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Nachbetrachtung zu den 2 Gesichtern gegen Augsburg

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Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.
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Mittelm schrieb:

Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.

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Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.
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Mittelm schrieb:

Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.

Wenn du dir den ganzen Kram wirklich komplett durchgelesen hast, bist du jetzt zumindest taktisch ein kleines Stück weitergebildet. 😁
Fehlt eigentlich nur noch der erste Lehrgang – dann arbeiten wir uns gemeinsam Richtung UEFA Pro Lizenz vor. 😂

Aber Spaß beiseite: Genau deshalb schreibe ich das so ausführlich. Wenn am Ende einer etwas anders auf ein Spiel schaut als vorher, hat sich der Roman ja schon gelohnt. 😄
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Mittelm schrieb:

Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.

Wenn du dir den ganzen Kram wirklich komplett durchgelesen hast, bist du jetzt zumindest taktisch ein kleines Stück weitergebildet. 😁
Fehlt eigentlich nur noch der erste Lehrgang – dann arbeiten wir uns gemeinsam Richtung UEFA Pro Lizenz vor. 😂

Aber Spaß beiseite: Genau deshalb schreibe ich das so ausführlich. Wenn am Ende einer etwas anders auf ein Spiel schaut als vorher, hat sich der Roman ja schon gelohnt. 😄
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anpii schrieb:

Mittelm schrieb:

Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.

Wenn du dir den ganzen Kram wirklich komplett durchgelesen hast, bist du jetzt zumindest taktisch ein kleines Stück weitergebildet. 😁
Fehlt eigentlich nur noch der erste Lehrgang – dann arbeiten wir uns gemeinsam Richtung UEFA Pro Lizenz vor. 😂

Aber Spaß beiseite: Genau deshalb schreibe ich das so ausführlich. Wenn am Ende einer etwas anders auf ein Spiel schaut als vorher, hat sich der Roman ja schon gelohnt. 😄


Dann mal als Feedback an Dich, anpii: ich oute mich mal als "noch einer", welcher sehr dankbar für Deine ausführlichen Ausführungen ist. Deine Beiträge haben mich zumindest mehrfach zum "Drüber nachdenken" gebracht und ich bilde mir ein auch dazu gelernt zu haben.
Entweder bist Du wirklich ein sehr guter Analytiker mit entsprechendem Feingefühl ODER Du kannst zumindest ernsthaft den Eindruck vermitteln, es wäre so. Ich tippe übrigens auf den ersten Ansatz!!!

Lange Rede - kurzer Sinn: danke für Deine Analysen und das offene Teilen Deiner Gedanken mit uns!!!
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anpii schrieb:

Mittelm schrieb:

Wow, das war viel Input 😅, aber sehr informativ, vielen Dank. Hatte heute eh nicht viel vor 😉. Denke auch, dass es nicht so ist, dass die Mannschaft denkt, ihr Fußballspiel funktioniere nicht. Im Gegenteil sieht sie doch, dass es funktioniert. 60 Minuten in Berlin, erste Halbzeit gegen Augsburg. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden für die letzten 25, 30 Minuten in Berlin und die zweite Halbzeit gegen Augsburg. Ich bin jedenfalls immer noch zuversichtlich, da ich gesehen habe, was möglich ist.

Wenn du dir den ganzen Kram wirklich komplett durchgelesen hast, bist du jetzt zumindest taktisch ein kleines Stück weitergebildet. 😁
Fehlt eigentlich nur noch der erste Lehrgang – dann arbeiten wir uns gemeinsam Richtung UEFA Pro Lizenz vor. 😂

Aber Spaß beiseite: Genau deshalb schreibe ich das so ausführlich. Wenn am Ende einer etwas anders auf ein Spiel schaut als vorher, hat sich der Roman ja schon gelohnt. 😄


Dann mal als Feedback an Dich, anpii: ich oute mich mal als "noch einer", welcher sehr dankbar für Deine ausführlichen Ausführungen ist. Deine Beiträge haben mich zumindest mehrfach zum "Drüber nachdenken" gebracht und ich bilde mir ein auch dazu gelernt zu haben.
Entweder bist Du wirklich ein sehr guter Analytiker mit entsprechendem Feingefühl ODER Du kannst zumindest ernsthaft den Eindruck vermitteln, es wäre so. Ich tippe übrigens auf den ersten Ansatz!!!

Lange Rede - kurzer Sinn: danke für Deine Analysen und das offene Teilen Deiner Gedanken mit uns!!!
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Vielen lieben Dank, sowas freut mich wirklich sehr. 🙂

Ich schreibe hier ja nicht, um irgendwem zu erzählen, wie Fußball „richtig“ funktioniert, sondern einfach, weil ich die Dinge durch meine Trainerausbildung teilweise anders sehe und diese Sicht gerne teile.

Gerade in der Ausbildung wird dieses analytische „Sezieren“ von Spielsituationen auch extrem gefordert und gefördert. Du lernst irgendwann automatisch, nicht nur zu schauen, was passiert ist, sondern warum es passiert ist, welche Entscheidung davor getroffen wurde und was daraus für die nächste Situation folgt.

Wenn dabei jemand ins Nachdenken kommt oder ein Spiel danach vielleicht mit einem etwas anderen Blick schaut, ist das für mich eigentlich schon das schönste Feedback überhaupt. 😊

Und was den zweiten Absatz angeht: Ich nehme dann einfach mal ganz frech Variante 1. 😂
Danke dir wirklich für die netten Worte! ❤️
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Vielen lieben Dank, sowas freut mich wirklich sehr. 🙂

Ich schreibe hier ja nicht, um irgendwem zu erzählen, wie Fußball „richtig“ funktioniert, sondern einfach, weil ich die Dinge durch meine Trainerausbildung teilweise anders sehe und diese Sicht gerne teile.

Gerade in der Ausbildung wird dieses analytische „Sezieren“ von Spielsituationen auch extrem gefordert und gefördert. Du lernst irgendwann automatisch, nicht nur zu schauen, was passiert ist, sondern warum es passiert ist, welche Entscheidung davor getroffen wurde und was daraus für die nächste Situation folgt.

Wenn dabei jemand ins Nachdenken kommt oder ein Spiel danach vielleicht mit einem etwas anderen Blick schaut, ist das für mich eigentlich schon das schönste Feedback überhaupt. 😊

Und was den zweiten Absatz angeht: Ich nehme dann einfach mal ganz frech Variante 1. 😂
Danke dir wirklich für die netten Worte! ❤️
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Also ich finde deine Analyse auch sehr interessant und passend.
Denke auch, dass am Ende ein wichtiger Faktor die Konzentration ist, bei all den Abläufen die du aufgeführt hast.

Egal ob Pressing, Restverteidigung oder hoch/tief stehen.
Am Ende muss die Bereitschaft vorhanden sein, für das Kollektiv zu kämpfen, laufen und hoch fokussiert zu sein.

Da wäre es natürlich hilfreich, wenn man durch antrainierte Autmatismen gar nicht mehr ins Denken bzw. direkt ins Handeln kommt.

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Für mich liest sich das wie KI. Fraglos übersichtlich und interessante Punkte. Aber mich befremdet das.
Wenn es nicht KI-generiert sein sollte, entschuldige bitte. Aber es wirkt auf mich sehr glatt und weckt in mir nicht den Wunsch zu diskutieren.
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Vielen lieben Dank, sowas freut mich wirklich sehr. 🙂

Ich schreibe hier ja nicht, um irgendwem zu erzählen, wie Fußball „richtig“ funktioniert, sondern einfach, weil ich die Dinge durch meine Trainerausbildung teilweise anders sehe und diese Sicht gerne teile.

Gerade in der Ausbildung wird dieses analytische „Sezieren“ von Spielsituationen auch extrem gefordert und gefördert. Du lernst irgendwann automatisch, nicht nur zu schauen, was passiert ist, sondern warum es passiert ist, welche Entscheidung davor getroffen wurde und was daraus für die nächste Situation folgt.

Wenn dabei jemand ins Nachdenken kommt oder ein Spiel danach vielleicht mit einem etwas anderen Blick schaut, ist das für mich eigentlich schon das schönste Feedback überhaupt. 😊

Und was den zweiten Absatz angeht: Ich nehme dann einfach mal ganz frech Variante 1. 😂
Danke dir wirklich für die netten Worte! ❤️
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Es mag ja sein das es verschiedene Arten gibt ein hohes Pressing zu spielen und das die letzten 4 Trainer da auch alle es anders umsetzten wollten. Es hat aber zu den gleichen Ergebnissen geführt. Die Abwehr ist auf dem Weg wieder die Schießbude der Liga zu werden und Möglicherweise verbrennen wir gerade den nächsten Torhüter. Könnte nicht sein das Koch für diese Spielweise z. B. einfach völlig ungeeignet ist und das ein Trainer ein System spielen lassen sollte das zu seinen Spielern passt? Es ist jetzt der 4. Trainer der gerade dabei ist mit dem hohen Pressing auf die Schnauze zu fallen. Irgendwann sollte das doch einen Lerneffekt haben. Wobei ich zugebe das AH erst zwei Spiele hatte und man bis nach der Länderspielpause  sich das noch anschauen kann aber der Anfang war schon mal maximal schlecht was die Abwehr angeht.
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Änderung im System verstehe ich. Aber ein Kampfsportler darf nach Niederschlag aufstehen und dann wird bis zehn gezählt und geprüft, ob er bei Bewusstsein ist. Ob er nen Meter weiter vorne oder hinten aufsteht, ist ziemlich egal, da sich neu positioniert wird ... oder halt es geht ohne Unterbrechung weiter, bis der Kampfsportler KO ist - je nach Sportart.
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Haliaeetus schrieb:

Änderung im System verstehe ich. Aber ein Kampfsportler darf nach Niederschlag aufstehen und dann wird bis zehn gezählt und geprüft, ob er bei Bewusstsein ist. Ob er nen Meter weiter vorne oder hinten aufsteht, ist ziemlich egal, da sich neu positioniert wird ... oder halt es geht ohne Unterbrechung weiter, bis der Kampfsportler KO ist - je nach Sportart.



Das sollte einfach ein billiges einfaches Bilderbeispiel sein.  Ohne Regeln.
Denn manche Kämpfe finden ohne Regeln statt.
Ich bin übrigens gegen Kampfsport. Nur zur Info und schaue mir sowas nie an.
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Haliaeetus schrieb:

Änderung im System verstehe ich. Aber ein Kampfsportler darf nach Niederschlag aufstehen und dann wird bis zehn gezählt und geprüft, ob er bei Bewusstsein ist. Ob er nen Meter weiter vorne oder hinten aufsteht, ist ziemlich egal, da sich neu positioniert wird ... oder halt es geht ohne Unterbrechung weiter, bis der Kampfsportler KO ist - je nach Sportart.



Das sollte einfach ein billiges einfaches Bilderbeispiel sein.  Ohne Regeln.
Denn manche Kämpfe finden ohne Regeln statt.
Ich bin übrigens gegen Kampfsport. Nur zur Info und schaue mir sowas nie an.
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Hyundaii30 schrieb:

Haliaeetus schrieb:

Änderung im System verstehe ich. Aber ein Kampfsportler darf nach Niederschlag aufstehen und dann wird bis zehn gezählt und geprüft, ob er bei Bewusstsein ist. Ob er nen Meter weiter vorne oder hinten aufsteht, ist ziemlich egal, da sich neu positioniert wird ... oder halt es geht ohne Unterbrechung weiter, bis der Kampfsportler KO ist - je nach Sportart.



Das sollte einfach ein billiges einfaches Bilderbeispiel sein.  Ohne Regeln.
Denn manche Kämpfe finden ohne Regeln statt.
Ich bin übrigens gegen Kampfsport. Nur zur Info und schaue mir sowas nie an.


Das die Spieler nicht wollen hat bei keinem der letzten 4 Trainer gestimmt. Sie versuchen das was sie gesagt bekommen auch umzusetzten. Man kann halt nicht dauernd schneller zurücklaufen als man kann. Das hält keiner lange durch.
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Es mag ja sein das es verschiedene Arten gibt ein hohes Pressing zu spielen und das die letzten 4 Trainer da auch alle es anders umsetzten wollten. Es hat aber zu den gleichen Ergebnissen geführt. Die Abwehr ist auf dem Weg wieder die Schießbude der Liga zu werden und Möglicherweise verbrennen wir gerade den nächsten Torhüter. Könnte nicht sein das Koch für diese Spielweise z. B. einfach völlig ungeeignet ist und das ein Trainer ein System spielen lassen sollte das zu seinen Spielern passt? Es ist jetzt der 4. Trainer der gerade dabei ist mit dem hohen Pressing auf die Schnauze zu fallen. Irgendwann sollte das doch einen Lerneffekt haben. Wobei ich zugebe das AH erst zwei Spiele hatte und man bis nach der Länderspielpause  sich das noch anschauen kann aber der Anfang war schon mal maximal schlecht was die Abwehr angeht.
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Mike 56 schrieb:

Es ist jetzt der 4. Trainer der gerade dabei ist mit dem hohen Pressing auf die Schnauze zu fallen. Irgendwann sollte das doch einen Lerneffekt haben. Wobei ich zugebe das AH erst zwei Spiele hatte und man bis nach der Länderspielpause  sich das noch anschauen kann aber der Anfang war schon mal maximal schlecht was die Abwehr angeht.


Keines der Gegentore ist durch schnelles Umschalten des Gegners gefallen, nachdem wir im Mitteldrittel oder vorderen Drittel gepresst haben. Es waren Standards, hohe Bälle, Torwartpatzer, ein perfekter Freistoß... also das klassische Muster der Gegentore "weil wir nicht schnell gegenpressen und zurücklaufen" ist noch gar nicht eingetreten.

Was die Angelegenheit natürlich nicht besser macht, die Schwachstellen verlagern sich nur...
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Ich glaube, wir unterscheiden uns weniger bei der Diagnose als bei der Frage, wie man darauf als Trainer reagiert.

Deinen Kampfsportvergleich finde ich sogar passend. Nur würde ich daraus eine andere Konsequenz ziehen. Wenn mein Kämpfer zweimal getroffen wird, sage ich ihm nicht automatisch, dass er seine komplette Art zu kämpfen ändern soll. Ich will wissen, warum er getroffen wird. Stimmt die Distanz nicht? Öffnet er sich nach eigenen Aktionen? Wird er nach einem Treffer hektisch? Verliert er seine Abläufe? Genau dort würde ich ansetzen.

Im Fußball sehe ich das ähnlich. Natürlich kann Hütter die Mannschaft zehn Meter tiefer stellen, die Abstände verkürzen und stärker auf Umschaltmomente gehen. Das kann kurzfristig funktionieren. Aber damit ist unser eigentliches Problem nicht zwangsläufig gelöst.

Wir werden ja nicht 90 Minuten nach allen Regeln der Kunst überspielt. Gegen Augsburg war über 45 Minuten sogar das Gegenteil der Fall. Wir hatten Zugriff, konnten hoch verteidigen und Augsburg weitgehend kontrollieren. Das Problem beginnt momentan dann, wenn etwas gegen uns läuft. Plötzlich verändert sich das Entscheidungsverhalten. Einer verlässt seine Position, der nächste versucht zu korrigieren, dadurch geht der nächste Raum auf, Abstände stimmen nicht mehr und aus einem Gegentor wird innerhalb weniger Minuten ein kollektiver Kontrollverlust.

Genau das möchte ich als Trainer innerhalb meiner Spielidee lösen. Das heißt ja nicht, dass ich stur 90 Minuten dasselbe spielen lasse. Nach einem Gegentor kann ich fünf Minuten tiefer stehen, den Ball länger laufen lassen, Pressingauslöser verändern oder einen Außenverteidiger stärker absichern. Das sind Anpassungen, ohne gleich den ganzen Fußball auszutauschen.

Gerade bei einer jungen und neu zusammengestellten Mannschaft halte ich das für wichtig. Die brauchen klare Referenzpunkte: Wann pressen wir? Wer schiebt nach? Wer sichert? Was passiert nach Ballverlust? Wie reagieren wir, wenn einer aus der Kette herausrückt? Solche Dinge müssen irgendwann selbstverständlich ablaufen. Wenn ich gerade Hütters Prinzipien eintrainiere und nach zwei Bundesligaspielen schon wieder eine völlig andere Herangehensweise wähle, gebe ich den Spielern nicht automatisch Sicherheit. Im Zweifel gebe ich ihnen einfach noch mehr Dinge, über die sie auf dem Platz nachdenken müssen.

Bei deiner Frage, wie viele Punkte uns dieser Weg kosten darf, bin ich wahrscheinlich wesentlich entspannter als du. Ich habe hier schon einmal geschrieben, dass man sich für diese Saison meiner Meinung nach von dem Anspruch verabschieden sollte, unbedingt international spielen zu müssen.

Für mich hat der Klassenerhalt Priorität. Alles darüber ist Bonus. Natürlich würde ich das meiner Mannschaft niemals so sagen. Als Trainer setze ich intern andere Ziele und werde sicher nicht montagmorgens erzählen: „Jungs, Platz 15 reicht.“ 😂

Aber von außen betrachtet ist so eine Saison eigentlich ideal für einen Wiederaufbau. Kein Europapokal, volle Trainingswochen und ein Trainer, der einer stark veränderten Mannschaft seine Idee vermitteln kann. Dann nutze ich diese Zeit auch dafür. Automatismen entwickeln, Pressing und Restverteidigung sauber bekommen, eine neue Hierarchie entstehen lassen, junge Spieler entwickeln und vor allem erreichen, dass irgendwann elf Spieler dieselbe Situation auch tatsächlich gleich lesen.

Deshalb würde ich Hütter jetzt auch nicht sagen: Mainz, Freiburg und Leipzig kommen, also ziehen wir uns erstmal zurück und schauen, dass hinten irgendwie die Null steht. Offensiv zu spielen bedeutet schließlich nicht, 90 Minuten kopflos nach vorne zu rennen. Eine gute offensive Mannschaft muss genauso erkennen, wann sie Tempo herausnimmt, wann sie tiefer verteidigt oder wann sie einen Angriff des Gegners einfach einmal über Ballbesitz erstickt.

Das hat für mich auch nichts mit „Kopf durch die Wand“ zu tun. Im Gegenteil. Hütter muss reagieren, wenn bestimmte Dinge nicht funktionieren. Aber eine Spielidee anzupassen ist etwas völlig anderes, als sie aus Angst vor Ergebnissen wieder einzukassieren.

Und deshalb wäre Funkel für mich auch keine Lösung. Natürlich könnte ein sehr pragmatischer Trainer versuchen, mit dieser Mannschaft kurzfristig Ergebnisse einzusammeln. Aber Hütter wurde doch gerade deshalb geholt, weil man sich für seine Art Fußball entschieden hat. Dann muss ich ihm auch die Zeit geben, diesen Fußball mit dieser Mannschaft zu entwickeln.

Wenn wir am Ende Zehnter werden, dafür aber im Frühjahr eine Mannschaft auf dem Platz steht, bei der Hütters Handschrift klar zu erkennen ist und die eine vernünftige Grundlage für die kommenden Jahre besitzt, kann ich hervorragend damit leben. Lieber so, als kurzfristig irgendeinen Ergebnisfußball zusammenzuschrauben und nächsten Sommer wieder von vorne anzufangen.

Du nennst es Kopf durch die Wand. Ich würde eher versuchen, der Mannschaft beizubringen, wo die Tür ist. 😉

Und wenn wir nach zehn Spieltagen mit drei Punkten dastehen, darfst du mich gerne noch einmal an diesen Beitrag erinnern. Dann unterhalten wir uns auch über Funkel. 😂
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anpii schrieb:

Ich glaube, wir unterscheiden uns weniger bei der Diagnose als bei der Frage, wie man darauf als Trainer reagiert.

Deinen Kampfsportvergleich finde ich sogar passend. Nur würde ich daraus eine andere Konsequenz ziehen. Wenn mein Kämpfer zweimal getroffen wird, sage ich ihm nicht automatisch, dass er seine komplette Art zu kämpfen ändern soll. Ich will wissen, warum er getroffen wird. Stimmt die Distanz nicht? Öffnet er sich nach eigenen Aktionen? Wird er nach einem Treffer hektisch? Verliert er seine Abläufe? Genau dort würde ich ansetzen.

Im Fußball sehe ich das ähnlich. Natürlich kann Hütter die Mannschaft zehn Meter tiefer stellen, die Abstände verkürzen und stärker auf Umschaltmomente gehen. Das kann kurzfristig funktionieren. Aber damit ist unser eigentliches Problem nicht zwangsläufig gelöst.

Wir werden ja nicht 90 Minuten nach allen Regeln der Kunst überspielt. Gegen Augsburg war über 45 Minuten sogar das Gegenteil der Fall. Wir hatten Zugriff, konnten hoch verteidigen und Augsburg weitgehend kontrollieren. Das Problem beginnt momentan dann, wenn etwas gegen uns läuft. Plötzlich verändert sich das Entscheidungsverhalten. Einer verlässt seine Position, der nächste versucht zu korrigieren, dadurch geht der nächste Raum auf, Abstände stimmen nicht mehr und aus einem Gegentor wird innerhalb weniger Minuten ein kollektiver Kontrollverlust.

Genau das möchte ich als Trainer innerhalb meiner Spielidee lösen. Das heißt ja nicht, dass ich stur 90 Minuten dasselbe spielen lasse. Nach einem Gegentor kann ich fünf Minuten tiefer stehen, den Ball länger laufen lassen, Pressingauslöser verändern oder einen Außenverteidiger stärker absichern. Das sind Anpassungen, ohne gleich den ganzen Fußball auszutauschen.

Gerade bei einer jungen und neu zusammengestellten Mannschaft halte ich das für wichtig. Die brauchen klare Referenzpunkte: Wann pressen wir? Wer schiebt nach? Wer sichert? Was passiert nach Ballverlust? Wie reagieren wir, wenn einer aus der Kette herausrückt? Solche Dinge müssen irgendwann selbstverständlich ablaufen. Wenn ich gerade Hütters Prinzipien eintrainiere und nach zwei Bundesligaspielen schon wieder eine völlig andere Herangehensweise wähle, gebe ich den Spielern nicht automatisch Sicherheit. Im Zweifel gebe ich ihnen einfach noch mehr Dinge, über die sie auf dem Platz nachdenken müssen.

Bei deiner Frage, wie viele Punkte uns dieser Weg kosten darf, bin ich wahrscheinlich wesentlich entspannter als du. Ich habe hier schon einmal geschrieben, dass man sich für diese Saison meiner Meinung nach von dem Anspruch verabschieden sollte, unbedingt international spielen zu müssen.

Für mich hat der Klassenerhalt Priorität. Alles darüber ist Bonus. Natürlich würde ich das meiner Mannschaft niemals so sagen. Als Trainer setze ich intern andere Ziele und werde sicher nicht montagmorgens erzählen: „Jungs, Platz 15 reicht.“ 😂

Aber von außen betrachtet ist so eine Saison eigentlich ideal für einen Wiederaufbau. Kein Europapokal, volle Trainingswochen und ein Trainer, der einer stark veränderten Mannschaft seine Idee vermitteln kann. Dann nutze ich diese Zeit auch dafür. Automatismen entwickeln, Pressing und Restverteidigung sauber bekommen, eine neue Hierarchie entstehen lassen, junge Spieler entwickeln und vor allem erreichen, dass irgendwann elf Spieler dieselbe Situation auch tatsächlich gleich lesen.

Deshalb würde ich Hütter jetzt auch nicht sagen: Mainz, Freiburg und Leipzig kommen, also ziehen wir uns erstmal zurück und schauen, dass hinten irgendwie die Null steht. Offensiv zu spielen bedeutet schließlich nicht, 90 Minuten kopflos nach vorne zu rennen. Eine gute offensive Mannschaft muss genauso erkennen, wann sie Tempo herausnimmt, wann sie tiefer verteidigt oder wann sie einen Angriff des Gegners einfach einmal über Ballbesitz erstickt.

Das hat für mich auch nichts mit „Kopf durch die Wand“ zu tun. Im Gegenteil. Hütter muss reagieren, wenn bestimmte Dinge nicht funktionieren. Aber eine Spielidee anzupassen ist etwas völlig anderes, als sie aus Angst vor Ergebnissen wieder einzukassieren.

Und deshalb wäre Funkel für mich auch keine Lösung. Natürlich könnte ein sehr pragmatischer Trainer versuchen, mit dieser Mannschaft kurzfristig Ergebnisse einzusammeln. Aber Hütter wurde doch gerade deshalb geholt, weil man sich für seine Art Fußball entschieden hat. Dann muss ich ihm auch die Zeit geben, diesen Fußball mit dieser Mannschaft zu entwickeln.

Wenn wir am Ende Zehnter werden, dafür aber im Frühjahr eine Mannschaft auf dem Platz steht, bei der Hütters Handschrift klar zu erkennen ist und die eine vernünftige Grundlage für die kommenden Jahre besitzt, kann ich hervorragend damit leben. Lieber so, als kurzfristig irgendeinen Ergebnisfußball zusammenzuschrauben und nächsten Sommer wieder von vorne anzufangen.

Du nennst es Kopf durch die Wand. Ich würde eher versuchen, der Mannschaft beizubringen, wo die Tür ist. 😉

Und wenn wir nach zehn Spieltagen mit drei Punkten dastehen, darfst du mich gerne noch einmal an diesen Beitrag erinnern. Dann unterhalten wir uns auch über Funkel. 😂



Erstmal vielen Dank für Deine ausführliche gute Antwort. So macht das Forum Spass.👍
Du hast Recht, wir unterscheiden uns eher in der Art, wie man darauf reagieren sollte.
Natürlich löst Du das Grundproblem nicht sofort, aber Du gewinnst Zeit, Ruhe und zerstörst nicht das Selbstvertrauen der Spieler, die sonst mental überfordert sein könnten.
Wie gesagt, Brassier und Kosugi jetzt zu extrem zu fordern, die gerade neu in einer fremden Liga sind, halte ich für nicht zielführend.
Wir bräuchten eine einfache Taktik und Spielweise, die alle Spieler schnell verstehen.
Ja mit Sicherheit bist Du da entspannter wie ich, was das Thema Fehler angeht.
Es geht mir gar nicht darum, dir was um die Ohren zu hauen. Ich hoffe, eher das Du und vor allem Hütter Recht behalten.
Und ich möchte ganz klar festhalten, Hütter ist ein ausgezeichneter Trainer, aber wie ich schon bei den anderen Trainern schrieb, zaubern kann er auch nicht. Deswegen sollte es weiter schief gehen, weiss ich wer die Verantwortung dafür trägt.
Das mit Funkel habe ich übrigens nur eingeworfen, weil mir kein anderer Trainer eingefallen ist, der überhaupt noch die Defensive Spielweise bevorzugt.
😂😂

Klar hat der Klassenerhalt Priorität, das ist auch völlig in Ordnung mit diesem Sparkader.
Ich hoffe nur erstmal ich täusche mich und wir holen mehr als 1 Punkt aus den nächsten 3 Spielen. Denn dann ist unsere Moral futscht.
Und dann wird es für Hütter und das Team extrem schwer, da unten raus zu kommen.
Die Qualität hätte die 1. Mannschaft noch.
Wenn jetzt viele Verletze kommen, denken wir lieber nicht darüber nach.

Danke für Deine ausführliche gute Antwort.
Bin erstmal gespannt, wie sind die Mannschaft in Mainz präsentiert.


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anpii schrieb:

Ich glaube, wir unterscheiden uns weniger bei der Diagnose als bei der Frage, wie man darauf als Trainer reagiert.

Deinen Kampfsportvergleich finde ich sogar passend. Nur würde ich daraus eine andere Konsequenz ziehen. Wenn mein Kämpfer zweimal getroffen wird, sage ich ihm nicht automatisch, dass er seine komplette Art zu kämpfen ändern soll. Ich will wissen, warum er getroffen wird. Stimmt die Distanz nicht? Öffnet er sich nach eigenen Aktionen? Wird er nach einem Treffer hektisch? Verliert er seine Abläufe? Genau dort würde ich ansetzen.

Im Fußball sehe ich das ähnlich. Natürlich kann Hütter die Mannschaft zehn Meter tiefer stellen, die Abstände verkürzen und stärker auf Umschaltmomente gehen. Das kann kurzfristig funktionieren. Aber damit ist unser eigentliches Problem nicht zwangsläufig gelöst.

Wir werden ja nicht 90 Minuten nach allen Regeln der Kunst überspielt. Gegen Augsburg war über 45 Minuten sogar das Gegenteil der Fall. Wir hatten Zugriff, konnten hoch verteidigen und Augsburg weitgehend kontrollieren. Das Problem beginnt momentan dann, wenn etwas gegen uns läuft. Plötzlich verändert sich das Entscheidungsverhalten. Einer verlässt seine Position, der nächste versucht zu korrigieren, dadurch geht der nächste Raum auf, Abstände stimmen nicht mehr und aus einem Gegentor wird innerhalb weniger Minuten ein kollektiver Kontrollverlust.

Genau das möchte ich als Trainer innerhalb meiner Spielidee lösen. Das heißt ja nicht, dass ich stur 90 Minuten dasselbe spielen lasse. Nach einem Gegentor kann ich fünf Minuten tiefer stehen, den Ball länger laufen lassen, Pressingauslöser verändern oder einen Außenverteidiger stärker absichern. Das sind Anpassungen, ohne gleich den ganzen Fußball auszutauschen.

Gerade bei einer jungen und neu zusammengestellten Mannschaft halte ich das für wichtig. Die brauchen klare Referenzpunkte: Wann pressen wir? Wer schiebt nach? Wer sichert? Was passiert nach Ballverlust? Wie reagieren wir, wenn einer aus der Kette herausrückt? Solche Dinge müssen irgendwann selbstverständlich ablaufen. Wenn ich gerade Hütters Prinzipien eintrainiere und nach zwei Bundesligaspielen schon wieder eine völlig andere Herangehensweise wähle, gebe ich den Spielern nicht automatisch Sicherheit. Im Zweifel gebe ich ihnen einfach noch mehr Dinge, über die sie auf dem Platz nachdenken müssen.

Bei deiner Frage, wie viele Punkte uns dieser Weg kosten darf, bin ich wahrscheinlich wesentlich entspannter als du. Ich habe hier schon einmal geschrieben, dass man sich für diese Saison meiner Meinung nach von dem Anspruch verabschieden sollte, unbedingt international spielen zu müssen.

Für mich hat der Klassenerhalt Priorität. Alles darüber ist Bonus. Natürlich würde ich das meiner Mannschaft niemals so sagen. Als Trainer setze ich intern andere Ziele und werde sicher nicht montagmorgens erzählen: „Jungs, Platz 15 reicht.“ 😂

Aber von außen betrachtet ist so eine Saison eigentlich ideal für einen Wiederaufbau. Kein Europapokal, volle Trainingswochen und ein Trainer, der einer stark veränderten Mannschaft seine Idee vermitteln kann. Dann nutze ich diese Zeit auch dafür. Automatismen entwickeln, Pressing und Restverteidigung sauber bekommen, eine neue Hierarchie entstehen lassen, junge Spieler entwickeln und vor allem erreichen, dass irgendwann elf Spieler dieselbe Situation auch tatsächlich gleich lesen.

Deshalb würde ich Hütter jetzt auch nicht sagen: Mainz, Freiburg und Leipzig kommen, also ziehen wir uns erstmal zurück und schauen, dass hinten irgendwie die Null steht. Offensiv zu spielen bedeutet schließlich nicht, 90 Minuten kopflos nach vorne zu rennen. Eine gute offensive Mannschaft muss genauso erkennen, wann sie Tempo herausnimmt, wann sie tiefer verteidigt oder wann sie einen Angriff des Gegners einfach einmal über Ballbesitz erstickt.

Das hat für mich auch nichts mit „Kopf durch die Wand“ zu tun. Im Gegenteil. Hütter muss reagieren, wenn bestimmte Dinge nicht funktionieren. Aber eine Spielidee anzupassen ist etwas völlig anderes, als sie aus Angst vor Ergebnissen wieder einzukassieren.

Und deshalb wäre Funkel für mich auch keine Lösung. Natürlich könnte ein sehr pragmatischer Trainer versuchen, mit dieser Mannschaft kurzfristig Ergebnisse einzusammeln. Aber Hütter wurde doch gerade deshalb geholt, weil man sich für seine Art Fußball entschieden hat. Dann muss ich ihm auch die Zeit geben, diesen Fußball mit dieser Mannschaft zu entwickeln.

Wenn wir am Ende Zehnter werden, dafür aber im Frühjahr eine Mannschaft auf dem Platz steht, bei der Hütters Handschrift klar zu erkennen ist und die eine vernünftige Grundlage für die kommenden Jahre besitzt, kann ich hervorragend damit leben. Lieber so, als kurzfristig irgendeinen Ergebnisfußball zusammenzuschrauben und nächsten Sommer wieder von vorne anzufangen.

Du nennst es Kopf durch die Wand. Ich würde eher versuchen, der Mannschaft beizubringen, wo die Tür ist. 😉

Und wenn wir nach zehn Spieltagen mit drei Punkten dastehen, darfst du mich gerne noch einmal an diesen Beitrag erinnern. Dann unterhalten wir uns auch über Funkel. 😂



Erstmal vielen Dank für Deine ausführliche gute Antwort. So macht das Forum Spass.👍
Du hast Recht, wir unterscheiden uns eher in der Art, wie man darauf reagieren sollte.
Natürlich löst Du das Grundproblem nicht sofort, aber Du gewinnst Zeit, Ruhe und zerstörst nicht das Selbstvertrauen der Spieler, die sonst mental überfordert sein könnten.
Wie gesagt, Brassier und Kosugi jetzt zu extrem zu fordern, die gerade neu in einer fremden Liga sind, halte ich für nicht zielführend.
Wir bräuchten eine einfache Taktik und Spielweise, die alle Spieler schnell verstehen.
Ja mit Sicherheit bist Du da entspannter wie ich, was das Thema Fehler angeht.
Es geht mir gar nicht darum, dir was um die Ohren zu hauen. Ich hoffe, eher das Du und vor allem Hütter Recht behalten.
Und ich möchte ganz klar festhalten, Hütter ist ein ausgezeichneter Trainer, aber wie ich schon bei den anderen Trainern schrieb, zaubern kann er auch nicht. Deswegen sollte es weiter schief gehen, weiss ich wer die Verantwortung dafür trägt.
Das mit Funkel habe ich übrigens nur eingeworfen, weil mir kein anderer Trainer eingefallen ist, der überhaupt noch die Defensive Spielweise bevorzugt.
😂😂

Klar hat der Klassenerhalt Priorität, das ist auch völlig in Ordnung mit diesem Sparkader.
Ich hoffe nur erstmal ich täusche mich und wir holen mehr als 1 Punkt aus den nächsten 3 Spielen. Denn dann ist unsere Moral futscht.
Und dann wird es für Hütter und das Team extrem schwer, da unten raus zu kommen.
Die Qualität hätte die 1. Mannschaft noch.
Wenn jetzt viele Verletze kommen, denken wir lieber nicht darüber nach.

Danke für Deine ausführliche gute Antwort.
Bin erstmal gespannt, wie sind die Mannschaft in Mainz präsentiert.


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Hyundaii30 schrieb:

Klar hat der Klassenerhalt Priorität, das ist auch völlig in Ordnung mit diesem Sparkader.

Ist halt die Frage ob Eintracht Frankfurt sich das leisten kann oder ob dann nächstes Jahr eine schlimmere Transferperiode als dieses Jahr ansteht. Ich bin mal gespannt wann Personalkosten der einzelnen BL Vereine verglichen werden ob man dann noch Sparkader als Begriff wählen wird. Ich denke das wir immer noch zwischen Platz 5 und 7 liegen bei den Kosten.  Da geht  eine weitere Saison Platz 8 oder schlechter einfach nicht ohne das es im Folgejahr nicht wirklich gegen den Abstieg geht. Wir wären da nicht die Ersten.
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Also ich finde deine Analyse auch sehr interessant und passend.
Denke auch, dass am Ende ein wichtiger Faktor die Konzentration ist, bei all den Abläufen die du aufgeführt hast.

Egal ob Pressing, Restverteidigung oder hoch/tief stehen.
Am Ende muss die Bereitschaft vorhanden sein, für das Kollektiv zu kämpfen, laufen und hoch fokussiert zu sein.

Da wäre es natürlich hilfreich, wenn man durch antrainierte Autmatismen gar nicht mehr ins Denken bzw. direkt ins Handeln kommt.

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Was mich grundsätzlich umtreibt, wenn ich solche ausführlichen Analysen wie von anpii lese: Ist Fußball mittlerweile zu verkopft? Irgendwie hat man oft den Eindruck, dass moderne Taktikanweisungen einen extremen Intellekt bei den Spielern voraussetzen, zusätzlich zur fußballerischen Veranlagung. Bleiben da sog. Instinktkicker nicht schon früh auf der Strecke?

Befremdlich finde ich es, wenn Spieler in der 85 Minute eingewechselt werden und der Trainer steht mit der Taktiktafel an der Seitenlinie und labert die Spieler voll. Die haben das ganze Spiel von der Bank gesehen und sollten doch hoffentlich wissen, was zu tun ist. Also mein Chef muss mir nicht jeden Morgen die Arbeit erklären.
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Was mich grundsätzlich umtreibt, wenn ich solche ausführlichen Analysen wie von anpii lese: Ist Fußball mittlerweile zu verkopft? Irgendwie hat man oft den Eindruck, dass moderne Taktikanweisungen einen extremen Intellekt bei den Spielern voraussetzen, zusätzlich zur fußballerischen Veranlagung. Bleiben da sog. Instinktkicker nicht schon früh auf der Strecke?

Befremdlich finde ich es, wenn Spieler in der 85 Minute eingewechselt werden und der Trainer steht mit der Taktiktafel an der Seitenlinie und labert die Spieler voll. Die haben das ganze Spiel von der Bank gesehen und sollten doch hoffentlich wissen, was zu tun ist. Also mein Chef muss mir nicht jeden Morgen die Arbeit erklären.
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SofatrainerSGE schrieb:

Was mich grundsätzlich umtreibt, wenn ich solche ausführlichen Analysen wie von anpii lese: Ist Fußball mittlerweile zu verkopft? Irgendwie hat man oft den Eindruck, dass moderne Taktikanweisungen einen extremen Intellekt bei den Spielern voraussetzen, zusätzlich zur fußballerischen Veranlagung. Bleiben da sog. Instinktkicker nicht schon früh auf der Strecke?

Befremdlich finde ich es, wenn Spieler in der 85 Minute eingewechselt werden und der Trainer steht mit der Taktiktafel an der Seitenlinie und labert die Spieler voll. Die haben das ganze Spiel von der Bank gesehen und sollten doch hoffentlich wissen, was zu tun ist. Also mein Chef muss mir nicht jeden Morgen die Arbeit erklären.



Also wenn ich das so mitbekomme, was die Profis da äussern und was da verlangt wird, kann man das wohl deutlich mit "ja" beantworten. Deswegen bin ich ja etwas skeptisch bei uns das das für manchen jungen Spieler zu viel ist.
Vor allem erst im Training und dann soll er das noch auf dem Platz umsetzen und wenn er das nicht packt, kommt gleich der Druck von aussen (Medien, Trainern! , Mitspieler und Fans sowieso).
Deswegen schrieb ich auch, das uns aktuell eine einfachere Art Fußball zu spielen helfen kann.

Fun Fact für mich sind die Analysen von den Expertenrunden nach dem Spiel. Traurig das da ehemalige Fußballer dabei sind, die mit auf die Spieler und Mannschaften drauf hauen, anstatt mal zu sagen, wie schwer das manchmal am Platz umzusetzen oder zu erkennen ist.
Hahaha am Fernseher und hinterher ist das natürlich ganz einfach, aber auf dem Platz geht es mittlerweile um Milisekunden, da die Athletik der Spieler und die Geschwindigkeit der Spieler und der Bälle zugenommen hat.
Natürlich darf man das ganze analysieren, ich finde es nur teilweise sehr schade, das dort selten fair argumentiert wird und alle so tun, als wären das die einfachsten Dinge der Welt, die man da abstellen kann.
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Es mag ja sein das es verschiedene Arten gibt ein hohes Pressing zu spielen und das die letzten 4 Trainer da auch alle es anders umsetzten wollten. Es hat aber zu den gleichen Ergebnissen geführt. Die Abwehr ist auf dem Weg wieder die Schießbude der Liga zu werden und Möglicherweise verbrennen wir gerade den nächsten Torhüter. Könnte nicht sein das Koch für diese Spielweise z. B. einfach völlig ungeeignet ist und das ein Trainer ein System spielen lassen sollte das zu seinen Spielern passt? Es ist jetzt der 4. Trainer der gerade dabei ist mit dem hohen Pressing auf die Schnauze zu fallen. Irgendwann sollte das doch einen Lerneffekt haben. Wobei ich zugebe das AH erst zwei Spiele hatte und man bis nach der Länderspielpause  sich das noch anschauen kann aber der Anfang war schon mal maximal schlecht was die Abwehr angeht.
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Ich verstehe deinen Gedanken schon. Nur ist mir die Rechnung „vier Trainer, ähnliche Probleme, also funktioniert dieser Ansatz grundsätzlich nicht“ zu glatt.

Toppmöller, Schmitt, Riera und jetzt Hütter hatten zwar alle Phasen mit hoher letzter Linie und frühem Pressing, aber taktisch waren das teilweise völlig andere Gebilde. Andere Pressingtrigger, andere Staffelungen hinter dem Ball, andere Aufgaben für die Außenverteidiger und auch eine andere Restfeldkontrolle. Für die Spieler sind das keine kosmetischen Unterschiede.

Bei Koch gehe ich deshalb auch nur teilweise mit. Natürlich fehlt ihm auf offenem Feld die Endgeschwindigkeit. Aber wenn ich ihn regelmäßig in 30-Meter-Rückwärtsduelle schicke, habe ich als Trainer vorher schon ein Problem produziert. Ein Innenverteidiger wie Koch muss möglichst viel nach vorne verteidigen können und nicht ständig mit Blick zum eigenen Tor sprinten.

Dafür brauche ich vorne vernünftigen Balldruck. Der Gegner darf den Tiefenball nicht in aller Ruhe vorbereiten können. Gleichzeitig müssen Sechser und ballferner Außenverteidiger so stehen, dass nach dem ersten überspielten Zugriff nicht sofort die komplette Tiefe offen ist.

Wenn vorne einer presst, der Achter nicht nachschiebt, der Sechser zu spät in den Raum kommt und die Viererkette trotzdem hoch bleibt, ist deine vertikale Kompaktheit weg. Dann entsteht zwischen Mittelfeld und letzter Linie ein riesiger Zwischenraum und hinten beginnt die Feuerwehrarbeit.

Da kannst du Koch natürlich irgendwann vorwerfen, dass er das Laufduell verliert. Ich würde mir vorher aber die fünf Sekunden anschauen, die zu diesem Laufduell geführt haben.

Bei Baum und Kosugi würde ich auch nicht automatisch sagen, dass ein hohes Verteidigen für junge Außenverteidiger zu anspruchsvoll ist. Sauber organisiert kann es ihnen sogar helfen. Wenn der Gegner unter Druck aufnimmt und sie ballnah aggressiv nach vorne verteidigen können, müssen sie deutlich weniger lange Defensivwege zurücklegen.

Schwierig wird es, wenn die Tiefensicherung fehlt. Schiebt Baum hoch, muss klar sein, wer seinen Rücken übernimmt. Steht Kosugi breit und hoch, darf die ballferne Seite nicht ebenfalls komplett offen sein. Da geht es um ballfernes Einrücken, Absicherungswinkel und darum, dass nach Ballverlust nicht alle fünf Spieler dieselbe Vorwärtsbewegung haben.

Und Hütter kann an solchen Dingen arbeiten, ohne seinen Fußball komplett umzubauen. Er kann beispielsweise den ballfernen Außenverteidiger früher einrücken lassen, Onyedika konsequenter als Sicherungsspieler hinter der ersten Drucklinie halten oder die Pressinghöhe situativ etwas variieren.

Auch beim Pressing muss nicht jeder Rückpass sofort Vollgas bedeuten. Du kannst Auslöser enger definieren und dafür sorgen, dass die Mannschaft nur dann durchschiebt, wenn die Staffelung dahinter passt. Lieber einmal nicht pressen als halb pressen. Halb pressen ist auf Bundesliganiveau meistens tödlich.

Und beim sogenannten Lerneffekt würde ich Hütter wirklich etwas Zeit zugestehen. Er hat zwei Bundesligaspiele mit einer stark veränderten Mannschaft. Er kann nicht die Baustellen von drei Vorgängern übernehmen und nach 180 Minuten schon eine fertige Pressing- und Sicherungsstruktur präsentieren.

Dass die Abwehr momentan schlecht aussieht, brauchen wir nicht schönreden. Mir ist nur wichtig, woher diese Bilder entstehen.

Wenn ich sehe, dass meine Innenverteidiger ständig offene Tiefe, Gleichzahlsituationen und lange Rückwärtswege verteidigen müssen, würde ich nicht als erstes neue Innenverteidiger fordern. Dann würde ich mir anschauen, ob die Restverteidigung, Anschlusskompaktheit und der zweite Zugriff überhaupt funktionieren.

In ein paar Wochen kann man besser beurteilen, ob Hütter mit diesen Profilen an Grenzen stößt. Nach zwei Spielen sehe ich im Moment eher eine Mannschaft, deren Abläufe noch nicht sauber genug verzahnt sind, als einen Fußball, der grundsätzlich nicht funktionieren kann.
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anpii schrieb:

Ich glaube, wir unterscheiden uns weniger bei der Diagnose als bei der Frage, wie man darauf als Trainer reagiert.

Deinen Kampfsportvergleich finde ich sogar passend. Nur würde ich daraus eine andere Konsequenz ziehen. Wenn mein Kämpfer zweimal getroffen wird, sage ich ihm nicht automatisch, dass er seine komplette Art zu kämpfen ändern soll. Ich will wissen, warum er getroffen wird. Stimmt die Distanz nicht? Öffnet er sich nach eigenen Aktionen? Wird er nach einem Treffer hektisch? Verliert er seine Abläufe? Genau dort würde ich ansetzen.

Im Fußball sehe ich das ähnlich. Natürlich kann Hütter die Mannschaft zehn Meter tiefer stellen, die Abstände verkürzen und stärker auf Umschaltmomente gehen. Das kann kurzfristig funktionieren. Aber damit ist unser eigentliches Problem nicht zwangsläufig gelöst.

Wir werden ja nicht 90 Minuten nach allen Regeln der Kunst überspielt. Gegen Augsburg war über 45 Minuten sogar das Gegenteil der Fall. Wir hatten Zugriff, konnten hoch verteidigen und Augsburg weitgehend kontrollieren. Das Problem beginnt momentan dann, wenn etwas gegen uns läuft. Plötzlich verändert sich das Entscheidungsverhalten. Einer verlässt seine Position, der nächste versucht zu korrigieren, dadurch geht der nächste Raum auf, Abstände stimmen nicht mehr und aus einem Gegentor wird innerhalb weniger Minuten ein kollektiver Kontrollverlust.

Genau das möchte ich als Trainer innerhalb meiner Spielidee lösen. Das heißt ja nicht, dass ich stur 90 Minuten dasselbe spielen lasse. Nach einem Gegentor kann ich fünf Minuten tiefer stehen, den Ball länger laufen lassen, Pressingauslöser verändern oder einen Außenverteidiger stärker absichern. Das sind Anpassungen, ohne gleich den ganzen Fußball auszutauschen.

Gerade bei einer jungen und neu zusammengestellten Mannschaft halte ich das für wichtig. Die brauchen klare Referenzpunkte: Wann pressen wir? Wer schiebt nach? Wer sichert? Was passiert nach Ballverlust? Wie reagieren wir, wenn einer aus der Kette herausrückt? Solche Dinge müssen irgendwann selbstverständlich ablaufen. Wenn ich gerade Hütters Prinzipien eintrainiere und nach zwei Bundesligaspielen schon wieder eine völlig andere Herangehensweise wähle, gebe ich den Spielern nicht automatisch Sicherheit. Im Zweifel gebe ich ihnen einfach noch mehr Dinge, über die sie auf dem Platz nachdenken müssen.

Bei deiner Frage, wie viele Punkte uns dieser Weg kosten darf, bin ich wahrscheinlich wesentlich entspannter als du. Ich habe hier schon einmal geschrieben, dass man sich für diese Saison meiner Meinung nach von dem Anspruch verabschieden sollte, unbedingt international spielen zu müssen.

Für mich hat der Klassenerhalt Priorität. Alles darüber ist Bonus. Natürlich würde ich das meiner Mannschaft niemals so sagen. Als Trainer setze ich intern andere Ziele und werde sicher nicht montagmorgens erzählen: „Jungs, Platz 15 reicht.“ 😂

Aber von außen betrachtet ist so eine Saison eigentlich ideal für einen Wiederaufbau. Kein Europapokal, volle Trainingswochen und ein Trainer, der einer stark veränderten Mannschaft seine Idee vermitteln kann. Dann nutze ich diese Zeit auch dafür. Automatismen entwickeln, Pressing und Restverteidigung sauber bekommen, eine neue Hierarchie entstehen lassen, junge Spieler entwickeln und vor allem erreichen, dass irgendwann elf Spieler dieselbe Situation auch tatsächlich gleich lesen.

Deshalb würde ich Hütter jetzt auch nicht sagen: Mainz, Freiburg und Leipzig kommen, also ziehen wir uns erstmal zurück und schauen, dass hinten irgendwie die Null steht. Offensiv zu spielen bedeutet schließlich nicht, 90 Minuten kopflos nach vorne zu rennen. Eine gute offensive Mannschaft muss genauso erkennen, wann sie Tempo herausnimmt, wann sie tiefer verteidigt oder wann sie einen Angriff des Gegners einfach einmal über Ballbesitz erstickt.

Das hat für mich auch nichts mit „Kopf durch die Wand“ zu tun. Im Gegenteil. Hütter muss reagieren, wenn bestimmte Dinge nicht funktionieren. Aber eine Spielidee anzupassen ist etwas völlig anderes, als sie aus Angst vor Ergebnissen wieder einzukassieren.

Und deshalb wäre Funkel für mich auch keine Lösung. Natürlich könnte ein sehr pragmatischer Trainer versuchen, mit dieser Mannschaft kurzfristig Ergebnisse einzusammeln. Aber Hütter wurde doch gerade deshalb geholt, weil man sich für seine Art Fußball entschieden hat. Dann muss ich ihm auch die Zeit geben, diesen Fußball mit dieser Mannschaft zu entwickeln.

Wenn wir am Ende Zehnter werden, dafür aber im Frühjahr eine Mannschaft auf dem Platz steht, bei der Hütters Handschrift klar zu erkennen ist und die eine vernünftige Grundlage für die kommenden Jahre besitzt, kann ich hervorragend damit leben. Lieber so, als kurzfristig irgendeinen Ergebnisfußball zusammenzuschrauben und nächsten Sommer wieder von vorne anzufangen.

Du nennst es Kopf durch die Wand. Ich würde eher versuchen, der Mannschaft beizubringen, wo die Tür ist. 😉

Und wenn wir nach zehn Spieltagen mit drei Punkten dastehen, darfst du mich gerne noch einmal an diesen Beitrag erinnern. Dann unterhalten wir uns auch über Funkel. 😂



Erstmal vielen Dank für Deine ausführliche gute Antwort. So macht das Forum Spass.👍
Du hast Recht, wir unterscheiden uns eher in der Art, wie man darauf reagieren sollte.
Natürlich löst Du das Grundproblem nicht sofort, aber Du gewinnst Zeit, Ruhe und zerstörst nicht das Selbstvertrauen der Spieler, die sonst mental überfordert sein könnten.
Wie gesagt, Brassier und Kosugi jetzt zu extrem zu fordern, die gerade neu in einer fremden Liga sind, halte ich für nicht zielführend.
Wir bräuchten eine einfache Taktik und Spielweise, die alle Spieler schnell verstehen.
Ja mit Sicherheit bist Du da entspannter wie ich, was das Thema Fehler angeht.
Es geht mir gar nicht darum, dir was um die Ohren zu hauen. Ich hoffe, eher das Du und vor allem Hütter Recht behalten.
Und ich möchte ganz klar festhalten, Hütter ist ein ausgezeichneter Trainer, aber wie ich schon bei den anderen Trainern schrieb, zaubern kann er auch nicht. Deswegen sollte es weiter schief gehen, weiss ich wer die Verantwortung dafür trägt.
Das mit Funkel habe ich übrigens nur eingeworfen, weil mir kein anderer Trainer eingefallen ist, der überhaupt noch die Defensive Spielweise bevorzugt.
😂😂

Klar hat der Klassenerhalt Priorität, das ist auch völlig in Ordnung mit diesem Sparkader.
Ich hoffe nur erstmal ich täusche mich und wir holen mehr als 1 Punkt aus den nächsten 3 Spielen. Denn dann ist unsere Moral futscht.
Und dann wird es für Hütter und das Team extrem schwer, da unten raus zu kommen.
Die Qualität hätte die 1. Mannschaft noch.
Wenn jetzt viele Verletze kommen, denken wir lieber nicht darüber nach.

Danke für Deine ausführliche gute Antwort.
Bin erstmal gespannt, wie sind die Mannschaft in Mainz präsentiert.


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Danke für die Blumen. 😁 So macht eine Diskussion ja auch Spaß, selbst wenn man am Ende bei der Lösung nicht zusammenkommt.

Bei der „einfachen Taktik“ bin ich aber komplett raus. Was soll denn einfach heißen? Tief stehen, zwei Viererketten, Ball weg und hoffen? Das sind Bundesligaprofis und keine E-Jugend, denen man zur Sicherheit erstmal drei Laufwege an die Tafel malt.

Ein Profi braucht nicht zwingend eine einfachere Taktik, sondern klare Aufgaben innerhalb einer anspruchsvollen Taktik. Das ist ein Unterschied. Hütter kann Pressingtrigger reduzieren, die Restverteidigung konservativer staffeln, nur einen Außenverteidiger gleichzeitig hochschieben lassen oder den Sechser stärker in der Tiefensicherung halten. Damit gibst du Orientierung, ohne den Spielern einen Fußball vorzusetzen, der mit der eigentlichen Idee nichts mehr zu tun hat.

Bei Brassier oder Kosugi sehe ich auch nicht, warum man sie dadurch schützen sollte, dass man ihnen taktisch weniger zutraut. Die spielen Profifußball auf höchstem Niveau. Natürlich brauchen sie Zeit für die Bundesliga, Tempo, Gegenspieler und die Abstimmung mit neuen Mitspielern. Aber die Herausforderung besteht doch darin, sie in funktionierende gruppentaktische Abläufe einzubinden und nicht darin, den Fußball für sie möglichst simpel zu machen.

Bei Hütter bin ich außerdem ziemlich sicher, dass da nicht nach drei weiteren schlechten Ergebnissen sofort die Reißleine gezogen wird. So einfach funktioniert das intern nicht. Man hat ihn gerade erst verpflichtet, einen stark veränderten Kader zusammengestellt und ihm damit einen Prozess übergeben, der erkennbar Zeit braucht. Wenn man ihn nach einer schwachen Hinrunde direkt wieder feuert, würde sich die Diskussion sehr schnell von Hütter weg und hin zur grundsätzlichen sportlichen Führung bewegen. Das wissen die Verantwortlichen ebenfalls.

Dass Hütter nicht zaubern kann, stimmt. Muss er auch nicht. Er muss trainieren. Und genau dafür hat er jetzt erstmals über längere Phasen normale Trainingswochen.

Dieses Moral-Argument sehe ich ebenfalls deutlich weniger dramatisch. Natürlich kann eine Negativserie am Selbstvertrauen nagen. Aber wenn ein niedriger Punktestand automatisch irgendwann die Moral zerstören würde, könnte sich keine Mannschaft der Welt mehr aus dem Tabellenkeller befreien. Fußballgeschichte ist voll von Teams, die miserabel gestartet sind, irgendwann einen Lauf bekommen haben und sich wieder herausgezogen haben.

Selbstvertrauen ist außerdem kein Tank, der irgendwann leer ist und dann bleibt er leer. Zwei gute Spiele, ein spätes Siegtor, ein dreckiges 1:0 und plötzlich verändert sich innerhalb einer Mannschaft sehr viel. Genauso schnell, wie eine Negativspirale entstehen kann, kann sie auch in die andere Richtung kippen.

Deshalb verstehe ich dieses permanente Vorwegnehmen des schlimmsten Szenarios nicht. „Wenn wir jetzt nur einen Punkt holen...“, „wenn Verletzte kommen...“, „wenn die Moral kippt...“, „wenn Hütter es nicht schafft...“ ;  irgendwann diskutieren wir nur noch über Dinge, die noch gar nicht passiert sind. 😁

Ich gehe auch nicht davon aus, dass wir aus Mainz mit leeren Händen kommen. Mindestens einen Punkt traue ich der Mannschaft dort absolut zu. Und vielleicht reden wir danach schon wieder über eine ganz andere Stimmung.

Fehler werden kommen. Rückschläge ebenfalls. Mir wäre nur lieber, Hütter arbeitet diese mit der Mannschaft ab, statt nach jedem davon den nächsten Sicherheitsfußball auszupacken. Denn am Ende soll hier ja etwas entstehen und nicht nur irgendwie der nächste Samstag überlebt werden.
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SofatrainerSGE schrieb:

Was mich grundsätzlich umtreibt, wenn ich solche ausführlichen Analysen wie von anpii lese: Ist Fußball mittlerweile zu verkopft? Irgendwie hat man oft den Eindruck, dass moderne Taktikanweisungen einen extremen Intellekt bei den Spielern voraussetzen, zusätzlich zur fußballerischen Veranlagung. Bleiben da sog. Instinktkicker nicht schon früh auf der Strecke?

Befremdlich finde ich es, wenn Spieler in der 85 Minute eingewechselt werden und der Trainer steht mit der Taktiktafel an der Seitenlinie und labert die Spieler voll. Die haben das ganze Spiel von der Bank gesehen und sollten doch hoffentlich wissen, was zu tun ist. Also mein Chef muss mir nicht jeden Morgen die Arbeit erklären.



Also wenn ich das so mitbekomme, was die Profis da äussern und was da verlangt wird, kann man das wohl deutlich mit "ja" beantworten. Deswegen bin ich ja etwas skeptisch bei uns das das für manchen jungen Spieler zu viel ist.
Vor allem erst im Training und dann soll er das noch auf dem Platz umsetzen und wenn er das nicht packt, kommt gleich der Druck von aussen (Medien, Trainern! , Mitspieler und Fans sowieso).
Deswegen schrieb ich auch, das uns aktuell eine einfachere Art Fußball zu spielen helfen kann.

Fun Fact für mich sind die Analysen von den Expertenrunden nach dem Spiel. Traurig das da ehemalige Fußballer dabei sind, die mit auf die Spieler und Mannschaften drauf hauen, anstatt mal zu sagen, wie schwer das manchmal am Platz umzusetzen oder zu erkennen ist.
Hahaha am Fernseher und hinterher ist das natürlich ganz einfach, aber auf dem Platz geht es mittlerweile um Milisekunden, da die Athletik der Spieler und die Geschwindigkeit der Spieler und der Bälle zugenommen hat.
Natürlich darf man das ganze analysieren, ich finde es nur teilweise sehr schade, das dort selten fair argumentiert wird und alle so tun, als wären das die einfachsten Dinge der Welt, die man da abstellen kann.
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Die Spieler sind Profis und Fußball ein Geschäft, das nur die wenigsten Spieler so ausüben dürfen, wie wir das jede Woche sehen.

Ich erwarte von einem Profi, das er das umsetzt, was man von ihm verlangt. Ansonsten ist das Profisein ggf nicht das Richtige für ihn.

Du kannst noch so ein guter „Baller“ sein, wenn du die taktischen Anweisungen nicht umsetzen kannst, bist du schneller das ehemalige Talent und spielst Regionalliga oder tiefer.

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Ich verstehe deinen Gedanken schon. Nur ist mir die Rechnung „vier Trainer, ähnliche Probleme, also funktioniert dieser Ansatz grundsätzlich nicht“ zu glatt.

Toppmöller, Schmitt, Riera und jetzt Hütter hatten zwar alle Phasen mit hoher letzter Linie und frühem Pressing, aber taktisch waren das teilweise völlig andere Gebilde. Andere Pressingtrigger, andere Staffelungen hinter dem Ball, andere Aufgaben für die Außenverteidiger und auch eine andere Restfeldkontrolle. Für die Spieler sind das keine kosmetischen Unterschiede.

Bei Koch gehe ich deshalb auch nur teilweise mit. Natürlich fehlt ihm auf offenem Feld die Endgeschwindigkeit. Aber wenn ich ihn regelmäßig in 30-Meter-Rückwärtsduelle schicke, habe ich als Trainer vorher schon ein Problem produziert. Ein Innenverteidiger wie Koch muss möglichst viel nach vorne verteidigen können und nicht ständig mit Blick zum eigenen Tor sprinten.

Dafür brauche ich vorne vernünftigen Balldruck. Der Gegner darf den Tiefenball nicht in aller Ruhe vorbereiten können. Gleichzeitig müssen Sechser und ballferner Außenverteidiger so stehen, dass nach dem ersten überspielten Zugriff nicht sofort die komplette Tiefe offen ist.

Wenn vorne einer presst, der Achter nicht nachschiebt, der Sechser zu spät in den Raum kommt und die Viererkette trotzdem hoch bleibt, ist deine vertikale Kompaktheit weg. Dann entsteht zwischen Mittelfeld und letzter Linie ein riesiger Zwischenraum und hinten beginnt die Feuerwehrarbeit.

Da kannst du Koch natürlich irgendwann vorwerfen, dass er das Laufduell verliert. Ich würde mir vorher aber die fünf Sekunden anschauen, die zu diesem Laufduell geführt haben.

Bei Baum und Kosugi würde ich auch nicht automatisch sagen, dass ein hohes Verteidigen für junge Außenverteidiger zu anspruchsvoll ist. Sauber organisiert kann es ihnen sogar helfen. Wenn der Gegner unter Druck aufnimmt und sie ballnah aggressiv nach vorne verteidigen können, müssen sie deutlich weniger lange Defensivwege zurücklegen.

Schwierig wird es, wenn die Tiefensicherung fehlt. Schiebt Baum hoch, muss klar sein, wer seinen Rücken übernimmt. Steht Kosugi breit und hoch, darf die ballferne Seite nicht ebenfalls komplett offen sein. Da geht es um ballfernes Einrücken, Absicherungswinkel und darum, dass nach Ballverlust nicht alle fünf Spieler dieselbe Vorwärtsbewegung haben.

Und Hütter kann an solchen Dingen arbeiten, ohne seinen Fußball komplett umzubauen. Er kann beispielsweise den ballfernen Außenverteidiger früher einrücken lassen, Onyedika konsequenter als Sicherungsspieler hinter der ersten Drucklinie halten oder die Pressinghöhe situativ etwas variieren.

Auch beim Pressing muss nicht jeder Rückpass sofort Vollgas bedeuten. Du kannst Auslöser enger definieren und dafür sorgen, dass die Mannschaft nur dann durchschiebt, wenn die Staffelung dahinter passt. Lieber einmal nicht pressen als halb pressen. Halb pressen ist auf Bundesliganiveau meistens tödlich.

Und beim sogenannten Lerneffekt würde ich Hütter wirklich etwas Zeit zugestehen. Er hat zwei Bundesligaspiele mit einer stark veränderten Mannschaft. Er kann nicht die Baustellen von drei Vorgängern übernehmen und nach 180 Minuten schon eine fertige Pressing- und Sicherungsstruktur präsentieren.

Dass die Abwehr momentan schlecht aussieht, brauchen wir nicht schönreden. Mir ist nur wichtig, woher diese Bilder entstehen.

Wenn ich sehe, dass meine Innenverteidiger ständig offene Tiefe, Gleichzahlsituationen und lange Rückwärtswege verteidigen müssen, würde ich nicht als erstes neue Innenverteidiger fordern. Dann würde ich mir anschauen, ob die Restverteidigung, Anschlusskompaktheit und der zweite Zugriff überhaupt funktionieren.

In ein paar Wochen kann man besser beurteilen, ob Hütter mit diesen Profilen an Grenzen stößt. Nach zwei Spielen sehe ich im Moment eher eine Mannschaft, deren Abläufe noch nicht sauber genug verzahnt sind, als einen Fußball, der grundsätzlich nicht funktionieren kann.
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anpii schrieb:

Ich verstehe deinen Gedanken schon. Nur ist mir die Rechnung „vier Trainer, ähnliche Probleme, also funktioniert dieser Ansatz grundsätzlich nicht“ zu glatt.

Toppmöller, Schmitt, Riera und jetzt Hütter hatten zwar alle Phasen mit hoher letzter Linie und frühem Pressing, aber taktisch waren das teilweise völlig andere Gebilde. Andere Pressingtrigger, andere Staffelungen hinter dem Ball, andere Aufgaben für die Außenverteidiger und auch eine andere Restfeldkontrolle. Für die Spieler sind das keine kosmetischen Unterschiede.

Bei Koch gehe ich deshalb auch nur teilweise mit. Natürlich fehlt ihm auf offenem Feld die Endgeschwindigkeit. Aber wenn ich ihn regelmäßig in 30-Meter-Rückwärtsduelle schicke, habe ich als Trainer vorher schon ein Problem produziert. Ein Innenverteidiger wie Koch muss möglichst viel nach vorne verteidigen können und nicht ständig mit Blick zum eigenen Tor sprinten.

Dafür brauche ich vorne vernünftigen Balldruck. Der Gegner darf den Tiefenball nicht in aller Ruhe vorbereiten können. Gleichzeitig müssen Sechser und ballferner Außenverteidiger so stehen, dass nach dem ersten überspielten Zugriff nicht sofort die komplette Tiefe offen ist.

Wenn vorne einer presst, der Achter nicht nachschiebt, der Sechser zu spät in den Raum kommt und die Viererkette trotzdem hoch bleibt, ist deine vertikale Kompaktheit weg. Dann entsteht zwischen Mittelfeld und letzter Linie ein riesiger Zwischenraum und hinten beginnt die Feuerwehrarbeit.

Da kannst du Koch natürlich irgendwann vorwerfen, dass er das Laufduell verliert. Ich würde mir vorher aber die fünf Sekunden anschauen, die zu diesem Laufduell geführt haben.

Bei Baum und Kosugi würde ich auch nicht automatisch sagen, dass ein hohes Verteidigen für junge Außenverteidiger zu anspruchsvoll ist. Sauber organisiert kann es ihnen sogar helfen. Wenn der Gegner unter Druck aufnimmt und sie ballnah aggressiv nach vorne verteidigen können, müssen sie deutlich weniger lange Defensivwege zurücklegen.

Schwierig wird es, wenn die Tiefensicherung fehlt. Schiebt Baum hoch, muss klar sein, wer seinen Rücken übernimmt. Steht Kosugi breit und hoch, darf die ballferne Seite nicht ebenfalls komplett offen sein. Da geht es um ballfernes Einrücken, Absicherungswinkel und darum, dass nach Ballverlust nicht alle fünf Spieler dieselbe Vorwärtsbewegung haben.

Und Hütter kann an solchen Dingen arbeiten, ohne seinen Fußball komplett umzubauen. Er kann beispielsweise den ballfernen Außenverteidiger früher einrücken lassen, Onyedika konsequenter als Sicherungsspieler hinter der ersten Drucklinie halten oder die Pressinghöhe situativ etwas variieren.

Auch beim Pressing muss nicht jeder Rückpass sofort Vollgas bedeuten. Du kannst Auslöser enger definieren und dafür sorgen, dass die Mannschaft nur dann durchschiebt, wenn die Staffelung dahinter passt. Lieber einmal nicht pressen als halb pressen. Halb pressen ist auf Bundesliganiveau meistens tödlich.

Und beim sogenannten Lerneffekt würde ich Hütter wirklich etwas Zeit zugestehen. Er hat zwei Bundesligaspiele mit einer stark veränderten Mannschaft. Er kann nicht die Baustellen von drei Vorgängern übernehmen und nach 180 Minuten schon eine fertige Pressing- und Sicherungsstruktur präsentieren.

Dass die Abwehr momentan schlecht aussieht, brauchen wir nicht schönreden. Mir ist nur wichtig, woher diese Bilder entstehen.

Wenn ich sehe, dass meine Innenverteidiger ständig offene Tiefe, Gleichzahlsituationen und lange Rückwärtswege verteidigen müssen, würde ich nicht als erstes neue Innenverteidiger fordern. Dann würde ich mir anschauen, ob die Restverteidigung, Anschlusskompaktheit und der zweite Zugriff überhaupt funktionieren.

In ein paar Wochen kann man besser beurteilen, ob Hütter mit diesen Profilen an Grenzen stößt. Nach zwei Spielen sehe ich im Moment eher eine Mannschaft, deren Abläufe noch nicht sauber genug verzahnt sind, als einen Fußball, der grundsätzlich nicht funktionieren kann.

Wenn ich deine Argumente annehme komme ich aber zu einem anderen Schluss. Das der ballferne AV einrückt hat sich doch gerade beim Ausgleich als Problem erwiesen als Baum einfach zu klein war das Kopfballduell zu gewinnen. Wir haben dafür einfach zu kleine AV. Deshalb würde ich auch es mit der Dreierkette  hinten versuchen. Die beiden AV würden dadurch abgesichert und müssten nicht soviel nach hinten arbeiten. Außerdem haben wir dafür die richtigen Spieler wenn man dafür Maluze bringt.
#
anpii schrieb:

Ich verstehe deinen Gedanken schon. Nur ist mir die Rechnung „vier Trainer, ähnliche Probleme, also funktioniert dieser Ansatz grundsätzlich nicht“ zu glatt.

Toppmöller, Schmitt, Riera und jetzt Hütter hatten zwar alle Phasen mit hoher letzter Linie und frühem Pressing, aber taktisch waren das teilweise völlig andere Gebilde. Andere Pressingtrigger, andere Staffelungen hinter dem Ball, andere Aufgaben für die Außenverteidiger und auch eine andere Restfeldkontrolle. Für die Spieler sind das keine kosmetischen Unterschiede.

Bei Koch gehe ich deshalb auch nur teilweise mit. Natürlich fehlt ihm auf offenem Feld die Endgeschwindigkeit. Aber wenn ich ihn regelmäßig in 30-Meter-Rückwärtsduelle schicke, habe ich als Trainer vorher schon ein Problem produziert. Ein Innenverteidiger wie Koch muss möglichst viel nach vorne verteidigen können und nicht ständig mit Blick zum eigenen Tor sprinten.

Dafür brauche ich vorne vernünftigen Balldruck. Der Gegner darf den Tiefenball nicht in aller Ruhe vorbereiten können. Gleichzeitig müssen Sechser und ballferner Außenverteidiger so stehen, dass nach dem ersten überspielten Zugriff nicht sofort die komplette Tiefe offen ist.

Wenn vorne einer presst, der Achter nicht nachschiebt, der Sechser zu spät in den Raum kommt und die Viererkette trotzdem hoch bleibt, ist deine vertikale Kompaktheit weg. Dann entsteht zwischen Mittelfeld und letzter Linie ein riesiger Zwischenraum und hinten beginnt die Feuerwehrarbeit.

Da kannst du Koch natürlich irgendwann vorwerfen, dass er das Laufduell verliert. Ich würde mir vorher aber die fünf Sekunden anschauen, die zu diesem Laufduell geführt haben.

Bei Baum und Kosugi würde ich auch nicht automatisch sagen, dass ein hohes Verteidigen für junge Außenverteidiger zu anspruchsvoll ist. Sauber organisiert kann es ihnen sogar helfen. Wenn der Gegner unter Druck aufnimmt und sie ballnah aggressiv nach vorne verteidigen können, müssen sie deutlich weniger lange Defensivwege zurücklegen.

Schwierig wird es, wenn die Tiefensicherung fehlt. Schiebt Baum hoch, muss klar sein, wer seinen Rücken übernimmt. Steht Kosugi breit und hoch, darf die ballferne Seite nicht ebenfalls komplett offen sein. Da geht es um ballfernes Einrücken, Absicherungswinkel und darum, dass nach Ballverlust nicht alle fünf Spieler dieselbe Vorwärtsbewegung haben.

Und Hütter kann an solchen Dingen arbeiten, ohne seinen Fußball komplett umzubauen. Er kann beispielsweise den ballfernen Außenverteidiger früher einrücken lassen, Onyedika konsequenter als Sicherungsspieler hinter der ersten Drucklinie halten oder die Pressinghöhe situativ etwas variieren.

Auch beim Pressing muss nicht jeder Rückpass sofort Vollgas bedeuten. Du kannst Auslöser enger definieren und dafür sorgen, dass die Mannschaft nur dann durchschiebt, wenn die Staffelung dahinter passt. Lieber einmal nicht pressen als halb pressen. Halb pressen ist auf Bundesliganiveau meistens tödlich.

Und beim sogenannten Lerneffekt würde ich Hütter wirklich etwas Zeit zugestehen. Er hat zwei Bundesligaspiele mit einer stark veränderten Mannschaft. Er kann nicht die Baustellen von drei Vorgängern übernehmen und nach 180 Minuten schon eine fertige Pressing- und Sicherungsstruktur präsentieren.

Dass die Abwehr momentan schlecht aussieht, brauchen wir nicht schönreden. Mir ist nur wichtig, woher diese Bilder entstehen.

Wenn ich sehe, dass meine Innenverteidiger ständig offene Tiefe, Gleichzahlsituationen und lange Rückwärtswege verteidigen müssen, würde ich nicht als erstes neue Innenverteidiger fordern. Dann würde ich mir anschauen, ob die Restverteidigung, Anschlusskompaktheit und der zweite Zugriff überhaupt funktionieren.

In ein paar Wochen kann man besser beurteilen, ob Hütter mit diesen Profilen an Grenzen stößt. Nach zwei Spielen sehe ich im Moment eher eine Mannschaft, deren Abläufe noch nicht sauber genug verzahnt sind, als einen Fußball, der grundsätzlich nicht funktionieren kann.

Wenn ich deine Argumente annehme komme ich aber zu einem anderen Schluss. Das der ballferne AV einrückt hat sich doch gerade beim Ausgleich als Problem erwiesen als Baum einfach zu klein war das Kopfballduell zu gewinnen. Wir haben dafür einfach zu kleine AV. Deshalb würde ich auch es mit der Dreierkette  hinten versuchen. Die beiden AV würden dadurch abgesichert und müssten nicht soviel nach hinten arbeiten. Außerdem haben wir dafür die richtigen Spieler wenn man dafür Maluze bringt.
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Letztes Jahr war hier was los, als Amenda AV spielte (wenn auch nur ein verkappter)

Ich glaube die Attribute eines AV sind nicht das gute Kopfballspiel sondern eher die Beweglichkeit und Schnelligkeit gg die Offensiven Aussenspieler.

Ein Amenda (oder andere lange Lulatsche) ist dann doch eher wie ein Truck und für alles andere als Verteidigen sichtlich ungeeignet gewesen.
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Letztes Jahr war hier was los, als Amenda AV spielte (wenn auch nur ein verkappter)

Ich glaube die Attribute eines AV sind nicht das gute Kopfballspiel sondern eher die Beweglichkeit und Schnelligkeit gg die Offensiven Aussenspieler.

Ein Amenda (oder andere lange Lulatsche) ist dann doch eher wie ein Truck und für alles andere als Verteidigen sichtlich ungeeignet gewesen.
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franchise schrieb:

Ich glaube die Attribute eines AV sind nicht das gute Kopfballspiel sondern eher die Beweglichkeit und Schnelligkeit gg die Offensiven Aussenspieler.


Grundsätzlich schon, aber wenn dem AV die Körperlichkeit fehlt, um den Gegner beim Kopfball entscheidend zu stören, wenn er das Kopfballduell per se schon nicht gewinnen kann, kriegt man halt so Gegentore wie bei Union.


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