Heute vor ... Jahren

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Ja ja, war nicht alles schlecht an den Freikorps. *würg*
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Immer wieder schön, wenn man beim Thema Weimarer Republik die Mitschuld der Kommunisten von Beginn an außen vor lässt. Da hat sich kaum einer mit Ruhm bekleckert damals. Und zwar schon ab Ende 18.
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SGE_Werner schrieb:

Immer wieder schön, wenn man beim Thema Weimarer Republik die Mitschuld der Kommunisten von Beginn an außen vor lässt. Da hat sich kaum einer mit Ruhm bekleckert damals. Und zwar schon ab Ende 18.

Immer wieder unschön so eine verlogene Polemik zu lesen!
Wer hat die Mitschuld der Kommunisten hier außen vor gelassen? Es ging um Ebert und seine "Verdienste". Ein "Verdienst" Eberts war es, dass er sich der reaktionären gewalttätigen Rechten näher fühlte als den eigenen Leuten und es ihm dann wohl opportun erschien die Linken von den Rechten zusammenschießen zu lassen.
Die kommunistische Revolution hat er verhindert, dafür den Grundstein gelegt, dass die Stellung der Rechten stark blieb, was den Nationalsozialismus letztlich erst möglich gemacht hat. Ein wieder Zusammenführen der gespaltenen Arbeiterklasse nach diesen Massakern war danach de facto unmöglich, die Kluft zwischen Sozialdemokraten und der kommunistisch orientierten Linken unüberbrückbar geworden.
Nicht vergessen darf man auch, dass diese Linke zu diesem Zeitpunkt durchaus noch offen diskutiert hat, welchen Weg man gehen soll. Eine Revolution nach sowjetischem Vorbild war eine Option unter anderen. Nach den Erfahrungen 19/20 wurde dann die prosowjetische Strömung mit ihrer straffen Orgainsation und ihrer klaren Ausrichtung erst die unangefochten vorherschende linksextremistische Kraft der Weimarer Republik.
Natürlich freue ich mich darauf, von dir Werner zu hören, worin die Mitschuld der Kommunisten genau bestand.
Ich hoffe es war nicht die radikale Antikriegspolitik um Liebknecht und Luxemburg und das angewiedert sein vom Nationalistischen Kurs der SPD ab 1914.
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cm47 schrieb:

im Gedenken an ihn hätte ich seinen Job damals nicht machen wollen.


Verräter für die Linke und die Rechte
Sündenbock fürs Militär

Definitiv nicht...
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SemperFi schrieb:

cm47 schrieb:

im Gedenken an ihn hätte ich seinen Job damals nicht machen wollen.


Verräter für die Linke und die Rechte
Sündenbock fürs Militär

Definitiv nicht...

Kein leichter Job. Unbestritten.
Dabei halt ne beschissene Entscheidung getroffen. Sich an die Seite der Reaktion gestellt, die eigenen Weggefährten ermorden lassen.
Kann man mal so machen ...
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FA hat recht. Ebert wollte eine kommunistische Revolution verhindern. Dazu setzte er militärische Gewalt ein.

Überliefert ist sein Satz, dass er eine Revolution hasse. Er sah die Situation in Russland, den Bürgerkrieg dort mit den furchtbaren Folgen. Die deutschen Kommunisten wollten ein Rätesystem nach sowjetischen Vorbild, in München und Bremen waren schon Räterepubliken ausgerufen. Die Gefahr eines Bürgerkrieges war Realität.

Dies in einer Situation in der die Versorgung der Bevölkerung miserabel war, Millionen von Soldaten von den Fronten zurückströmten, hunderttausende an der spanischen Grippe starben.
Dazu die zusammenbrechenden staatlichen Systeme als Folge des Zusammenbruches der Monarchie und des verlorenen Krieges.

Bewertungen von Handlungen aus der Sicht der damaligen Situation sollten der Maßstab sein. Ebert ist es gelungen die Lage zu stabilisieren und eine Demokratie aufzubauen. Nicht allein, aber als  Reichspräsident maßgeblich.
Damals gab es noch keine NSDAP und wäre Ebert nicht 1925 gestorben und er anstelle Hindenburg Reichspräsident geblieben,wer weiß, wie die Geschichte weitergegangen wäre.
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Hawischer, ich bewundere deine Fähigkeit die Hälfte der Wahrheit zu benennen und die andere Hälfte ganz locker weg zu lassen. Mut zur Lücke! Großartig!
Und ich muss mir von Werner anhören irgendetwas "wegzulassen".
Ein schönes Zusammenspiel des reaktionären Meisters hawischer, flankiert vom hilfskonservativen Werner!
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Hawischer, ich bewundere deine Fähigkeit die Hälfte der Wahrheit zu benennen und die andere Hälfte ganz locker weg zu lassen. Mut zur Lücke! Großartig!
Und ich muss mir von Werner anhören irgendetwas "wegzulassen".
Ein schönes Zusammenspiel des reaktionären Meisters hawischer, flankiert vom hilfskonservativen Werner!
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FrankenAdler schrieb:

Hawischer, ich bewundere deine Fähigkeit die Hälfte der Wahrheit zu benennen und die andere Hälfte ganz locker weg zu lassen. Mut zur Lücke! Großartig!


Auch wenn ich wahrlich kein Freund vieler seiner Überzeugungen bin, fairerweise war dein Einstieg nun auch kein Beispiel differenzierter Betrachtung.

Als Grundlage sollte man mindestens festhalten, dass keine Seite irgendwelche Hemmungen hatte Gewalt als Mittel zur Durchsetzung eigener Überzeugung einzusetzen.

Hätten Luxemburg und Liebknecht mit ihren Plänen für einen Bürgerkrieg Erfolg gehabt, wäre die Marinedivision bereit und willig gewesen diesen zu unterstützen, wäre vielleicht Eberts Leiche im Landwehrkanal gelandet.
Aber auf jeden Fall hätte es einige Leichen gegeben.

Das waren alle keine pazifistischen Engel. Dafür war es aber auch nicht die Zeit und entsprechend muss man die Handlungen auch bewerten. Im Guten, wie im Schlechten.

Und das Wichtigste daran ist, dass man daraus lernt.
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Hawischer, ich bewundere deine Fähigkeit die Hälfte der Wahrheit zu benennen und die andere Hälfte ganz locker weg zu lassen. Mut zur Lücke! Großartig!
Und ich muss mir von Werner anhören irgendetwas "wegzulassen".
Ein schönes Zusammenspiel des reaktionären Meisters hawischer, flankiert vom hilfskonservativen Werner!
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Schade, nimm es mir nicht übel, wenn ich die Diskussion hier nicht fortsetze. Es geht offenbar nicht ohne Bewertungen der diskutierenden Personen.
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FrankenAdler schrieb:

Hawischer, ich bewundere deine Fähigkeit die Hälfte der Wahrheit zu benennen und die andere Hälfte ganz locker weg zu lassen. Mut zur Lücke! Großartig!


Auch wenn ich wahrlich kein Freund vieler seiner Überzeugungen bin, fairerweise war dein Einstieg nun auch kein Beispiel differenzierter Betrachtung.

Als Grundlage sollte man mindestens festhalten, dass keine Seite irgendwelche Hemmungen hatte Gewalt als Mittel zur Durchsetzung eigener Überzeugung einzusetzen.

Hätten Luxemburg und Liebknecht mit ihren Plänen für einen Bürgerkrieg Erfolg gehabt, wäre die Marinedivision bereit und willig gewesen diesen zu unterstützen, wäre vielleicht Eberts Leiche im Landwehrkanal gelandet.
Aber auf jeden Fall hätte es einige Leichen gegeben.

Das waren alle keine pazifistischen Engel. Dafür war es aber auch nicht die Zeit und entsprechend muss man die Handlungen auch bewerten. Im Guten, wie im Schlechten.

Und das Wichtigste daran ist, dass man daraus lernt.
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SemperFi schrieb:


Das waren alle keine pazifistischen Engel. Dafür war es aber auch nicht die Zeit und entsprechend muss man die Handlungen auch bewerten. Im Guten, wie im Schlechten.

Das ist unbestritten.
Hawischer hat ja das Hellfeld gewürdigt, ich habe ergänzt was das Dunkelfeld ausmacht. Hätte ich dann nochmal alles wiederholen sollen?
Und impliziert eine kritische Bemerkung dazu, dass Ebert mit revanschistischen Monarchisten und rechtsradikalen Freikorps zusammengearbeitet hat tatsächlich, dass man die Rolle der Kommunisten unterschlägt, wie Werner eingeworfen hat?
Ich denke man kann sich der Person Ebert auf unterschiedliche Weise nähern und darüber eine gute Diskussion über das Bedingungsgegüge führen, in dem Eberts Handlungen stattgefunden haben.
Keine Diskussion kann es mMn darüber geben, dass Eberts und Noskes Umgang mit der oppositionellen Linken und sein paktieren mit der extrem Rechten ein Verbrechen an Demokratie und den Idealen der Sozialdemokratie waren.
Und damit muss Eberts Vorgehen in dieser Radikalität auch als Geburtsfehler der Weimarer Republik benannt werden. Eine Hypothek von der sich die junge Republik niemals erholt hat!
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Was von euch hier zu wenig gewürdigt wird, ist, dass Ebert sich als erster Politiker in Badehosen hat ablichten lassen und das 90 bzw. 95 Jahre vor Instagram und TikTok. Was hätte aus dem Mann in der heutigen Zeit werden können!
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Heute vor 78 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst von den Nazis ermordet.
In diesem Jahr wäre Sophie Scholl 100 Jahre geworden.


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