wir eigentlich eher auf anderen Kaderpositionen Baustellen haben. Ein Baum bekommt hier nach einer exzellenten Zweitligasaison erst mal keine Chance und sogar den aussortierten Buta vorgesetzt, während wir für andere Jungs ohne Erstligaerfahrung (Ebnoutalib, Eichhorn, Lenz) jeweils rund zehn Millionen hinlegen wollen. Ein Glück, dass Hütter einen Abgang von Baum genau wie damals bei Kamada erst mal gestoppt hat, nachdem die anderen Verantwortlichen schon bereit waren ihn abzugeben.
Auch bei Staff habe ich so ein bisschen die Sorge, dass er bei einer guten Drittligasaison den Woltemade machen könnte. Er hat nach der Leihe wohl nur noch ein Jahr Vertrag. Das könnte er dann absitzen, hier noch so viel Spielzeit wie möglich mitnehmen und dann ablösefrei zu einem Verein wechseln, bei dem er ein größeres Vertrauen spürt. Staff und Baum werden sicher auch registriert haben, dass man sich auf ihren Positionen kürzlich noch bei Hoffenheim mit Moerstedt und Erlein bedienen wollte. Da wäre etwas mehr Zutrauen in die eigenen Jungs wünschenswert.
Ausblick auf die letzte Transferwoche
In meinen Augen bleibt es dabei, dass man im Optimalfall noch einen Torwart (beziehungsweise nach der Entscheidung gegen Santos eher zwei), einen linken Innenverteidiger, einen Spieler für die linke Seite (defensiv wie offensiv) sowie zwei Stürmer verpflichten müsste. Auf der Gegenseite könnte man mit Abgängen von Zetterer, Theate und Chaïbi noch rund 40 Millionen Euro erlösen, damit die Zugänge zumindest größtenteils gegenfinanziert werden. Bei Nkounkou und Ngankam sind wohl Leihen das höchste der Gefühle.
Die schwierigste Personalie ist sicher die zukünftige Nummer Eins. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass wir rund 15 Millionen Euro für Atubolu auf den Tisch legen. Sollte man neben einem Verkauf von Zetterer auch noch eine Leihe für Santos vereinbaren können, würde sich Kastenmeier als ablösefreie Nummer Zwei anbieten. Ich bezweifle, dass er in der letzten Woche des Transferfensters noch einen Erstligisten findet, der ihm einen Stammplatz anbietet.
Für die beiden Positionen LIV und LV dürfte man wohl jeweils maximal 10 Millionen Euro zur Verfügung haben. In der Innenverteidigung halte ich von allen gehandelten Namen deshalb Brassier für die realistischste Lösung. Was auf der linken Seite passiert, muss man mal abwarten. Im besten Fall kommt da aber ein Nkounkou in gut, weil wir auf links sowohl offensiv hinter Bahoya als auch defensiv hinter Kosugi eigentlich keinen Backup haben.
Bleibt noch der Sturm. Eine teure Königslösung wird es hier wohl auch nicht geben. Ich kann mir aber weiterhin gut vorstellen, dass sich bei Kalimuendo kurz vor Schluss noch die Tür für eine Leihe auftut. Auch Amoura wäre bei allen charakterlichen Bedenken noch ein Kandidat für eine Leihe. Zudem scheint das Interesse an Ben Farhat immer noch vorhanden zu sein, dessen Verpflichtung ich auch sehr begrüßen würde. Wäre in meinen Augen mit seiner Flexibilität auch eine perfekte Kaderergänzung, angesichts der restlichen Baustellen aber doch eher ein Luxustransfer.
Das würde dann noch folgende Transferbewegungen bedeuten:
Zugänge
- Nummer Eins (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse)
- Kastenmeier (ablösefrei)
- Brassier (9 Millionen)
- LV (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse)
- Ben Farhat (11 Millionen)
- Kalimuendo (Leihe)
Abgänge
- Santos (Leihe)
- Zetterer (5 Millionen)
- Theate (16-17 Millionen)
- Nkounkou (Leihe)
- Chaïbi (22 Millionen)
- Ngankam (Leihe)
Zudem dürfte Maluze nun wohl mehr oder weniger fest zum Profikader gehören. Mit seinen Stärken im Aufbauspiel von hinten raus und Kopfballspiel vorne bei Standards bringt er auch Komponenten mit, die wir so bisher nicht im Überfluss haben. Da Hütter bereits angedeutet hat, taktisch flexibel bleiben und wie in seiner ersten Amtszeit vom System her auch mit Dreierkette spielen zu wollen, wäre ein fünfter Innenverteidiger auch notwendig.
Insgesamt würde man dann auf 25 Feldspieler im Kader kommen, was schon recht nah an Hütters geäußertem Wunsch von 22 bis 23 Feldspielern wäre. Die braucht man auch, wenn man bedenkt, dass aktuell mit Burkardt, Doan, Larsson, Aseko und Collins gleich fünf Spieler beim ersten Spiel fehlen könnten. Zumal Chandler sportlich keine Rolle mehr spielt und Maluze sowie Pimpong bei Bedarf sicher auch in der zweiten Mannschaft spielen können.
Ab November wäre dann auch noch Niko Ilicevic eine Option. Auch deshalb würde ich einen Abgang von Chaïbi befürworten, damit man Gigi und Arrhov eine realistische Chance auf Einsätze einräumen kann. Wenn es im Mittelfeld eng werden sollte, hätte man immer noch Ebu und Dills aus der zweiten Mannschaft in der Hinterhand.
Das Personal für die beiden Grundformationen 4-2-2-2 sowie 3-4-2-1 würde dann folgendermaßen aussehen:
4-2-2-2
TW: Neuzugang, Kastenmeier, Grahl
RV: Baum, (Collins/Knauff), Chandler
RIV: Koch, Collins, Maluze
LIV: Brassier, Otavio, Maluze
LV: Neuzugang, Kosugi, Chandler
DM: Onyedika, Højlund, Maluze
ZM: Larsson, Aseko, Götze
ROM: Doan, Amaimouni, Ilicevic
LOM: Uzun, Götze, Arrhov
HS: Kalimuendo, Ben Farhat, (Bahoya/Knauff)
MS: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
Knauff und Bahoya hätten in diesem System sicher den Nachteil, dass ihre eigentliche Position nicht vorhanden ist. Ich bin mir aber sicher, dass man das 4-2-2-2 je nach Gegner so ausrichten wird, dass man eher mit echten Flügeln statt mit Halbraumzehnern spielt. Dann wären sie mit ihrem Tempo sicher auch wichtige Optionen. Gleichzeitig besteht der Vorteil, dass Kalimuendo, Ben Farhat und Uzun durch ihre Flexibilität fast alle Offensivpositionen bekleiden können.
3-4-2-1
TW: Neuzugang, Kastenmeier, Grahl
RIV: Collins, Chandler
ZIV: Koch, Maluze
LIV: Brassier, Otavio
RAV: Knauff, Baum, Doan
LAV: Neuzugang, Kosugi, Baum
DM: Onyedika, Højlund, Maluze
ZM: Larsson, Aseko, Götze
RHS: Kalimuendo, Doan, Ben Farhat
LHS: Uzun, Bahoya, Arrhov
ST: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
In diesem System wäre der Konkurrenzkampf in der Offensive bei lediglich drei Positionen natürlich brutal, egal ob man das jetzt mit zwei hängenden Spielern und einem Stürmer oder einer Zehn und einer Doppelspitze anordnen würde. Da würden jetzt in meiner Auflistung Amaimouni und Ilicevic auch komplett hinten runterfallen. Insgesamt würde ich diesen Konkurrenzkampf aber eher positiv sehen, zumal ja auch viele junge Spieler mitmischen, die noch in der Regionalliga spielen können und einige verletzungsanfällige Jungs im Kader stehen.
Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag.
Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Grundsätzlich war ich vor Beginn der Transferperiode von folgender Planung beziehungsweise Kategorien bei unseren Verkaufskandidaten sowie angestrebten Ablösen, die ich persönlich für realistisch halte, ausgegangen:
Verkaufskandidaten
Verkauf angestrebt
Hugo Larsson - 35 bis 40 Millionen
Nnamdi Collins - 30 Millionen
Farès Chaïbi - 20 bis 25 Millionen
Elye Wahi - 15 Millionen
Noel Futkeu - 7,5 Millionen
Eric Junior Dina Ebimbe - 5 Millionen
Michael Zetterer - 3 Millionen
Ellyes Skhiri - 2 Millionen
Niels Nkounkou - 2 Millionen
Hrvoje Smolcic - 2 Millionen
Michy Batshuayi - 1 Million
Verkauf möglich
Ritsu Doan - 20 Millionen
Arthur Theate - 15 bis 20 Millionen
Verkauf nicht angestrebt
Can Uzun - 80 Millionen (Potenzial)
Jean-Mateo Bahoya - 70 Millionen (Potenzial)
Nene Brown - 60 Millionen
-------------------------------------------
Bei Larsson und Collins standen die Zeichen für mich aufgrund diverser Medienberichte und kolportierten Aussagen der Berater klar auf Abschied. Da beide vom Profil her vor allem für den englischen Markt interessant sind, hätte man bei entsprechendem Interesse auch die zugegeben eher hoch angesetzten Ablösen erzielen können. Nun sieht es ja so aus, als ob beide Spieler noch ein Jahr bleiben würden. Für uns sicher nicht schlecht, da beide das Potenzial haben, sich sportlich wieder zu steigern und bei einer besseren Saison zukünftig auch noch höhere Ablösen einbringen könnten.
Der große Verkauf war dann am Ende Brown. Ihn hätte man aus sportlichen Gründen sicherlich lieber gehalten, am Ende hätte ich mir auch einen längeren Poker gewünscht, um vielleicht noch mehr Ablöse herauszuschlagen, aber letztlich ging das so in Ordnung. Bei Uzun sieht es jetzt glücklicherweise nach einem Verbleib aus. Mit seiner Torgefahr ist er für uns sportlich einfach zu wichtig. Und wenn er eine komplette Saison durchspielt und die Form hält, dann sehe ich auch die 80 Millionen Euro als potenziell machbar an.
Ähnlich sieht es bei Bahoya aus. Er wäre sportlich sicher eher verzichtbar, besitzt in meinen Augen aber noch jede Menge Potenzial. Abgesehen von Weltklassestürmern sind starke Flügelspieler heutzutage die begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Das hat man diesen Sommer nicht zuletzt an Diomande gesehen. Bahoya ist weiterhin sehr jung, französischer U-Nationalspieler und es gab schon öfter entsprechende Marktsignale. Wenn er durchstartet, dann geht das Ablösepotenzial durch die Decke, weshalb ein Verkauf in diesem Sommer eher unklug wäre. Einzig und allein wenn man taktisch wirklich überhaupt nicht mit reinen Flügelspielern plant, wäre ein Verkauf in diesem Sommer sinnvoll, denn nach einem Jahr mit wenig Einsatzzeiten wird der Marktwert von Bahoya sicher nicht steigen.
Chaïbi hingegen bleibt für mich weiterhin ein heißer Verkaufskandidat. Er war letzte Saison unser bester Vorlagengeber und hat bei der WM alle Spiele durchgespielt. Damit hat er sich wieder mehr ins Schaufenster gerückt. Gleichzeitig ist es so, dass ich nach drei Jahren bei uns nur noch bedingt Steigerungspotenzial sehe und er nicht wirklich ins System von Hütter passt. Zudem sind wir im offensiven Mittelfeld wirklich gut besetzt. Dementsprechend wäre nun bei zwei Jahren restlicher Vertragslaufzeit der ideale Zeitpunkt für einen Verkauf. Die Alternative wäre eine Verlängerung, bei der Chaïbi in die Nähe der Topverdiener rücken würde. Das sehe ich ehrlich gesagt nicht.
Bei Wahi und Futkeu ist es jetzt natürlich blöd gelaufen, dass wir die erwarteten Einnahmen wohl erst im kommenden Sommer erhalten. Hier waren denke ich aber auch die Forderungen der Eintracht zu hoch angesetzt. Ich habe es von Anfang an nicht für realistisch gehalten, über 20 Millionen für Wahi sowie über 10 Millionen für Futkeu zu erlösen. Auf der anderen Seite hätte ich die mögliche Ablöse für Ebimbe deutlich höher geschätzt. Da waren uns aber ähnlich wie bei Wahi etwas die Hände gebunden, weil der Spieler zu einem nicht so zahlungskräftigen Klub wechseln wollte.
Bei Smola und vor allem Skhiri und Batshuayi waren die Ablösen okay und ehrlich gesagt eher zweitrangig. Da ging es in erster Linie darum, dass man die Gehälter einspart. Wenn man nun wirklich noch die letztjährige Ablöse von Zetterer wieder reinholen würde, wäre das zusätzlich zum Wegfall des Gehalts ein echt guter Deal. Bei Nkounkou glaube ich mittlerweile nur noch an eine weitere Leihe, Ngankam dürfte vielleicht sogar gar nicht mehr zu vermitteln sein.
Bleiben noch Doan und Theate hinter denen beiden nach der vergangenen Saison ein Fragezeichen stand. Bei Doan hätte man zu einem Angebot wohl nicht nein gesagt, wenn man die letztjährige Ablöse wieder einspielen würde. Ich hoffe aber, dass er im zweiten Jahr zur gewünschten sportlichen Verstärkung wird. Offensichtlich haben sich auch bei Doan etwaige Wechselgedanken erledigt, nachdem er von Hütter sehr angetan war. Bei Theate stehen die Zeichen hingegen aus unterschiedlichen Gründen klar auf Abschied. Das ist verständlich und er ist jetzt auch noch eine der wenigen Optionen, mit denen wir diesen Sommer noch mal richtig gute Einnahmen generieren könnten.
Zudem kamen die Abgänge von Kristensen und Amenda in meinen Augen eher überraschend. Bei Kristensen wollte man aus persönlichen Gründen nicht im Weg stehen. Das geht so auch in Ordnung, dass man ihm den Wechsel nicht verwehrt, zumal das die Tür für Baum geöffnet hat. Amenda hätte ich hier durchaus den nächsten Schritt zugetraut, aber bei einer Ablöse von 20 Millionen musste man das Angebot zum aktuellen Zeitpunkt fast schon annehmen.
Tempodefizite
Ein Problem, dass man in unserer Kaderplanung seit einiger Zeit ausmachen kann, sind die Tempodefizite, die sich nun quasi durch alle Mannschaftsteile ziehen. Vor zwei Saisons hatten wir noch mit Heki, Omar, Bahoya, Knauff, Collins und Brown sechs Spieler, die zu den schnellsten der Liga gehörten. Das geht uns mittlerweile im Sturm und über die Außen – sofern wir ohne klare Flügel spielen – komplett ab. Und wenn wir hinten mit einer höheren Verteidigungslinie spielen, reißt Collins das auch nicht allein heraus. Vor allem aber im zentralen Mittelfeld ist das seit geraumer Zeit eine riesige Problematik, die sich in der mangelhaften Rückwärtsbewegung auch stets bemerkbar gemacht hat. Dort war Aaronson damals eigentlich der letzte Spieler, der wirklich Dynamik mitgebracht hat.
Ich halte persönlich ja nicht allzu viel von der Statistik um den Topspeed, aber bei Messwerten über eine ganze Saison haben sie zumindest eine gewisse Aussagekraft. Vergangene Saison wurden bei insgesamt 499 Spielern aus der Bundesliga Geschwindigkeitsmessungen notiert. Der Medianwert lag ziemlich genau bei 33 km/h, sprich die eine Hälfte der Spieler lag über diesem Wert, die andere Hälfte der Spieler darunter.
Mit Uzun (33,85) und Chaïbi (33,26) lagen lediglich zwei unserer Zentrumsspieler knapp über dem Wert. Mit Doan (32,74), Højlund (32,74), Skhiri (31,79), Larsson (31,53), Dahoud (31,06) und Götze (30,38) lag der Rest unserer Schaltzentrale teilweise wirklich deutlich darunter. Sei es, weil sie tatsächlich so langsam sind oder weil sie wegen einer schlechten Positionierung gar nicht erst in die Laufduelle kommen. Arrhov habe ich in der Betrachtung bei lediglich 62 Minuten Einsatzzeit mal ausgeklammert. Da haben selbst unsere Innenverteidiger mit Theate (32,99), Koch (33,33), Amenda (33,51) und Collins (34,83) oder auch Burkardt (34,38) im Sturm besser abgeschnitten.
Inwiefern man das jetzt mit den Verpflichtungen von Onyedika und Aseko behoben hat, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall hat Onyedika in den bisherigen Spielen schon mal ein besseres Positionsspiel angedeutet, um überhaupt in die Situationen zu kommen, während Aseko vergangene Saison in der zweiten Liga mit einem Topspeed von 34,3 km/h gemessen wurde. Tatsächlich hatten Larsson und Højlund in der Saison davor aber auch schon Werte über 34 km/h. Im besten Fall sollte man dann noch im Offensivbereich einen zentralen Spieler mit mehr Tempo verpflichten.
Gehälter Ersatzspieler/Spielzeit Jugendspieler
Ein weiteres großes Problem waren die hohen Gehälter einer Vielzahl an Spielern, die für den Kader eigentlich keinen wirklichen sportlichen Mehrwert mehr geboten haben. Allein Skhiri, Batshuayi, Dahoud, Wahi, Ebimbe und Nkounkou dürften hier auf rund 15 Millionen Euro Grundgehalt gekommen sein. Da konnte man diesen Sommer erfreulicherweise einige Spieler abgeben und entsprechende Kosten einsparen. Da Burkardt ja nicht zu den absoluten Topverdienern gehören soll und das Gehalt von Götze reduziert wurde, dürften nun nur noch Koch und vermutlich Doan sowie Theate über drei Millionen Euro Grundgehalt beziehen, wobei Theate ja auch noch abgegeben werden soll.
Einzelne Transfers würde ich da nicht mal kritisieren. Dass ein Skhiri hier nicht so eingeschlagen hat wie erwartet, war beispielsweise nicht zwingend absehbar. Da war der Tenor zum Zeitpunkt der Verpflichtung ja auch noch sehr positiv. In Summe sind die Personalkosten aber doch zu stark angewachsen. Insbesondere bei kurzfristigen Notlösungen wie Batshuayi, Dahoud oder auch zuletzt Zetterer war das Gehalt zu hoch.
An dieser Stelle ärgert es mich dann auch enorm, dass man diese Positionen in der zweiten oder dritten Reihe des Kaders nicht verstärkt mit Jungs aus dem eigenen Nachwuchs besetzt. Die Zeitleiste passt jetzt nicht immer genau, aber warum haben wir nicht auf Ferri statt Batshuayi, Fenyö statt Dahoud oder Harangi statt Nkounkou gesetzt? Hätten wir auf diesen Positionen vielleicht sportlich etwas schlechter dagestanden? Schon möglich. Aber dafür hätten wir auch einige Millionen an Gehalt gespart und unseren eigenen Jungs Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Ich hoffe, dass Krösches kürzliche Aussagen bei der Saisonpressekonferenz tatsächlich ein Umdenken einleiten.
Stattdessen setzen wir ja dann aber auch noch auf den einen oder anderen teuren Talentetransfer aus dem Ausland (Lisztes, Pimpong), der vielleicht nicht notwendig gewesen wäre, weil wir eigentlich eher auf anderen Kaderpositionen Baustellen haben. Ein Baum bekommt hier nach einer exzellenten Zweitligasaison erst mal keine Chance und sogar den aussortierten Buta vorgesetzt, während wir für andere Jungs ohne Erstligaerfahrung (Ebnoutalib, Eichhorn, Lenz) jeweils rund zehn Millionen hinlegen wollen. Ein Glück, dass Hütter einen Abgang von Baum genau wie damals bei Kamada erst mal gestoppt hat, nachdem die anderen Verantwortlichen schon bereit waren ihn abzugeben.
Auch bei Staff habe ich so ein bisschen die Sorge, dass er bei einer guten Drittligasaison den Woltemade machen könnte. Er hat nach der Leihe wohl nur noch ein Jahr Vertrag. Das könnte er dann absitzen, hier noch so viel Spielzeit wie möglich mitnehmen und dann ablösefrei zu einem Verein wechseln, bei dem er ein größeres Vertrauen spürt. Staff und Baum werden sicher auch registriert haben, dass man sich auf ihren Positionen kürzlich noch bei Hoffenheim mit Moerstedt und Erlein bedienen wollte. Da wäre etwas mehr Zutrauen in die eigenen Jungs wünschenswert.
Ausblick auf die letzte Transferwoche
In meinen Augen bleibt es dabei, dass man im Optimalfall noch einen Torwart (beziehungsweise nach der Entscheidung gegen Santos eher zwei), einen linken Innenverteidiger, einen Spieler für die linke Seite (defensiv wie offensiv) sowie zwei Stürmer verpflichten müsste. Auf der Gegenseite könnte man mit Abgängen von Zetterer, Theate und Chaïbi noch rund 40 Millionen Euro erlösen, damit die Zugänge zumindest größtenteils gegenfinanziert werden. Bei Nkounkou und Ngankam sind wohl Leihen das höchste der Gefühle.
Die schwierigste Personalie ist sicher die zukünftige Nummer Eins. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass wir rund 15 Millionen Euro für Atubolu auf den Tisch legen. Sollte man neben einem Verkauf von Zetterer auch noch eine Leihe für Santos vereinbaren können, würde sich Kastenmeier als ablösefreie Nummer Zwei anbieten. Ich bezweifle, dass er in der letzten Woche des Transferfensters noch einen Erstligisten findet, der ihm einen Stammplatz anbietet.
Für die beiden Positionen LIV und LV dürfte man wohl jeweils maximal 10 Millionen Euro zur Verfügung haben. In der Innenverteidigung halte ich von allen gehandelten Namen deshalb Brassier für die realistischste Lösung. Was auf der linken Seite passiert, muss man mal abwarten. Im besten Fall kommt da aber ein Nkounkou in gut, weil wir auf links sowohl offensiv hinter Bahoya als auch defensiv hinter Kosugi eigentlich keinen Backup haben.
Bleibt noch der Sturm. Eine teure Königslösung wird es hier wohl auch nicht geben. Ich kann mir aber weiterhin gut vorstellen, dass sich bei Kalimuendo kurz vor Schluss noch die Tür für eine Leihe auftut. Auch Amoura wäre bei allen charakterlichen Bedenken noch ein Kandidat für eine Leihe. Zudem scheint das Interesse an Ben Farhat immer noch vorhanden zu sein, dessen Verpflichtung ich auch sehr begrüßen würde. Wäre in meinen Augen mit seiner Flexibilität auch eine perfekte Kaderergänzung, angesichts der restlichen Baustellen aber doch eher ein Luxustransfer.
Das würde dann noch folgende Transferbewegungen bedeuten:
Zugänge
- Nummer Eins (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse)
- Kastenmeier (ablösefrei)
- Brassier (9 Millionen)
- LV (bis zu 10 Millionen Euro Ablöse)
- Ben Farhat (11 Millionen)
- Kalimuendo (Leihe)
Abgänge
- Santos (Leihe)
- Zetterer (5 Millionen)
- Theate (16-17 Millionen)
- Nkounkou (Leihe)
- Chaïbi (22 Millionen)
- Ngankam (Leihe)
Zudem dürfte Maluze nun wohl mehr oder weniger fest zum Profikader gehören. Mit seinen Stärken im Aufbauspiel von hinten raus und Kopfballspiel vorne bei Standards bringt er auch Komponenten mit, die wir so bisher nicht im Überfluss haben. Da Hütter bereits angedeutet hat, taktisch flexibel bleiben und wie in seiner ersten Amtszeit vom System her auch mit Dreierkette spielen zu wollen, wäre ein fünfter Innenverteidiger auch notwendig.
Insgesamt würde man dann auf 25 Feldspieler im Kader kommen, was schon recht nah an Hütters geäußertem Wunsch von 22 bis 23 Feldspielern wäre. Die braucht man auch, wenn man bedenkt, dass aktuell mit Burkardt, Doan, Larsson, Aseko und Collins gleich fünf Spieler beim ersten Spiel fehlen könnten. Zumal Chandler sportlich keine Rolle mehr spielt und Maluze sowie Pimpong bei Bedarf sicher auch in der zweiten Mannschaft spielen können.
Ab November wäre dann auch noch Niko Ilicevic eine Option. Auch deshalb würde ich einen Abgang von Chaïbi befürworten, damit man Gigi und Arrhov eine realistische Chance auf Einsätze einräumen kann. Wenn es im Mittelfeld eng werden sollte, hätte man immer noch Ebu und Dills aus der zweiten Mannschaft in der Hinterhand.
Das Personal für die beiden Grundformationen 4-2-2-2 sowie 3-4-2-1 würde dann folgendermaßen aussehen:
4-2-2-2
TW: Neuzugang, Kastenmeier, Grahl
RV: Baum, (Collins/Knauff), Chandler
RIV: Koch, Collins, Maluze
LIV: Brassier, Otavio, Maluze
LV: Neuzugang, Kosugi, Chandler
DM: Onyedika, Højlund, Maluze
ZM: Larsson, Aseko, Götze
ROM: Doan, Amaimouni, Ilicevic
LOM: Uzun, Götze, Arrhov
HS: Kalimuendo, Ben Farhat, (Bahoya/Knauff)
MS: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
Knauff und Bahoya hätten in diesem System sicher den Nachteil, dass ihre eigentliche Position nicht vorhanden ist. Ich bin mir aber sicher, dass man das 4-2-2-2 je nach Gegner so ausrichten wird, dass man eher mit echten Flügeln statt mit Halbraumzehnern spielt. Dann wären sie mit ihrem Tempo sicher auch wichtige Optionen. Gleichzeitig besteht der Vorteil, dass Kalimuendo, Ben Farhat und Uzun durch ihre Flexibilität fast alle Offensivpositionen bekleiden können.
3-4-2-1
TW: Neuzugang, Kastenmeier, Grahl
RIV: Collins, Chandler
ZIV: Koch, Maluze
LIV: Brassier, Otavio
RAV: Knauff, Baum, Doan
LAV: Neuzugang, Kosugi, Baum
DM: Onyedika, Højlund, Maluze
ZM: Larsson, Aseko, Götze
RHS: Kalimuendo, Doan, Ben Farhat
LHS: Uzun, Bahoya, Arrhov
ST: Burkardt, Ebnoutalib, Pimpong
In diesem System wäre der Konkurrenzkampf in der Offensive bei lediglich drei Positionen natürlich brutal, egal ob man das jetzt mit zwei hängenden Spielern und einem Stürmer oder einer Zehn und einer Doppelspitze anordnen würde. Da würden jetzt in meiner Auflistung Amaimouni und Ilicevic auch komplett hinten runterfallen. Insgesamt würde ich diesen Konkurrenzkampf aber eher positiv sehen, zumal ja auch viele junge Spieler mitmischen, die noch in der Regionalliga spielen können und einige verletzungsanfällige Jungs im Kader stehen.
Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag.
Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Ich weiß, wird oft anders ausgelegt, kann ich aber so nicht ganz stehen lassen. Tatsächlich meine ich gleich die Phase zu Beginn der Saison, als Kristensen verletzt war. Das war noch bevor Baum selbst verletzt war. Da stand Baum nur einmal in Hoffenheim im Kader, während Buta jeweils die ersten sechs Spiele im Kader war und dabei zweimal eingewechselt und einmal sogar von Beginn an spielen durfte.
Ja, Baum hatte wegen der U21-EM etwas länger Urlaub und ist später in die Vorbereitung eingestiegen. Aber das war bei Brown, Collins und Knauff genauso und die haben trotzdem gespielt. Als Buta kurz vor seinem Wechsel noch das CL-Spiel gegen Tottenham bekommen hat, war Baum tatsächlich verletzt.
Und gegen Ende der Saison, als Collins und teilweise auch noch Kristensen ausfielen, stand Baum dann auch unter Riera wieder wochenlang nicht mehr im Kader. Da haben wir dann teilweise mit Skhiri in der Innenverteidigung und Amenda als Rechtsverteidiger rumgegurkt. Man hat zwar seitens des Vereins kommuniziert, dass Baum im Abistress war, aber er hätte vermutlich schon spielen können. Er hat ja nicht von ungefähr über einen Wechsel nachgedacht. Insofern werfe ich diese Nichtberücksichtigung Toppmöller und Riera durchaus vor.
Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag.
Eine Anmerkung zu Baum. Der war nicht aussortiert, sondern bis spät in den Februar hinein dauerverletzt. Da kann man keinem der 3 Trainer einen Vorwurf machen. Unter Riera hatte er, nach überstandener Verletzung, dann ja zumindest ein paar Einsatzminuten bekommen.
Ich weiß, wird oft anders ausgelegt, kann ich aber so nicht ganz stehen lassen. Tatsächlich meine ich gleich die Phase zu Beginn der Saison, als Kristensen verletzt war. Das war noch bevor Baum selbst verletzt war. Da stand Baum nur einmal in Hoffenheim im Kader, während Buta jeweils die ersten sechs Spiele im Kader war und dabei zweimal eingewechselt und einmal sogar von Beginn an spielen durfte.
Ja, Baum hatte wegen der U21-EM etwas länger Urlaub und ist später in die Vorbereitung eingestiegen. Aber das war bei Brown, Collins und Knauff genauso und die haben trotzdem gespielt. Als Buta kurz vor seinem Wechsel noch das CL-Spiel gegen Tottenham bekommen hat, war Baum tatsächlich verletzt.
Und gegen Ende der Saison, als Collins und teilweise auch noch Kristensen ausfielen, stand Baum dann auch unter Riera wieder wochenlang nicht mehr im Kader. Da haben wir dann teilweise mit Skhiri in der Innenverteidigung und Amenda als Rechtsverteidiger rumgegurkt. Man hat zwar seitens des Vereins kommuniziert, dass Baum im Abistress war, aber er hätte vermutlich schon spielen können. Er hat ja nicht von ungefähr über einen Wechsel nachgedacht. Insofern werfe ich diese Nichtberücksichtigung Toppmöller und Riera durchaus vor.