Nicht nur die Tibeter, auch 8 Millionen Uiguren, ein Turk-Volk mit moslemischen Glauben, werden in China massiven Repressionen ausgesetzt. Jegliche religöse Aktivität, sogar im Privaten, wird geahndet. http://www.hrw.org/german/docs/2005/04/11/china10465.htm.I Ich bin keine Expertin für China, auch nicht für Tibet, beschäftige mich aber seit vielen Jahren mit Turkologie, Mittelasien und Wes- und Osttturkestan. Die Uiguren sind ein vergessenes Volk, sie haben keinen prominenten Vertreter wie Dalai Lama. In der Provinz Xinjiang oder Turkestan, der Heimat der Uiguren wurden bis 1996 45 Atomtests, die Hälfte davon oberirdisch durchgeführt, während die Menschen dort anfangs nicht mal evakuiert wurden und kontaminiertes Trinkwasser tranken. Bis heute wird von zahlreichen Missbildungen und Krebserkrankungen in dieser atomar verseuchten Region berichtet. Seit dem 11.September wird die Bevölkerung mit Terroristen gleichgesetzt und entsprechend drangsaliert. Auch das ist ein Teil von China. Wenn man von Tibet spricht, sollte man Ost-Turkestan nicht vergessen.
FräuleinAdler schrieb: Nicht nur die Tibeter, auch 8 Millionen Uiguren, ein Turk-Volk mit moslemischen Glauben, werden in China massiven Repressionen ausgesetzt. Jegliche religöse Aktivität, sogar im Privaten, wird geahndet. http://www.hrw.org/german/docs/2005/04/11/china10465.htm.I Ich bin keine Expertin für China, auch nicht für Tibet, beschäftige mich aber seit vielen Jahren mit Turkologie, Mittelasien und Wes- und Osttturkestan. Die Uiguren sind ein vergessenes Volk, sie haben keinen prominenten Vertreter wie Dalai Lama. In der Provinz Xinjiang oder Turkestan, der Heimat der Uiguren wurden bis 1996 45 Atomtests, die Hälfte davon oberirdisch durchgeführt, während die Menschen dort anfangs nicht mal evakuiert wurden und kontaminiertes Trinkwasser tranken. Bis heute wird von zahlreichen Missbildungen und Krebserkrankungen in dieser atomar verseuchten Region berichtet. Seit dem 11.September wird die Bevölkerung mit Terroristen gleichgesetzt und entsprechend drangsaliert. Auch das ist ein Teil von China. Wenn man von Tibet spricht, sollte man Ost-Turkestan nicht vergessen.
Die Uiguren darf man nicht vergessen. Von ihnen, glaube ich, erhielten die Chinesen der Han-Dynastie die ersten Pferde ... Du hast die Situation sehr zutreffend skizziert. Und wenn heute irgendwo ein neuer Film über die Seidenstraße läuft, sieht man halt immer dieselben Uiguren, wie sie glücklich unter dicht von Weintrauben bewachsenen Pavillions tanzen, in Kaschgar. So wird Wirklichkeit gemacht.
Noch jemand vergisst die Uiguren nicht. Staatliche chinesische Medien unterstellen:
"Zudem planten das geistliche Oberhaupt der Tibeter und seine Anhänger mit Hilfe uigurischer Muslim-Separatisten aus der nordwestchinesischen Region Xinjiang Anschläge, um die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken, hieß es." http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,542967,00.html
Das ist natürlich sehr praktisch: rührt sich irgendwo Widerstand, so kann man es gleich beiden Volksgruppen zugleich in die Schuhe schieben.
Ich kann mir dieses verbale und ordnungspolitische " Ausrasten" der Han-Chinesen nur aus dem historischen Trauma erklären ,dass im vorletzten und letzten Jahrhundert über sie hereingebrochen ist. Man will sich von ausländischen Mächten nicht mehr herumschubsen lassen. Die Einheit des Reiches muß buchstäblich um jeden Preis erhalten werden.
Btw, Tibet ist ungefähr so chinesisch wie Tsingtau deutsch ist.
Eigentlich könnte der chinesischen Führung nichts besseres passieren als ein Boykott der OS. Schrecklich wenn diese Fremden kommen , mit ihren Mobiltelephonen, ihren Laptops, ihren Kameras, und ihrer gänzlich anderen Sichtweise der Dinge.
Ja, da mag sicher die Erfahrung v.a. mit den Briten eine Rolle spielen. Aber was womöglich noch schwerer wiegt: die Saatsraison war in China über Jahrtausende immer extrem stark ausgeprägt - musste so sein bei der Verwaltung dieses Riesenreiches.
Jetzt hat aber erstmals eine Gruppe chinesischer Intellektueller die eigene Staatsführung zum Dialog mit dem Dalai Lama aufgefordert. Es wird spannend.
adlerkadabra schrieb: Jetzt hat aber erstmals eine Gruppe chinesischer Intellektueller die eigene Staatsführung zum Dialog mit dem Dalai Lama aufgefordert. Es wird spannend.
Mal schauen wann die abgeknallt werden... Was juckt es die chinesische Führung wenn sich ein paar Intellektuelle aufprustern - so was regeln dort in der Tat Standgerichte und Gewehrsalwen...
Heute in der SZ ein rarer authentischer Bericht vor Ort:
Besuch in einem tibetischen Kloster Im Tempel der Bedrängten Razzien, Angst und Totengebete - unten im Dorf geht die Armee auf Menschenjagd. Oben auf dem Berg klammern sich die Mönche an fromme Wünsche.
Henrik Bork hat es auf abenteuerlichen Wegen geschafft, einem tibetischen Kloster im Unruhegebiet heimlich einen nächtlichen Besuch abzustatten. Respekt.
Ein Beitrag von Klemens Ludwig in der heutigen Ausgabe der taz zeichnet ein sehr genaues Bild von der Position, die der Dalai Lama in Bezug auf sein Land vertritt:
shinji schrieb: Es ist doch fakt, dass zu erst Geschäfte demoliert bzw. in Brand gesteckt wurden und anschließend auch die Chinesen von "Aufständischen" angegriffen wurden. Hierfür gab es zu Beginn genügend Film- und Bildmaterial von ausländischen Journalisten (auch von unseren Deutschen).
Fakt ist das China die Autonome Gebiet Tibet vor 50 Jahren überfallen hat und das Gebiet anektiert hat. Und jetzt überlege nochmal wer angefangen hat und wer wen angegriffen hat. Die wehren sich nur gegen Unterdrückung eines Besatzers, das ist doch nur normal.
Ich würde die Olympiade nicht boykotieren, ich würde sämtliche Sportler mit "Free Tibet"-T-Shirts ausrüsten und die damit auftreten lassen.
Es fragt sich nur, wer die essen darf. *Hunger hab*
Wieso bist du noch nicht im Topf ?
Ich bin keine Expertin für China, auch nicht für Tibet, beschäftige mich aber seit vielen Jahren mit Turkologie, Mittelasien und Wes- und Osttturkestan. Die Uiguren sind ein vergessenes Volk, sie haben keinen prominenten Vertreter wie Dalai Lama.
In der Provinz Xinjiang oder Turkestan, der Heimat der Uiguren wurden bis 1996 45 Atomtests, die Hälfte davon oberirdisch durchgeführt, während die Menschen dort anfangs nicht mal evakuiert wurden und kontaminiertes Trinkwasser tranken. Bis heute wird von zahlreichen Missbildungen und Krebserkrankungen in dieser atomar verseuchten Region berichtet.
Seit dem 11.September wird die Bevölkerung mit Terroristen gleichgesetzt und entsprechend drangsaliert. Auch das ist ein Teil von China.
Wenn man von Tibet spricht, sollte man Ost-Turkestan nicht vergessen.
@Pedro: Ich pick dir die Haare vom Kopp...
Die Uiguren darf man nicht vergessen. Von ihnen, glaube ich, erhielten die Chinesen der Han-Dynastie die ersten Pferde ... Du hast die Situation sehr zutreffend skizziert. Und wenn heute irgendwo ein neuer Film über die Seidenstraße läuft, sieht man halt immer dieselben Uiguren, wie sie glücklich unter dicht von Weintrauben bewachsenen Pavillions tanzen, in Kaschgar. So wird Wirklichkeit gemacht.
"Zudem planten das geistliche Oberhaupt der Tibeter und seine Anhänger mit Hilfe uigurischer Muslim-Separatisten aus der nordwestchinesischen Region Xinjiang Anschläge, um die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken, hieß es."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,542967,00.html
Das ist natürlich sehr praktisch: rührt sich irgendwo Widerstand, so kann man es gleich beiden Volksgruppen zugleich in die Schuhe schieben.
Btw, Tibet ist ungefähr so chinesisch wie Tsingtau deutsch ist.
Eigentlich könnte der chinesischen Führung nichts besseres passieren als ein Boykott der OS. Schrecklich wenn diese Fremden kommen , mit ihren Mobiltelephonen, ihren Laptops, ihren Kameras, und ihrer gänzlich anderen Sichtweise der Dinge.
Jetzt hat aber erstmals eine Gruppe chinesischer Intellektueller die eigene Staatsführung zum Dialog mit dem Dalai Lama aufgefordert. Es wird spannend.
Besuch in einem tibetischen Kloster
Im Tempel der Bedrängten
Razzien, Angst und Totengebete - unten im Dorf geht die Armee auf Menschenjagd. Oben auf dem Berg klammern sich die Mönche an fromme Wünsche.
http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/ausland/artikel/397/164928/
Henrik Bork hat es auf abenteuerlichen Wegen geschafft, einem tibetischen Kloster im Unruhegebiet heimlich einen nächtlichen Besuch abzustatten. Respekt.
Warum ist der Erhalt des status quo es wert Menschen dafür zu töten?
Sind das Fragen an den SZ-Text? Ich habe dort nichts dergleichen bemerken können.
Eher gerichtet an diejenigen die das Verhalten Chinas völlig in Ordnung finden.
http://www.taz.de/nc/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2008%2F03%2F25%2Fa0119&src=GI&cHash=dde86a03c3
"Mönch und Marxist"
Fakt ist das China die Autonome Gebiet Tibet vor 50 Jahren überfallen hat und das Gebiet anektiert hat. Und jetzt überlege nochmal wer angefangen hat und wer wen angegriffen hat. Die wehren sich nur gegen Unterdrückung eines Besatzers, das ist doch nur normal.
Ich würde die Olympiade nicht boykotieren, ich würde sämtliche Sportler mit "Free Tibet"-T-Shirts ausrüsten und die damit auftreten lassen.
Das wäre mal gute eine Aktion.