Die Gründe des Niedergangs: Kurzanalyse

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complice schrieb:  


Lattenknaller__ schrieb:  


etienneone schrieb:
Warum hat eigentlich noch keiner das Fehlen der U23 als ein weiteren wichtigen Faktor ausgemacht?


Warum wohl können junge Spieler wie Gacinovic, Kadlec, Waldschmidt, Gerez etc. nicht helfen? Weil sie schlicht keine Spielpraxis haben und die bei uns auch nicht bekommen. Ich denke, dass da ein kapitaler Fehler gemacht wurde, der uns noch teuer zu stehen kommen wird. Nicht jeder ist mit 18-19 bereit für die Bundesliga aber trotzdem zu gut für seine Altersklasse. Das sieht eigentlich jeder in der Liga so.


guter und wichtiger punkt, völlig richtig, dass du das mal ansprichst!


Die U23 hat da in der Vergangenheit auch nicht wirklich geholfen. Vielleicht nach Verletzungen oder so?


Wie auch immer: Diese Problematik hat Schaaf in meinen Augen gut gelöst, in dem er immer wieder Testspiele zwischendrin einstreute, da haben eben diese Spieler Spielpraxis bekommen und konnten sich zeigen, so wie auch die älteren, die sonst nicht so viel zum Einsatz kamen. Fand ich sehr positiv.

Die Abschaffung der U23 hat schon Sinn gemacht, zumal wir nur in der Regionalliga gespielt haben, und dort meist gegen den Abstieg. Da kannst du keinen talentierten U19-Spielern fördern, dort ist er schlicht und ergreifend unterfordert. Dann muß man es eher so wie Mainz handhaben, die U23 pushen (auch finanziell) und in der 3.Liga spielen. Das wollte man aber nicht, oder konnte man nicht...

Allerdings meine ich mich erinnern zu können das man als Ersatz für den Ausfall der U23 vermehrt Testspiele vereinbaren wollte, was letzte Saison unter Schaaf auch geschehen ist. Ob es Sinn macht gegen Kreisligisten zu testen lasse ich mal unkommentiert. Aber ab und zu mal ein Zweitligist oder Drittligist sollte für Testspiele doch zu finden sein. Gibt ja viele in der Umgebung (Sandhausen, FSV Frankfurt, Wehen-Wiesbaden, Mainz U23)....

Aber kaum ist Veh wieder im Amt, wird dieses Konzept über Bord geworfen. Das man dann noch nicht mal in der Länderspielpause ein Testspiel vereinbart lässt einen doch recht ratlos zurück, und man fragt sich ob man in unserem Verein wirklich alles für den Erfolg tut.

Vor ein paar Monaten hat doch Sammer mal in einem Interview gesagt das viele Bundesligisten nicht genug tun, nicht akribisch genug arbeiten... er wurde damals ziemlich abgewatscht für seine Arrroganz. Nur er hatte völlig Recht, das was er sagt passt wie die Faust auf's Auge auf unseren Verein!!!
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Einen nicht unerheblichen Anteil am Niedergang der mentalen Verfassung der Mannschaft dürften auch die Verwicklungen des Teams bzw. Teile dessen in die Schaaf-Entsorgung haben. Welche Rolle auch immer wieviele und welche Spieler dabei eingenommen haben, es muss zu gewissen gruppendynamischen Verwerfungen gekommen sein. Und dieser latent-wuchernde Konflikt wurde höchstwahrscheinlich totgeschwiegen und unter den Teppich gefegt.
Bereits in den Tagen der Entscheidung für die Wiederverpflichtung von Veh habe ich hier dringend angeraten,
als eine seiner ersten Amtshandlungen, die Schaaf-Affäre aus Sicht bzw. Verantwortlichkeit der Mannschaft mit den Jungs offen und ehrlich sowie möglichst restlos aufzuarbeiten.
Nicht nur mit Blick auf eine optimale Gruppenhygiene, sondern auch im eigenen Interesse, um so weit als möglich zu eruieren wie die Gemengelage der Hierarchien und Loyalitäten in seinem neuen Kader in etwa aussieht. Dazu braucht es viel Mut, gruppenpsychologische Erfahrung u. Fingerspitzengefühl. Und er hätte auch keine Garantie gehabt, dass diesbezügliche Konflikte dadurch für immer erledigt sind. Aber es wäre sicherlich auch für viele Spieler eine Chance gewesen, sich aufrichtig zu artikulieren und möglicherweise zu erleichtern. Solche Kommunikationsprozesse können weitaus mehr Nachhaltigkeit schaffen, als feiste Trainingslager in Dubai.
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Einen nicht unerheblichen Anteil am Niedergang der mentalen Verfassung der Mannschaft dürften auch die Verwicklungen des Teams bzw. Teile dessen in die Schaaf-Entsorgung haben. Welche Rolle auch immer wieviele und welche Spieler dabei eingenommen haben, es muss zu gewissen gruppendynamischen Verwerfungen gekommen sein. Und dieser latent-wuchernde Konflikt wurde höchstwahrscheinlich totgeschwiegen und unter den Teppich gefegt.
Bereits in den Tagen der Entscheidung für die Wiederverpflichtung von Veh habe ich hier dringend angeraten,
als eine seiner ersten Amtshandlungen, die Schaaf-Affäre aus Sicht bzw. Verantwortlichkeit der Mannschaft mit den Jungs offen und ehrlich sowie möglichst restlos aufzuarbeiten.
Nicht nur mit Blick auf eine optimale Gruppenhygiene, sondern auch im eigenen Interesse, um so weit als möglich zu eruieren wie die Gemengelage der Hierarchien und Loyalitäten in seinem neuen Kader in etwa aussieht. Dazu braucht es viel Mut, gruppenpsychologische Erfahrung u. Fingerspitzengefühl. Und er hätte auch keine Garantie gehabt, dass diesbezügliche Konflikte dadurch für immer erledigt sind. Aber es wäre sicherlich auch für viele Spieler eine Chance gewesen, sich aufrichtig zu artikulieren und möglicherweise zu erleichtern. Solche Kommunikationsprozesse können weitaus mehr Nachhaltigkeit schaffen, als feiste Trainingslager in Dubai.
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rasenpfleger schrieb:

Einen nicht unerheblichen Anteil am Niedergang der mentalen Verfassung der Mannschaft dürften auch die Verwicklungen des Teams bzw. Teile dessen in die Schaaf-Entsorgung haben. Welche Rolle auch immer wieviele und welche Spieler dabei eingenommen haben, es muss zu gewissen gruppendynamischen Verwerfungen gekommen sein. Und dieser latent-wuchernde Konflikt wurde höchstwahrscheinlich totgeschwiegen und unter den Teppich gefegt.
Bereits in den Tagen der Entscheidung für die Wiederverpflichtung von Veh habe ich hier dringend angeraten,
als eine seiner ersten Amtshandlungen, die Schaaf-Affäre aus Sicht bzw. Verantwortlichkeit der Mannschaft mit den Jungs offen und ehrlich sowie möglichst restlos aufzuarbeiten.
Nicht nur mit Blick auf eine optimale Gruppenhygiene, sondern auch im eigenen Interesse, um so weit als möglich zu eruieren wie die Gemengelage der Hierarchien und Loyalitäten in seinem neuen Kader in etwa aussieht. Dazu braucht es viel Mut, gruppenpsychologische Erfahrung u. Fingerspitzengefühl. Und er hätte auch keine Garantie gehabt, dass diesbezügliche Konflikte dadurch für immer erledigt sind. Aber es wäre sicherlich auch für viele Spieler eine Chance gewesen, sich aufrichtig zu artikulieren und möglicherweise zu erleichtern. Solche Kommunikationsprozesse können weitaus mehr Nachhaltigkeit schaffen, als feiste Trainingslager in Dubai.

Aha, willkommen in der Rubrik "Schlichtheiten eloquent verpackt". Mit anderen Worten: "nen Schäferhund musste ganz anners behandeln wie'n Teppich!"
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Sodele.
Dann schreibe ich hier ja auch mal eine Abhandlung meiner Gedanken zu dieser Thematik. Also, noch sind wir ja nicht untergegangen, es sieht aber im Moment nicht sonderlich gut aus. Viele Zeichen sprechen dafür, dass es diese Saison tatsächlich eng werden könnte. Die Begründung ist letztlich nicht nur in der letzten Saison zu suchen. Ich greife hier etwas weiter nach hinten...
Letztendlich ist die jetzige Situation aber noch nicht einmal mit 2011 oder der davor gelagerten Zeit zu vergleichen. Ich hatte mal in einem separaten Thread (der dann in "Ist Veh noch zu ertragen" verschoben worden ist, da ein User meinte, dass hier "Veh raus" steht... seufz*) den Vergleich der heutigen zu der Situation vor 95/96 gezogen. Es ist soviel nahezu identisch mit der damaligen Zeit:

  • Die Eintracht hatte eine erfolgreiche Periode hinter sich (Fußball 2000 vs. Atomaufstieg, Mega-Saison 12/13 und die EL-Spiele in 13/14)
  • Die Zeit hatte die Spieler wohl verblendet und eine gewisse Trägheit setzte ein. Ein neuer Trainer sollte Schwung bringen (Osram vs. Schaaf), zerwarf sich aber mit Teilen der Mannschaft.
  • Ein unfähiges Management traf hierbei die falschen Entscheidungen (94/95: die Entscheidung, überhaupt Osram zu holen und den Rauswurf der Stars / 2015: Causa Schaaf und dessen Rausekeln, Frontenbildungen im Management und in der Mannschaft)
  • Trainerrückholaktion als kreativstes Mittel dieses Managements (95/96: Körbel, wohl als Übergangslösung; Steppi dann aus Verzweiflung / 2015: Veh... keine Ahnung warum... bequemste Lösung evtl., um Ruhe in die Mannschaft zu bringen)
Alle Abstiege bis 2005 sind für mich Folgeabstiege aus dem 96er-Abstieg, da der Verein sportlich und finanziell nicht mehr auf die Beine kam. Auch hier war wieder ein unfähiges Management mit schuld, dass keine Stabilität reinkam. Ich nehme als gutes Beispiel bezüglich der sportlichen Fehlentscheidungen immer gerne den Rauswurf von Ehrmanntraut (okey, es ist wohl offensichtlich, dass ich den Trainer sehr schätze g). Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass er uns damals in der Liga hätte halten können.
Erst mit der finanziell sehr konservativen  Haltung von Bruchhagen und dem defensiv gut gestellten Spielsystem von Funkel konnte endlich Stabilität sowohl finanziell als auch sportlich einkehren. Aber auch hier wurden, ja, Fehler begangen? Ich denke mal, dass gewisse Verträge, die Anfang bis Mitte der 2000er geschlossen worden sind, ein wenig aus der Not geboren waren. Und die Eintracht hat jetzt noch finanziell zu beklagen, dass sie zwar schuldenfrei, jedoch arg restriktiert durch ungünstige Verträge ist (Stadionvertrag, Catering).
Ein weiter Aspekt ist, dass diese sehr konservative Haltung insgesamt im Verein in den nächsten Jahren dazu führte, dass die Eintracht sich in vielen Punkten nicht mehr zeitgerecht positionierte und die Strukturen veraltet waren (Mangelhafte Scouting-Abteilung, kein Sportdirektor etc.). Ob dies nun wirkliche Ursachen für den 2011er-Abstieg waren... ich weiß es nicht. Somit kommen wir zum:
Abstieg 2011
Der Abstieg bleibt für mich immer noch ein wenig rätselhaft. Unter Skibbe hatte man die Saison zuvor mit 46 Punkten abgeschlossen. Brodelte es dermaßen in der Mannschaft? Erfolgsverwöhnt kann sie auch nicht gewesen sein. Wie auch immer: Für die Verantowrtlichen kam der Abstieg ja wohl genauso überraschend. Von daher hatte man strukturell auch nicht viel verändert. Man ging mit dem kompletten Personal und auch vielen Leistungsträgern (Meier, Köhler, Rode, Jung, Schwegler) in Liga 2. Das zerrte ziemlich an den Kosten und es bestand sofort Aufstiegszwang. Es folgte also keine Personalflucht wie in 96, somit aber auch kein Reinigungsprozess (insbesondere, was die Eintracht-Verantwortlichen betrifft). Aber: Dem neuen Trainer Armin Veh wurde ein klares und nicht zu verfehlendes Ziel vonseiten der Verantwortlichen gegeben: Wiederaufstieg. Schon damals wurde er damit verwöhnt, dass ihm jede Menge finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (zumindest für die 2. Liga außergewöhnlich hoch). Einige neue Spieler kamen und die alten waren wohl durch den Abstieg schon ein wenig geläutert. Der Ernst der Lage war bekannt. Von daher hatten alle Mann genügend Motivation und so ging man die Sache auch an. Die Saison 11/12 baute eine Erfolgsspirale auf, mit z.T. für die 2. Liga außergwöhnlich qualitativ hochwertigen Spielen... dies wurde zum Schluss hin fast eher spielerisch als kämpferisch gelöst (siehe z.B. das Aue-Spiel, wo ein Tor schöner als das andere ist). Diese Erfahrungen prägten wohl auch den Trainer.
Der Erfolg der darauf folgenden Saison 12/13, zumindest was die Hinrunde betrifft, führte wohl zu einer Überbewertung, was die Leistung des Trainers angeht, als auch zu einer verzerrten Selbsteinschätzung der Spieler, insbesondere der Leistungsträger. Die Mannschaft nahm Schwung und Motivation aus der Zwoten mit und überraschte bzw. irritierte die Gegner mit einer offensiven Spielweise, wo man bei einem Aufsteiger eigentlich eher ein defensives Konzept erwartet. Dies scheint ein generelles Phänomen der Aufsteiger zu sein, die so agieren: Der Schwung hält bis zu einem gewissen Zeitpunkt an und ebbt dann wieder ab (siehe auch  Paderborn). Bei uns reichte der Schwung bis zur Rückrunde, dann war die Spielweise wieder die einer Mannschaft im mittleren Tabellenbereich, es reichte aber noch knapp zur EL. Die Früchte dieser 12er Hinrunde wurden noch geerntet, dann verließen einige Leistungsträger die Mannschaft (aus eben der zuvor beschriebenen  verzerrten Selbsteinschätzung). In den neuen Mannschaften wurden sie aber keine Leistungsträger mehr, manche eher nur noch Lückenfüller. Aber die Fußballer waren nicht die einzigen, die das Resultat aus 11-13 fehleinschätzten, bzw. die von den Leistungen geblendet wurden. Ich sage nur: FR. 13/14 kehrte neben den sehr guten EL-Spielen eigentlich wieder der Liga-Alltag ein. Das Resultat des 13. Platzes spiegelte die eigentliche Leistungsfähigkeit des Teams und des Trainers wieder. Veh selber schätzte die Lage wohl noch einigermaßen realistisch ein, ging aber davon aus, dass das Umfeld jetzt immer die EL als Ziel ausgeben wird. Von daher rührt auch seine verqueere Denke, dass hier eine zu hohe Erwartungshaltung herrscht. Um Leistung zu konservieren, griff er auf das Mittel zurück, neue Spieler zu fordern (ob sie was bringen oder nicht). In der Richtung war er wohl schon von 2011 her verwöhnt worden. Aber die Eintracht stößt hier schnell auf ihre Grenzen (siehe weiter oben beschriebenen finanziellen Rahmen, auch bedingt durch schlechte Verträge). Dies ist nicht das Non-Plus-Ultra-Mittel der Eintracht und dies sollten mittlerweile auch die Verantwortlichen gelernt haben. Eigentlich muss die Eintracht da schon viel tiefer in der Jugend-Basis anfangen. Zudem ist ein Gefälle in der Mannschaft nicht unbedingt zielfördernd (die Stars und Alteingesessenen hier, die neuen da).
Wie gesagt: es half ja nichts. Das Resultat war eben der 13. Platz. Noch einmal: Dies spiegelte eine eingependelte Leistung der Mannschaft UND des Trainers wieder. Veh suchte aber die Verantwortung dieses Abrutschens um sieben Plätze in eben diesen begrenzten Mitteln des Vereins und somit bei den Verantwortlichen (mangelnde Perspektive etc.) . Nicht bei der Mannschaft und erst recht nicht bei sich selbst. Für die Presse klang das aber wohl plausibel genug. So oder so verließ Veh mit diesen Worten die Eintracht.
Da der Ball nun zu den Verantwortlichen gespielt war, suchte man schon damals wohl eine alternative Lösung zu dem "alten Trainerfuchs" wie einem Funkel, oder Veh. Ein junger Konzepttrainer, der auch junge Perspektivspieler formen kann und aus dem vorhandenen Material das beste machen kann. Der Name Breitenreiter war im Munde und man war auch an Schmidt dran. Man überrascht dann mit... Schaaf. Dies zeigt, dass vor der 14/15er Saison schon Uneinigkeit bei den Verantwortlichen bzgl. des zu gehenden Weges herrschte (wenn nicht schon früher). Die Personalie Schaaf (also ein alter Trainerfuchs) war ja anscheinend ein Wunsch von Bruchhagen, wo Hellmann eher den modernen Weg einschlagen möchte (Vorbild Gladbach und so). Steubing kann ich so garnicht richtig einschätzen, so ein bischen Fähnchen (erst kleiner Klopp, dann doch Veh und so). Lustigerweise kam Schaaf der Idee des Aufräumens in der Mannschaft und dem Einbinden junger Perspektivspieler näher, als ich von ihm Anfangs vermutet hätte. Stammspieler wurden halt auch mal ausgewechselt und auf andere Positonen verschoben, um Nachwuchspieler einbinden zu können (siehe: Meier und Stendera). Und die Stammspieler reagierten wohl erbost auf diese Behandlung, während es die jungen (Stendera, Kittel) freute. Zudem glaube ich, dass Schaaf wieder ein bischen auf den Boden der Tatsachen runterholte: Der Erfolg ist kein Selbstläufer und wird durch akribisches Training eingestellt (= unbequemer Weg). Unter Veh wurde hier wohl die Situation anders vermittelt.. schnonungsvoller als unter Schaaf, aber eben nicht richtig (wir kaufen uns den Erfolg). Es folgte eben der Keil zwsichen Teilen der Mannschaft (wohl auch untereinander, was aber wohl in den Hintergund rückte, weil ja der Trainer schuld war) und dem Trainer. Da Schaaf wohl auch nicht erste Wahl von jedem der Verantwortlichen war und die lustigen Herren von der FR Veh wohl noch nachtrauerten, wurde diese Spielerkritik einfach mal über die Kanäle nach außen getragen. Als Fan wunderte man sich, denn durch das Training war die Form der Spieler okey und nach der Herbstkrise stabilisierten sich die Leistungen bis zu den komischen Auswärtsniederlagen hin. Aber den Außenstehenden fiel jetzt nicht groß auf, dass es intern brodeln sollte. Dieses "Brodeln" ging aber wohl hoch bis in den Bereich der Verantwortlichen, so daß Schaaf keine Rückendeckung von dieser Seite aus empfand. Zudem gab es dann noch diese merkwürdige Schlacht (FR-Aussagen, HR-Aussagen, Stament von der Eintracht). Der damaligen Aussage, dass es keine Machtkämpfe innerhalb der Eintracht gab, mag ich bis heute nicht glauben. Und die Abfindungszahlung von Schaaf hinterlässt einen faden Beigeschmack und die Vermutung eines Schweigegelds, um interne Zustände nicht nach außen zu tragen (aber: das ist Spekulation von mir!).

Auf jeden Fall stand man wieder vor dem Punkt, wo man bereits vor der 14/15er Saison stand und man ging (wohl wieder uneins untereinander), den Ideen nach. Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.
Tjoa. Im Prinzip wurden hier , weil man aus ihnen scheinbar nicht lernt, alle Fehler erneut gemacht. Falsche Selbsteinschätzung von Trainer und Team am Anfang der Runde, bzw. Einschätzung der Presse. Dies musste natürlich untermauert werden, indem man nun aufdeckte, was unter Schaaf alles schlecht lief. Damit baute man aber direkt die 1:1 Erwartungshaltung gegenüber der Vorsaison auf. Veh berücksichtigte wieder mehr die Alteingesessenen und ließ wieder lockerer trainieren. Nach einem motivierten Start in die Saison, in der auch nahezu alle von den neuen Spieler gute Leistungen zeigten, etablierte sich recht schnell Trägheit, die Spieler laufen der Form und Fitness des letzten Jahres hinterher und die Quittung folgte nun auf den Fuß. Der Trainer reagierte eigentlich erwartungsgemäß, da er es schon zuvor so getan hatte: Bei den ersten Anzeichen des Resultats wurde eine zu hohe Erwartungshaltung vorgeworfen und die Schuld bei der mangelnden Qualität des Kaders gesucht.  Jetzt sind wir wieder am Punkt angelangt, an der der Trainer (wieder einmal!) den Verantwortlichen vermitteln kann, dass eine Qulitätssteigerung nur durch Zukäufe zu realisieren ist, sprich: Erfolg ist käuflich. Und: er kommt wieder damit durch. Der Ernst der Lage lässt halt anscheinend nur diese Handlung zu. Und auf Hübner fällt durch die Aussage der mangelnden Kaderqualität das Licht, im Sommer nicht richtig agiert zu haben. Und Bruchhagen ist durch die Erfahrung des Abstiegs 2011 verschreckt. Da er schon damals die Erfahrung gemacht hat, dass der Trainerwechsel nicht zu dem erwünschten Resultat führte, wird dies nun kein Thema sein. Von daher ist man weiterhin von der Personalie Veh überzeugt und glaubt an die Maßnahme der Personalverstärkung.
Hoffentlich halt sich der Schaden zum Ende der Saison noch in Grenzen.
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Sodele.
Dann schreibe ich hier ja auch mal eine Abhandlung meiner Gedanken zu dieser Thematik. Also, noch sind wir ja nicht untergegangen, es sieht aber im Moment nicht sonderlich gut aus. Viele Zeichen sprechen dafür, dass es diese Saison tatsächlich eng werden könnte. Die Begründung ist letztlich nicht nur in der letzten Saison zu suchen. Ich greife hier etwas weiter nach hinten...
Letztendlich ist die jetzige Situation aber noch nicht einmal mit 2011 oder der davor gelagerten Zeit zu vergleichen. Ich hatte mal in einem separaten Thread (der dann in "Ist Veh noch zu ertragen" verschoben worden ist, da ein User meinte, dass hier "Veh raus" steht... seufz*) den Vergleich der heutigen zu der Situation vor 95/96 gezogen. Es ist soviel nahezu identisch mit der damaligen Zeit:

  • Die Eintracht hatte eine erfolgreiche Periode hinter sich (Fußball 2000 vs. Atomaufstieg, Mega-Saison 12/13 und die EL-Spiele in 13/14)
  • Die Zeit hatte die Spieler wohl verblendet und eine gewisse Trägheit setzte ein. Ein neuer Trainer sollte Schwung bringen (Osram vs. Schaaf), zerwarf sich aber mit Teilen der Mannschaft.
  • Ein unfähiges Management traf hierbei die falschen Entscheidungen (94/95: die Entscheidung, überhaupt Osram zu holen und den Rauswurf der Stars / 2015: Causa Schaaf und dessen Rausekeln, Frontenbildungen im Management und in der Mannschaft)
  • Trainerrückholaktion als kreativstes Mittel dieses Managements (95/96: Körbel, wohl als Übergangslösung; Steppi dann aus Verzweiflung / 2015: Veh... keine Ahnung warum... bequemste Lösung evtl., um Ruhe in die Mannschaft zu bringen)
Alle Abstiege bis 2005 sind für mich Folgeabstiege aus dem 96er-Abstieg, da der Verein sportlich und finanziell nicht mehr auf die Beine kam. Auch hier war wieder ein unfähiges Management mit schuld, dass keine Stabilität reinkam. Ich nehme als gutes Beispiel bezüglich der sportlichen Fehlentscheidungen immer gerne den Rauswurf von Ehrmanntraut (okey, es ist wohl offensichtlich, dass ich den Trainer sehr schätze g). Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass er uns damals in der Liga hätte halten können.
Erst mit der finanziell sehr konservativen  Haltung von Bruchhagen und dem defensiv gut gestellten Spielsystem von Funkel konnte endlich Stabilität sowohl finanziell als auch sportlich einkehren. Aber auch hier wurden, ja, Fehler begangen? Ich denke mal, dass gewisse Verträge, die Anfang bis Mitte der 2000er geschlossen worden sind, ein wenig aus der Not geboren waren. Und die Eintracht hat jetzt noch finanziell zu beklagen, dass sie zwar schuldenfrei, jedoch arg restriktiert durch ungünstige Verträge ist (Stadionvertrag, Catering).
Ein weiter Aspekt ist, dass diese sehr konservative Haltung insgesamt im Verein in den nächsten Jahren dazu führte, dass die Eintracht sich in vielen Punkten nicht mehr zeitgerecht positionierte und die Strukturen veraltet waren (Mangelhafte Scouting-Abteilung, kein Sportdirektor etc.). Ob dies nun wirkliche Ursachen für den 2011er-Abstieg waren... ich weiß es nicht. Somit kommen wir zum:
Abstieg 2011
Der Abstieg bleibt für mich immer noch ein wenig rätselhaft. Unter Skibbe hatte man die Saison zuvor mit 46 Punkten abgeschlossen. Brodelte es dermaßen in der Mannschaft? Erfolgsverwöhnt kann sie auch nicht gewesen sein. Wie auch immer: Für die Verantowrtlichen kam der Abstieg ja wohl genauso überraschend. Von daher hatte man strukturell auch nicht viel verändert. Man ging mit dem kompletten Personal und auch vielen Leistungsträgern (Meier, Köhler, Rode, Jung, Schwegler) in Liga 2. Das zerrte ziemlich an den Kosten und es bestand sofort Aufstiegszwang. Es folgte also keine Personalflucht wie in 96, somit aber auch kein Reinigungsprozess (insbesondere, was die Eintracht-Verantwortlichen betrifft). Aber: Dem neuen Trainer Armin Veh wurde ein klares und nicht zu verfehlendes Ziel vonseiten der Verantwortlichen gegeben: Wiederaufstieg. Schon damals wurde er damit verwöhnt, dass ihm jede Menge finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (zumindest für die 2. Liga außergewöhnlich hoch). Einige neue Spieler kamen und die alten waren wohl durch den Abstieg schon ein wenig geläutert. Der Ernst der Lage war bekannt. Von daher hatten alle Mann genügend Motivation und so ging man die Sache auch an. Die Saison 11/12 baute eine Erfolgsspirale auf, mit z.T. für die 2. Liga außergwöhnlich qualitativ hochwertigen Spielen... dies wurde zum Schluss hin fast eher spielerisch als kämpferisch gelöst (siehe z.B. das Aue-Spiel, wo ein Tor schöner als das andere ist). Diese Erfahrungen prägten wohl auch den Trainer.
Der Erfolg der darauf folgenden Saison 12/13, zumindest was die Hinrunde betrifft, führte wohl zu einer Überbewertung, was die Leistung des Trainers angeht, als auch zu einer verzerrten Selbsteinschätzung der Spieler, insbesondere der Leistungsträger. Die Mannschaft nahm Schwung und Motivation aus der Zwoten mit und überraschte bzw. irritierte die Gegner mit einer offensiven Spielweise, wo man bei einem Aufsteiger eigentlich eher ein defensives Konzept erwartet. Dies scheint ein generelles Phänomen der Aufsteiger zu sein, die so agieren: Der Schwung hält bis zu einem gewissen Zeitpunkt an und ebbt dann wieder ab (siehe auch  Paderborn). Bei uns reichte der Schwung bis zur Rückrunde, dann war die Spielweise wieder die einer Mannschaft im mittleren Tabellenbereich, es reichte aber noch knapp zur EL. Die Früchte dieser 12er Hinrunde wurden noch geerntet, dann verließen einige Leistungsträger die Mannschaft (aus eben der zuvor beschriebenen  verzerrten Selbsteinschätzung). In den neuen Mannschaften wurden sie aber keine Leistungsträger mehr, manche eher nur noch Lückenfüller. Aber die Fußballer waren nicht die einzigen, die das Resultat aus 11-13 fehleinschätzten, bzw. die von den Leistungen geblendet wurden. Ich sage nur: FR. 13/14 kehrte neben den sehr guten EL-Spielen eigentlich wieder der Liga-Alltag ein. Das Resultat des 13. Platzes spiegelte die eigentliche Leistungsfähigkeit des Teams und des Trainers wieder. Veh selber schätzte die Lage wohl noch einigermaßen realistisch ein, ging aber davon aus, dass das Umfeld jetzt immer die EL als Ziel ausgeben wird. Von daher rührt auch seine verqueere Denke, dass hier eine zu hohe Erwartungshaltung herrscht. Um Leistung zu konservieren, griff er auf das Mittel zurück, neue Spieler zu fordern (ob sie was bringen oder nicht). In der Richtung war er wohl schon von 2011 her verwöhnt worden. Aber die Eintracht stößt hier schnell auf ihre Grenzen (siehe weiter oben beschriebenen finanziellen Rahmen, auch bedingt durch schlechte Verträge). Dies ist nicht das Non-Plus-Ultra-Mittel der Eintracht und dies sollten mittlerweile auch die Verantwortlichen gelernt haben. Eigentlich muss die Eintracht da schon viel tiefer in der Jugend-Basis anfangen. Zudem ist ein Gefälle in der Mannschaft nicht unbedingt zielfördernd (die Stars und Alteingesessenen hier, die neuen da).
Wie gesagt: es half ja nichts. Das Resultat war eben der 13. Platz. Noch einmal: Dies spiegelte eine eingependelte Leistung der Mannschaft UND des Trainers wieder. Veh suchte aber die Verantwortung dieses Abrutschens um sieben Plätze in eben diesen begrenzten Mitteln des Vereins und somit bei den Verantwortlichen (mangelnde Perspektive etc.) . Nicht bei der Mannschaft und erst recht nicht bei sich selbst. Für die Presse klang das aber wohl plausibel genug. So oder so verließ Veh mit diesen Worten die Eintracht.
Da der Ball nun zu den Verantwortlichen gespielt war, suchte man schon damals wohl eine alternative Lösung zu dem "alten Trainerfuchs" wie einem Funkel, oder Veh. Ein junger Konzepttrainer, der auch junge Perspektivspieler formen kann und aus dem vorhandenen Material das beste machen kann. Der Name Breitenreiter war im Munde und man war auch an Schmidt dran. Man überrascht dann mit... Schaaf. Dies zeigt, dass vor der 14/15er Saison schon Uneinigkeit bei den Verantwortlichen bzgl. des zu gehenden Weges herrschte (wenn nicht schon früher). Die Personalie Schaaf (also ein alter Trainerfuchs) war ja anscheinend ein Wunsch von Bruchhagen, wo Hellmann eher den modernen Weg einschlagen möchte (Vorbild Gladbach und so). Steubing kann ich so garnicht richtig einschätzen, so ein bischen Fähnchen (erst kleiner Klopp, dann doch Veh und so). Lustigerweise kam Schaaf der Idee des Aufräumens in der Mannschaft und dem Einbinden junger Perspektivspieler näher, als ich von ihm Anfangs vermutet hätte. Stammspieler wurden halt auch mal ausgewechselt und auf andere Positonen verschoben, um Nachwuchspieler einbinden zu können (siehe: Meier und Stendera). Und die Stammspieler reagierten wohl erbost auf diese Behandlung, während es die jungen (Stendera, Kittel) freute. Zudem glaube ich, dass Schaaf wieder ein bischen auf den Boden der Tatsachen runterholte: Der Erfolg ist kein Selbstläufer und wird durch akribisches Training eingestellt (= unbequemer Weg). Unter Veh wurde hier wohl die Situation anders vermittelt.. schnonungsvoller als unter Schaaf, aber eben nicht richtig (wir kaufen uns den Erfolg). Es folgte eben der Keil zwsichen Teilen der Mannschaft (wohl auch untereinander, was aber wohl in den Hintergund rückte, weil ja der Trainer schuld war) und dem Trainer. Da Schaaf wohl auch nicht erste Wahl von jedem der Verantwortlichen war und die lustigen Herren von der FR Veh wohl noch nachtrauerten, wurde diese Spielerkritik einfach mal über die Kanäle nach außen getragen. Als Fan wunderte man sich, denn durch das Training war die Form der Spieler okey und nach der Herbstkrise stabilisierten sich die Leistungen bis zu den komischen Auswärtsniederlagen hin. Aber den Außenstehenden fiel jetzt nicht groß auf, dass es intern brodeln sollte. Dieses "Brodeln" ging aber wohl hoch bis in den Bereich der Verantwortlichen, so daß Schaaf keine Rückendeckung von dieser Seite aus empfand. Zudem gab es dann noch diese merkwürdige Schlacht (FR-Aussagen, HR-Aussagen, Stament von der Eintracht). Der damaligen Aussage, dass es keine Machtkämpfe innerhalb der Eintracht gab, mag ich bis heute nicht glauben. Und die Abfindungszahlung von Schaaf hinterlässt einen faden Beigeschmack und die Vermutung eines Schweigegelds, um interne Zustände nicht nach außen zu tragen (aber: das ist Spekulation von mir!).

Auf jeden Fall stand man wieder vor dem Punkt, wo man bereits vor der 14/15er Saison stand und man ging (wohl wieder uneins untereinander), den Ideen nach. Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.
Tjoa. Im Prinzip wurden hier , weil man aus ihnen scheinbar nicht lernt, alle Fehler erneut gemacht. Falsche Selbsteinschätzung von Trainer und Team am Anfang der Runde, bzw. Einschätzung der Presse. Dies musste natürlich untermauert werden, indem man nun aufdeckte, was unter Schaaf alles schlecht lief. Damit baute man aber direkt die 1:1 Erwartungshaltung gegenüber der Vorsaison auf. Veh berücksichtigte wieder mehr die Alteingesessenen und ließ wieder lockerer trainieren. Nach einem motivierten Start in die Saison, in der auch nahezu alle von den neuen Spieler gute Leistungen zeigten, etablierte sich recht schnell Trägheit, die Spieler laufen der Form und Fitness des letzten Jahres hinterher und die Quittung folgte nun auf den Fuß. Der Trainer reagierte eigentlich erwartungsgemäß, da er es schon zuvor so getan hatte: Bei den ersten Anzeichen des Resultats wurde eine zu hohe Erwartungshaltung vorgeworfen und die Schuld bei der mangelnden Qualität des Kaders gesucht.  Jetzt sind wir wieder am Punkt angelangt, an der der Trainer (wieder einmal!) den Verantwortlichen vermitteln kann, dass eine Qulitätssteigerung nur durch Zukäufe zu realisieren ist, sprich: Erfolg ist käuflich. Und: er kommt wieder damit durch. Der Ernst der Lage lässt halt anscheinend nur diese Handlung zu. Und auf Hübner fällt durch die Aussage der mangelnden Kaderqualität das Licht, im Sommer nicht richtig agiert zu haben. Und Bruchhagen ist durch die Erfahrung des Abstiegs 2011 verschreckt. Da er schon damals die Erfahrung gemacht hat, dass der Trainerwechsel nicht zu dem erwünschten Resultat führte, wird dies nun kein Thema sein. Von daher ist man weiterhin von der Personalie Veh überzeugt und glaubt an die Maßnahme der Personalverstärkung.
Hoffentlich halt sich der Schaden zum Ende der Saison noch in Grenzen.
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Lieber Adler_Steinflug,
eine wahnsinnig interessante Abhandlung, die Du hier verfasst hast. Danke für diese gut nachvollziehbare Fassung!
Gruß kriftelergrabi
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Lieber Adler_Steinflug,
eine wahnsinnig interessante Abhandlung, die Du hier verfasst hast. Danke für diese gut nachvollziehbare Fassung!
Gruß kriftelergrabi
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kriftelergrabi schrieb:

Lieber Adler_Steinflug,

Sorry lieber Adler_Steigflug für meinen Fehler
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Sodele.
Dann schreibe ich hier ja auch mal eine Abhandlung meiner Gedanken zu dieser Thematik. Also, noch sind wir ja nicht untergegangen, es sieht aber im Moment nicht sonderlich gut aus. Viele Zeichen sprechen dafür, dass es diese Saison tatsächlich eng werden könnte. Die Begründung ist letztlich nicht nur in der letzten Saison zu suchen. Ich greife hier etwas weiter nach hinten...
Letztendlich ist die jetzige Situation aber noch nicht einmal mit 2011 oder der davor gelagerten Zeit zu vergleichen. Ich hatte mal in einem separaten Thread (der dann in "Ist Veh noch zu ertragen" verschoben worden ist, da ein User meinte, dass hier "Veh raus" steht... seufz*) den Vergleich der heutigen zu der Situation vor 95/96 gezogen. Es ist soviel nahezu identisch mit der damaligen Zeit:

  • Die Eintracht hatte eine erfolgreiche Periode hinter sich (Fußball 2000 vs. Atomaufstieg, Mega-Saison 12/13 und die EL-Spiele in 13/14)
  • Die Zeit hatte die Spieler wohl verblendet und eine gewisse Trägheit setzte ein. Ein neuer Trainer sollte Schwung bringen (Osram vs. Schaaf), zerwarf sich aber mit Teilen der Mannschaft.
  • Ein unfähiges Management traf hierbei die falschen Entscheidungen (94/95: die Entscheidung, überhaupt Osram zu holen und den Rauswurf der Stars / 2015: Causa Schaaf und dessen Rausekeln, Frontenbildungen im Management und in der Mannschaft)
  • Trainerrückholaktion als kreativstes Mittel dieses Managements (95/96: Körbel, wohl als Übergangslösung; Steppi dann aus Verzweiflung / 2015: Veh... keine Ahnung warum... bequemste Lösung evtl., um Ruhe in die Mannschaft zu bringen)
Alle Abstiege bis 2005 sind für mich Folgeabstiege aus dem 96er-Abstieg, da der Verein sportlich und finanziell nicht mehr auf die Beine kam. Auch hier war wieder ein unfähiges Management mit schuld, dass keine Stabilität reinkam. Ich nehme als gutes Beispiel bezüglich der sportlichen Fehlentscheidungen immer gerne den Rauswurf von Ehrmanntraut (okey, es ist wohl offensichtlich, dass ich den Trainer sehr schätze g). Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass er uns damals in der Liga hätte halten können.
Erst mit der finanziell sehr konservativen  Haltung von Bruchhagen und dem defensiv gut gestellten Spielsystem von Funkel konnte endlich Stabilität sowohl finanziell als auch sportlich einkehren. Aber auch hier wurden, ja, Fehler begangen? Ich denke mal, dass gewisse Verträge, die Anfang bis Mitte der 2000er geschlossen worden sind, ein wenig aus der Not geboren waren. Und die Eintracht hat jetzt noch finanziell zu beklagen, dass sie zwar schuldenfrei, jedoch arg restriktiert durch ungünstige Verträge ist (Stadionvertrag, Catering).
Ein weiter Aspekt ist, dass diese sehr konservative Haltung insgesamt im Verein in den nächsten Jahren dazu führte, dass die Eintracht sich in vielen Punkten nicht mehr zeitgerecht positionierte und die Strukturen veraltet waren (Mangelhafte Scouting-Abteilung, kein Sportdirektor etc.). Ob dies nun wirkliche Ursachen für den 2011er-Abstieg waren... ich weiß es nicht. Somit kommen wir zum:
Abstieg 2011
Der Abstieg bleibt für mich immer noch ein wenig rätselhaft. Unter Skibbe hatte man die Saison zuvor mit 46 Punkten abgeschlossen. Brodelte es dermaßen in der Mannschaft? Erfolgsverwöhnt kann sie auch nicht gewesen sein. Wie auch immer: Für die Verantowrtlichen kam der Abstieg ja wohl genauso überraschend. Von daher hatte man strukturell auch nicht viel verändert. Man ging mit dem kompletten Personal und auch vielen Leistungsträgern (Meier, Köhler, Rode, Jung, Schwegler) in Liga 2. Das zerrte ziemlich an den Kosten und es bestand sofort Aufstiegszwang. Es folgte also keine Personalflucht wie in 96, somit aber auch kein Reinigungsprozess (insbesondere, was die Eintracht-Verantwortlichen betrifft). Aber: Dem neuen Trainer Armin Veh wurde ein klares und nicht zu verfehlendes Ziel vonseiten der Verantwortlichen gegeben: Wiederaufstieg. Schon damals wurde er damit verwöhnt, dass ihm jede Menge finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (zumindest für die 2. Liga außergewöhnlich hoch). Einige neue Spieler kamen und die alten waren wohl durch den Abstieg schon ein wenig geläutert. Der Ernst der Lage war bekannt. Von daher hatten alle Mann genügend Motivation und so ging man die Sache auch an. Die Saison 11/12 baute eine Erfolgsspirale auf, mit z.T. für die 2. Liga außergwöhnlich qualitativ hochwertigen Spielen... dies wurde zum Schluss hin fast eher spielerisch als kämpferisch gelöst (siehe z.B. das Aue-Spiel, wo ein Tor schöner als das andere ist). Diese Erfahrungen prägten wohl auch den Trainer.
Der Erfolg der darauf folgenden Saison 12/13, zumindest was die Hinrunde betrifft, führte wohl zu einer Überbewertung, was die Leistung des Trainers angeht, als auch zu einer verzerrten Selbsteinschätzung der Spieler, insbesondere der Leistungsträger. Die Mannschaft nahm Schwung und Motivation aus der Zwoten mit und überraschte bzw. irritierte die Gegner mit einer offensiven Spielweise, wo man bei einem Aufsteiger eigentlich eher ein defensives Konzept erwartet. Dies scheint ein generelles Phänomen der Aufsteiger zu sein, die so agieren: Der Schwung hält bis zu einem gewissen Zeitpunkt an und ebbt dann wieder ab (siehe auch  Paderborn). Bei uns reichte der Schwung bis zur Rückrunde, dann war die Spielweise wieder die einer Mannschaft im mittleren Tabellenbereich, es reichte aber noch knapp zur EL. Die Früchte dieser 12er Hinrunde wurden noch geerntet, dann verließen einige Leistungsträger die Mannschaft (aus eben der zuvor beschriebenen  verzerrten Selbsteinschätzung). In den neuen Mannschaften wurden sie aber keine Leistungsträger mehr, manche eher nur noch Lückenfüller. Aber die Fußballer waren nicht die einzigen, die das Resultat aus 11-13 fehleinschätzten, bzw. die von den Leistungen geblendet wurden. Ich sage nur: FR. 13/14 kehrte neben den sehr guten EL-Spielen eigentlich wieder der Liga-Alltag ein. Das Resultat des 13. Platzes spiegelte die eigentliche Leistungsfähigkeit des Teams und des Trainers wieder. Veh selber schätzte die Lage wohl noch einigermaßen realistisch ein, ging aber davon aus, dass das Umfeld jetzt immer die EL als Ziel ausgeben wird. Von daher rührt auch seine verqueere Denke, dass hier eine zu hohe Erwartungshaltung herrscht. Um Leistung zu konservieren, griff er auf das Mittel zurück, neue Spieler zu fordern (ob sie was bringen oder nicht). In der Richtung war er wohl schon von 2011 her verwöhnt worden. Aber die Eintracht stößt hier schnell auf ihre Grenzen (siehe weiter oben beschriebenen finanziellen Rahmen, auch bedingt durch schlechte Verträge). Dies ist nicht das Non-Plus-Ultra-Mittel der Eintracht und dies sollten mittlerweile auch die Verantwortlichen gelernt haben. Eigentlich muss die Eintracht da schon viel tiefer in der Jugend-Basis anfangen. Zudem ist ein Gefälle in der Mannschaft nicht unbedingt zielfördernd (die Stars und Alteingesessenen hier, die neuen da).
Wie gesagt: es half ja nichts. Das Resultat war eben der 13. Platz. Noch einmal: Dies spiegelte eine eingependelte Leistung der Mannschaft UND des Trainers wieder. Veh suchte aber die Verantwortung dieses Abrutschens um sieben Plätze in eben diesen begrenzten Mitteln des Vereins und somit bei den Verantwortlichen (mangelnde Perspektive etc.) . Nicht bei der Mannschaft und erst recht nicht bei sich selbst. Für die Presse klang das aber wohl plausibel genug. So oder so verließ Veh mit diesen Worten die Eintracht.
Da der Ball nun zu den Verantwortlichen gespielt war, suchte man schon damals wohl eine alternative Lösung zu dem "alten Trainerfuchs" wie einem Funkel, oder Veh. Ein junger Konzepttrainer, der auch junge Perspektivspieler formen kann und aus dem vorhandenen Material das beste machen kann. Der Name Breitenreiter war im Munde und man war auch an Schmidt dran. Man überrascht dann mit... Schaaf. Dies zeigt, dass vor der 14/15er Saison schon Uneinigkeit bei den Verantwortlichen bzgl. des zu gehenden Weges herrschte (wenn nicht schon früher). Die Personalie Schaaf (also ein alter Trainerfuchs) war ja anscheinend ein Wunsch von Bruchhagen, wo Hellmann eher den modernen Weg einschlagen möchte (Vorbild Gladbach und so). Steubing kann ich so garnicht richtig einschätzen, so ein bischen Fähnchen (erst kleiner Klopp, dann doch Veh und so). Lustigerweise kam Schaaf der Idee des Aufräumens in der Mannschaft und dem Einbinden junger Perspektivspieler näher, als ich von ihm Anfangs vermutet hätte. Stammspieler wurden halt auch mal ausgewechselt und auf andere Positonen verschoben, um Nachwuchspieler einbinden zu können (siehe: Meier und Stendera). Und die Stammspieler reagierten wohl erbost auf diese Behandlung, während es die jungen (Stendera, Kittel) freute. Zudem glaube ich, dass Schaaf wieder ein bischen auf den Boden der Tatsachen runterholte: Der Erfolg ist kein Selbstläufer und wird durch akribisches Training eingestellt (= unbequemer Weg). Unter Veh wurde hier wohl die Situation anders vermittelt.. schnonungsvoller als unter Schaaf, aber eben nicht richtig (wir kaufen uns den Erfolg). Es folgte eben der Keil zwsichen Teilen der Mannschaft (wohl auch untereinander, was aber wohl in den Hintergund rückte, weil ja der Trainer schuld war) und dem Trainer. Da Schaaf wohl auch nicht erste Wahl von jedem der Verantwortlichen war und die lustigen Herren von der FR Veh wohl noch nachtrauerten, wurde diese Spielerkritik einfach mal über die Kanäle nach außen getragen. Als Fan wunderte man sich, denn durch das Training war die Form der Spieler okey und nach der Herbstkrise stabilisierten sich die Leistungen bis zu den komischen Auswärtsniederlagen hin. Aber den Außenstehenden fiel jetzt nicht groß auf, dass es intern brodeln sollte. Dieses "Brodeln" ging aber wohl hoch bis in den Bereich der Verantwortlichen, so daß Schaaf keine Rückendeckung von dieser Seite aus empfand. Zudem gab es dann noch diese merkwürdige Schlacht (FR-Aussagen, HR-Aussagen, Stament von der Eintracht). Der damaligen Aussage, dass es keine Machtkämpfe innerhalb der Eintracht gab, mag ich bis heute nicht glauben. Und die Abfindungszahlung von Schaaf hinterlässt einen faden Beigeschmack und die Vermutung eines Schweigegelds, um interne Zustände nicht nach außen zu tragen (aber: das ist Spekulation von mir!).

Auf jeden Fall stand man wieder vor dem Punkt, wo man bereits vor der 14/15er Saison stand und man ging (wohl wieder uneins untereinander), den Ideen nach. Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.
Tjoa. Im Prinzip wurden hier , weil man aus ihnen scheinbar nicht lernt, alle Fehler erneut gemacht. Falsche Selbsteinschätzung von Trainer und Team am Anfang der Runde, bzw. Einschätzung der Presse. Dies musste natürlich untermauert werden, indem man nun aufdeckte, was unter Schaaf alles schlecht lief. Damit baute man aber direkt die 1:1 Erwartungshaltung gegenüber der Vorsaison auf. Veh berücksichtigte wieder mehr die Alteingesessenen und ließ wieder lockerer trainieren. Nach einem motivierten Start in die Saison, in der auch nahezu alle von den neuen Spieler gute Leistungen zeigten, etablierte sich recht schnell Trägheit, die Spieler laufen der Form und Fitness des letzten Jahres hinterher und die Quittung folgte nun auf den Fuß. Der Trainer reagierte eigentlich erwartungsgemäß, da er es schon zuvor so getan hatte: Bei den ersten Anzeichen des Resultats wurde eine zu hohe Erwartungshaltung vorgeworfen und die Schuld bei der mangelnden Qualität des Kaders gesucht.  Jetzt sind wir wieder am Punkt angelangt, an der der Trainer (wieder einmal!) den Verantwortlichen vermitteln kann, dass eine Qulitätssteigerung nur durch Zukäufe zu realisieren ist, sprich: Erfolg ist käuflich. Und: er kommt wieder damit durch. Der Ernst der Lage lässt halt anscheinend nur diese Handlung zu. Und auf Hübner fällt durch die Aussage der mangelnden Kaderqualität das Licht, im Sommer nicht richtig agiert zu haben. Und Bruchhagen ist durch die Erfahrung des Abstiegs 2011 verschreckt. Da er schon damals die Erfahrung gemacht hat, dass der Trainerwechsel nicht zu dem erwünschten Resultat führte, wird dies nun kein Thema sein. Von daher ist man weiterhin von der Personalie Veh überzeugt und glaubt an die Maßnahme der Personalverstärkung.
Hoffentlich halt sich der Schaden zum Ende der Saison noch in Grenzen.
#
Adler_Steigflug schrieb:

Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.

Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.
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Adler_Steigflug schrieb:

Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.

Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.
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etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.

Presse sagte: Absage, weil Eintracht ihn nicht überzeugt...

http://www.ligainsider.de/eintracht-frankfurt/3/lewandowski-aus-dem-rennen-114924/
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Adler_Steigflug schrieb:

Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.

Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.
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etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.
#
Sodele.
Dann schreibe ich hier ja auch mal eine Abhandlung meiner Gedanken zu dieser Thematik. Also, noch sind wir ja nicht untergegangen, es sieht aber im Moment nicht sonderlich gut aus. Viele Zeichen sprechen dafür, dass es diese Saison tatsächlich eng werden könnte. Die Begründung ist letztlich nicht nur in der letzten Saison zu suchen. Ich greife hier etwas weiter nach hinten...
Letztendlich ist die jetzige Situation aber noch nicht einmal mit 2011 oder der davor gelagerten Zeit zu vergleichen. Ich hatte mal in einem separaten Thread (der dann in "Ist Veh noch zu ertragen" verschoben worden ist, da ein User meinte, dass hier "Veh raus" steht... seufz*) den Vergleich der heutigen zu der Situation vor 95/96 gezogen. Es ist soviel nahezu identisch mit der damaligen Zeit:

  • Die Eintracht hatte eine erfolgreiche Periode hinter sich (Fußball 2000 vs. Atomaufstieg, Mega-Saison 12/13 und die EL-Spiele in 13/14)
  • Die Zeit hatte die Spieler wohl verblendet und eine gewisse Trägheit setzte ein. Ein neuer Trainer sollte Schwung bringen (Osram vs. Schaaf), zerwarf sich aber mit Teilen der Mannschaft.
  • Ein unfähiges Management traf hierbei die falschen Entscheidungen (94/95: die Entscheidung, überhaupt Osram zu holen und den Rauswurf der Stars / 2015: Causa Schaaf und dessen Rausekeln, Frontenbildungen im Management und in der Mannschaft)
  • Trainerrückholaktion als kreativstes Mittel dieses Managements (95/96: Körbel, wohl als Übergangslösung; Steppi dann aus Verzweiflung / 2015: Veh... keine Ahnung warum... bequemste Lösung evtl., um Ruhe in die Mannschaft zu bringen)
Alle Abstiege bis 2005 sind für mich Folgeabstiege aus dem 96er-Abstieg, da der Verein sportlich und finanziell nicht mehr auf die Beine kam. Auch hier war wieder ein unfähiges Management mit schuld, dass keine Stabilität reinkam. Ich nehme als gutes Beispiel bezüglich der sportlichen Fehlentscheidungen immer gerne den Rauswurf von Ehrmanntraut (okey, es ist wohl offensichtlich, dass ich den Trainer sehr schätze g). Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass er uns damals in der Liga hätte halten können.
Erst mit der finanziell sehr konservativen  Haltung von Bruchhagen und dem defensiv gut gestellten Spielsystem von Funkel konnte endlich Stabilität sowohl finanziell als auch sportlich einkehren. Aber auch hier wurden, ja, Fehler begangen? Ich denke mal, dass gewisse Verträge, die Anfang bis Mitte der 2000er geschlossen worden sind, ein wenig aus der Not geboren waren. Und die Eintracht hat jetzt noch finanziell zu beklagen, dass sie zwar schuldenfrei, jedoch arg restriktiert durch ungünstige Verträge ist (Stadionvertrag, Catering).
Ein weiter Aspekt ist, dass diese sehr konservative Haltung insgesamt im Verein in den nächsten Jahren dazu führte, dass die Eintracht sich in vielen Punkten nicht mehr zeitgerecht positionierte und die Strukturen veraltet waren (Mangelhafte Scouting-Abteilung, kein Sportdirektor etc.). Ob dies nun wirkliche Ursachen für den 2011er-Abstieg waren... ich weiß es nicht. Somit kommen wir zum:
Abstieg 2011
Der Abstieg bleibt für mich immer noch ein wenig rätselhaft. Unter Skibbe hatte man die Saison zuvor mit 46 Punkten abgeschlossen. Brodelte es dermaßen in der Mannschaft? Erfolgsverwöhnt kann sie auch nicht gewesen sein. Wie auch immer: Für die Verantowrtlichen kam der Abstieg ja wohl genauso überraschend. Von daher hatte man strukturell auch nicht viel verändert. Man ging mit dem kompletten Personal und auch vielen Leistungsträgern (Meier, Köhler, Rode, Jung, Schwegler) in Liga 2. Das zerrte ziemlich an den Kosten und es bestand sofort Aufstiegszwang. Es folgte also keine Personalflucht wie in 96, somit aber auch kein Reinigungsprozess (insbesondere, was die Eintracht-Verantwortlichen betrifft). Aber: Dem neuen Trainer Armin Veh wurde ein klares und nicht zu verfehlendes Ziel vonseiten der Verantwortlichen gegeben: Wiederaufstieg. Schon damals wurde er damit verwöhnt, dass ihm jede Menge finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (zumindest für die 2. Liga außergewöhnlich hoch). Einige neue Spieler kamen und die alten waren wohl durch den Abstieg schon ein wenig geläutert. Der Ernst der Lage war bekannt. Von daher hatten alle Mann genügend Motivation und so ging man die Sache auch an. Die Saison 11/12 baute eine Erfolgsspirale auf, mit z.T. für die 2. Liga außergwöhnlich qualitativ hochwertigen Spielen... dies wurde zum Schluss hin fast eher spielerisch als kämpferisch gelöst (siehe z.B. das Aue-Spiel, wo ein Tor schöner als das andere ist). Diese Erfahrungen prägten wohl auch den Trainer.
Der Erfolg der darauf folgenden Saison 12/13, zumindest was die Hinrunde betrifft, führte wohl zu einer Überbewertung, was die Leistung des Trainers angeht, als auch zu einer verzerrten Selbsteinschätzung der Spieler, insbesondere der Leistungsträger. Die Mannschaft nahm Schwung und Motivation aus der Zwoten mit und überraschte bzw. irritierte die Gegner mit einer offensiven Spielweise, wo man bei einem Aufsteiger eigentlich eher ein defensives Konzept erwartet. Dies scheint ein generelles Phänomen der Aufsteiger zu sein, die so agieren: Der Schwung hält bis zu einem gewissen Zeitpunkt an und ebbt dann wieder ab (siehe auch  Paderborn). Bei uns reichte der Schwung bis zur Rückrunde, dann war die Spielweise wieder die einer Mannschaft im mittleren Tabellenbereich, es reichte aber noch knapp zur EL. Die Früchte dieser 12er Hinrunde wurden noch geerntet, dann verließen einige Leistungsträger die Mannschaft (aus eben der zuvor beschriebenen  verzerrten Selbsteinschätzung). In den neuen Mannschaften wurden sie aber keine Leistungsträger mehr, manche eher nur noch Lückenfüller. Aber die Fußballer waren nicht die einzigen, die das Resultat aus 11-13 fehleinschätzten, bzw. die von den Leistungen geblendet wurden. Ich sage nur: FR. 13/14 kehrte neben den sehr guten EL-Spielen eigentlich wieder der Liga-Alltag ein. Das Resultat des 13. Platzes spiegelte die eigentliche Leistungsfähigkeit des Teams und des Trainers wieder. Veh selber schätzte die Lage wohl noch einigermaßen realistisch ein, ging aber davon aus, dass das Umfeld jetzt immer die EL als Ziel ausgeben wird. Von daher rührt auch seine verqueere Denke, dass hier eine zu hohe Erwartungshaltung herrscht. Um Leistung zu konservieren, griff er auf das Mittel zurück, neue Spieler zu fordern (ob sie was bringen oder nicht). In der Richtung war er wohl schon von 2011 her verwöhnt worden. Aber die Eintracht stößt hier schnell auf ihre Grenzen (siehe weiter oben beschriebenen finanziellen Rahmen, auch bedingt durch schlechte Verträge). Dies ist nicht das Non-Plus-Ultra-Mittel der Eintracht und dies sollten mittlerweile auch die Verantwortlichen gelernt haben. Eigentlich muss die Eintracht da schon viel tiefer in der Jugend-Basis anfangen. Zudem ist ein Gefälle in der Mannschaft nicht unbedingt zielfördernd (die Stars und Alteingesessenen hier, die neuen da).
Wie gesagt: es half ja nichts. Das Resultat war eben der 13. Platz. Noch einmal: Dies spiegelte eine eingependelte Leistung der Mannschaft UND des Trainers wieder. Veh suchte aber die Verantwortung dieses Abrutschens um sieben Plätze in eben diesen begrenzten Mitteln des Vereins und somit bei den Verantwortlichen (mangelnde Perspektive etc.) . Nicht bei der Mannschaft und erst recht nicht bei sich selbst. Für die Presse klang das aber wohl plausibel genug. So oder so verließ Veh mit diesen Worten die Eintracht.
Da der Ball nun zu den Verantwortlichen gespielt war, suchte man schon damals wohl eine alternative Lösung zu dem "alten Trainerfuchs" wie einem Funkel, oder Veh. Ein junger Konzepttrainer, der auch junge Perspektivspieler formen kann und aus dem vorhandenen Material das beste machen kann. Der Name Breitenreiter war im Munde und man war auch an Schmidt dran. Man überrascht dann mit... Schaaf. Dies zeigt, dass vor der 14/15er Saison schon Uneinigkeit bei den Verantwortlichen bzgl. des zu gehenden Weges herrschte (wenn nicht schon früher). Die Personalie Schaaf (also ein alter Trainerfuchs) war ja anscheinend ein Wunsch von Bruchhagen, wo Hellmann eher den modernen Weg einschlagen möchte (Vorbild Gladbach und so). Steubing kann ich so garnicht richtig einschätzen, so ein bischen Fähnchen (erst kleiner Klopp, dann doch Veh und so). Lustigerweise kam Schaaf der Idee des Aufräumens in der Mannschaft und dem Einbinden junger Perspektivspieler näher, als ich von ihm Anfangs vermutet hätte. Stammspieler wurden halt auch mal ausgewechselt und auf andere Positonen verschoben, um Nachwuchspieler einbinden zu können (siehe: Meier und Stendera). Und die Stammspieler reagierten wohl erbost auf diese Behandlung, während es die jungen (Stendera, Kittel) freute. Zudem glaube ich, dass Schaaf wieder ein bischen auf den Boden der Tatsachen runterholte: Der Erfolg ist kein Selbstläufer und wird durch akribisches Training eingestellt (= unbequemer Weg). Unter Veh wurde hier wohl die Situation anders vermittelt.. schnonungsvoller als unter Schaaf, aber eben nicht richtig (wir kaufen uns den Erfolg). Es folgte eben der Keil zwsichen Teilen der Mannschaft (wohl auch untereinander, was aber wohl in den Hintergund rückte, weil ja der Trainer schuld war) und dem Trainer. Da Schaaf wohl auch nicht erste Wahl von jedem der Verantwortlichen war und die lustigen Herren von der FR Veh wohl noch nachtrauerten, wurde diese Spielerkritik einfach mal über die Kanäle nach außen getragen. Als Fan wunderte man sich, denn durch das Training war die Form der Spieler okey und nach der Herbstkrise stabilisierten sich die Leistungen bis zu den komischen Auswärtsniederlagen hin. Aber den Außenstehenden fiel jetzt nicht groß auf, dass es intern brodeln sollte. Dieses "Brodeln" ging aber wohl hoch bis in den Bereich der Verantwortlichen, so daß Schaaf keine Rückendeckung von dieser Seite aus empfand. Zudem gab es dann noch diese merkwürdige Schlacht (FR-Aussagen, HR-Aussagen, Stament von der Eintracht). Der damaligen Aussage, dass es keine Machtkämpfe innerhalb der Eintracht gab, mag ich bis heute nicht glauben. Und die Abfindungszahlung von Schaaf hinterlässt einen faden Beigeschmack und die Vermutung eines Schweigegelds, um interne Zustände nicht nach außen zu tragen (aber: das ist Spekulation von mir!).

Auf jeden Fall stand man wieder vor dem Punkt, wo man bereits vor der 14/15er Saison stand und man ging (wohl wieder uneins untereinander), den Ideen nach. Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.
Tjoa. Im Prinzip wurden hier , weil man aus ihnen scheinbar nicht lernt, alle Fehler erneut gemacht. Falsche Selbsteinschätzung von Trainer und Team am Anfang der Runde, bzw. Einschätzung der Presse. Dies musste natürlich untermauert werden, indem man nun aufdeckte, was unter Schaaf alles schlecht lief. Damit baute man aber direkt die 1:1 Erwartungshaltung gegenüber der Vorsaison auf. Veh berücksichtigte wieder mehr die Alteingesessenen und ließ wieder lockerer trainieren. Nach einem motivierten Start in die Saison, in der auch nahezu alle von den neuen Spieler gute Leistungen zeigten, etablierte sich recht schnell Trägheit, die Spieler laufen der Form und Fitness des letzten Jahres hinterher und die Quittung folgte nun auf den Fuß. Der Trainer reagierte eigentlich erwartungsgemäß, da er es schon zuvor so getan hatte: Bei den ersten Anzeichen des Resultats wurde eine zu hohe Erwartungshaltung vorgeworfen und die Schuld bei der mangelnden Qualität des Kaders gesucht.  Jetzt sind wir wieder am Punkt angelangt, an der der Trainer (wieder einmal!) den Verantwortlichen vermitteln kann, dass eine Qulitätssteigerung nur durch Zukäufe zu realisieren ist, sprich: Erfolg ist käuflich. Und: er kommt wieder damit durch. Der Ernst der Lage lässt halt anscheinend nur diese Handlung zu. Und auf Hübner fällt durch die Aussage der mangelnden Kaderqualität das Licht, im Sommer nicht richtig agiert zu haben. Und Bruchhagen ist durch die Erfahrung des Abstiegs 2011 verschreckt. Da er schon damals die Erfahrung gemacht hat, dass der Trainerwechsel nicht zu dem erwünschten Resultat führte, wird dies nun kein Thema sein. Von daher ist man weiterhin von der Personalie Veh überzeugt und glaubt an die Maßnahme der Personalverstärkung.
Hoffentlich halt sich der Schaden zum Ende der Saison noch in Grenzen.
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Sehr, sehr lesenswert und für mich sieht es auch genau so aus. Ich denke nächste Saison finden wir uns in Liga 2 wieder, da man wieder am Trainer zu lange festhalten wird und dieses Mal ist es für mich völlig unverständlich.
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etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.
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Schobberobber72 schrieb:  


etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.


Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.

Glaube nicht das HB und unser [Edit bils - 12/12/15 - Beleidigung entfernt] so Dicke sind ,denke der Wind kommt aus einer anderen Richtung.
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Ich stimme in allen Punkten bis auf einen zu. Ich sehe es nicht so, dass wir keine Mannschaft haben, die Ballbesitzfußball spielen kann:

  • Unsere IV (Zambrano, Abraham, Anderson, selbst Russ) sind dafür sehr gut geeignet.
  • Unsere LVs auch.
  • DM: Reinartz und Medo können das.
  • ZM: Stendera kann das
  • LM / RM : Aigner, Gacinovic, Kittel können das
  • OM: Meier kann das
  • ST: Seferovic, Castaignos, Kadlec, Waldschmidt können das
  • geeignete RVs haben wir nicht
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JohanCruyff schrieb:

geeignete RVs haben wir nicht

Iggy hat schon bewiesen das er das kann und ich bin mir sicher, das er in einer funktionierenden Mannschaft
mit Spielsystem gut reinpassen würde.
Natürlich braucht dafür jeder eine Position, die er auch spielen kann.
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Sodele.
Dann schreibe ich hier ja auch mal eine Abhandlung meiner Gedanken zu dieser Thematik. Also, noch sind wir ja nicht untergegangen, es sieht aber im Moment nicht sonderlich gut aus. Viele Zeichen sprechen dafür, dass es diese Saison tatsächlich eng werden könnte. Die Begründung ist letztlich nicht nur in der letzten Saison zu suchen. Ich greife hier etwas weiter nach hinten...
Letztendlich ist die jetzige Situation aber noch nicht einmal mit 2011 oder der davor gelagerten Zeit zu vergleichen. Ich hatte mal in einem separaten Thread (der dann in "Ist Veh noch zu ertragen" verschoben worden ist, da ein User meinte, dass hier "Veh raus" steht... seufz*) den Vergleich der heutigen zu der Situation vor 95/96 gezogen. Es ist soviel nahezu identisch mit der damaligen Zeit:

  • Die Eintracht hatte eine erfolgreiche Periode hinter sich (Fußball 2000 vs. Atomaufstieg, Mega-Saison 12/13 und die EL-Spiele in 13/14)
  • Die Zeit hatte die Spieler wohl verblendet und eine gewisse Trägheit setzte ein. Ein neuer Trainer sollte Schwung bringen (Osram vs. Schaaf), zerwarf sich aber mit Teilen der Mannschaft.
  • Ein unfähiges Management traf hierbei die falschen Entscheidungen (94/95: die Entscheidung, überhaupt Osram zu holen und den Rauswurf der Stars / 2015: Causa Schaaf und dessen Rausekeln, Frontenbildungen im Management und in der Mannschaft)
  • Trainerrückholaktion als kreativstes Mittel dieses Managements (95/96: Körbel, wohl als Übergangslösung; Steppi dann aus Verzweiflung / 2015: Veh... keine Ahnung warum... bequemste Lösung evtl., um Ruhe in die Mannschaft zu bringen)
Alle Abstiege bis 2005 sind für mich Folgeabstiege aus dem 96er-Abstieg, da der Verein sportlich und finanziell nicht mehr auf die Beine kam. Auch hier war wieder ein unfähiges Management mit schuld, dass keine Stabilität reinkam. Ich nehme als gutes Beispiel bezüglich der sportlichen Fehlentscheidungen immer gerne den Rauswurf von Ehrmanntraut (okey, es ist wohl offensichtlich, dass ich den Trainer sehr schätze g). Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass er uns damals in der Liga hätte halten können.
Erst mit der finanziell sehr konservativen  Haltung von Bruchhagen und dem defensiv gut gestellten Spielsystem von Funkel konnte endlich Stabilität sowohl finanziell als auch sportlich einkehren. Aber auch hier wurden, ja, Fehler begangen? Ich denke mal, dass gewisse Verträge, die Anfang bis Mitte der 2000er geschlossen worden sind, ein wenig aus der Not geboren waren. Und die Eintracht hat jetzt noch finanziell zu beklagen, dass sie zwar schuldenfrei, jedoch arg restriktiert durch ungünstige Verträge ist (Stadionvertrag, Catering).
Ein weiter Aspekt ist, dass diese sehr konservative Haltung insgesamt im Verein in den nächsten Jahren dazu führte, dass die Eintracht sich in vielen Punkten nicht mehr zeitgerecht positionierte und die Strukturen veraltet waren (Mangelhafte Scouting-Abteilung, kein Sportdirektor etc.). Ob dies nun wirkliche Ursachen für den 2011er-Abstieg waren... ich weiß es nicht. Somit kommen wir zum:
Abstieg 2011
Der Abstieg bleibt für mich immer noch ein wenig rätselhaft. Unter Skibbe hatte man die Saison zuvor mit 46 Punkten abgeschlossen. Brodelte es dermaßen in der Mannschaft? Erfolgsverwöhnt kann sie auch nicht gewesen sein. Wie auch immer: Für die Verantowrtlichen kam der Abstieg ja wohl genauso überraschend. Von daher hatte man strukturell auch nicht viel verändert. Man ging mit dem kompletten Personal und auch vielen Leistungsträgern (Meier, Köhler, Rode, Jung, Schwegler) in Liga 2. Das zerrte ziemlich an den Kosten und es bestand sofort Aufstiegszwang. Es folgte also keine Personalflucht wie in 96, somit aber auch kein Reinigungsprozess (insbesondere, was die Eintracht-Verantwortlichen betrifft). Aber: Dem neuen Trainer Armin Veh wurde ein klares und nicht zu verfehlendes Ziel vonseiten der Verantwortlichen gegeben: Wiederaufstieg. Schon damals wurde er damit verwöhnt, dass ihm jede Menge finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (zumindest für die 2. Liga außergewöhnlich hoch). Einige neue Spieler kamen und die alten waren wohl durch den Abstieg schon ein wenig geläutert. Der Ernst der Lage war bekannt. Von daher hatten alle Mann genügend Motivation und so ging man die Sache auch an. Die Saison 11/12 baute eine Erfolgsspirale auf, mit z.T. für die 2. Liga außergwöhnlich qualitativ hochwertigen Spielen... dies wurde zum Schluss hin fast eher spielerisch als kämpferisch gelöst (siehe z.B. das Aue-Spiel, wo ein Tor schöner als das andere ist). Diese Erfahrungen prägten wohl auch den Trainer.
Der Erfolg der darauf folgenden Saison 12/13, zumindest was die Hinrunde betrifft, führte wohl zu einer Überbewertung, was die Leistung des Trainers angeht, als auch zu einer verzerrten Selbsteinschätzung der Spieler, insbesondere der Leistungsträger. Die Mannschaft nahm Schwung und Motivation aus der Zwoten mit und überraschte bzw. irritierte die Gegner mit einer offensiven Spielweise, wo man bei einem Aufsteiger eigentlich eher ein defensives Konzept erwartet. Dies scheint ein generelles Phänomen der Aufsteiger zu sein, die so agieren: Der Schwung hält bis zu einem gewissen Zeitpunkt an und ebbt dann wieder ab (siehe auch  Paderborn). Bei uns reichte der Schwung bis zur Rückrunde, dann war die Spielweise wieder die einer Mannschaft im mittleren Tabellenbereich, es reichte aber noch knapp zur EL. Die Früchte dieser 12er Hinrunde wurden noch geerntet, dann verließen einige Leistungsträger die Mannschaft (aus eben der zuvor beschriebenen  verzerrten Selbsteinschätzung). In den neuen Mannschaften wurden sie aber keine Leistungsträger mehr, manche eher nur noch Lückenfüller. Aber die Fußballer waren nicht die einzigen, die das Resultat aus 11-13 fehleinschätzten, bzw. die von den Leistungen geblendet wurden. Ich sage nur: FR. 13/14 kehrte neben den sehr guten EL-Spielen eigentlich wieder der Liga-Alltag ein. Das Resultat des 13. Platzes spiegelte die eigentliche Leistungsfähigkeit des Teams und des Trainers wieder. Veh selber schätzte die Lage wohl noch einigermaßen realistisch ein, ging aber davon aus, dass das Umfeld jetzt immer die EL als Ziel ausgeben wird. Von daher rührt auch seine verqueere Denke, dass hier eine zu hohe Erwartungshaltung herrscht. Um Leistung zu konservieren, griff er auf das Mittel zurück, neue Spieler zu fordern (ob sie was bringen oder nicht). In der Richtung war er wohl schon von 2011 her verwöhnt worden. Aber die Eintracht stößt hier schnell auf ihre Grenzen (siehe weiter oben beschriebenen finanziellen Rahmen, auch bedingt durch schlechte Verträge). Dies ist nicht das Non-Plus-Ultra-Mittel der Eintracht und dies sollten mittlerweile auch die Verantwortlichen gelernt haben. Eigentlich muss die Eintracht da schon viel tiefer in der Jugend-Basis anfangen. Zudem ist ein Gefälle in der Mannschaft nicht unbedingt zielfördernd (die Stars und Alteingesessenen hier, die neuen da).
Wie gesagt: es half ja nichts. Das Resultat war eben der 13. Platz. Noch einmal: Dies spiegelte eine eingependelte Leistung der Mannschaft UND des Trainers wieder. Veh suchte aber die Verantwortung dieses Abrutschens um sieben Plätze in eben diesen begrenzten Mitteln des Vereins und somit bei den Verantwortlichen (mangelnde Perspektive etc.) . Nicht bei der Mannschaft und erst recht nicht bei sich selbst. Für die Presse klang das aber wohl plausibel genug. So oder so verließ Veh mit diesen Worten die Eintracht.
Da der Ball nun zu den Verantwortlichen gespielt war, suchte man schon damals wohl eine alternative Lösung zu dem "alten Trainerfuchs" wie einem Funkel, oder Veh. Ein junger Konzepttrainer, der auch junge Perspektivspieler formen kann und aus dem vorhandenen Material das beste machen kann. Der Name Breitenreiter war im Munde und man war auch an Schmidt dran. Man überrascht dann mit... Schaaf. Dies zeigt, dass vor der 14/15er Saison schon Uneinigkeit bei den Verantwortlichen bzgl. des zu gehenden Weges herrschte (wenn nicht schon früher). Die Personalie Schaaf (also ein alter Trainerfuchs) war ja anscheinend ein Wunsch von Bruchhagen, wo Hellmann eher den modernen Weg einschlagen möchte (Vorbild Gladbach und so). Steubing kann ich so garnicht richtig einschätzen, so ein bischen Fähnchen (erst kleiner Klopp, dann doch Veh und so). Lustigerweise kam Schaaf der Idee des Aufräumens in der Mannschaft und dem Einbinden junger Perspektivspieler näher, als ich von ihm Anfangs vermutet hätte. Stammspieler wurden halt auch mal ausgewechselt und auf andere Positonen verschoben, um Nachwuchspieler einbinden zu können (siehe: Meier und Stendera). Und die Stammspieler reagierten wohl erbost auf diese Behandlung, während es die jungen (Stendera, Kittel) freute. Zudem glaube ich, dass Schaaf wieder ein bischen auf den Boden der Tatsachen runterholte: Der Erfolg ist kein Selbstläufer und wird durch akribisches Training eingestellt (= unbequemer Weg). Unter Veh wurde hier wohl die Situation anders vermittelt.. schnonungsvoller als unter Schaaf, aber eben nicht richtig (wir kaufen uns den Erfolg). Es folgte eben der Keil zwsichen Teilen der Mannschaft (wohl auch untereinander, was aber wohl in den Hintergund rückte, weil ja der Trainer schuld war) und dem Trainer. Da Schaaf wohl auch nicht erste Wahl von jedem der Verantwortlichen war und die lustigen Herren von der FR Veh wohl noch nachtrauerten, wurde diese Spielerkritik einfach mal über die Kanäle nach außen getragen. Als Fan wunderte man sich, denn durch das Training war die Form der Spieler okey und nach der Herbstkrise stabilisierten sich die Leistungen bis zu den komischen Auswärtsniederlagen hin. Aber den Außenstehenden fiel jetzt nicht groß auf, dass es intern brodeln sollte. Dieses "Brodeln" ging aber wohl hoch bis in den Bereich der Verantwortlichen, so daß Schaaf keine Rückendeckung von dieser Seite aus empfand. Zudem gab es dann noch diese merkwürdige Schlacht (FR-Aussagen, HR-Aussagen, Stament von der Eintracht). Der damaligen Aussage, dass es keine Machtkämpfe innerhalb der Eintracht gab, mag ich bis heute nicht glauben. Und die Abfindungszahlung von Schaaf hinterlässt einen faden Beigeschmack und die Vermutung eines Schweigegelds, um interne Zustände nicht nach außen zu tragen (aber: das ist Spekulation von mir!).

Auf jeden Fall stand man wieder vor dem Punkt, wo man bereits vor der 14/15er Saison stand und man ging (wohl wieder uneins untereinander), den Ideen nach. Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.
Tjoa. Im Prinzip wurden hier , weil man aus ihnen scheinbar nicht lernt, alle Fehler erneut gemacht. Falsche Selbsteinschätzung von Trainer und Team am Anfang der Runde, bzw. Einschätzung der Presse. Dies musste natürlich untermauert werden, indem man nun aufdeckte, was unter Schaaf alles schlecht lief. Damit baute man aber direkt die 1:1 Erwartungshaltung gegenüber der Vorsaison auf. Veh berücksichtigte wieder mehr die Alteingesessenen und ließ wieder lockerer trainieren. Nach einem motivierten Start in die Saison, in der auch nahezu alle von den neuen Spieler gute Leistungen zeigten, etablierte sich recht schnell Trägheit, die Spieler laufen der Form und Fitness des letzten Jahres hinterher und die Quittung folgte nun auf den Fuß. Der Trainer reagierte eigentlich erwartungsgemäß, da er es schon zuvor so getan hatte: Bei den ersten Anzeichen des Resultats wurde eine zu hohe Erwartungshaltung vorgeworfen und die Schuld bei der mangelnden Qualität des Kaders gesucht.  Jetzt sind wir wieder am Punkt angelangt, an der der Trainer (wieder einmal!) den Verantwortlichen vermitteln kann, dass eine Qulitätssteigerung nur durch Zukäufe zu realisieren ist, sprich: Erfolg ist käuflich. Und: er kommt wieder damit durch. Der Ernst der Lage lässt halt anscheinend nur diese Handlung zu. Und auf Hübner fällt durch die Aussage der mangelnden Kaderqualität das Licht, im Sommer nicht richtig agiert zu haben. Und Bruchhagen ist durch die Erfahrung des Abstiegs 2011 verschreckt. Da er schon damals die Erfahrung gemacht hat, dass der Trainerwechsel nicht zu dem erwünschten Resultat führte, wird dies nun kein Thema sein. Von daher ist man weiterhin von der Personalie Veh überzeugt und glaubt an die Maßnahme der Personalverstärkung.
Hoffentlich halt sich der Schaden zum Ende der Saison noch in Grenzen.
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Adler_Steigflug schrieb:

Hoffentlich halt sich der Schaden zum Ende der Saison noch in Grenzen.

Hut ab, sehr gut geschrieben.

Der Vergleich mit der Vergangenheit führt einem die Versäumnisse vor Augen. Kein langfristiges Konzept, Flickschusterei, Geklüngel. Selbst wenn es in manchen Passagen auch Mutmassungen enthält, scheint die Zusammenfassung nah an der Realität zu liegen. Zumindest nach meinem Empfinden.

Und daher hoffen wir auf den letzten Satz, er möge sich bewahrheiten.
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etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.
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Schobberobber72 schrieb:

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.

Hab schon in der Sommerpause gesagt das man mit dieser Version ankommen wird sobald Veh gescheitert ist, die gleichen Personen haben im Sommer im übrigen noch festgestellt das HB nun endlich nichts mehr zu sagen hat und es endlich aufwärts geht.
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Schobberobber72 schrieb:

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.

Hab schon in der Sommerpause gesagt das man mit dieser Version ankommen wird sobald Veh gescheitert ist, die gleichen Personen haben im Sommer im übrigen noch festgestellt das HB nun endlich nichts mehr zu sagen hat und es endlich aufwärts geht.
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Ich denke eher die Wahrheit liegt in der Mitte und Veh war der einzige Trainer mit dem alle Parteien zufrieden waren/sind.
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Ich denke eher die Wahrheit liegt in der Mitte und Veh war der einzige Trainer mit dem alle Parteien zufrieden waren/sind.
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JJ_79 schrieb:

Ich denke eher die Wahrheit liegt in der Mitte und Veh war der einzige Trainer mit dem alle Parteien zufrieden waren/sind.

Na dann! Nächste Saison werden die Karten für die Spiele wohl wieder billiger werden!
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JJ_79 schrieb:

Ich denke eher die Wahrheit liegt in der Mitte und Veh war der einzige Trainer mit dem alle Parteien zufrieden waren/sind.

Na dann! Nächste Saison werden die Karten für die Spiele wohl wieder billiger werden!
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ismirdochegal! schrieb:

Na dann! Nächste Saison werden die Karten für die Spiele wohl wieder billiger werden!

Davon gehe ich momentan auch aus.
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Schobberobber72 schrieb:  


etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.


Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.

Glaube nicht das HB und unser [Edit bils - 12/12/15 - Beleidigung entfernt] so Dicke sind ,denke der Wind kommt aus einer anderen Richtung.
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Wußte garnicht das Bl......... jetzt auch schon unter Beleidigung fällt!?
Entschulgige mich aufs Tiefste bei unsere Meistertrainer und mir macht
keiner mehr was Vor!
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etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.

Presse sagte: Absage, weil Eintracht ihn nicht überzeugt...

http://www.ligainsider.de/eintracht-frankfurt/3/lewandowski-aus-dem-rennen-114924/
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Und du glaubst, dass Union Berlin ihn mehr überzeugt hat?
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etienneone schrieb:  


Adler_Steigflug schrieb:
Ein kleiner Kloppo und so... da diese Trainer aber nicht zusagten, griff man auf die Personalie Veh zurück, wohl im Glauben, dass er "seine Jungs kennt" und Ruhe im Team reinbringt.


Hier liegst du falsch. S. Lewandowski saß bereits auf gepackten Koffern und es lag nur nach an der Zustimmung von HB. Der lehnte ab und drückte Veh durch.

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.
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Schobberobber72 schrieb:

Na da hätte ich aber gerne mal eine Quelle dazu! Für mich klingt es recht weit hergeholt, dass HB Veh gegenüber dem Rotweinzirkel "durchgedrückt" haben soll.

Also erst mal hängt HB mehr im Haferkasten ab als die meisten anderen.
Davon ab gibt es eine Quelle aber die kann ich dir leider nicht nennen. Gibt sogar mehrere Quellen. Glauben musst du gar nix, beweisen kann es auch die Quelle nicht. Insofern sei es einfach dahingestellt. Ich denk mir meinen Teil dazu und du deinen.


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