ich hab ein Gerücht gehört, das griechische Euro ab 01.06.2012 nur noch 50 Ct. wert sind. Zudem soll die Eule auf dem Euro der Griechen gegen einen Kuckuck ausgetauscht werden.
Inflation durch erarbeitete Lohnsteigerung ist ökonomischer Grundsatz, weil Wachstum. Gelddrucken zur Aufrechterhaltung nicht finanzierbarer Staatsausgaben kaum.
Zur Zeit wird aber doch hier wie in den USA Geld gedruckt. Wachstum ist zum Erliegen gekommen in vielen Staaten. Es wird vermutet, dass man eine Inflation herbeiführen möchte, die eben nicht wachstumsgestützt ist, sondern nur aus der Druckerpresse kommt, die dann die Staatsschulden weginflationieren soll. Das ist ja auch das, was smoke bemängelt. Wird dies funktionieren? Wohin führt uns dieser Weg?
S-G-Eintracht schrieb: Nö. Keynes will, dass Geld nicht sinnlos herumliegt, sondern arbeitet und Leute einstellt. Dadurch wird (unendliches) Wirtschaftswachstum generiert.
Keynes will nicht, dass Geld was noch nicht erarbeitet wurde, geschöpft wird und als "Geschenk" verschickt. Das sehe ich auch als Betrug des Kreditors an.
Und im normalen Ökonomischen System des Sozialstaats, der ein Großteil seiner Steuergelder ja für Aufrechterhaltung der Sozialausgaben erhält, darf und soll Geld ja verteilt werden...Nur muss es erwirtschaftet worden sein.
Alte Schulden durch Wachstum wegzuinflationieren ist ein vollkommen normaler Vorgang und auch die einzige Lösung aus der weltweiten Verschuldung. Tut man das nicht, und alles geht Reihe um pleite würde ja jegliches Guthaben neutralisiert werden und es bleiben die Sachwerte. Private Altersvorsorge passé. Aber das wird nicht passieren, denn bevor das passiert, gibt es einen staatlichen Eingriff und eben genanntes Deficit spending.
Inflation durch erarbeitete Lohnsteigerung ist ökonomischer Grundsatz, weil Wachstum. Gelddrucken zur Aufrechterhaltung nicht finanzierbarer Staatsausgaben kaum.
Mir ist in dieser Diskussion zuviel vom ökonomischen Wachstum die Rede (auch von den Politikern ein immer wieder gern genommenes Argument). Um mal auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Wie kann ein Land wie unseres mit seinen Problemen und Mängeln (die ich teilweise in meinem Posting aufgeführt habe) ein andauerndes, realwirtschaftliches Wachstum generieren?
Da muss an einigen Stellschrauben gedreht werden - und für manche Massnahmen ist es vielleicht schon zu spät.
Auf dich wollte ich eigentlich die Tage eingehen. Solange wollte ich gar nicht hier mitschreiben und nebenher nur halbherzig andere Dinge erledigen.
Ich gebe dir praktisch überall vollkommen Recht und stelle die gleichen Fragen.
Beantworten tue ich sie meist damit, das man weiterhin Strukturen aufbrechen muss, die nichts taugen und allgemein einigermaßen liberal fahren muss. (Daran wird auch keine Partei vorbeikommen.)
Deutschland hat weiterhin ein gutes Universitätssystem, was die Ausbildung betrifft. Zwar sind die Unterschiede vom Niveau recht groß, dennoch bekommt man super Personal. Das Bachelorsystem soll helfen, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und die Kosten durch Langzeitstudenten zu reduzieren.
Man hat 5 gute technische Hochschulen, mit der Exzellenzinitiative versucht man auch das akademische Personal qualitativ zu verbessern.
Wichtigstes Standbein sind im deutschen Sozialstaat weiterhin die Unternehmen. Diese bilden sehr gut aus und suchen händeringend Jugendliche, die sie vom PC-Konsum wegholen wollen. Oder auch Personen, die Quereinsteigen wollen und durchaus umziehen.
Letztlich weiß man nie, was zukünftig herauskommt. Aber Deutschland sollte weiterhin genug gute Leute haben, um das alles aufrecht erhalten zu können. Ob das Wohlstandsniveau mittels Zuzügen gesamteuropäisch zu halten sein wird ist fraglich. Ich hoffe aber, dass Deutschland und die "Blaue Banane" Zuzug aus allen strukturschwachen Regionen Europas bekommt. Da ist aber die Politik gefragt, Leistung zu fördern, statt "Geld flächenmäßig" zu verteilen.
Die entscheidenden Punkte sind deshalb europäisch ein leistungsförderliches Staatssystem aufzubauen, Geld möglichst gut zu investieren und irgendwie (national/europäisch) demographische Probleme zu lösen. Denn im Gesundheits- und Rentenbereich gibt es die meisten Probleme.
Weitere Maßnahmen wären für mich in strukturschwachen Regionen einfach Städte zusammenzulegen und weite Teile von Regionen einfach bewaldet zu lassen. Damit würde man Leute zum Umzug bewegen können und das Wohlstandsniveau fördern.
Der Rest liegt einfach in der puren Masse der Leute, die arbeiten wollen oder sich verweigern. Oder Personen, die nachher sagen, in anderen Regionen der Welt finde ich mehr persönliches Glück.
Hackentrick schrieb:
PS: Wieso erwähnst Du so süffisant-sarkastisch den Club of Rome?
Weil die den Weltuntergang schon wegen Ressourcenknappheit kommen sahen.
Inflation durch erarbeitete Lohnsteigerung ist ökonomischer Grundsatz, weil Wachstum. Gelddrucken zur Aufrechterhaltung nicht finanzierbarer Staatsausgaben kaum.
Zur Zeit wird aber doch hier wie in den USA Geld gedruckt. Wachstum ist zum Erliegen gekommen in vielen Staaten. Es wird vermutet, dass man eine Inflation herbeiführen möchte, die eben nicht wachstumsgestützt ist, sondern nur aus der Druckerpresse kommt, die dann die Staatsschulden weginflationieren soll. Das ist ja auch das, was smoke bemängelt. Wird dies funktionieren? Wohin führt uns dieser Weg?
Jain.
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht. Die USA haben das teilweise getan, um bei gleichzeitigem Sparen (Sparen im ökonomischen Sinn bedeutet, Einnahmen zu generieren und Ausgaben zu kürzen - nicht jedoch Steuern zu erheben) ihre Schulden durch umgeschuldete Anleihen bedienen zu können und damit die Staatsausgaben zu senken.
Inflation ohne Wachstumsstütze ist jedenfalls gewagt. Ich glaube aber, dass du den von mir genannten Ablauf damit meinst.
Zumindestens war das der Plan...inwieweit das die Obama-Administration die Wirtschaft hat absaufen lassen und sinnlose Konkjunkturpakete hat auferlegen lassen, weiß ich nicht. Wenn ein Republikaner da wäre, wäre der Haushalt definitiv saniert. Aber da weiß man definitiv nicht, was dann noch alles umgesetzt würde.
Weitestgehend hatten die USA aber keine Probleme, Geldleiher zu bekommen, da die USA ebenfalls als "Safe Haven" ihre Anleihen lockerflockig wegbekommen. Daher war das maßgeblich Geld für die Banken bzw. die Wirtschaft, aber die USA wissen auch nicht, wo diese Liquidität hinsoll, außer zur Sanierung der Schulden.
Auf die lange Sicht, so meine ich es im Kopf zu haben, haben die Amerikaner ihre Schulden aber deutlich reduziert, weil sie auch langlaufende Anleihen auf den Markt geschmissen haben.
Aktuell droht da deshalb überhaupt keine Inflation. Aber bei dem ganzen Kuddelmuddel zwischen Republikanern und Demokraten, die das ein oder andere Mal ins Klo gegriffen haben, weiß man aber nie, ob diese Operation nicht nachher Stagflation auslöst.
Inflation durch erarbeitete Lohnsteigerung ist ökonomischer Grundsatz, weil Wachstum. Gelddrucken zur Aufrechterhaltung nicht finanzierbarer Staatsausgaben kaum.
Zur Zeit wird aber doch hier wie in den USA Geld gedruckt. Wachstum ist zum Erliegen gekommen in vielen Staaten. Es wird vermutet, dass man eine Inflation herbeiführen möchte, die eben nicht wachstumsgestützt ist, sondern nur aus der Druckerpresse kommt, die dann die Staatsschulden weginflationieren soll. Das ist ja auch das, was smoke bemängelt. Wird dies funktionieren? Wohin führt uns dieser Weg?
Jain.
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht. Die USA haben das teilweise getan, um bei gleichzeitigem Sparen (Sparen im ökonomischen Sinn bedeutet, Einnahmen zu generieren und Ausgaben zu kürzen - nicht jedoch Steuern zu erheben) ihre Schulden durch umgeschuldete Anleihen bedienen zu können und damit die Staatsausgaben zu senken.
Inflation ohne Wachstumsstütze ist jedenfalls gewagt. Ich glaube aber, dass du den von mir genannten Ablauf damit meinst.
Zumindestens war das der Plan...inwieweit das die Obama-Administration die Wirtschaft hat absaufen lassen und sinnlose Konkjunkturpakete hat auferlegen lassen, weiß ich nicht. Wenn ein Republikaner da wäre, wäre der Haushalt definitiv saniert. Aber da weiß man definitiv nicht, was dann noch alles umgesetzt würde.
Weitestgehend hatten die USA aber keine Probleme, Geldleiher zu bekommen, da die USA ebenfalls als "Safe Haven" ihre Anleihen lockerflockig wegbekommen. Daher war das maßgeblich Geld für die Banken bzw. die Wirtschaft, aber die USA wissen auch nicht, wo diese Liquidität hinsoll, außer zur Sanierung der Schulden.
Auf die lange Sicht, so meine ich es im Kopf zu haben, haben die Amerikaner ihre Schulden aber deutlich reduziert, weil sie auch langlaufende Anleihen auf den Markt geschmissen haben.
Aktuell droht da deshalb überhaupt keine Inflation. Aber bei dem ganzen Kuddelmuddel zwischen Republikanern und Demokraten, die das ein oder andere Mal ins Klo gegriffen haben, weiß man aber nie, ob diese Operation nicht nachher Stagflation auslöst.
Für Europa gilt prinzipiell das selbe. Nur hat man eine europäische Zentralbank und ein Ungleichgewicht bei den Target-Salden. Die EZB muss Staatsanleihen weiterhin aufkaufen, wenn die Problemländer weiterhin Sparen. [Das ist die Gefahr eines Hollandes und anderer, wenn diese einfach ökonomische Prinzipien versuchen zu unterlaufen. Dann könnte man keine Politik machen, daher müssen die alle wie die verrückten Reformieren.]
Hierbei kommt die Schwierigkeit der Target-Salden hinzu, der unterschiedlichen Verschuldung der Staaten untereinander. Mir ist das ein Rätsel, wie man das gesamteuropäisch im jetzigen *****-Prinzip lösen will ohne Kolleteralschäden vor allem in Deutschland in Kauf zu nehmen. Ich weiß es nicht, es kann durchaus möglich sein. Ansonsten steht da nur Eurobonds und die EZB-Bazooka bereit, um alles europäisch zu solidarisieren. Dann bin ich aber gespannt, was mit den Spargeldern hierzulande passiert.
Jedenfalls kann ich mir in Deutschland nur vorstellen, dass die Löhne erhöht werden und wir unsere Lohnzurückhaltung aufzehren.
und Europa muss wachsen, gleichzeitig die Ausgaben kürzen und regional die Steuern reduzieren.
S-G-Eintracht schrieb: ...Weil die den Weltuntergang schon wegen Ressourcenknappheit kommen sahen...
Der kommt ja auch: im Dezember 2012 ,-)
Der Club of Rome (CoR) hat damals neben anderen einen wichtigen Fingerzeig gegeben. Vielleicht muss man bei manchen Themen übertreiben, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Der aktuell publizierte Bericht des CoR scheint wissenschaftlich basierter zu sein. Kann aber erst demnächst mehr darüber sagen - soll in diesem Thread auch nicht Thema sein...
Ich stimme Dir in vielen Ausführungen zu - setze jedoch ein grosses "Aber" dahinter. Nur kurz zwei Beispiele:
- Demographie: Dörfer, kleine Städte sterben jetzt schon aus, die Natur erobert sich Regionen zurück. Das passiert ganz automatisch, ohne Steuerung. Die Menschen zieht es in die Ballungsräume. Mein Eindruck ist jedoch, dass sich die Politik zu wenig darauf einstellt (Verkehrspolitik, Städteplanung, Sozial-/Gesundheitspolitik bzgl. der steigenden Zahl alter Menschen, etc.)...
- Bildung: Effizientes Bachelorsystem statt " hohe Kosten durch Langzeitstudenten"? Ich stehe nicht alleine mit der Meinung, dass das Bachelorsystem systemdienende Fachkräfte entlässt, aber keine Forscher, Entwickler und kreative Geister.
Mir scheint, ich bin leider nicht so fortschrittsgläubig wie Du. Du glaubst an das 'Optimieren'. An Lösungen durch Fortschritt. Und ich stelle mir die Frage, ob das überhaupt erstrebenswert ist.
Für alle, die meinen, dass wir sehr weit abschweifen vom Ausgangsthema: Nein. Wenn Deutschland über die Einführung der D-Mark nachdenken will, muss das Land sich bewusst darüber sein, wie man sich für die Zukunft aufstellen kann. Und das in allen Bereichen: Bildung, Rohstoffbezug, Arbeitsmarkt, Sozialwesen, Industrie & Wirtschaft, etc. pp...
Muss jetzt in's Bett. Interessanter Thread übrigens...
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht. Die USA haben das teilweise getan, um bei gleichzeitigem Sparen (Sparen im ökonomischen Sinn bedeutet, Einnahmen zu generieren und Ausgaben zu kürzen - nicht jedoch Steuern zu erheben) ihre Schulden durch umgeschuldete Anleihen bedienen zu können und damit die Staatsausgaben zu senken.
Inflation ohne Wachstumsstütze ist jedenfalls gewagt. Ich glaube aber, dass du den von mir genannten Ablauf damit meinst.
Ist Inflation ohne Wachstumsstütze nicht genau das? Geld drucken und durch Tricks Anleihen umschichten. Auch die Nullzinspolitik führt doch dazu, dass Geld für Umme in den Markt kommt, was wiederum aber mehr Geld "generiert", allerdings bisher nur auf den Kapitalmärkten.
S-G-Eintracht schrieb: Jain. In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht. Die USA haben das teilweise getan, um bei gleichzeitigem Sparen (Sparen im ökonomischen Sinn bedeutet, Einnahmen zu generieren und Ausgaben zu kürzen - nicht jedoch Steuern zu erheben) ihre Schulden durch umgeschuldete Anleihen bedienen zu können und damit die Staatsausgaben zu senken...
Noch schnell was hierzu, weil es meinen Eindruck bestätigt, dass Du Dich sehr stark von Theorien leiten lässt, statt vom realen (Er-)Leben:
Deine Aussage, dass "die Obama-Administration die Wirtschaft hat absaufen lassen" und ein Republikaner den Haushalt sanieren würde, halte ich - gelinde gesagt - für eine bösartige Propaganda. Obama, man mag über seine Regierung denken, was man will, hat ein kaputtgewirtschaftetes, marodes Land übernommen, dass von Bush und Konsorten zugrundegerichtet wurde.
Schau Dir die USA einmal genauer an (insbesondere auf Deine Behauptung in einem früheren Posting, dem US-amerikanischen Mittelstand würde es besser gehen als dem deutschen). Das Land produziert keine eigenen Güter mehr und ist auf Importe angewiesen. Der Mittelstand hat Wohlstand immer nur auf Pump erworben und bekommt die Rechnung dafür jetzt um die Ohren gehauen - insofern ist das kein Wohlstand.
Die USA haben nur noch zwei Dinge vorzuweisen: Superreiche und die US-Army. Was wäre, wenn die Weltgemeinschaft durch Initiative von Indien, China, Brasilien, der EU und Russland beschliessen würde, den Dollar nicht mehr als Leitwährung zu akzeptieren?
Weisst Du, wie hoch die USA gegenüber China verschuldet sind? Weisst Du, dass die US-Army keine einzige Waffe, kein Fahrzeug, keinen Ausrüstungsgegenstand besitzt, der nicht auch aus ausländischen Bauteilen besteht, weil sie nicht mehr in der Lage sind, die Sachen selbst zu produzieren?
S-G-Eintracht schrieb: ...Weil die den Weltuntergang schon wegen Ressourcenknappheit kommen sahen...
Der kommt ja auch: im Dezember 2012 ,-)
Der Club of Rome (CoR) hat damals neben anderen einen wichtigen Fingerzeig gegeben. Vielleicht muss man bei manchen Themen übertreiben, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Der aktuell publizierte Bericht des CoR scheint wissenschaftlich basierter zu sein. Kann aber erst demnächst mehr darüber sagen - soll in diesem Thread auch nicht Thema sein...
Ich stimme Dir in vielen Ausführungen zu - setze jedoch ein grosses "Aber" dahinter. Nur kurz zwei Beispiele:
- Demographie: Dörfer, kleine Städte sterben jetzt schon aus, die Natur erobert sich Regionen zurück. Das passiert ganz automatisch, ohne Steuerung. Die Menschen zieht es in die Ballungsräume. Mein Eindruck ist jedoch, dass sich die Politik zu wenig darauf einstellt (Verkehrspolitik, Städteplanung, Sozial-/Gesundheitspolitik bzgl. der steigenden Zahl alter Menschen, etc.)...
- Bildung: Effizientes Bachelorsystem statt " hohe Kosten durch Langzeitstudenten"? Ich stehe nicht alleine mit der Meinung, dass das Bachelorsystem systemdienende Fachkräfte entlässt, aber keine Forscher, Entwickler und kreative Geister.
Mir scheint, ich bin leider nicht so fortschrittsgläubig wie Du. Du glaubst an das 'Optimieren'. An Lösungen durch Fortschritt. Und ich stelle mir die Frage, ob das überhaupt erstrebenswert ist.
Für alle, die meinen, dass wir sehr weit abschweifen vom Ausgangsthema: Nein. Wenn Deutschland über die Einführung der D-Mark nachdenken will, muss das Land sich bewusst darüber sein, wie man sich für die Zukunft aufstellen kann. Und das in allen Bereichen: Bildung, Rohstoffbezug, Arbeitsmarkt, Sozialwesen, Industrie & Wirtschaft, etc. pp...
Muss jetzt in's Bett. Interessanter Thread übrigens...
Also beim CoR sehe ich es so wie du.
Zu den Maßnahmen und dem Städtebau, da fließt doch Recht viel auch weiterhin in die Stütze von Ecken in Deutschland, die besser zusammengelegt müssten, um damit Synergie-Effekte realisieren zu können.
Als Bachelor (Grundstudium) ist man kein vollausgebildeter Akademiker, sondern hat mal kurz wo reingeschaut.
Unser allgemeiner Politikstil sorgt aber dafür, dass wir allerhöchstens 10 halbwegs gute Standorte für die Forschung uns leisten können, dafür geht zu viel bei allerlei durchs Gießkannenprinzip drauf. Der große Rest der Hochschulen / FHs betreibt doch kaum Forschung, sondern effektiv nur Ausbildung. Ansonsten gilt: Die Grundlagen sind doch in fast jedem Fach bereits erforscht, also sichert man durch Innovationskraft die Pfründe bestehender Produkte. Dafür braucht man Personal.
Dass Deutschland den Ansatz entdeckt hat, soetwas wie Spitzenunis einzuführen, wo mehr Geld für Forschung bereitsteht, zeigt, dass Erfolge in der Forschung ebenfalls Arbeitsplätze und Wohlstand sichern sollen. Aber Forschung wird auch direkt in den Unternehmen betrieben.
seventh_son schrieb:
S-G-Eintracht schrieb:
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht. Die USA haben das teilweise getan, um bei gleichzeitigem Sparen (Sparen im ökonomischen Sinn bedeutet, Einnahmen zu generieren und Ausgaben zu kürzen - nicht jedoch Steuern zu erheben) ihre Schulden durch umgeschuldete Anleihen bedienen zu können und damit die Staatsausgaben zu senken.
Inflation ohne Wachstumsstütze ist jedenfalls gewagt. Ich glaube aber, dass du den von mir genannten Ablauf damit meinst.
Ist Inflation ohne Wachstumsstütze nicht genau das? Geld drucken und durch Tricks Anleihen umschichten. Auch die Nullzinspolitik führt doch dazu, dass Geld für Umme in den Markt kommt, was wiederum aber mehr Geld "generiert", allerdings bisher nur auf den Kapitalmärkten.
Naja...also wenn ich mithilfe der FED es schaffe, die Schuldenprobleme beim Defizitabbau zu lösen, dann kommt da genau 0,0 % irgendetwas im Markt an.
In Europa läuft es Dank Merkel ähnlich.
Inflation wird durch Lohnsteigerung ausgelöst. Wenn man wächst, wie die USA (teilweise fiktiv) seinerzeit unter Clinton, kann man die Verschuldung zurückgeführen. Bloß wurden da gewisse Fehler gemacht...
Hackentrick schrieb:
Noch schnell was hierzu, weil es meinen Eindruck bestätigt, dass Du Dich sehr stark von Theorien leiten lässt, statt vom realen (Er-)Leben:
Deine Aussage, dass "die Obama-Administration die Wirtschaft hat absaufen lassen" und ein Republikaner den Haushalt sanieren würde, halte ich - gelinde gesagt - für eine bösartige Propaganda. Obama, man mag über seine Regierung denken, was man will, hat ein kaputtgewirtschaftetes, marodes Land übernommen, dass von Bush und Konsorten zugrundegerichtet wurde.
Hmmm, also...klar lasse ich mich grundsätzlich vom Keynesianismus leiten, aber der zeigt durch seine Anwendung letztlich, dass es nicht nur lose Theorien sind.
Ich sehe auch nicht in den Republikanern die Heilsarmee, aber Obamas Kurs (der bei den Steuersenkungen leider aber auch blockiert wurde) hat nur ausbaufähige Wirkung gehabt und irgendwie so keinem genützt.
[Eigentlich deckt sich mein politisches Bild relativ stark mit den Demokraten, aber kritisieren darf man es dann doch.]
Das die USA marode sein sollen, halte ich dann doch für gewagt. Fest steht: Ja, unter Clinton wurde mit Fehlern begonnen, Bush hat weitergemacht und Obama hat einen hochverschuldeteten Staat übernommen. Aber insbesondere die Private Verschuldung & niedrige Sparquote kommt da teilweise noch hinzu.
Hackentrick schrieb:
Schau Dir die USA einmal genauer an (insbesondere auf Deine Behauptung in einem früheren Posting, dem US-amerikanischen Mittelstand würde es besser gehen als dem deutschen). Das Land produziert keine eigenen Güter mehr und ist auf Importe angewiesen. Der Mittelstand hat Wohlstand immer nur auf Pump erworben und bekommt die Rechnung dafür jetzt um die Ohren gehauen - insofern ist das kein Wohlstand.
Erstmal schreibe ich oftmals Mittelstand und meine Mittelschicht...Ich meinte natürlich die Mittelschicht (wie du auch) und der geht es gemessen am Vermögensstand besser. Dass der Amerikaner offensichtlich nicht so gut mit Geld kann, und viele durch Überschuldung sich selbst um alles bringen, steht auf einem anderen Blatt.
Mittelstand wird in den USA durch die Republikaner gekämpft, wie hierzulande durch Rot-Grün. Fast ausschließlich durch konzernnahe Politik.
Hackentrick schrieb:
Die USA haben nur noch zwei Dinge vorzuweisen: Superreiche und die US-Army. Was wäre, wenn die Weltgemeinschaft durch Initiative von Indien, China, Brasilien, der EU und Russland beschliessen würde, den Dollar nicht mehr als Leitwährung zu akzeptieren?
Weisst Du, wie hoch die USA gegenüber China verschuldet sind? Weisst Du, dass die US-Army keine einzige Waffe, kein Fahrzeug, keinen Ausrüstungsgegenstand besitzt, der nicht auch aus ausländischen Bauteilen besteht, weil sie nicht mehr in der Lage sind, die Sachen selbst zu produzieren?
Aber wir schweifen ab vom Thema ,-)
Die Länder dürfen das ja gerne mal tun und sich genau damit um ihre kompletten Früchte der Arbeit bringen. Ich glaube nicht, dass andere Länder den Dollar aus Freundschaftsbasis annehmen, ist ökonomisch betrachtet eher Unfug, sondern erstmal Eigeninteressen gesteuert und genau darum fällt einer Währung diese Rolle als "Leitwährung" zu.
China hat gemäß seiner inoffiziellen Verschuldung lediglich ein paar US-Treasuries. Das sind verzinste Anleihen, womit China glaubt, als Gläubiger sich Geld zu verdienen. Die Frage ist aber berechtigt, ob die USA bei so hoher Abhängigkeit zu einem Land überhaupt unterschiedliche Ansichten haben können und dürfen, oder ob China versucht genau darüber wie viele andere Länder Einfluss und Steuerung der USA vorzunehmen.
Die USA können fast alles selbst bauen, sind bei der globalen Arbeitsteilung recht fortgeschritten und haben ihre Produktion über ihre eigenen Landesgrenzen hinweg innerhalb ihres Einflussgebiets teilweise ausgelagert. Daher haben sie ein Handelsdefizit, was sie ruckzuck tilgen könnten, würde die Produktion zurückkommen. Ökonomisch sind die USA weiterhin die absolute Spitze.
@voyage. Jeder einwohner deutschlands erhält ab geburt bis zum tod 1.000 euro monatlich? So ungefähr stellst du dir das vor? Und lass uns erstmal bei deutschland bleiben....
Naja...also wenn ich mithilfe der FED es schaffe, die Schuldenprobleme beim Defizitabbau zu lösen, dann kommt da genau 0,0 % irgendetwas im Markt an.
Da komm ich nicht mit. Der allgemeine Tenor in den Wirtschaftsnachrichten ist, dass die USA (und auch die EU) für null oder wenig Zinsen den Banken Geld zu Verfügung stellen, welches die Banken dann wieder anlegen und daraus Zinsen, Kursgewinne etc. generieren. Somit wird virtuell Geld erzeugt, welches aber hauptsächlich im Finanzmarkt und den Bankbilanzen zirkuliert und somit nicht auf die Realwirtschaft durchschlägt.
Was genau tut denn jetzt die FED in den USA? Und wieso ist das deiner Meinung nach unkritisch? Wenn es so einfach ist, sich über Zentralbanktricks seiner Schuldenprobleme zu entledigen, wieso reden wir denn überhaupt über eine Krise? Und wie funktioniert das? Wer verliert bei den Maßnahmen der FED?
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht.
Die FED ist nicht staatlich sondern eine Private Organisation.
Deswegen steht auf dem Dollar groß und fett "Federal Reserve" und nicht "United States of America" an erster Stelle.
JFK hatte den Dollar wieder verstaatlichen wollen (für eine kurze Zeit war es dann auch wieder ein Geldschein der "United States of America" ) aber wir wissen ja alle was dann passiert ist. Die erste Amtshandlung des neuen Presidenten der USA war die staatliche Macht des Geldes zurück zur "Federal Reserve" zu geben.
Die USA hat keinen Einfluss auf die FED, aber andersrum sehr wohl.
Es ist keine schöne und heile Welt wie du dir das gerade vorstellst, ganz besonders nicht wenn es um das liebe Geld geht.
Naja...also wenn ich mithilfe der FED es schaffe, die Schuldenprobleme beim Defizitabbau zu lösen, dann kommt da genau 0,0 % irgendetwas im Markt an.
Da komm ich nicht mit. Der allgemeine Tenor in den Wirtschaftsnachrichten ist, dass die USA (und auch die EU) für null oder wenig Zinsen den Banken Geld zu Verfügung stellen, welches die Banken dann wieder anlegen und daraus Zinsen, Kursgewinne etc. generieren. Somit wird virtuell Geld erzeugt, welches aber hauptsächlich im Finanzmarkt und den Bankbilanzen zirkuliert und somit nicht auf die Realwirtschaft durchschlägt.
Bis "generieren" stimmt das auch. Die Banken kaufen die Staatsschulden weiterhin auf, durch Ausgabenkürzungen wird aber genau dieses Geld neutralisiert.
Danach verstehe ich nicht genau, was du meinst. Wo wird das im Finanzmarkt (in welchem?) nur virtuell erstellt, ohne dass es dann in die Wirtschaft fließt? Das habe ich nicht verstanden.
seventh_son schrieb:
Was genau tut denn jetzt die FED in den USA? Und wieso ist das deiner Meinung nach unkritisch? Wenn es so einfach ist, sich über Zentralbanktricks seiner Schuldenprobleme zu entledigen, wieso reden wir denn überhaupt über eine Krise? Und wie funktioniert das? Wer verliert bei den Maßnahmen der FED?
Einfach ist es nicht. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass Ben Bernanke ein absoluter Fachmann ist und da schon nicht umsonst herumsitzt. Ich weiß es mit Sicherheit nicht besser wie er. Er scheint auch sonst recht angenehm zu sein, denn er meidet weitestgehend die Presse und labert nicht so viel dummes Zeug wie andere.
Bei den Maßnahmen der FED verliert sogesehen höchstens derjenige, der auf den Staatsbankrott der USA setzt, weil der nicht eintreten wird. Ansonsten durch die Sparmaßnahmen natürlich die ein oder andere Behörde, die mittels fehlender Staatseinnahmen / zu hoher Ausgaben Arbeitsplätze kürzen muss.
Wie genau das im Detail (beim dortigen Bundesstaatssystem) aussieht, habe ich mich nicht mehr informiert, da ich auch in den USA aktuell nicht investiere.
---
Ansonsten bin ich hier auch kein kostenfreier Berater und investiere nicht noch Zeit, dafür kann sich jeder gerne selbst tiefgründiger selbst informieren.
Ansonsten gebe ich mir weiterhin Mühe, in meiner Freizeit sinnlose Politik zu entlarven und versuchen etwas die Dinge klarzustellen. Weil ich echt nicht weiß, was genau ein Großteil der Menschen von der deutschen Politik an Fürsorge erwartet und wer das alles wie zahlen soll.
Denn ein Land, was sich mit Hochtechnologie und Wissen jeden Zentimeter Wohlstand erkämpft, kann halt nicht wie Norwegen, was auf Öl sitzt, einfach mal lustig Geld verteilen.
Das die USA marode sein sollen, halte ich dann doch für gewagt. Fest steht: Ja, unter Clinton wurde mit Fehlern begonnen, Bush hat weitergemacht und Obama hat einen hochverschuldeteten Staat übernommen. Aber insbesondere die Private Verschuldung & niedrige Sparquote kommt da teilweise noch hinzu.
Warst du schon mal in den USA oder kennst du nur die USA aus den Filmen?
Ich war dort, meine Schwester lebt momentan dort und ihr Mann ist Amerikaner. Beide wollen wieder zurück nach Deutschland.
New York ist ein Drecksloch und gehört zu recht zu den dreckigsten Städten der Welt. LA ist und andere Regionen die in den Filmen so toll rüberkommen sind übersät mit kaputten Straßen oder Infrastruktur im allgemeinen. Lauf mal die Straße mit den schönen Hollywood Sternchen entlang (sieht man in den Filmen oft), die Seitenstraßen sind richtige Müllhalden. Stromausfall ist keine Seltenheit in den USA und Wartezeiten bei Ärzten und Krankenhäusern sind immens. In den USA ist es normal 2 bis 3 Jobs zu haben wenn man nicht auf dem College war. Die tollen Wohnungen sind aus Pressspan und nicht wie bei uns was schön gemauertes. Ich hab viel dort gesehen was eher wie ein 3te Welt Land anmutet als andersrum.
Ich bewundere dein Wissen von dem was du glaubst ist richtig so, aber ich bedauere dass du dich sehr blenden läßt und anscheinend überhaupt nicht in der Lage bist akzeptieren zu können dass es eventuell doch anders sein könnte.
Naja...also wenn ich mithilfe der FED es schaffe, die Schuldenprobleme beim Defizitabbau zu lösen, dann kommt da genau 0,0 % irgendetwas im Markt an.
Da komm ich nicht mit. Der allgemeine Tenor in den Wirtschaftsnachrichten ist, dass die USA (und auch die EU) für null oder wenig Zinsen den Banken Geld zu Verfügung stellen, welches die Banken dann wieder anlegen und daraus Zinsen, Kursgewinne etc. generieren. Somit wird virtuell Geld erzeugt, welches aber hauptsächlich im Finanzmarkt und den Bankbilanzen zirkuliert und somit nicht auf die Realwirtschaft durchschlägt.
Was genau tut denn jetzt die FED in den USA? Und wieso ist das deiner Meinung nach unkritisch? Wenn es so einfach ist, sich über Zentralbanktricks seiner Schuldenprobleme zu entledigen, wieso reden wir denn überhaupt über eine Krise? Und wie funktioniert das? Wer verliert bei den Maßnahmen der FED?
Ich werde mich tunlichst zurückhalten mit der Einschätzung ob wir den Euro behalten sollen oder wieder die DM einführen sollen.Micky Maus könnte dies vermutlich besser
Aber ist nicht eine elememtare Frage bei diesen Gedankenspielen auch, ob und wie wir die sich daraus ergebenden direkten finanz . Belastungen (auch im Bankenbereich) jemals stemmen könnten?
Die Währungsunion wäre gescheitert. Zumindest die zwangsläufige Pleite Griechenlands-aber doch nicht nur die- würden exorbitante Defizitsummen für uns bedeuten ?
Ich frag mich natürlich, wie wir einen Auschluß Griechenlands bzw. eine dortige Staatspleite wegstecken würden?(ich denke, dies alleine wäre irgendwie vermutlich möglich) Dies gilt entsprechend aber noch viel mehr für ein Ende der Währungsunion.......dann ist schlagartig ohne Ende Geld verbrannt
Ich bin mir nicht sicher, ob wir unsere Lebens noch mal froh würden, wenn wir als Bürger die persönlichen Reflexwirkungen/ergebenden finanz.Belastungen bei ein DM-Einführung Schultern müßten ?
Schuldenbremse und dann noch das Päckchen der ausgefallenen Bürgerschaften und Kredite obbe druff.... puhhh.
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht.
Die FED ist nicht staatlich sondern eine Private Organisation.
Deswegen steht auf dem Dollar groß und fett "Federal Reserve" und nicht "United States of America" an erster Stelle.
JFK hatte den Dollar wieder verstaatlichen wollen (für eine kurze Zeit war es dann auch wieder ein Geldschein der "United States of America" ) aber wir wissen ja alle was dann passiert ist. Die erste Amtshandlung des neuen Presidenten der USA war die staatliche Macht des Geldes zurück zur "Federal Reserve" zu geben.
Die USA hat keinen Einfluss auf die FED, aber andersrum sehr wohl.
Es ist keine schöne und heile Welt wie du dir das gerade vorstellst, ganz besonders nicht wenn es um das liebe Geld geht.
Die FED als private Organisation zu bezeichnen ist nicht ganz richtig. Zwar sind die Banken ab einer gewissen Größe zu Einlagen verpflichtet, die sie zu eigentümer der FED machen, aber sowohl die gestezlichen Aufgaben (durch den Kongreß) als auch das Direktorium (durch den Präsidenten) werden durch die Politik bestimmt. Politisch unabhängig ist die FED dann allerdings in der Umsetzung der Ziele. Das traf auch auf die Bundesbank und jetzt auf die EZB zu. Am Beispiel der Bundesbank läßt sich die Bedeutung dieser Unabhängigkeit (für die Geldwertstabilität) zeigen, allerdings im Rahmen der Wirtschaft- und Währungsunion mit der DDR auch ihre Grenzen. Der damalige Umtauschkurs in D-Mark sicherte vielen in der ehemaligen DDR ihren Besitz und war politisch gewünscht, ökonomisch bedeutete dies allerdings auch, dass Produktion durch den viel zu hohen Umtauschkurs bei geringer Produktivität kaum gehalten werden konnte. Zurück zum Thema Euro. Die Leitwährungen, soweit sie nicht durch Gold gedeckt sind (was aber nach 1914 nirgens mehr der Fall war), haben einen entscheidenen Vorteil. Das Herstellen des Geldes ist sehr billig im Vergleich zum Nennwert. Wird dieses Geld in ökonomischen Transaktionen nun ausserhalb des Landes genutzt, ist dies wie ein rießiger kostenloser Kredit an den emittierenden Staat. ein guter Teil der US-amerikanischen Budget kann so mitfinanziert werden. Für Europa hatte die D-Mark einen solchen Stellenwert. Insbesondere in Ost- und Südosteuropa wurde die D-Mark nach 1990 zur Ersatzwährung, die in Milliardenhöhe dort zirkulierte. Überraschenderweise (oder auch nicht) wurde ein guter Teil (kann es gerade nicht genau beziffern) dieser Bestände beim Euro-Umtausch nicht vorgelegt. Für den deutschen Steuerzahler war dies ein nettes Geschenk, denn die Produktion von Geldscheinen ist vergleichsweise billig. (By the way zu deiner Ausgangsfrage: theoretisch ist die private Produktion von Geld sehr gut möglich, soweit du als Emittent vertrauenswürdig bist. Aber das führt weg vom Punkt) Genau diese Differenz, zwischen dem Produktionspreis von Geld und seinem Nennwert, der bei der Ausgabe eingestrichen wird, wollte übrigens John Maynard Keynes bei seinem Weltgeld (Bancor) nicht mehr einem Staat allein zugestehen, sondern der Weltbank für die gezielte Förderung von ökonomisch unterentwickleten Ländern bereit stellen. Bei diesem Konzept haben natürlich alles Nationalstaaten sofort hier geschrien. Wie dem auch sei: abgesehen von der psychologischen Wirkung des Euro für ein Zusammenwachsen und die Entstehung einer europäischen Identität besteht eben auch der ökonomische Grund etwas von dem Kuchen abzubekommen, den die Weltwährungen unter sich ausmachen. Ein letztes noch zum Euro und den oft für seine Schwäche genannten Verstöße gegen die Maastricht-Kriterien. Keine andere Währung hat überhaupt so zahlreiche und exakte Kriterien sich selbst auferlegt. Mehr noch: die wenigsten würden diese Kriterien überhaupt erfüllen (siehe Dollar), mal davon abgesehen, ob die Einhaltung dieser Regeln in der Krise wirklich sinnvoll ist.
Übrigens an alle - sehr interessante Debatte. Wünschte, wir könnte sie bei einem Äppler unter Kastanienbäumen im Grünen führen ...
Bis "generieren" stimmt das auch. Die Banken kaufen die Staatsschulden weiterhin auf, durch Ausgabenkürzungen wird aber genau dieses Geld neutralisiert.
Danach verstehe ich nicht genau, was du meinst. Wo wird das im Finanzmarkt (in welchem?) nur virtuell erstellt, ohne dass es dann in die Wirtschaft fließt? Das habe ich nicht verstanden.
Nun, man liest Folgendes: Die Zentralbanken drucken Geld (z.B. über Staatsanleihenkäufe, Nullzinspolitik) und geben stellen es so den Banken zur Verfügung. Somit besteht eine Inflationsgefahr. Da die Banken das Geld aber größtenteils parken um Zinseinnahmen zu generieren und sich abzusichern, fließt das Geld nicht in die Realwirtschaft. Dadurch wird auch keine echte Inflation erzeugt. Wobei ich auch gelesen habe, dass zumindest die EZB versucht, das Geld an anderer Stelle wieder abzuschöpfen. Also scheint ja ein Interesse da zu sein, dieses Geld nicht ewig im Kreislauf zu belassen.
neuehaaneradler schrieb: Die FED als private Organisation zu bezeichnen ist nicht ganz richtig.
Die Mitgliedsbanken sind Eigentümer der FED, von daher befindet sich die Zentralbank in Privateigentum. Dass der Präsident das Direktorium ernennt, ändert meiner Meinung nichts daran. Denn wer finanziert gemeinhin den Wahlkampf eines Präsidenten? Genau jene Banken.
Wie heißt es in Amerika so schön? "The Federal Reserve is as federal as Federal Express". Die FED erzeugt den Anschein einer bundesstaatlichen Anstalt, ist es aber nicht. Ein privates Bankenkartell mit staatlicher Monopollizenz und nichts anderes.
neuehaaneradler schrieb: Die FED als private Organisation zu bezeichnen ist nicht ganz richtig.
Die Mitgliedsbanken sind Eigentümer der FED, von daher befindet sich die Zentralbank in Privateigentum. Dass der Präsident das Direktorium ernennt, ändert meiner Meinung nichts daran. Denn wer finanziert gemeinhin den Wahlkampf eines Präsidenten? Genau jene Banken.
Wie heißt es in Amerika so schön? "The Federal Reserve is as federal as Federal Express". Die FED erzeugt den Anschein einer bundesstaatlichen Anstalt, ist es aber nicht. Ein privates Bankenkartell mit staatlicher Monopollizenz und nichts anderes.
Zum einem wäre die FED wegen der genannten Einschränkungen nicht sinnvoll mit einem Privatunternehmen zu vergleichen. Zum anderen ist die Bedeutung der Wahlkampfunterstützung an den Präsidenten schon extrem, aber dennoch wird bzw. hat nicht jeder Präsident der USA einen so banken- und wirtschaftsfreundlichen Kurs gefahren wie die zweite Bush Administration. Aber dies ist eigentlich nur dann noch am ursprünglichen Thema, wenn über die frage der Unabhängigkeit der Zentralbank wieder über die EZB und ihre Eigentümer reflektiert wird.
Zudem soll die Eule auf dem Euro der Griechen gegen einen Kuckuck ausgetauscht werden.
Zur Zeit wird aber doch hier wie in den USA Geld gedruckt. Wachstum ist zum Erliegen gekommen in vielen Staaten. Es wird vermutet, dass man eine Inflation herbeiführen möchte, die eben nicht wachstumsgestützt ist, sondern nur aus der Druckerpresse kommt, die dann die Staatsschulden weginflationieren soll. Das ist ja auch das, was smoke bemängelt. Wird dies funktionieren? Wohin führt uns dieser Weg?
Auf dich wollte ich eigentlich die Tage eingehen. Solange wollte ich gar nicht hier mitschreiben und nebenher nur halbherzig andere Dinge erledigen.
Ich gebe dir praktisch überall vollkommen Recht und stelle die gleichen Fragen.
Beantworten tue ich sie meist damit, das man weiterhin Strukturen aufbrechen muss, die nichts taugen und allgemein einigermaßen liberal fahren muss. (Daran wird auch keine Partei vorbeikommen.)
Deutschland hat weiterhin ein gutes Universitätssystem, was die Ausbildung betrifft. Zwar sind die Unterschiede vom Niveau recht groß, dennoch bekommt man super Personal. Das Bachelorsystem soll helfen, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und die Kosten durch Langzeitstudenten zu reduzieren.
Man hat 5 gute technische Hochschulen, mit der Exzellenzinitiative versucht man auch das akademische Personal qualitativ zu verbessern.
Wichtigstes Standbein sind im deutschen Sozialstaat weiterhin die Unternehmen. Diese bilden sehr gut aus und suchen händeringend Jugendliche, die sie vom PC-Konsum wegholen wollen. Oder auch Personen, die Quereinsteigen wollen und durchaus umziehen.
Letztlich weiß man nie, was zukünftig herauskommt. Aber Deutschland sollte weiterhin genug gute Leute haben, um das alles aufrecht erhalten zu können. Ob das Wohlstandsniveau mittels Zuzügen gesamteuropäisch zu halten sein wird ist fraglich. Ich hoffe aber, dass Deutschland und die "Blaue Banane" Zuzug aus allen strukturschwachen Regionen Europas bekommt. Da ist aber die Politik gefragt, Leistung zu fördern, statt "Geld flächenmäßig" zu verteilen.
Die entscheidenden Punkte sind deshalb europäisch ein leistungsförderliches Staatssystem aufzubauen, Geld möglichst gut zu investieren und irgendwie (national/europäisch) demographische Probleme zu lösen. Denn im Gesundheits- und Rentenbereich gibt es die meisten Probleme.
Weitere Maßnahmen wären für mich in strukturschwachen Regionen einfach Städte zusammenzulegen und weite Teile von Regionen einfach bewaldet zu lassen. Damit würde man Leute zum Umzug bewegen können und das Wohlstandsniveau fördern.
Der Rest liegt einfach in der puren Masse der Leute, die arbeiten wollen oder sich verweigern. Oder Personen, die nachher sagen, in anderen Regionen der Welt finde ich mehr persönliches Glück.
Weil die den Weltuntergang schon wegen Ressourcenknappheit kommen sahen.
Jain.
In den USA wird Geld staatlicherseits durch die FED gedruckt, um die Umschuldung mit bisherigen Anleihen durchzuführen, wenn eine Lücke entsteht. Die USA haben das teilweise getan, um bei gleichzeitigem Sparen (Sparen im ökonomischen Sinn bedeutet, Einnahmen zu generieren und Ausgaben zu kürzen - nicht jedoch Steuern zu erheben) ihre Schulden durch umgeschuldete Anleihen bedienen zu können und damit die Staatsausgaben zu senken.
Inflation ohne Wachstumsstütze ist jedenfalls gewagt. Ich glaube aber, dass du den von mir genannten Ablauf damit meinst.
Zumindestens war das der Plan...inwieweit das die Obama-Administration die Wirtschaft hat absaufen lassen und sinnlose Konkjunkturpakete hat auferlegen lassen, weiß ich nicht. Wenn ein Republikaner da wäre, wäre der Haushalt definitiv saniert. Aber da weiß man definitiv nicht, was dann noch alles umgesetzt würde.
Weitestgehend hatten die USA aber keine Probleme, Geldleiher zu bekommen, da die USA ebenfalls als "Safe Haven" ihre Anleihen lockerflockig wegbekommen. Daher war das maßgeblich Geld für die Banken bzw. die Wirtschaft, aber die USA wissen auch nicht, wo diese Liquidität hinsoll, außer zur Sanierung der Schulden.
Auf die lange Sicht, so meine ich es im Kopf zu haben, haben die Amerikaner ihre Schulden aber deutlich reduziert, weil sie auch langlaufende Anleihen auf den Markt geschmissen haben.
Aktuell droht da deshalb überhaupt keine Inflation. Aber bei dem ganzen Kuddelmuddel zwischen Republikanern und Demokraten, die das ein oder andere Mal ins Klo gegriffen haben, weiß man aber nie, ob diese Operation nicht nachher Stagflation auslöst.
Für Europa gilt prinzipiell das selbe. Nur hat man eine europäische Zentralbank und ein Ungleichgewicht bei den Target-Salden. Die EZB muss Staatsanleihen weiterhin aufkaufen, wenn die Problemländer weiterhin Sparen. [Das ist die Gefahr eines Hollandes und anderer, wenn diese einfach ökonomische Prinzipien versuchen zu unterlaufen. Dann könnte man keine Politik machen, daher müssen die alle wie die verrückten Reformieren.]
Hierbei kommt die Schwierigkeit der Target-Salden hinzu, der unterschiedlichen Verschuldung der Staaten untereinander. Mir ist das ein Rätsel, wie man das gesamteuropäisch im jetzigen *****-Prinzip lösen will ohne Kolleteralschäden vor allem in Deutschland in Kauf zu nehmen. Ich weiß es nicht, es kann durchaus möglich sein. Ansonsten steht da nur Eurobonds und die EZB-Bazooka bereit, um alles europäisch zu solidarisieren. Dann bin ich aber gespannt, was mit den Spargeldern hierzulande passiert.
Jedenfalls kann ich mir in Deutschland nur vorstellen, dass die Löhne erhöht werden und wir unsere Lohnzurückhaltung aufzehren.
und Europa muss wachsen, gleichzeitig die Ausgaben kürzen und regional die Steuern reduzieren.
Der kommt ja auch: im Dezember 2012 ,-)
Der Club of Rome (CoR) hat damals neben anderen einen wichtigen Fingerzeig gegeben. Vielleicht muss man bei manchen Themen übertreiben, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Der aktuell publizierte Bericht des CoR scheint wissenschaftlich basierter zu sein. Kann aber erst demnächst mehr darüber sagen - soll in diesem Thread auch nicht Thema sein...
Ich stimme Dir in vielen Ausführungen zu - setze jedoch ein grosses "Aber" dahinter. Nur kurz zwei Beispiele:
- Demographie: Dörfer, kleine Städte sterben jetzt schon aus, die Natur erobert sich Regionen zurück. Das passiert ganz automatisch, ohne Steuerung. Die Menschen zieht es in die Ballungsräume. Mein Eindruck ist jedoch, dass sich die Politik zu wenig darauf einstellt (Verkehrspolitik, Städteplanung, Sozial-/Gesundheitspolitik bzgl. der steigenden Zahl alter Menschen, etc.)...
- Bildung: Effizientes Bachelorsystem statt " hohe Kosten durch Langzeitstudenten"? Ich stehe nicht alleine mit der Meinung, dass das Bachelorsystem systemdienende Fachkräfte entlässt, aber keine Forscher, Entwickler und kreative Geister.
Mir scheint, ich bin leider nicht so fortschrittsgläubig wie Du. Du glaubst an das 'Optimieren'. An Lösungen durch Fortschritt. Und ich stelle mir die Frage, ob das überhaupt erstrebenswert ist.
Für alle, die meinen, dass wir sehr weit abschweifen vom Ausgangsthema: Nein. Wenn Deutschland über die Einführung der D-Mark nachdenken will, muss das Land sich bewusst darüber sein, wie man sich für die Zukunft aufstellen kann. Und das in allen Bereichen: Bildung, Rohstoffbezug, Arbeitsmarkt, Sozialwesen, Industrie & Wirtschaft, etc. pp...
Muss jetzt in's Bett. Interessanter Thread übrigens...
Ist Inflation ohne Wachstumsstütze nicht genau das? Geld drucken und durch Tricks Anleihen umschichten. Auch die Nullzinspolitik führt doch dazu, dass Geld für Umme in den Markt kommt, was wiederum aber mehr Geld "generiert", allerdings bisher nur auf den Kapitalmärkten.
Noch schnell was hierzu, weil es meinen Eindruck bestätigt, dass Du Dich sehr stark von Theorien leiten lässt, statt vom realen (Er-)Leben:
Deine Aussage, dass "die Obama-Administration die Wirtschaft hat absaufen lassen" und ein Republikaner den Haushalt sanieren würde, halte ich - gelinde gesagt - für eine bösartige Propaganda. Obama, man mag über seine Regierung denken, was man will, hat ein kaputtgewirtschaftetes, marodes Land übernommen, dass von Bush und Konsorten zugrundegerichtet wurde.
Schau Dir die USA einmal genauer an (insbesondere auf Deine Behauptung in einem früheren Posting, dem US-amerikanischen Mittelstand würde es besser gehen als dem deutschen). Das Land produziert keine eigenen Güter mehr und ist auf Importe angewiesen. Der Mittelstand hat Wohlstand immer nur auf Pump erworben und bekommt die Rechnung dafür jetzt um die Ohren gehauen - insofern ist das kein Wohlstand.
Die USA haben nur noch zwei Dinge vorzuweisen: Superreiche und die US-Army. Was wäre, wenn die Weltgemeinschaft durch Initiative von Indien, China, Brasilien, der EU und Russland beschliessen würde, den Dollar nicht mehr als Leitwährung zu akzeptieren?
Weisst Du, wie hoch die USA gegenüber China verschuldet sind? Weisst Du, dass die US-Army keine einzige Waffe, kein Fahrzeug, keinen Ausrüstungsgegenstand besitzt, der nicht auch aus ausländischen Bauteilen besteht, weil sie nicht mehr in der Lage sind, die Sachen selbst zu produzieren?
Aber wir schweifen ab vom Thema ,-)
Also beim CoR sehe ich es so wie du.
Zu den Maßnahmen und dem Städtebau, da fließt doch Recht viel auch weiterhin in die Stütze von Ecken in Deutschland, die besser zusammengelegt müssten, um damit Synergie-Effekte realisieren zu können.
Als Bachelor (Grundstudium) ist man kein vollausgebildeter Akademiker, sondern hat mal kurz wo reingeschaut.
Unser allgemeiner Politikstil sorgt aber dafür, dass wir allerhöchstens 10 halbwegs gute Standorte für die Forschung uns leisten können, dafür geht zu viel bei allerlei durchs Gießkannenprinzip drauf. Der große Rest der Hochschulen / FHs betreibt doch kaum Forschung, sondern effektiv nur Ausbildung. Ansonsten gilt: Die Grundlagen sind doch in fast jedem Fach bereits erforscht, also sichert man durch Innovationskraft die Pfründe bestehender Produkte. Dafür braucht man Personal.
Dass Deutschland den Ansatz entdeckt hat, soetwas wie Spitzenunis einzuführen, wo mehr Geld für Forschung bereitsteht, zeigt, dass Erfolge in der Forschung ebenfalls Arbeitsplätze und Wohlstand sichern sollen. Aber Forschung wird auch direkt in den Unternehmen betrieben.
Naja...also wenn ich mithilfe der FED es schaffe, die Schuldenprobleme beim Defizitabbau zu lösen, dann kommt da genau 0,0 % irgendetwas im Markt an.
In Europa läuft es Dank Merkel ähnlich.
Inflation wird durch Lohnsteigerung ausgelöst. Wenn man wächst, wie die USA (teilweise fiktiv) seinerzeit unter Clinton, kann man die Verschuldung zurückgeführen. Bloß wurden da gewisse Fehler gemacht...
Hmmm, also...klar lasse ich mich grundsätzlich vom Keynesianismus leiten, aber der zeigt durch seine Anwendung letztlich, dass es nicht nur lose Theorien sind.
Ich sehe auch nicht in den Republikanern die Heilsarmee, aber Obamas Kurs (der bei den Steuersenkungen leider aber auch blockiert wurde) hat nur ausbaufähige Wirkung gehabt und irgendwie so keinem genützt.
[Eigentlich deckt sich mein politisches Bild relativ stark mit den Demokraten, aber kritisieren darf man es dann doch.]
Das die USA marode sein sollen, halte ich dann doch für gewagt. Fest steht: Ja, unter Clinton wurde mit Fehlern begonnen, Bush hat weitergemacht und Obama hat einen hochverschuldeteten Staat übernommen. Aber insbesondere die Private Verschuldung & niedrige Sparquote kommt da teilweise noch hinzu.
Erstmal schreibe ich oftmals Mittelstand und meine Mittelschicht...Ich meinte natürlich die Mittelschicht (wie du auch) und der geht es gemessen am Vermögensstand besser. Dass der Amerikaner offensichtlich nicht so gut mit Geld kann, und viele durch Überschuldung sich selbst um alles bringen, steht auf einem anderen Blatt.
Mittelstand wird in den USA durch die Republikaner gekämpft, wie hierzulande durch Rot-Grün. Fast ausschließlich durch konzernnahe Politik.
Die Länder dürfen das ja gerne mal tun und sich genau damit um ihre kompletten Früchte der Arbeit bringen. Ich glaube nicht, dass andere Länder den Dollar aus Freundschaftsbasis annehmen, ist ökonomisch betrachtet eher Unfug, sondern erstmal Eigeninteressen gesteuert und genau darum fällt einer Währung diese Rolle als "Leitwährung" zu.
China hat gemäß seiner inoffiziellen Verschuldung lediglich ein paar US-Treasuries. Das sind verzinste Anleihen, womit China glaubt, als Gläubiger sich Geld zu verdienen. Die Frage ist aber berechtigt, ob die USA bei so hoher Abhängigkeit zu einem Land überhaupt unterschiedliche Ansichten haben können und dürfen, oder ob China versucht genau darüber wie viele andere Länder Einfluss und Steuerung der USA vorzunehmen.
Die USA können fast alles selbst bauen, sind bei der globalen Arbeitsteilung recht fortgeschritten und haben ihre Produktion über ihre eigenen Landesgrenzen hinweg innerhalb ihres Einflussgebiets teilweise ausgelagert. Daher haben sie ein Handelsdefizit, was sie ruckzuck tilgen könnten, würde die Produktion zurückkommen. Ökonomisch sind die USA weiterhin die absolute Spitze.
Da komm ich nicht mit. Der allgemeine Tenor in den Wirtschaftsnachrichten ist, dass die USA (und auch die EU) für null oder wenig Zinsen den Banken Geld zu Verfügung stellen, welches die Banken dann wieder anlegen und daraus Zinsen, Kursgewinne etc. generieren. Somit wird virtuell Geld erzeugt, welches aber hauptsächlich im Finanzmarkt und den Bankbilanzen zirkuliert und somit nicht auf die Realwirtschaft durchschlägt.
Was genau tut denn jetzt die FED in den USA? Und wieso ist das deiner Meinung nach unkritisch? Wenn es so einfach ist, sich über Zentralbanktricks seiner Schuldenprobleme zu entledigen, wieso reden wir denn überhaupt über eine Krise? Und wie funktioniert das? Wer verliert bei den Maßnahmen der FED?
Die FED ist nicht staatlich sondern eine Private Organisation.
Deswegen steht auf dem Dollar groß und fett "Federal Reserve" und nicht "United States of America" an erster Stelle.
JFK hatte den Dollar wieder verstaatlichen wollen (für eine kurze Zeit war es dann auch wieder ein Geldschein der "United States of America" ) aber wir wissen ja alle was dann passiert ist.
Die erste Amtshandlung des neuen Presidenten der USA war die staatliche Macht des Geldes zurück zur "Federal Reserve" zu geben.
Die USA hat keinen Einfluss auf die FED, aber andersrum sehr wohl.
Es ist keine schöne und heile Welt wie du dir das gerade vorstellst, ganz besonders nicht wenn es um das liebe Geld geht.
Bis "generieren" stimmt das auch. Die Banken kaufen die Staatsschulden weiterhin auf, durch Ausgabenkürzungen wird aber genau dieses Geld neutralisiert.
Danach verstehe ich nicht genau, was du meinst. Wo wird das im Finanzmarkt (in welchem?) nur virtuell erstellt, ohne dass es dann in die Wirtschaft fließt? Das habe ich nicht verstanden.
Einfach ist es nicht. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass Ben Bernanke ein absoluter Fachmann ist und da schon nicht umsonst herumsitzt. Ich weiß es mit Sicherheit nicht besser wie er. Er scheint auch sonst recht angenehm zu sein, denn er meidet weitestgehend die Presse und labert nicht so viel dummes Zeug wie andere.
Bei den Maßnahmen der FED verliert sogesehen höchstens derjenige, der auf den Staatsbankrott der USA setzt, weil der nicht eintreten wird. Ansonsten durch die Sparmaßnahmen natürlich die ein oder andere Behörde, die mittels fehlender Staatseinnahmen / zu hoher Ausgaben Arbeitsplätze kürzen muss.
Wie genau das im Detail (beim dortigen Bundesstaatssystem) aussieht, habe ich mich nicht mehr informiert, da ich auch in den USA aktuell nicht investiere.
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Ansonsten bin ich hier auch kein kostenfreier Berater und investiere nicht noch Zeit, dafür kann sich jeder gerne selbst tiefgründiger selbst informieren.
Ansonsten gebe ich mir weiterhin Mühe, in meiner Freizeit sinnlose Politik zu entlarven und versuchen etwas die Dinge klarzustellen. Weil ich echt nicht weiß, was genau ein Großteil der Menschen von der deutschen Politik an Fürsorge erwartet und wer das alles wie zahlen soll.
Denn ein Land, was sich mit Hochtechnologie und Wissen jeden Zentimeter Wohlstand erkämpft, kann halt nicht wie Norwegen, was auf Öl sitzt, einfach mal lustig Geld verteilen.
Warst du schon mal in den USA oder kennst du nur die USA aus den Filmen?
Ich war dort, meine Schwester lebt momentan dort und ihr Mann ist Amerikaner. Beide wollen wieder zurück nach Deutschland.
New York ist ein Drecksloch und gehört zu recht zu den dreckigsten Städten der Welt.
LA ist und andere Regionen die in den Filmen so toll rüberkommen sind übersät mit kaputten Straßen oder Infrastruktur im allgemeinen.
Lauf mal die Straße mit den schönen Hollywood Sternchen entlang (sieht man in den Filmen oft), die Seitenstraßen sind richtige Müllhalden.
Stromausfall ist keine Seltenheit in den USA und Wartezeiten bei Ärzten und Krankenhäusern sind immens.
In den USA ist es normal 2 bis 3 Jobs zu haben wenn man nicht auf dem College war.
Die tollen Wohnungen sind aus Pressspan und nicht wie bei uns was schön gemauertes.
Ich hab viel dort gesehen was eher wie ein 3te Welt Land anmutet als andersrum.
Ich bewundere dein Wissen von dem was du glaubst ist richtig so, aber ich bedauere dass du dich sehr blenden läßt und anscheinend überhaupt nicht in der Lage bist akzeptieren zu können dass es eventuell doch anders sein könnte.
Noch als Ergänzung:
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:rolle-der-geldpolitik-jens-weidmann-zentralbanken-sind-keine-krisenloeser/70034233.html
Hier sind die Risiken aufgeführt, die für Europa gelten könnten.
Aber ist nicht eine elememtare Frage bei diesen Gedankenspielen auch, ob und wie wir die sich daraus ergebenden direkten finanz . Belastungen (auch im Bankenbereich) jemals stemmen könnten?
Die Währungsunion wäre gescheitert. Zumindest die zwangsläufige Pleite Griechenlands-aber doch nicht nur die- würden exorbitante Defizitsummen für uns bedeuten ?
Ich frag mich natürlich, wie wir einen Auschluß Griechenlands bzw. eine dortige Staatspleite wegstecken würden?(ich denke, dies alleine wäre irgendwie vermutlich möglich) Dies gilt entsprechend aber noch viel mehr für ein Ende der Währungsunion.......dann ist schlagartig ohne Ende Geld verbrannt
Ich bin mir nicht sicher, ob wir unsere Lebens noch mal froh würden, wenn wir als Bürger die persönlichen Reflexwirkungen/ergebenden finanz.Belastungen bei ein DM-Einführung Schultern müßten ?
Schuldenbremse und dann noch das Päckchen der ausgefallenen Bürgerschaften und Kredite obbe druff.... puhhh.
Die FED als private Organisation zu bezeichnen ist nicht ganz richtig. Zwar sind die Banken ab einer gewissen Größe zu Einlagen verpflichtet, die sie zu eigentümer der FED machen, aber sowohl die gestezlichen Aufgaben (durch den Kongreß) als auch das Direktorium (durch den Präsidenten) werden durch die Politik bestimmt. Politisch unabhängig ist die FED dann allerdings in der Umsetzung der Ziele.
Das traf auch auf die Bundesbank und jetzt auf die EZB zu. Am Beispiel der Bundesbank läßt sich die Bedeutung dieser Unabhängigkeit (für die Geldwertstabilität) zeigen, allerdings im Rahmen der Wirtschaft- und Währungsunion mit der DDR auch ihre Grenzen. Der damalige Umtauschkurs in D-Mark sicherte vielen in der ehemaligen DDR ihren Besitz und war politisch gewünscht, ökonomisch bedeutete dies allerdings auch, dass Produktion durch den viel zu hohen Umtauschkurs bei geringer Produktivität kaum gehalten werden konnte.
Zurück zum Thema Euro. Die Leitwährungen, soweit sie nicht durch Gold gedeckt sind (was aber nach 1914 nirgens mehr der Fall war), haben einen entscheidenen Vorteil. Das Herstellen des Geldes ist sehr billig im Vergleich zum Nennwert. Wird dieses Geld in ökonomischen Transaktionen nun ausserhalb des Landes genutzt, ist dies wie ein rießiger kostenloser Kredit an den emittierenden Staat. ein guter Teil der US-amerikanischen Budget kann so mitfinanziert werden.
Für Europa hatte die D-Mark einen solchen Stellenwert. Insbesondere in Ost- und Südosteuropa wurde die D-Mark nach 1990 zur Ersatzwährung, die in Milliardenhöhe dort zirkulierte. Überraschenderweise (oder auch nicht) wurde ein guter Teil (kann es gerade nicht genau beziffern) dieser Bestände beim Euro-Umtausch nicht vorgelegt. Für den deutschen Steuerzahler war dies ein nettes Geschenk, denn die Produktion von Geldscheinen ist vergleichsweise billig. (By the way zu deiner Ausgangsfrage: theoretisch ist die private Produktion von Geld sehr gut möglich, soweit du als Emittent vertrauenswürdig bist. Aber das führt weg vom Punkt)
Genau diese Differenz, zwischen dem Produktionspreis von Geld und seinem Nennwert, der bei der Ausgabe eingestrichen wird, wollte übrigens John Maynard Keynes bei seinem Weltgeld (Bancor) nicht mehr einem Staat allein zugestehen, sondern der Weltbank für die gezielte Förderung von ökonomisch unterentwickleten Ländern bereit stellen. Bei diesem Konzept haben natürlich alles Nationalstaaten sofort hier geschrien.
Wie dem auch sei: abgesehen von der psychologischen Wirkung des Euro für ein Zusammenwachsen und die Entstehung einer europäischen Identität besteht eben auch der ökonomische Grund etwas von dem Kuchen abzubekommen, den die Weltwährungen unter sich ausmachen.
Ein letztes noch zum Euro und den oft für seine Schwäche genannten Verstöße gegen die Maastricht-Kriterien. Keine andere Währung hat überhaupt so zahlreiche und exakte Kriterien sich selbst auferlegt. Mehr noch: die wenigsten würden diese Kriterien überhaupt erfüllen (siehe Dollar), mal davon abgesehen, ob die Einhaltung dieser Regeln in der Krise wirklich sinnvoll ist.
Übrigens an alle - sehr interessante Debatte. Wünschte, wir könnte sie bei einem Äppler unter Kastanienbäumen im Grünen führen ...
Nun, man liest Folgendes: Die Zentralbanken drucken Geld (z.B. über Staatsanleihenkäufe, Nullzinspolitik) und geben stellen es so den Banken zur Verfügung. Somit besteht eine Inflationsgefahr. Da die Banken das Geld aber größtenteils parken um Zinseinnahmen zu generieren und sich abzusichern, fließt das Geld nicht in die Realwirtschaft. Dadurch wird auch keine echte Inflation erzeugt. Wobei ich auch gelesen habe, dass zumindest die EZB versucht, das Geld an anderer Stelle wieder abzuschöpfen. Also scheint ja ein Interesse da zu sein, dieses Geld nicht ewig im Kreislauf zu belassen.
Die Mitgliedsbanken sind Eigentümer der FED, von daher befindet sich die Zentralbank in Privateigentum. Dass der Präsident das Direktorium ernennt, ändert meiner Meinung nichts daran. Denn wer finanziert gemeinhin den Wahlkampf eines Präsidenten? Genau jene Banken.
Die Mitarbeiter sehen das anscheinend wie ich:
http://otherpurposes.com/yahoo_site_admin/assets/images/Fed_private_property.31945829_std.jpg
Man achte auf das Schild auf dem Rasen.
Wie heißt es in Amerika so schön? "The Federal Reserve is as federal as Federal Express". Die FED erzeugt den Anschein einer bundesstaatlichen Anstalt, ist es aber nicht. Ein privates Bankenkartell mit staatlicher Monopollizenz und nichts anderes.
Zum einem wäre die FED wegen der genannten Einschränkungen nicht sinnvoll mit einem Privatunternehmen zu vergleichen. Zum anderen ist die Bedeutung der Wahlkampfunterstützung an den Präsidenten schon extrem, aber dennoch wird bzw. hat nicht jeder Präsident der USA einen so banken- und wirtschaftsfreundlichen Kurs gefahren wie die zweite Bush Administration. Aber dies ist eigentlich nur dann noch am ursprünglichen Thema, wenn über die frage der Unabhängigkeit der Zentralbank wieder über die EZB und ihre Eigentümer reflektiert wird.