Braune Kurven

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reggaetyp schrieb:
3zu7 schrieb:
Ach ja, passend zum Thema, verdammt viel Stoff (wen es interessiert...):

http://nonazisbs.blogsport.de/images/kurvenlage_online.pdf


Eine ziemlich lückenlose Kontinuität da in BS. Hab ich so nicht gewusst.


Ja, ich auch nicht. Ziemlich heftig.
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3zu7 schrieb:
Unser G-Block hat sich übrigens damals gegen Tottenham auch nicht mit Ruhm bekleckert. Ich gebe das hier aber nicht wieder, was damals gesungen wurde...


Aber erst nachdem sie uns als German Bastards beschimpft haben
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Ich erinnere mich noch an ein Spiel der Deutschen Nationalmannschaft im Iran, als beim Abspielen der Deutschen Hymne Iraner stehend den Hitlergruß zeigten und der Moderator hinterher von einer "Provokation einiger unverbesserlicher Iraner" gesprochen hat.
Da hab ich mich gefragt ob er eigentlich weiß wo er ist, und was er von der iranischen Außenpolitik weiß.
Offenbar dachte er er sei in England oder Frankreich ...
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http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/newspage_651201.html
Nazi-Vorwürfe gegen BVB-Ordner
(eigentlich wie die Soße in mancher Sicherheitsbruderschaft in Chemnitz und Co.)
kleines Statement: ist leider so wie es ist:
Auch wenn immer wieder aus verschiedenen Empfindlichkeiten gut gemeinte Gegenargumente kommen, und die Presse nicht zu Unrecht verhasst ist...
Bei den Kollegen aus Doofmund quillt das Fass langsam über...vielleicht hat der "ohnmächtige" BVB den Vorsitz bei der Disco in Niederrad taktisch nicht umsonst gehabt..
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Hier mal ein Beispiel aus Russland, wo Fremdenfeindlichkeit eine ganz andere Rolle spielt. Das ist eine krasse Nummer. Meine Fresse.

Rassismus bei Zenit: Beiersdorfer spricht Klartext
Keine dunkelhäutigen oder homosexuellen Spieler - diese unglaubliche Forderung stellte am Montag Zenit St. Petersburgs größter Fanclub an die Vereinsoberen. Die haben sich nun von dem veröffentlichten "Manifest" klar distanziert, auch Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer sprach deutliche Worte.
http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/579328/artikel_rassismus-bei-zenit_beiersdorfer-spricht-klartext.html
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Die nachträgliche Erklärung des Fanclubs schiesst den Vogel ja entgültig ab:

"Wir sind keine Rassisten", behaupteten die Anhänger in dem Brief, "aber wir halten es für eine wichtige Tradition, dass es bei Zenit keine schwarzen Spieler gibt." Schwule Spieler seien "unserer großartigen Stadt unwürdig", hieß es außerdem.

:neutral-face
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Der Hass gegen Schwule ist in der russischen Gesellschaft tief verwurzelt. Das hat relativ wenig mit irgendwelchen Fanclubs zu tun. Gewalttätige Übergriffe gegenüber Schwulen gehören in vielen Großstädten leider noch immer zur Tagesordnung. Auch bei Demonstrationen von Schwulen wird noch heftiger geknüppelt als bei jeder Anti-Putin Demo.  
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In der neuen 11 Freunde ist ein guter Artikel über die doch recht häufige Unterwanderung der Szenen durch Nazis in westdeutschen Städten. Schwerpunkte der Recherche sind, wen wundert es, Dortmund und Aachen.
Aber auch Lautern und Homburg/Saar (das wundert mich nun gar nicht) sind erschreckend.

Die Redaktion hat tatsächlich das dreckige ********** von Siggi Borchardt am Telefon. Der geht steil ob der Infiltration der Südtribüne durch seine miesen Vasallen.
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Wuschelblubb schrieb:
Der Hass gegen Schwule ist in der russischen Gesellschaft tief verwurzelt. Das hat relativ wenig mit irgendwelchen Fanclubs zu tun. Gewalttätige Übergriffe gegenüber Schwulen gehören in vielen Großstädten leider noch immer zur Tagesordnung. Auch bei Demonstrationen von Schwulen wird noch heftiger geknüppelt als bei jeder Anti-Putin Demo.    


Ein interessantes Buch ist übrigens dieses hier. Auch andere Bücher rund um die Russischen Revolutionen damals, z.B. den Antisemitismus, Antimodernismus, Antiliberalismus, Antiamerikanismus und auch hier dieses sind ganz gut, und der Übergang dieser Theorien und auch zu Nazi-Deutschland relativ fließend. Erklärt auch, warum immer die selben Theorien in unterschiedlichen Farben aufgewärmt werden.
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Ich finde die russischen Wurzeln des Nazismus und Sozialismus und das Schwarzbuch des Kommunismus im Moment weniger interessant als die Vorgänge in Dortmund, Achen, Braunschweig oder Lautern.
Insbesondere in diesem Thread.
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Zenit:

Jonathan Wilson, einer der großen Fußball-Autoren auf diesem Planeten (u.a. ''Inverting the Pyramid", auf deutsch "Revolutionen auf dem Rasen") und Kenner des russischen Fußballs schreibt reicht differenziert über beide (!) Manifesti von "Landscrona".

Nicht einfach, doch recht zwiespältig. So in etwa "da steht auch einiges richtiges drin, die müssen aber noch einen weiten Weg gehen".

http://www.guardian.co.uk/football/blog/2012/dec/19/zenit-st-petersburg-open-letter

Dennoch totale Scheiße. Rassismus, Faschismus  und Homophobie will ich nicht in meiner Kurve offen gelebt haben. Es gibt sie zwar die Arschlöcher, auch bei uns, die solln aber die Fresse halten.
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Ich hab mal die Braunschweig Broschüre gelesen und hätte in Bezug darauf mal ne Frage bzgl. unserer Alt-Hools. Soweit ich das im Kopf hab, waren die doch auch mal ziemlich rechts orientiert? Und sind auch heute noch gut befreundet mit den Jungs aus Duisburg, denen man das heute noch nachsagt.

Vor ein paar Wochen gab es auch mal eine Trauerchoreo für ein verstorbenes Mitglied. Auf youtube kursiert dazu ein Nachruf-Video, welches mit einem Lied einer eindeutig rechtsextremen Band (auch wenn man das dem Lied nicht direkt entnehmen kann) unterlegt ist. Ist erstmal natürlcih nur ein fader Beigeschmack, da natürlich jeder Videos hochladen kann.

Aber ganz grundsätzlich, da eben besagte Gruppe auch ab und an mal Banner aufhängt, würde mich mal interessieren, inwieweit da eine klare Distanzierung stattgefunden hat.
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Trauerchoreo?
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schusch schrieb:
Zenit:

Jonathan Wilson, einer der großen Fußball-Autoren auf diesem Planeten (u.a. ''Inverting the Pyramid", auf deutsch "Revolutionen auf dem Rasen") und Kenner des russischen Fußballs schreibt reicht differenziert über beide (!) Manifesti von "Landscrona".

Nicht einfach, doch recht zwiespältig. So in etwa "da steht auch einiges richtiges drin, die müssen aber noch einen weiten Weg gehen".


Also JW  als "einen der großen Fußball-Autoren auf diesem Planeten" zu apostrohieren halte ich für etwas gewagt. Sein Spieltheorienbuch ist eine gut lesbare, vermutlich durch viel Zuarbeit unterstützte journaistische Arbeit und seine Osteuropakomptenz, die er angeblich durch "Behind the Curtain"  unter Bewies gestellt hat, ist für den, der sich in jener Region historisch und fußballerisch ein bisschen auskennt, auch nicht so überzeugend. Ich weiß auch nicht, ob JW irgendwelche osteuropäischen  Sprachen spricht, vermute aber eher nicht.

Was diese"Manifeste" betrifft: Botho Strauß: "Anschwellender Bocksgesang" - sagt das jemanden noch was? Was man JW auf jeden Fall zu gute halten muss, dass er die Texte zur Hand nimmt ( die der Zenitgestalten, nicht von BS) und mittels der Texte argumentiert. Und da haben wir Begrifflichkeiten, die auch dem erklärten Nicht-Rassisten in den üblichen Diskursen im IN nicht fremd sind. "regionale Identität" "gg. Söldner"  etc. pp.  "Authentizität" gg. "modernen Fußball" .
Kurz gesagt: Diese "Manifeste" mögen krank und verquer erscheinen (und sind sie auch zu einem guten Stück), aber JW hat m.E. zu recht darauf hingewiesen, dass wenn auch das  "falsche" Bewusstsein" dahintersteckt, sie durchaus veuriteilt, aber nicht einfach abgetan werden sollten.
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...bedient sogar den Fußballdiskurs

(der Rechte sei vom Neonazi so weit weg wie der Fußballfreund vom Hooligan)
wem´s über Weihnachten langweilig wird...
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681004.html
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Kuno Klötzer schrieb:
...bedient sogar den Fußballdiskurs

(der Rechte sei vom Neonazi so weit weg wie der Fußballfreund vom Hooligan)
wem´s über Weihnachten langweilig wird...
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681004.html


naja ein 20 Jahre alter Artikel
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S-G-Eintracht schrieb:
Wuschelblubb schrieb:
Der Hass gegen Schwule ist in der russischen Gesellschaft tief verwurzelt. Das hat relativ wenig mit irgendwelchen Fanclubs zu tun. Gewalttätige Übergriffe gegenüber Schwulen gehören in vielen Großstädten leider noch immer zur Tagesordnung. Auch bei Demonstrationen von Schwulen wird noch heftiger geknüppelt als bei jeder Anti-Putin Demo.    


Ein interessantes Buch ist übrigens dieses hier. Auch andere Bücher rund um die Russischen Revolutionen damals, z.B. den Antisemitismus, Antimodernismus, Antiliberalismus, Antiamerikanismus und auch hier dieses sind ganz gut, und der Übergang dieser Theorien und auch zu Nazi-Deutschland relativ fließend. Erklärt auch, warum immer die selben Theorien in unterschiedlichen Farben aufgewärmt werden.


Das Schwarzbuch kenne ich, das andere bisher noch nicht. Danke für den Link.

@reggaetyp
Das Topic hier lautet braune Kurven. Wenn dich dieser Teil der Diskussion nicht interessiert, dann lies die Posts dazu eben nicht. Der Thread existiert ja nicht für dich alleine.
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Über die Nazis in St. Petersburg zu diskutieren, finde ich völlig in Ordnung, wenn es recht (sic!) ist.
Das Kommunismusschwarzbuch halte ich trotzdem für offtopic. Zum Beispiel.

Hat jemand den Artikel in der neuen 11 Freunde gelesen?
SS-Siggi zieht nach wie vor die Fäden. Ekelhaft.
Und in Homburg oder Lautern ist man ohnmächtig.
In Braunschweig scheint es so, als hätten die Faschos die Kurve gut im Griff.

Mir ist das näher als St. Petersburg.
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Die "Jugendarbeit" der rechtsradikalen Organisationen (NPD usw.) in den Kurven ist ein wenig vergleichbar mit der "Jugendarbeit" der Rechtsradikalen in den neuen Bundesländern, z. B. in Meck-Pomm.

Dort gibt es kleine Städte und Gemeinden auf dem Land, in denen die gesellschaftlich "veranwortungsvollen" Kräfte sich längst aus der Jugendarbeit zurückgezogen haben, ganz einfach weil die Kohle fehlt. Und damit Personal nicht mehr da ist, dass offene Jugendarbeit, Arbeit in Jugendklubs, Aufsuchen herumlungernder Jugendlicher auf den Straßen und Plätzen u. ä. machen könnte.

Diese Lücke wird stategisch geplant von den Rechtsradikalen besetzt, sie bieten Kinder- und Jugendarbeit an, Hausaufgabenhilfe als harmlose Einstiegsdroge usw. Dann sagen sogar die Alten: "Mensch, die machen was für uns! Das müssen gute Leute sein!"

In den Kurven können sie Fuss fassen, weil gesellschaftlich vernatwortungsvolle Fanprojekte fehlen bzw. zu schwach besetzt sind und entsprechenden Finanz- und Personalmittel fehlen.

Auf meinem Weg zum Waldstadion komme ich oft am Fanhaus Louisa vorbei. ich bin froh und stolz, dass es eine solche Einrichtung hier in Frankfurt gibt! Die Federführung liegt bei der "Sportjugend Frankfurt", hier wird gesellschaftlich sehr Sinnvolles geleistet.

Keinen Fussbreit den braunen Brunnenvergiftern Platz lassen!


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