Alles rund um die AfD - 2018/19


Thread wurde von SGE_Werner am Dienstag, 21. Januar 2020, 21:08 Uhr um 21:08 Uhr gesperrt weil:
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vielen Dank Jaroos!
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Tafelberg schrieb:

vielen Dank Jaroos!


Da gibt es noch mehr interessantes, aber ich kann nicht alles zitieren, daher hoffe ich, dass ihr da mal reinlest. Insbesondere die Frage von Spiegel nach der Empathie der AfD-Wähler wird knallhart beantwortet. Spiegel stellt danach fest, dass das ja ein hartes Urteil ist, worauf Yendell darauf hinweist, dass das nunmal die Forschungsergebnisse sind und er sie nicht verschweigen wird.
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https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/thueringen-wirtschaftliche-benachteiligung-erklaert-nicht-den-erfolg-der-afd-a-1293756.html

Alexander Yendell, Jahrgang 1975, forscht seit Jahren zu politischer Polarisierung in Deutschland. Der Soziologe ist Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig.

Wir haben durch repräsentative Umfragen eine ziemlich genaue Vorstellung von den Lebensumständen der AfD-Wähler und können berechnen, welche Faktoren es am wahrscheinlichsten machen, ob jemand rechts wählt oder nicht. Das Ergebnis: Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen spielen überhaupt keine Rolle. Wirtschaftliche Benachteiligung erklärt nicht den Erfolg der AfD.

SPIEGEL: Wenn strukturelle Benachteiligung keine Rolle spielt, was dann?

Yendell: Viel wichtiger ist eine grundsätzlich fremdenfeindliche Einstellung - besonders gegenüber Muslimen - gepaart mit der diffusen Angst der Überfremdung. Die Diskussion über wirtschaftliche Gründe für den Erfolg der Rechten führt also in die Irre. Das verbindende Element der AfD-Wähler ist Fremdenfeindlichkeit.


Das zum Thema es seien die abgehängten und es hat "nix mit Fremdenfeindlichkeit" zu tun.
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Jaroos schrieb:

Das zum Thema es seien die abgehängten und es hat "nix mit Fremdenfeindlichkeit" zu tun.


Mit abgehängt kann übrigens auch etwas nichtwirtschaftliches gemeint sein. Menschen, die nicht aktiv an der globalisierten Welt teilhaben, die in der Provinz leben etc und denen alles Fremde suspekt ist, sind auch in gewisser Weise abgehängt, selbst wenn sie genug Auskommen haben.

Ich erlebe immer, dass viele AfD Anhänger vor allem mit der Komplexität unserer Zeit und Welt nicht zurecht kommen.

Dass AfD Anhänger nicht sonderlich arm sind, hätte ich gleich sagen können. Die würden nämlich eher eine Partei wählen, die ihnen mehr in der Tasche verspricht. Die AfD spricht ja die an, die Angst haben, dass sich die Welt um sie verändert. Also andere Menschen, andere Kultur etc.

Es geht darum, dass wir unterschiedliche Gesellschaften haben wollen. Und wir können nun mal jetzt kaum 10 Mio Menschen aus dem Land werfen, die lieber wieder im Jahr 1980 leben wollen und daher sogar Leute wählen, die lieber 1940 hätten. Hauptsache zurück...

Die sind halt da. Die sind unter uns. Und da die Gesellschaft sich in eine Richtung geändert hat die letzten Jahrzehnte, die sie ablehnen, werden sie jetzt mit aller Gewalt versuchen, die Uhr zurückzudrehen.
Und ich befürchte, sie werden darin auch immer mehr Teilerfolge erzielen, siehe Asylrecht.

Ich bin nur mal gespannt, was bei einem Rechtsruck der Union passieren würde unter zB Merz. Ob das überhaupt noch einen Effekt hat.
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https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/thueringen-wirtschaftliche-benachteiligung-erklaert-nicht-den-erfolg-der-afd-a-1293756.html

Alexander Yendell, Jahrgang 1975, forscht seit Jahren zu politischer Polarisierung in Deutschland. Der Soziologe ist Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig.

Wir haben durch repräsentative Umfragen eine ziemlich genaue Vorstellung von den Lebensumständen der AfD-Wähler und können berechnen, welche Faktoren es am wahrscheinlichsten machen, ob jemand rechts wählt oder nicht. Das Ergebnis: Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen spielen überhaupt keine Rolle. Wirtschaftliche Benachteiligung erklärt nicht den Erfolg der AfD.

SPIEGEL: Wenn strukturelle Benachteiligung keine Rolle spielt, was dann?

Yendell: Viel wichtiger ist eine grundsätzlich fremdenfeindliche Einstellung - besonders gegenüber Muslimen - gepaart mit der diffusen Angst der Überfremdung. Die Diskussion über wirtschaftliche Gründe für den Erfolg der Rechten führt also in die Irre. Das verbindende Element der AfD-Wähler ist Fremdenfeindlichkeit.


Das zum Thema es seien die abgehängten und es hat "nix mit Fremdenfeindlichkeit" zu tun.
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Unterstreicht doch auch nur die Haltung die hier frühe AfD Anhänger wie pelo, sge-dm und Aragon hatten. Da würde die Bedrohung auch von den Moslems, Flüchtlingen und teilweise den Linken als größer eingestuft als von Rechts. Und dabei hat man standhaft geleugnet das die AfD irgendwo rechts wäre. Kompletter Bullshit. Ich bleibe dabei, wer diese Partei seit 3 Jahren wählt ist stramm rechts.
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Jaroos schrieb:

Das zum Thema es seien die abgehängten und es hat "nix mit Fremdenfeindlichkeit" zu tun.


Mit abgehängt kann übrigens auch etwas nichtwirtschaftliches gemeint sein. Menschen, die nicht aktiv an der globalisierten Welt teilhaben, die in der Provinz leben etc und denen alles Fremde suspekt ist, sind auch in gewisser Weise abgehängt, selbst wenn sie genug Auskommen haben.

Ich erlebe immer, dass viele AfD Anhänger vor allem mit der Komplexität unserer Zeit und Welt nicht zurecht kommen.

Dass AfD Anhänger nicht sonderlich arm sind, hätte ich gleich sagen können. Die würden nämlich eher eine Partei wählen, die ihnen mehr in der Tasche verspricht. Die AfD spricht ja die an, die Angst haben, dass sich die Welt um sie verändert. Also andere Menschen, andere Kultur etc.

Es geht darum, dass wir unterschiedliche Gesellschaften haben wollen. Und wir können nun mal jetzt kaum 10 Mio Menschen aus dem Land werfen, die lieber wieder im Jahr 1980 leben wollen und daher sogar Leute wählen, die lieber 1940 hätten. Hauptsache zurück...

Die sind halt da. Die sind unter uns. Und da die Gesellschaft sich in eine Richtung geändert hat die letzten Jahrzehnte, die sie ablehnen, werden sie jetzt mit aller Gewalt versuchen, die Uhr zurückzudrehen.
Und ich befürchte, sie werden darin auch immer mehr Teilerfolge erzielen, siehe Asylrecht.

Ich bin nur mal gespannt, was bei einem Rechtsruck der Union passieren würde unter zB Merz. Ob das überhaupt noch einen Effekt hat.
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SGE_Werner schrieb:

Ich bin nur mal gespannt, was bei einem Rechtsruck der Union passieren würde unter zB Merz. Ob das überhaupt noch einen Effekt hat.



die AfD wird einen beachtlichen zweistelligen % Wert an Bodensatz haben, egal wie der politische Kurs der Union ist.
Es ist schlichtweg unglaublich, wie sich das hier entwickelt hat. Ja, in anderen Ländern ist es noch schlimmer und ca. 3/4 wählen diese Partei nicht, ist ein (schwacher?) Trost.
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Ich verstehe in Thüringen nur eins nicht:
Der Ramelow war ja offensichtlich nicht so unerfolgreich und wurde auch mit seiner Linken als stärkste Partei wiedergewählt.
Woher kommt dann die Diametralität, gleichzeitig der AfD solch einen Wahlerfolg zu ermöglichen...?
In Sachsen und Brandenburg könnte man das vielleicht noch verstehen, aber doch in Thüringen nicht....wenn die Etablierten zu recht schon abkacken, dann stärke ich als Wähler doch den Erfolg und nicht diese brauen Unsympathen...ich versteh das nicht..
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Ich verstehe in Thüringen nur eins nicht:
Der Ramelow war ja offensichtlich nicht so unerfolgreich und wurde auch mit seiner Linken als stärkste Partei wiedergewählt.
Woher kommt dann die Diametralität, gleichzeitig der AfD solch einen Wahlerfolg zu ermöglichen...?
In Sachsen und Brandenburg könnte man das vielleicht noch verstehen, aber doch in Thüringen nicht....wenn die Etablierten zu recht schon abkacken, dann stärke ich als Wähler doch den Erfolg und nicht diese brauen Unsympathen...ich versteh das nicht..
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cm47 schrieb:

Ich verstehe in Thüringen nur eins nicht:
Der Ramelow war ja offensichtlich nicht so unerfolgreich und wurde auch mit seiner Linken als stärkste Partei wiedergewählt.
Woher kommt dann die Diametralität, gleichzeitig der AfD solch einen Wahlerfolg zu ermöglichen...?
In Sachsen und Brandenburg könnte man das vielleicht noch verstehen, aber doch in Thüringen nicht....wenn die Etablierten zu recht schon abkacken, dann stärke ich als Wähler doch den Erfolg und nicht diese brauen Unsympathen...ich versteh das nicht..


Ich wohne ja direkt neben Thüringen. Und meine Freundin hat eine Handvoll Mitarbeiter aus Thüringen auf der Arbeit. Die sind stramm rechts, ohne es zu merken. Gegen Ausländer (selbst wenn ausländische Kunden kommen, gibt es seltsame Blicke), man sieht sich im 2. Weltkrieg in der Opferrolle, etc. pp. Das scheint in deren Umfeld normal zu sein und die landläufige Vorstellung der Welt zu sein.

Ich kann nicht für alle sprechen, aber die, die ich kennenlernen musste, leben in Kreisen, bei denen das als Wahrheit verkauft wird. Facebook hat das Ganze nochmal verstärkt.
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cm47 schrieb:

Ich verstehe in Thüringen nur eins nicht:
Der Ramelow war ja offensichtlich nicht so unerfolgreich und wurde auch mit seiner Linken als stärkste Partei wiedergewählt.
Woher kommt dann die Diametralität, gleichzeitig der AfD solch einen Wahlerfolg zu ermöglichen...?
In Sachsen und Brandenburg könnte man das vielleicht noch verstehen, aber doch in Thüringen nicht....wenn die Etablierten zu recht schon abkacken, dann stärke ich als Wähler doch den Erfolg und nicht diese brauen Unsympathen...ich versteh das nicht..


Ich wohne ja direkt neben Thüringen. Und meine Freundin hat eine Handvoll Mitarbeiter aus Thüringen auf der Arbeit. Die sind stramm rechts, ohne es zu merken. Gegen Ausländer (selbst wenn ausländische Kunden kommen, gibt es seltsame Blicke), man sieht sich im 2. Weltkrieg in der Opferrolle, etc. pp. Das scheint in deren Umfeld normal zu sein und die landläufige Vorstellung der Welt zu sein.

Ich kann nicht für alle sprechen, aber die, die ich kennenlernen musste, leben in Kreisen, bei denen das als Wahrheit verkauft wird. Facebook hat das Ganze nochmal verstärkt.
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Jaroos schrieb:

cm47 schrieb:

Ich verstehe in Thüringen nur eins nicht:
Der Ramelow war ja offensichtlich nicht so unerfolgreich und wurde auch mit seiner Linken als stärkste Partei wiedergewählt.
Woher kommt dann die Diametralität, gleichzeitig der AfD solch einen Wahlerfolg zu ermöglichen...?
In Sachsen und Brandenburg könnte man das vielleicht noch verstehen, aber doch in Thüringen nicht....wenn die Etablierten zu recht schon abkacken, dann stärke ich als Wähler doch den Erfolg und nicht diese brauen Unsympathen...ich versteh das nicht..


Ich wohne ja direkt neben Thüringen. Und meine Freundin hat eine Handvoll Mitarbeiter aus Thüringen auf der Arbeit. Die sind stramm rechts, ohne es zu merken. Gegen Ausländer (selbst wenn ausländische Kunden kommen, gibt es seltsame Blicke), man sieht sich im 2. Weltkrieg in der Opferrolle, etc. pp. Das scheint in deren Umfeld normal zu sein und die landläufige Vorstellung der Welt zu sein.

Ich kann nicht für alle sprechen, aber die, die ich kennenlernen musste, leben in Kreisen, bei denen das als Wahrheit verkauft wird. Facebook hat das Ganze nochmal verstärkt.

Eigentlich unfassbar, das es in der heutigen, aufgeklärten Zeit, mit so vielen Informationsmöglichkeiten, diese politische Unmündigkeit gibt.
So hat alles auch mal, unter veränderten Umständen, in der Weimarer Republik angefangen.
Schleichend, die Rechtskonservativen belächelt und nicht ernst genommen, weil zuwenige Demokraten gegen zuviele Monarchisten und rechte Hetzer standen.
Endgegen landläufiger Meinung wiederholt sich Geschichte doch, insbesondere dann, wenn man nichts aus ihr gelernt hat.
Das braune Gesocks darf hier nie wieder auch nur ansatzweise Macht erlangen...
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Vermutlich ist morgen Abend das Millerntor das Stadion mit der niedrigsten AfD - Quote (Heim und Gast) aller Fußballstadien.
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Vermutlich ist morgen Abend das Millerntor das Stadion mit der niedrigsten AfD - Quote (Heim und Gast) aller Fußballstadien.
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edmund schrieb:

Vermutlich ist morgen Abend das Millerntor das Stadion mit der niedrigsten AfD - Quote (Heim und Gast) aller Fußballstadien.


Nun, das ist einzige was ich an Pauli auch sympatisch finde... das einzige....
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Jaroos schrieb:

cm47 schrieb:

Ich verstehe in Thüringen nur eins nicht:
Der Ramelow war ja offensichtlich nicht so unerfolgreich und wurde auch mit seiner Linken als stärkste Partei wiedergewählt.
Woher kommt dann die Diametralität, gleichzeitig der AfD solch einen Wahlerfolg zu ermöglichen...?
In Sachsen und Brandenburg könnte man das vielleicht noch verstehen, aber doch in Thüringen nicht....wenn die Etablierten zu recht schon abkacken, dann stärke ich als Wähler doch den Erfolg und nicht diese brauen Unsympathen...ich versteh das nicht..


Ich wohne ja direkt neben Thüringen. Und meine Freundin hat eine Handvoll Mitarbeiter aus Thüringen auf der Arbeit. Die sind stramm rechts, ohne es zu merken. Gegen Ausländer (selbst wenn ausländische Kunden kommen, gibt es seltsame Blicke), man sieht sich im 2. Weltkrieg in der Opferrolle, etc. pp. Das scheint in deren Umfeld normal zu sein und die landläufige Vorstellung der Welt zu sein.

Ich kann nicht für alle sprechen, aber die, die ich kennenlernen musste, leben in Kreisen, bei denen das als Wahrheit verkauft wird. Facebook hat das Ganze nochmal verstärkt.

Eigentlich unfassbar, das es in der heutigen, aufgeklärten Zeit, mit so vielen Informationsmöglichkeiten, diese politische Unmündigkeit gibt.
So hat alles auch mal, unter veränderten Umständen, in der Weimarer Republik angefangen.
Schleichend, die Rechtskonservativen belächelt und nicht ernst genommen, weil zuwenige Demokraten gegen zuviele Monarchisten und rechte Hetzer standen.
Endgegen landläufiger Meinung wiederholt sich Geschichte doch, insbesondere dann, wenn man nichts aus ihr gelernt hat.
Das braune Gesocks darf hier nie wieder auch nur ansatzweise Macht erlangen...
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Denen ist echt nicht zu helfen. 😡😡😡 Wer das Pack wählt hat nicht nur kein Hirn, der hat auch kein Herz.
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Na na na. Jetzt wird mir hier aber ein bisschen zu viel pauschalisiert. Man sollte die Sorgen der Bürger schon ernst nehmen. Wo kann man denn heute schließlich noch  "besoffen unter die Hecke fallen, ohne dass was passiert"?

https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/paska-afd-hochburg-saale-orla-kreis-100.html

Kein Wunder also. Den Leuten bleibt ja quasi gar nix anderes übrig, als einen Faschist zu wählen.
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Na na na. Jetzt wird mir hier aber ein bisschen zu viel pauschalisiert. Man sollte die Sorgen der Bürger schon ernst nehmen. Wo kann man denn heute schließlich noch  "besoffen unter die Hecke fallen, ohne dass was passiert"?

https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/paska-afd-hochburg-saale-orla-kreis-100.html

Kein Wunder also. Den Leuten bleibt ja quasi gar nix anderes übrig, als einen Faschist zu wählen.
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Die aus der ehemaligen DDR wollen einem erzählen sie hätten was aufgebaut? Sind die mal durch die DDR gefahren, durch die ganzen Ruinen die noch 1990 vom Krieg rumstanden, wie erbärmlich viele Innenstädte aussahen. Außerdem geht es denen nicht besser oder schlechter als den Leuten auf dem Dorf hier im Westen, nur jammern die im Westen nicht so rum und wählen nicht in dieser Masse Nazis. Die sollten mal nach Gelsenkirchen ziehen, da ist es schlechter als überall im Osten, nur wird da nicht so laut rumgejammert.
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Na na na. Jetzt wird mir hier aber ein bisschen zu viel pauschalisiert. Man sollte die Sorgen der Bürger schon ernst nehmen. Wo kann man denn heute schließlich noch  "besoffen unter die Hecke fallen, ohne dass was passiert"?

https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/paska-afd-hochburg-saale-orla-kreis-100.html

Kein Wunder also. Den Leuten bleibt ja quasi gar nix anderes übrig, als einen Faschist zu wählen.
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[quote=Brodowin]
Na na na. Jetzt wird mir hier aber ein bisschen zu viel pauschalisiert. Man sollte die Sorgen der Bürger schon ernst nehmen. Wo kann man denn heute schließlich noch  "besoffen unter die Hecke fallen, ohne dass was passiert"?



Ich war ja noch nie in Erfurt, aber bin in Frankfurt schon besoffen in manche gefallen. Außer Schädel am nächsten Tag passiert da aber nichts.
Was ist nun das Problem in Erfurt, sollten die einfach mehr Hecken pflanzen damit der Dorffascho aus Kaffroda weicher fällt? Oder hat "der Moslem" die Hecken zu kurz geschnitten? Wurden nach der Wende nur Fremdsträucher gepflanzt?
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Na na na. Jetzt wird mir hier aber ein bisschen zu viel pauschalisiert. Man sollte die Sorgen der Bürger schon ernst nehmen. Wo kann man denn heute schließlich noch  "besoffen unter die Hecke fallen, ohne dass was passiert"?

https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saale-orla/paska-afd-hochburg-saale-orla-kreis-100.html

Kein Wunder also. Den Leuten bleibt ja quasi gar nix anderes übrig, als einen Faschist zu wählen.
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Brodowin schrieb:

Den Leuten bleibt ja quasi gar nix anderes übrig, als einen Faschist zu wählen.

Musste ja so kommen; "Kein Konsum und kein Arzt, aber unterm Strich geht es allen gut."
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Schaut doch mal über die Grenzen . Nach Tschechien, Slowakei, Serbien, Polen, Ungarn, usw. Wer regiert denn da?
Nationalisten der allerschlimsten Sorte. Staaten, die bis zum Ende des Sozialismus über lange Jahrzehnte oder Jahrhunderte keine Demokratie erlebt haben. Wie in den neuen Bundesländern. Nur die paar Jahre Weimar, ansonsten Kaiserreich, Nazi- und dann SED-Diktatur. Im Sozialismus der DDR wurde die Nazidiktatur nicht aufgearbeitet. Da wurde gesagt. "Wir sind jetzt Antifaschisten und gut ist es". Gut war es eben nicht. Und jetzt stellen sie fest, dass das Leben in einer Demokratie durchaus anstrengend sein kann. Und sich damit zurecht zu finden dauert länger als gedacht und konnte auch mit den Soli-Milliarden nicht erkauft werden. Es steckt noch viel Obrigkeitshörigkeit (vielleicht der falsche Begriff) in der DNA der Bevölkerung und die können sie sich nur selbst rausmendeln.
Bitte nicht mit der Arroganz des Wessis kommen und die Menschen pauschal mit Nazis gleichsetzen.(propain!) 76% haben nicht AfD gewählt. Darauf gilt es aufzubauen. Schaffen müssen es die Bundesländer, aber auch unsere östlichen Nachbarn letztendlich selber. Hilfe zur Selbsthilfe, da wo es sinnvoll und gefragt ist.      
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Schaut doch mal über die Grenzen . Nach Tschechien, Slowakei, Serbien, Polen, Ungarn, usw. Wer regiert denn da?
Nationalisten der allerschlimsten Sorte. Staaten, die bis zum Ende des Sozialismus über lange Jahrzehnte oder Jahrhunderte keine Demokratie erlebt haben. Wie in den neuen Bundesländern. Nur die paar Jahre Weimar, ansonsten Kaiserreich, Nazi- und dann SED-Diktatur. Im Sozialismus der DDR wurde die Nazidiktatur nicht aufgearbeitet. Da wurde gesagt. "Wir sind jetzt Antifaschisten und gut ist es". Gut war es eben nicht. Und jetzt stellen sie fest, dass das Leben in einer Demokratie durchaus anstrengend sein kann. Und sich damit zurecht zu finden dauert länger als gedacht und konnte auch mit den Soli-Milliarden nicht erkauft werden. Es steckt noch viel Obrigkeitshörigkeit (vielleicht der falsche Begriff) in der DNA der Bevölkerung und die können sie sich nur selbst rausmendeln.
Bitte nicht mit der Arroganz des Wessis kommen und die Menschen pauschal mit Nazis gleichsetzen.(propain!) 76% haben nicht AfD gewählt. Darauf gilt es aufzubauen. Schaffen müssen es die Bundesländer, aber auch unsere östlichen Nachbarn letztendlich selber. Hilfe zur Selbsthilfe, da wo es sinnvoll und gefragt ist.      
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Hast du z.B. für die Wahlkreise Fulda, Main-Kinzig, Deggendorf, Pforzheim oder Wetterau auch solch windschnittige Analysen zur Hand? Warum wählen da so viele die AfD? WIe könnte da Hilfe zur Selbsthilfe aussehen?
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Hast du z.B. für die Wahlkreise Fulda, Main-Kinzig, Deggendorf, Pforzheim oder Wetterau auch solch windschnittige Analysen zur Hand? Warum wählen da so viele die AfD? WIe könnte da Hilfe zur Selbsthilfe aussehen?
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Jeder Wahlbezirk/Kreis mit hohem AfD - Anteil in westlichen Ländern hat seine eigene "windschnittige" Begründung. Diese mag nicht logisch erscheinen, wie jede Stimme für die AfD sich logisch nicht begründen lässt, aber die Entscheidung an der Wahlurne ist ja oft emotional.

Deggendorf hatte 2015 seine speziellen Erfahrungen mit den Problemen des Grenzübertritt, in grenznahen Gebieten zur ehemaligen DDR leben besonders viele Ex-DDRler, in Pforzheim gibt besonders viele soziale Probleme.

Zum Beispiel Pforzheim :

Fast jeder dritte Buckenberger (Wahlbezirk in Pforzheim) hat die AfD gewählt: 28,8 Prozent der Stimmen aus dem Stadtteil gingen an die Partei, das sind 12,6 Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. In Buckenberg wohnen besonders viele Spätaussiedler, die meisten davon Russlanddeutsche.
42,6 % ...
der Weststadt-Kinder – oder in absoluten Zahlen 570 – erhalten Sozialhilfe, eine Zunahme um vier Prozentpunkte innerhalb von fünf Jahren. In der Oststadt (AfD 21,6%), wo der Ausländeranteil am stärksten wuchs, ging die Kinderarmut minimal zurück: um 0,1 Prozentpunkte auf 37 Prozent.

23,5 % ...
Prozent aller Haushalte mit Kindern stellen Alleinerziehende, die erhöhtem Armutsrisiko ausgesetzt sind. Besonders zugenommen, vor allem in der Weststadt, haben ausländische Alleinerziehende. Auch Integrationsmanager berichten, dass sich vor allem Frauen öfter scheiden lassen.

51,1 % ..
der Ausländer sind EU-Bürger. Damit ist ihr Anteil an allen Ausländern gestiegen. Während aber der Anteil aus den alten EU-Staaten Westeuropas sank (von 26 auf 21 Prozent), stieg der aus Osteuropa von 21 auf 30 Prozent. Der Anteil der Türken sank von 23 auf 16 Prozent.
(Daten aus pz-online.de und Pforzheimer Kurier)

Du willst wissen wie man die beste Hilfe zur Selbsthilfe machen kann. Meine Antwort:
Bildungsangebote (Sprache, Schule, berufl. Ausbildung) , soziale Hilfe, vom Jugendamt bis zur Kita, mit intelligentem Wohnungsbau einer Ghettobildung vorbeugen u. ä.

So findet sich sicher überall Möglichkeiten der "Resozialisierung" von AfD-Wählern, mit der Nazi-Beschimpfungen erreicht man nichts oder wie ich vermute das Gegenteil.

Die letzten 5% erreicht man nicht.
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Jeder Wahlbezirk/Kreis mit hohem AfD - Anteil in westlichen Ländern hat seine eigene "windschnittige" Begründung. Diese mag nicht logisch erscheinen, wie jede Stimme für die AfD sich logisch nicht begründen lässt, aber die Entscheidung an der Wahlurne ist ja oft emotional.

Deggendorf hatte 2015 seine speziellen Erfahrungen mit den Problemen des Grenzübertritt, in grenznahen Gebieten zur ehemaligen DDR leben besonders viele Ex-DDRler, in Pforzheim gibt besonders viele soziale Probleme.

Zum Beispiel Pforzheim :

Fast jeder dritte Buckenberger (Wahlbezirk in Pforzheim) hat die AfD gewählt: 28,8 Prozent der Stimmen aus dem Stadtteil gingen an die Partei, das sind 12,6 Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. In Buckenberg wohnen besonders viele Spätaussiedler, die meisten davon Russlanddeutsche.
42,6 % ...
der Weststadt-Kinder – oder in absoluten Zahlen 570 – erhalten Sozialhilfe, eine Zunahme um vier Prozentpunkte innerhalb von fünf Jahren. In der Oststadt (AfD 21,6%), wo der Ausländeranteil am stärksten wuchs, ging die Kinderarmut minimal zurück: um 0,1 Prozentpunkte auf 37 Prozent.

23,5 % ...
Prozent aller Haushalte mit Kindern stellen Alleinerziehende, die erhöhtem Armutsrisiko ausgesetzt sind. Besonders zugenommen, vor allem in der Weststadt, haben ausländische Alleinerziehende. Auch Integrationsmanager berichten, dass sich vor allem Frauen öfter scheiden lassen.

51,1 % ..
der Ausländer sind EU-Bürger. Damit ist ihr Anteil an allen Ausländern gestiegen. Während aber der Anteil aus den alten EU-Staaten Westeuropas sank (von 26 auf 21 Prozent), stieg der aus Osteuropa von 21 auf 30 Prozent. Der Anteil der Türken sank von 23 auf 16 Prozent.
(Daten aus pz-online.de und Pforzheimer Kurier)

Du willst wissen wie man die beste Hilfe zur Selbsthilfe machen kann. Meine Antwort:
Bildungsangebote (Sprache, Schule, berufl. Ausbildung) , soziale Hilfe, vom Jugendamt bis zur Kita, mit intelligentem Wohnungsbau einer Ghettobildung vorbeugen u. ä.

So findet sich sicher überall Möglichkeiten der "Resozialisierung" von AfD-Wählern, mit der Nazi-Beschimpfungen erreicht man nichts oder wie ich vermute das Gegenteil.

Die letzten 5% erreicht man nicht.
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Ok. Das habe ich jetzt soweit verstanden. Im Osten ist der gemeine AfD-Wähler also pauschal auf die spezielle Historie zurückzuführen (Theorie: von einer Diktatur in die nächste usw.). Im Westen sind es entweder bestimmte Umstände (Deggendorf-> Ankunft vieler Flüchtlinge) oder in anderen Landkreisen das importierte Problem aus dem Osten (-> viele Russlanddeutsche oder ehemalige DDR-Bürger). Was ist denn nun aber mit Fulda, Main-Kinzig oder Wetterau-Ost? Sind es da die Russlanddeutschen oder die ehemaligen DDR-Bürger?  
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Die Besonderheiten im Osten machen sicherlich den Unterschied zwischen 15 und 25 Prozent aus. Aber selbst ohne diese Besonderheiten wären es halt noch 15.
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Ok. Das habe ich jetzt soweit verstanden. Im Osten ist der gemeine AfD-Wähler also pauschal auf die spezielle Historie zurückzuführen (Theorie: von einer Diktatur in die nächste usw.). Im Westen sind es entweder bestimmte Umstände (Deggendorf-> Ankunft vieler Flüchtlinge) oder in anderen Landkreisen das importierte Problem aus dem Osten (-> viele Russlanddeutsche oder ehemalige DDR-Bürger). Was ist denn nun aber mit Fulda, Main-Kinzig oder Wetterau-Ost? Sind es da die Russlanddeutschen oder die ehemaligen DDR-Bürger?  
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Brodowin schrieb:

Was ist denn nun aber mit Fulda, Main-Kinzig oder Wetterau-Ost?

Ist Dir der Name Martin Hohmann ein Begriff und seine spezifische Rolle in Fulda? Die Wetterau war schon vor der AfD eine Gegend mit erhöhten nationalistischen Bevölkerungsanteilen. Icb erinnere nur an den NPDler der in Altenstadt zum Ortsvorsteher gewählt wurde. Das sind Dörfer in denen die Gesinnung offenbar vererbt wird.

Nicht umsonst hat die Antifa-BI den Sozialpreis 2014 des Wetterau - Kreises erhalten. In der Laudatio sagte der Kreisbeigeordneter Helmut Betschel (Grüne): "Mit der Auswahl wollten wir ein Zeichen setzen." Die Antifa-BI sei in vielen Schulen unterwegs und leiste angesichts steigender Flüchtlingszahlen und der damit zusammenhängenden rechtsgerichteten Kreise wertvolle Aufklärungsarbeit.
Auch hier der Hinweis auf Flüchtlinge mit denen der Wetterauer noch wenig Erfahrung hatten.

@werner
Natürlich gibt es nicht die "eine" Erklärung für Wahlverhalten und Wählerwanderung. Auf der Tagesschauseite kannste Dir interessante Grafiken von den Wählerwanderungen in Thüringen ansehen. Zu vielen "Wanderungen" kann ich beim besten Willen keine Erklärung liefern.


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