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Mainz: Stadion kommt wohl doch nicht.

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mainz 1.liga nur gucken nicht mitspielen          
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M1 macht sich weiter lächerlich, Teil 237:

Stadionsuche des FSV Mainz 05
Kopfbälle statt Kopfsalat


Von Markus Schug

07. November 2007
In den Feldern bei Gonsenheim, wo anstelle von Salat und Kohl so bald als möglich das neue Stadion des FSV Mainz 05 entstehen soll, sind viele Äcker schmal wie Handtücher. Keine fünf Meter breit, dafür mehr als 250 Meter lang liegt unterhalb der Saarstraße zwischen Europakreisel und Bahngleisen Streifen für Streifen nebeneinander. Dementsprechend viele Eigentümer gibt es. Etwa 125 Grundstücksbesitzer sollen sich in Vorverträgen schon verkaufsbereit erklärt haben: 35 Euro bietet die städtische Grundstücksverwaltungsgesellschaft für den Quadratmeter Land, der als Ackerfläche allenfalls 6,50 Euro wert wäre. Bis zu 30 Eigentümer – darunter vor allem Haupterwerbslandwirte – lehnen die Veräußerung ihres Grund und Bodens jedoch kategorisch ab. Selbst das jüngste Tauschangebot, andernorts in der Stadt zum Ausgleich die sechseinhalbfache Fläche zu erhalten, hat die Bauern nicht zu einem Sinneswandel bewegen können.
Und das, obwohl sie selbst 05-Fans sind, die an den Wochenenden mit ihrem Verein mitfiebern, wie einer der Betroffenen am Dienstagabend bei einer CDU-Diskussionsrunde versicherte. Bei der Veranstaltung „Ein neues Stadion für Mainz“ richtete nicht zuletzt Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), mehrere flammende Appelle an die Landwirte: Bauern seien in der Regel keine Egoisten, sagte der DFB-Chef. Er komme selbst aus der Landwirtschaft und wisse sehr wohl, wie schwer es sei, einen funktionsfähigen Betrieb für die Kinder und Enkelkinder zu erhalten. Andererseits gehe es bei dem geplanten Stadion ja nicht darum, einen modernen Arbeitsplatz für Millionäre zu schaffen, sondern die Faszination Fußball in Mainz für mehr Menschen erlebbar zu machen. Wo der Sport doch gerade für Jugendliche ganz wichtig sei.

Zwangsenteignungen wird es nicht geben

Vereinspräsident Harald Strutz erinnerte an die Erfolgsgeschichte des FSV Mainz 05. „Wir haben aus einer ,Kappen-Mannschaft‘ einen der angesehensten Profi-Vereine in Deutschland gemacht“, behauptete er. Das neue Stadion sei der nächste Entwicklungsschritt. Wenn dieser nicht möglich sein sollte, wäre dies für Stadt und Verein mehr als schade. Der Mainzer Bau- und Sportdezernent, Bürgermeister Norbert Schüler (CDU), sprach vor den gut 200 Zuhörern gar von einer Katastrophe, falls die Bauern „diesen Schritt jetzt nicht mitgehen“.

Gleichwohl versicherte Schüler, dass es keine Zwangsenteignungen oder sonstige Zwangsmaßnahmen geben werde. In der Vergangenheit habe die Stadt im Umgang mit ihren Landwirten Fehler gemacht, dieses Mal setze man auf eine einvernehmliche Lösung. Andernfalls – und dazu sagte der Bürgermeister öffentlich nichts – müssten um die benötigten Flächen womöglich lange währende Prozesse geführt werden. Doch spätestens 2010 soll in einer bis zu 35.000 Zuschauer fassenden neuen „Coface-Arena“ das erste Heimspiel angepfiffen werden. Viel Zeit bleibt somit nicht mehr.

Es sei ein grober Fehler gewesen, sich ausschließlich auf den einen Standort „Europakreisel“ festzulegen, sagte ein Zuhörer. Die Gegner dieses Stadionstandorts verwiesen darauf, dass es dort nicht nur eine intakte Landschaft, sondern zudem sehr gute Böden für den Gemüseanbau gebe. Und von beidem hätten alle Mainzer etwas. Die Stadt – zuständig ist Liegenschafts- und Wirtschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP) – habe es von Anfang an versäumt mit den Bauern zu sprechen, beklagte einer der Anwesenden. Erst vor vier oder fünf Wochen seien „erste ernstzunehmende Gespräche“ geführt worden, bestätigte eine Frau, die ebenfalls Grundbesitz am Europakreisel hat. Die von den Eigentümern damals aufgeworfenen Fragen seien bis heute nicht beantwortet.

Portland-Steinbruch als Ausweichmöglichkeit

Im Rathaus soll es noch in dieser Woche einen Krisengipfel geben, bei dem, wie zu hören ist, das weitere Vorgehen beim Grundstückserwerb Thema sein werde. Von einem „Plan B“ spricht bei Stadt und Verein zwar offiziell niemand. Dennoch ist klar, dass es grundsätzlich andere mögliche Standorte gibt. Ein weiterer Ausbau des 20.700 Zuschauer fassenden alten Bruchwegstadions scheint allerdings dauerhaft vom Tisch. Obwohl seitens der Stadt bis dato noch keine belastbaren Zahlen und lediglich Bruchstücke eines Lärmgutachtens veröffentlicht wurden. Mit den für den geplanten Neubau verfügbaren 60 Millionen Euro – von denen ein Drittel für Grunderwerb und Infrastruktur vorgesehen sind – wäre am Bruchweg nicht viel auszurichten, so Schülers Einschätzung: „Ingenieurmäßig wäre auch dort was zu machen, aber nicht für 60 Millionen Euro.“ Gegen ein Fußballstadion am Hechtsheimer Messegelände spricht, dass sich das in Frage kommende Gelände „weit draußen vor der Stadt“ befindet. Die Verkehrserschließung, um auswärtigen Fans eine problemlose An- und Abreise mit Bussen und Bahnen zu ermöglichen, würde das Projekt immens verteuern.

So rückt ein anderer Standort ins Blickfeld: Der alte Portland-Steinbruch in Mainz-Weisenau könnte eine ernstzunehmende Ausweichmöglichkeit sein. So lange der Stadt aber eine geprüfte B-Variante fehlt, gibt es wenig Chancen, den Druck auf die verkaufsunwilligen Landwirte zu erhöhen. Etwa fünf Hektar zusammenhängender Fläche werden für das Stadion gebraucht, über rund 17 Hektar werden derzeit am Europakreisel verhandelt. Doch wie auch immer man das Modell entlang der Saarstraße verschiebt – bisher müssten mindestens noch fünf der etwa 30 Grundstücksbesitzer vom Verkauf überzeugt werden, um den Neubau entsprechend plazieren zu können. Die benötigten Parkflächen wären notfalls in einiger Entfernung, vielleicht sogar im angrenzenden Gewerbegebiet Kisselberg, unterzubringen.

Noch ist der Ausgang des Mainzer Gelände-Pokers völlig offen: Scheitert die Stadt, geht die Standortsuche von vorne los. Doch auch die zögerlichen Landwirte, die sich nicht zuletzt darüber ärgern, „dass ein neuer Fußballspieler teurer ist als das gesamte Gelände“, riskieren, zum Schluss mit leeren Händen dazustehen. Denn sobald Stadt und Verein die benötigten fünf Hektar zusammengepuzzelt haben, soll mit dem Stadionbau begonnen werden.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.

http://www.faz.net/s/RubC3295D0DD41D4C82B9273912B8C91662/Doc~E05A64ACC6374441AB7395E18A4347B09~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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genial!
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Einer der angesehentsten Vereine Deutschlands - hab ich was verpasst?
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ich find das überhaupt nicht lustig... die drücken das irgendwie durch und dann bin ich auf der arbeit keine 200 meter von den parkplätzen weg. trotzdem genial durchdacht, die sache... wie kann man sich denn auf einen platz festlegen ohne zuvor das grundstück klargemacht zu haben? dazu kommt noch, dass die wichtige zufahrtsstraße aus der stadt zur autobahn an spieltagen ziemlich voll sein wird. das wird noch lustig  


ach ja..
harri s. schrieb:
Wir haben aus einer ,Kappen-Mannschaft‘ einen der angesehensten Profi-Vereine in Deutschland gemacht


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069er schrieb:
Einer der angesehentsten Vereine Deutschlands - hab ich was verpasst?


Wenn man nach Sympathie geht, muß ich dieser Aussage leider zustimmen. Viele Fans anderer Vereine haben die Mainzer als das gesehen, wozu sie sich selber und v.a. die Medien gemacht haben: den Karnevalsverein mit Spaßfaktor.
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Schoppenpetzer schrieb:


Wenn man nach Sympathie geht, muß ich dieser Aussage leider zustimmen. Viele Fans anderer Vereine haben die Mainzer als das gesehen, wozu sie sich selber und v.a. die Medien gemacht haben: den Karnevalsverein mit Spaßfaktor.


Wobei man sagen muss, seit die Bonbonschmeisser und deren dauergrinsende Speerspitze der Peinlichkeit nicht mehr in der ersten Liga verweilen, hat sich der Medienrummel spürbar gelegt.
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Wenn M1 in den Steinbruch geht, sind sie in jeder Beziehung dort angekommen, wo sie hingehören.
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hört sich für die Mainzer gar net sooo gut an...man sollte den Grundstücksbesitzern noch Geld bezahlen das Sie ihr Grundstück behalten... ,-)

Stürmische Zeiten in Mainz
http://www.sport1.de/de/sport/artikel_2104726.html

..."Das Projekt an unserem Wunschstandort in Bruchwegnähe droht wegen einiger Grundstücksbesitzer zu scheitern, die sich aus reiner Profitgier dem Verkauf ihres Geländes an die Stadt verweigern", sagte FSV-Präsident Harald Strutz der "Frankfurter Rundschau"...

natürlich...alles Profitgeier, nur weil sie net verkaufen wollen. Sollen sie es verschenken, nur weil die Mainzer dort en Stadion hinstellen wollen?

..."Wir müssen Klopp eine Perspektive aufzeigen. Wenn Bayern München oder vielleicht auch der HSV anfragen, dann haben wir vermutlich keine Chance. Sonst glaube ich schon, dass er gerne die Erfüllung unseres Traums von einem neuen Stadion miterleben würde", meinte Strutz...

   
na klar...am besten wird noch Real anfragen...
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Dazu passt
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/mainz_05/?em_cnt=1266581

Auch Manager Christian Heidel hat gerade laut über seine Zukunft nachgedacht …

Ich verstehe seine Gedanken, da auch für ihn eine Perspektive durch den Stadionneubau notwendig ist. Erschwerend kommt hinzu, dass im Zusammenhang mit der Planung des Stadions bedauerlicherweise von einigen Verantwortungsträgern aus der Mainzer Politik und Wirtschaft mit unhaltbaren Verweisen auf seine berufliche Vergangenheit und die nachweislich nicht von ihm verschuldete Insolvenz seines Autohauses gegen ihn polemisiert wird. Da wird seine jetzige berufliche Tätigkeit für Mainz 05 mit seinem Privatleben unzulässigerweise vermengt. Ich bin mir aber sicher, dass wir Christian Heidel davon überzeugen werden, dass er hier auch künftig richtig aufgehoben ist.
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Mich würde interessieren, ob es generell möglich ist, die Grundbesitzer zu enteignen.

Ich denke, je mehr Leute sich zum Verkauf entscheiden, desto stärker wird der Druck auf die Standhaften. Vielleicht auch nur eine Frage des Geldes...  
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SGE Supporter schrieb:
Mich würde interessieren, ob es generell möglich ist, die Grundbesitzer zu enteignen.


weis net wie das bei einem Verein bzw. Stadion Bau möglich ist, aber bei uns (für einen Stausee) ist das einfach gemacht worden, nicht grad enteignet aber verkaufen mussten sie alle...  gab ne kleine Aufwandsentschädigung und gut wars...
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manu666 schrieb:
SGE Supporter schrieb:
Mich würde interessieren, ob es generell möglich ist, die Grundbesitzer zu enteignen.


weis net wie das bei einem Verein bzw. Stadion Bau möglich ist, aber bei uns (für einen Stausee) ist das einfach gemacht worden, nicht grad enteignet aber verkaufen mussten sie alle...  gab ne kleine Aufwandsentschädigung und gut wars...


Muß für eine Enteignung nicht das Allgemeininteresse entscheidend sein? Wen interessiert schon M1 05? ,-)
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Schoppenpetzer schrieb:
Wen interessiert schon M1 05? ,-)  


Die Suche nach Mainz 05 ergab 3.496 Treffer


Bei knapp dreieinhalbtausend Treffern mit dem Suchbegriff "Mainz 05" hier im Forum scheinbar kaum jemand...

P.S.: Frohes neues Jahr noch, werte Adlerträgerinnen und Adlerträger!
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Hey Papa-Alex ist wieder da!
Auch dir wünsche ich ein frohes neues Jahr!
Dafür, daß Heidel, Klopp. Strutz und Asta stets die Stadt Mainz hinter dem Verein stehen sehen, finde ich es doch recht amüsant, daß doch ein erheblicher Widerstand gegenüber dem neuen Stadion vorhanden ist.
Nach dem verpassten Aufstieg 2008 und den darauffolgenden Zweitligasaisons dürfte sich doch die große Euphorie verabschiedet haben. Wer braucht dann noch ein neues größeres Stadion?  
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Ich habe ja dafür plädiert, den Thurk wieder herzuholen. Dann wären etwa 80 Prozent der Leute nicht mehr hingegangen und ein Neubau würde sich vollkommen erübrigen. Aber nein, auf mich hört ja niemand... ,-)
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Mainzer Rhein Zeitung

"Ohne neues Stadion kein Profifußball in Mainz"

Geschrieben von MRZ  
17.01.2008

Alles andere als lustig finden Heidel und Klopp die Situation rund um den Stadionbau (Quelle: MRZ)
Frustriert und pessimistisch: 05-Manager Christian Heidel mahnt dringend eine Lösung in der Standortfrage an - "Warum passieren solche Possen ausgerechnet immer in Mainz?"
Eine Woche lang war Christian Heidel ganz nah dran am Kader des FSV Mainz 05 im Trainingslager im andalusischen Costa Ballena. Doch täglich erreichten den Manager des Fußball-Zweitligisten aus der Heimat neue Hiobsbotschaften. Nach wie vor steht die glänzende sportliche Perspektive des Klubs im krassen Gegensatz zu den Streitigkeiten um den geplanten Stadionneubau in Mainz. Heidel: "Das ist frustrierend."

COSTA BALLENA. Gestern ist Christian Heidel in die Heimat zurückgeflogen. Mit gemischten Gefühlen. Der Manager des FSV Mainz 05 hat im spanischen Winter-Trainingscamp den Eindruck gewonnen, dass die Rückrundenvorbereitung des Tabellenzweiten auf einem hervorragenden Weg ist. Wäre da nicht das Stadion-Chaos in Mainz, der 44-Jährige hätte den Rückflug fröhlich pfeifend angetreten. Doch nun kämpft Heidel heute Abend im städtischen Hauptausschuss gemeinsam mit Klubchef Harald Strutz vielleicht schon um die letzte Chance beim Stadionprojekt. Und das bereitet Heidel, der über seine Zukunft in Mainz ernsthaft nachdenkt, große Sorgen. Die MRZ sprach mit dem 05-Manager am letzten Tag seines Aufenthalts in Andalusien.


Herr Heidel, wenn Sie an das Stadionprojekt denken, was werden Sie antreffen in Mainz nach Ihrer Rückkehr?



Ich muss feststellen, dass es anscheinend gar keine Veränderung gegeben hat. Der Standort Europakreisel ist nach heutigem Stand wohl nicht lösbar. Uns fehlen einfach die Argumente. Wenn einer sagt, er verkauft seine Grundstücke nur zu einem bestimmten Preis, dann ist das legitim. Fakt ist aber auch, dass er zu dem von ihm geforderten Preis nie verkaufen wird. Wir müssen dieses Thema wohl abhaken, und das ist für uns eine mittlere Katastrophe. Wir waren damals beim Ministerpräsidenten und haben eine klare Absprache mit der Stadt Mainz getroffen: Die Stadt stellt ein Grundstück zur Verfügung und baut ein Stadion, das wir durch eine Pacht abzahlen. Man muss feststellen, dass die Stadt Mainz ihren Part nicht eingehalten hat. Die Finanzierung steht, aber der Standort ist nicht da. Wir müssen jetzt schnellstens überlegen, ob es überhaupt noch eine Möglichkeit gibt.



Wo sind die Fehler gemacht worden?



Wir haben uns damals in gutem Glauben vom möglichen Standort Kastel verabschiedet, weil uns gesagt wurde, dass es eine Lösung in Mainz gibt. Damals haben wir schon nachgefragt, was passiert, wenn einer der 130 Eigentümer nicht verkaufen will. Damals wurde uns etwas von Umlegungsverfahren und im schlimmsten Fall von Enteignungsverfahren erzählt. Als wir ein halbes Jahr später gemerkt haben, dass die Verhandlungen festgefahren sind, sind wir selbst mal zum Anwalt gegangen und haben uns rechtlich beraten lassen. Dabei kam heraus: Diese Möglichkeiten gibt es überhaupt nicht. Das ist alles sehr tragisch. Ich hoffe nur, dass wir jetzt nicht ein halbes Jahr darüber diskutieren, wer schuld ist und welcher Schaden entstanden ist. Wir müssen uns darauf konzentrieren, eine Alternativlösung zu finden, weil die Uhr langsam abläuft. Wir haben einen entscheidenden Fehler gemacht: Wir haben damals geglaubt, was uns gesagt wurde. Was da genau schief gelaufen ist, kann ich nicht sagen.



Sie haben also kein Interesse daran, Schuldige herauszufiltern?



Das würde uns ja keinen Schritt weiterbringen, wenn jetzt jeder gegen jeden schießt. Dann wird überhaupt kein neuer Standort mehr zu finden sein. Momentan haben wir den Eindruck, dass sich viele mit Absicht zurückhalten, damit ihnen später nicht vorgeworfen werden kann, sie seien schuld. Deshalb macht bis auf einige wenige keiner mehr etwas. Auch das hängt mit der politischen Situation zusammen. Es ist schwer nachzuvollziehen, wie viele Projekte in dieser Stadt in den letzten Jahren gescheitert sind. Die Politik muss sich schon mal hinterfragen, ob das so alles noch Sinn ergibt.



Wie realistisch ist der Standort Portland in Weisenau?



Auch hier sind wir darauf angewiesen, was wir gesagt bekommen. Nach Ansicht der Fachleute gibt es dort keinen K.o.-Faktor. Allerdings sind die Infrastrukturkosten nicht geklärt. Ohne Autobahnanschluss ist ein Stadion in Weisenau nicht in Betrieb zu nehmen.



Was kostet das, wie schnell wäre das umzusetzen?



Was ist mit einem Autobahnanschluss, was ist mit einem Bahnhof in Weisenau, wer bezahlt das? Wenn alles aus diesem 60-Millionen-Topf bezahlt werden muss, dann habe ich die Befürchtung, dass es nicht ausreicht. Dafür bin ich aber kein Fachmann. Die Grundstückskosten sind wohl im Griff. Die müssen auf einem ähnlichen Level liegen wie am Europakreisel. Mit dem Standort könnte man leben, aber es ist eben nur der zweitbeste.



Haben Sie eine realistische Alternative im Hinterkopf?



Es wäre für mich wie eine Fata Morgana, wenn noch jemand ein Standort einfiele, den wir bislang nicht kannten. Wir reden hier von einem Gelände von 15 Hektar. Wo soll das sein in Mainz? Mir ist keines mehr bekannt. Unter Umständen müssen wir uns damit beschäftigen, dass in Mainz gar kein neues Stadion gebaut wird. Man sieht es daran, dass die Standorte Bruchweg und Hechtsheim wieder hervorgekramt werden. Wir haben aber längst gemeinsam festgestellt, dass beide nicht gehen. Hechtsheim geht deswegen nicht, weil Strutz und Heidel da nicht hinwollen. Die Leute sagen, wir verlängern die Straßenbahn. Wer bezahlt das denn? Es gab sogar Visionen, die Eisenbahnlinie zu verlängern. Da reden wir über zweistellige Millionenbeträge. Wer macht die Straßenzuführung? Und das soll in einen gedeckelten Etat von von 60 Millionen Euro rein? Losgelöst davon, dass auch da die Grundstücke bis zu 150 Euro pro Quadratmeter kosten. Wenn das machbar wäre, dann könnten wir auch den Europakreisel kaufen. Das alles ist völlig unrealistisch. Dann erst kommt der Punkt, dass es nicht mehr Mainz 05 ist, wenn wir mit dem Stadion am Ende von Hechtsheim stehen. Das passt einfach nicht.



Zum Bruchweg: Mir wird bei Sitzungen gesagt, da machen wir zwecks Lärmschutz ein Dach drauf. Ein Dach bringt uns aber nichts, denn bei schönem Wetter muss laut DFL-Ordnung das Dach geöffnet werden. Wenn ich dann höre, dass das mit Dach 80 Millionen kostet, dann gehen wir lieber an den Europakreisel, weil da bei 80 Millionen alles optimal ist. Gleichzeitig höre ich immer wieder, Deckel, Deckel, Deckel, 60 Millionen.



Wäre es eine Idee, noch mal bei Null anzufangen und einen überparteilichen Mediator hinzuzuziehen?



Darüber habe ich schon mal nachgedacht. Aber zwischen uns und der Stadt muss niemand vermitteln. Wir machen ja alles mit. Den Grundstücksbesitzern am Europakreisel geht es nicht um Umwelt, nicht um Landschaftsversiegelung, nicht um Landwirtschaft. Da geht es nur ums Geld. Das ist legitim, aber es ist schon abstrus, das Fünffache zu fordern, das bekommt man nie. Wenn jetzt ein Mediator kommt und sagt, dass es nur das Dreifache gibt, dann ist das auch nicht machbar, weil die Stadt Nachzahlverpflichtungen hat. Nur wenn es um etwas anderes ginge als ums Geld, könnte ein Mediator hilfreich sein. Die fünf Grundstücksbesitzer sagen einfach Nein, weil sie wissen, dass sie in der Lage sind, das größte Bauprojekt der letzten und der nächsten Jahre in Mainz zu blockieren.



Was bedeutet dieses Chaos für den Klub, für Ihre und für die Zukunft von Trainer Jürgen Klopp?



Für den Verein Mainz 05 hat das zunächst mal überhaupt keine Folgen. Auch wenn das neue Stadion gebaut wird, müssen wir noch zwei Jahre am Bruchweg spielen. Es gibt sogar Menschen, die am jetzigen Bruchweg bleiben wollen. Der ist doch ausverkauft, da ist es doch schön. Das sind aber Leute, die sich im Fußballgeschäft überhaupt nicht auskennen. Fantasten. Unser Ziel muss es doch sein, den Verein weiterzuentwickeln. Unser Ziel muss sein, eine reelle Chance zu bekommen, überhaupt noch Profifußball spielen zu können, und zwar am besten in der Bundesliga. Ohne ein neues Stadion ist dieser Anspruch mittelfristig völlig unrealistisch. Irgendwann würde es nur noch darum gehen, in der Zweiten Liga überleben zu können. Wuppertal baut, St. Pauli baut, Dresden baut, Magdeburg hat schon gebaut, Düsseldorf und Leipzig werden kommen. Im Moment klappt das bei uns noch. Das geht, weil der Verein insgesamt sehr gut aufgestellt ist. Auf Dauer wird das aber nicht mehr machbar sein. Wir brauchen eine Perspektive. Ich glaube nicht, dass Klopps Entscheidung alleine vom neuen Stadion abhängt. Aber es ist wesentlich einfacher, wenn man ihm die neuen Möglichkeiten aufmalen kann.



Welche wären das?



Der Transport der Bruchwegatmosphäre in ein neues Stadion. Fünf, sechs, sieben Millionen mehr für die Mannschaft. Wir können jetzt ganz gut mithalten, aber die Zweite Liga wird spätestens in fünf Jahren ganz anders aussehen. Der FCK hat jetzt Probleme; ich glaube, wir sind das Aushängeschild für Rheinland-Pfalz geworden, weil wir seriös, wirtschaftlich gesund und sportlich erfolgreich in Deutschland rüberkommen. Das muss man stabilisieren. Ich glaube, einigen Leuten sind die dramatischen Auswirkungen ihrer Entscheidungen nicht bewusst. Ich weiß nicht, ob es so eine Posse in Deutschland schon mal gab. Warum ausgerechnet immer in Mainz? Da muss man sich fragen: Warum ist das so?



(...) BITTE KEINE VOLLTEXT-ZITATE! (a.saftsack)


Bei einem Projekt, an dem die Existenz des Vereins im Profifussball hängt, lässt man sich nach einem halben Jahr mal juristisch beraten ???

Kein Wunder, dass andere Vereine Schlange stehen, um Heidel abzuwerben. Kommt bestimmt in Klinsmanns Team bei Bayern.
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Heute wird verkündet, dass das neue Stadion in Mainz kommt.

Bauort: Nahe Europakreisel, verschoben in Richtung Media-Markt. Man weicht den Verkaufsunwilligen aus. Damit ist jedem gedient. Die Verpächter können ihren Boden weiter landwirtschaftlich nutzen.

PK ist um 13.00 Uhr mit allen Offiziellen.

Quelle = Redakteur des Wiesbadener Kuriers
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Wieder ein neues Stadion in der Umgebung, das wir einqualmen müssen. Nix als Arbeit.
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untouchable schrieb:
Wieder ein neues Stadion in der Umgebung, das wir einqualmen müssen. Nix als Arbeit.


 


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