Der Bahnhofsfaktor [Marketing und Außendarstellung der Eintracht]

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2 Faktoren prägen m.M. nach diesen "Faktor":
Der sportliche Erfolg ist wohl der entscheidende Faktor, um überregional neue Fans zu gewinnen. Ich bin im Rheinland aufgewachsen und ein Erfolgsfan erster Stunde. Ich liebe und lebe Düsseldorf, einen Bezugspunkt zu Frankfurt hatte ich früher nie. Zu Schulzeiten Anfang der 90er gab es im meiner Stufe viele Eintrachtfans, "überlebt" habe nur ich den sportlichen Niedergang.

Der zweite Faktor ist sicherlich das Erlebnis Stadion und die Fanszene.Ohne die verrückte, geile Zeit Mitte/Ende der 90er (bei mir halt die NRW- Auswärtsspiele) wäre meine Liebe nicht so entfacht und in ner DK geendet. Meine Vita ist sicherlich auf viele 25-30 jährige Nicht-Hessen übertragbar, jedoch wohl auch auf jene Altersgruppe (ebenfalls Erfolgsfans) beschränkt.
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WuerzburgerAdler schrieb:
peter schrieb:
@WuerzburgerAdler

Hält diese Entwicklung an (sportlich und wirtschaftlich seriös), dürfte auch unser TE bald mehr Fans in rotschwarzen Trikots auf den Bahnhöfen der Republik bewundern können.

und da habe ich meine kleinen zweifel. klar ist, dass erfolg sexy macht. aber so richtig verwächst man mit einem verein nur, wenn man das erlebnis "eintracht" auch erleben kann. "sky" wird da nicht ausreichen.

mal ganz persönlich gefragt: was hat dich zur eintracht gebracht und wodurch hat sich diese "verbundenheit" manifestiert?

ich hatte es einfach, mein onkel hat in den 50ern bei der eintracht gekickt und mein vater war regelmäßig im stadion. samstags ab halb vier lief das radio und als ich in dem alter war gegen meine eltern zu rebellieren (und das heftig) hat das nie die eintracht in frage gestellt.

ich kenne da deine persönliche historie nicht und es fällt mir schwer mir vor zu stellen wie jemand der nicht ins exil musste sondern irgendwo anders sozialisiert wurde bei eintracht frankfurt landet.

gerne auch via pn, falls es dir zu persönlich ist.


Meine Antwort auf deine Frage wird vielleicht auch deine Zweifel zerstreuen:

Nur 100 km, was liegt da näher als sich mal ein BL-Spiel anzusehen. Das war 1973. Die Eintracht spielte guten Fußball, und sie hatten Grabi. Es reichte ein einziges Spiel (gegen Köln, 2:1), um mich zum Fan zu machen.

Du siehst: es ist doch irgendwie der Erfolg. Bzw. der attraktive Fußball. Und hier, ca. 100 km weg, ist es so: man möchte ganz gerne zur Eintracht, aber man möchte sich auch nicht verlachen lassen. Und zu den Ohms-Zeiten wurde man verlacht.

Heute nicht mehr. Heute sammelt die Eintracht Sympathiepunkt um Sympathiepunkt, dazu kommen Siege gegen die Großen und guter Fußball. Man fährt wieder ins Waldstadion, und man nimmt seine Söhne / Enkel mit. So entsteht "Fansein". Ungefähr so wie bei dir und deinem Vater. Zumindest da, wo es einem von der Entfernung her eigentlich egal sein könnte.

Nachsatz: was mir bei meinem ersten Waldstadionbesuch ebenso sympathisch war: die Zuschauer waren keine Großkopferten wie bei den Bayern oder Deppen, wie bei den Nürnbergern - sie strahlten bei aller Großstadtmanier irgendwie Lokalkolorit aus. Das hat mir sehr gefallen. Und natürlich das Hessische!    


danke für die antwort.

aber ein teil meiner bedenken bleibt. und zwar der bezüglich der bezahlbarkeit. ich denke auch heute wird es beim stadionbesuch einen jungen und noch nicht geprägten zuschauer wegblasen, bestimmt noch mehr als zu grabi-zeiten. wir spielen einen feinen fußball und die stimmung ist über weite strecken toll, gerade auch von der west. an guten tagen wirklich spektakulär.

aber die zeiten sind vorbei, an denen man sich das erlebnis waldstadion als jugendlicher, ohne steh-dauerkarte, tatsächlich leisten konnte. es gibt einen gewaltigen altersunterschied zwschen der west und der gegentribüne. und auf die west kommst du nicht ohne dauerkarte.

ich habe keine ahnung wie man das verändern könnte. bis auf das bayernspiel, und auch da gab es immer mal noch tageskarten am büdchen, wusste ich in meiner jugend, dass ich mit dm 8,-- am spieltag noch ins stadion komme. und selbst in den frühen 2000ern, vorm umbau, konnte man mit dm 12,-- noch unterrang ungedeckt aufsuchen. und da waren dann die jüngeren, die nicht in g, h, f oder k standen.

ich will das niemandem vorwerfen, diese entwicklung hat wahrscheinlich überall stattgefunden und der ausgangsbeitrag ist (danke, schöner beitrag!) ein guter anlass für gedankenspiele.

was wäre passiert, wenn es sich dein vater nicht hätte leisten können mit dir ins stadion zu gehen? meiner hat mich nie mitgenommen. ich habe von den ersten 20 spielen meines lebens mit sicherheit mindestens 15 gesehen, weil ich unter dem zaun zwischen haupteingang und sportfeld durchgekrabbelt bin. den monetären verlust der eintracht habe ich durch hysterisches anfeuern damals wieder gut gemacht.  

das war als ich 13 oder 14 jahre alt war. meine mutter war immer sehr unangenehmt berührt wenn ich mit völlig versauten klamotten zurück kam. und meine erklärungen waren spektakulär aber leider unglaubwürdig. aber sie sollte ja nicht wissen, dass ich im stadion war. sonst hätte sie ja gefragt woher ich das geld hatte.

ab 15 hatte ich das geld und konnte mir alle heimspiele mit zeitungsaustragen erarbeiten. das ginge heute nicht mehr.

da sehe ich das größte problem heute. wie willst du die kids ins stadion zurückholen, die der eintracht dann über jahrzehnte die treue halte?
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Also ich werf jetzt auch mal was ein.

Ich bin jetzt effektiv seit 2007 Eintracht Fan. Davor hat mich Fußball nich gejuckt, und wenn dann hab ich mit allem möglichen sympathisiert. Da ich gebürtiger Heidelberger bin und in MA gewohnt habe, war ich oft bei den Adlern( Eishockey).

Dort auch gut zu sehen wieviele Waldhof Fans sich im Steher der Adler bewegen, weil einfach erfolgreichere Zeiten waren, als beim SVW.

Ich für meinen Teil, hab lange gebraucht mich für Fußball zu interessieren, und irgendwie kam ich dann zur Eintracht, Teilweise durch Einfluss meines Vaters, der schon in den 70ern im Waldstadion war, teilweise durch die liebe zum Stehplatz und der Stimmung..

Was ich damit sagen will is, das man Fans nich nur durch Erfolge gewinnt, sondern auch durch die "öffentliche Arbeit und das Prestige".

Was hört man denn in den Nachrichten wenn es irgendwelche Komplikationen gab? "die asozialen Frankfurter die immer nur umherziehenn um Leuten auf die Fr.... zu hauen", sowas in der Art jedenfalls.

Achso, und ich finde auch in Heidelberg gibt es seeeehr viele SGE´ler, ich wohn aktuell näher Richtung Sinsheim, da is natürlich alles voll mit Hopp "Fans", aber es gibt erstaunlich viele Adlerträger hier!

Gruß Merlin
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peter schrieb:
WuerzburgerAdler schrieb:
peter schrieb:
@WuerzburgerAdler

Hält diese Entwicklung an (sportlich und wirtschaftlich seriös), dürfte auch unser TE bald mehr Fans in rotschwarzen Trikots auf den Bahnhöfen der Republik bewundern können.

und da habe ich meine kleinen zweifel. klar ist, dass erfolg sexy macht. aber so richtig verwächst man mit einem verein nur, wenn man das erlebnis "eintracht" auch erleben kann. "sky" wird da nicht ausreichen.

mal ganz persönlich gefragt: was hat dich zur eintracht gebracht und wodurch hat sich diese "verbundenheit" manifestiert?

ich hatte es einfach, mein onkel hat in den 50ern bei der eintracht gekickt und mein vater war regelmäßig im stadion. samstags ab halb vier lief das radio und als ich in dem alter war gegen meine eltern zu rebellieren (und das heftig) hat das nie die eintracht in frage gestellt.

ich kenne da deine persönliche historie nicht und es fällt mir schwer mir vor zu stellen wie jemand der nicht ins exil musste sondern irgendwo anders sozialisiert wurde bei eintracht frankfurt landet.

gerne auch via pn, falls es dir zu persönlich ist.


Meine Antwort auf deine Frage wird vielleicht auch deine Zweifel zerstreuen:

Nur 100 km, was liegt da näher als sich mal ein BL-Spiel anzusehen. Das war 1973. Die Eintracht spielte guten Fußball, und sie hatten Grabi. Es reichte ein einziges Spiel (gegen Köln, 2:1), um mich zum Fan zu machen.

Du siehst: es ist doch irgendwie der Erfolg. Bzw. der attraktive Fußball. Und hier, ca. 100 km weg, ist es so: man möchte ganz gerne zur Eintracht, aber man möchte sich auch nicht verlachen lassen. Und zu den Ohms-Zeiten wurde man verlacht.

Heute nicht mehr. Heute sammelt die Eintracht Sympathiepunkt um Sympathiepunkt, dazu kommen Siege gegen die Großen und guter Fußball. Man fährt wieder ins Waldstadion, und man nimmt seine Söhne / Enkel mit. So entsteht "Fansein". Ungefähr so wie bei dir und deinem Vater. Zumindest da, wo es einem von der Entfernung her eigentlich egal sein könnte.

Nachsatz: was mir bei meinem ersten Waldstadionbesuch ebenso sympathisch war: die Zuschauer waren keine Großkopferten wie bei den Bayern oder Deppen, wie bei den Nürnbergern - sie strahlten bei aller Großstadtmanier irgendwie Lokalkolorit aus. Das hat mir sehr gefallen. Und natürlich das Hessische!    


danke für die antwort.

aber ein teil meiner bedenken bleibt. und zwar der bezüglich der bezahlbarkeit. ich denke auch heute wird es beim stadionbesuch einen jungen und noch nicht geprägten zuschauer wegblasen, bestimmt noch mehr als zu grabi-zeiten. wir spielen einen feinen fußball und die stimmung ist über weite strecken toll, gerade auch von der west. an guten tagen wirklich spektakulär.

aber die zeiten sind vorbei, an denen man sich das erlebnis waldstadion als jugendlicher, ohne steh-dauerkarte, tatsächlich leisten konnte. es gibt einen gewaltigen altersunterschied zwschen der west und der gegentribüne. und auf die west kommst du nicht ohne dauerkarte.

ich habe keine ahnung wie man das verändern könnte. bis auf das bayernspiel, und auch da gab es immer mal noch tageskarten am büdchen, wusste ich in meiner jugend, dass ich mit dm 8,-- am spieltag noch ins stadion komme. und selbst in den frühen 2000ern, vorm umbau, konnte man mit dm 12,-- noch unterrang ungedeckt aufsuchen. und da waren dann die jüngeren, die nicht in g, h, f oder k standen.

ich will das niemandem vorwerfen, diese entwicklung hat wahrscheinlich überall stattgefunden und der ausgangsbeitrag ist (danke, schöner beitrag!) ein guter anlass für gedankenspiele.

was wäre passiert, wenn es sich dein vater nicht hätte leisten können mit dir ins stadion zu gehen? meiner hat mich nie mitgenommen. ich habe von den ersten 20 spielen meines lebens mit sicherheit mindestens 15 gesehen, weil ich unter dem zaun zwischen haupteingang und sportfeld durchgekrabbelt bin. den monetären verlust der eintracht habe ich durch hysterisches anfeuern damals wieder gut gemacht.  

das war als ich 13 oder 14 jahre alt war. meine mutter war immer sehr unangenehmt berührt wenn ich mit völlig versauten klamotten zurück kam. und meine erklärungen waren spektakulär aber leider unglaubwürdig. aber sie sollte ja nicht wissen, dass ich im stadion war. sonst hätte sie ja gefragt woher ich das geld hatte.

ab 15 hatte ich das geld und konnte mir alle heimspiele mit zeitungsaustragen erarbeiten. das ginge heute nicht mehr.

da sehe ich das größte problem heute. wie willst du die kids ins stadion zurückholen, die der eintracht dann über jahrzehnte die treue halte?





Da geb ich dir absolut Recht!!
Ich zähle mich mit 22 mal zu den jüngeren, ich hab gegen Hoffenheim, das erste mal für mich im neuen Waldstadion, ne Tageskarte für den Steher erwischt, wie das geht weiß ich net, ich dachte es gäbe dort nur Platz für DK  Inhaber.
Wenn ich könnte wie ich wollte, wär ich warscheinlich jedes Heimspiel da, aber mir als Azubi is die Gegengerade zu Teuer, und die West is voll..

Somit sind einem die Hände gebunden, was bleibt is dann noch die Kneipe!
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Bei mir isses auch eher klassisch: Papa Eintracht-Fan durch und durch, schon als Kleinkind jedes Wochenende auf dem Sportplatz verbracht, erstes Mal Stadion mit ihm, *peng* Hier im Rheingau gibt es Gott sei Dank viele Gleichgesinnte. Auch ein paar Exoten. (HSVler, Stuttgarter, Gladbacher. BVBler, Schalker und Bayern sind mir in Massen noch gar nicht so richtig aufgefallen.) Leider gibt es seit einigen Jahren auch ne steigende Anzahl an 05ern (vor dem ersten Aufstieg gab es quasi keine)- bei mir im Kaff gibt es auch DEN Rheingauer 05er-Fanclub. smile:

Seit ich vorübergehend ins Münsterland-Exil gezogen bin, sind mir zunächst nie andere SGE-Anhänger aufgefallen - das kam dann u.a. durch die tolle Erfindung des Internets, insb. sog. Social Media. Von den Münsteraner Eintracht-Fans hat erstaunlicherweise der größte mir bekannte Teil gar keine familiäre Verbindung zu Frankfurt. Fand ich erstaunlich! Kam wohl u.a. durch Sympathie, weg-vom-Mainstream-Gedanken, ... Ansonsten gibt es noch einen aus Bad Homburg und einen aus Friedberg.

Seit ich meine DK habe, fahre ich ab und mal samstags von Münster direkt ins Stadion und direkt wieder zurück. Ab und an trifft man dann in Hamm oder Hagen welche, spätestens aber in Siegen. Mir geht immer das Herz auf, je mehr es werden, je näher es Richtung Frankfurt geht. Und was gibt es nach einer Fahrt mit lauter bekloppten Uschis schöneres, als nachts noch andere Eintracht-Fans in Hagen oder Hamm zu treffen.

1x habe ich einen Adler auf nem Auto mit Mindener Kennzeichen gesehen, ansonsten noch nie an einem Auto aus der Gegend. In Münster gibt es glaube ich nur zwei die mit Adler rumfahren - mich und einen, der auch aus`m Rheingau kommt. Steht aber auch RÜD drauf und nicht MS.

Fazit: Mein Pulsschlag erhöht sich sowieso immer, wenn ich nen Adler auf`m Auto sehe oder mehr und mehr Anhänger in Bahnhöfen und Zügen. Aber wenn es dann noch Exoten sind, die augenscheinlich erstmal nichts mit Frankfurt zu tun haben, freue ich mich irgendwie ganz besonders, dass diejenigen es irgendwie geschafft haben, an den richtigen Verein zu kommen.

Ich konnte jetzt zwar auch nichts zur Steigerung des Bahnhoffaktors beitragen (Wobei ich Social Media ja i.A. für eine Macht halte.), so aber meine Wahrnehmung dazu ...
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peter schrieb:

da sehe ich das größte problem heute. wie willst du die kids ins stadion zurückholen, die der eintracht dann über jahrzehnte die treue halte?


Das von Dir beschriebene Problem dürften aber fast alle anderen Bundesligavereine auch haben. Ich gebe Dir ja recht, das Erlebnis Stadion ist im Fandasein das wichtigste, aber auch die anderen Vereine dürften ähnliche Probleme haben. Im Gegenteil, gerade durch die Beschränkung auf 26000 Dauerkarten gibt es zumindest die Möglichkeit auch mal ins Stadion zu gehen, wenn auch nicht auf die West. Aber immerhin.
Das die Karten teuer sind ist natürlich ein faktor, aber nicht mehr zu ändern.
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francisco_copado schrieb:
petko schrieb:
dazu noch weiße hoden, wie gegen aachen und die spieler machen was her.


ich glaube da hätten die spieler etwas dagegen  

mal ehrlich: ein anderes trikot bringt sicherlich keinen großen aufschwung in der bekanntheit. und mit sicherheit gibt es dadurch auch nicht mehr eintracht-fans    


sorry,dass ich darauf rumreite. aber es gibt in einem gesamtgefüge nichts, was unwichtig oder weniger wichtig ist. vor allem in der aussendarstellung. wenn das trikot designmässig perfekt wäre, hätte ich eins und würde meinem kleinen neffen eins schenken. so aber nicht. ich will nicht soweit gehen, zu behaupten, dass form gleich inhalt ist. das ist im humanistischen, vom protestantismus geprägten deutschland mit recht schwer zu vertreten. dennoch sind details wichtig. bei diesen details verhalten wir uns provinziell. frankfurt ist aber alles andere. frankfurt steht wie kaum eine andere stadt für modernität.
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peter schrieb:
WuerzburgerAdler schrieb:
peter schrieb:
@WuerzburgerAdler

Hält diese Entwicklung an (sportlich und wirtschaftlich seriös), dürfte auch unser TE bald mehr Fans in rotschwarzen Trikots auf den Bahnhöfen der Republik bewundern können.

und da habe ich meine kleinen zweifel. klar ist, dass erfolg sexy macht. aber so richtig verwächst man mit einem verein nur, wenn man das erlebnis "eintracht" auch erleben kann. "sky" wird da nicht ausreichen.

mal ganz persönlich gefragt: was hat dich zur eintracht gebracht und wodurch hat sich diese "verbundenheit" manifestiert?

ich hatte es einfach, mein onkel hat in den 50ern bei der eintracht gekickt und mein vater war regelmäßig im stadion. samstags ab halb vier lief das radio und als ich in dem alter war gegen meine eltern zu rebellieren (und das heftig) hat das nie die eintracht in frage gestellt.

ich kenne da deine persönliche historie nicht und es fällt mir schwer mir vor zu stellen wie jemand der nicht ins exil musste sondern irgendwo anders sozialisiert wurde bei eintracht frankfurt landet.

gerne auch via pn, falls es dir zu persönlich ist.


Meine Antwort auf deine Frage wird vielleicht auch deine Zweifel zerstreuen:

Nur 100 km, was liegt da näher als sich mal ein BL-Spiel anzusehen. Das war 1973. Die Eintracht spielte guten Fußball, und sie hatten Grabi. Es reichte ein einziges Spiel (gegen Köln, 2:1), um mich zum Fan zu machen.

Du siehst: es ist doch irgendwie der Erfolg. Bzw. der attraktive Fußball. Und hier, ca. 100 km weg, ist es so: man möchte ganz gerne zur Eintracht, aber man möchte sich auch nicht verlachen lassen. Und zu den Ohms-Zeiten wurde man verlacht.

Heute nicht mehr. Heute sammelt die Eintracht Sympathiepunkt um Sympathiepunkt, dazu kommen Siege gegen die Großen und guter Fußball. Man fährt wieder ins Waldstadion, und man nimmt seine Söhne / Enkel mit. So entsteht "Fansein". Ungefähr so wie bei dir und deinem Vater. Zumindest da, wo es einem von der Entfernung her eigentlich egal sein könnte.

Nachsatz: was mir bei meinem ersten Waldstadionbesuch ebenso sympathisch war: die Zuschauer waren keine Großkopferten wie bei den Bayern oder Deppen, wie bei den Nürnbergern - sie strahlten bei aller Großstadtmanier irgendwie Lokalkolorit aus. Das hat mir sehr gefallen. Und natürlich das Hessische!    


danke für die antwort.

aber ein teil meiner bedenken bleibt. und zwar der bezüglich der bezahlbarkeit. ich denke auch heute wird es beim stadionbesuch einen jungen und noch nicht geprägten zuschauer wegblasen, bestimmt noch mehr als zu grabi-zeiten. wir spielen einen feinen fußball und die stimmung ist über weite strecken toll, gerade auch von der west. an guten tagen wirklich spektakulär.

aber die zeiten sind vorbei, an denen man sich das erlebnis waldstadion als jugendlicher, ohne steh-dauerkarte, tatsächlich leisten konnte. es gibt einen gewaltigen altersunterschied zwschen der west und der gegentribüne. und auf die west kommst du nicht ohne dauerkarte.

ich habe keine ahnung wie man das verändern könnte. bis auf das bayernspiel, und auch da gab es immer mal noch tageskarten am büdchen, wusste ich in meiner jugend, dass ich mit dm 8,-- am spieltag noch ins stadion komme. und selbst in den frühen 2000ern, vorm umbau, konnte man mit dm 12,-- noch unterrang ungedeckt aufsuchen. und da waren dann die jüngeren, die nicht in g, h, f oder k standen.

ich will das niemandem vorwerfen, diese entwicklung hat wahrscheinlich überall stattgefunden und der ausgangsbeitrag ist (danke, schöner beitrag!) ein guter anlass für gedankenspiele.

was wäre passiert, wenn es sich dein vater nicht hätte leisten können mit dir ins stadion zu gehen? meiner hat mich nie mitgenommen. ich habe von den ersten 20 spielen meines lebens mit sicherheit mindestens 15 gesehen, weil ich unter dem zaun zwischen haupteingang und sportfeld durchgekrabbelt bin. den monetären verlust der eintracht habe ich durch hysterisches anfeuern damals wieder gut gemacht.  

das war als ich 13 oder 14 jahre alt war. meine mutter war immer sehr unangenehmt berührt wenn ich mit völlig versauten klamotten zurück kam. und meine erklärungen waren spektakulär aber leider unglaubwürdig. aber sie sollte ja nicht wissen, dass ich im stadion war. sonst hätte sie ja gefragt woher ich das geld hatte.

ab 15 hatte ich das geld und konnte mir alle heimspiele mit zeitungsaustragen erarbeiten. das ginge heute nicht mehr.

da sehe ich das größte problem heute. wie willst du die kids ins stadion zurückholen, die der eintracht dann über jahrzehnte die treue halte?





Schöne Geschichte-irgendwie finde ich mich wieder.
Die ganze Kindheit wurde bei mir von Eintracht bestimmt und damit woher das Geld nehmen für die "13" von Höchst zum Hauptbahnhof und danach zum Sportfeld.War man erstmal am Stadion fand sich schon ein Weg ins weite Rund. Die 20 Pfennig für die Abendpost/Nachtausgabe nach Spielende -die einer der Schreihälse im Hauptbahnhof-nach Manier von "Bananen Schorsch" anbot-war dann das nächste Problem.
Mit einer Aramark-Cola konnte man damals den ganzen Tag bestreiten-einschl.Eintrittskarte für Kids.
Naja-mittlerweile habe ich bestimmt einen Kleinwagen zur Eintracht getragen.
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ich sag mal es liegt am demographischen faktor in hessen.
NRW, RP und auch Bayern haben deutlich mehr einwohner.
zusätzlich sind Kasselaner und auch Darmstädter traditionell gesehen auch deutlich weniger mit der eintracht verwurzelt. Wiesbaden liegt zu nah an Mainz.
Und Gießen, tja Gießen ... und das wars doch im Grunde dann auch schon mit großen Städten in Hessen ... und wenn man dann
92 den Titel vergeigt und das ganze Dreckige Dutzend, was damals im Anschluss den Verein ruinierte (Ohms seine Nuttenparties,Osram der die Uhren hat anders ticken lassen, Aufsichtsrat)zusätzlich am Bein hat, hat das in hessen bei vielen sympathiepunkte gekostet.
Warum wird ein Grabi oder Holz (die sich ja wohl auch nicht wirjlich gut verstanden haben)seltener bei Spielen der Nationalmanschaft als Gast eingeladen? Weil die nie wirklich international wie Netzer und co spielten und außer dem UEFA Cup auch nie etwas internationales gerissen haben. wm und em haben ein beckenbauer halt auch gespielt, zusätzlich zu den nationalen und internationalen vereinstiteln.
Schaut man dann nocheinmal auf die letzten Jahre zurück, so bin ich der Meinung, dass wir jetzt erst anfangen ein international bedeutsamer Verein zu werden. Weil das erste mal in der Vereinsgeschichte wirkliche Kontinuität und Seriösität einzug gehalten haben, alles davor war im grunde Provinzfußball, Vetternwirtschaft und Vereinsmeierei. Wer will solch einen Verein sponsorn? Wer außer hartgesottene und Frankfurter kaufen sich von solch einem verein Trikots?
Wehren tu ich mich ganz entschieden zum Ausdruck graue Maus. Sowas ist Bochum oder Wattenscheid. Aber nicht Frankfurt. Und das wir auf dem Weg zur Bedeutungslosigeit sind hat die Mannschaft ja erfolgreich gegen Dortmund gezeigt!
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Hessi schrieb:
Und das wir auf dem Weg zur Bedeutungslosigeit sind hat die Mannschaft ja erfolgreich gegen Dortmund gezeigt!


sorry doppelpost aber so soll es heisen:
Und das wir eben nicht auf dem Weg zur Bedeutungslosigeit sind hat die Mannschaft ja erfolgreich gegen Dortmund gezeigt!
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sgevolker schrieb:
Persönlich habe ich eher die klassische Eintrachtkarierre hinter mir. Frankfurter, Vater Eintracht Fan, Stadionbesuch, Peng.....Mitte der 90ziger waren wir mausetot, ich wage zu behaupten, dass wir ohne die Ultrabewegung nicht mehr Bundesliga spielen würde...  es gab mal eine klasse Plakataktion in Frankfurt, warum macht man das nicht in anderen hessichen Städten?


Mal einige Aussagen herausgepickt, auf die ich näher eingehen will (den Rest unterstütze ich auch):

Bei mir haben auch Vater und Großvater die "Lunte gelegt", als ich mit Ihnen als 10-jähriger Bub in Nordhessen der samstagnachmittäglichen Radiokonferenz gelauscht habe. Danach folgten diverse Busreisen zu Heimspielen, die damals noch von ortsansässigen Sportvereinen organisiert wurden (gemischte Fans; vorzugsweise zu Spielen gegen Bayern, Gladbach, HSV und Schalke). Während meiner Schulzeit ebenfalls gemischte Lager. Was für ein Erlebnis für mich, als im UEFA-Cup 4 deutsche Mannschaften im Halbfinale standen...wochenlange Diskussionen auf dem Pausenhof mit den dazugehörigen (harmlosen) Schmähungen und dem bekannten guten Ende.

Wer damals schon Fan war, den hat auch die "schlechte" Zeit nicht davon abgebracht, Fan zu bleiben. Die sich seinerzeit entwickelnde Ultra-Bewegung hat dafür gesorgt, das die Fanzahl sich mehrte und stabilisierte; vorwiegend jedoch naturgemäß nur im engsten (räumlichen) Frankfurter Umfeld.

Was fehlt, sind m.E. auch neue Aktionen in Hessen ausserhalb Frankfurts, wie die seinerzeitigen Plakataktionen. Frankfurt war als "Fan" für mich neben dem Fußball immer auch geprägt von Phantasie und Humor. Daher wünschte ich mir mehr Engagement in dieser Richtung.
Die UF kann das, in friedlicher Weise, neben dem "Oppa" (s.o.) für junge "Neufans" übernehmen mit gewaltfreien fantasievollen Choreos und ähnlichen Aktionen (auch die "Älteren" unter den Fans honorieren deren Engagement, zumal hierdurch auch jugendlicher Übermut in einer gewissen Weise gebündelt wird und "gefährliche" Aktionen einzelner minimiert werden können).
Desweiteren wünsche ich mir mehr Zusammenarbeit der Vereinsführung auch mit prominenten Eintracht-Fans, wie sie z.B. mit Henni Nachtsheim schon funktioniert (obwohl ich mir hier noch mehr vorstellen könnte   ).

Auch die große und vielfältige Zahl der Mitglieder in diesem Forum sowie das zumeist hohe Niveau der Beiträge [wie der Threaderöffner mit seinem ersten (!) Beitrag beweist!]
spricht für ein derartiges Vorgehen (Phantasie und Humor).
Dieses und die derzeit positive Aussendarstellung des Vereins (zu dem auch die schon "bekehrten" Fans beitragen müssen) könnten neue Fans auch im Umland generieren und den "Bahnhofsfaktor" in den Hintergrund treten lassen!

Künftige sportliche Erfolge dürfen  natürlich auch dazukommen  ,-) .

Übrigens, wer von Euch noch Kinder im bekehrungsfähigen Alter hat: heute abend um 22:45 kommt im Hessen-Fernsehen HR eine Sendung "Die schönsten Fußballspiele der Hessen". Da dürfte für den "werdenden" Fan einiges dabei sein....


Tolle Diskussion hier!

Bernd
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Schaedelharry63 schrieb:

heute abend um 22:45 kommt im Hessen-Fernsehen HR eine Sendung "Die schönsten Fußballspiele der Hessen".

Danke für die Info, sieht gut aus.
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Hier in der region Mittelfranken/Oberfranken/Oberpfalz gibts aber auch einige Eintrachtanhänger, und das 250km weg von Frankfurt. Wenn ich mitm Zug an einem Heimspieltag nach Frankfurt fahre, sind schon allein in unserem kleinen Kaff immer mindestens noch 2 bis 4 andere außer mir, die in den Zug Richtung Nürnberg steigen. Und von Nürnberg aus werden es dann in den Zügen nach Frankfurt schon dutzende daraus. Also zieht die Eintracht selbst in FCN und Bayern verseuchtem Gebiet einige an. Wobei die bei uns einsteigen ausschließlich U40 sind, keine älteren Semester.

Ich werde hier immer mit großen Augen angesehen, wenn ich sage ich bin Eintrachtfan, wobei es bei mir definitiv vom Vater vererbt wurde. Dieser war lt. seinen Aussagen seit mitte der 50er Jahre Eintrachtfan, also noch bevor die erste Meisterschaft anstand. Außerdem, wäre ich Bayernfan geworden, wäre ich mit Sicherheit erst enterbt, und anschließend aus dem Hause gejagt worden ,-)

Den Bahnhofsfaktor kenne ich aber sogar umgekehrt. Dazu muss ich ein wenig ausholen. Mein Bester Kumpel war in seinen frühesten Jahren Clubfan. Gut mit 6 bis 10 Jahren denkt man da vielleicht nicht so drüber nach Irgendwie hatte er es wohl dann mal satt, von den anderen Kiddies verspottet zu werden, also entschloß er sich von nun an Bayernfan zu werden. Naja was soll man dazu sagen, Erfolgsfan par excellence.... Ich konnte ihn damals schon nimmer für voll nehmen, ich hätte niemals den Verein gewechselt. Dies war er bis zu seinem 29ten Lebensjahr. Dann hatten sich unsere Wege aufgrund seines Umzuges, Arbeit usw für ungefähr ein Jahr getrennt. Eines Tages plötzlich ein Anruf. Ob ich denn Lust hätte mit ihm nach München zu fahren, mal wieder Fußball anschauen. Ich sagte nur, sag mal bist du noch ganz sauber??? Ich trag doch dem FCBäh keinen müden Cent hinterher. Wieso FCBäh? Er sei doch jetzt seit einem halben Jahr 60er Fan. Aha, ahja, soso, wieso denn das??
Na und dann kam die Erklärung die ich so irgendwie verstehen kann. Er meinte die Bayern sind nicht mehr das was sie mal waren. Völlig abgehoben, fern von den Fans, keine Rückendeckung des Vereins mehr für die Fans usw. Und das alles gefalle ihm bei den 60ern viel besser. Alles sei viel familiärer, überschaubarer, und der zusammenhalt unter den Fans einfach größer, kurz, rundumwohlfühlatmosphäre...
Ich fragte dann noch ob er es nicht vermisse, jedes Jahr die Meisterschaft zu feiern usw. Er sagte nur, darum gehe es ihm nicht mehr, außerdem muss ich ihn als Eintrachtler da ja am besten verstehen, das dies nicht das wichtigste sei.
Naja darauf fiel mir auch nix mehr ein. Er leidet jetzt als 60er so, wie wir vor 10, 12 Jahren

Kurzum, auch wenn man soviel Erfolg hat und Anhänger wie Bayern, Schalke und BVB, nicht jedem gefällt das, nicht jedem liegt das. Wir sollten uns in kleinen Schritten verbessern.
Stimmt schon was HG sagte, früher biste in Wald gefahren kurzentschlossen, und hast jederzeit ne Karte bekommen. Und jetzt musste schon teilweise Monatelang vorausplanen.
Nicht das ich gegen unseren "Erfolg" die letzten Jahre was hätte, aber naja ich bin zwiegespalten, wenn ihr wisst was ich meine.
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Also ich habe da ganz andere Erfahrungen gemacht.
Ich bin aus Meiningen(Südthüringen) und hier gibt es viele Eintracht Fans.Ich war im Sommer Kicken da kam ein 13 jähriger Junge an und sah mein Korkmaz Trikot und sagte das er das selbe vom Ochs hat und gleich seine ganzen kumpels kommen die auch Eintracht Fans sind dann zeigte er mir eine Stelle an der Bande wo er mit Edding SGE hingetackt hat.Dann kamen wirklich 6-7 jungs 13-15 jahre und sagten alle "Eintracht jawoll"einer hatte sogar ein Trikot an.Und das ganze fast 250 KM entfernt!Ich bin mir sicher die Jungs landen irgendwann im Waldstadion!bei den meisten älteren ist einfach das problem das es hier sehr schlecht ist an gute karten ran zu kommen  um wirklich mal ins stadion zu kommen dort merch zu kaufen und die Eintracht zu repräsentiern!von hier aus ist es einfacher in münchen nürnberg bremen oder so stehplatz karten zu bekommen,bei der eintracht ist es aber bei guten spielen extren schwierig oder teuer und das ist das doofe warum so wenige auch nicht ins waldstadion fahren von hier aus.ein fan club wäre zum beispiel vielleicht ein riesen anreiz für einige.
hier laufen keine 100 mann im sge trikot durch die gegend aber es gibt sicherlich so viele anhänger die sie im herzen tragen!und das find ich ist wichtiger!
dann war ich in münchen zum freundschaftsspiel Deutschland gegen Argentinien.Ich hatte ein Eintracht Sitz kissen dabei und trug es so hinter mir her.zwei jungs haben es gesehen und haben sofort schwarz weiss wie schnee angestimmt und wir hatten ein paar minuten riesen spass und hatten uns vereint gefühlt in münchen bei nem deutschland spiel!!!!und die 2 jungs waren auch nicht aus hessen!als ich vor 3 jahren in ungarn im urlaub war und mein trikot anhatte und am strand lang ging saß eine familie aus berlin auf einer decke und lud mich auf ein bier ein weil sie mein trikot sahen.und alle 4 ebenfalls eintracht anhänger waren!!!

was ich damit sagen will in ganz deutschland wirklich überall sind WIR verstreut!nicht in ausmaßen wie bayern dormund etc... aber immerhin mehr als wolfsburg hannover stuttgart etc. davon kenn ich nicht einen fan!wir sehen nicht alle gleich aus ,auch nicht jeder hat ein trikot oder sonstiges merch was die unterschiedlichsten gründe hat!aber wir haben alle eins gemeinsam!wir tragen den adler im herzen!und das zählt!!!und nicht wieviel merch die Ag verkauft! und eins ist sicher!die eintracht gehört zu den top 5 wenns um wahre fans und nicht um erfolgs oder kommerz fans geht!Und das ist auf lange sicht 1000000 mal besser als 10 millionen fans aber bleibt der erfolg aus sind 2/3 weg.
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Also, es gibt schon noch Möglichkeiten, mehr überregionale Fans anzulocken.

Ich würde bei Spielen wie H96, Hoffenheim oder WOB die Ostkurve, die oft unbesetzt ist, mal vollmachen mit Kindern (6-12 Jahren), die mit ihren Fußballvereinen kommen. Wird vereinzelt schon gemacht, aber ich würde da locker mal einen Teil der ganzen Ostkurve füllen. Das kostet nicht wirklich was, weil die Plätze bei den beiden Spielen oft leerbleiben und kann aber die Grundlage für zahlreiche Fanbindungen legen.

Da würde ich ausschließlich Fußballvereine nehmen, die aus dem Raum Lahn-Dill-Kreis, Gebiet Fulda, Schwalm-Eder-Kreis, Marburg-Biedenkopf, usw. kommen. Hier besteht noch echtes Potential.

Zudem würde ich versuchen, den Kasseler Raum und Eschwege noch zu erschließen. Die sind zwar auch Hessen, aber hängen irgendwie doch am Hintern der Welt. Außer dem KSV haben die keinen Fußballverein, nur die Huskies.

Hier ist die Zugverbindung das Problem bzw. dass die Anfahrt aus dem Raum nicht im Ticket drin ist. Der RMV ist zwar großzügig, aber ideal wäre ein NVV-Übergang noch mit dazu zu holen, um alles, was nördlich von Treysa liegt mit dazuzunehmen.
Die Fahrt dauert von KS bis FFM genau 2 Stunden.
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StullenAndi schrieb:
2 Faktoren prägen m.M. nach diesen "Faktor":
Der sportliche Erfolg ist wohl der entscheidende Faktor, um überregional neue Fans zu gewinnen. Ich bin im Rheinland aufgewachsen und ein Erfolgsfan erster Stunde. Ich liebe und lebe Düsseldorf, einen Bezugspunkt zu Frankfurt hatte ich früher nie. Zu Schulzeiten Anfang der 90er gab es im meiner Stufe viele Eintrachtfans, "überlebt" habe nur ich den sportlichen Niedergang.

Der zweite Faktor ist sicherlich das Erlebnis Stadion und die Fanszene.Ohne die verrückte, geile Zeit Mitte/Ende der 90er (bei mir halt die NRW- Auswärtsspiele) wäre meine Liebe nicht so entfacht und in ner DK geendet. Meine Vita ist sicherlich auf viele 25-30 jährige Nicht-Hessen übertragbar, jedoch wohl auch auf jene Altersgruppe (ebenfalls Erfolgsfans) beschränkt.



Aus meiner Sicht sind es die beiden von dir oben genannten (sportlicher Erfog  und Stadionerlebnis) und noch ein Dritter und das ist derjenige der Entfernung vom Wohnort zum Stadion verbunden mit der Konkurrenz, also wieviele andere Vereine in ähnlicher oder näherer Entefernung sind.

Ich wohne im Siegerland (also NRW) und habe es nach Frankfurt, Köln, Dortmund, Schalke, Leverkusen und Bochum ungefähr gleich weit. Die meisten hier sind also Köln, Schalke, Dortmund oder Bayern Fan. Dazu eben auch noch einige "alte" Gladbach-Fans samt deren Nachwuchs.

Als ich im Grundschulalter war und mir einen Lieblingsverein ausgesucht habe, habe ich mich für die Eintracht entschieden, weil ich in Frankfurt geboren bin, weil mein Vater damals da seine erste Stelle hatte. Ich habe dort aber weniger als 2 Jahre gelebt und somit keine Frankfurter Kindheitserinnerung. Ich fühle mich auch eigentlich nicht als Hesse, weil ich dann auch nicht weiter in Hessen aufgewachsen bin. Aber aufgrund meines (zufälligen) Geburtsortes bin ich seit dieser Entscheidung Frankfurtfan. Das muss in den 70er Jahren gewesen sein.  

Bei den meisten, ist es der Erfolg des Vereins und irgendwie eine Form der Verbundenheit:

z. B.: Hesse - also Frankfurt, oder:        
Thüringer, - (Mist kein Erstliga-Verein) also dann mal sehen, ok. Frankfurt ist noch relativ nahe und sympathisch und spielt guten Fußball - also Frankfurt.

Aber als NRW-ler, wie sollte der auf Frankfurt kommen, wenn er nicht zufällig da geboren ist? Als Franke, wenn man Nürnberg nicht mag, und ggf. Bayern auch nicht, bleibt als nächstes eigentlich nur Frankfurt.

Erstmal ist das Lokale entscheidend, dann welcher Verein sympathisch ist und erfolgreich ist. Wer mag schon immer bei dem Looserverein sein, wenn er "freie" Auswahl hat.  

Und nachhaltig wirkt da nicht nur ein einzelnes Jahr, sondern eine Serie von mehreren erfolgreichen Jahren. Und die hatten wir sehr selten.  
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eintrachtfrankfurt2005 schrieb:
Also, es gibt schon noch Möglichkeiten, mehr überregionale Fans anzulocken.

Ich würde bei Spielen wie H96, Hoffenheim oder WOB die Ostkurve, die oft unbesetzt ist, mal vollmachen mit Kindern (6-12 Jahren), die mit ihren Fußballvereinen kommen. Wird vereinzelt schon gemacht, aber ich würde da locker mal einen Teil der ganzen Ostkurve füllen. Das kostet nicht wirklich was, weil die Plätze bei den beiden Spielen oft leerbleiben und kann aber die Grundlage für zahlreiche Fanbindungen legen.

Da würde ich ausschließlich Fußballvereine nehmen, die aus dem Raum Lahn-Dill-Kreis, Gebiet Fulda, Schwalm-Eder-Kreis, Marburg-Biedenkopf, usw. kommen. Hier besteht noch echtes Potential.

Zudem würde ich versuchen, den Kasseler Raum und Eschwege noch zu erschließen. Die sind zwar auch Hessen, aber hängen irgendwie doch am Hintern der Welt. Außer dem KSV haben die keinen Fußballverein, nur die Huskies.

Hier ist die Zugverbindung das Problem bzw. dass die Anfahrt aus dem Raum nicht im Ticket drin ist. Der RMV ist zwar großzügig, aber ideal wäre ein NVV-Übergang noch mit dazu zu holen, um alles, was nördlich von Treysa liegt mit dazuzunehmen.
Die Fahrt dauert von KS bis FFM genau 2 Stunden.



NVV ist doch komplett mit drin!
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sgevolker schrieb:
peter schrieb:

da sehe ich das größte problem heute. wie willst du die kids ins stadion zurückholen, die der eintracht dann über jahrzehnte die treue halte?


Das von Dir beschriebene Problem dürften aber fast alle anderen Bundesligavereine auch haben. Ich gebe Dir ja recht, das Erlebnis Stadion ist im Fandasein das wichtigste, aber auch die anderen Vereine dürften ähnliche Probleme haben. Im Gegenteil, gerade durch die Beschränkung auf 26000 Dauerkarten gibt es zumindest die Möglichkeit auch mal ins Stadion zu gehen, wenn auch nicht auf die West. Aber immerhin.
Das die Karten teuer sind ist natürlich ein faktor, aber nicht mehr zu ändern.


das problem gibt es bestimmt bei vielen vereinen. und, das schreibe ich ja auch, keine ahnung wie man das beheben kann. aber wenn ich heute wieder 14 jahre alt wäre und meine eltern mich nicht unterstützen könnten oder wollten, dann wäre es schwierig die "faszination eintracht" live zu erleben.

nicht jeder bekommt in seiner familie den "kick" den ich bekommen habe und ohne ins stadion zu gehen, in meiner jugend, wäre ich heute wahrscheinlich nicht der eintracht-junkie der ich bin. auch wenn ich heute nur noch selten im stadion bin.

die wurzeln werden früher gelegt. und da sind die hürden mittlerweile leider hoch. das ist nicht der eintracht vor zu werfen, das ist andernorts auch so. und in zehn jahren habn wir, was kartenpreise betrifft, englische verhältnisse. da bin ich ziemlich sicher.

einen realisierbaren ausweg sehe ich da nicht. und dann werden die kids fußball fast ausschließlich nur noch aus dem tv kennen. fröhlich macht mich das nicht.
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Ich glaube ein wesentlicher Bestandteil zum Fansein ist neben dem Erfolg auch das "einheimisch" kickende Personal. Sowohl in den Erfolgszeiten waren mit Binz, Bein, Falke, Bindewald und ja damals auch ein Möller Sympathieträger. In der 2 Liga waren immer noch etliche Hessen im Team und gerade damals wurde von Bruchhagen ja auch vermehrt auf deutschsprachige Spieler gesetzt. Ich persönlich freue mich heute immer noch deutlich mehr, wenn ein Kittel anstatt einem z.B. Caio eingewechselt wird. Einheimische Jungs haben zumindest bei mir immer noch einen grösseren Bonus und mein Fanherz schlägt da noch schneller. Denke viele Fussballfans in ganz Deutschland empfinden da ähnlich und haben weniger Sympathie für ein Modell Cottbus damals in der ersten Liga mit 11 Ausländern in der ersten Elf.
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Ich "zerschlage" deinen Bahnhofsfaktor mit nur einem Beispiel. Der Borrusia aus Gladbach. Dieser Verein hat mehr als nur Genug Fans die von auserhalb kommen und ist auch sonst nicht wirklich unbeliebt... trotzdem läuft es nicht.

Und das HB auf dem Geld sitzt finde ich mehr als gut, denn nur weil wir mitleweile Jahr für Jahr ganz oben in der Tabelle stehen(Wirtschaftlich betrachtet smile:, heisst es nicht, das wir so ein Risiko wie Schalke und co. fahren sollten.

HB kann mit Geld umgehen und dafür sollte jeder dankbar sein. Selbst die einkäufe gehen ja mitlerweile (siehe Schorsch)


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