ob Arnautis der richtige ist ist doch schon seit langer Zeit Thema
Wie wahr. So angenehm Herr Arnautis auch ist, er ist leider seit Jahren an seine Grenzen gestoßen. Seine Erfolge beruhen immer nur auf den Schwächen der Gegner. Wenn es wirklich um etwas ging, kam wenig von ihm und seiner Mannschaft – da beziehe ich die Kapitänin mit ein. Den geforderten dritten Platz hat er dank der Stärke seiner Mannschaft oft erreicht und deshalb stand er auch nie in Frage. Ich verfolge die Eintracht-Frauen schon seit den 2000ern, also seit der Zeit in der Oberliga Hessen, aber so emotionslos wie zur Zeit war ich noch nie.
Wenn es wirklich um etwas ging, kam wenig von ihm und seiner Mannschaft
"... und seiner Mannschaft" würde ich ein wenig relativieren.
An anderer Stelle schrieb ich: "Ein Orchester ist nur so gut wie sein Dirigent"
Ich vermisse ein "Dirigent" der die Mannschaft mit ihren ganz individuellen Stärken und Schwächen (wirklich) weiterentwickelt. Der neue, wechselnde Impulse setzt, der es vor allem versteht jede einzelne Spielerin, aber auch die gesamte Mannschaft mental weiterzubringen, zu stärken. Leistungssport, insbesondere Hochleistungs- hat viel mit Psychologie, mit mentalem Training zu tun. Hier bin ich nicht überzeugt, dass dies gefördert wird.
Zwei Beispiele: Letzte Saison, DFB-Pokal-Aus gegen Bayern, drei Tage später 6 : 1 beim VFL eine Lehrstunde/ Debakel. Okay, man kann in WOB verlieren. Keine Schande! Aber so demoralisiert anzutreten lässt Fragen zu.
Was war diese Saison, DFB-Aus und drei Tage danach 4 : 2 (nach 0 : 2) in Bremen. Die 2. Halbzeit glich der 1. Hz in WOB. Ich war bei beiden vor Ort. In der Halbzeit schrieb ich in Bremen, "ich ahne nichts Gutes". Warum? Weil mich die Körpersprache der gesamten Mannschaft an WOB erinnerte. Offensichtlich schafft man es nicht, die Mannschaft aus Tiefs (die dazugehören) rauszuholen. Es sei denn Jena, HSV oder... sind die nä. Gegnerinnen.
Was das Spielerische betrifft, ist in anderen Foren schon viel geschrieben worden. Gerade gegen Häcken. Nur eine Anmerkung aus meiner ganz persönlichen Sicht. Das Spiel unserer Mannschaft ist viel zu ideenlos, einfach auszumachen, leicht zu lesen, Es fehlt mir die Variabilität. (Auswechselungen kann man die Uhr nachstellen) Dafür ist nicht die Mannschaft verantwortlich, sondern ein DirigentIn.
ob Arnautis der richtige ist ist doch schon seit langer Zeit Thema
Wie wahr. So angenehm Herr Arnautis auch ist, er ist leider seit Jahren an seine Grenzen gestoßen. Seine Erfolge beruhen immer nur auf den Schwächen der Gegner. Wenn es wirklich um etwas ging, kam wenig von ihm und seiner Mannschaft – da beziehe ich die Kapitänin mit ein. Den geforderten dritten Platz hat er dank der Stärke seiner Mannschaft oft erreicht und deshalb stand er auch nie in Frage. Ich verfolge die Eintracht-Frauen schon seit den 2000ern, also seit der Zeit in der Oberliga Hessen, aber so emotionslos wie zur Zeit war ich noch nie.
Wenn es wirklich um etwas ging, kam wenig von ihm und seiner Mannschaft
"... und seiner Mannschaft" würde ich ein wenig relativieren.
An anderer Stelle schrieb ich: "Ein Orchester ist nur so gut wie sein Dirigent"
Ich vermisse ein "Dirigent" der die Mannschaft mit ihren ganz individuellen Stärken und Schwächen (wirklich) weiterentwickelt. Der neue, wechselnde Impulse setzt, der es vor allem versteht jede einzelne Spielerin, aber auch die gesamte Mannschaft mental weiterzubringen, zu stärken. Leistungssport, insbesondere Hochleistungs- hat viel mit Psychologie, mit mentalem Training zu tun. Hier bin ich nicht überzeugt, dass dies gefördert wird.
Zwei Beispiele: Letzte Saison, DFB-Pokal-Aus gegen Bayern, drei Tage später 6 : 1 beim VFL eine Lehrstunde/ Debakel. Okay, man kann in WOB verlieren. Keine Schande! Aber so demoralisiert anzutreten lässt Fragen zu.
Was war diese Saison, DFB-Aus und drei Tage danach 4 : 2 (nach 0 : 2) in Bremen. Die 2. Halbzeit glich der 1. Hz in WOB. Ich war bei beiden vor Ort. In der Halbzeit schrieb ich in Bremen, "ich ahne nichts Gutes". Warum? Weil mich die Körpersprache der gesamten Mannschaft an WOB erinnerte. Offensichtlich schafft man es nicht, die Mannschaft aus Tiefs (die dazugehören) rauszuholen. Es sei denn Jena, HSV oder... sind die nä. Gegnerinnen.
Was das Spielerische betrifft, ist in anderen Foren schon viel geschrieben worden. Gerade gegen Häcken. Nur eine Anmerkung aus meiner ganz persönlichen Sicht. Das Spiel unserer Mannschaft ist viel zu ideenlos, einfach auszumachen, leicht zu lesen, Es fehlt mir die Variabilität. (Auswechselungen kann man die Uhr nachstellen) Dafür ist nicht die Mannschaft verantwortlich, sondern ein DirigentIn.
Danke für die Eröffnung. Ich habe auch schon überlegt einen eigenen Trainer-Thread zu eröffnen, hatte aber die Angst, dass er nach der Enttäuschung vom Mittwoch zum reinen Bashing-Thread verkommt. Ich wollte ihn dann nächste Woche erst aufmachen, nachdem unsere Frauen das Wunder von Göteborg geschafft haben und die Stimmung hier besser ist.
OK, Spaß beiseite, ich hoffe hier auf einen regen Austausch unterschiedlicher Ansichten mit fachlich, sachlichen Argumenten!
Dann mal eine paar Cents dazu:
Allem voran erstmal, Niko Arnautis hat zweifellos große Verdienste um den Verein und die Integration des ehemaligen 1. FFC Frankfurt in die Eintracht-Strukturen.
Unsere Frauen spielen unter Arnautis einen ordentlichen, gepflegten und ballorientierten Fußball, der gegen spielschwächere Teams auch in der Regel zum Erfolg führt. Sobald es aber gegen taktisch disziplinierte oder physisch starke Gegner geht – wie nun z.B. gegen Häcken oder auch regelmäßig gegen Wolfsburg und Bayern, stößt das Spielsystem an seine Grenzen.
Wie ich schon nach dem Häcken-Spiel geschrieben habe, wenn unser Kurzpassspiel durch hohes Pressing unterbunden wird, fehlen unserem Team oft die Mittel. Dann mangelt es an taktischen Umstellungen während des Spiels, die so eine festgefahrene Partie drehen könnten. Es existiert einfach keine taktische Flexibilität, es gibt keinen Plan B. Über die Jahre gesehen sind wir für unsere Gegner zunehmend leichter auszulesen.
Ein wiederkehrendes Muster ist leider auch eine Blockade in den entscheidenden Momenten. Das Spiel am Mittwoch war so ein Beispiel dafür, dass unser Team das vorhandene Potenzial unter maximalem Druck nicht abrufen kann, allerdings ist das auch ein Vorwurf, den man auch und vorwiegend an die Spielerinnen richten muss.
Unter Niko Arnautis wurden zahlreiche Talente zu Nationalspielerinnen, so z. B. Sophia Kleinherne, Laura Freigang, Nicole Anyomi. Gerade bei beiden Letztgenannten sind unter seiner Führung zu Leistungsträgerinnen gereift, stagnieren aber nun seit geraumer Zeit in ihrer Entwicklung und vor allem Nicole Anyomi wirkt in wichtigen Spielen oft isoliert. Ein neuer Trainer mit einem neuen Ansatz könnte vielleicht auch hier neue Reize setzen, um die individuelle Qualität weiter zu verbessern und auch diese Spielerinnen nochmal auf ein neues Level zu heben.
Im Vergleich zu anderen Vereinen, die ihre Strukturen und Spielweisen teils radikal modernisieren, wie z.B. die TSG Hoffenheim wirken wir unter Arnautis verlässlich stabil, aber eben auch statisch.
Niko Arnautis ist seit 2017 im Amt. Im modernen Fußball ist das eine halbe Ewigkeit. Es hat gar nix mit einer Person zu tun, aber nach so langer Zeit tritt ein gewisser Abnutzungseffekt ein, es schleifen sich unweigerlich Routinen ein und die Ansprache erreicht die Kabine oft nicht mehr mit der nötigen Schärfe. Ein neuer Trainer könnte frische taktische Reize setzen oder auch evtl. eingefahrene Hierarchien innerhalb des Kaders aufbrechen.
Die Leistungsdichte in der Bundesliga hat schon in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Konkurrenz wird in den kommenden Jahren noch um ein Vielfaches weiter steigen. Eine sportliche Vision und ein moderner, taktisch innovativer Trainer würden sicher dabei helfen, das Projekt "Eintracht Frankfurt Frauen" attraktiv zu machen bzw. zu halten, um auch weiterhin nationale und internationale Talente anzulocken.
Letztendlich würde ich aus diesen Gründen eine Ablösung von Niko Arnautis auf der Trainerbank und damit einen neuen Impuls begrüßen, aber gleichzeitig möchte ich trotzdem an dieser Stelle nochmal eine Lanze für ihn brechen.
Niko Arnautis ist seit 2017 im Amt (zunächst beim 1. FFC) und damit der dienstälteste Trainer der Frauen-Bundesliga. In dieser Zeit war er auch weit mehr als nur ein Trainer für unsere Frauen, er ist gebürtiger Frankfurter und identifiziert sich zu 100 % mit dem Verein. Er hat den Übergang vom 1. FFC zur Eintracht moderiert, eine stabile Einheit geformt und ist eine der zentralen Konstanten im Frankfurter Frauenfußball. Unter seiner Leitung hat sich unsere Eintracht als dritte Kraft in Deutschland hinter den Schwergewichten Bayern München und VfL Wolfsburg etabliert.
Diese Leistung möchte ich nochmal deutlich hervorheben, honorieren und dafür meine Anerkennung und Dankbarkeit aussprechen.
Mein Wunsch nach einem Trainerwechsel ist definitiv kein Urteil über Nikos vergangene Leistungen, sondern eine in meinen Augen eine notwendige Entscheidung für die Zukunft, um den nächsten Schritt in der Professionalisierung zu gehen.
Auch ich war Mittwoch sehr verwundert über den fehlenden Input vom Trainer, während des EC Spiels. Aber kann man das wirklich alles so bewerten, wenn man, wie ich, am anderen Ende des Feldes sitz? So ehrlich muss man sein, die Spielerinnen auf dem Feld haben gespielt, nicht Niko Arnautis. Ja, auch ich habe schon offen angezweifelt, ob es gut war Fritzy Kromp ziehen zu lassen. Ich hätte sie gerne in einer Aufgabe in der ersten Mannschaft gesehen, gerne sogar als Cheftrainerin. Aber, ob Niko Arnautis die Mannschaft oder Spielerinnen noch weiter entwickeln kann oder nicht, dafür fehlen mir persönlich zu viele Einblicke, um darüber eine Einschätzung abgeben zu können. Zumindest scheint er es zu verstehen, trotz großer Umbrüche, jedes Jahr ein Kollektiv des Wohlgefühls aufbauen zu können. Dies ist im Fußball und der Mannschaft sehr wichtig. Aber auch hier gilt, mir fehlen da die Einblicke. Bin einfach zu weit weg vom Geschehen.
Was man aber grundsätzlich sagen kann ist, dass es, mit wenigen Ausnahmen, auch in der Industrie oder anderen Leitenden Funktionen nach einer gewissen Periode gut ist, eine neue Führung einzuarbeiten oder zu verpflichten. Aus eigener Sicht in meinem Arbeitsumfeld gibt es die Einsicht, dass ein Chef maximal 10 Jahre auf der Führungsposition sitzen sollte. Wird es immer umgesetzt? Leider Nein …. Auch hier gibt es Menschen, die man zu lange auf den Posten sitzen lässt.
Auf Niko Arnautis bezogen muss dies jedoch der Eintracht Vorstand bewerten. Nur sie haben die nötigen Einblicke. Ich glaube, dass der Vorstand dies alles im Blick hat und auch entsprechend seiner Überzeugung agieren wird. Abschließend möchte ich sagen: Ich mag es nicht, wenn zu schnell alle Verdienste, die ein Cheftrainer hatte, nach einem Misserfolg in Frage gestellt werden. Warten wir einfach ab und freuen uns auf weitere Spiele unserer Eintracht. Ich freue mich immer auf jedes Spiel. Ich wünsche mir hier eine rein sachliche Diskussion. Gruß in die Runde
So ehrlich muss man sein, die Spielerinnen auf dem Feld haben gespielt, nicht Niko Arnautis.
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Wir haben einige Spielerinnen, die durchaus berechtigt den Anspruch haben Leistungsträgerinnen zu sein, die seit geraumer Zeit ihrer Form hinterherhinken. Schon häufiger habe ich bemängelt, dass mir zu oft eine Leaderin á la Baba Dunst fehlt, die dann die Ärmel hoch gekrempelt hat und laut agierend die Kolleginnen mitgerissen hat.
Der Trainer kann nix dafür, wenn mal wieder im Sturm Chancenwucher betrieben wird, in einer 1:1 Situation die Torfrau angeschossen wird, im Mittelfeld einfache Bälle nicht ankommen, in der Abwehr ein Katastrophenquerpass gespielt wird oder die Torfrau unter eine Flanke durchspringt.
Das noch als kleiner Nachtrag zu meinem Post von vorhin.
Auch ich war Mittwoch sehr verwundert über den fehlenden Input vom Trainer, während des EC Spiels. Aber kann man das wirklich alles so bewerten, wenn man, wie ich, am anderen Ende des Feldes sitz? So ehrlich muss man sein, die Spielerinnen auf dem Feld haben gespielt, nicht Niko Arnautis. Ja, auch ich habe schon offen angezweifelt, ob es gut war Fritzy Kromp ziehen zu lassen. Ich hätte sie gerne in einer Aufgabe in der ersten Mannschaft gesehen, gerne sogar als Cheftrainerin. Aber, ob Niko Arnautis die Mannschaft oder Spielerinnen noch weiter entwickeln kann oder nicht, dafür fehlen mir persönlich zu viele Einblicke, um darüber eine Einschätzung abgeben zu können. Zumindest scheint er es zu verstehen, trotz großer Umbrüche, jedes Jahr ein Kollektiv des Wohlgefühls aufbauen zu können. Dies ist im Fußball und der Mannschaft sehr wichtig. Aber auch hier gilt, mir fehlen da die Einblicke. Bin einfach zu weit weg vom Geschehen.
Was man aber grundsätzlich sagen kann ist, dass es, mit wenigen Ausnahmen, auch in der Industrie oder anderen Leitenden Funktionen nach einer gewissen Periode gut ist, eine neue Führung einzuarbeiten oder zu verpflichten. Aus eigener Sicht in meinem Arbeitsumfeld gibt es die Einsicht, dass ein Chef maximal 10 Jahre auf der Führungsposition sitzen sollte. Wird es immer umgesetzt? Leider Nein …. Auch hier gibt es Menschen, die man zu lange auf den Posten sitzen lässt.
Auf Niko Arnautis bezogen muss dies jedoch der Eintracht Vorstand bewerten. Nur sie haben die nötigen Einblicke. Ich glaube, dass der Vorstand dies alles im Blick hat und auch entsprechend seiner Überzeugung agieren wird. Abschließend möchte ich sagen: Ich mag es nicht, wenn zu schnell alle Verdienste, die ein Cheftrainer hatte, nach einem Misserfolg in Frage gestellt werden. Warten wir einfach ab und freuen uns auf weitere Spiele unserer Eintracht. Ich freue mich immer auf jedes Spiel. Ich wünsche mir hier eine rein sachliche Diskussion. Gruß in die Runde
So ehrlich muss man sein, die Spielerinnen auf dem Feld haben gespielt, nicht Niko Arnautis.
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Wir haben einige Spielerinnen, die durchaus berechtigt den Anspruch haben Leistungsträgerinnen zu sein, die seit geraumer Zeit ihrer Form hinterherhinken. Schon häufiger habe ich bemängelt, dass mir zu oft eine Leaderin á la Baba Dunst fehlt, die dann die Ärmel hoch gekrempelt hat und laut agierend die Kolleginnen mitgerissen hat.
Der Trainer kann nix dafür, wenn mal wieder im Sturm Chancenwucher betrieben wird, in einer 1:1 Situation die Torfrau angeschossen wird, im Mittelfeld einfache Bälle nicht ankommen, in der Abwehr ein Katastrophenquerpass gespielt wird oder die Torfrau unter eine Flanke durchspringt.
Das noch als kleiner Nachtrag zu meinem Post von vorhin.
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Danke erst mal für deine ausführliche Analyse hier und oben. Im Großen und Ganzen sehe ich das ähnlich. Nico hat sich sehr verdient gemacht um die Entwicklung der Mannschaft, gerade auch in dieser Saison nach dem großen Durchwechseln im Sommer. Ich finde ihn persönlich sehr sympathisch, und natürlich ist der Trainer nicht an allem Schuld, was die Mädels auf dem Platz verbocken.
Ich denke, man muss bei all dem etwas tiefer blicken. Nico ist offenbar ein netter Mensch und bestens geeignet für eine Frauenmannschaft (stellt euch nur mal vor, Riera hätte die Mädels übernommen statt der Männer ...). Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Er ist zu nett. Oder vielleicht tatsächlich schon zu lange da.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Denn das ist eine Folge der langen Zeit von Nico bei der Eintracht, die bisher niemand erwähnt hat: Er war nirgends sonst seit langer Zeit.
Ich bin nicht "gegen Nico". Ich bin nur einfach für jemanden, der zu den heutigen Zielen der Mannschaft und des Vereins besser passt.
Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Eintracht mit Niko Arnautis als Trainer Tabellenführer der Frauen-Bundesliga und der Traum von der Meisterschaft war lebendig. Das Spielsystem hat funktioniert und war erfolgreich. Nach meiner Wahrnehmung hat sich dann am Ende die größere Kadertiefe und insgesamt höhere Qualität von Wolfsburg und vor allem vom FC Bayern durchgesetzt. Der Knackpunkt lag damals in der Verteidigung der Eintracht, ein verletzungsbedingter Qualitätsabfall. Es gab aber damals ein Wintertransferfenster und damit verbunden die Möglichkeit durchzuziehen, den Kader mit ein, zwei Spielerinnen noch einmal zu verstärken. Es war ein Fenster offen, mindestens Platz 2 wäre möglich gewesen, die direkte CL-Qualifikation, nur hat dafür die Entschlossenheit und das Commitment an anderer Stelle, nicht bei Niko Arnautis, dafür gefehlt.
Nach meiner Einschätzung war dies damals der Leistungshöhepunkt des Teams unter Niko Arnautis. Dann sprach man wenige Monate später davon, die Geschichte sei auserzählt und die Qualität des Kaders hat sich im Sommer reduziert. Dies wiederum hat zur Folge, dass das Spielsystem von Niko Arnautis, sein geliebtes 4-4-2 auf wackligeren Füßen steht. Die Verteidigung war in der Hinrunde oftmals zu schwach für eine Viererkette. Das ist kein Vorwurf an Spielerinnen wie Jella Veit oder Noemi Ivelj, es ist eher natürlich, dass sie die Konstanz noch nicht haben können.
Man kann Niko Arnautis dafür kritisieren, dass er an seinem System festhält und nicht umstellt. Aber irgendwo verstehe ich ihn auch, dass er eine andere Ausrichtung (weiter) verfolgt, als sich variabel an das Spiel der Gegnerinnen anzupassen.
Das Problem, bei diesem Ansatz ist halt, und dafür kann Arnautis nichts, dass die Kaderqualität inkl. der Tiefe nicht (mehr) dafür ausreicht. Den Gegnerinnen gelingt es zunehmend leichter sich den Vorteilen seines Spielsystems zu entziehen.
Man hätte im Sommer vor allem in eine ordentliche Verteidigung investieren müssen, damit eine Viererkette weiterhin als Basis funktioniert. Oder einen anderen Trainer verpflichten. Aber Niko Arnautis einen Kader zum arbeiten zu geben, der qualitativ für sein Spielsystem in Defensive nicht ausreichend besetzt ist, das ist auch Sache der Kaderplanung.
Im Winter hat man dann versucht gegenzusteuern und Sara Doorsoun zurückgeholt. Nach meiner Wahrnehmung ist aber Sara aktuell nicht die Sara, die an der Seite von Sophia Kleinherne auch gegen Teams mit Tempo in der Spitze Sicherheit für das Spiel einbringen konnte.
Aktuell ist Sara öfters erfolgreich Situationen zu retten, die früher erst gar nicht entstanden wären, wenn sie gut spielt, die alte Konstanz hat sie nicht (mehr).
Vielleicht ist jetzt richtig Niko Arnautis durch eine(n) neue(n) Trainer(in) zu ersetzen. Es wäre aber zugleich auch das Eingeständnis, dass man nun so spielt, wie Hoffenheim, Bremen oder Freiburg. Man passt sich den Gegnerinnen an.
Übrig bleibt ein großer Transferüberschuss (Kleinherne, Prasnikar), und im Sommer ein weiterer Umbruch mit den Abgängen von Anyomi, Reuteler, vermutlich auch von Senz und womöglich auch von Gräwe. Das hängt ein bisschen davon ab, ob es gelingt den dritten Platz zu halten, wenn ein Wunder in Göteborg ausbleibt.
Ihr seht schon. Für mich benötigt es eine Kohärenz zwischen Trainer, Spielsystem und Kaderplanung. Hier nehme ich aktuell eine Unwucht wahr.
Mit dem Finger auf Niko Arnautis zu zeigen empfinde ich als zu kurz gegriffen. Sollen Babette Peter, Katharina Kiel und Axel Hellmann erst einmnal entscheiden, welche Ausrichtung sie verfolgen, dann den Kader entsprechend planen und dann sehen, welcher Trainer(in) dazu passt, bzw. welches Spielsystem.
So ehrlich muss man sein, die Spielerinnen auf dem Feld haben gespielt, nicht Niko Arnautis.
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Wir haben einige Spielerinnen, die durchaus berechtigt den Anspruch haben Leistungsträgerinnen zu sein, die seit geraumer Zeit ihrer Form hinterherhinken. Schon häufiger habe ich bemängelt, dass mir zu oft eine Leaderin á la Baba Dunst fehlt, die dann die Ärmel hoch gekrempelt hat und laut agierend die Kolleginnen mitgerissen hat.
Der Trainer kann nix dafür, wenn mal wieder im Sturm Chancenwucher betrieben wird, in einer 1:1 Situation die Torfrau angeschossen wird, im Mittelfeld einfache Bälle nicht ankommen, in der Abwehr ein Katastrophenquerpass gespielt wird oder die Torfrau unter eine Flanke durchspringt.
Das noch als kleiner Nachtrag zu meinem Post von vorhin.
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Danke erst mal für deine ausführliche Analyse hier und oben. Im Großen und Ganzen sehe ich das ähnlich. Nico hat sich sehr verdient gemacht um die Entwicklung der Mannschaft, gerade auch in dieser Saison nach dem großen Durchwechseln im Sommer. Ich finde ihn persönlich sehr sympathisch, und natürlich ist der Trainer nicht an allem Schuld, was die Mädels auf dem Platz verbocken.
Ich denke, man muss bei all dem etwas tiefer blicken. Nico ist offenbar ein netter Mensch und bestens geeignet für eine Frauenmannschaft (stellt euch nur mal vor, Riera hätte die Mädels übernommen statt der Männer ...). Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Er ist zu nett. Oder vielleicht tatsächlich schon zu lange da.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Denn das ist eine Folge der langen Zeit von Nico bei der Eintracht, die bisher niemand erwähnt hat: Er war nirgends sonst seit langer Zeit.
Ich bin nicht "gegen Nico". Ich bin nur einfach für jemanden, der zu den heutigen Zielen der Mannschaft und des Vereins besser passt.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Für einen erntshaften Angriff auf den FC Bayern reicht ganz sicher ein Trainerwechsel nicht aus. Wenn man solche Erwartungen an einen Trainer hat, dann kann dieser nur scheitern. Und wenn dies die Erwartungshaltung an Niko Arnautis ist, dann wiederhole ich mich gerne, er hat es geschafft die Bayern ernsthaft anzugreifen. Am Ende der Hinrunde 24/25 war man an der Tabellenspitze, bis sich dann in der Rückrunde zeigte, dass der Kader (vor allem in der Verteidigung) Verletzungen nicht so kompensieren kann, um mit den Top-Teams mitzuhalten. Es fehlte dafür die qualitative Tiefe. Dies ist aber nicht die Verantwortung des Trainers.
Wie weit weg man von der CL ist, hat sich gegen Real Madrid gezeigt. Diese Niederlage war kein Trainerproblem, es war Ausdruck der Kaderqualität. Ein Trainerwechsel würde daran nichts ändern.
Seit dem Ende der Hinrunde 24/25 mit der Herbstmeisterschaft ist zudem bei der Eintracht viel passiert, das man dem Trainer auch nicht zuschreiben kann. Es wurden Fehler bei der Kaderplanung gemacht, mal abgesehen von der irritierenden "auserzählten Geschichte". In der Hinrunde wurde deutlich, dass man bei der Kaderzusammensetzung erneut die Verteidigung vernachlässigt hatte. Deshalb musste man im Winter reagieren, weil die Defizite selbst im Bundesligaalltag gegen Teams der unteren Tabellenhälfte nicht zu übersehen waren. Marthine Østenstad hat Tempodefizite und ist keine Spielerin mit der man überhaupt daran denken kann, den FC Bayern anzugreifen oder gegen Teams wie Real Madrid ebenbürtig zu sein. Das kann man auch nicht von Jella Veit erwarten, soweit ist sie nicht. Es hat ja z. B. schon das Tempo von Nastassja Lein gereicht Grenzen aufzuzeigen.
Man kann den Trainer wechseln, einiges spricht dafür. Aber wenn damit unrealistische Erwartungshaltungen einhergehen, dann wird das nicht helfen. Die größere Baustelle ist der Kaderumbruch im Sommer durch die anstehenden Abgänge.
Eine Fritzy Kromp wäre ideal gewesen um Talente zu entwickeln. Oder ein Nico Schneck. Wenn dies die Ausrichtung sein soll, dann finde ich sollte man nach dem passenden Trainer bzw. Trainerin suchen. Aber dann darf man nicht davon träumen die Bayern angreifen zu wollen. Dann verfolgt man das Modell von Freiburg, Bremen, Hoffenheim und RaBa.
Frankfurter Rundschau 26.03.2026 Frank Hellmann: Bei den Frauen von Eintracht Frankfurt braucht es Veränderung
"...woran es dem SGE-Ensemble mangelt: Es gibt keinen Plan B, wenn robuste, clevere Gegnerinnen das Frankfurter Offensivspiel entschlüsseln. Niko Arnautis hat zwar die höchste Trainerlizenz erworben, weigert sich aber beharrlich, vor der 70. Minute zu wechseln – geschweige denn, das Wechselkontingent mal auszuschöpfen. Sein Festhalten an immer derselben Formation und fast immer demselben Personal sorgt selbst bei vielen Klubangestellten für Stirnrunzeln."
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Danke erst mal für deine ausführliche Analyse hier und oben. Im Großen und Ganzen sehe ich das ähnlich. Nico hat sich sehr verdient gemacht um die Entwicklung der Mannschaft, gerade auch in dieser Saison nach dem großen Durchwechseln im Sommer. Ich finde ihn persönlich sehr sympathisch, und natürlich ist der Trainer nicht an allem Schuld, was die Mädels auf dem Platz verbocken.
Ich denke, man muss bei all dem etwas tiefer blicken. Nico ist offenbar ein netter Mensch und bestens geeignet für eine Frauenmannschaft (stellt euch nur mal vor, Riera hätte die Mädels übernommen statt der Männer ...). Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Er ist zu nett. Oder vielleicht tatsächlich schon zu lange da.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Denn das ist eine Folge der langen Zeit von Nico bei der Eintracht, die bisher niemand erwähnt hat: Er war nirgends sonst seit langer Zeit.
Ich bin nicht "gegen Nico". Ich bin nur einfach für jemanden, der zu den heutigen Zielen der Mannschaft und des Vereins besser passt.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Für einen erntshaften Angriff auf den FC Bayern reicht ganz sicher ein Trainerwechsel nicht aus. Wenn man solche Erwartungen an einen Trainer hat, dann kann dieser nur scheitern. Und wenn dies die Erwartungshaltung an Niko Arnautis ist, dann wiederhole ich mich gerne, er hat es geschafft die Bayern ernsthaft anzugreifen. Am Ende der Hinrunde 24/25 war man an der Tabellenspitze, bis sich dann in der Rückrunde zeigte, dass der Kader (vor allem in der Verteidigung) Verletzungen nicht so kompensieren kann, um mit den Top-Teams mitzuhalten. Es fehlte dafür die qualitative Tiefe. Dies ist aber nicht die Verantwortung des Trainers.
Wie weit weg man von der CL ist, hat sich gegen Real Madrid gezeigt. Diese Niederlage war kein Trainerproblem, es war Ausdruck der Kaderqualität. Ein Trainerwechsel würde daran nichts ändern.
Seit dem Ende der Hinrunde 24/25 mit der Herbstmeisterschaft ist zudem bei der Eintracht viel passiert, das man dem Trainer auch nicht zuschreiben kann. Es wurden Fehler bei der Kaderplanung gemacht, mal abgesehen von der irritierenden "auserzählten Geschichte". In der Hinrunde wurde deutlich, dass man bei der Kaderzusammensetzung erneut die Verteidigung vernachlässigt hatte. Deshalb musste man im Winter reagieren, weil die Defizite selbst im Bundesligaalltag gegen Teams der unteren Tabellenhälfte nicht zu übersehen waren. Marthine Østenstad hat Tempodefizite und ist keine Spielerin mit der man überhaupt daran denken kann, den FC Bayern anzugreifen oder gegen Teams wie Real Madrid ebenbürtig zu sein. Das kann man auch nicht von Jella Veit erwarten, soweit ist sie nicht. Es hat ja z. B. schon das Tempo von Nastassja Lein gereicht Grenzen aufzuzeigen.
Man kann den Trainer wechseln, einiges spricht dafür. Aber wenn damit unrealistische Erwartungshaltungen einhergehen, dann wird das nicht helfen. Die größere Baustelle ist der Kaderumbruch im Sommer durch die anstehenden Abgänge.
Eine Fritzy Kromp wäre ideal gewesen um Talente zu entwickeln. Oder ein Nico Schneck. Wenn dies die Ausrichtung sein soll, dann finde ich sollte man nach dem passenden Trainer bzw. Trainerin suchen. Aber dann darf man nicht davon träumen die Bayern angreifen zu wollen. Dann verfolgt man das Modell von Freiburg, Bremen, Hoffenheim und RaBa.
Wir sind jetzt viermal 3. geworden und als dritte Kraft etabliert. Es ist nicht mehr quasi ungefährdet, der Wettbewerb wird schärfer, Stillstand könnte Rückschritt bedeuten. Wolfsburg hat geschwächelt, aber wir waren nicht konstant genug, um das nutzen zu können. Den Umbruch letzten Sommer hätte ich nicht gebraucht. Der Trainer spielt sicher eine Rolle. Taktischer einheitsbrei und späte Wechsel… Ich bin generell ein Fan der Jungen, und würde die gerne öfter sehen. Aber dann wird es eher schwierig, Wolfsburg anzugreifen. Letztlich kenne ich mich nicht genug aus, um Arnautis wirklich zu bewerten
der Wettbewerb wird schärfer, Stillstand könnte Rückschritt bedeuten.
Aber genau da haben wir doch im Sommer mit dem Umbruch das erste mal seit dem Übergang FFC/SGE Akzente gesetzt. Schau mal wie viele der Mädels noch beim FFC gespielt oder 2021/2022 zur SGE kamen. Auch jetzt noch 😉
Der komplette Verein hat sich auf diesem Platz 3 eingenistet. Arnautis hat mit (damals) vielen jungen Mädels die dritte Kraft geschaffen aber irgendwann "stagniert" Der notwendige Umbruch zu dieser Saison hätte auch einen neuen Trainer gebraucht.
Arnautis ist ein guter Trainer, der auch schon gezeigt hat ein Team aus vielen jungen Mädels aufzubauen aber wohl mittlerweile "betriebsblind"und irgendwie zufrieden mit der Situation ist
Es muss mehr Fluktuation rein ohne komplett die Identifikation aufzugeben. Eine Freigang oder Doorsun braucht man aber 10 und mehr Spielerinnen die 6-7 Jahre im Verein sind?
Wir sind jetzt viermal 3. geworden und als dritte Kraft etabliert. Es ist nicht mehr quasi ungefährdet, der Wettbewerb wird schärfer, Stillstand könnte Rückschritt bedeuten. Wolfsburg hat geschwächelt, aber wir waren nicht konstant genug, um das nutzen zu können. Den Umbruch letzten Sommer hätte ich nicht gebraucht. Der Trainer spielt sicher eine Rolle. Taktischer einheitsbrei und späte Wechsel… Ich bin generell ein Fan der Jungen, und würde die gerne öfter sehen. Aber dann wird es eher schwierig, Wolfsburg anzugreifen. Letztlich kenne ich mich nicht genug aus, um Arnautis wirklich zu bewerten
der Wettbewerb wird schärfer, Stillstand könnte Rückschritt bedeuten.
Aber genau da haben wir doch im Sommer mit dem Umbruch das erste mal seit dem Übergang FFC/SGE Akzente gesetzt. Schau mal wie viele der Mädels noch beim FFC gespielt oder 2021/2022 zur SGE kamen. Auch jetzt noch 😉
Der komplette Verein hat sich auf diesem Platz 3 eingenistet. Arnautis hat mit (damals) vielen jungen Mädels die dritte Kraft geschaffen aber irgendwann "stagniert" Der notwendige Umbruch zu dieser Saison hätte auch einen neuen Trainer gebraucht.
Arnautis ist ein guter Trainer, der auch schon gezeigt hat ein Team aus vielen jungen Mädels aufzubauen aber wohl mittlerweile "betriebsblind"und irgendwie zufrieden mit der Situation ist
Es muss mehr Fluktuation rein ohne komplett die Identifikation aufzugeben. Eine Freigang oder Doorsun braucht man aber 10 und mehr Spielerinnen die 6-7 Jahre im Verein sind?
Wie wahr.
So angenehm Herr Arnautis auch ist, er ist leider seit Jahren an seine Grenzen gestoßen. Seine Erfolge beruhen immer nur auf den Schwächen der Gegner. Wenn es wirklich um etwas ging, kam wenig von ihm und seiner Mannschaft – da beziehe ich die Kapitänin mit ein. Den geforderten dritten Platz hat er dank der Stärke seiner Mannschaft oft erreicht und deshalb stand er auch nie in Frage.
Ich verfolge die Eintracht-Frauen schon seit den 2000ern, also seit der Zeit in der Oberliga Hessen, aber so emotionslos wie zur Zeit war ich noch nie.
So nun freue ich mich auf viele Pro und Contras
"... und seiner Mannschaft" würde ich ein wenig relativieren.
An anderer Stelle schrieb ich:
"Ein Orchester ist nur so gut wie sein Dirigent"
Ich vermisse ein "Dirigent" der die Mannschaft mit ihren ganz individuellen Stärken und Schwächen (wirklich) weiterentwickelt. Der neue, wechselnde Impulse setzt, der es vor allem versteht jede einzelne Spielerin, aber auch die gesamte Mannschaft mental weiterzubringen, zu stärken.
Leistungssport, insbesondere Hochleistungs- hat viel mit Psychologie, mit mentalem Training zu tun. Hier bin ich nicht überzeugt, dass dies gefördert wird.
Zwei Beispiele:
Letzte Saison, DFB-Pokal-Aus gegen Bayern, drei Tage später 6 : 1 beim VFL eine Lehrstunde/ Debakel. Okay, man kann in WOB verlieren. Keine Schande! Aber so demoralisiert anzutreten lässt Fragen zu.
Was war diese Saison, DFB-Aus und drei Tage danach 4 : 2 (nach 0 : 2) in Bremen. Die 2. Halbzeit glich der 1. Hz in WOB. Ich war bei beiden vor Ort. In der Halbzeit schrieb ich in Bremen, "ich ahne nichts Gutes". Warum? Weil mich die Körpersprache der gesamten Mannschaft an WOB erinnerte. Offensichtlich schafft man es nicht, die Mannschaft aus Tiefs (die dazugehören) rauszuholen. Es sei denn Jena, HSV oder... sind die nä. Gegnerinnen.
Was das Spielerische betrifft, ist in anderen Foren schon viel geschrieben worden. Gerade gegen Häcken. Nur eine Anmerkung aus meiner ganz persönlichen Sicht. Das Spiel unserer Mannschaft ist viel zu ideenlos, einfach auszumachen, leicht zu lesen, Es fehlt mir die Variabilität. (Auswechselungen kann man die Uhr nachstellen) Dafür ist nicht die Mannschaft verantwortlich, sondern ein DirigentIn.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Wie wahr.
So angenehm Herr Arnautis auch ist, er ist leider seit Jahren an seine Grenzen gestoßen. Seine Erfolge beruhen immer nur auf den Schwächen der Gegner. Wenn es wirklich um etwas ging, kam wenig von ihm und seiner Mannschaft – da beziehe ich die Kapitänin mit ein. Den geforderten dritten Platz hat er dank der Stärke seiner Mannschaft oft erreicht und deshalb stand er auch nie in Frage.
Ich verfolge die Eintracht-Frauen schon seit den 2000ern, also seit der Zeit in der Oberliga Hessen, aber so emotionslos wie zur Zeit war ich noch nie.
So nun freue ich mich auf viele Pro und Contras
"... und seiner Mannschaft" würde ich ein wenig relativieren.
An anderer Stelle schrieb ich:
"Ein Orchester ist nur so gut wie sein Dirigent"
Ich vermisse ein "Dirigent" der die Mannschaft mit ihren ganz individuellen Stärken und Schwächen (wirklich) weiterentwickelt. Der neue, wechselnde Impulse setzt, der es vor allem versteht jede einzelne Spielerin, aber auch die gesamte Mannschaft mental weiterzubringen, zu stärken.
Leistungssport, insbesondere Hochleistungs- hat viel mit Psychologie, mit mentalem Training zu tun. Hier bin ich nicht überzeugt, dass dies gefördert wird.
Zwei Beispiele:
Letzte Saison, DFB-Pokal-Aus gegen Bayern, drei Tage später 6 : 1 beim VFL eine Lehrstunde/ Debakel. Okay, man kann in WOB verlieren. Keine Schande! Aber so demoralisiert anzutreten lässt Fragen zu.
Was war diese Saison, DFB-Aus und drei Tage danach 4 : 2 (nach 0 : 2) in Bremen. Die 2. Halbzeit glich der 1. Hz in WOB. Ich war bei beiden vor Ort. In der Halbzeit schrieb ich in Bremen, "ich ahne nichts Gutes". Warum? Weil mich die Körpersprache der gesamten Mannschaft an WOB erinnerte. Offensichtlich schafft man es nicht, die Mannschaft aus Tiefs (die dazugehören) rauszuholen. Es sei denn Jena, HSV oder... sind die nä. Gegnerinnen.
Was das Spielerische betrifft, ist in anderen Foren schon viel geschrieben worden. Gerade gegen Häcken. Nur eine Anmerkung aus meiner ganz persönlichen Sicht. Das Spiel unserer Mannschaft ist viel zu ideenlos, einfach auszumachen, leicht zu lesen, Es fehlt mir die Variabilität. (Auswechselungen kann man die Uhr nachstellen) Dafür ist nicht die Mannschaft verantwortlich, sondern ein DirigentIn.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
OK, Spaß beiseite, ich hoffe hier auf einen regen Austausch unterschiedlicher Ansichten mit fachlich, sachlichen Argumenten!
Dann mal eine paar Cents dazu:
Allem voran erstmal, Niko Arnautis hat zweifellos große Verdienste um den Verein und die Integration des ehemaligen 1. FFC Frankfurt in die Eintracht-Strukturen.
Unsere Frauen spielen unter Arnautis einen ordentlichen, gepflegten und ballorientierten Fußball, der gegen spielschwächere Teams auch in der Regel zum Erfolg führt. Sobald es aber gegen taktisch disziplinierte oder physisch starke Gegner geht – wie nun z.B. gegen Häcken oder auch regelmäßig gegen Wolfsburg und Bayern, stößt das Spielsystem an seine Grenzen.
Wie ich schon nach dem Häcken-Spiel geschrieben habe, wenn unser Kurzpassspiel durch hohes Pressing unterbunden wird, fehlen unserem Team oft die Mittel. Dann mangelt es an taktischen Umstellungen während des Spiels, die so eine festgefahrene Partie drehen könnten. Es existiert einfach keine taktische Flexibilität, es gibt keinen Plan B. Über die Jahre gesehen sind wir für unsere Gegner zunehmend leichter auszulesen.
Ein wiederkehrendes Muster ist leider auch eine Blockade in den entscheidenden Momenten. Das Spiel am Mittwoch war so ein Beispiel dafür, dass unser Team das vorhandene Potenzial unter maximalem Druck nicht abrufen kann, allerdings ist das auch ein Vorwurf, den man auch und vorwiegend an die Spielerinnen richten muss.
Unter Niko Arnautis wurden zahlreiche Talente zu Nationalspielerinnen, so z. B. Sophia Kleinherne, Laura Freigang, Nicole Anyomi. Gerade bei beiden Letztgenannten sind unter seiner Führung zu Leistungsträgerinnen gereift, stagnieren aber nun seit geraumer Zeit in ihrer Entwicklung und vor allem Nicole Anyomi wirkt in wichtigen Spielen oft isoliert. Ein neuer Trainer mit einem neuen Ansatz könnte vielleicht auch hier neue Reize setzen, um die individuelle Qualität weiter zu verbessern und auch diese Spielerinnen nochmal auf ein neues Level zu heben.
Im Vergleich zu anderen Vereinen, die ihre Strukturen und Spielweisen teils radikal modernisieren, wie z.B. die TSG Hoffenheim wirken wir unter Arnautis verlässlich stabil, aber eben auch statisch.
Niko Arnautis ist seit 2017 im Amt. Im modernen Fußball ist das eine halbe Ewigkeit. Es hat gar nix mit einer Person zu tun, aber nach so langer Zeit tritt ein gewisser Abnutzungseffekt ein, es schleifen sich unweigerlich Routinen ein und die Ansprache erreicht die Kabine oft nicht mehr mit der nötigen Schärfe. Ein neuer Trainer könnte frische taktische Reize setzen oder auch evtl. eingefahrene Hierarchien innerhalb des Kaders aufbrechen.
Die Leistungsdichte in der Bundesliga hat schon in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Konkurrenz wird in den kommenden Jahren noch um ein Vielfaches weiter steigen. Eine sportliche Vision und ein moderner, taktisch innovativer Trainer würden sicher dabei helfen, das Projekt "Eintracht Frankfurt Frauen" attraktiv zu machen bzw. zu halten, um auch weiterhin nationale und internationale Talente anzulocken.
Letztendlich würde ich aus diesen Gründen eine Ablösung von Niko Arnautis auf der Trainerbank und damit einen neuen Impuls begrüßen, aber gleichzeitig möchte ich trotzdem an dieser Stelle nochmal eine Lanze für ihn brechen.
Niko Arnautis ist seit 2017 im Amt (zunächst beim 1. FFC) und damit der dienstälteste Trainer der Frauen-Bundesliga. In dieser Zeit war er auch weit mehr als nur ein Trainer für unsere Frauen, er ist gebürtiger Frankfurter und identifiziert sich zu 100 % mit dem Verein. Er hat den Übergang vom 1. FFC zur Eintracht moderiert, eine stabile Einheit geformt und ist eine der zentralen Konstanten im Frankfurter Frauenfußball. Unter seiner Leitung hat sich unsere Eintracht als dritte Kraft in Deutschland hinter den Schwergewichten Bayern München und VfL Wolfsburg etabliert.
Diese Leistung möchte ich nochmal deutlich hervorheben, honorieren und dafür meine Anerkennung und Dankbarkeit aussprechen.
Mein Wunsch nach einem Trainerwechsel ist definitiv kein Urteil über Nikos vergangene Leistungen, sondern eine in meinen Augen eine notwendige Entscheidung für die Zukunft, um den nächsten Schritt in der Professionalisierung zu gehen.
Ja, auch ich habe schon offen angezweifelt, ob es gut war Fritzy Kromp ziehen zu lassen. Ich hätte sie gerne in einer Aufgabe in der ersten Mannschaft gesehen, gerne sogar als Cheftrainerin. Aber, ob Niko Arnautis die Mannschaft oder Spielerinnen noch weiter entwickeln kann oder nicht, dafür fehlen mir persönlich zu viele Einblicke, um darüber eine Einschätzung abgeben zu können. Zumindest scheint er es zu verstehen, trotz großer Umbrüche, jedes Jahr ein Kollektiv des Wohlgefühls aufbauen zu können. Dies ist im Fußball und der Mannschaft sehr wichtig. Aber auch hier gilt, mir fehlen da die Einblicke. Bin einfach zu weit weg vom Geschehen.
Was man aber grundsätzlich sagen kann ist, dass es, mit wenigen Ausnahmen, auch in der Industrie oder anderen Leitenden Funktionen nach einer gewissen Periode gut ist, eine neue Führung einzuarbeiten oder zu verpflichten.
Aus eigener Sicht in meinem Arbeitsumfeld gibt es die Einsicht, dass ein Chef maximal 10 Jahre auf der Führungsposition sitzen sollte. Wird es immer umgesetzt? Leider Nein …. Auch hier gibt es Menschen, die man zu lange auf den Posten sitzen lässt.
Auf Niko Arnautis bezogen muss dies jedoch der Eintracht Vorstand bewerten. Nur sie haben die nötigen Einblicke. Ich glaube, dass der Vorstand dies alles im Blick hat und auch entsprechend seiner Überzeugung agieren wird. Abschließend möchte ich sagen: Ich mag es nicht, wenn zu schnell alle Verdienste, die ein Cheftrainer hatte, nach einem Misserfolg in Frage gestellt werden.
Warten wir einfach ab und freuen uns auf weitere Spiele unserer Eintracht. Ich freue mich immer auf jedes Spiel.
Ich wünsche mir hier eine rein sachliche Diskussion.
Gruß in die Runde
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Wir haben einige Spielerinnen, die durchaus berechtigt den Anspruch haben Leistungsträgerinnen zu sein, die seit geraumer Zeit ihrer Form hinterherhinken. Schon häufiger habe ich bemängelt, dass mir zu oft eine Leaderin á la Baba Dunst fehlt, die dann die Ärmel hoch gekrempelt hat und laut agierend die Kolleginnen mitgerissen hat.
Der Trainer kann nix dafür, wenn mal wieder im Sturm Chancenwucher betrieben wird, in einer 1:1 Situation die Torfrau angeschossen wird, im Mittelfeld einfache Bälle nicht ankommen, in der Abwehr ein Katastrophenquerpass gespielt wird oder die Torfrau unter eine Flanke durchspringt.
Das noch als kleiner Nachtrag zu meinem Post von vorhin.
Ja, auch ich habe schon offen angezweifelt, ob es gut war Fritzy Kromp ziehen zu lassen. Ich hätte sie gerne in einer Aufgabe in der ersten Mannschaft gesehen, gerne sogar als Cheftrainerin. Aber, ob Niko Arnautis die Mannschaft oder Spielerinnen noch weiter entwickeln kann oder nicht, dafür fehlen mir persönlich zu viele Einblicke, um darüber eine Einschätzung abgeben zu können. Zumindest scheint er es zu verstehen, trotz großer Umbrüche, jedes Jahr ein Kollektiv des Wohlgefühls aufbauen zu können. Dies ist im Fußball und der Mannschaft sehr wichtig. Aber auch hier gilt, mir fehlen da die Einblicke. Bin einfach zu weit weg vom Geschehen.
Was man aber grundsätzlich sagen kann ist, dass es, mit wenigen Ausnahmen, auch in der Industrie oder anderen Leitenden Funktionen nach einer gewissen Periode gut ist, eine neue Führung einzuarbeiten oder zu verpflichten.
Aus eigener Sicht in meinem Arbeitsumfeld gibt es die Einsicht, dass ein Chef maximal 10 Jahre auf der Führungsposition sitzen sollte. Wird es immer umgesetzt? Leider Nein …. Auch hier gibt es Menschen, die man zu lange auf den Posten sitzen lässt.
Auf Niko Arnautis bezogen muss dies jedoch der Eintracht Vorstand bewerten. Nur sie haben die nötigen Einblicke. Ich glaube, dass der Vorstand dies alles im Blick hat und auch entsprechend seiner Überzeugung agieren wird. Abschließend möchte ich sagen: Ich mag es nicht, wenn zu schnell alle Verdienste, die ein Cheftrainer hatte, nach einem Misserfolg in Frage gestellt werden.
Warten wir einfach ab und freuen uns auf weitere Spiele unserer Eintracht. Ich freue mich immer auf jedes Spiel.
Ich wünsche mir hier eine rein sachliche Diskussion.
Gruß in die Runde
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Wir haben einige Spielerinnen, die durchaus berechtigt den Anspruch haben Leistungsträgerinnen zu sein, die seit geraumer Zeit ihrer Form hinterherhinken. Schon häufiger habe ich bemängelt, dass mir zu oft eine Leaderin á la Baba Dunst fehlt, die dann die Ärmel hoch gekrempelt hat und laut agierend die Kolleginnen mitgerissen hat.
Der Trainer kann nix dafür, wenn mal wieder im Sturm Chancenwucher betrieben wird, in einer 1:1 Situation die Torfrau angeschossen wird, im Mittelfeld einfache Bälle nicht ankommen, in der Abwehr ein Katastrophenquerpass gespielt wird oder die Torfrau unter eine Flanke durchspringt.
Das noch als kleiner Nachtrag zu meinem Post von vorhin.
Danke erst mal für deine ausführliche Analyse hier und oben. Im Großen und Ganzen sehe ich das ähnlich. Nico hat sich sehr verdient gemacht um die Entwicklung der Mannschaft, gerade auch in dieser Saison nach dem großen Durchwechseln im Sommer. Ich finde ihn persönlich sehr sympathisch, und natürlich ist der Trainer nicht an allem Schuld, was die Mädels auf dem Platz verbocken.
Ich denke, man muss bei all dem etwas tiefer blicken. Nico ist offenbar ein netter Mensch und bestens geeignet für eine Frauenmannschaft (stellt euch nur mal vor, Riera hätte die Mädels übernommen statt der Männer ...). Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Er ist zu nett. Oder vielleicht tatsächlich schon zu lange da.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Denn das ist eine Folge der langen Zeit von Nico bei der Eintracht, die bisher niemand erwähnt hat: Er war nirgends sonst seit langer Zeit.
Ich bin nicht "gegen Nico". Ich bin nur einfach für jemanden, der zu den heutigen Zielen der Mannschaft und des Vereins besser passt.
Es gab aber damals ein Wintertransferfenster und damit verbunden die Möglichkeit durchzuziehen, den Kader mit ein, zwei Spielerinnen noch einmal zu verstärken. Es war ein Fenster offen, mindestens Platz 2 wäre möglich gewesen, die direkte CL-Qualifikation, nur hat dafür die Entschlossenheit und das Commitment an anderer Stelle, nicht bei Niko Arnautis, dafür gefehlt.
Nach meiner Einschätzung war dies damals der Leistungshöhepunkt des Teams unter Niko Arnautis. Dann sprach man wenige Monate später davon, die Geschichte sei auserzählt und die Qualität des Kaders hat sich im Sommer reduziert. Dies wiederum hat zur Folge, dass das Spielsystem von Niko Arnautis, sein geliebtes 4-4-2 auf wackligeren Füßen steht. Die Verteidigung war in der Hinrunde oftmals zu schwach für eine Viererkette. Das ist kein Vorwurf an Spielerinnen wie Jella Veit oder Noemi Ivelj, es ist eher natürlich, dass sie die Konstanz noch nicht haben können.
Man kann Niko Arnautis dafür kritisieren, dass er an seinem System festhält und nicht umstellt. Aber irgendwo verstehe ich ihn auch, dass er eine andere Ausrichtung (weiter) verfolgt, als sich variabel an das Spiel der Gegnerinnen anzupassen.
Das Problem, bei diesem Ansatz ist halt, und dafür kann Arnautis nichts, dass die Kaderqualität inkl. der Tiefe nicht (mehr) dafür ausreicht.
Den Gegnerinnen gelingt es zunehmend leichter sich den Vorteilen seines Spielsystems zu entziehen.
Man hätte im Sommer vor allem in eine ordentliche Verteidigung investieren müssen, damit eine Viererkette weiterhin als Basis funktioniert. Oder einen anderen Trainer verpflichten. Aber Niko Arnautis einen Kader zum arbeiten zu geben, der qualitativ für sein Spielsystem in Defensive nicht ausreichend besetzt ist, das ist auch Sache der Kaderplanung.
Im Winter hat man dann versucht gegenzusteuern und Sara Doorsoun zurückgeholt. Nach meiner Wahrnehmung ist aber Sara aktuell nicht die Sara, die an der Seite von Sophia Kleinherne auch gegen Teams mit Tempo in der Spitze Sicherheit für das Spiel einbringen konnte.
Aktuell ist Sara öfters erfolgreich Situationen zu retten, die früher erst gar nicht entstanden wären, wenn sie gut spielt, die alte Konstanz hat sie nicht (mehr).
Vielleicht ist jetzt richtig Niko Arnautis durch eine(n) neue(n) Trainer(in) zu ersetzen. Es wäre aber zugleich auch das Eingeständnis, dass man nun so spielt, wie Hoffenheim, Bremen oder Freiburg. Man passt sich den Gegnerinnen an.
Übrig bleibt ein großer Transferüberschuss (Kleinherne, Prasnikar), und im Sommer ein weiterer Umbruch mit den Abgängen von Anyomi, Reuteler, vermutlich auch von Senz und womöglich auch von Gräwe. Das hängt ein bisschen davon ab, ob es gelingt den dritten Platz zu halten, wenn ein Wunder in Göteborg ausbleibt.
Ihr seht schon. Für mich benötigt es eine Kohärenz zwischen Trainer, Spielsystem und Kaderplanung. Hier nehme ich aktuell eine Unwucht wahr.
Mit dem Finger auf Niko Arnautis zu zeigen empfinde ich als zu kurz gegriffen. Sollen Babette Peter, Katharina Kiel und Axel Hellmann erst einmnal entscheiden, welche Ausrichtung sie verfolgen, dann den Kader entsprechend planen und dann sehen, welcher Trainer(in) dazu passt, bzw. welches Spielsystem.
Darauf wollte ich in meinem Text eigentlich auch noch eingehen. Nicht alles hängt am Trainer, ich nehme bei aller Kritik in der Beurteilung explizit auch die Spielerinnen nicht aus.
Wir haben einige Spielerinnen, die durchaus berechtigt den Anspruch haben Leistungsträgerinnen zu sein, die seit geraumer Zeit ihrer Form hinterherhinken. Schon häufiger habe ich bemängelt, dass mir zu oft eine Leaderin á la Baba Dunst fehlt, die dann die Ärmel hoch gekrempelt hat und laut agierend die Kolleginnen mitgerissen hat.
Der Trainer kann nix dafür, wenn mal wieder im Sturm Chancenwucher betrieben wird, in einer 1:1 Situation die Torfrau angeschossen wird, im Mittelfeld einfache Bälle nicht ankommen, in der Abwehr ein Katastrophenquerpass gespielt wird oder die Torfrau unter eine Flanke durchspringt.
Das noch als kleiner Nachtrag zu meinem Post von vorhin.
Danke erst mal für deine ausführliche Analyse hier und oben. Im Großen und Ganzen sehe ich das ähnlich. Nico hat sich sehr verdient gemacht um die Entwicklung der Mannschaft, gerade auch in dieser Saison nach dem großen Durchwechseln im Sommer. Ich finde ihn persönlich sehr sympathisch, und natürlich ist der Trainer nicht an allem Schuld, was die Mädels auf dem Platz verbocken.
Ich denke, man muss bei all dem etwas tiefer blicken. Nico ist offenbar ein netter Mensch und bestens geeignet für eine Frauenmannschaft (stellt euch nur mal vor, Riera hätte die Mädels übernommen statt der Männer ...). Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Er ist zu nett. Oder vielleicht tatsächlich schon zu lange da.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Denn das ist eine Folge der langen Zeit von Nico bei der Eintracht, die bisher niemand erwähnt hat: Er war nirgends sonst seit langer Zeit.
Ich bin nicht "gegen Nico". Ich bin nur einfach für jemanden, der zu den heutigen Zielen der Mannschaft und des Vereins besser passt.
Für einen erntshaften Angriff auf den FC Bayern reicht ganz sicher ein Trainerwechsel nicht aus. Wenn man solche Erwartungen an einen Trainer hat, dann kann dieser nur scheitern.
Und wenn dies die Erwartungshaltung an Niko Arnautis ist, dann wiederhole ich mich gerne, er hat es geschafft die Bayern ernsthaft anzugreifen. Am Ende der Hinrunde 24/25 war man an der Tabellenspitze, bis sich dann in der Rückrunde zeigte, dass der Kader (vor allem in der Verteidigung) Verletzungen nicht so kompensieren kann, um mit den Top-Teams mitzuhalten. Es fehlte dafür die qualitative Tiefe.
Dies ist aber nicht die Verantwortung des Trainers.
Wie weit weg man von der CL ist, hat sich gegen Real Madrid gezeigt. Diese Niederlage war kein Trainerproblem, es war Ausdruck der Kaderqualität. Ein Trainerwechsel würde daran nichts ändern.
Seit dem Ende der Hinrunde 24/25 mit der Herbstmeisterschaft ist zudem bei der Eintracht viel passiert, das man dem Trainer auch nicht zuschreiben kann. Es wurden Fehler bei der Kaderplanung gemacht, mal abgesehen von der irritierenden "auserzählten Geschichte".
In der Hinrunde wurde deutlich, dass man bei der Kaderzusammensetzung erneut die Verteidigung vernachlässigt hatte. Deshalb musste man im Winter reagieren, weil die Defizite selbst im Bundesligaalltag gegen Teams der unteren Tabellenhälfte nicht zu übersehen waren.
Marthine Østenstad hat Tempodefizite und ist keine Spielerin mit der man überhaupt daran denken kann, den FC Bayern anzugreifen oder gegen Teams wie Real Madrid ebenbürtig zu sein. Das kann man auch nicht von Jella Veit erwarten, soweit ist sie nicht.
Es hat ja z. B. schon das Tempo von Nastassja Lein gereicht Grenzen aufzuzeigen.
Man kann den Trainer wechseln, einiges spricht dafür. Aber wenn damit unrealistische Erwartungshaltungen einhergehen, dann wird das nicht helfen. Die größere Baustelle ist der Kaderumbruch im Sommer durch die anstehenden Abgänge.
Eine Fritzy Kromp wäre ideal gewesen um Talente zu entwickeln. Oder ein Nico Schneck. Wenn dies die Ausrichtung sein soll, dann finde ich sollte man nach dem passenden Trainer bzw. Trainerin suchen.
Aber dann darf man nicht davon träumen die Bayern angreifen zu wollen.
Dann verfolgt man das Modell von Freiburg, Bremen, Hoffenheim und RaBa.
Frank Hellmann:
Bei den Frauen von Eintracht Frankfurt braucht es Veränderung
"...woran es dem SGE-Ensemble mangelt: Es gibt keinen Plan B, wenn robuste, clevere Gegnerinnen das Frankfurter Offensivspiel entschlüsseln. Niko Arnautis hat zwar die höchste Trainerlizenz erworben, weigert sich aber beharrlich, vor der 70. Minute zu wechseln – geschweige denn, das Wechselkontingent mal auszuschöpfen. Sein Festhalten an immer derselben Formation und fast immer demselben Personal sorgt selbst bei vielen Klubangestellten für Stirnrunzeln."
Denke, der Artikel ist nicht ganz unbekannt.
Danke erst mal für deine ausführliche Analyse hier und oben. Im Großen und Ganzen sehe ich das ähnlich. Nico hat sich sehr verdient gemacht um die Entwicklung der Mannschaft, gerade auch in dieser Saison nach dem großen Durchwechseln im Sommer. Ich finde ihn persönlich sehr sympathisch, und natürlich ist der Trainer nicht an allem Schuld, was die Mädels auf dem Platz verbocken.
Ich denke, man muss bei all dem etwas tiefer blicken. Nico ist offenbar ein netter Mensch und bestens geeignet für eine Frauenmannschaft (stellt euch nur mal vor, Riera hätte die Mädels übernommen statt der Männer ...). Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer: Er ist zu nett. Oder vielleicht tatsächlich schon zu lange da.
Für den nächsten Schritt - wie etwa eine einigermaßen erfolgreiche CL-Teilnahme oder einen ernsthaften Angriff auf den Bayernthron - bräuchte die Mannschaft eine Trainerin oder einen Trainer, die/der etwas weniger nett ist, aber dafür mehr Turnier- und Kampferfahrung hat ... jemand, die oder der zum Beispiel schon mal eine Mannschaft in die CL geführt und dort gehalten hat.
Denn das ist eine Folge der langen Zeit von Nico bei der Eintracht, die bisher niemand erwähnt hat: Er war nirgends sonst seit langer Zeit.
Ich bin nicht "gegen Nico". Ich bin nur einfach für jemanden, der zu den heutigen Zielen der Mannschaft und des Vereins besser passt.
Für einen erntshaften Angriff auf den FC Bayern reicht ganz sicher ein Trainerwechsel nicht aus. Wenn man solche Erwartungen an einen Trainer hat, dann kann dieser nur scheitern.
Und wenn dies die Erwartungshaltung an Niko Arnautis ist, dann wiederhole ich mich gerne, er hat es geschafft die Bayern ernsthaft anzugreifen. Am Ende der Hinrunde 24/25 war man an der Tabellenspitze, bis sich dann in der Rückrunde zeigte, dass der Kader (vor allem in der Verteidigung) Verletzungen nicht so kompensieren kann, um mit den Top-Teams mitzuhalten. Es fehlte dafür die qualitative Tiefe.
Dies ist aber nicht die Verantwortung des Trainers.
Wie weit weg man von der CL ist, hat sich gegen Real Madrid gezeigt. Diese Niederlage war kein Trainerproblem, es war Ausdruck der Kaderqualität. Ein Trainerwechsel würde daran nichts ändern.
Seit dem Ende der Hinrunde 24/25 mit der Herbstmeisterschaft ist zudem bei der Eintracht viel passiert, das man dem Trainer auch nicht zuschreiben kann. Es wurden Fehler bei der Kaderplanung gemacht, mal abgesehen von der irritierenden "auserzählten Geschichte".
In der Hinrunde wurde deutlich, dass man bei der Kaderzusammensetzung erneut die Verteidigung vernachlässigt hatte. Deshalb musste man im Winter reagieren, weil die Defizite selbst im Bundesligaalltag gegen Teams der unteren Tabellenhälfte nicht zu übersehen waren.
Marthine Østenstad hat Tempodefizite und ist keine Spielerin mit der man überhaupt daran denken kann, den FC Bayern anzugreifen oder gegen Teams wie Real Madrid ebenbürtig zu sein. Das kann man auch nicht von Jella Veit erwarten, soweit ist sie nicht.
Es hat ja z. B. schon das Tempo von Nastassja Lein gereicht Grenzen aufzuzeigen.
Man kann den Trainer wechseln, einiges spricht dafür. Aber wenn damit unrealistische Erwartungshaltungen einhergehen, dann wird das nicht helfen. Die größere Baustelle ist der Kaderumbruch im Sommer durch die anstehenden Abgänge.
Eine Fritzy Kromp wäre ideal gewesen um Talente zu entwickeln. Oder ein Nico Schneck. Wenn dies die Ausrichtung sein soll, dann finde ich sollte man nach dem passenden Trainer bzw. Trainerin suchen.
Aber dann darf man nicht davon träumen die Bayern angreifen zu wollen.
Dann verfolgt man das Modell von Freiburg, Bremen, Hoffenheim und RaBa.
Den Umbruch letzten Sommer hätte ich nicht gebraucht.
Der Trainer spielt sicher eine Rolle. Taktischer einheitsbrei und späte Wechsel… Ich bin generell ein Fan der Jungen, und würde die gerne öfter sehen. Aber dann wird es eher schwierig, Wolfsburg anzugreifen. Letztlich kenne ich mich nicht genug aus, um Arnautis wirklich zu bewerten
Aber genau da haben wir doch im Sommer mit dem Umbruch das erste mal seit dem Übergang FFC/SGE Akzente gesetzt. Schau mal wie viele der Mädels noch beim FFC gespielt oder 2021/2022 zur SGE kamen. Auch jetzt noch 😉
Der komplette Verein hat sich auf diesem Platz 3 eingenistet.
Arnautis hat mit (damals) vielen jungen Mädels die dritte Kraft geschaffen aber irgendwann "stagniert"
Der notwendige Umbruch zu dieser Saison hätte auch einen neuen Trainer gebraucht.
Arnautis ist ein guter Trainer, der auch schon gezeigt hat ein Team aus vielen jungen Mädels aufzubauen aber wohl mittlerweile "betriebsblind"und irgendwie zufrieden mit der Situation ist
Es muss mehr Fluktuation rein ohne komplett die Identifikation aufzugeben.
Eine Freigang oder Doorsun braucht man aber 10 und mehr Spielerinnen die 6-7 Jahre im Verein sind?
Den Umbruch letzten Sommer hätte ich nicht gebraucht.
Der Trainer spielt sicher eine Rolle. Taktischer einheitsbrei und späte Wechsel… Ich bin generell ein Fan der Jungen, und würde die gerne öfter sehen. Aber dann wird es eher schwierig, Wolfsburg anzugreifen. Letztlich kenne ich mich nicht genug aus, um Arnautis wirklich zu bewerten
Aber genau da haben wir doch im Sommer mit dem Umbruch das erste mal seit dem Übergang FFC/SGE Akzente gesetzt. Schau mal wie viele der Mädels noch beim FFC gespielt oder 2021/2022 zur SGE kamen. Auch jetzt noch 😉
Der komplette Verein hat sich auf diesem Platz 3 eingenistet.
Arnautis hat mit (damals) vielen jungen Mädels die dritte Kraft geschaffen aber irgendwann "stagniert"
Der notwendige Umbruch zu dieser Saison hätte auch einen neuen Trainer gebraucht.
Arnautis ist ein guter Trainer, der auch schon gezeigt hat ein Team aus vielen jungen Mädels aufzubauen aber wohl mittlerweile "betriebsblind"und irgendwie zufrieden mit der Situation ist
Es muss mehr Fluktuation rein ohne komplett die Identifikation aufzugeben.
Eine Freigang oder Doorsun braucht man aber 10 und mehr Spielerinnen die 6-7 Jahre im Verein sind?