Eine neue linke Bewegung: "Aufstehen"

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Da wir bislang nur am Rande über Aufstehen geredet haben und seit heute erste Statments zu Zielen und Art der Bewegung online sind, starte ich mal diesen Thread, in der Hoffnung eine gute Diskussion führen zu können - auch um zu verorten wo das ganze hingeht.

Ich selbst habe bereits vor gut 2, 3 Jahren im AfD Thread geschrieben, dass es mMn eine linke populistische Kraft braucht um den Rechten die Straße nicht zu überlassen.
Jetzt gibt es diesen Ansatz und ich bin erstmal verhalten optimistisch.
Und nein, ich bin nicht bereit diesen ganzen Ansatz auf Wagenknecht und Lafontaine oder auf deren hoch diskussionswürdigen Aussagen zur sog. Flüchtlingskrise zu reduzieren. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass das der "Diskussions"ansatz einiger hier sein wird.
Reduzieren auf ein Thema - pasta.
Das ist ja eher AfD Style. Und gerade davon brauchen wir weniger.
Wir brauchen eine laute und breite Bewegung die soziale Themen national wie international wieder in den Vordergrund rückt.
Damit die Rechten nicht länger auf ihrer ein Themen Welle Migration reiten können, damit die Bundesregierung und die Lobbyisten aus Wirtschaft und gesellschaftlicher Elite nicht länger im Kielwasser dieser Welle ihre menschenfeindlich Politik quasi ohne Aufmerksamkeit von außen durchziehen können.
Ich bin gespannt!
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Da wir bislang nur am Rande über Aufstehen geredet haben und seit heute erste Statments zu Zielen und Art der Bewegung online sind, starte ich mal diesen Thread, in der Hoffnung eine gute Diskussion führen zu können - auch um zu verorten wo das ganze hingeht.

Ich selbst habe bereits vor gut 2, 3 Jahren im AfD Thread geschrieben, dass es mMn eine linke populistische Kraft braucht um den Rechten die Straße nicht zu überlassen.
Jetzt gibt es diesen Ansatz und ich bin erstmal verhalten optimistisch.
Und nein, ich bin nicht bereit diesen ganzen Ansatz auf Wagenknecht und Lafontaine oder auf deren hoch diskussionswürdigen Aussagen zur sog. Flüchtlingskrise zu reduzieren. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass das der "Diskussions"ansatz einiger hier sein wird.
Reduzieren auf ein Thema - pasta.
Das ist ja eher AfD Style. Und gerade davon brauchen wir weniger.
Wir brauchen eine laute und breite Bewegung die soziale Themen national wie international wieder in den Vordergrund rückt.
Damit die Rechten nicht länger auf ihrer ein Themen Welle Migration reiten können, damit die Bundesregierung und die Lobbyisten aus Wirtschaft und gesellschaftlicher Elite nicht länger im Kielwasser dieser Welle ihre menschenfeindlich Politik quasi ohne Aufmerksamkeit von außen durchziehen können.
Ich bin gespannt!
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"Keine Politikerin, kein Politiker, keine Partei wird unsere Probleme lösen, wenn wir es nicht selbst tun."

Ich habe mal einen Satz aus "Aufstehen" herausgegriffen. Ich begreife ihn so, dass eine Sammlungsbewegung wie nach dem französischen Vorbild "La France Insoumise" („das unbeugsame Frankreich“) von Herrn Mélenchon auch hierzulande gegründet werden soll.
Diese Bewegung soll was tun?
"Unsere Probleme selbst lösen" Gut, frage mich, wie sie das anstellen will.
Auf die Straße gehen und APO sein? Eine Art normative Kraft des Demonstrierens?
Mit welchen Themen soll der deutsche Bürger auf die Straße gebracht werden?
Schon die Montagsdemos sind einige Zeit nur mit Hilfe der Gewerkschaften am Leben gehalten worden. Jetzt sind sie verschwunden.
Eine Bewegung, die nicht von unten kommt und sich selbst trägt, braucht eine charismatische Führungspersönlickeit. Macron ist so jemand, Mélenchon auch.
Bei uns, Sahra Wagenknecbt?

Im Gegensatz zu Frankreich kann eine Bewegung hier nicht zur Wahl antreten.
Also müsste "Aufstehen" um Probleme wirklich lösen zu können eine Partei werden, oder ein Zusammenfügen von SPD und Linke zu einer Art SED-reloaded, mit etwas Ökologie betreiben?

Die Positionen die ich dem Link entnommen habe, sind m. E. identisch mit denen der Linken. Die Gefahr einer Zersplitterung und nicht einer Zusammenführung ist groß. Die Beharrungskraft der Funktionärsebenen der Parteien ist nicht zu unterschätzen.

Ich habe FrankenAdlers Ball aufgenommenen und um einige Fragen ergänzt.
FrankenAdlers Hoffnung auf eine gute Diskussion teile ich.
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Ich habe mich bei denen angemeldet und bin sehr angetan von dieser Bewegung. Verstärkend hinzu kamen die Personen Lafontaine und Wagenknecht, die ich beide sehr schätze und für äußerst profunde Zeitgenossen halte. Auch ihre Aussagen zur Flüchtlingskrise sind mehr als ok, Ziel sollte immer sein die Bedingungen in den dortigen Ländern zu verbessern statt sie weiter auszubeuten und dann alle, die aufgrund dieser Bedingungen abhauen, aufzunehmen. Ich gehe da total konform. Auch andere Positionen zu Punkten wie Nato, Wirtschaft, Euro, demokratischer Sozialismus usw. sprechen mich total an. Es wurde Zeit, dass diese beiden abseits der Linkspartei, von der ich mittlerweile nicht mehr viel halte, eine Bewegung gründen. Ich bin gespannt und optimistisch!
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Und ja wir brauchen linken Populismus, weil nur so erreichst du die Massen. Durch detaillierte und teils wissenschaftliche Aussagen oder Positionen erreicht man leider nicht die Massen, ist so muss man einfach akzeptieren. Die Aufmerksamkeitsspanne ist eben nicht so hoch, da müssen Stichwörter reingerufen werden und wenigstens bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen.
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Ich kann mir darauf nicht wirklich einen Reim machen. Auf mich wirkt das so ein bisschen wie der Versuch die WASG-Gründung zu wiederholen mit dem Unterschied, dass ich Lafontaine damals abgenommen habe, dass er die SPD aus persönlicher Enttäuschung verlässt und eine wirklich linke Alternative anstrebt.

Eine Partei soll es nicht werden? Oder letztlich schon aber eben für die, die von der bisherigen Politik enttäuscht sind, also eher ein Sammelbecken für diejenigen, die sich nicht repräsentiert fühlen und mit dem aktuell die Medien beherrschenden Rechtspopulismus nichts anfangen können und damit also quasi der Versuch auf derselben Welle zu reiten und die etablierten Politiker und Parteien vor sich her zu treiben - nur halt eben von der anderen Seite des politischen Spektrums aus?

Es klingt ja erst einmal charmant, sich vorzustellen, dass Populismus beider Seiten sich dann vielleicht aufhebt. Aber ich glaube nicht daran. Da wird dann im Zweifel dasselbe Thema von der anderen Seite beackert oder auch ein anderes Thema gefunden. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die komplexen politischen Herausforderungen angegangen werden sondern immer nur stellvertretend eins, was sich mit einfachen Worten emotional überhöhen lässt.

Ja, dürfen sie. Dürfen die Rechten ja auch. Aber mir droht das halt abzugleiten und sich aus dem demokratischen und rechtsstaatlichen Spektrum heraus zu lösen, so wie ja bei der AfD wunderbar zu beobachten ist, wo inzwischen niemand mehr sicher sein kann, ob da die Bürgerlichen und Rechtsstaatstreuen überhaupt noch etwas zu melden haben, oder ob längst die Extremisten den Kurs diktieren und bloß noch ein paar Strohmänner als Tarnung verwenden. Erinnert mich fatal an Weimar. Hoffentlich ist die Gesellschaft gefestigter als damals.
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Man muss irgendwie wieder politisches Bewusstsein schaffen unter den Leuten. Es ist keins mehr da.
Parteien können das nicht. geht nur so.
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Zu der Bewegung #Aufstehen möchte ich nur anmerken, sie wirbt hier um einzelne AnhängerInnen, besonders SozialdemokratInnen, die mit dem aktuellen Kurs ihrer Partei unzufrieden sind und um Menschen, die sich der AfD, warum auch immer und vollkommen unverständlich für mich, zugewandt haben.
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Man muss irgendwie wieder politisches Bewusstsein schaffen unter den Leuten. Es ist keins mehr da.
Parteien können das nicht. geht nur so.
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fromgg schrieb:

Man muss irgendwie wieder politisches Bewusstsein schaffen unter den Leuten. Es ist keins mehr da.
Parteien können das nicht. geht nur so.

Gewiss braucht es politisches Bewusstsein.
Fraglich, ob wir jetzt noch einen linksnationlen Populismus brauchen (Lafontaines "Fremdarbeiter").
A priori je suis contre.
😊

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fromgg schrieb:

Man muss irgendwie wieder politisches Bewusstsein schaffen unter den Leuten. Es ist keins mehr da.
Parteien können das nicht. geht nur so.

Gewiss braucht es politisches Bewusstsein.
Fraglich, ob wir jetzt noch einen linksnationlen Populismus brauchen (Lafontaines "Fremdarbeiter").
A priori je suis contre.
😊

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Mit Verlaub, das ist doch totaler Unsinn. Mit solchen Schlagwörtern wie "linksnational" versucht man bewusst diese Bewegung zu diskreditieren und unbrauchbar zu machen. Dass sie totaler Blödsinn sind, sollte einem beim genaueren Hinsehen eigentlich klar werden.
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Mit Verlaub, das ist doch totaler Unsinn. Mit solchen Schlagwörtern wie "linksnational" versucht man bewusst diese Bewegung zu diskreditieren und unbrauchbar zu machen. Dass sie totaler Blödsinn sind, sollte einem beim genaueren Hinsehen eigentlich klar werden.
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Naja. War klar, dass das kommt!
Wie ich eingangs schon schrieb wird diese Simplifizierung aller Orten zu hören und zu lesen sein. Reduzierung auf leicht erfassbare Details gibt einem ja auch die Möglichkeit sich vor einer eingehenden Auseinsndersetzung mit einem Thema zu drücken.
Und trotzdem spricht Edmund die Hypothek an, mit der das Projekt startet.
Äußerungen solcher Art machen es vor allem den verschreckten Sozialdemokraten und den gemäßigten Linken leicht im schlechtesten Sinne gegen die Bewegung zu polemisieren.
Pfeifen im Walde?
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Der erfolgreiche Kampf der SPD gegen die eigenen Leute ist doch Ursache für derartige Bewegungen. Seit Schröder ( der war soviel Sozi wie Teresa Orlowski Jungfrau ) weiss man wer die sind. Ist ja bereits hinreichend thematisiert.
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Naja. War klar, dass das kommt!
Wie ich eingangs schon schrieb wird diese Simplifizierung aller Orten zu hören und zu lesen sein. Reduzierung auf leicht erfassbare Details gibt einem ja auch die Möglichkeit sich vor einer eingehenden Auseinsndersetzung mit einem Thema zu drücken.
Und trotzdem spricht Edmund die Hypothek an, mit der das Projekt startet.
Äußerungen solcher Art machen es vor allem den verschreckten Sozialdemokraten und den gemäßigten Linken leicht im schlechtesten Sinne gegen die Bewegung zu polemisieren.
Pfeifen im Walde?
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FrankenAdler schrieb:

Und trotzdem spricht Edmund die Hypothek an, mit der das Projekt startet.
Äußerungen solcher Art machen es vor allem den verschreckten Sozialdemokraten und den gemäßigten Linken leicht im schlechtesten Sinne gegen die Bewegung zu polemisieren.
Pfeifen im Walde?        

Dann wäre es doch leicht gewesen den verschreckten Sozis und gemäßigten Linken keine Steilvorlage zu liefern.
Es ist doch deutlich, dass es um Protestwähler der AfD und um Nichtwähler geht. Nur, selbst wenn man sie hätte, wen sollen denn die "Aufgestandenden"
wählen?
Ich habe schon mal darauf hingewiesen. "Aufstehen" sagt, dass die Politiker und die Parteien sich nicht kümmern.

Wem will die Bewegung denn eigentlich Feuer unterm Hintern machen?
Den Linken, Grünen und der SPD um sie zu einer großen linken nationalen (!) Bewegung zusammen zu bringen?
Die soziale Frage lässt sich nur national beantworten. Das predigt Lafontaine und Wagenknecbt seit Jahren. Verklausuliert, aber deutlich.
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FrankenAdler schrieb:

Und trotzdem spricht Edmund die Hypothek an, mit der das Projekt startet.
Äußerungen solcher Art machen es vor allem den verschreckten Sozialdemokraten und den gemäßigten Linken leicht im schlechtesten Sinne gegen die Bewegung zu polemisieren.
Pfeifen im Walde?        

Dann wäre es doch leicht gewesen den verschreckten Sozis und gemäßigten Linken keine Steilvorlage zu liefern.
Es ist doch deutlich, dass es um Protestwähler der AfD und um Nichtwähler geht. Nur, selbst wenn man sie hätte, wen sollen denn die "Aufgestandenden"
wählen?
Ich habe schon mal darauf hingewiesen. "Aufstehen" sagt, dass die Politiker und die Parteien sich nicht kümmern.

Wem will die Bewegung denn eigentlich Feuer unterm Hintern machen?
Den Linken, Grünen und der SPD um sie zu einer großen linken nationalen (!) Bewegung zusammen zu bringen?
Die soziale Frage lässt sich nur national beantworten. Das predigt Lafontaine und Wagenknecbt seit Jahren. Verklausuliert, aber deutlich.
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hawischer schrieb:

Die soziale Frage lässt sich nur national beantworten. Das predigt Lafontaine und Wagenknecbt seit Jahren. Verklausuliert, aber deutlich.



Damit dürften sie auch richtig liegen. Der Nationalstaat bildet die Voraussetzung für einen funktionierenden Sozialstaat und damit auch für soziale Gerechtigkeit. Dementsprechend war der Nationalstaat im Grunde auch eine linke Idee, die in der französischen Revolution geboren wurde.  
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Richtig, der Nationalstaat ist die Grundlage für eine gut funktionierende Demokratie und für den Sozialstaat. Solange wir nicht in einer Art "Weltregierung" leben mit gleichen Gesetzen, Haushalt usw. muss der Nationalstaat gestärkt werden. Und wer ist der Nationalstaat? Du ich mein Nachbar usw. ... - Insofern hat Lafontaine komplett recht wenn er sagt, dass für die Verteidigung linker Werte ein gesunder Nationalstaat unerlässlich ist.

Träumer und Querfrontler aus den Reihen der Linken, Grünen, SPD usw. blicken da nicht durch, weshalb sie reflexartig mit Nationalismus-Vorwürfen um die Ecke kommen. Dabei merken sie nicht, dass sie durch ihr Vorgehen den ideologischen Feinden aus den Reihen der CDU FDP und AfD eigentlich in die Karten spielen.
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Richtig, der Nationalstaat ist die Grundlage für eine gut funktionierende Demokratie und für den Sozialstaat. Solange wir nicht in einer Art "Weltregierung" leben mit gleichen Gesetzen, Haushalt usw. muss der Nationalstaat gestärkt werden. Und wer ist der Nationalstaat? Du ich mein Nachbar usw. ... - Insofern hat Lafontaine komplett recht wenn er sagt, dass für die Verteidigung linker Werte ein gesunder Nationalstaat unerlässlich ist.

Träumer und Querfrontler aus den Reihen der Linken, Grünen, SPD usw. blicken da nicht durch, weshalb sie reflexartig mit Nationalismus-Vorwürfen um die Ecke kommen. Dabei merken sie nicht, dass sie durch ihr Vorgehen den ideologischen Feinden aus den Reihen der CDU FDP und AfD eigentlich in die Karten spielen.
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Die Linken sind in der Frage Internationalismus oder Nationalstaat oder irgendetwas dazwischen zerstritten. Es sind die Pragmatiker, die mehr auf der Schiene des Nationalstaats fahren und die Verfechter der reinen linken Lehre, nach der es immer noch die internationale Solidarität gibt.

Gregor Gysy hat auf dem Leipziger Parteitag der Linken gesagt:

"Er ist eine zentrale Frage. Bekämpfe ich nur Armut in meiner Gesellschaft oder weltweit? Streite ich für Chancengleichheit nur in meiner Gesellschaft oder weltweit? Kann man überhaupt von sozialer Gerechtigkeit sprechen, wenn sie an der eigenen Landesgrenze stoppt? Kann man überhaupt von Chancengleichheit sprechen, wenn sie nur in einem Land gilt? Ist der Internationalismus nicht eine zwingende Voraussetzung, wenn man für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit eintritt? Ich sage euch ganz offen, auch rechte Bewegungen können sich für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit innerhalb einer Nation einsetzen. Aber sie werden das nie über die nationale Grenze hinaus tun. Und deshalb ist die Frage des Internationalismus eine Kernfrage der linken Bewegung.
....
"Ich sehe also die Entwicklung der Linken in Europa und in Deutschland mit Sorge. Wir dürfen uns vom Grundwert des Internationalismus nicht entfernen. Geschähe dies, wäre einer meiner wichtigsten Gründe, bei den Linken zu sein, entfallen."  

Ich sehe  "Aufstehen" mehr als eine linke Bewegung die hauptsächlich auf die nationale  Karte setzt. Wie z.B. auch Corbyn in UK, der ja mit Labour für den Brexit stimmte.

Eine Spaltung der Linken durch "Aufstehen" ist eher zu erwarten als eine Sammlungsbewegung. Ich halte es aber auch für möglich, dass die ganze Akton den ersten Geburtstag nicht überlebt.    
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Hier herrscht ja offenbar über politische Grenzen hinweg recht große Einigkeit, dass es eines Nationalstaates unabdingbar bedarf.

Kann mir das bitte nochmal jemand erklären?
Kann z.B. ein Nationalstaat blühen, wenn jenseits seiner Grenzen Armut - oder jedenfalls ein beträchtlicher Rückstand im Vergleich zu den eigenen Verhältnissen - herrscht?

Was spräche dagegen, vereinheitlichte Standards in Kehl und auf der Gegenseite in Straßburg zu schaffen?
Oder mit den Belelux-Staaten? Nur mal so als bescheidener Anfang.

Warum rufen nun offenbar auch Kräfte links der Mitte nach dem Nationalstaat?
Ich habe sicherheitshalber soeben nochmal nachgesehen: Ich bin noch immer Bürger eines solchen.
Und auch trotz aufmerksamer Verfolgung der Presse habe ich in letzter Zeit auch noch nichts von Plänen zur Abschaffung desselben vernommen.
Ist unserer kaputt? Tut es der nicht mehr? Oder wo liegt das Defizit?

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Hier herrscht ja offenbar über politische Grenzen hinweg recht große Einigkeit, dass es eines Nationalstaates unabdingbar bedarf.

Kann mir das bitte nochmal jemand erklären?
Kann z.B. ein Nationalstaat blühen, wenn jenseits seiner Grenzen Armut - oder jedenfalls ein beträchtlicher Rückstand im Vergleich zu den eigenen Verhältnissen - herrscht?

Was spräche dagegen, vereinheitlichte Standards in Kehl und auf der Gegenseite in Straßburg zu schaffen?
Oder mit den Belelux-Staaten? Nur mal so als bescheidener Anfang.

Warum rufen nun offenbar auch Kräfte links der Mitte nach dem Nationalstaat?
Ich habe sicherheitshalber soeben nochmal nachgesehen: Ich bin noch immer Bürger eines solchen.
Und auch trotz aufmerksamer Verfolgung der Presse habe ich in letzter Zeit auch noch nichts von Plänen zur Abschaffung desselben vernommen.
Ist unserer kaputt? Tut es der nicht mehr? Oder wo liegt das Defizit?

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Misanthrop schrieb:

Warum rufen nun offenbar auch Kräfte links der Mitte nach dem Nationalstaat?


Weil die Linken was gegen die Globalisierung haben, gegen Handelsabkommen wie TTiP, Ceta und Co sind, weil sie darin die Schleifung sozialer Errungenschaften des, na was wohl.. des Nationalstaats sehen.
Weil sie den sogenannten internationalen Finanzkapitalismus bekämpfen und die Konzerne, die ihre Steuern nicht bezahlen wo sie ihr Geld verdienen, na wo wohl.... im Nationalstaat.

"Keine Politikerin, kein Politiker, keine Partei wird unsere Probleme lösen, wenn wir es nicht selbst tun."

Kann mir einer der "Aufstehen"-Unterstützer mal erklären, was das konkret heißt?
"Wir sind das Volk" im Nationalstaat?
Würde arg nach Pegida klingen.
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Misanthrop schrieb:

Warum rufen nun offenbar auch Kräfte links der Mitte nach dem Nationalstaat?


Weil die Linken was gegen die Globalisierung haben, gegen Handelsabkommen wie TTiP, Ceta und Co sind, weil sie darin die Schleifung sozialer Errungenschaften des, na was wohl.. des Nationalstaats sehen.
Weil sie den sogenannten internationalen Finanzkapitalismus bekämpfen und die Konzerne, die ihre Steuern nicht bezahlen wo sie ihr Geld verdienen, na wo wohl.... im Nationalstaat.

"Keine Politikerin, kein Politiker, keine Partei wird unsere Probleme lösen, wenn wir es nicht selbst tun."

Kann mir einer der "Aufstehen"-Unterstützer mal erklären, was das konkret heißt?
"Wir sind das Volk" im Nationalstaat?
Würde arg nach Pegida klingen.
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hawischer schrieb:

Weil die Linken was gegen die Globalisierung haben, gegen Handelsabkommen wie TTiP, Ceta und Co sind, weil sie darin die Schleifung sozialer Errungenschaften des, na was wohl.. des Nationalstaats sehen.

Ist der Grund denn der internationale Handel oder nicht vielmehr die Aushöhlung der Verbraucherrechte (vulgo des kleinen Mannes) und das Schaffen von Schiedsgerichten etc. die die Konzerne den Regeln der beteiligten Staaten und damit ja letztlich den Errungenschaften der Bevölkerung - die jahrzehntelang für Rechte und Repräsentanz gekämpft haben - entzieht?
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hawischer schrieb:

Weil die Linken was gegen die Globalisierung haben, gegen Handelsabkommen wie TTiP, Ceta und Co sind, weil sie darin die Schleifung sozialer Errungenschaften des, na was wohl.. des Nationalstaats sehen.

Ist der Grund denn der internationale Handel oder nicht vielmehr die Aushöhlung der Verbraucherrechte (vulgo des kleinen Mannes) und das Schaffen von Schiedsgerichten etc. die die Konzerne den Regeln der beteiligten Staaten und damit ja letztlich den Errungenschaften der Bevölkerung - die jahrzehntelang für Rechte und Repräsentanz gekämpft haben - entzieht?
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Haliaeetus schrieb:

hawischer schrieb:

Weil die Linken was gegen die Globalisierung haben, gegen Handelsabkommen wie TTiP, Ceta und Co sind, weil sie darin die Schleifung sozialer Errungenschaften des, na was wohl.. des Nationalstaats sehen.

Ist der Grund denn der internationale Handel oder nicht vielmehr die Aushöhlung der Verbraucherrechte (vulgo des kleinen Mannes) und das Schaffen von Schiedsgerichten etc. die die Konzerne den Regeln der beteiligten Staaten und damit ja letztlich den Errungenschaften der Bevölkerung - die jahrzehntelang für Rechte und Repräsentanz gekämpft haben - entzieht?

So ist es. Diese ganzen Handelsabkommen zielen nur darauf ab die Großindustrie und ihre Aktionäre zu stärken, die Staaten zu schwächen. Die Bürger der Länder haben von diesen Abkommen keinerlei Vorteile, auch wenn das fragwürdige Politiker wie z.B. Ex-Kanzlerkanditat Schulz immer wieder behaupten.
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hawischer schrieb:

Weil die Linken was gegen die Globalisierung haben, gegen Handelsabkommen wie TTiP, Ceta und Co sind, weil sie darin die Schleifung sozialer Errungenschaften des, na was wohl.. des Nationalstaats sehen.

Ist der Grund denn der internationale Handel oder nicht vielmehr die Aushöhlung der Verbraucherrechte (vulgo des kleinen Mannes) und das Schaffen von Schiedsgerichten etc. die die Konzerne den Regeln der beteiligten Staaten und damit ja letztlich den Errungenschaften der Bevölkerung - die jahrzehntelang für Rechte und Repräsentanz gekämpft haben - entzieht?
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Mir wäre auch bislang entgangen, dass sich sog. Globalisierungsgegner dafür eingesetzt hätten, dass ihr jeweiliger Nationalstaat sich abschotten oder wenigstens trennscharf in seinem Wirken von anderen Staaten abgrenzen möge.

Und diese Dritte Welt- und Fair Trade-Läden stehen nach meinem Kenntsstand auch nicht für den fairen Handel zwischen dem Ostallgäu und Schleswig ein.

Es könnten demnach wirklich verschiedene Aspekte von Welthandel existieren und eine Unterscheidung könnte sinnvoll sein.


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