Laßt Riera mit der Mannschaft doch mal paar Spiele gewinnen, Erfolgserlebnisse können in den Köpfen Wunder bewirken und Selbstvertrauen zurückholen.
das können sie zwar, das tun sie aber regelmäßig nur dann, wenn die spieler an das große dahinterstehende ganze glauben (können). wäre bei uns bspw. dann der fall gewesen, wenn es nach dem 3:0 gg gladbach in sachen ergebnisse und spielweise so weitergegangen wäre. ist es aber nicht. beides nicht...
cm47 schrieb:
Wenn er im Sommer eine komplette Vorbereitung hat, Krösche hoffentlich die passenden und geeigneten Spieler verpflichten kann, dann muß er in der neuen Saison zeigen, ob das alles so richtig war. Ich bin nicht so pessimistisch, weil Krösche in seiner Trainerauswahl bislang ja nicht ganz falsch gelegen hat.
siehst du, und ich hoffe schlicht auf einen konsequente trennung zum saisonende, weil wir die mannschaft gar nicht so sehr umbauen könnten wie wir es müssten, damit riera hier seinen hochreck-ballbesitzfußball hinreichend erfolgreich implementieren kann. die nummer mit ihm ist - stand jetzt - eine totgeburt mit ansage und daran wird auch noch mehr vorbereitung und der ein oder andere aufgrund individueller klasse errumpelte sieg nichts ändern .
hier tun einige so, als wäre es hexenwerk, zum jetzigen zeitpunkt beurteilen zu können, wo mit einem trainer die reise hingehen wird, aber es ist doch ziemlich simpel:
riera schaut bisher null darauf, was er für leute zur verfügung hat, wie er ihre stärken am besten nutzen kann und welcher fußball zu dem kader am besten passt, den er vorgefunden hat. denn eines ist sicher: der kader mag nicht optimal zusammengestellt sein, aber da ließe sich deutlich mehr herausholen, als dass, was wir da seit wochen zu sehen bekommen.
stattdessen aber zieht riera ohne rücksicht auf verluste seinen stiefel durch, versucht, leute krampfhaft in sein schema zu pressen, egal, ob sinnvoll oder nicht (bspw. larsson als 6er, kalimuendo als ra obwohl doan da ist, den er als halbraumspieler komplett seiner stärken beraubt etc.) und tut nachher verwundert, wenn das rauskommt, was zuletzt regelmäßig rausgekommen ist - nur halt mit unterschiedlicher punktausbeute. was sich daran in der zukunft und mit mehr vorbereitung ändern soll, ist mir schleierhaft.
ich weiß nicht, ob das hier einigen klar ist, aber es ist nicht umsonst so, dass diese art von fußball unter zwei verschiedenen trainern mit dem uns jeweils zur verfügung stehenden personal als schnittmenge nahezu gleich aussah, nämlich wie tipp-kick-standfußball und druckloses ballgeschiebe im ungefährlichen raum. das ist kein zufall.
wir hatten das experiment unter toppmöller in dessen erster saison, wobei an dem gezeigten auch eine sommer und eine wintervorbereitung nicht hinreichend genug viel geändert haben und wenn da ein anderes ergebnis rauskommen soll, können wir einmal quasi die komplette mannschaft austauschen und müssen dabei dann auch noch schön in dem teich fischen, in dem die ganzen großkopferten ballbesitzmannschaften auch fischen, weil wir dann im engeren sinne dieselben spieler wie diese benötigen. viel spass dabei...
Inhaltlich liegst du nicht falsch, dann muß er eben das Spielsystem implementieren, für das er die Spieler hat und das ist eben kein Ballbesitzfußball.....das muß ihm die Vereinsführung dann klarmachen, wenn sie es nicht schon gemacht hat. Wieviel Trainer will man denn noch bezahlen, wenn er im Sommer gehen sollte.....?.....dann bezahlste zwei Trainer für nix und der Nachfolger will ja auch was verdienen.....drei Trainer bezahlen, wovon nur einer hier tätig wäre.....so kann man auch Geld versenken...
Inhaltlich liegst du nicht falsch, dann muß er eben das Spielsystem implementieren, für das er die Spieler hat und das ist eben kein Ballbesitzfußball.....das muß ihm die Vereinsführung dann klarmachen, wenn sie es nicht schon gemacht hat.
da bin ich völlig bei dir. genau da sehe ich aber auch die ironie an der ganzen nummer, denn so wie riera bislang daherkommt, muss man kein prophet sein, um vorauszusagen, dass das mit ihm anders laufen wird als bei toppmöller nach dessen erster saison, wo es dieselben probleme gab und dem man dann u.a. extra noch nen erfahrenen co-trainer an die seite gestellt hat, weshalb es dann auch deutlich besser lief.
cm47 schrieb:
Wieviel Trainer will man denn noch bezahlen, wenn er im Sommer gehen sollte.....?.....dann bezahlste zwei Trainer für nix und der Nachfolger will ja auch was verdienen.....drei Trainer bezahlen, wovon nur einer hier tätig wäre.....so kann man auch Geld versenken..
das obige ist natürlich suboptimal, aber am ende doch kein grund, ein experiment nicht frühzeitig für gescheitert zu erklären, wenn genau das absehbar ist.
zumal der umbau der mannschaft nach rieras wünschen garantiert deutlich teurer käme und wir uns eine weitere saison wie die jetzige schlicht nicht leisten können - tabellarisch nicht und auch und vor allem in sachen spielerentwicklung nicht.
Hat Larsson bei irgendeinem Trainer nicht größtenteils 6er gespielt?
larsson ist tendenziell ein box to box spieler und diese rolle hat er - in verschiedenen konstellationen - zumeist auch gespielt.
Schon, aber mit verschiedenen Schwerpunkten. Zuletzt eher defensiv. Ob das immer Vorgabe des jeweiligen Trainers oder vielleicht teilweise auch Lauffaulheit von Larsson war, kann man nicht mit Sicherheit sagen.
Hat Larsson bei irgendeinem Trainer nicht größtenteils 6er gespielt?
larsson ist tendenziell ein box to box spieler und diese rolle hat er - in verschiedenen konstellationen - zumeist auch gespielt.
Schon, aber mit verschiedenen Schwerpunkten. Zuletzt eher defensiv. Ob das immer Vorgabe des jeweiligen Trainers oder vielleicht teilweise auch Lauffaulheit von Larsson war, kann man nicht mit Sicherheit sagen.
Laßt Riera mit der Mannschaft doch mal paar Spiele gewinnen, Erfolgserlebnisse können in den Köpfen Wunder bewirken und Selbstvertrauen zurückholen. Es sind zwar nur noch paar Spiele bis Saisonende, aber noch mischen wir ja oben bißchen mit. Wenn er im Sommer eine komplette Vorbereitung hat, Krösche hoffentlich die passenden und geeigneten Spieler verpflichten kann, dann muß er in der neuen Saison zeigen, ob das alles so richtig war. Ich bin nicht so pessimistisch, weil Krösche in seiner Trainerauswahl bislang ja nicht ganz falsch gelegen hat. Jeder Spieler muß mit der persönlichen Art des Trainers zurechtkommen, wir mußten das damals auch. Er kann hier etwas bewegen, wenn er die Chance dazu bekommt und auch nutzt.
Laßt Riera mit der Mannschaft doch mal paar Spiele gewinnen, Erfolgserlebnisse können in den Köpfen Wunder bewirken und Selbstvertrauen zurückholen.
Ja das ist richtig. Aber genau nach dieser Phase geht es ja bei uns bergab, deswegen bin ich ja so besorgt. Wir gewinnen 3zu0 gg. Gladbach Verlieren nach starker 2 Halbzeit nur knapp in München. Danach kam ein 2zu0 gegen Freiburg. Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert. Das stimmt vermutlich was anderes nicht. Deswegen verstehe ich jeden, der aktuell ein mulmiges Gefühl hat. Und ich bin der Meinung, die 8 freien Tage, werden nicht viel positives bewirken. Das war meiner Meinung nach unangebracht und unnötig lange. 2 bis 3 Tage okay, aber 8 Tage bei so einer Einzelspieler Mannschaft wird nicht viel bringen.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Laßt Riera mit der Mannschaft doch mal paar Spiele gewinnen, Erfolgserlebnisse können in den Köpfen Wunder bewirken und Selbstvertrauen zurückholen.
Ja das ist richtig. Aber genau nach dieser Phase geht es ja bei uns bergab, deswegen bin ich ja so besorgt. Wir gewinnen 3zu0 gg. Gladbach Verlieren nach starker 2 Halbzeit nur knapp in München. Danach kam ein 2zu0 gegen Freiburg. Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert. Das stimmt vermutlich was anderes nicht. Deswegen verstehe ich jeden, der aktuell ein mulmiges Gefühl hat. Und ich bin der Meinung, die 8 freien Tage, werden nicht viel positives bewirken. Das war meiner Meinung nach unangebracht und unnötig lange. 2 bis 3 Tage okay, aber 8 Tage bei so einer Einzelspieler Mannschaft wird nicht viel bringen.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱 Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Bitte, bitte jetzt nicht wieder die Gegner starkreden und als Ausrede gelten lassen. Nach einem wirklich vielversprechenden Start ist der Trainerwechsel schneller verglüht, als ein Komet. Und wenn man sich jetzt so anschaut, was Leverkusen und v.a. Hoffenheim in den letzten Wochen gemacht haben, dann muss man feststellen, daß es absolut die Chance gegeben hätte (noch VOR den Spielen zuhause gegen eben diese Leverkusener und Hoffenheimer), da reinzustoßen. Man muss auch so realistisch sein, daß es gegen Leipzig und Stuttgart tabellarisch wohl auch im best case Szenario nicht gereicht hätte. Aber wir haben gegen zwei absolut schlagbare Gegner mit Meier/Schmidt auf der Bank abgeschenkt und dann hat Riera gegen Union, Mainz und St. Pauli zusammen 7 Punkte liegengelassen. Gespielt haben wir ganz überwiegend erbärmlich. Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱 Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱 Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Wie kann man in jungen Jahren schon derart vergesslich sein.......
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱 Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱 Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Wie kann man in jungen Jahren schon derart vergesslich sein.......
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Bitte, bitte jetzt nicht wieder die Gegner starkreden und als Ausrede gelten lassen. Nach einem wirklich vielversprechenden Start ist der Trainerwechsel schneller verglüht, als ein Komet. Und wenn man sich jetzt so anschaut, was Leverkusen und v.a. Hoffenheim in den letzten Wochen gemacht haben, dann muss man feststellen, daß es absolut die Chance gegeben hätte (noch VOR den Spielen zuhause gegen eben diese Leverkusener und Hoffenheimer), da reinzustoßen. Man muss auch so realistisch sein, daß es gegen Leipzig und Stuttgart tabellarisch wohl auch im best case Szenario nicht gereicht hätte. Aber wir haben gegen zwei absolut schlagbare Gegner mit Meier/Schmidt auf der Bank abgeschenkt und dann hat Riera gegen Union, Mainz und St. Pauli zusammen 7 Punkte liegengelassen. Gespielt haben wir ganz überwiegend erbärmlich. Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Bitte, bitte jetzt nicht wieder die Gegner starkreden und als Ausrede gelten lassen. Nach einem wirklich vielversprechenden Start ist der Trainerwechsel schneller verglüht, als ein Komet. Und wenn man sich jetzt so anschaut, was Leverkusen und v.a. Hoffenheim in den letzten Wochen gemacht haben, dann muss man feststellen, daß es absolut die Chance gegeben hätte (noch VOR den Spielen zuhause gegen eben diese Leverkusener und Hoffenheimer), da reinzustoßen. Man muss auch so realistisch sein, daß es gegen Leipzig und Stuttgart tabellarisch wohl auch im best case Szenario nicht gereicht hätte. Aber wir haben gegen zwei absolut schlagbare Gegner mit Meier/Schmidt auf der Bank abgeschenkt und dann hat Riera gegen Union, Mainz und St. Pauli zusammen 7 Punkte liegengelassen. Gespielt haben wir ganz überwiegend erbärmlich. Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Hinzu kommt, dass Spiele gegen M1 keine Derbys sind.
Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Hinzu kommt, dass Spiele gegen M1 keine Derbys sind.
Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Wow! Vielen Dank für ausführliche Analyse! 🙏
Bei den ersten zwei Punkten kann ich zu 100% mitgehen und bin froh, dass das jemand mal so gut analysiert. Bei den weiteren Punkten kann ich auch zustimmen!
Kleine Anmerkungen, damit nicht nur Applaus vorherrscht für den zumeist starken Beitrag.
DonGuillermo schrieb:
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera.
Da muss ich Dir schon widersprechen. Aufblasen ist natürlich nicht sinnvoll, aber die Art und Weise, wie Riera Sprüche klopft, gepaart mit seiner Ausstrahlung und Mimik, das fliegt ihm bei schlechten Leistungen um die Ohren. Das können Du und andere ja anders sehen, die Medien und die breite Öffentlichkeit sehen das eher auch so.
DonGuillermo schrieb:
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten.
Da kommt es ja drauf an, wo intern Zweifel aufkommen. Bei Krösche? Da wäre es verwunderlich. Bei anderen Mitarbeitern, die in die Riera-Auswahl nicht wirklich eingebunden waren? Bei Spielern? Wäre es da auch verwunderlich?
DonGuillermo schrieb:
Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Bei letzterem Teil gebe ich Dir recht. Das mit der Stabilisierung... Naja, zum Teil ist sie ja gegeben. Zum Teil schaffen es aber andere Trainer durchaus verunsicherte Teams schneller zu stabilisieren. Da komme ich ja wieder zu dem Punkt, dass es völliger Quatsch war Riera zu dem Zeitpunkt zu holen, wenn man weiß, dass es nach oben schwierig wird und Conference League oder Platz 8 die Spieler wohl kaum noch juckt, ganz zu schweigen von den anderen Problemen. Damit verbrennt man den Trainer komplett.
DonGuillermo schrieb:
Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist
Das ist völlig richtig.
DonGuillermo schrieb:
Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Hauptsächlich macht auch kein Sinn. Riera ist ein Rad im Getriebe und er hat noch eben keine Vorbereitung gemacht, eben der Grund, warum ich die Einstellung mitten in der Saison für falsch halte für so eine Art Trainer. Aber ich muss auch sagen, dass viele einfach dachten, dass das "Dino weg, die Probleme werden gelöst" Denken mancher einfach halt Quatsch war. Es gibt strukturelle Probleme, die kein Trainer sofort lösen kann und für die auch nicht einer alleine verantwortlich war. Man hat hier z.B. einen Trainer hauptsächlich dafür verantwortlich gemacht, dass es scheisse läuft und jetzt wundern sich vor allem die Leute, die das getan haben, darüber, dass man bei Riera strenger hinschaut? Das ist doch schon eine reine Trotzreaktion jetzt auch (auch von mir) angesichts der absurden Verantwortungsfragen.
Und nochmal: Ich befürchte, dass Riera verbrannt ist nach der Saison, weil einfach der Zeitpunkt für diese Art Trainer quatschiger nicht sein kann. Die Erwartungshaltung ist hier einfach eine andere und Riera würde, wenn wir jetzt noch paar solcher Leistungen wie zuletzt sehen, mit einer enormen Hypothek in die nächste Saison gehen, ähnlich wie Dino nach seiner 1. Saison übrigens (den dann eine Platz 3 Saison mit Highperformern im Team gerettet hat).
Danke Guillermo für die fundierte und sachliche Analyse zu Riera.
Ich bin auch der Meinung, dass seine bisherige inhaltliche (!) Arbeit von vielen zu kritisch gesehen wird. Er hat eine total verunsicherte Mannschaft stabilisiert und auch mehere Siege aus der Kategorie "Ergebnisfußball" erzielt. Das ist doch grundsätzlich aller Ehren wert.
Natürlich sollte sich im Laufe der nächsten Wochen auch spielerisch eine Weiterentwicklung erkennen lassen, damit Riera nicht einfach nur ein Feuerwehrmann bleibt. Ich bin aber zu 100% sicher, dass Krösche deutlich mehr Geduld haben wird, als die Schreiberlinge ihm von außen andichten. Für mich ist es fast ausgeschlossen, dass man Riera im Sommer schon wieder vor die Tür setzt, das wäre eine peinliche Niederlage für Krösche.
Was mich bei Riera aber tatsächlich stört, ist sein unnötiges und teilweise unverschämtes Abkanzeln der eigenen Spieler in der Öffentlichkeit. Natürlich soll der Trainer seinen Spielern intern hinter verschlossenen Türen (!) klare Ansagen machen, woran sie zu arbeiten haben. Aber warum muss das in Pressekonferenzen passieren? Das Anzählen von Uzun gestern, Aussagen im Stile von "ich habe halt nur die Spieler, die hier sind, bessere brauchen wir dann im Sommer" sind absolut dämlich und helfen absolut niemandem weiter. Aus meiner Sicht braucht Riera mal dringend ein Medien-Coaching, um solche unnötigen Aussagen zu unterlassen.
Vielen Dank für den tollen Post @DonGuillermo. Nicht nur inhaltlich, sondern auch, was die Art der Diskussion angeht. Wirklich toll, eine sachliche und fundierte Auseinandersetzung zu lesen.
Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Wow! Vielen Dank für ausführliche Analyse! 🙏
Bei den ersten zwei Punkten kann ich zu 100% mitgehen und bin froh, dass das jemand mal so gut analysiert. Bei den weiteren Punkten kann ich auch zustimmen!
Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Auch ich möchte auf die Kritik an Albert Riera (AR) eingehen: Allerdings in Richtung einer grundsätzlichen Betrachtung als Trainer, unabhängig davon, ob AR die SGE oder irgendeinen anderen Verein trainiert. Auch ich mache das noch vor dem heutigen Spiel, damit es nicht heißt, dass ich nur schreibe, weil die SGE verloren hat.
Ein Trainer muss eine gewisse Intelligenz mitbringen: Intelligenz habe ich (z.B.) an Oliver Glasner und an Dino Toppmöller (DT) sehr geschätzt. Sind wir in Frankfurt etwas verwöhnt? Den Unterschied habe ich bei der ersten Pressekonferenz mit AR sofort gemerkt. AR passt meines Erachtens so gar nicht ins Bild. Ich frage mich, wie liefen die Einstellungsgespräche mit AR? Wie und was hat Markus Krösche (MK) mit ihm kommuniziert?
Der Trainer ist auf die Mannschaft angewiesen, auch auf deren Mentalität. Sie muss bei den Methoden des Trainers mitziehen. Wenn das fehlt, ist jeder Trainer zum Scheitern verurteilt. Wie läuft die Kommunikation zwischen AR und der Mannschaft? Er denkt spanisch, spricht einfaches englisch. Ist das authentisch, wie verstehen die Spieler diese Anweisungen? Was ist dieser Mensch für ein Charakter, wenn er Aussagen tätigt wie: „Ich werde ihnen morgen sagen: ‚Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt.“
AR wirkt sehr selbstbewusst, vielleicht sogar überheblich. Im Forum der Eintracht („DonGuillermo“) habe ich von seinen Auseinandersetzungen schon als Spieler mit Gegnern, Trainern und Vereinsfunktionären, und auch als Trainer gegenüber allen möglichen Protagonisten (Spieler, Schiedsrichter, Medien und den eigenen Vorgesetzten). Er weckt in mir nicht den Eindruck einer strategisch ausgerichteten Persönlichkeit. Ein charismatisch auftretender Trainer kann im Erfolgsfall wirken, aber wie sieht es im Negativfall aus? Für Riera ist die Eintracht m.E. DIE Chance zum internationalen Durchbruch. Er kann noch immer zur Top-Lösung werden oder zum totalen Reinfall.
Die drei kommenden Spiele gegen den 1. FC Köln, in Wolfsburg und anschließend im Stadtwald gegen RB Leipzig (und gegen Leipzig sind wir schon am 30. Spieltag) werden über die weitere Zukunft von AR entscheiden. Ggfs. ausstehende Gehaltszahlungen im Falle einer zeitnahen Vertragsauflösung stehen dann wirklich hinten an.
Es gibt zahlreiche interessante Alternativen, wie ich meine, in alphabetischer Reihenfolge: Oliver Glasner wird im Sommer frei (wird schwierig mit Blick auf Gehalt und Beziehung zu MK), Lukas Kwasniok ist frei (ja, der kommt aus Paderborn), Marco Rose, Edin Terzic, Dino Toppmöller ist frei … und einige andere mehr könnten nach der Saison darüber nachdenken, ob sie überhaupt zum Beispiel beim FCSP, beim HSV, in Leipzig weiterarbeiten möchten.
Einer der wichtigsten Menschen im Mannschaftssport ist der Trainer. Er ist maßgeblich für die sportliche Leistung, Taktik und Strategie verantwortlich. Er ist Motivator und Psychologe, fördert Talente und schafft ein Umfeld für deren Weiterentwicklung. Aber er ist auch kein Heilsbringer:
ich frag mich ernsthaft, was man in ihm bzw. er in sich selbst sieht - außer viel Polemik kommt da m.E. nicht viel. Diese Wechsel und Aufstellungen versteht kaum Jemand noch.
Für den emotionslosen Kader kann er nichts, das ist wahr - aber irgendwie Feuer reingebracht hat er auch da nicht.
Eigentlich ist er für die nächste Saison jetzt schon verbrannt.
Auch ich möchte auf die Kritik an Albert Riera (AR) eingehen: Allerdings in Richtung einer grundsätzlichen Betrachtung als Trainer, unabhängig davon, ob AR die SGE oder irgendeinen anderen Verein trainiert. Auch ich mache das noch vor dem heutigen Spiel, damit es nicht heißt, dass ich nur schreibe, weil die SGE verloren hat.
Ein Trainer muss eine gewisse Intelligenz mitbringen: Intelligenz habe ich (z.B.) an Oliver Glasner und an Dino Toppmöller (DT) sehr geschätzt. Sind wir in Frankfurt etwas verwöhnt? Den Unterschied habe ich bei der ersten Pressekonferenz mit AR sofort gemerkt. AR passt meines Erachtens so gar nicht ins Bild. Ich frage mich, wie liefen die Einstellungsgespräche mit AR? Wie und was hat Markus Krösche (MK) mit ihm kommuniziert?
Der Trainer ist auf die Mannschaft angewiesen, auch auf deren Mentalität. Sie muss bei den Methoden des Trainers mitziehen. Wenn das fehlt, ist jeder Trainer zum Scheitern verurteilt. Wie läuft die Kommunikation zwischen AR und der Mannschaft? Er denkt spanisch, spricht einfaches englisch. Ist das authentisch, wie verstehen die Spieler diese Anweisungen? Was ist dieser Mensch für ein Charakter, wenn er Aussagen tätigt wie: „Ich werde ihnen morgen sagen: ‚Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt.“
AR wirkt sehr selbstbewusst, vielleicht sogar überheblich. Im Forum der Eintracht („DonGuillermo“) habe ich von seinen Auseinandersetzungen schon als Spieler mit Gegnern, Trainern und Vereinsfunktionären, und auch als Trainer gegenüber allen möglichen Protagonisten (Spieler, Schiedsrichter, Medien und den eigenen Vorgesetzten). Er weckt in mir nicht den Eindruck einer strategisch ausgerichteten Persönlichkeit. Ein charismatisch auftretender Trainer kann im Erfolgsfall wirken, aber wie sieht es im Negativfall aus? Für Riera ist die Eintracht m.E. DIE Chance zum internationalen Durchbruch. Er kann noch immer zur Top-Lösung werden oder zum totalen Reinfall.
Die drei kommenden Spiele gegen den 1. FC Köln, in Wolfsburg und anschließend im Stadtwald gegen RB Leipzig (und gegen Leipzig sind wir schon am 30. Spieltag) werden über die weitere Zukunft von AR entscheiden. Ggfs. ausstehende Gehaltszahlungen im Falle einer zeitnahen Vertragsauflösung stehen dann wirklich hinten an.
Es gibt zahlreiche interessante Alternativen, wie ich meine, in alphabetischer Reihenfolge: Oliver Glasner wird im Sommer frei (wird schwierig mit Blick auf Gehalt und Beziehung zu MK), Lukas Kwasniok ist frei (ja, der kommt aus Paderborn), Marco Rose, Edin Terzic, Dino Toppmöller ist frei … und einige andere mehr könnten nach der Saison darüber nachdenken, ob sie überhaupt zum Beispiel beim FCSP, beim HSV, in Leipzig weiterarbeiten möchten.
Einer der wichtigsten Menschen im Mannschaftssport ist der Trainer. Er ist maßgeblich für die sportliche Leistung, Taktik und Strategie verantwortlich. Er ist Motivator und Psychologe, fördert Talente und schafft ein Umfeld für deren Weiterentwicklung. Aber er ist auch kein Heilsbringer:
Ich halte ihn für keinen schlechten Trainer, aber ich bleibe dabei, dass das einfach dumm ist so einen Trainer mitten in einer Saison in eine disfunktionale Mannschaft zu schicken. So einen Trainer stellst Du zu Saisonbeginn ein.
Um ihn ein bisschen zu schützen. Riera hat 12 Punkte aus 8 Ligaspielen geholt. Kovac hatte 12 Punkte aus den ersten 8 Spielen bei uns, Hütter und Dino hatten 13. Also sind alle nah beisammen. Einzig Glasner war schwächer (8 Punkte).
nein, tust du - in unserem fall gottseidank - nicht. damit hätte man nämlich wieder eine relevante sommertransferperiode sowie eine sommervorbereitung komplett verschenkt.
jetzt kann man sich das elend noch ein wenig anschauen und den fehler dann zum saisonende korregieren und jemand holen, der vom typ und vom fußball besser passt.
Inhaltlich liegst du nicht falsch, dann muß er eben das Spielsystem implementieren, für das er die Spieler hat und das ist eben kein Ballbesitzfußball.....das muß ihm die Vereinsführung dann klarmachen, wenn sie es nicht schon gemacht hat.
Wieviel Trainer will man denn noch bezahlen, wenn er im Sommer gehen sollte.....?.....dann bezahlste zwei Trainer für nix und der Nachfolger will ja auch was verdienen.....drei Trainer bezahlen, wovon nur einer hier tätig wäre.....so kann man auch Geld versenken...
da bin ich völlig bei dir. genau da sehe ich aber auch die ironie an der ganzen nummer, denn so wie riera bislang daherkommt, muss man kein prophet sein, um vorauszusagen, dass das mit ihm anders laufen wird als bei toppmöller nach dessen erster saison, wo es dieselben probleme gab und dem man dann u.a. extra noch nen erfahrenen co-trainer an die seite gestellt hat, weshalb es dann auch deutlich besser lief.
das obige ist natürlich suboptimal, aber am ende doch kein grund, ein experiment nicht frühzeitig für gescheitert zu erklären, wenn genau das absehbar ist.
zumal der umbau der mannschaft nach rieras wünschen garantiert deutlich teurer käme und wir uns eine weitere saison wie die jetzige schlicht nicht leisten können - tabellarisch nicht und auch und vor allem in sachen spielerentwicklung nicht.
larsson ist tendenziell ein box to box spieler und diese rolle hat er - in verschiedenen konstellationen - zumeist auch gespielt.
Schon, aber mit verschiedenen Schwerpunkten. Zuletzt eher defensiv. Ob das immer Vorgabe des jeweiligen Trainers oder vielleicht teilweise auch Lauffaulheit von Larsson war, kann man nicht mit Sicherheit sagen.
larsson ist tendenziell ein box to box spieler und diese rolle hat er - in verschiedenen konstellationen - zumeist auch gespielt.
Schon, aber mit verschiedenen Schwerpunkten. Zuletzt eher defensiv. Ob das immer Vorgabe des jeweiligen Trainers oder vielleicht teilweise auch Lauffaulheit von Larsson war, kann man nicht mit Sicherheit sagen.
Es sind zwar nur noch paar Spiele bis Saisonende, aber noch mischen wir ja oben bißchen mit.
Wenn er im Sommer eine komplette Vorbereitung hat, Krösche hoffentlich die passenden und geeigneten Spieler verpflichten kann, dann muß er in der neuen Saison zeigen, ob das alles so richtig war.
Ich bin nicht so pessimistisch, weil Krösche in seiner Trainerauswahl bislang ja nicht ganz falsch gelegen hat.
Jeder Spieler muß mit der persönlichen Art des Trainers zurechtkommen, wir mußten das damals auch.
Er kann hier etwas bewegen, wenn er die Chance dazu bekommt und auch nutzt.
Ja das ist richtig.
Aber genau nach dieser Phase geht es ja bei uns bergab, deswegen bin ich ja so besorgt.
Wir gewinnen 3zu0 gg. Gladbach
Verlieren nach starker 2 Halbzeit nur
knapp in München.
Danach kam ein 2zu0 gegen Freiburg.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Das stimmt vermutlich was anderes nicht. Deswegen verstehe ich jeden, der aktuell ein mulmiges Gefühl hat.
Und ich bin der Meinung, die 8 freien Tage, werden nicht viel positives bewirken. Das war meiner Meinung nach unangebracht und unnötig lange.
2 bis 3 Tage okay, aber 8 Tage bei so einer
Einzelspieler Mannschaft wird nicht viel bringen.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Ja das ist richtig.
Aber genau nach dieser Phase geht es ja bei uns bergab, deswegen bin ich ja so besorgt.
Wir gewinnen 3zu0 gg. Gladbach
Verlieren nach starker 2 Halbzeit nur
knapp in München.
Danach kam ein 2zu0 gegen Freiburg.
Und seit den 3 Spielen danach sind wir gegen die schwächsten Gegner plötzlich total überfordert.
Das stimmt vermutlich was anderes nicht. Deswegen verstehe ich jeden, der aktuell ein mulmiges Gefühl hat.
Und ich bin der Meinung, die 8 freien Tage, werden nicht viel positives bewirken. Das war meiner Meinung nach unangebracht und unnötig lange.
2 bis 3 Tage okay, aber 8 Tage bei so einer
Einzelspieler Mannschaft wird nicht viel bringen.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱
Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Bitte, bitte jetzt nicht wieder die Gegner starkreden und als Ausrede gelten lassen. Nach einem wirklich vielversprechenden Start ist der Trainerwechsel schneller verglüht, als ein Komet. Und wenn man sich jetzt so anschaut, was Leverkusen und v.a. Hoffenheim in den letzten Wochen gemacht haben, dann muss man feststellen, daß es absolut die Chance gegeben hätte (noch VOR den Spielen zuhause gegen eben diese Leverkusener und Hoffenheimer), da reinzustoßen. Man muss auch so realistisch sein, daß es gegen Leipzig und Stuttgart tabellarisch wohl auch im best case Szenario nicht gereicht hätte.
Aber wir haben gegen zwei absolut schlagbare Gegner mit Meier/Schmidt auf der Bank abgeschenkt und dann hat Riera gegen Union, Mainz und St. Pauli zusammen 7 Punkte liegengelassen. Gespielt haben wir ganz überwiegend erbärmlich. Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
🥱🥱🥱
Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Wie kann man in jungen Jahren schon derart vergesslich sein.......
🥱🥱🥱
Stimmt ich Depp habe ganz vergessen, wie Toll wir gegen die Topclubs Heidenheim und St. Pauli gespielt haben.
Wie kann man in jungen Jahren schon derart vergesslich sein.......
Wow, wenn Mainz nach einer Niederlage in den letzten 10 Spielen (gegen den BvB) zu den schwächsten Gegnern gehört, dann ist die Bundesliga ja wohl die absolute Spitze des internationalen Fußballs.
Es ist absolut bewundernswert, wie Du Dich bei Deiner Meinung in keiner Weise von der Realität belasten lässt.
Bitte, bitte jetzt nicht wieder die Gegner starkreden und als Ausrede gelten lassen. Nach einem wirklich vielversprechenden Start ist der Trainerwechsel schneller verglüht, als ein Komet. Und wenn man sich jetzt so anschaut, was Leverkusen und v.a. Hoffenheim in den letzten Wochen gemacht haben, dann muss man feststellen, daß es absolut die Chance gegeben hätte (noch VOR den Spielen zuhause gegen eben diese Leverkusener und Hoffenheimer), da reinzustoßen. Man muss auch so realistisch sein, daß es gegen Leipzig und Stuttgart tabellarisch wohl auch im best case Szenario nicht gereicht hätte.
Aber wir haben gegen zwei absolut schlagbare Gegner mit Meier/Schmidt auf der Bank abgeschenkt und dann hat Riera gegen Union, Mainz und St. Pauli zusammen 7 Punkte liegengelassen. Gespielt haben wir ganz überwiegend erbärmlich. Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Bitte, bitte jetzt nicht wieder die Gegner starkreden und als Ausrede gelten lassen. Nach einem wirklich vielversprechenden Start ist der Trainerwechsel schneller verglüht, als ein Komet. Und wenn man sich jetzt so anschaut, was Leverkusen und v.a. Hoffenheim in den letzten Wochen gemacht haben, dann muss man feststellen, daß es absolut die Chance gegeben hätte (noch VOR den Spielen zuhause gegen eben diese Leverkusener und Hoffenheimer), da reinzustoßen. Man muss auch so realistisch sein, daß es gegen Leipzig und Stuttgart tabellarisch wohl auch im best case Szenario nicht gereicht hätte.
Aber wir haben gegen zwei absolut schlagbare Gegner mit Meier/Schmidt auf der Bank abgeschenkt und dann hat Riera gegen Union, Mainz und St. Pauli zusammen 7 Punkte liegengelassen. Gespielt haben wir ganz überwiegend erbärmlich. Das Ding in Mainz ist natürlich so gesehen am ehesten "verzeihlich", weil das eben ein Derby ist. Aber St. Pauli...sogar Freiburg hat dort die 3 Punkte mitgenommen. Und wir hatten keine einzige Torchance.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Hinzu kommt, dass Spiele gegen M1 keine Derbys sind.
Von nix stark reden sabbeln, aber dann Spiele von vor Monaten rausholen.
gegen Wolfsburg reicht dann ja ein Unentschieden, besser waren Leipzig und Hoffenheim ja auch nicht.
Hinzu kommt, dass Spiele gegen M1 keine Derbys sind.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Wow!
Vielen Dank für ausführliche Analyse! 🙏
Bei den ersten zwei Punkten kann ich zu 100% mitgehen und bin froh, dass das jemand mal so gut analysiert. Bei den weiteren Punkten kann ich auch zustimmen!
So sieht fundierte Kritik aus.
Mich hat nicht nur die Art und Weise der Form, sondern vor allem der Inhalt sehr beeindruckt.
Vielen Dank für diesen (mehrfach) lesenswerten Beitrag!
Da muss ich Dir schon widersprechen. Aufblasen ist natürlich nicht sinnvoll, aber die Art und Weise, wie Riera Sprüche klopft, gepaart mit seiner Ausstrahlung und Mimik, das fliegt ihm bei schlechten Leistungen um die Ohren. Das können Du und andere ja anders sehen, die Medien und die breite Öffentlichkeit sehen das eher auch so.
Da kommt es ja drauf an, wo intern Zweifel aufkommen. Bei Krösche? Da wäre es verwunderlich. Bei anderen Mitarbeitern, die in die Riera-Auswahl nicht wirklich eingebunden waren? Bei Spielern? Wäre es da auch verwunderlich?
Bei letzterem Teil gebe ich Dir recht. Das mit der Stabilisierung... Naja, zum Teil ist sie ja gegeben. Zum Teil schaffen es aber andere Trainer durchaus verunsicherte Teams schneller zu stabilisieren. Da komme ich ja wieder zu dem Punkt, dass es völliger Quatsch war Riera zu dem Zeitpunkt zu holen, wenn man weiß, dass es nach oben schwierig wird und Conference League oder Platz 8 die Spieler wohl kaum noch juckt, ganz zu schweigen von den anderen Problemen. Damit verbrennt man den Trainer komplett.
Das ist völlig richtig.
Hauptsächlich macht auch kein Sinn. Riera ist ein Rad im Getriebe und er hat noch eben keine Vorbereitung gemacht, eben der Grund, warum ich die Einstellung mitten in der Saison für falsch halte für so eine Art Trainer.
Aber ich muss auch sagen, dass viele einfach dachten, dass das "Dino weg, die Probleme werden gelöst" Denken mancher einfach halt Quatsch war. Es gibt strukturelle Probleme, die kein Trainer sofort lösen kann und für die auch nicht einer alleine verantwortlich war. Man hat hier z.B. einen Trainer hauptsächlich dafür verantwortlich gemacht, dass es scheisse läuft und jetzt wundern sich vor allem die Leute, die das getan haben, darüber, dass man bei Riera strenger hinschaut? Das ist doch schon eine reine Trotzreaktion jetzt auch (auch von mir) angesichts der absurden Verantwortungsfragen.
Und nochmal: Ich befürchte, dass Riera verbrannt ist nach der Saison, weil einfach der Zeitpunkt für diese Art Trainer quatschiger nicht sein kann. Die Erwartungshaltung ist hier einfach eine andere und Riera würde, wenn wir jetzt noch paar solcher Leistungen wie zuletzt sehen, mit einer enormen Hypothek in die nächste Saison gehen, ähnlich wie Dino nach seiner 1. Saison übrigens (den dann eine Platz 3 Saison mit Highperformern im Team gerettet hat).
Ich bin auch der Meinung, dass seine bisherige inhaltliche (!) Arbeit von vielen zu kritisch gesehen wird. Er hat eine total verunsicherte Mannschaft stabilisiert und auch mehere Siege aus der Kategorie "Ergebnisfußball" erzielt. Das ist doch grundsätzlich aller Ehren wert.
Natürlich sollte sich im Laufe der nächsten Wochen auch spielerisch eine Weiterentwicklung erkennen lassen, damit Riera nicht einfach nur ein Feuerwehrmann bleibt. Ich bin aber zu 100% sicher, dass Krösche deutlich mehr Geduld haben wird, als die Schreiberlinge ihm von außen andichten. Für mich ist es fast ausgeschlossen, dass man Riera im Sommer schon wieder vor die Tür setzt, das wäre eine peinliche Niederlage für Krösche.
Was mich bei Riera aber tatsächlich stört, ist sein unnötiges und teilweise unverschämtes Abkanzeln der eigenen Spieler in der Öffentlichkeit. Natürlich soll der Trainer seinen Spielern intern hinter verschlossenen Türen (!) klare Ansagen machen, woran sie zu arbeiten haben. Aber warum muss das in Pressekonferenzen passieren? Das Anzählen von Uzun gestern, Aussagen im Stile von "ich habe halt nur die Spieler, die hier sind, bessere brauchen wir dann im Sommer" sind absolut dämlich und helfen absolut niemandem weiter. Aus meiner Sicht braucht Riera mal dringend ein Medien-Coaching, um solche unnötigen Aussagen zu unterlassen.
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Wow!
Vielen Dank für ausführliche Analyse! 🙏
Bei den ersten zwei Punkten kann ich zu 100% mitgehen und bin froh, dass das jemand mal so gut analysiert. Bei den weiteren Punkten kann ich auch zustimmen!
Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.
Kritik an der Rhetorik des Trainers
Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.
Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.
Berichte über interne Zweifel
Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.
Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.
Kritik an der trainingsfreien Woche
Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.
Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?
Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.
Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung
Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.
Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.
Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.
Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.
Kritik an den Standards
Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.
Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.
Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.
Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.
Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor
Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.
Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.
Fazit
Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
So sieht fundierte Kritik aus.
Auch ich mache das noch vor dem heutigen Spiel, damit es nicht heißt, dass ich nur schreibe, weil die SGE verloren hat.
Ein Trainer muss eine gewisse Intelligenz mitbringen:
Intelligenz habe ich (z.B.) an Oliver Glasner und an Dino Toppmöller (DT) sehr geschätzt. Sind wir in Frankfurt etwas verwöhnt?
Den Unterschied habe ich bei der ersten Pressekonferenz mit AR sofort gemerkt. AR passt meines Erachtens so gar nicht ins Bild.
Ich frage mich, wie liefen die Einstellungsgespräche mit AR? Wie und was hat Markus Krösche (MK) mit ihm kommuniziert?
Der Trainer ist auf die Mannschaft angewiesen, auch auf deren Mentalität. Sie muss bei den Methoden des Trainers mitziehen. Wenn das fehlt, ist jeder Trainer zum Scheitern verurteilt. Wie läuft die Kommunikation zwischen AR und der Mannschaft? Er denkt spanisch, spricht einfaches englisch. Ist das authentisch, wie verstehen die Spieler diese Anweisungen? Was ist dieser Mensch für ein Charakter, wenn er Aussagen tätigt wie: „Ich werde ihnen morgen sagen: ‚Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt.“
AR wirkt sehr selbstbewusst, vielleicht sogar überheblich. Im Forum der Eintracht („DonGuillermo“) habe ich von seinen Auseinandersetzungen schon als Spieler mit Gegnern, Trainern und Vereinsfunktionären, und auch als Trainer gegenüber allen möglichen Protagonisten (Spieler, Schiedsrichter, Medien und den eigenen Vorgesetzten). Er weckt in mir nicht den Eindruck einer strategisch ausgerichteten Persönlichkeit. Ein charismatisch auftretender Trainer kann im Erfolgsfall wirken, aber wie sieht es im Negativfall aus? Für Riera ist die Eintracht m.E. DIE Chance zum internationalen Durchbruch. Er kann noch immer zur Top-Lösung werden oder zum totalen Reinfall.
Die drei kommenden Spiele gegen den 1. FC Köln, in Wolfsburg und anschließend im Stadtwald gegen RB Leipzig (und gegen Leipzig sind wir schon am 30. Spieltag) werden über die weitere Zukunft von AR entscheiden. Ggfs. ausstehende Gehaltszahlungen im Falle einer zeitnahen Vertragsauflösung stehen dann wirklich hinten an.
Es gibt zahlreiche interessante Alternativen, wie ich meine, in alphabetischer Reihenfolge: Oliver Glasner wird im Sommer frei (wird schwierig mit Blick auf Gehalt und Beziehung zu MK), Lukas Kwasniok ist frei (ja, der kommt aus Paderborn), Marco Rose, Edin Terzic, Dino Toppmöller ist frei … und einige andere mehr könnten nach der Saison darüber nachdenken, ob sie überhaupt zum Beispiel beim FCSP, beim HSV, in Leipzig weiterarbeiten möchten.
Einer der wichtigsten Menschen im Mannschaftssport ist der Trainer. Er ist maßgeblich für die sportliche Leistung, Taktik und Strategie verantwortlich. Er ist Motivator und Psychologe, fördert Talente und schafft ein Umfeld für deren Weiterentwicklung. Aber er ist auch kein Heilsbringer:
Was ist mit der Mannschaft los?
Für den emotionslosen Kader kann er nichts, das ist wahr - aber irgendwie Feuer reingebracht hat er auch da nicht.
Eigentlich ist er für die nächste Saison jetzt schon verbrannt.
Auch ich mache das noch vor dem heutigen Spiel, damit es nicht heißt, dass ich nur schreibe, weil die SGE verloren hat.
Ein Trainer muss eine gewisse Intelligenz mitbringen:
Intelligenz habe ich (z.B.) an Oliver Glasner und an Dino Toppmöller (DT) sehr geschätzt. Sind wir in Frankfurt etwas verwöhnt?
Den Unterschied habe ich bei der ersten Pressekonferenz mit AR sofort gemerkt. AR passt meines Erachtens so gar nicht ins Bild.
Ich frage mich, wie liefen die Einstellungsgespräche mit AR? Wie und was hat Markus Krösche (MK) mit ihm kommuniziert?
Der Trainer ist auf die Mannschaft angewiesen, auch auf deren Mentalität. Sie muss bei den Methoden des Trainers mitziehen. Wenn das fehlt, ist jeder Trainer zum Scheitern verurteilt. Wie läuft die Kommunikation zwischen AR und der Mannschaft? Er denkt spanisch, spricht einfaches englisch. Ist das authentisch, wie verstehen die Spieler diese Anweisungen? Was ist dieser Mensch für ein Charakter, wenn er Aussagen tätigt wie: „Ich werde ihnen morgen sagen: ‚Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben. Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt.“
AR wirkt sehr selbstbewusst, vielleicht sogar überheblich. Im Forum der Eintracht („DonGuillermo“) habe ich von seinen Auseinandersetzungen schon als Spieler mit Gegnern, Trainern und Vereinsfunktionären, und auch als Trainer gegenüber allen möglichen Protagonisten (Spieler, Schiedsrichter, Medien und den eigenen Vorgesetzten). Er weckt in mir nicht den Eindruck einer strategisch ausgerichteten Persönlichkeit. Ein charismatisch auftretender Trainer kann im Erfolgsfall wirken, aber wie sieht es im Negativfall aus? Für Riera ist die Eintracht m.E. DIE Chance zum internationalen Durchbruch. Er kann noch immer zur Top-Lösung werden oder zum totalen Reinfall.
Die drei kommenden Spiele gegen den 1. FC Köln, in Wolfsburg und anschließend im Stadtwald gegen RB Leipzig (und gegen Leipzig sind wir schon am 30. Spieltag) werden über die weitere Zukunft von AR entscheiden. Ggfs. ausstehende Gehaltszahlungen im Falle einer zeitnahen Vertragsauflösung stehen dann wirklich hinten an.
Es gibt zahlreiche interessante Alternativen, wie ich meine, in alphabetischer Reihenfolge: Oliver Glasner wird im Sommer frei (wird schwierig mit Blick auf Gehalt und Beziehung zu MK), Lukas Kwasniok ist frei (ja, der kommt aus Paderborn), Marco Rose, Edin Terzic, Dino Toppmöller ist frei … und einige andere mehr könnten nach der Saison darüber nachdenken, ob sie überhaupt zum Beispiel beim FCSP, beim HSV, in Leipzig weiterarbeiten möchten.
Einer der wichtigsten Menschen im Mannschaftssport ist der Trainer. Er ist maßgeblich für die sportliche Leistung, Taktik und Strategie verantwortlich. Er ist Motivator und Psychologe, fördert Talente und schafft ein Umfeld für deren Weiterentwicklung. Aber er ist auch kein Heilsbringer:
Was ist mit der Mannschaft los?
als ich in selbiger DT las, musste ich schmunzeln 🤗
Um ihn ein bisschen zu schützen. Riera hat 12 Punkte aus 8 Ligaspielen geholt. Kovac hatte 12 Punkte aus den ersten 8 Spielen bei uns, Hütter und Dino hatten 13. Also sind alle nah beisammen. Einzig Glasner war schwächer (8 Punkte).
nein, tust du - in unserem fall gottseidank - nicht. damit hätte man nämlich wieder eine relevante sommertransferperiode sowie eine sommervorbereitung komplett verschenkt.
jetzt kann man sich das elend noch ein wenig anschauen und den fehler dann zum saisonende korregieren und jemand holen, der vom typ und vom fußball besser passt.
als ich in selbiger DT las, musste ich schmunzeln 🤗