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Marina229

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Mal kurz zurück zum eigentlichen Thema - dem Kommentar.
Bevor man das Ding hier in den Himmel lobt, sollte man sich das Ganze vielleicht mal genauer anschauen.
Der gute Mann führt die Aktion der WH als ultimatives Beispiel für seine Thesen an, nämlich beispielsweise dafür, dass Gewalt in der Ultraszene "selbstverständlich" wird / geworden ist.
Gleichzeitig schreibt er aber in seinem Artikel auch, dass die WH diese Aktion selbst als eine "Grenzüberschreitung" ansieht. Leicht widersprüchlich also.
Er behauptet zwar, dass es "innerhalb der Szene eben auch viel refelexartigen Beifall" für die Aktion gebe - Belege? Fehlanzeige.
Weiterhin behauptet er es gebe keine bzw. nur selten Selbstreflexion / Selbstkritik - ich erinnere daran, dass die WH (wie der Verfasser auch selbst im Artikel erwähnt) die Aktion als eine "Grenzüberschreitung" ansieht, sich dafür entschuldigt und "Konsequenzen" angekündigt hat. Natürlich ist das auch kein Beweis dafür, dass das bei jeder Ultragruppe der Fall ist / wäre; wenn der Verfasser allerdings auf der Aktion der WH aufbaut und von dieser ausgeht, wenn er seine Thesen aufstellt, sollte er auch die Reaktion der WH in allen Belangen einbeziehen.
Weiter geht es damit: "Alles was gut ist, verantwortet die Gruppe. Alles, was vollkommen daneben ist, verantworten einzelne schwarze Schafe."
Sein Beleg hierfür ist, dass die WH darauf hinweist, dass man keine "pauschaule Verurteilung" der Gruppe wünscht.
Aber hat die WH sich nicht als GRUPPE für den Vorfall entschuldigt? Übernimmt sie denn nicht dadurch als GRUPPE für den Fall Verantwortung? Manch einer mag jetzt natürlich sagen, dass die WH sich ja dann selbst widerspricht. Das sehe ich allerdings nicht so. Die WH übernimmt durch ihre Entschuldigung als Gruppe Verantwortung für das Verhalten EINIGER Mitglieder, möchte aber einfach nicht, dass JEDES Mitglied der Gruppe dafür verteufelt wird, was ich auch nachvollziehbar finde.

Ein weiterer grundsätzlicher Widerspruch besteht meiner Meinung nach darin, dass der gute Mann es als berechtigt ansieht, dass Ultras sich gegen pauschale Verurteilungen wehren, aber gleichzeitig pauschalisiert er in Bezug auf die Ultraszene selbst ohne Ende. "Welche Ironie!"

Man sollte vielleicht auch darauf hinweisen, dass der Verfasser immer wieder den Ausdruck "es scheint" / "scheinbar" benutzt ("Gegnerisches Material zu zocken scheint vielen weitaus ruhmreicher zu sein..." / "Ultras scheinen..." / "Am Ende sind sie scheinbar immer..."). Belege für seine negativen Thesen in Bezug auf die Ultraszene sind natürlich keine zu finden.
So behauptet er bspw., Ultras hätten ein "ganz eigenes Verständnis von Recht, Unrecht und Verhältnismäßigkeit". Der einzige tatsächliche Beleg im Artikel, den man mit dem Verständnis von Recht etc. in Verbindung bringen kann, ist allerdings die Stellungnahme der WH, die - ich weiß ich wiederhole mich - den Vorfall darin als "Grenzüberschreitung" bezeichnet und sich dafür entschuldigt, was ja impliziert, dass der Vorfall von der WH durchaus als Unrecht angesehen wird. Sieht der Autor das etwa nicht genauso?

Dass Ultras '[bad]****[/bad]' "brüllen", während sie sich gleichzeitig gegen pauschale Verurteilungen wehren, mag zunächst als Widerspruch erscheinen. Man sollte jedoch auch mal bedenken, dass das Ganze eher als Slogan anzusehen ist als als tatsächliche Feststellung.
Und Ford hat ja auch nicht mit dem Slogan "Ford Mondeo. Dass er einigermaßen sicher ist, wussten Sie ja schon." geworben, genausowenig wie Aral mit "Aral. Manches super." wirbt.
Der Autor hat genausowenig Ahnung von sprachlichen Mitteln wie von Sartre - dessen Zitat er völlig aus dem Zusammenhang gerissen hat, offensichtlich ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben, woher es eigentlich kommt und was es bedeutet - oder der Ultraszene.
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Genau deswegen, weil ich bereits geahnt habe, dass diese Diskussion solch einen Verlauf nehmen wird, habe ich mich gar nicht weiter dazu geäußert.

Allerdings möchte ich gerne ThSt14 nahelegen, das Verstehen oder gar das Lesen von Posts doch nochmal zu üben, nachdem ich das hier gelesen habe:
ThSt14 schrieb:
Wir werden sowas nie abstellen können. Auch durch Geiselgangsterins angeführten Stasimethoden nicht!

Falls du damit mitteilen möchtest, dass Gabi gerne solche Regelungen einführen möchte, solltest du vielleicht den ersten Post von ihr nochmal lesen:
Geiselgangsterin schrieb:

Ich wünsche mir, dass einige der Becherwerfer einfach mal über die möglichen Folgen nachdenken!



So. Und mehr sag ich dazu nicht mehr.
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Schon klar, dass du mich nicht dumm anlabern wolltest.
Nachdem man aufgrund der Beschreibung meiner Person allerdings meinen konnte, ich wäre tot umgefallen, nachdem ich getroffen wurde, dachte ich, ich greife es kurz auf
Und eigentlich hämmert mir auch nicht jeden Tag jemand was auf die Birne

Und elendig... War halt zum einen ziemlich erschrocken und zum anderen habe ich mich geärgert, dass ausgerechnet mir sowas passieren muss und ich das Spiel nicht weiter gucken kann  
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So - das kleine, zierliche "Persönchen" meldet sich dann wohl auch mal zu Wort.
Bezüglich der Nachfrage von fifa-freak:
Ich lebe. Mir geht es gut. Mir ging es sogar am Samstag-Abend schon wieder relativ gut. (Danke trotzdem für alle Wünsche zur guten Besserung smile: Eine Platzwunde habe ich trotzdem - und die kommt sicher nicht von ungefähr.
Daher hat Gabi am End schon Recht: die Becherwerferei muss tatsächlich nicht unbedingt sein und das ist - wie ebenfalls bereits festgestellt wurde - etwas worauf die Leute selbst kommen müssen.
Ich sehe daher für mich jetzt auch überhaupt keinen Sinn näher darauf einzugehen, denn das wird endlos.

Und zu ThSt14:
Ich weiß durchaus, worauf ich mich einlasse.
Das war weiß Gott nicht mein erstes Auswärtsspiel und es wird ebensowenig mein letztes gewesen sein (auch an 6:3 - ich fahre seit bald 5 Jahren auswärts und habe also keinen "bleibenden schlechten Eindruck" erhalten smile:.
Ich will auch kein "Schönwetter-Fussballgucken".
Aber ich würde gerne Fussball gucken. Ich hätte auch am Samstag gerne das 3:1 gesehen und mit der Mannschaft den Sieg gefeiert - konnte ich aber nicht, aufgrund eines durch den Block fliegenden Gegenstandes, der mich dummerweise getroffen und eine Platzwunde verursacht hat. Noch Fragen?
Da du ja selbst bereits sagtest: "Es hätte nicht passieren dürfen"...
Sagen wir in Bezug auf Gabis Anliegen vielleicht lieber: Es hätte nicht passieren MÜSSEN.
In den meisten Fällen möglich durch ein kleines bisschen Besonnenheit.
In diesem Fall hätte die zwar vielleicht (in Bezug auf die eigenen Fans) auch nicht mehr geholfen, da der Becher ja am End vielleicht doch von einem Paulianer kam (wovon ich übrigens aus verschiedenen Gründen ausgehe), aber das ist wohl ein anderes Thema.