"Typisch Deutsch"

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Mir gehen Aussagen wie

Freecastle_Adler schrieb:
Typisch deutsche Kleinkariertheit.


tierisch auf den Senkel.

Ein blöde Verallgemeinerung, und nebenbei eine Modeerscheinung, sich negativ über das eigene Land / Volk auszulassen.

Ich bin bestimmt kein Nationalist, aber künstlich schlechter machen als andere müssen wir uns auch nicht.
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Ich bin bestimmt auch kein Nationalist, aber mich stören solche aussagen nicht. Und das Deutschland dadurch schlecht gemacht wird finde ich nicht wobei mir das auch egal wäre.
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Stoppdenbus schrieb:
Mir gehen Aussagen wie

Freecastle_Adler schrieb:
Typisch deutsche Kleinkariertheit.


tierisch auf den Senkel.

Ein blöde Verallgemeinerung, und nebenbei eine Modeerscheinung, sich negativ über das eigene Land / Volk auszulassen.

Ich bin bestimmt kein Nationalist, aber künstlich schlechter machen als andere müssen wir uns auch nicht.

Hat irgendjemand den Account vom SDB gehackt?
Willi bist du es?

SDB....guck doch einfach wer die Aussage geschrieben hat....
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pauschalisieren ist nie gut, aber die "typisch deutschen" dinge sind ja meist nicht durch puren zufall "typisch deutsch" geworden oder völlig aus der luft gegriffene eigenschaften.
das hat nix mit "schlecht machen" zu tun. gegen das gütesiegel "made in germany" wehren wir uns ja auch nicht, welches auf so genannte typisch deutsche eigenschaften zurückzuführen ist. deutsche tugenden beim fussball hören wir auch gerne.  
wir sollten uns weder schlechter noch besser als andere machen und dieses ganze typisch was-auch-immer gerede stets mit einem augenzwinkern behandeln.

ps: sätze, die mit "ich bin zwar kein nazi, ABER..." anfangen find ich genauo weil wie sätze, die mit "ich kenne zwar auch korrekte ausländer, ABER..." anfangen. das hat jetzt überhaupt nix mit dir SDB zu tun, fiel mir nur grade ein. diese sätze begleiten mich schon so viele jahre    (ich hab mal keinen eigenen thread dafür aufgemacht)
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Naja, es gibt eben Dinge, die sich in einer Kultur verselbstständigen. Ich hätte da mal ein sehr schönes Beispiel, was typisch m.E. Deutsch ist:
In einer U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn setzen sich alle Leute so weit wie möglich auseinander. Nur wenn kein Platz mehr frei ist, setzt man sich auch mal neben einen Fremden. In anderen Ländern ist das genau andersrum, da setzen sich die Leute erstmal alle zueinander.
Das finde ich eigentlich netter, aber trotzdem habe ich das so verinnerlicht, dass ich mich auch immer von den anderen wegsetze.
Es kann also durchaus so etwas geben wie "typisch deutsch".
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Stört mich nicht. Ich bin aber was politische Korrektheit bzw. deren Nichtanwendung angeht sehr schmerzfrei. Wer zu mir "deutscher Kartoffelkopf" o.ä. sagt erntet nur ein Achselzucken und evtl. noch eine spitze Bemerkung über seine eigene Nationalität. Wer austeilt, muß auch einstecken können...
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 Ich habe gestern im Schweizer Radio ein Interview mit Martin Walser gehört. Er bezeichnete die Entscheidung des Siemens Aufsichtsrats, den ehemaligen Vorstand in Regreß zu nehmen, als typisch deutsch, deutscher am deutschesten. Es gibt also noch Steigerungsmöglichkeiten.

Für manche Menschen gibt es in der  Tat nichts schlimmeres als , als "typisch " D bezeichnet zu werden.

Lustig ist auch wenn man sich fremdschämt für die eigenen Landsleute. ( Mach ich auch manchmal)

Ich halte mich eigentlich auch für typisch deutsch.

Ich bin trotzdem ganz zufrieden mit mir. Möglicherweise weil ich mit dem Begriff nicht per se was negatives verbinde.



Ich finde diesen Fred eigentlich ganz interessant.
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Klischees mit seinen Wahrheiten gibt es immer. Am besten erkennen es immer noch die Auslaender møchte ich annehmen, nachdem ich selbst einer geworden bin
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sich als deutscher über typisch deutsches aufzuregen is doch das deutsch-typischste überhaupt
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yeboah1981 schrieb:

In einer U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn setzen sich alle Leute so weit wie möglich auseinander. Nur wenn kein Platz mehr frei ist, setzt man sich auch mal neben einen Fremden. In anderen Ländern ist das genau andersrum, da setzen sich die Leute erstmal alle zueinander.

Wobei ich persönlich es für eine höflichere Geste halte bei freier Platzwahl erstmal eine gewisse Distanz zu wildfremden Menschen zu halten anstatt mich mit Gewallt neben sie zu hocken/stellen. Jeder Mensch hat sowas wie eine persönliche Distanzgrenze ab der es für ihn unangenehm wird wenn fremde Personen sie unterschreiten, siehe Fahrstuhlsituation. Andere Menschen nicht in diese doch eher unangenehme Situation zu bringen halte ich für selbstverständlich, Leute die das nicht respektieren eher für dreist oder aber einfach für total schmerzfrei  ,-)
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EvilRabbit schrieb:
sich als deutscher über typisch deutsches aufzuregen is doch das deutsch-typischste überhaupt  
Sich als deutscher über deutsche aufzuregen, die sich über typisch deutsches aufregen, ist doch das deutsch-typischste überhaupt.  
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Hesse1979 schrieb:
yeboah1981 schrieb:

In einer U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn setzen sich alle Leute so weit wie möglich auseinander. Nur wenn kein Platz mehr frei ist, setzt man sich auch mal neben einen Fremden. In anderen Ländern ist das genau andersrum, da setzen sich die Leute erstmal alle zueinander.

Wobei ich persönlich es für eine höflichere Geste halte bei freier Platzwahl erstmal eine gewisse Distanz zu wildfremden Menschen zu halten anstatt mich mit Gewallt neben sie zu hocken/stellen. Jeder Mensch hat sowas wie eine persönliche Distanzgrenze ab der es für ihn unangenehm wird wenn fremde Personen sie unterschreiten, siehe Fahrstuhlsituation. Andere Menschen nicht in diese doch eher unangenehme Situation zu bringen halte ich für selbstverständlich, Leute die das nicht respektieren eher für dreist oder aber einfach für total schmerzfrei  ,-)



nicht jeder mensch hat diese distanzgrenze....jeder deutsche mensch!    wobei das u-bahn phänomen in berlin und köln z.b. schon weniger ausgeprägt ist als in frankfurt. ich bin dann aber auch so ein kandidat, der sich da ganz schnell in anderen ländern anpasst und sich mit wildfremden menschen beim u-bahn fahren unterhält und das auch ganz toll findet und sich denkt wie schade, dass das in deutschland nicht genau ist.....und sobald ich wieder hier bin und in die u4 steige, suche ich mir den abgelegensten platz und hoffe, dass mir keiner auf den sack geht  
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EvilRabbit schrieb:
sich als deutscher über typisch deutsches aufzuregen is doch das deutsch-typischste überhaupt  


Die meisten meiner Freunde sind Deutsche. Von daher kann ich nicht sagen, dass ich was gegen Deutsche hätte. Viele "typische Deutsche", die ich kenne, finde ich gar nicht so übel. Das führt dazu, dass ich mich über die außerordentlich negative Bestzung von "typisch deutsch" wundere.

Wären zum Beispiel im Land unseres großen Bruders und Vorbildes völlig undenkbar.
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dawiede schrieb:
Klischees mit seinen Wahrheiten gibt es immer. Am besten erkennen es immer noch die Auslaender møchte ich annehmen,(...)  

Ist das nicht rassistisch? Als Ausländer einer anderen Nation irgendwelche "typischen Eigenschaften zuzuschreiben?
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Stoppdenbus schrieb:
Das führt dazu, dass ich mich über die außerordentlich negative Bestzung von "typisch deutsch" wundere.
Jetzt mach, aber mal einen Punkt. Wer besetzt, das den so negativ? Meistens sind doch diese klischeehaften Eigenschaften sehr ambivalent, also weder gut noch schlecht. Ich finde man kann das einfach mit ein bisschen Selbstironie aufnehmen, und muss sich nicht dafür schämen oder so.
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dawiede schrieb:
Klischees mit seinen Wahrheiten gibt es immer. Am besten erkennen es immer noch die Auslaender møchte ich annehmen, nachdem ich selbst einer geworden bin  
Diese Klischees sind auch notwendig um sich selbst im Vergleich zu anderen zu definieren. Ohne Vorurteile und Verallgemeinerungen wäre eine Sozialisation gar nicht möglich. Wie sollen sich bestimmte Gruppen (Fußballfans sind da ein sehr gutes Beispiel) denn sonst voneinander abgrenzen und eine eigene Identität entwickeln, wenn es nicht andere gibt, die in gewisser Hinsicht anders sind?

Was nicht heißt, dass man nicht reflektieren und alles verallgemeinern soll. Aber man verallgemeinert dennoch ständig - und manchmal sagt man es dann auch mit Bezeichnungen wie "typisch X" oder "typisch Y" . Und das ist auch nicht schlimm, solange man weiß, dass man sich der Verallgemeinerung bewusst ist.
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yeboah1981 schrieb:
In einer U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn setzen sich alle Leute so weit wie möglich auseinander. Nur wenn kein Platz mehr frei ist, setzt man sich auch mal neben einen Fremden. In anderen Ländern ist das genau andersrum, da setzen sich die Leute erstmal alle zueinander.
Das finde ich eigentlich netter, aber trotzdem habe ich das so verinnerlicht, dass ich mich auch immer von den anderen wegsetze.

Außer in Mailand, wo die U-Bahn eh immer so voll ist dass keine Nadel mehr auf den Boden fallen kann und trotzdem noch 10% mehr Leute reinkommen ist mir das noch nie aufgefallen.
Ganz im Gegenteil, in Kanada und den USA ist es so, dass, wenn ca. 6 Leute im Aufzug (für 20 zugelassen) sind, keiner mehr reingeht sondern auf den nächsten gewartet wird.
Typisch Deutsch ist, und zwar positiv, dass die Leute, wenn sie einen Raum (einschließlich Aufzug) betreten, grüßen.
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yeboah1981 schrieb:
Naja, es gibt eben Dinge, die sich in einer Kultur verselbstständigen. Ich hätte da mal ein sehr schönes Beispiel, was typisch m.E. Deutsch ist:
In einer U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn setzen sich alle Leute so weit wie möglich auseinander. Nur wenn kein Platz mehr frei ist, setzt man sich auch mal neben einen Fremden. In anderen Ländern ist das genau andersrum, da setzen sich die Leute erstmal alle zueinander.
Das finde ich eigentlich netter, aber trotzdem habe ich das so verinnerlicht, dass ich mich auch immer von den anderen wegsetze.
Es kann also durchaus so etwas geben wie "typisch deutsch".

Das mit dem "nicht nebeneinander setzen" habe ich in anderen Ländern auch schon gesehen, z.B. bei den Inselbewohnern.
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Stoppdenbus schrieb:
Mir gehen Aussagen wie

Freecastle_Adler schrieb:
Typisch deutsche Kleinkariertheit.


tierisch auf den Senkel.

Ein blöde Verallgemeinerung, und nebenbei eine Modeerscheinung, sich negativ über das eigene Land / Volk auszulassen.

Ich bin bestimmt kein Nationalist, aber künstlich schlechter machen als andere müssen wir uns auch nicht.



Na ja in SA ist das eigentlich ein Kompliment, zumindest ein gewisser Ausdruck der Hochachtung. Zumindest von denen die handwerklich gesehen in den Genuss des typisch deutschen kommen.
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tutzt schrieb:
Ist das nicht rassistisch? Als Ausländer einer anderen Nation irgendwelche "typischen Eigenschaften zuzuschreiben?  


Geht das nicht ein bisschen weit? Ein Klischee ist noch kein Rassismus.
Bin ich Rassist, wenn ich Schotten als sparsam bezeichne?

Warum muss man hierzulande immer gleich mit der Rassismuskeule kommen? Ist das "typisch deutsch" ?


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