Abschließend: Ich stelle mir manchmal die nahezu ketzerische Frage, ob wir heute Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly würden halten können?
Stelle sie Dir lieber nicht, wäre m.E. illusionsmordend. Die Kluft zwischen den Vereinen ist viel größer geworden. Und ab dem 2 oder 3fachen an Gehaltszuwachs werden auch Dr. Hammerholz und Charlygrabi schwach.
Wuschelblubb schrieb: Ich würde mir allerdings in der kommenden Saison auch mal wünschen, dass der ein oder andere junge Spieler mal gegen Spielende (zumindest in den Spielen in denen das Ergebnis festzustehen scheint) verstärkt ihre Chance bekommt. Dass muss natürlich bei einem Spieler nicht bis ins unendliche getrieben werden, falls man merkt, dass es einfach noch nicht reicht, aber bevor in der 85. Minute dann wieder ein Rehmer oder Huggel (achja: das geht ja nicht mehr smile: eingewechselt wird, würde ich ganz gerne mal regelmässiger einen Toski oder künftig auch einen Ljubicic sehen.
Dito! Wobei ich bei diesen Entscheidungen - wann und wie oft werfe ich welchen jungen Spieler so ins kalte Wasser, dass er zum einen nicht ertrinkt, sondern davon tatsächlich für seine Entwicklung profitiert, zum anderen nicht abhebt und dass zum dritten damit nicht der Erfolg in einem Spiel gefährdet wird - nicht unbedingt in der Haut des Trainers stecken möchte.
Ich verstehe z.B., dass man mitten im Abstiegskampf lieber auf (die vermeintliche) Nummer Sicher geht und dem angestammten Personal vertraut, statt mit Jungen zu experimentieren.
Ich könnte mir vorstellen, dass wir einen Mounir Chaftar oder (nach seiner Genesung) einen Faton Toski etwas häufiger als die insgesamt vier Mal gesehen hätten, wenn wir den Klassenerhalt früher sicher gehabt hätten (Dann hätte vermutlich auch ein Chris mehr Gelegenheit bekommen, seinen verloren gegangenen Rhythmus in Punktspielen wieder zu finden).
Ich jedenfalls hoffe sehr, dass ich gerade diese beiden Jungs, aber auch einen Ljubicic 2007/2008 häufiger mal zu Gesicht bekomme.
KidKlappergass schrieb: Abschließend: Ich stelle mir manchmal die nahezu ketzerische Frage, ob wir heute Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly würden halten können?
Dann will ich mal Deine ketzerische Frage aufnehmen und zu einem Kügelchen formen, um Dir diese dann, einhergehend mit einer Gegenfrage, umgehend an den Kopf zu werfen!
Frage Dich doch lieber mal, bevor Du Dich mit deren möglichen Abgängen beschäftigst, wie wir überhaupt heute wieder Spieler wie Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly bekommen sollen?
So stelle ich mir z.B. die Frage, ob man einen Mahdavikia, welcher für mich ein ordentlicher, aber sicherlich nicht überragender Spieler ist, wirklich hätte verpflichten müssen und ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf Preuß (sicherlich etwas defensiver) und Heller (einen Tick offensiver und natürlich noch etwas unerfahren), mit Ochs, Chris und Inamoto für Notfälle in der Hinterhand, zu setzen, bzw. ob diese es wirklich und tatsächlich schlechter gemacht hätten?
Die Verpflichtung eines ausländischen Spielers sollte also, zumindest meiner Meinung nach, immer nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sich dieser klar und deutlich vom Rest abhebt, bzw. zumindest die Chance dazu besteht und keine Alternativen vorhanden sind.
Inamoto ist z.B. solch ein Fall. Wenn es gelingen sollte, dass er, ähnlich wie Taka, wieder in seine Spur findet, dann haben wir einen außerordentlich guten Spieler geholt. Andreasen wäre auch solch ein Fall.
Spycher oder Weissenberger sind für mich aber z.B. das Gegenteil, also eher "mittelmäßige" Spieler.
Nehmen wir doch mal Weissenberger, welcher nun seit drei Jahren bei uns kickt, sich nie wirklich durchsetzen konnte und nun erneut seinen Vertrag verlängerte. War diese Verlängerung tatsächlich sinnvoll oder hätte man nicht z.B. lieber auf ohnehin vorhandene Spieler (Meier, Toski, Ljubicic und Inamoto) setzen oder zumindest zukunftsorientiert einkaufen sollen, z.B. Baier, welcher für schlappe 450.000,- Euronen zu VW wechselt, auch noch aus der "Region" kommt (lebte ab 1986 in Aschaffenburg) und dessen Bruder in der nächsten Saison bei der Frankfurter Mülldeponie spielen wird?
Gibt es also tatsächlich keine Alternativen zu solchen Spielern, bzw. sind diese den Anderen wirklich so weit voraus?
Erreicht die Eintracht einen gesicherten Mittelfeldplatz, oder hat man sagen wir nach dem 28 Spieltag nichts mehr mit den Abstieg zu tun, bin ich mir sicher, werden auch die jungen Spieler ihre Chance bekommen.
Na super, das wäre ja richtig viel Spielpraxis. Andererseits: Wenn diese Spieler so schlecht sind, wieso sind sie dann überhaupt im Profiteam?
Um der Gegenargumentation "Man darf die Jungen nicht verheizen." oder "Sie sind noch nicht soweit." schon von vorneherein eine Absage zu erteilen: Hier im Forum wird jede Minute eines Jugendspielers in seiner 1. Saison für ein Riesending gehalten, denn er müsse noch viel lernen un es fehle an Erfahrung. In der 2. Saison kann man natürlich nicht mehr als ein paar Einsätze erwarten, schließlich haben andere Spieler ja mehr Erfahrung. In der 3. Saison mischt sich das Argument der 2. Saison mit: "Der packt es nie.", "Ihm fehlt die richtige Einstellung."
So kommt bei mir die Frage auf: Wird da nicht sehr vom Endresultat her argumentiert, so dass außer der billigen Tautologie "Wenn es einer gepackt hat, dann hat er es gepackt - sonst nicht" nichts übrig bleibt?
Dieser Punkt ist es nämlich, der mich eigentlich umtreibt. ZoLo hat schon recht, dass es den meisten an der "Geduld" für die Jungen fehlt. Andererseits mit Rehmer, Huggel, Spycher, Kyrgiakos, Thurk, Nikolov (teilweise), diese Saison auch Vasi wurde ja angesichts von deren Leistung auch sehr geduldig umgegangen. Das "Witzige" ist jedoch, dass genau diejenigen keine Geduld mit den und kein Vertrauen in die Jugen haben, die immerzu Geduld für die Eintracht, Vertrauen in den Trainer etc. pp. fordern.
Meine volle Überzeugung ist die von sCarecrow schon geäußerte These, die ich nochmal anders vormulieren möchte:
Ein Jugendspieler muss die Perspektive sehen, muss merken, dass er wirklich die Chance auf die 1. Mannschaft hat. Was für einen Unterschied das machen kann, kann man an Russ sehen.
Außerdem brauchen die Jugendspieler, die Erfahrung des höheren Spieltempos, der härteren Gangart, unterschiedliche Gegenspieler (auf hohem Niveau), um sich zu entwickeln: Poldi, Helmes, Schweinsteiger (!!! den fand ich am Anfang richtig schlecht), Metzelder, Gomez, Preuß, Jones, Streit etc. wären evtl. niemals zu Bundesligaspielern geworden, wenn sie nicht durch Zufälle/Verletzungen in die 1. Mannschaft gekommen wären.
Insofern ist für mich auch sehr entscheidend, inwiefern Funkel den Jugendspielern systematisch Spielpraxis zukommen lässt.
KidKlappergass schrieb: Abschließend: Ich stelle mir manchmal die nahezu ketzerische Frage, ob wir heute Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly würden halten können?
Dann will ich mal Deine ketzerische Frage aufnehmen und zu einem Kügelchen formen, um Dir diese dann, einhergehend mit einer Gegenfrage, umgehend an den Kopf zu werfen!
Frage Dich doch lieber mal, bevor Du Dich mit deren möglichen Abgängen beschäftigst, wie wir überhaupt heute wieder Spieler wie Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly bekommen sollen?
So stelle ich mir z.B. die Frage, ob man einen Mahdavikia, welcher für mich ein ordentlicher, aber sicherlich nicht überragender Spieler ist, wirklich hätte verpflichten müssen und ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf Preuß (sicherlich etwas defensiver) und Heller (einen Tick offensiver und natürlich noch etwas unerfahren), mit Ochs, Chris und Inamoto für Notfälle in der Hinterhand, zu setzen, bzw. ob diese es wirklich und tatsächlich schlechter gemacht hätten?
Die Verpflichtung eines ausländischen Spielers sollte also, zumindest meiner Meinung nach, immer nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sich dieser klar und deutlich vom Rest abhebt, bzw. zumindest die Chance dazu besteht und keine Alternativen vorhanden sind.
Inamoto ist z.B. solch ein Fall. Wenn es gelingen sollte, dass er, ähnlich wie Taka, wieder in seine Spur findet, dann haben wir einen außerordentlich guten Spieler geholt. Andreasen wäre auch solch ein Fall.
Spycher oder Weissenberger sind für mich aber z.B. das Gegenteil, also eher "mittelmäßige" Spieler.
Nehmen wir doch mal Weissenberger, welcher nun seit drei Jahren bei uns kickt, sich nie wirklich durchsetzen konnte und nun erneut seinen Vertrag verlängerte. War diese Verlängerung tatsächlich sinnvoll oder hätte man nicht z.B. lieber auf ohnehin vorhandene Spieler (Meier, Toski, Ljubicic und Inamoto) setzen oder zumindest zukunftsorientiert einkaufen sollen, z.B. Baier, welcher für schlappe 450.000,- Euronen zu VW wechselt, auch noch aus der "Region" kommt (lebte ab 1986 in Aschaffenburg) und dessen Bruder in der nächsten Saison bei der Frankfurter Mülldeponie spielen wird?
Gibt es also tatsächlich keine Alternativen zu solchen Spielern, bzw. sind diese den Anderen wirklich so weit voraus?
ich habe es vor drei stunden geschrieben, danach ist mein rechner in die knie gegangen und manches wurde nun schon von anderen formuliert. trotzdem:
lieber ZoLo,
in einer besseren welt und einem anderen leben würden sich deine wünsche erfüllen.
ich verstehe sehr genau was du meinst. ich fände es auch toll wenn wir dahin kämen, dass unsere jugendarbeit grabowskis, hölzenbeins und körbels aufweisen kann. bedauerlicher weise ist dem aktuell aber nicht so. und in der zeit in der die eintracht "fußball 2000" zelebriert hat waren es auch nicht nur "frankfurter jungs", die uns glücklich gemacht haben.
wir haben die jungs damals "adoptiert" und wenn ich daran zurückdenke, dann ist für mich yeboah rein subjektiv mehr "frankfurter junge" als es ein streit jemals werden kann.
wie geschrieben, ich verstehe deinen traum. aber träume können wir beide uns gerne erlauben, den eintracht-verantwortlichen würden wir es allerdings ziemlich übelnehmen und sie als traumtänzer schelten (andere würden da noch ganz andere begriffe benutzen) wenn das schief ginge.
wie geschrieben, ich verstehe deinen traum. aber träume können wir beide uns gerne erlauben, den eintracht-verantwortlichen würden wir es allerdings ziemlich übelnehmen und sie als traumtänzer schelten (andere würden da noch ganz andere begriffe benutzen) wenn das schief ginge.
peter
Das sehe ich nicht so. Ein Großteil der Euphorie, die in den letzten Jahren um die Eintracht aufkam, kam durch diese Truppe mit viel Lokalkolorit, der man vieles nachsah. In , sagen wir, Cottbus oder Hannover, kam diese Stimmung niemals so auf. Und genau diese Stimmung ist in der vergangenen Saison ohne Not wieder verjuxt worden, zum Großteil aus Angst vor der eigenen Courage.
Durch nicht, aber auch gar nichts, könnte man belegen, dass die Eintracht-Abwehr mit Rehmer sicherer stünde als mit Cimen. Mehr noch - Cimen hätte man jeden Fehler eher verziehen.
Kyrgiakos ist sicher kein schlechter, die besten Spiele in der Abwehr wurden aber mit Russ+Vasoski gemacht, ein Backup zu den beiden hätte genügt. Es gab keinen Grund, jemals einen Huggel zu verpflichten, der uns wie gesehen auch nicht weiterbrachte. Auch Reinhard hätte mit etwas mehr Vertrauen vielleicht die Kurve bekommen.
Wir sind auf dem besten Weg, eine Söldnertruppe wie jede andere zu werden, die wesentlich weniger Kredit bei den Fans hat, als unsere junge Aufstiegsmannschaft. Und das haben unsere Verantwortlichen viel zu spät gemerkt, sich doch sehr gewundert, als gegen Ende der Saison plötzlich Pfiffe kamen.
Ja ein bisschen traurig ist es schon, und auch ich war stolz dass wir Eintracht-Deutschland "WAREN". Aber moment, sind wir es denn wirklich überhaupt nicht mehr. Wenn ich mir die Mannschaft ansehe sehe ich mehr deutsche und junge Spieler als bei 2/3 aller anderen Mannschaften. Fakt ist dass wir uns andere Spieler leisten können und ich bin froh darüber, zum Beispiel einen Inamoto in unseren Reihen haben zu dürfen.
Und da sind wir auch schon beim Punkt Zolo! An einem Inamoto und evtl Andreasen führt (führte) leider kein Weg mehr vorbei
-> WEIL DEIN MEIER ES NICHT GEBRACHT HAT UND SICH NICHT WEITERENTWICKELT!!!
Ich habe es mir doch auch gewünscht und halte ihn trotzdem für einen guten, aber es IST zu wenig um weiter, höher hinaufzukommen...
KidKlappergass schrieb: Abschließend: Ich stelle mir manchmal die nahezu ketzerische Frage, ob wir heute Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly würden halten können?
Dann will ich mal Deine ketzerische Frage aufnehmen und zu einem Kügelchen formen, um Dir diese dann, einhergehend mit einer Gegenfrage, umgehend an den Kopf zu werfen!
Frage Dich doch lieber mal, bevor Du Dich mit deren möglichen Abgängen beschäftigst, wie wir überhaupt heute wieder Spieler wie Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly bekommen sollen?
So stelle ich mir z.B. die Frage, ob man einen Mahdavikia, welcher für mich ein ordentlicher, aber sicherlich nicht überragender Spieler ist, wirklich hätte verpflichten müssen und ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf Preuß (sicherlich etwas defensiver) und Heller (einen Tick offensiver und natürlich noch etwas unerfahren), mit Ochs, Chris und Inamoto für Notfälle in der Hinterhand, zu setzen, bzw. ob diese es wirklich und tatsächlich schlechter gemacht hätten?
Die Verpflichtung eines ausländischen Spielers sollte also, zumindest meiner Meinung nach, immer nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sich dieser klar und deutlich vom Rest abhebt, bzw. zumindest die Chance dazu besteht und keine Alternativen vorhanden sind.
Inamoto ist z.B. solch ein Fall. Wenn es gelingen sollte, dass er, ähnlich wie Taka, wieder in seine Spur findet, dann haben wir einen außerordentlich guten Spieler geholt. Andreasen wäre auch solch ein Fall.
Spycher oder Weissenberger sind für mich aber z.B. das Gegenteil, also eher "mittelmäßige" Spieler.
Nehmen wir doch mal Weissenberger, welcher nun seit drei Jahren bei uns kickt, sich nie wirklich durchsetzen konnte und nun erneut seinen Vertrag verlängerte. War diese Verlängerung tatsächlich sinnvoll oder hätte man nicht z.B. lieber auf ohnehin vorhandene Spieler (Meier, Toski, Ljubicic und Inamoto) setzen oder zumindest zukunftsorientiert einkaufen sollen, z.B. Baier, welcher für schlappe 450.000,- Euronen zu VW wechselt, auch noch aus der "Region" kommt (lebte ab 1986 in Aschaffenburg) und dessen Bruder in der nächsten Saison bei der Frankfurter Mülldeponie spielen wird?
Gibt es also tatsächlich keine Alternativen zu solchen Spielern, bzw. sind diese den Anderen wirklich so weit voraus?
In diesem Sinne....
*Kügelchen werf!*
Zum zweiten mal, im selben Thread, am selben Tag muss ich dir vollkommen zustimmen!
Ich glaube ich suche Morgen nach vielen Jahren mal wieder freiwillig eine Kirche auf und lege die Beichte ab. Das jüngste Gericht muss vor der Tür stehen! ,-)
Nein jetzt mal im ernst: Gerade bei der Vertragsverlängerung von Weissenberger habe ich mich richtig geärgert und das hat überhaupt nichts mit der Person Weissenberger an sich zu tun! Es ging mir einfach um das falsche Zeichen! Wie du richtig geschrieben hast, hat sich Weissenberger in 3 Jahren nie wirklich durchsetzen gekonnt und es ist deutlich zu sehen, dass er über seinen Zenit hinaus ist und er nichtmehr mehr als ein Backup für Meier ist.
Da haben wir dann jetzt mit Ljubicic (18) und Toski (20) zwei junge, aber anscheinend talentierte Spieler, die diese Position begleiten können, dazu auch noch mit Inamoto einen Spieler verpflichtet, der dort ebenfalls spielen kann.
Des weiteren ist noch nichtmal klar, ob wir überhaupt mit einem OM spielen oder mit 2 DM bzw. 1 DM und 1 OM:
Chris Mahdavikia - Inamoto - Streit
Und trotzdem verlängert man mit Weissenberger und gibt ihm sogar noch eine potentielle Option auf ein weiteres Jahr bei x Einsätzen mit auf den Weg...
Klar darf man junge Spieler nicht verheizen, aber es muss doch zumindest im Ansatz sowas wie eine Perspektive geben, denn nur im Training verbesserst du dich ab einem gewissen Punkt nichtmehr genug.
Die wenigen richtig jungen Talente, die wir aktuell im Profikader haben, haben mit Ausnahme von Chaftar alle mehrere erfahrenere Spieler auf ihrer Position vor sich. Wie will man denn so anderen jungen Talenten eine Perspektive aufbieten, wenn diese sehen, dass ohnehin kaum auf sie gesetzt wird?!
Wir sind auf dem besten Weg, eine Söldnertruppe wie jede andere zu werden, die wesentlich weniger Kredit bei den Fans hat, als unsere junge Aufstiegsmannschaft. Und das haben unsere Verantwortlichen viel zu spät gemerkt, sich doch sehr gewundert, als gegen Ende der Saison plötzlich Pfiffe kamen.
Das halte ich aber für eine gewagte Interpretation. Die Pfiffe gegen Ende der Saison hatten in meinen Augen wenig mit mangelnder Identifikation der Fans mit dem Team zu tun, sondern waren einfach Ausdruck der in scheinbar entscheidenden Momenten (Cottbus, Bochum) ziemlich verfahrenen Situation und der panischen Angst vor der zweiten Liga.
Ich bin mir sicher, der Unmut wäre nicht viel anders ausgefallen, wenn gegen Bochum mehr Chaftars als Rehmers auf dem Platz gestanden hätten. Und der Unmut gegen Cottbus war auch groß, obwohl wir da mit einer vergleichsweise jungen Truppe u.a. mit Russ, Ochs, Meier, Preuß, Fink, Streit, Heller in der Startformation spielten.
Einzige Ausnahme waren wohl die (unsäglichen) Pfiffe gegen Rehmer. Da geb ich Dir Recht: Hätten Chaftar oder Cimen die Bälle ständig in die Beine des Gegners gespielt, wäre wahrscheinlich nachsichtiger mit ihnen umgegangen worden.
Ich glaube im übrigen sogar, dass es in der Mannschaft der letzten Saison unter den vermeintlichen Söldnern mindestens ebenso viele Identifikationsfiguren gab wie unter den jüngeren Spielern. Ein Takahara, Amanatidis, Vasoski, Kyrgiakos schienen mir bei uns Fans deutlich mehr Kredit zu haben als z.B. ein Meier.
Und die junge Aufstiegsmannschaft sollten wir auch nicht überglorifizieren. Die 14 im letzten Spiel (Burghausen) 2005 eingesetzten Leute kamen auf ein Durchschnittsalter von 25,9 Jahren, und die 13 im letzten Spiel (Hertha) 2007 eingesetzten Jungs auf ein Durchschnittsalter von 26 Jahren.
Und die junge Aufstiegsmannschaft sollten wir auch nicht überglorifizieren. Die 14 im letzten Spiel (Burghausen) 2005 eingesetzten Leute kamen auf ein Durchschnittsalter von 25,9 Jahren, und die 13 im letzten Spiel (Hertha) 2007 eingesetzten Jungs auf ein Durchschnittsalter von 26 Jahren.
Also ich finde es nicht schlimm, eine alte Mannschaft zu haben. Aber ich finde es schlimm, wenn man nicht bereit ist, jungen Spielern mal mindestens eine Saison wie die letzte von Meier zuzugestehen.
Wer hier im Forum kann schon sagen, ob Reinhard nicht besser gewesen wäre als Spycher, wenn er ähnliche Rückendeckung vom Trainer bekommen hätte wie Meier und Huggel.
Die Vertragsverlängerung mit Weissenberger mag sich mir auch nicht so recht erschließen. Sehr wohl hingegen die Verpflichtung von Mahdavikia, und zwar aufgrund seiner Vielseitigkeit, die ihn auch als RV einsetzbar macht - mit Schrecken erinnere ich mich an jene Spiele der letzten Rückrunde, als uns das Fehlen von Ochs und die mangelnde Alternative auf dieser Position beinahe den Klassenerhalt gekostet hätte. Und Spycher, der als Spieler ein solider LV ist, scheint nach allem , was man so hören und lesen kann, menschlich und charakterlich ein Stützpfeiler des Teams zu sein.
Damit komme ich zu meiner These: ob die Mannschaft von den Fans geliebt oder abgelehnt wird oder, womöglich am schlimmsten, diese mehr oder weniger gleichgültig lässt, entscheidet sich doch nicht daran, wieviele Hessen, möglicherweise sogar junge Hessen mitkicken, vielmehr vorrangig daran, wie ihr Charakter als Team insgesamt ist. Dass dann die Aspekte des Regionalen, des Einsatzes junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zusätzlich Sympathien einbringt und diese auch verdient, ist natürlich klar. Doch, wie gesagt, hinsichtlich von Identität sehe ich einen Vorrang des Charakterlichen und der Integrität vor bloßem Regionalismus. Das wiederum passt garnicht mal so schlecht zu Frankfurt als einer durch Flughafen, Banken, Messen, Börse etc. international geprägten Metropole.
ZoLo schrieb: ..Frage Dich doch lieber mal, bevor Du Dich mit deren möglichen Abgängen beschäftigst, wie wir überhaupt heute wieder Spieler wie Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly bekommen sollen?
Marc, wie unhöflich von Dir, meine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten...
Einen Jürgen Grabowski – das vorweg – bekommen wir heute nicht mehr. Die anderen Vereine aber auch nicht. Einen Spieler wie Grabi habe ich nie mehr gesehen.
Nebenbei: Manchmal – wenn ich sehe, wie bei einem aktuellen Spieler, von dem ich in seinem zweiten Bundesligajahr auch mehr erwartet hatte, in diesem Forum seine Bundesligatauglichkeit in Frage gestellt wird – frage ich mich, wie ein Grabi, der verletzungsbedingt in seinem dritten Bundesligajahr auf lediglich drei Tore in 17 Spielen kam, heute wegkommen würde, wenn er dieses Seuchenjahr gerade jetzt abgeliefert hätte und niemand seine weitere Entwicklung kennen würde... Oder ein Bernd Hölzenbein, der in seinen ersten beiden Profijahren auf zwei bzw. drei Treffer (bei 11 bzw. 32 Einsätzen) kam. Aber lassen wir das an dieser Stelle vielleicht besser.
Deine Eingangsfrage kann ich leider nicht beantworten. Ich weiß ehrlich nicht, wie wir Spieler solcher Güte bekommen sollen. Mit Glück vielleicht. Es wäre wieder einmal an der Zeit, schließlich haben wir die von mir genannten Glücksgriffe vor 35 bis 42 Jahren gemacht.
Ob solche Spieler heute zur Eintracht kommen? Warum nicht? Vielleicht haben wir mit Heller bereits einen solchen Spieler verpflichtet. Aber wer will die weitere Entwicklung dieser jungen Spieler einschätzen? Ich traue mir heute nicht zu, die weitere Entwicklung von Heller vorhersagen zu können. Neben Faktoren wie Verletzungen und Erkrankungen, die eine Karriere beeinflussen können, weiß ich bei Heller – ähnlich wie bei Meier und Russ – nicht, wozu er einmal in der Lage sein oder eben auch nicht sein wird. Bei Ochs traue ich mir mittlerweile ein Urteil zu, das kann jedoch ebenso gut daneben liegen.
Die Perspektive, Stammspieler zu sein oder wenigstens häufiger zum Einsatz zu kommen, ist wohl heute für einen Wechsel auch nicht unbedingt entscheidend. Oder warum wechselt ein Schlaudraff zu Bayern München?
Junge Spieler wie Ochs, Meier, Russ und Heller haben ihre Chancen bekommen und haben sie zumindest teilweise bereits genutzt. Ochs ist Stammspieler, Meier könnte wieder einer werden, Russ wird seine Chancen wie in der letzten Saison bekommen und vermutlich spätestens nach Kyrgiakos Fortgang in der Saison 08/09 Stammspieler sein – wenn er es nicht bereits in dieser Saison packt.
Sperren, Formschwankungen und Verletzungen von Stammspielern wird es immer geben. Wenn die Chance kommt, muss man sie nutzen. Das ist im Fußball wie im richtigen Leben. Bei Körbel war es übrigens nicht anders. Ribbeck hätte kaum einen 17jährigen Spieler gegen den „Bomber der Nation“ ins kalte Wasser geworfen, wenn sich der Nationalspieler Friedel Lutz nicht kurz vor dem Spiel verletzt hätte: http://www.eintracht-archiv.de/1972/1972-10-14st.html#sb
Körbel nutze seine Chance und hielt seine Leistung ohne größere Schwankungen – auch als er auf anderen Positionen eingesetzt wurde. Übrigens: Ein Körbel hatte damals einen Uwe Kliemann als Vorstopper vor sich. Kliemann und Körbel wurden beide im Sommer 1972 verpflichtet. Als Kliemann 1974 nach Berlin zurück ging, war Körbel ebenso wie Kliemann bereits Stammspieler. Qualität setzt sich meistens durch.
Sicher, es gibt auch andere Beispiele. Da setzt sich dann Qualität woanders durch. Wie bei Rigobert Gruber, der Pezzey und Körbel vor sich hatte und zu Werder ging.
Die in diesem Thread erwähnten Huber, Cimen und Stroh-Engel haben diese Qualität eines Erstligaprofis nicht. Ein Husterer hatte sie auch nicht. Und ob ein Reinhard sie hat, darf er uns jetzt in Karlsruhe beweisen.
Bevor ich jedoch einen falschen Eindruck erwecke, Marc, ich bin von dem Inhalt Deines Postings gar nicht so weit weg. Ich traue jedoch trotz Neuverpflichtungen beispielsweise Preuß zu – soweit er verletzungsfrei bleibt – ein Stammspieler zu werden. Chris auch. Nur: Sicher kann man bei beiden nicht sein. Eine Absicherung für den Fall, dass der eine sich wieder verletzt und der andere nicht wieder zur alten Form findet, halte ich deswegen nicht für schlecht. Mahdavikia kann man zudem auf der gesamten rechten Seite einsetzen, Inamoto könnte vielleicht der gesuchte "spielende" 6er sein. Diese Verpflichtungen veranlassen mich nicht zu einem Anfall von Begeisterung, aber nachvollziehen kann ich sie.
In der Beurteilung von Mahdavikia, Weissenberger und Spycher liegen wir auch nicht weit auseinander, wobei ich - wie Du - jedem Trainer der Bundesliga zutraue, nach Leistung aufzustellen und nicht nach Neuverpflichtungen oder Gehaltshöhe. Auch der mögliche Kredit eines neuverpflichteten „teuren“ Spielers ist irgendwann aufgebraucht. Spätestens dann bekommen die Buben hintendran ihre Chance und dann müssen sie beweisen, dass sie tatsächlich besser sind.
Aber das ist nur meine Sicht der Dinge. Ob Mahdavikia oder Weissenberger die jungen Spieler um ihre Chancen bringen oder nicht, werden wir in einigen Monaten vielleicht besser beurteilen können.
Zu einem Spieler wie Baier kann ich nichts sagen. Dafür kenne ich ihn zu wenig. Wie viele und welche anderen Spieler noch für uns interessant sein könnten, weiß ich nicht, auch da habe ich nicht die nötigen Kenntnisse.
Andererseits scheint es mir als hätten wir mit Toski, Chaftar, Ljubicic und Heller auch schon eine Reihe talentierter, aber unerfahrener Spieler an Bord. Mir ist das für den Augenblick mit Ochs, Meier und Russ zukunftsorientiert genug. Die Mischung könnte stimmen.
So stelle ich mir z.B. die Frage, ob man einen Mahdavikia, welcher für mich ein ordentlicher, aber sicherlich nicht überragender Spieler ist, wirklich hätte verpflichten müssen und ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf Preuß (sicherlich etwas defensiver) und Heller (einen Tick offensiver und natürlich noch etwas unerfahren), mit Ochs, Chris und Inamoto für Notfälle in der Hinterhand, zu setzen, bzw. ob diese es wirklich und tatsächlich schlechter gemacht hätten?
also jetzt wirst du dir selbst gegenüber unfair: Du wolltest doch Streit gehen lassen. Der Medi war eine logische Ersatzverpflichtung. HB konnte doch net warten, bis sich S06 dazu durchringt mehr Kohle auf den Tisch zu legen. Ende Juli wäre vielleicht AB weg, MM vom Markt und wir stünden zwar mit 3,5 Mio aber ohne einen einzigen gestandenen Flügelspieler da! No Risk no Fun wäre in dem Fall das falsche Motto - HB wäre für diese Blauäugigkeit nach 10 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz vom Hof gejagt worden.
Ich sehe die Sache nicht gar so dramatisch wie viele hier. Für mich war vollkommen klar, dass HB und FF zu Zeiten des Eintracht Deutschland-Konzepts nicht auf Biegen und Brechen nur deutsche Spieler holen würden und ich gehe auch jetzt zu Zeiten, in denen dieses Konzept angeblich zu den Akten gelegt wurde, davon aus, dass weiterhin bevorzugt junge, deutsche Spieler geholt werden, wenn sie denn den Ansprüchen genügen. Klar ist aber auch, dass mit steigendem Niveau der Sprung für Talente schwieriger wird, bzw. bei manchen das Potential nicht reicht. Für einen Oberliga-Spieler ist der Sprung zu einem Zweitligisten nun mal einfacher als zu einem etablierten Bundesligisten. Ich bin mir auch bei weitem nicht sicher, ob den nach wie vor bei uns verbliebenen Spielern aus der Region tatsächlich jemand vor die Nase gesetzt wurde. Wenn Preuß fit bleibt und vor allem ohne Probleme die Vorbereitung mitmachen kann, dann bin ich gespannt, wer von dem Trio Preuß-Mahdavikia-Inamoto auf der Bank sitzen wird. Ich glaube nicht, dass es Christoph sein wird. Ich würde mich auch nicht wundern, wenn Russ im Laufe der Saison Kyrgiakos verdrängt. Abgesehen davon, dass ich es ihm (eine gewisse Steigerung unterstellt) sportlich zutrauen würde, spricht dafür auch eine andere Überlegung: Kyrgiakos wird mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Sommer gehen. Wenn die beiden auf ähnlichem Niveau stehen, warum sollte FF dann nicht Russ weiter aufbauen, wenn Soto sowieso geht? Links haben wir Streit und (falls sich da doch noch etwas tut) Heller, Köhler und Toski, evtl. Ljubicic Gewehr bei Fuß. Schwierig wird es für Meier werden, weil er nicht nur um seine Position in der Mannschaft, sondern auch um seine Position im System kämpfen muss. Den Klassenerhalt haben wir auf der Zielgeraden mit flachem 4-4-2 geschafft und auch unsere Kaderzusammenstellung spricht eher für dieses System. Wenn er aber seine Form wieder findet, kann er sich nach wie vor durchsetzen.
Fazit: Ich sehe nicht zwingend, dass Kyrgiakos, Inamoto und Mahdavikia ohne weiteres gesetzt sind und Plätze für "unsere Jungen" belegen. Wenn die Jungspunde aber langzeitverletzt sind oder miserable Form haben (wie in den letzten zwei Jahren leider häufiger), dann brauchen wir die anderen dringend.
So stelle ich mir z.B. die Frage, ob man einen Mahdavikia, welcher für mich ein ordentlicher, aber sicherlich nicht überragender Spieler ist, wirklich hätte verpflichten müssen und ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf Preuß (sicherlich etwas defensiver) und Heller (einen Tick offensiver und natürlich noch etwas unerfahren), mit Ochs, Chris und Inamoto für Notfälle in der Hinterhand, zu setzen, bzw. ob diese es wirklich und tatsächlich schlechter gemacht hätten?
also jetzt wirst du dir selbst gegenüber unfair: Du wolltest doch Streit gehen lassen. Der Medi war eine logische Ersatzverpflichtung. HB konnte doch net warten, bis sich S06 dazu durchringt mehr Kohle auf den Tisch zu legen. Ende Juli wäre vielleicht AB weg, MM vom Markt und wir stünden zwar mit 3,5 Mio aber ohne einen einzigen gestandenen Flügelspieler da! No Risk no Fun wäre in dem Fall das falsche Motto - HB wäre für diese Blauäugigkeit nach 10 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz vom Hof gejagt worden.
Das wiederspricht aber HBs Aussagen. Der sagte doch, dass nachdem unser Klassenerhalt erreicht war, dass Schalker Interesse schnell nachlies und man recht schnell merkte, dass Schalke darauf spekuliert hatte, dass wir absteigen könnten und Streit so zum Nulltariff kommt.
Ich finde, DSE ist ein sehr gutes Beispiel, und ich glaube nicht, dass seine Einstellung von vorne herein so war, wie zum Schluss...
DSE kam als Torschützenkönig der Oberliga Hessen zur Eintracht, und absolvierte eine vielversprechende Saisonvorbereitung. Trotzdem (und obwohl zwischenzeitlich mehrmals Notstand im Sturm herrschte), musste er 21 Wochen auf seinen ersten 6-Minuten-Einsatz warten.
Ich will nicht behaupten, dass DSE der hessische Mario Gomez geworden wäre, aber wenigstens ein paar Einsätze über 20-30 Minuten hätte er bekommen können.
FF ist meines Erachtens nicht in der Lage, Talente von Jugendspieler zu erkennen. Stattdessen macht er deren Einsatz nur an "Disziplin" und "Mitarbeit im Training" fest - was nicht falsch ist, aber auch nicht das einzige Kriterium sein kann (siehe das "Ronaldo-Beispiel").
Nur um der Legendenbildung vorzubeugen, ein wenig Faktenhuberei mal von meiner Seite:
* Welcher sich in 1,5 Jahren in Mainz nicht durchsetzen konnte; spielt jetzt immerhin bei Wuppertal in der RL 'ne ganz gute Rolle - mehr aber auch nicht. ** In der RR 06/07 laut Fussballdaten.de gerade einmal 6 Einsätze mit 0 Toren für Ingolstadt in der RL Süd *** In der HR 04/05 nach 4 Einsätzen und 0 Toren bei Oxxenbach ausgemustert! 05/06 16 Spiele/0 Tore für den KSCII in der RL Süd! 06/07 wieder in Flieden (18 Treffer)
Er war also weit davon entfernt, ein großartiger Überflieger zu sein. Ich kann mich zwar der Argumentation von SDB, dass manch junger, talentierter Spieler einfach im richtigen Moment am richtigen Ort sein muss, damit es letztendlich mit dem Durchbruch klappt, weitgehend anschließen; doch bei Stroh-Engel muss bezweifelt werden, ob er, abseits der offenbar gewordenen charakterlichen Schwächen, die durch frühzeitige gezielte Förderung vielleicht überwunden/unterdrückt/wie-auch-immer-vermieden hätten werden können, überhaupt das Format für die BL besessen hätte. Falk oder Anicic hatten dieses Talent ohne Zweifel - und ein Gomez (aber auch der später im Beitrag erwähnte Lukas P.) fiel schon seit Jahren dadurch auf, dass er durchgängig der Toptorjäger in den U-Mannschaften des DFB war (Bildungslücke meinerseits: War Stroh-Engel überhaupt jemals in irgendwelchen U-Kadern des DFB?).
So, das war jetzt leicht OT mein Beitrag zur immer wieder auftauchenden DSE-Diskussion und warum DSE in meinen Augen vlt. doch nicht so ein "sehr gutes" Beispiel ist. Gerne aber wieder zurück zur grundsätzlicheren Debatte, die doch um einiges interessanter ist.
Stelle sie Dir lieber nicht, wäre m.E. illusionsmordend. Die Kluft zwischen den Vereinen ist viel größer geworden. Und ab dem 2 oder 3fachen an Gehaltszuwachs werden auch Dr. Hammerholz und Charlygrabi schwach.
Gruß
concordia-eagle
Dito! Wobei ich bei diesen Entscheidungen - wann und wie oft werfe ich welchen jungen Spieler so ins kalte Wasser, dass er zum einen nicht ertrinkt, sondern davon tatsächlich für seine Entwicklung profitiert, zum anderen nicht abhebt und dass zum dritten damit nicht der Erfolg in einem Spiel gefährdet wird - nicht unbedingt in der Haut des Trainers stecken möchte.
Ich verstehe z.B., dass man mitten im Abstiegskampf lieber auf (die vermeintliche) Nummer Sicher geht und dem angestammten Personal vertraut, statt mit Jungen zu experimentieren.
Ich könnte mir vorstellen, dass wir einen Mounir Chaftar oder (nach seiner Genesung) einen Faton Toski etwas häufiger als die insgesamt vier Mal gesehen hätten, wenn wir den Klassenerhalt früher sicher gehabt hätten (Dann hätte vermutlich auch ein Chris mehr Gelegenheit bekommen, seinen verloren gegangenen Rhythmus in Punktspielen wieder zu finden).
Ich jedenfalls hoffe sehr, dass ich gerade diese beiden Jungs, aber auch einen Ljubicic 2007/2008 häufiger mal zu Gesicht bekomme.
gruß,
pallazio
Dann will ich mal Deine ketzerische Frage aufnehmen und zu einem Kügelchen formen, um Dir diese dann, einhergehend mit einer Gegenfrage, umgehend an den Kopf zu werfen!
Frage Dich doch lieber mal, bevor Du Dich mit deren möglichen Abgängen beschäftigst, wie wir überhaupt heute wieder Spieler wie Grabi, Holz, Dr. Hammer und Charly bekommen sollen?
So stelle ich mir z.B. die Frage, ob man einen Mahdavikia, welcher für mich ein ordentlicher, aber sicherlich nicht überragender Spieler ist, wirklich hätte verpflichten müssen und ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf Preuß (sicherlich etwas defensiver) und Heller (einen Tick offensiver und natürlich noch etwas unerfahren), mit Ochs, Chris und Inamoto für Notfälle in der Hinterhand, zu setzen, bzw. ob diese es wirklich und tatsächlich schlechter gemacht hätten?
Die Verpflichtung eines ausländischen Spielers sollte also, zumindest meiner Meinung nach, immer nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sich dieser klar und deutlich vom Rest abhebt, bzw. zumindest die Chance dazu besteht und keine Alternativen vorhanden sind.
Inamoto ist z.B. solch ein Fall. Wenn es gelingen sollte, dass er, ähnlich wie Taka, wieder in seine Spur findet, dann haben wir einen außerordentlich guten Spieler geholt. Andreasen wäre auch solch ein Fall.
Spycher oder Weissenberger sind für mich aber z.B. das Gegenteil, also eher "mittelmäßige" Spieler.
Nehmen wir doch mal Weissenberger, welcher nun seit drei Jahren bei uns kickt, sich nie wirklich durchsetzen konnte und nun erneut seinen Vertrag verlängerte. War diese Verlängerung tatsächlich sinnvoll oder hätte man nicht z.B. lieber auf ohnehin vorhandene Spieler (Meier, Toski, Ljubicic und Inamoto) setzen oder zumindest zukunftsorientiert einkaufen sollen, z.B. Baier, welcher für schlappe 450.000,- Euronen zu VW wechselt, auch noch aus der "Region" kommt (lebte ab 1986 in Aschaffenburg) und dessen Bruder in der nächsten Saison bei der Frankfurter Mülldeponie spielen wird?
Gibt es also tatsächlich keine Alternativen zu solchen Spielern, bzw. sind diese den Anderen wirklich so weit voraus?
In diesem Sinne....
*Kügelchen werf!*
Na super, das wäre ja richtig viel Spielpraxis. Andererseits: Wenn diese Spieler so schlecht sind, wieso sind sie dann überhaupt im Profiteam?
Um der Gegenargumentation "Man darf die Jungen nicht verheizen." oder "Sie sind noch nicht soweit." schon von vorneherein eine Absage zu erteilen:
Hier im Forum wird jede Minute eines Jugendspielers in seiner 1. Saison für ein Riesending gehalten, denn er müsse noch viel lernen un es fehle an Erfahrung. In der 2. Saison kann man natürlich nicht mehr als ein paar Einsätze erwarten, schließlich haben andere Spieler ja mehr Erfahrung. In der 3. Saison mischt sich das Argument der 2. Saison mit: "Der packt es nie.", "Ihm fehlt die richtige Einstellung."
So kommt bei mir die Frage auf: Wird da nicht sehr vom Endresultat her argumentiert, so dass außer der billigen Tautologie "Wenn es einer gepackt hat, dann hat er es gepackt - sonst nicht" nichts übrig bleibt?
Dieser Punkt ist es nämlich, der mich eigentlich umtreibt. ZoLo hat schon recht, dass es den meisten an der "Geduld" für die Jungen fehlt. Andererseits mit Rehmer, Huggel, Spycher, Kyrgiakos, Thurk, Nikolov (teilweise), diese Saison auch Vasi wurde ja angesichts von deren Leistung auch sehr geduldig umgegangen.
Das "Witzige" ist jedoch, dass genau diejenigen keine Geduld mit den und kein Vertrauen in die Jugen haben, die immerzu Geduld für die Eintracht, Vertrauen in den Trainer etc. pp. fordern.
Meine volle Überzeugung ist die von sCarecrow schon geäußerte These, die ich nochmal anders vormulieren möchte:
Ein Jugendspieler muss die Perspektive sehen, muss merken, dass er wirklich die Chance auf die 1. Mannschaft hat. Was für einen Unterschied das machen kann, kann man an Russ sehen.
Außerdem brauchen die Jugendspieler, die Erfahrung des höheren Spieltempos, der härteren Gangart, unterschiedliche Gegenspieler (auf hohem Niveau), um sich zu entwickeln:
Poldi, Helmes, Schweinsteiger (!!! den fand ich am Anfang richtig schlecht), Metzelder, Gomez, Preuß, Jones, Streit etc. wären evtl. niemals zu Bundesligaspielern geworden, wenn sie nicht durch Zufälle/Verletzungen in die 1. Mannschaft gekommen wären.
Insofern ist für mich auch sehr entscheidend, inwiefern Funkel den Jugendspielern systematisch Spielpraxis zukommen lässt.
lieber ZoLo,
in einer besseren welt und einem anderen leben würden sich deine wünsche erfüllen.
ich verstehe sehr genau was du meinst. ich fände es auch toll wenn wir dahin kämen, dass unsere jugendarbeit grabowskis, hölzenbeins und körbels aufweisen kann. bedauerlicher weise ist dem aktuell aber nicht so. und in der zeit in der die eintracht "fußball 2000" zelebriert hat waren es auch nicht nur "frankfurter jungs", die uns glücklich gemacht haben.
wir haben die jungs damals "adoptiert" und wenn ich daran zurückdenke, dann ist für mich yeboah rein subjektiv mehr "frankfurter junge" als es ein streit jemals werden kann.
wie geschrieben, ich verstehe deinen traum. aber träume können wir beide uns gerne erlauben, den eintracht-verantwortlichen würden wir es allerdings ziemlich übelnehmen und sie als traumtänzer schelten (andere würden da noch ganz andere begriffe benutzen) wenn das schief ginge.
peter
Das sehe ich nicht so. Ein Großteil der Euphorie, die in den letzten Jahren um die Eintracht aufkam, kam durch diese Truppe mit viel Lokalkolorit, der man vieles nachsah. In , sagen wir, Cottbus oder Hannover, kam diese Stimmung niemals so auf.
Und genau diese Stimmung ist in der vergangenen Saison ohne Not wieder verjuxt worden, zum Großteil aus Angst vor der eigenen Courage.
Durch nicht, aber auch gar nichts, könnte man belegen, dass die Eintracht-Abwehr mit Rehmer sicherer stünde als mit Cimen. Mehr noch - Cimen hätte man jeden Fehler eher verziehen.
Kyrgiakos ist sicher kein schlechter, die besten Spiele in der Abwehr wurden aber mit Russ+Vasoski gemacht, ein Backup zu den beiden hätte genügt.
Es gab keinen Grund, jemals einen Huggel zu verpflichten, der uns wie gesehen auch nicht weiterbrachte. Auch Reinhard hätte mit etwas mehr Vertrauen vielleicht die Kurve bekommen.
Wir sind auf dem besten Weg, eine Söldnertruppe wie jede andere zu werden, die wesentlich weniger Kredit bei den Fans hat, als unsere junge Aufstiegsmannschaft. Und das haben unsere Verantwortlichen viel zu spät gemerkt, sich doch sehr gewundert, als gegen Ende der Saison plötzlich Pfiffe kamen.
Und da sind wir auch schon beim Punkt Zolo! An einem Inamoto und evtl Andreasen führt (führte) leider kein Weg mehr vorbei
-> WEIL DEIN MEIER ES NICHT GEBRACHT HAT UND SICH NICHT WEITERENTWICKELT!!!
Ich habe es mir doch auch gewünscht und halte ihn trotzdem für einen guten, aber es IST zu wenig um weiter, höher hinaufzukommen...
Mit FREUNDLICHEN Grüßen
Hast Du eigentlich gelesen, was ich geschrieben habe?
Grüße,
ZoLo
P.s.: Schreien, und so....!
Zum zweiten mal, im selben Thread, am selben Tag muss ich dir vollkommen zustimmen!
Ich glaube ich suche Morgen nach vielen Jahren mal wieder freiwillig eine Kirche auf und lege die Beichte ab. Das jüngste Gericht muss vor der Tür stehen! ,-)
Nein jetzt mal im ernst: Gerade bei der Vertragsverlängerung von Weissenberger habe ich mich richtig geärgert und das hat überhaupt nichts mit der Person Weissenberger an sich zu tun!
Es ging mir einfach um das falsche Zeichen! Wie du richtig geschrieben hast, hat sich Weissenberger in 3 Jahren nie wirklich durchsetzen gekonnt und es ist deutlich zu sehen, dass er über seinen Zenit hinaus ist und er nichtmehr mehr als ein Backup für Meier ist.
Da haben wir dann jetzt mit Ljubicic (18) und Toski (20) zwei junge, aber anscheinend talentierte Spieler, die diese Position begleiten können, dazu auch noch mit Inamoto einen Spieler verpflichtet, der dort ebenfalls spielen kann.
Des weiteren ist noch nichtmal klar, ob wir überhaupt mit einem OM spielen oder mit 2 DM bzw. 1 DM und 1 OM:
Mahdavikia - Inamoto - Streit
Und trotzdem verlängert man mit Weissenberger und gibt ihm sogar noch eine potentielle Option auf ein weiteres Jahr bei x Einsätzen mit auf den Weg...
Klar darf man junge Spieler nicht verheizen, aber es muss doch zumindest im Ansatz sowas wie eine Perspektive geben, denn nur im Training verbesserst du dich ab einem gewissen Punkt nichtmehr genug.
Die wenigen richtig jungen Talente, die wir aktuell im Profikader haben, haben mit Ausnahme von Chaftar alle mehrere erfahrenere Spieler auf ihrer Position vor sich.
Wie will man denn so anderen jungen Talenten eine Perspektive aufbieten, wenn diese sehen, dass ohnehin kaum auf sie gesetzt wird?!
Das halte ich aber für eine gewagte Interpretation. Die Pfiffe gegen Ende der Saison hatten in meinen Augen wenig mit mangelnder Identifikation der Fans mit dem Team zu tun, sondern waren einfach Ausdruck der in scheinbar entscheidenden Momenten (Cottbus, Bochum) ziemlich verfahrenen Situation und der panischen Angst vor der zweiten Liga.
Ich bin mir sicher, der Unmut wäre nicht viel anders ausgefallen, wenn gegen Bochum mehr Chaftars als Rehmers auf dem Platz gestanden hätten. Und der Unmut gegen Cottbus war auch groß, obwohl wir da mit einer vergleichsweise jungen Truppe u.a. mit Russ, Ochs, Meier, Preuß, Fink, Streit, Heller in der Startformation spielten.
Einzige Ausnahme waren wohl die (unsäglichen) Pfiffe gegen Rehmer. Da geb ich Dir Recht: Hätten Chaftar oder Cimen die Bälle ständig in die Beine des Gegners gespielt, wäre wahrscheinlich nachsichtiger mit ihnen umgegangen worden.
Ich glaube im übrigen sogar, dass es in der Mannschaft der letzten Saison unter den vermeintlichen Söldnern mindestens ebenso viele Identifikationsfiguren gab wie unter den jüngeren Spielern. Ein Takahara, Amanatidis, Vasoski, Kyrgiakos schienen mir bei uns Fans deutlich mehr Kredit zu haben als z.B. ein Meier.
Und die junge Aufstiegsmannschaft sollten wir auch nicht überglorifizieren. Die 14 im letzten Spiel (Burghausen) 2005 eingesetzten Leute kamen auf ein Durchschnittsalter von 25,9 Jahren, und die 13 im letzten Spiel (Hertha) 2007 eingesetzten Jungs auf ein Durchschnittsalter von 26 Jahren.
gruß,
pallazio
Also ich finde es nicht schlimm, eine alte Mannschaft zu haben. Aber ich finde es schlimm, wenn man nicht bereit ist, jungen Spielern mal mindestens eine Saison wie die letzte von Meier zuzugestehen.
Wer hier im Forum kann schon sagen, ob Reinhard nicht besser gewesen wäre als Spycher, wenn er ähnliche Rückendeckung vom Trainer bekommen hätte wie Meier und Huggel.
Damit komme ich zu meiner These: ob die Mannschaft von den Fans geliebt oder abgelehnt wird oder, womöglich am schlimmsten, diese mehr oder weniger gleichgültig lässt, entscheidet sich doch nicht daran, wieviele Hessen, möglicherweise sogar junge Hessen mitkicken, vielmehr vorrangig daran, wie ihr Charakter als Team insgesamt ist. Dass dann die Aspekte des Regionalen, des Einsatzes junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zusätzlich Sympathien einbringt und diese auch verdient, ist natürlich klar. Doch, wie gesagt, hinsichtlich von Identität sehe ich einen Vorrang des Charakterlichen und der Integrität vor bloßem Regionalismus. Das wiederum passt garnicht mal so schlecht zu Frankfurt als einer durch Flughafen, Banken, Messen, Börse etc. international geprägten Metropole.
Marc, wie unhöflich von Dir, meine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten...
Einen Jürgen Grabowski – das vorweg – bekommen wir heute nicht mehr. Die anderen Vereine aber auch nicht. Einen Spieler wie Grabi habe ich nie mehr gesehen.
Nebenbei: Manchmal – wenn ich sehe, wie bei einem aktuellen Spieler, von dem ich in seinem zweiten Bundesligajahr auch mehr erwartet hatte, in diesem Forum seine Bundesligatauglichkeit in Frage gestellt wird – frage ich mich, wie ein Grabi, der verletzungsbedingt in seinem dritten Bundesligajahr auf lediglich drei Tore in 17 Spielen kam, heute wegkommen würde, wenn er dieses Seuchenjahr gerade jetzt abgeliefert hätte und niemand seine weitere Entwicklung kennen würde...
Oder ein Bernd Hölzenbein, der in seinen ersten beiden Profijahren auf zwei bzw. drei Treffer (bei 11 bzw. 32 Einsätzen) kam. Aber lassen wir das an dieser Stelle vielleicht besser.
Deine Eingangsfrage kann ich leider nicht beantworten. Ich weiß ehrlich nicht, wie wir Spieler solcher Güte bekommen sollen. Mit Glück vielleicht. Es wäre wieder einmal an der Zeit, schließlich haben wir die von mir genannten Glücksgriffe vor 35 bis 42 Jahren gemacht.
Ob solche Spieler heute zur Eintracht kommen? Warum nicht? Vielleicht haben wir mit Heller bereits einen solchen Spieler verpflichtet. Aber wer will die weitere Entwicklung dieser jungen Spieler einschätzen? Ich traue mir heute nicht zu, die weitere Entwicklung von Heller vorhersagen zu können.
Neben Faktoren wie Verletzungen und Erkrankungen, die eine Karriere beeinflussen können, weiß ich bei Heller – ähnlich wie bei Meier und Russ – nicht, wozu er einmal in der Lage sein oder eben auch nicht sein wird. Bei Ochs traue ich mir mittlerweile ein Urteil zu, das kann jedoch ebenso gut daneben liegen.
Die Perspektive, Stammspieler zu sein oder wenigstens häufiger zum Einsatz zu kommen, ist wohl heute für einen Wechsel auch nicht unbedingt entscheidend. Oder warum wechselt ein Schlaudraff zu Bayern München?
Junge Spieler wie Ochs, Meier, Russ und Heller haben ihre Chancen bekommen und haben sie zumindest teilweise bereits genutzt. Ochs ist Stammspieler, Meier könnte wieder einer werden, Russ wird seine Chancen wie in der letzten Saison bekommen und vermutlich spätestens nach Kyrgiakos Fortgang in der Saison 08/09 Stammspieler sein – wenn er es nicht bereits in dieser Saison packt.
Sperren, Formschwankungen und Verletzungen von Stammspielern wird es immer geben. Wenn die Chance kommt, muss man sie nutzen. Das ist im Fußball wie im richtigen Leben.
Bei Körbel war es übrigens nicht anders. Ribbeck hätte kaum einen 17jährigen Spieler gegen den „Bomber der Nation“ ins kalte Wasser geworfen, wenn sich der Nationalspieler Friedel Lutz nicht kurz vor dem Spiel verletzt hätte:
http://www.eintracht-archiv.de/1972/1972-10-14st.html#sb
Körbel nutze seine Chance und hielt seine Leistung ohne größere Schwankungen – auch als er auf anderen Positionen eingesetzt wurde. Übrigens: Ein Körbel hatte damals einen Uwe Kliemann als Vorstopper vor sich. Kliemann und Körbel wurden beide im Sommer 1972 verpflichtet. Als Kliemann 1974 nach Berlin zurück ging, war Körbel ebenso wie Kliemann bereits Stammspieler. Qualität setzt sich meistens durch.
Sicher, es gibt auch andere Beispiele. Da setzt sich dann Qualität woanders durch. Wie bei Rigobert Gruber, der Pezzey und Körbel vor sich hatte und zu Werder ging.
Die in diesem Thread erwähnten Huber, Cimen und Stroh-Engel haben diese Qualität eines Erstligaprofis nicht. Ein Husterer hatte sie auch nicht. Und ob ein Reinhard sie hat, darf er uns jetzt in Karlsruhe beweisen.
Bevor ich jedoch einen falschen Eindruck erwecke, Marc, ich bin von dem Inhalt Deines Postings gar nicht so weit weg. Ich traue jedoch trotz Neuverpflichtungen beispielsweise Preuß zu – soweit er verletzungsfrei bleibt – ein Stammspieler zu werden. Chris auch.
Nur: Sicher kann man bei beiden nicht sein. Eine Absicherung für den Fall, dass der eine sich wieder verletzt und der andere nicht wieder zur alten Form findet, halte ich deswegen nicht für schlecht. Mahdavikia kann man zudem auf der gesamten rechten Seite einsetzen, Inamoto könnte vielleicht der gesuchte "spielende" 6er sein. Diese Verpflichtungen veranlassen mich nicht zu einem Anfall von Begeisterung, aber nachvollziehen kann ich sie.
In der Beurteilung von Mahdavikia, Weissenberger und Spycher liegen wir auch nicht weit auseinander, wobei ich - wie Du - jedem Trainer der Bundesliga zutraue, nach Leistung aufzustellen und nicht nach Neuverpflichtungen oder Gehaltshöhe. Auch der mögliche Kredit eines neuverpflichteten „teuren“ Spielers ist irgendwann aufgebraucht. Spätestens dann bekommen die Buben hintendran ihre Chance und dann müssen sie beweisen, dass sie tatsächlich besser sind.
Aber das ist nur meine Sicht der Dinge. Ob Mahdavikia oder Weissenberger die jungen Spieler um ihre Chancen bringen oder nicht, werden wir in einigen Monaten vielleicht besser beurteilen können.
Zu einem Spieler wie Baier kann ich nichts sagen. Dafür kenne ich ihn zu wenig. Wie viele und welche anderen Spieler noch für uns interessant sein könnten, weiß ich nicht, auch da habe ich nicht die nötigen Kenntnisse.
Andererseits scheint es mir als hätten wir mit Toski, Chaftar, Ljubicic und Heller auch schon eine Reihe talentierter, aber unerfahrener Spieler an Bord. Mir ist das für den Augenblick mit Ochs, Meier und Russ zukunftsorientiert genug. Die Mischung könnte stimmen.
Und beantwortest Du jetzt auch noch meine Frage?
Nö! Pfffft! Ääääätsch! [small][small][small]*aber vielleicht später!*[small][small][small]
also jetzt wirst du dir selbst gegenüber unfair:
Du wolltest doch Streit gehen lassen.
Der Medi war eine logische Ersatzverpflichtung.
HB konnte doch net warten, bis sich S06 dazu durchringt mehr Kohle auf den Tisch zu legen. Ende Juli wäre vielleicht AB weg, MM vom Markt und wir stünden zwar mit 3,5 Mio aber ohne einen einzigen gestandenen Flügelspieler da!
No Risk no Fun wäre in dem Fall das falsche Motto - HB wäre für diese Blauäugigkeit nach 10 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz vom Hof gejagt worden.
Klar ist aber auch, dass mit steigendem Niveau der Sprung für Talente schwieriger wird, bzw. bei manchen das Potential nicht reicht. Für einen Oberliga-Spieler ist der Sprung zu einem Zweitligisten nun mal einfacher als zu einem etablierten Bundesligisten.
Ich bin mir auch bei weitem nicht sicher, ob den nach wie vor bei uns verbliebenen Spielern aus der Region tatsächlich jemand vor die Nase gesetzt wurde. Wenn Preuß fit bleibt und vor allem ohne Probleme die Vorbereitung mitmachen kann, dann bin ich gespannt, wer von dem Trio Preuß-Mahdavikia-Inamoto auf der Bank sitzen wird. Ich glaube nicht, dass es Christoph sein wird.
Ich würde mich auch nicht wundern, wenn Russ im Laufe der Saison Kyrgiakos verdrängt. Abgesehen davon, dass ich es ihm (eine gewisse Steigerung unterstellt) sportlich zutrauen würde, spricht dafür auch eine andere Überlegung: Kyrgiakos wird mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Sommer gehen. Wenn die beiden auf ähnlichem Niveau stehen, warum sollte FF dann nicht Russ weiter aufbauen, wenn Soto sowieso geht?
Links haben wir Streit und (falls sich da doch noch etwas tut) Heller, Köhler und Toski, evtl. Ljubicic Gewehr bei Fuß.
Schwierig wird es für Meier werden, weil er nicht nur um seine Position in der Mannschaft, sondern auch um seine Position im System kämpfen muss. Den Klassenerhalt haben wir auf der Zielgeraden mit flachem 4-4-2 geschafft und auch unsere Kaderzusammenstellung spricht eher für dieses System. Wenn er aber seine Form wieder findet, kann er sich nach wie vor durchsetzen.
Fazit: Ich sehe nicht zwingend, dass Kyrgiakos, Inamoto und Mahdavikia ohne weiteres gesetzt sind und Plätze für "unsere Jungen" belegen. Wenn die Jungspunde aber langzeitverletzt sind oder miserable Form haben (wie in den letzten zwei Jahren leider häufiger), dann brauchen wir die anderen dringend.
Das wiederspricht aber HBs Aussagen. Der sagte doch, dass nachdem unser Klassenerhalt erreicht war, dass Schalker Interesse schnell nachlies und man recht schnell merkte, dass Schalke darauf spekuliert hatte, dass wir absteigen könnten und Streit so zum Nulltariff kommt.
Nur um der Legendenbildung vorzubeugen, ein wenig Faktenhuberei mal von meiner Seite:
Torschützenliste OL Hessen 04/05:
1. Adem Usta (Baunatal; *13.09.80) 34Sp. / 32 Tore
2. Gunnar Frommknecht (Ober-Roden; *2.2.80) 32 Sp./ 31 Tore
3. Isaac Ojigwe (Erzhausen (13); Wörsdorf (10); *15.1.81); 34 Sp. / 23 Tore
4. Michael Anicic (Eschborn (16); FSV Ffm (4); 18.10.74) 28 Sp./ 20 Tore
5. Saber Ben Neticha (Eschborn; *03.01.76) 30 Sp. / 19 Tore
Jochen Höfler (Aschaffenburg; *21.05.81) 29 Sp./ 19 Tore
7. Tobias Damm* (Schwalmstadt; *30.10.83) 26Sp./18 Tore
8. William Anane** (Eintracht Frankfurt II; *17.11.79) 26Sp./17 Tore
Murat Anli (FSV Frankfurt; *12.10.80) 33 Sp./17 Tore
Enis Dzihic (FSV Frankfurt; *12.10.74) 31 Sp./17 Tore
11. Sascha Gies*** (Flieden; *14.08.79) 13(sic!) Sp./14 Tore
Emanuele Giuliana (FSV Frankfurt; *23.08.79) 32 Sp./14 Tore
Horst Russ (Klein-Karben; *13.10.76) 29Sp./14 Tore
Dominik Stroh-Engel (Waldgirmes; *27.11.85) 34 Sp./14 Tore
* Welcher sich in 1,5 Jahren in Mainz nicht durchsetzen konnte; spielt jetzt immerhin bei Wuppertal in der RL 'ne ganz gute Rolle - mehr aber auch nicht.
** In der RR 06/07 laut Fussballdaten.de gerade einmal 6 Einsätze mit 0 Toren für Ingolstadt in der RL Süd
*** In der HR 04/05 nach 4 Einsätzen und 0 Toren bei Oxxenbach ausgemustert!
05/06 16 Spiele/0 Tore für den KSCII in der RL Süd! 06/07 wieder in Flieden
(18 Treffer)
Er war also weit davon entfernt, ein großartiger Überflieger zu sein. Ich kann mich zwar der Argumentation von SDB, dass manch junger, talentierter Spieler einfach im richtigen Moment am richtigen Ort sein muss, damit es letztendlich mit dem Durchbruch klappt, weitgehend anschließen; doch bei Stroh-Engel muss bezweifelt werden, ob er, abseits der offenbar gewordenen charakterlichen Schwächen, die durch frühzeitige gezielte Förderung vielleicht überwunden/unterdrückt/wie-auch-immer-vermieden hätten werden können, überhaupt das Format für die BL besessen hätte. Falk oder Anicic hatten dieses Talent ohne Zweifel - und ein Gomez (aber auch der später im Beitrag erwähnte Lukas P.) fiel schon seit Jahren dadurch auf, dass er durchgängig der Toptorjäger in den U-Mannschaften des DFB war (Bildungslücke meinerseits: War Stroh-Engel überhaupt jemals in irgendwelchen U-Kadern des DFB?).
So, das war jetzt leicht OT mein Beitrag zur immer wieder auftauchenden DSE-Diskussion und warum DSE in meinen Augen vlt. doch nicht so ein "sehr gutes" Beispiel ist. Gerne aber wieder zurück zur grundsätzlicheren Debatte, die doch um einiges interessanter ist.