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Grottenkick

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Gude,

heute ist ja das Geister-Auswärtsspiel in Köln und da fällt mir ein, dass ich eigentlich vor hatte, zu dem ursprünglichen Termin dieses letzte Auswärtsspiel der Saison mit dem Fahrrad anzusteuern.
Diesmal wäre es tatsächlich so gewesen, dass ich einen Mitfahrer gehabt hätte. Ich hatte die Tour mit meinem alten Freund S.H. aus Schwanheim geplant, der sich extra beizeiten Urlaub dafür genommen hatte.
Schade, vielleicht klappt ´s irgendwann nach Corona.

Ich hätte ihn in Schwanheim abgeholt, dann wären wir über den Taunus nach Limburg und ein Stück durch den Westerwald geklettert, dann nördlich von Koblenz an den Rhein gestoßen und flach bis Köln gerollt.

Auswärtsfahrten gehen nicht, Radtouren sind aber möglich und so mache ich in diesem Sommer mit meiner Freundin die ein oder andere gemütliche Fluss-Radtour. Wir sind den schönen Main-Radweg nach Oberfranken gefahren und wollen noch eine Alpenrhein-, Bodensee- und Hochrhein-Tour machen.

Aber es ist ganz sicher: Wenn man wieder in die Stadien darf dann fahre ich auch wieder mit dem Rad auswärts!

Ansonsten: … nur die SGE!
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Hallo,
bin erst jetzt auf Deinen Beitrag aufmerksam geworden, plane für das WOB Spiel die Rückfahrt mit dem Rad, orientiere mich an Deiner Hinfahrt.
Wenn jemand gleiches vor hat, bin ich an Infoaustausch interessiert.

Gruß

Alexander
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Gude,
bei mir war es ja damals ebenfalls die Rückfahrt von WOB. Falls du interessiert bist, kann ich dir meine Karten als PDF schicken, wenn du mir per PN deine Email gibst. Die sind von 2014 also nicht 100 Pro aktuell.
Soweit ich mich erinnere, war es eine schöne Tour. Am Anfang hätte das Wetter besser sein können. Gleich nach dem Spiel hat es angefangen zu regnen und hat nicht aufgehört bis ich in Braunschweig ankam.
Am letzten Tag hatte ich zweimal einen Platten, erst bei Karben und dann mitten in Bad Vilbel.
Soweit ich mich erinnere hatte ich sonst auf meinen Touren nur noch ein einziges Mal einen Platten, nämlich letzte Saison auf dem Weg nach Freiburg. Da hat mich ein vorbeifahrender Autofahrer beim Schlauch-Wechseln gesehen, angehalten und aus seinem Kofferraum eine riesige Luftpumpe geholt. (Ich habe nur eine winzige Not-Pumpe.) Sehr nett und aufmerksam!
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Gude,

jetzt will ich doch noch in diesem Jahr von meiner Hinrunden-Auswärts-Radtour berichten, bevor ich alles vergessen habe.

Es ging also nach Leipzig zum 2. Spieltag am So, den 25. August.
Die Unterkünfte hatte ich vorher schon gebucht und wie immer eine selbst ausgedruckte Karte mit der exakten Route dabei, also nichts dem Zufall überlassen.

Mi. 21.08. (45 km)
nach der Arbeit fahre ich direkt los und verlasse Ffm Richtung Osten am nördlichen Mainufer. Einmal mitten durch Hanau durch und dann dem Kinzig-Radweg folgend komme ich nach Gelnhausen. Ich habe mein Hotel direkt am Marktplatz und mir fällt auf, dass ich hier noch nie in der Altstadt war. Also, diese Station lohnt sich schon mal.

Do. 22.08. (91 km)
Bis Bad Soden–Salmünster geht´s an der Kinzig entlang, dann biege ich rechts ab in den Spessart rein. Bei Mernes komme ich ins Jossa-Tal, dass ich hinab- und dann das Sinn-Tal hinauf fahre. Ich habe Hessen verlassen und bewege mich durch den nördlichsten Zipfel Bayerns. Aufwärts geht der Radweg durch die Rhön recht komfortabel auf einem ehemaligen Bahndamm. Landschaft und Wetter sind top. Es geht über Bad Brückenau und Bischofsheim a. d. Rhön.
Die Lenkung klemmt. Es ist schlimmer geworden. Ich wusste, dass da was nicht in Ordnung ist, aber ich hab´s ignoriert, doof und peinlich. Der Fahrradmechaniker, dessen Laden zum Glück neben dem Radweg auftaucht, hat Recht: „Wenn man so eine Tour vorhat, muss doch vorher das Rad in Ordnung gebracht werden!“ Der Steuersatz ist verrostet, so sehr, dass er ihn auf die Schnelle nicht auseinander bekommt. Immerhin kann er ihn so ausgiebig schmieren, dass es danach langsam wieder besser wird. Und er ist Eintracht-Fan, wir sprechen über das tragische Halbfinal-Aus in London.
Die Pension, in der ich übernachte ist in einem so kleinen Dorf, dass es nicht mal eine Kneipe fürs Abendessen gibt. Die Wirtsleute sind aber darauf eingestellt und fahren mich zum Essen in den nächst größeren Ort.

Fr. 23.08. (87 km)
Ohne etwas davon zu bemerken passiere ich die ehemalige Grenze und steuere jetzt auf den Thüringer Wald zu. Die Werra überquere ich südlich von Meiningen. Bis Suhl, wo ich zu Mittag esse, ist es noch ziemlich flach. Aber dann! Ich hatte meine Route ja sorgfältig geplant und wollte, weil es mir am kürzesten schien, direkt hinter Suhl den Rennsteig (der Höhenkamm des Thüringer Waldes) überqueren, ganz egal ob die Wege als Radwege markiert sind. Mir war schon klar, dass es steil werden würde, aber irgendwann wird der Waldweg zum Pfad, und der Pfad ist nur noch zu erahnen. Ich muss schieben. Dann wird es so steil, dass ich mein Rad nach oben wuchte und mich daran hinterher ziehe.
Bei einem Waldparkplatz erreiche ich den Rennsteig. Ich atme durch und mache mir bewusst, dass es ab jetzt bis nach Leipzig in zwei Tagen nur noch bergab geht. Gemütlich rolle ich durch den Wald bis nach Ilmenau, wo ich übernachte.

Sa. 24.08. (114 km)
Es geht den Ilm-Radweg hinunter, vorbei an Bad Berka, Weimar und Apolda. Die Ilm fließt in die Saale und ich erreiche mein Ziel für heute, Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Den berühmten Dom sehe ich nur von außen, weil drinnen ein Konzert läuft.
Auf zwei Plätzen der Stadt findet gerade das Weinfest statt. Ach richtig: Hier ist ja die Saale-Unstrut Region. Den Rotkäppchen Sekt aus dem Nachbarort Freyburg kennt man ja. Ich probiere Spätburgunder und der braucht sich nicht zu verstecken. Freundliche Einheimische am Stehtisch finden es ganz toll, dass mal jemand aus Frankfurt zu ihnen kommt und sogar ihren Wein probiert. Auf dem einen Platz spielt eine Band Folklore und Chanson. Auf dem anderen Platz spielt eine Rockband melancholische, düstere Melodien für die jüngeren Weintrinker.
Richtig was los, in der ostdeutschen Provinz.

So. 25.08. (58 km)
Die Saale führt mich durch Weißenfels, später verlasse ich die Saale und steuere durch Markranstädt auf Leipzig zu. Es geht an einem riesigen Badesee vorbei und das kühle Wasser lockt mich. Aber ich will lieber keinen Zeitstress bekommen und fahre in die Stadt hinein.
Ich war hier zum letzten Mal als Jugendlicher zu DDR-Zeiten.
Der Radweg ist sehr cool: Abseits des Straßenverkehrs, an einem Kanal entlang, werde ich direkt zum Hauptbahnhof geführt. Hier ziehe ich mich fürs Stadion um und packe meine Taschen in ein Schließfach. Ich esse was und mache mich dann mit dem Rad auf den Weg zum Stadion. Der Weg ist nicht sehr weit und viele Fans sind zu Fuß unterwegs. Ich bemerke einige Eintracht-Fans, die eindeutig Sächsisch (oder tlw. evtl. auch Thüringisch) sprechen. Man muss offensichtlich nicht Plörre-Kunde sein, nur weil man aus der Gegend kommt.
Das Stadion im Stadion (WM-Arena innerhalb des Erdwalls des alten Zentralstadions) ist schon was Besonderes, ganz witzig eigentlich.
Neben mir sitzen SGE-Fans, die aus Erfurt angereist sind. Interessanterweise finden die das Leipziger Projekt irgendwie okay, nach dem Motto: Ohne das Geld von dem Plörre-Ösi wäre ja hier im armen Osten BL-Fußball auf Dauer nicht möglich. Na ja, könnte man diskutieren. Aber jetzt spielt erstmal die Eintracht.

Schade, ordentliches Spiel, da hätte mehr drin sein können.

Nach dem Spiel muss ich schnell zum Hbf. und erreiche meinen Zug problemlos. Es geht ohne Umsteigen zurück nach Ffm.

Also, diese Tour war insgesamt sehr schön und interessant, so wie ich gehofft hatte. Ich hatte auch Glück mit dem Wetter. Und das Auftreten der Eintracht war keineswegs so blamabel wie bei meiner letzten Auswärts-Radtour (Leverkusen).
(Mittlerweile habe ich auch einen komplett neuen Steuersatz.)

Schönen Gruß an alle Interessierten
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guden,

sag mal, welche Reifen fährst du?
Würde mich  mal interessieren.

Danke  und Gruß
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Gude,

die Route für die Leipzig-Tour habe ich ausgearbeitet.  Es geht über Bad Soden-Salmünster, Suhl und Weimar, knapp 400 km. Ich will Mittwochnachmittag nach der Arbeit los fahren, um am Sonntag vor dem Spiel in Leipzig anzukommen.
Ich habe mir ein Zugticket für die Rückfahrt besorgt und muss recht bald nach dem Spiel am Hbf sein. Deshalb habe ich auch auf der RB- Homepage ein Ticket gekauft, da ich nicht das Risiko eingehen will, evtl. nach dem Spiel im Gästeblock festgehalten zu werden.  

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich das Projekt RB Leipzig ablehne und keinem Verein in der Bundesliga einen sportlichen Misserfolg mehr gönne als diesem. Ich respektiere es, wenn andere Fans prinzipiell nicht nach Leipzig reisen und habe das auch für mich erwogen. Ich fahre jetzt trotzdem zum ersten Mal hin, da ich halt gerne diese Tour machen möchte. Außerdem wäre es genau dort ja ein besonders schöner Auswärtssieg.

Also, ich freue mich auf die Tour. In einer guten Woche geht´s los.

schleppnetz schrieb:

sag mal, welche Reifen fährst du?

Ach ja, ich habe ganz normale Reifen. Ich glaube Marathon  1,4“

Gruß an alle Interessierten
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Gude,

der BL-Spielplan ist raus und siehe da, eines meiner absolut favorisierten Ziele bietet sich an. Am zweiten Spieltag geht’s nach Leipzig. Obwohl ich natürlich RB lieber nicht in der BL sehen würde, glaube ich, dass das eine sehr interessante Radtour werden kann. Die Strecke geht zwischen Spessart und Rhön durch und dann über den Thüringer Wald drüber. Also nicht ganz ohne. Es sind ca. 400 km, grob 4 Tage.

Sehe ich das richtig, dass das Spiel wegen EL-Quali-Donnerstagen mit Sicherheit auf Sonntag terminiert werden wird?

Hat jemand Erfahrung mit „neutralen“ Tickets über RB?

Natürlich bin ich wie immer offen für eventuelle Mitfahrer (obwohl das noch nie geklappt hat).

Gruß an alle Interessierten.
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Gude,

da ja sonst gerade nichts los ist, berichte ich mal von meiner Radtour vom Auswärtsspiel in Leverkusen zurück nach Ffm.

Ja, das war das absurde Spiel mit 5 Innenverteidigern und 3 Außenverteidigern. Ergebnis habe ich vergessen. Soviel zum sportlichen.

So, 05.05. (20 km)
Mit RB, IC und S-Bahn geht´s direkt zu meinem Hotel in Köln-Dellbruck. Ich checke ein und radle dann ohne Gepäck nach Lev. zum Stadion, ca. 10 km. Vorm Stadion referiert ein alter Bayer-Fan und  -Arbeiter, dass der Werksverein Bayer 04 überhaupt nicht zu vergleichen sei mit Plastik-Projekten wie Hoffenheim, weil das hier ja damals die Arbeiter gegründet hätten und nicht der Chef. Von mir aus.

Nach dem Spiel geht´s zurück nach Dellbruck, wo ich erst mal beim (nicht besonders guten) Griechen zu Abend esse und dann frustriert in meinem Hotel einschlafe.

Mo, 06.05. (97 km)
Mein Hotel liegt ja südlich von Lev., schon in der richtigen Richtung. Also geht es weiter nach Süden durch östliche Kölner Stadtteile, vorbei am Köln-Bonner Flughafen, durch Siegburg und Hennef. Nun hangle ich mich langsam in den Westerwald hoch. Schon ein Stück weit auf dem Hungerast finde ich zum Glück eine geöffnete indische Lieferdienst-Pizzeria, bei der ich mich mit Pasta und Cola stärken kann. Es geht weiter auf und ab. Ziel für heute: Montabaur. Das kenne ich nur vom Vorbeifahren auf der A3. Es ist aber ganz hübsch hier, mit Schloss auf dem Hügel und mittelalterlichem Stadtkern darunter. Ich esse zu Abend in einer Kneipe, wo auf großer Glotze das Zweitliga-Spiel läuft, bei dem die Kölner endgültig aufsteigen. Stimmung bei den anwesenden FC-Fans.

Di, 07.05. (96 km)
Mein Weg kreuzt zweimal die A3, dann bin ich in Limburg. Die Altstadt, der Dom, die Mühlen an der Lahn sind schon sehenswert. Es sind eine ganze Menge Leute unterwegs die Outdoor-Aktivitäten treiben (Radfahren, Wandern, Kanu-Paddeln) obwohl es eigentlich zu kalt ist. Mir ist es ja auch ungewohnt, die ganze Zeit mit langer Hose zu fahren. Zum Glück habe ich auf der Tour immerhin keinen Regen. Es geht das Emsbachtal hoch. In Bad Camberg esse ich diesmal beim Indischen Inder zu Mittag. Über den Taunus fahre ich natürlich an der niedrigsten Stelle durch die sogenannte Idsteiner Senke. Mein höchster Punkt ist kurz hinter Heftrich. Dann geht es über Eppstein, Fischbach, Kelkheim runter durch Liederbach, Unterliederbach, Höchst, ein Stück die Nidda hoch und an der Messe vorbei in die Stadt rein.

Auch wenn das Spiel nicht motivierend war, die Route nicht viel Spektakuläres geboten hat und das Wetter für die Jahreszeit viel zu kalt war, so ist es doch trotzdem schön, sich mal zwei Tage an der frischen Luft zu bewegen.

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Gude,

morgen bin ich beim vorletzten Auswärts-Spiel bei den Pilledrehern und fahre dann mit dem Fahrrad zurück nach Ffm.
Es ist in dieser Rückrunde die einzige Möglichkeit. Vorher war ich verreist und in WOB und München war ich ja schon.
Morgen Mittag nehme ich mein Fahrrad im Zug mit, übernachte nach dem Spiel in einem rechtsrheinischen Kölner Vorort und werde am Dienstagabend zuhause ankommen.
Da ich nicht wieder am Rhein entlang fahren will, werde ich die kürzere aber bergigere Strecke über Westerwald und Taunus nehmen.  

Ich schaue mal gerade wie das Wetter wird …

Ach, Herrje! Ich guck mal im Kalender...   … doch, doch, es ist schon Mai.
Oh Gott, was für Klamotten muss ich da mitnehmen? Morgens 1°, nachmittags noch unter 10°!

Ich werde berichten.

Sportlich ja hochinteressant, diese Partie im „Chelsea-Sandwich“. Es geht um CL- und EL-Plätze für beide. Hoffentlich wird mich das Ergebnis wärmen.

Gruß.
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Danzig im Mai 2020 - da wäre ich mit dem Rad am Start. Das wäre eine Traumanreise!
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Luzbert schrieb:

Danzig im Mai 2020 - da wäre ich mit dem Rad am Start. Das wäre eine Traumanreise!

Europa League Finale! nächste Saison!
Langer Weg bis dahin (im doppelten Sinne) aber kann man sich ja mal vornehmen. Ich wär dabei. Ich träume ja eh von einer Europapokal-Auswärts-Radtour (Baku ist zu krass).
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Gude,

der Frühling ist da, meine Rückrunden-Auswärts-Radtour ist in Planung und da fällt mir auf, dass ich ja noch Garnichts von meiner Hinrunden-Auswärts-Radtour am ersten Spieltag nach Freiburg berichtet habe.
Es war aber auch viel los in der Zwischenzeit.

Mi. 22.08. 45 km
Ich fahre direkt von meiner Arbeit um 15:30 los. Gleich darauf treffe ich lustiger Weise einen Bekannten, mit dem ich sonst immer in der Kneipe Auswärtsspiele gucke. Der ist gerade mit dem Rad auf dem Heimweg von der Arbeit. Wir fahren ein Stück zusammen, dann wechsle ich die Mainseite. Es geht durch Sachsenhausen und am Waldstadion vorbei, Richtung Südwesten. Ich passiere Zeppelinheim, Mörfelden, die Mönchsbruchwiesen. Plötzlich kommt von hinten einer, der mich beim Namen nennt. Es ist ein entfernter Bekannter, von Früher vom Kicken. Er wohnt jetzt in Groß-Gerau, kommt mit dem Rad aus Ffm von der Arbeit (Alle Achtung!). Er leitet mich durch GG während wir über alte Zeiten babbeln.
Ich durchquere das NSG Kühkopf. In Stockstadt habe ich meine Unterkunft. Es war den ganzen Tag knallheiß (wir erinnern uns an den letzten Sommer).

Do. 23.08. 107 km
Bei Gernsheim wechsle ich auf die linksrheinische Seite. So komme ich durch Worms (beeindruckender Dom), Ludwigshafen (BASF-Werk) und Speyer (beeindruckender Dom).
In Ludwigsh. fahre ich am alten, bröckeligen Südweststadion vorbei. Hat hier nicht Waldhof Mannheim in den 80ern mal eine Zeit lang seine BL-Heimspiele gehabt?
Die Radwege verlaufen nicht immer direkt am Rhein. Die Landschaft ist geprägt durch viele abgeschnittene Altrhein-Arme, entweder ausgetrocknete Gräben oder Tümpel mit abgestandenem Wasser, manchmal umgeben von dichtem Wald, was wegen dem Schatten angenehmer ist (wir erinnern uns an den letzten Sommer). Ich übernachte in einem kleinen Ort namens Neupotz.

Fr. 24.08. 115 km
es geht weiter linksrheinisch bis Karlsruhe, ab da nur noch auf der badischen Seite.
Wenn man oberhalb eines Stau-Wehres auf dem Ufer-Damm entlang fährt irritiert es etwas, dass die Wasseroberfläche des Rheins dann mehr als 10 m höher liegt als die Landschaft auf der anderen Seite des Damms.
An einer Schleuse mit Brücke nach Frankreich rüber, steht eine Bude mit Kiosk und Mittagstisch. Hier esse ich Wildgulasch mit Spätzle. Auf der Karte steht „Teigware“. Die Wirtsleute sprechen badischen Dialekt, auch mit einem Stammgast der über die Brücke gefahren kam und seinerseits nur Französisch spricht. Man versteht sich problemlos.
Die einzige Stadt auf meinem Weg ist Kehl, gegenüber von Straßburg.
Meine Unterkunft ist eine Pizzeria mit Fremdenzimmern in Schwanau (?).
Seit Mittag war schon ein verdächtiger Wind aufgekommen und während ich Pizza esse kommt ein derartiger Schauer runter, dass Wasser unter der Tür durch, in den Gastraum gedrückt wird. (Wir erinnern uns an den letzten Sommer, irgendwann hat´s doch mal geregnet.)

Sa. 25.08. 58 km
Nun verlasse ich den Rhein und fahre an der Dreisam entlang, die mich ja logischer Weise direkt zum Ziel führen muss. Das ist zwar die kürzeste Strecke, aber gefällt mir nicht, vor allem weil der Weg auf dem Damm nicht asphaltiert und ist es heute meistens regnet. (In dem trockenen Sommer regnet es ausgerechnet wenn ich auf Tour bin).
Ich esse in einem China-Restaurant Mittags-Buffet, bringe meine Fahrradtaschen in ein Schließfach am Bahnhof und fahre zum Stadion.

Im Auswärts-Steher herrscht eine erwartungsvolle Stimmung. Wie wird die SGE nach den Pleiten in Supercup und Pokal in den Liga-Alltag hinein finden?
Das Spiel wird gewonnen, man ist erleichtert. Stimmung: Sonnenschein, Wetter: Regen.  
Allerdings die Schlüsse die man zieht - der neue Torwart Rönnow ist doch ganz gut, Hütter lässt mit 4er-Kette verteidigen, Nicolai Müller ist ein Alternative in der Offensive - werden sich nicht als richtungsweisend für die Saison herausstellen.

Na ja, außerhalb vom Stadion noch ein paar Rothaus-Pils mit einem alten Kempen aus Osthessen, Abendessen beim Inder in der Innenstadt, Heimfahrt mit dem Zug.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an den freundlichen Forums-User, der mir das Ticket organisiert hat.
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Und dieses neue oder zumindest seltene Arrividierci/Oh Eintracht Frankfurt-schalala la la ist auch klasse. Übler Ohrwurm, aber geil!

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Knueller schrieb:

Und dieses neue oder zumindest seltene Arrividierci/Oh Eintracht Frankfurt-schalala la la ist auch klasse. Übler Ohrwurm, aber geil!


… und im Stadion in Nikosia hatten wir die einmalige Situation, dass die gegenüberliegende Kurve komplett leer war, sodass von dort ein Echo kam. Wunderschön bei:

„S  –  G  –  E - , S G Eintracht Frankfurt,
Schwarz  –  Weiß  –  Rot  – , das sind unsre Farben“

Das Echo hat immer genau in die Pausen gepasst. Genial, aber leider nicht wiederholbar.
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Grottenkick schrieb:

Schöner Bericht von freak-julz. Vielen Dank! Ich war auch auf Zypern und fand´s super.

freak-julz schrieb:

ertönte erneut der neue Klassiker: Und wir haben Adi Hütter und wir **** eure Mütter…unfassbar welche Dynamik solch ein Lied entwickeln kann.


Ich habe das Lied auch gehört. Man muss sich schämen wenn so was gesungen wird.
Es ist doof, peinlich und nicht lustig! (Das muss man eigentlich niemand erklären, der älter ist als 14.)
Bitte singt was anderes!
dann singen auch alle mit.



Bin Ü30, Akademiker, Beamter, Familienvater.

Ich fand's lustig.

Und jetzt?
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… und jetzt soll ich mich ernsthaft noch mal dazu äußern?

Ich bin Ü 50, Handwerker und kinderlos. Und ich bitte dich mal kurz nachzudenken:
Du willst nicht, dass deine Frau und deine Kinder so etwas von Eintracht-Fans hören.
Du willst nicht, dass unser Cheftrainer durch so etwas indirekt beleidigt wird.
Also, können wir uns darauf einigen das nicht mehr zu singen!

Sicher fanden das einige lustig, was aber ein trauriges Bild von deren Psyche und Sozialkompetenz abgibt.
Überall, wo ich das Lied gehört habe waren die, die es gesungen haben deutlich in der Minderheit. Denen, die nicht mitgesungen haben hat es die Stimmung getrübt, aber selten hat jemand was dagegen gesagt. Einmal hat sich eine Frau beschwert und dann wurde was anderes gesungen.

Im Übrigen verschmutzt diese Diskussion den Thread. Hier sollte es um Zypern-Erlebnisse gehen.
Bei weiterem Diskussionsbedarf bitte per PN.
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Weiß jetzt nicht, ob es nen extra Thread gibt. Hier mein kleiner Zypern Bericht:



Zypern 2018:

Kumpel und ich begannen Dienstags von ffm Höchst aus unsere Reise. Im Flieger nach Thessaloniki ca. 50% Eintracht Fans, in Thessaloniki dann schon die ersten Ausfälle bei einigen Fans, sodass der Pilot im Flieger nach Larnaca eine erste Ansage machen musste. „You will get arrested by police“.

In Larnaca dann von nem weiteren kumpel in Empfang genommen, dessen Reise von Berlin aus startete. Ebenfalls hohe Adler Quote im Flieger. Unser Taxi war im Innenraum bereits mit Sge Stickern verschönert, sodass man eine erste Ahnung bekam, welch gewaltige Adler Lawine die Insel erreichen würde. Eingecheckt und direkt raus in die am Strand gelegenen Bars, um noch schnell etwas zu essen. Viel mehr passierte dann auch nicht, wollte man doch Kräfte sparen und die lange Reisedauer war dann doch etwas kräftezehrend.

Am nächsten Morgen wurde entlang der Strandpromenade flaniert, das Schloss und die Lazaruskirche besichtigt und der AEK Larnaca Fanshop geentert. In einer Strandbar wurde ein kühles Bierchen zu sich genommen und man saugte all die wunderbaren Eintracht Momente im europäischen Ausland auf. Strand und Bier und etliche Adler jeglichen Alters säumten die Gassen. Die Zyprer übrigens sehr wohlgesonnen und begeistert von Frankfurtern.

Wir leihten uns dann Fahrräder aus, umkurvten den imposanten Salzsee und besichtigten die angrenzende Moschee. Anschließend genoss man bei Sonnenuntergang die ortsansässige Jugend des Lokalvereins beim Kicken, während man an den Mauern des Aquädukts lehnte. Dem Leichtathletik Stadion stattete man ebenfalls noch einen Besuch ab, ehe man wieder an die Strandpromenade fuhr. Die zwei Nachzügler erreichten dann auch Larnaca und so schaute man mit anderen Adlern im Hotel San Remo die Championsleague, der Wirt bekam prompt ein Wappen geschenkt und im wohl schlechtesten Billardspiel aller Zeiten wurde sich weiter auf Europa eingestimmt.

Die Hälfte der Truppe zog erneut los, um mit lautstarken Eintrachtfans aus dem gesamten Bundesgebiet zu feiern. Etliche standen mit Bier im Meer und besangen unsere glorreiche SGE, die scheinbar nun die beste Mannschaft weltweit geworden ist.

Nächster Morgen, lässige Taxifahrt nach Nikosia und bereits eine ordentliche Masse an Frankfurtern im alten Stadtkern. Kurz darauf eingecheckt und wieder zum Stadtkern, eine gigantische graue Masse feuchtfröhlicher Adler. Die Einheimischen höchst begeistert und scheinbar wenig vorbereitet. Biervorräte gingen zu Neige und die meisten Cyprer zückten beeindruckt ihre HandyKameras. Ohne erkennbares Startsignal setzte sich der riesige Mob in Bewegung und stoppte nach einigen Hundert Metern am Busparkplatz. Das Gros der Fans stieg in Fanbusse ein, ein überschüssiges Ticket wurde an einen unbekannten Einheimischen verschenkt und die Hinfahrt verlief recht chaotisch, da man sich auf zwei Taxen aufteilte. Die eine Hälfte trank dann noch Schnaps mit Limassol Fans, hörte sich Hitler Geschichten vom Souvlaki Verkäufer an und enterte recht spät den gut gefüllten Gästeblock. Alles in allem eher Testspielcharakter. Optisch sicherlich das beste, was das charmante GSP Stadion bisher erlebt hat. Kleinere Pöbeleinlagen mit der einheimischen Fanjugend und ein beachtlicher Adlertross im Oberrang der Haupttribune. Das Spiel wurde relativ ungefährdet gewonnen, am Ende ließen sich die Spieler und auch Trainer Hütter ausgiebig feiern und es machte sich deutliche Vorfreude auf das 1/16 Finale breit.

In einer noch chaotischeren Rückfahrt, cyprischen Taxifahrern entging wohl das Geschäft ihres Lebens, machte ein kluger busfahrer das Geschäft seines lebens, indem er seinen bus bis auf den letzten Stehplatz (offiziell gab es gar Keine Szehplätze) mit fans füllte und dann mit hanebüchenem fahrstil die meute in die stadt beförderte.

Die meisten Adler bevölkerten erneut den altbekannten Treffpunkt und die klassischen Europalieder schmetterte durch die Gassen. Die einheimische Polizei, zum teil zigarrerauchend, feierte lässig mit und die barbetreiber glänzten erneut mit Überforderung, sodass wir am Ende des Abends einen nicht unerheblichen Teil der Rechnung nicht zahlen (konnten?).
Nachdem der naheliegende Burger King als bester Burger weltweit gefeiert wurde ertönte erneut der neue Klassiker: Und wir haben Adi Hütter und wir **** eure Mütter…unfassbar welche Dynamik solch ein Lied entwickeln kann.

Im nahegelegenen Pub wurde dann weiter gefeiert, singgewandt und trommelnd, sehr zur Freude der Einheimischen. Ein Frankfurter warnte mich dann noch vor Rollerfahrern, die vermummt Frankfurter anpöbeln sollen. Diese Warnung sollte noch von Bedeutung sein, wie sich später leider zeigte.

Durch „die Mutter von halb Nikosia“ bekamen wir noch die schmackhaftesten Souvlaki Pitas der Welt zubereitet, ehe sich die Gruppe aufteilte. Ein Fehler. Während Team 1 lange umherirrte und recht spät die Unterkunft erreichte, wurde einem unserer Jungs von Team 2 der Mottopulli gezockt durch einen Limassolfan. Chapeau du elendiger… ! Ein netter Einheimischer wollte unseren Jungen dann als Ausgleich seinen Hoodie schenken. Daumen hoch.

Mit gemischten Gefühlen war das gesamte Team dann wieder vereint und ein Besuch des Apoel Fanshops rückte erstmal in weite Ferne.

Am nächsten Morgen wurde dieser Fanshop dann doch angesteuert, Trikots gekauft, sodass einige Barbesucher uns direkt eine Runde Bier ausgaben. Sehr erfreut über unseren Sieg gegen ihren Rivalen Limassol und über unsere gekauften Trikots. Wir danken erneut mit einem Frankfurt Wimpel.

Am Nachmittag passierten wir die Grenze zu Nordzypern, konnten kostengünstig und lecker auf dieser Seite der Insel speisen und ließen den Abend relativ gemütlich ausklingen. Natürlich mit einem großen Bogen um die Bar des letzten Abends, immerhin wollte keiner den noch ausstehenden Deckel begleichen.

Auf dem Rückweg lernten wir dann noch einem ortsbekannten Anarchisten kennen, der aus seinem stromlosen Haus heraus Bier und Weed verkauft und uns zum Essen am nächsten Tag einladen wollte. Absolut abgefahrene Bar, die er da mehr oder weniger legal betreibt.

Samstag früh ausgecheckt und mit dem lokalen Bus entspannt zurück nach Larnaca. Im bekannten San Remo Hotel ein Zimmer für alle angemietet und nun warten wir auf unser letztes Highlight. Erste zyprische Liga mit dem Famagusta Derby und einigen bekannten Bundesligaspielern. Später geht’s dann über Warschau oder wahlweise Athen zurück, bevor Sonntag wieder Fußball auf dem Plan steht: Frankfurt vs. Schalke.

Bye bye cyprus

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Schöner Bericht von freak-julz. Vielen Dank! Ich war auch auf Zypern und fand´s super.

freak-julz schrieb:

ertönte erneut der neue Klassiker: Und wir haben Adi Hütter und wir **** eure Mütter…unfassbar welche Dynamik solch ein Lied entwickeln kann.


Ich habe das Lied auch gehört. Man muss sich schämen wenn so was gesungen wird.
Es ist doof, peinlich und nicht lustig! (Das muss man eigentlich niemand erklären, der älter ist als 14.)
Bitte singt was anderes!
dann singen auch alle mit.
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Fflo1984 schrieb:

Wir fliegen am 08.11 um 5.00 von ffm über kiev nach larnaca und zurück am 11.11 um 14.40 wieder über kiev Ankunft in ffm 22:45 mit Ukraine Airline fliegt noch jemand so am 08.11?


plus 2
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Sanik schrieb:

Fflo1984 schrieb:

Wir fliegen am 08.11 um 5.00 von ffm über kiev nach larnaca und zurück am 11.11 um 14.40 wieder über kiev Ankunft in ffm 22:45 mit Ukraine Airline fliegt noch jemand so am 08.11?


plus 2

plus 4 (auswärts mal ohne Fahrrad)
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Gude,

werts und Chris_94, vielen Dank für eure Tipps.

Mittlerweile hat mir ein freundlicher Leser ein Ticket für den Gäste-Steher (hatte ich lange nicht mehr) aus seinem Kontingent versprochen. Es ging zum Glück einfach übers Forum.

Also steht einer schönen Auswärts-Radtour nicht mehr im Wege, und ich kann mich mal an die Ausarbeitung der Route machen.

Gruß
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Gude,

zum Spiel am ersten Spieltag in Freiburg will ich mit dem Fahrrad hinfahren.
Die Stecke ist so gerade wie flach, immer im Rheingraben nach Süden.
Ich habe mir für Do. und Fr. vorher Urlaub genommen und für die Rückfahrt ein Zugticket gekauft.

Jetzt habe ich nur das Problem, dass ich kein Ticket für das Spiel habe.
Für die Auswärts-Tickets von der Eintracht habe ich mir eh keine Chancen ausgerechnet. Heute war auf der Seite vom FC F. Beginn vom freien Vorverkauf und bevor ich durch kam waren schon alle Tickets weg. Mist!

Vielleicht hat ja jemand der das hier liest eine Idee, wie ich doch noch an eine Karte kommen könnte. Es wäre irgendwie uncool ohne los zu fahren.

Gruß
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Gude,

jetzt sind wir seit einer Woche Pokalsieger und endlich habe ich mal Ruhe und Zeit von meiner Radtour zum BL- Auswärtsspiel in München zu berichten.
Das war nach Augsburg und Ingolstadt nun die dritte Tour nach Bayern und ich habe mich wieder bemüht, die Strecke zu variieren. Allerdings kommt man, wie bei der Augsburg-Tour, an Miltenberg und Rothenburg nicht vorbei (gibt schlimmeres).
Ich hatte großes Glück mit dem Wetter: kein Regen und warm (nur Do. etwas kühler).
War auf jeden Fall eine sehr schöne Tour:

Di., 25.04., 55 km
Ich fahre um 16:30 direkt nach Feierabend los. Das Gepäck für die Tour hatte ich schon zur Arbeit mitgenommen. Über die Karl-Ulrich-Brücke verlasse ich Frankfurt und fahre durch eine andere Stadt. Es geht auf Waldwegen quer durch den Rodgau und dann am Rande des Odenwaldes entlang. Bei Großwallstadt erreiche ich den Main. In Wörth habe ich meine Unterkunft. Ich finde eine Sky-Kneipe, die schon für die WM eine riesen Leinwand im Hof aufgebaut hat. Perfekt, um das super CL-Halbfinal-Hinspiel Liverpool  vs. Roma (5:2) zu gucken.

Mi., 26.04., 114 km
Es geht am Main entlang bis Miltenberg. Ab dort fahre ich am kleinen Flüsschen Erf hoch, in den östlichen Odenwald. Dann geht’s wieder runter nach Tauberbischofsheim und den Rest des Tages an der Tauber entlang bis Rothenburg, wo ich im Tal unterhalb der schönen, mittelalterlichen Stadt meine Unterkunft habe. Ich spaziere hoch in die Stadt, esse italienisch und sehe dann in einer Kneipe das  CL-Halbfinal-Hinspiel Bayern vs. Real. Zwei Ami-Touristen verstehen nicht worum es geht, finden aber die Verteilung der Spieler auf dem Feld ganz anders als beim am. Football. Die einheimischen fränkischen Bayern-Kunden sind nach ihrer Heimpleite (1:2) voll bedient während ich hoffe, dass der Focus jetzt so sehr auf dem Rückspiel ist, dass Osram gegen uns abschenkt.

Do., 27.04., 117 km
Hinter Rothenburg geht es noch ein Stückchen höher, dann aber nur noch ganz flach bergab entlang der Altmühl. Zuerst ist die Landschaft nicht besonders interessant, eigentlich nur große Felder. Das ändert sich am Altmühl-See und erstrecht ab Treuchtlingen. Nun schlängelt sich der Fluss an beeindruckenden Felsformationen und hübschen Orten vorbei. Da ich gut in der Zeit liege besichtige ich am Nachmittag in Pappenheim die Burg (und lerne dabei, dass die sprichwörtlichen „Pappenheimer“ ein Söldner-Haufen im 30-jährigen Krieg waren, die nach ihrem adligen Anführer genannt wurden, der von hier kam und so hieß). Ich übernachte in Dollnstein.

Fr., 28.04., 98 km
Nun verlasse ich die Altmühl und muss, um an die Donau zu kommen, über einen Hügel. Auf einem frisch asphaltierten Radweg fahre ich hinauf und überhole die Dampfwalze. Na gut, der Schotter ist immerhin schon verdichtet. Die Donau überquere ich in Neuburg. Danach ist es erst ganz flach, aber dann kommt der anstrengendste Abschnitt der Tour. Ich muss entlang der Landstraße aber quer zu den Rillen in der Landschaft, also dauernd hoch und runter. Und das Schwungholen beim bergab fahren reicht fast nie um auf der anderen Seite wieder hochzukommen. Über Dachau rolle ich am späten Nachmittag in München ein. Im Stadtteil Moosach ist mein Hotel. Beim Abendessen in einem Moosacher Biergarten werde ich von zwei Wiesbadenern am Nachbartisch als Frankfurter erkannt und dazu gebeten. Sie sind auch wegen dem Spiel in Mü. Wir nehmen dann noch das ein oder andere und trinken auf die SGE.

Sa., 29.04., 36 km
Ich fahre erstmal zum Hbf. und packe meine Fahrradtaschen in ein Schließfach. Dann frühstücke ich in der Innenstadt bei einem Bäcker. Ich habe mir vorgenommen ins deutsche Museum (Technik) zu gehen weil ich vor ca. 35 Jahren sehr beeindruckt war. Na ja, es lohnt sich schon, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass seit 35 Jahren da nicht viel passiert ist. Mittags fahre ich dann an der Museumsinsel los Richtung Arena. Der Weg ist super, an der Isar entlang durch den englischen Garten. Unterwegs findet sich noch ein kleiner idyllischer Biergarten zum Mittagessen.

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Osram hat, meiner Hoffnung entsprechend, abgeschenkt. Wie konnte man dieses Geschenk nicht annehmen? Mann, jetzt war ich bedient.

Aber… wir wollten uns von denen nichts schenken lassen!
Wir haben dann gewonnen als es für beide um alles ging!
Dieser Gedanke lässt mich im Nachhinein dieses Auswärtsspiel ganz anders sehen. Wie geil, sich jetzt an die besoffenen Lederhosen-Träger zu erinnern, die nach dem Spiel gegrölt haben: „Wir sind die Bayern, die am Ende immer Feiern.“ Ha, ha, ha!  
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Ansonsten: das Schlauchboot selbst ist ganz okay, steht halt irgendwo in der Landschaft, wenig Stimmung von den Kunden, Auswärts-Fans sind ganz hinten in die Ecke platziert und Tickets sind zu teuer. Ich würde da nicht unbedingt nochmal hin wollen.

Nach Abendessen in Schwabing fahre ich zum Hbf., hohle meine Taschen ab und fahre mit dem gebuchten Zug zurück nach Ffm.
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Auch daran merkt man dass der Winter vorbei ist, Grottenkick schwingt sich wieder aufs Rad!
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Gude,

das Ticket für die Arroganz-Arena ist längst da. Und ich bin dabei, letzte Vorbereitungen zu treffen.
Am Dienstagnachmittag nach der Arbeit geht´s direkt los. Die Strecke beträgt  ca. 400 km und geht ziemlich gerade Richtung Südosten, im Wesentlichen entlang der Flüsse Main, Tauber und Altmühl.
Ankunft in München ist schon am Freitagabend, damit ich mir am Samstagvormittag dort noch was angucken kann. Ich werde wohl ins Deutsche Museum gehen und dann durch den Englischen Garten zum Stadion radeln. Für die Rückfahrt gibt es einen Zug, der mich und mein Fahrrad noch am Samstagabend zurück nach Ffm bringt.

Jetzt hätte ich mir natürlich gewünscht, dass ich meine Tour mit besserer Laune starten kann. Nach dem verpassten Pflichtsieg gegen Hertha sieht es leider danach aus, dass der Rest der Saison den Bach runter geht.

Aber man weiß ja, wie es im Fußball geht. Und wenn ich mich motivieren kann zum FC Hollywood zu radeln, dann hoffe ich auch, dass die Diva dort mit einem professionellen, konzentrierten und mutigen Auftritt überraschen kann.  

In diesem Sinne: ...nur die SGE!
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Gude,
wie ich ja schon angedeutet habe, werde ich zum Auswärtsspiel gegen die Bayern am 28. April mit dem Fahrrad fahren.

Im Prinzip ist auch schon alles vorbereitet: Ich habe eine Route ausgearbeitet und meine Übernachtungs-Stationen festgelegt (auch Unterkünfte schon gebucht), ich habe drei Tage Urlaub beantragt und genehmigt bekommen, und ich habe mir ein Bahn-Ticket für die Heimfahrt gekauft.

Was mir jetzt noch fehlt ist ein Ticket für das Spiel in der Arroganz-Arena. Ich habe eins hier, auf der Eintracht-Homepage bestellt aber bis jetzt noch keine Nachricht, ob mir eines zugeteilt wird. Mal sehen.

Zur Not muss ich die Eintrittskarte woanders  herbekommen. Ich fahre natürlich auf jeden Fall und freue mich auch schon darauf.
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Danke, Grottenkick, nach diesem gebrauchten Fußballwochenende hat es Spaß gemacht, deinen auswärtssieggekrönten Rheinland-Reisebericht zu lesen. Interessant dass du die Steigung aus dem Ahrtal heraus als gemütlich bezeichnest, ich finde die schon mit dem Auto recht eindrucksvoll. Dass es im Mittelrheintal stressig sein kann, ist mir auch aufgefallen, aber an vielen Stellen ist das Tal einfach so eng, dass gerade mal Platz für Eisenbahn, Bundesstraße und Radweg ist, ich glaube da kann man verkehrstechnisch nicht viel machen... Mit dem Wasserschloss meintest du das in Erftstadt-Liblar? Da war ich als Kind oft, sehr schöne Ecke. Im benachbarten Lechenich liegt übrigens Hennes Weisweiler begraben.
Planst du dieses Jahr noch eine Auswärts-Radtour?
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Hi Fantastisch,

Danke für dein Interesse.

Ich habe mir ja extra den Weg mit der geringsten Steigung über Gimmingen und Nierendorf ausgesucht.

Dein Schloss liegt nicht am direkt am Eft-Radweg aber ich habe an mindestens 4 anderen angehalten und geguckt.

Das Wetter wird ja jetzt tendenziell auch nicht mehr besser und ich habe es bisher immer so gemacht, dass ich eine Tour pro Hin und Rückrunde mache. Also nächste Auswärts-Radtour ist dann im Frühjahr und wenn ich mir den Spielplan so betrachte  geht’s wohl Ende April nach München.  

Is ja noch e bissi Zeit.

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Gude,

so war meine Auswärts-Radtour nach Gladbach:

Am Mittwoch nachmittags, nach der Arbeit fahre ich direkt von meinem Arbeitsplatz los. Ich fahre durch Frankfurt entlang am Main, nach Westen bis Niederrad, durch Goldstein und durch den Stadtwald. In Kelsterbach treffe ich wieder auf den Main.
Gegenüber von Mainz fließt der Main in den Rhein, den ich dort überquere und an dessen Südufer ich bis Ingelheim komme. Um 20 Uhr checke ich dort im Hotel ein und esse dann noch Pizza.  

Am Donnerstag fahre ich den ganzen Tag am Rhein entlang. Erstmal bin ich enttäuscht von dem Radweg auf der Rheingauer (hessischen) Seite. Obwohl auf allen Karten ein Radweg verzeichnet ist, gibt es in der Realität teilweise entweder garkeinen oder er ist gesperrt. Ansonsten ist man im Mittelrheintal fast immer sehr dicht an der Bundesstraße. Aber die Aussicht auf die Weinberge und Burgen entschädigen etwas für den Verkehrsstress. Ich bleibe rechtsrheinisch und komme durch Lahnstein an der Lahnmündung. Hingegen Koblenz mit deutschem Eck / Moselmündung habe ich gegenüber. In Bad Breisig, wieder auf der linken Seite, finde ich ein Hotel und eine Tapas-Bar fürs Abendessen.

Am Freitag verlasse Ich alsbald den Rhein und fahre ein Stück an der Ahr entlang um aber gleich wieder, kurz vor Bad Neuenahr, nach Norden abzubiegen und die einzige nennenswerte Steigung auf dieser Tour in Angriff zu nehmen. Aber auch die ist eher gemütlich und in weniger als einer halben Stunde erledigt. So komme ich durch ein Obstanbaugebiet, und von Rheinland-Pfalz nach NRW. Mein Weg führt nun entlang des Swistbaches und dann der Efrt. Manche Dörfer haben kleine Wasserschlösser, die aber in Privatbesitz sind und dem Schlossherr als Wohnung oder als Hotel und Tagungsort dienen. Es ist zwar ab und zu sonnig aber relativ kühl und nun regnet es auch noch manchmal. Das passt irgendwie ganz gut zu dieser flachen, landwirtschaftlichen, niederrheinischen Landschaft. In Kerpen, wo ich vorher ein Hotel gebucht hatte, komme ich früh genug an und finde eine Sauna. Ich hab mittlerweile Lust mich richtig aufzuwärmen. Beim Abendessen stelle ich fest, dass man in dieser Gegend Kölsch trinkt und immer noch eins bekommt.

Am Samstag geht es am Garzweiler vorbei. Dieses riesige Loch in der Landschaft ist schon imposant. Ich kann aber nur kurz einen Blick hinein werfen, denn es schüttet, irgendjemand baut eine Autobahn, die nicht in meiner Karte eingezeichnet ist, weswegen ich einen Umweg fahren muss und ich habe ja noch einen Termin. Am frühen Nachmittag bin ich mit meinen Freunden, die aus Münster angereist sind, im Hotel in Gladbach verabredet. Ich komme rechtzeitig an, kann noch duschen und trockene Klamotten (rot-schwarz-weiß mit Adlern und so) anziehen. Das Hotel ist in einem ruhigen Stadtteil gelegen und es gibt von dort aus einen halbstündigen Fußweg durch den Wald zum Stadion.

AUSWÄRTSSIEG!

Beim Abendessen in unserem Hotel treffen wir noch zwei SGE-Fans aus GG und zwei aus Büdingen. Am nächsten Morgen im Zug sitzen drei Experten, die noch in Köln, zum Kölsch trinken, Station machen wollen. Dank dem ersten Saison-Tor hat sich die Reise für alle gelohnt. Ich fahre bei sonnigem Wetter mit dem IC zurück durchs schöne Mittelrheintal.