Burka und Co. Ja? Nein? Vielleicht!

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peter schrieb:

in der ganzen diskussion geht es, in meiner wahrnehmung, nur um eins. und dass ist ganz sicher nicht die individuelle freiheit der frau im islam (sonst müsste man streng gläubigen frauen ihre kleidung nämlich zubilligen). es geht darum menschen zu sagen: wenn ihr hier seid, dann müsst ihr euch so verhalten wie wir das wollen, ihr seid nämlich die fremden und die haben sich an zu passen.

dies ist Deine Wahrnehmung, die ich in diesem Falle nicht teile ohne in das Gehirn der konservativen Politiker hineinschauen zu können. Eine Burka ist ist für mich ein Integrationshindernis, ein "Gefängnis aus Stoff" und passt nicht in eine offene Gesellschaft. Ich teile da schon die Meinung von WA. Ob man da eine gesetzliche Regelung anstreben muss, habe ich Zweifel. Ob ein Verbot beim BVG durchkommt, weiss ich nicht, vermutlich nicht in Gänze.
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Tafelberg schrieb:

dies ist Deine Wahrnehmung, die ich in diesem Falle nicht teile ohne in das Gehirn der konservativen Politiker hineinschauen zu können. Eine Burka ist ist für mich ein Integrationshindernis, ein "Gefängnis aus Stoff" und passt nicht in eine offene Gesellschaft. Ich teile da schon die Meinung von WA. Ob man da eine gesetzliche Regelung anstreben muss, habe ich Zweifel. Ob ein Verbot beim BVG durchkommt, weiss ich nicht, vermutlich nicht in Gänze.

Ein Integrationshindernis ist es, wenn eine Praktikantin ihre Praktikumsstelle verliert, weil sie Kopftuch trägt. Die würde gerne, darf dann aber nicht.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kopftuchstreit-buergermeisterin-von-luckenwalde-gibt-nach-a-1109508.html
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Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.

Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?
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WuerzburgerAdler schrieb:  


peter schrieb:
wenn man bekleidung verbietet, verändert man damit bewußsein? ich glaube nicht, man festigt eher die gruppenzugehörigkeit bei minderheiten.


Ich weiß das wirklich nicht und habe auch so meine Zweifel. Ist es nicht umgekehrt so, dass ein Verbot aussagt: "Hier bei uns dulden wir keine Unterdrückung von Frauen."?


Vielleicht geht es auch anders. Als Anfang der 2000er-Jahre die Erstaufnahmestelle für Asylbewerber ganz in meiner Nähe eröffnet wurde, schwärmte täglich eine große Zahl der Bewohner in die umliegenden Dörfer und Stadtteile aus, um zu betteln, jeden Passanten nach Arbeit zu fragen, falschen Schmuck zu verkaufen (ja, gabs auch) und die Bevölkerung wirklich richtiggehend zu belästigen.
Es wurden in der Folge keine Verbote ausgesprochen, aber die neu ankommenden Asylbewerber dahingehend unterwiesen, dass solch ein Verhalten kontraproduktiv ist und Alternativen aufgezeigt. Ohne Verbot, Protest oder sonst ein Zerwürfnis war das Problem gelöst. Deshalb: vielleicht gibt es Wege, ohne Verbote o.Ä. zu einem Konsens zu gelangen?

Ich weiß nicht. Mir erscheint das arrogant und unangemessen. Wer bin ich, dass ich entscheiden könnte, wann eine Frau sich unterdrückt fühlt? Ich kann sie fragen, ob sie ne Burka oder sonst irgend ne Verschleierung aus freien Stücken trägt, oder ob sie dazu gezwungen wird. Sollte sie tatsächlich als Frau massiv unterdrückt sein, dann würde ich als Mann überhaupt nicht in eine Situation kommen, in der ich alleine mit der Frau sprechen kann. Auch das hätte ich zu akzeptieren.
Wenn ich mir anschau mit wie vielen Frauen ich zu tun habe, die von ihren Männern geprügelt werden bis buchstäblich der Arzt kommt, wenn ich mir anschau, wie die dann immer und immer wieder zurück gehen, wenn ich mir überlege, dass ich teilweise gezwungen bin in solchen Situationen einzuschätzen ob die Kinder gefährdet sind, und die Frauen trotzdem bei dem entsprechenden Mann bleiben, keine Idee bekommen, dieses Elend zu beenden, ja dann beschäftige ich persönlich mich nicht mehr mit irgendwelchen Lappen, die sich irgendwer vor das Gesicht hängt oder auch nicht.
Wir haben auch in solchen Situationen den Anspruch, dieser Frau freizustellen, ob sie dieses Elend wählt oder nicht. Wählt sie den Exit gibt es Hilfemöglichkeiten ohne Ende (die übrigens in letzter Zeit immer mal wieder aus gewissen rechten Ecken angegriffen werden, nicht nur verbal). Trotzdem entscheidet letztenendes die Frau ganz alleine ob sie so leben will.
Mir ist es völlig egal ob jemand sich verschleiert oder nicht. Mir geht der ganze religiöse Wahnsinn total auf den Zeiger, egal ob Storch oder Islamist. Ich sehe aber keinen Grund, warum hier eine gesellschaftliche Aufgabe bestünde, regulierend einzugreifen. Es sei denn, man wolle grundsätzlich anders mit solchen Themen umgehen. Aber das möchte ich persönlich nicht. Ich schätze die persönliche Freiheit, auch die Freiheit Elend zu wählen gehört dazu!
Schwierig wird es für mich, wenn jemand vollverschleiert einen Antrag der eine rechtsgültige Amtshandlung nach sich zieht stellen will. Dann wäre ich auf den Abgleich mit dem Ausweis angewiesen. Ähnlich sehe ich das mit Kindertagesstätten, versucht da jemand der für mich unkenntlich ist, Kinder abzuholen.
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FrankenAdler schrieb:

Ich schätze die persönliche Freiheit, auch die Freiheit Elend zu wählen gehört dazu!

Eine fatalistische Einstellung, aus der Erfahrung deines Berufes heraus verständlich, aber nicht allgemeingültig.

FrankenAdler schrieb:

Schwierig wird es für mich, wenn jemand vollverschleiert einen Antrag der eine rechtsgültige Amtshandlung nach sich zieht stellen will. Dann wäre ich auf den Abgleich mit dem Ausweis angewiesen. Ähnlich sehe ich das mit Kindertagesstätten, versucht da jemand der für mich unkenntlich ist, Kinder abzuholen.

Und ei, da geht das nämlich mit dem offenen Gesicht. Bei der Einreise beispielsweise müssen die Frauen ihren Schleier heben - und tun dies ohne jedes Problem. Wie gesagt: mit Religion hat das nichts zu tun.
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Raggamuffin schrieb:

Ich könnte auch argumentieren, dass eine Dirndlträgerin ein *Frauenbild *transportiert, dass nicht das ist was ich als Ausdruck von Weltoffenheit oder "Moderne" verstehe

auch wenn du das sicher nicht so ganz ernst gemeint hast- ein Dirndl o. eine Tracht verkörpern lediglich Heimatverbundenheit in meinen Augen- mehr nicht.
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pelo schrieb:  


Raggamuffin schrieb:
Ich könnte auch argumentieren, dass eine Dirndlträgerin ein *Frauenbild *transportiert, dass nicht das ist was ich als Ausdruck von Weltoffenheit oder "Moderne" verstehe


auch wenn du das sicher nicht so ganz ernst gemeint hast- ein Dirndl o. eine Tracht verkörpern lediglich Heimatverbundenheit in meinen Augen- mehr nicht.

Ha! Mittlerweile vielleicht.
Trachten waren mit strengen Kleidungsvorschriften gekoppelt. Meine Omas haben bis zu ihrem Tod Tracht getragen. Meine Oma Mütterlicherseits hat einmal versucht sich "städtisch" zu kleiden und wurde von ihrer Mutter und älteren Bruder völlig zusammengeschlagen. Es galt in manchen Regionen bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Schande, wenn eine Frau Hosen trug, in unserer Region trugen erst ab den Vierzigerjahren manche Frauen etwas anderes und die wurden teilweise massiv angefeindet.
Man könnte also auch sagen, dass das Tragen von Tracht oder Dirndl zwar Heimatverbundeheit ausdrücken soll, und deshalb trägt man das heute, zu der Zeit als die Kleidung die einzige Wahl war, ging es dabei um etwas völlig anderes.
Meine Oma bspw hätte auch nie ohne Kopftuch unser Grundstück verlassen. Wäre für sie völlig undenkbar gewesen.
Sie ist übrigens 1992 verstorben. Die letzten Trachtträgerinnen bei uns im Dorf erst in den letzten paar Jahren.
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pelo schrieb:  


Raggamuffin schrieb:
Ich könnte auch argumentieren, dass eine Dirndlträgerin ein *Frauenbild *transportiert, dass nicht das ist was ich als Ausdruck von Weltoffenheit oder "Moderne" verstehe


auch wenn du das sicher nicht so ganz ernst gemeint hast- ein Dirndl o. eine Tracht verkörpern lediglich Heimatverbundenheit in meinen Augen- mehr nicht.

Ha! Mittlerweile vielleicht.
Trachten waren mit strengen Kleidungsvorschriften gekoppelt. Meine Omas haben bis zu ihrem Tod Tracht getragen. Meine Oma Mütterlicherseits hat einmal versucht sich "städtisch" zu kleiden und wurde von ihrer Mutter und älteren Bruder völlig zusammengeschlagen. Es galt in manchen Regionen bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Schande, wenn eine Frau Hosen trug, in unserer Region trugen erst ab den Vierzigerjahren manche Frauen etwas anderes und die wurden teilweise massiv angefeindet.
Man könnte also auch sagen, dass das Tragen von Tracht oder Dirndl zwar Heimatverbundeheit ausdrücken soll, und deshalb trägt man das heute, zu der Zeit als die Kleidung die einzige Wahl war, ging es dabei um etwas völlig anderes.
Meine Oma bspw hätte auch nie ohne Kopftuch unser Grundstück verlassen. Wäre für sie völlig undenkbar gewesen.
Sie ist übrigens 1992 verstorben. Die letzten Trachtträgerinnen bei uns im Dorf erst in den letzten paar Jahren.
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Fast bin ich versucht zu sagen: "Siehste."
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FrankenAdler schrieb:

Ich schätze die persönliche Freiheit, auch die Freiheit Elend zu wählen gehört dazu!

Eine fatalistische Einstellung, aus der Erfahrung deines Berufes heraus verständlich, aber nicht allgemeingültig.

FrankenAdler schrieb:

Schwierig wird es für mich, wenn jemand vollverschleiert einen Antrag der eine rechtsgültige Amtshandlung nach sich zieht stellen will. Dann wäre ich auf den Abgleich mit dem Ausweis angewiesen. Ähnlich sehe ich das mit Kindertagesstätten, versucht da jemand der für mich unkenntlich ist, Kinder abzuholen.

Und ei, da geht das nämlich mit dem offenen Gesicht. Bei der Einreise beispielsweise müssen die Frauen ihren Schleier heben - und tun dies ohne jedes Problem. Wie gesagt: mit Religion hat das nichts zu tun.
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WuerzburgerAdler schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
Ich schätze die persönliche Freiheit, auch die Freiheit Elend zu wählen gehört dazu!


Eine fatalistische Einstellung, aus der Erfahrung deines Berufes heraus verständlich, aber nicht allgemeingültig.

Und? Wie gehst du um mit den ganzen Frauen, die trotz massiver Prügel immer wieder zu den Männern zurück kehren? Willst du das dann auch verbieten?
Das ist nicht fatalistisch, das ist der Pluralität von Lebensentwürfen geschuldet, die so unvorstellbar groß ist. Und es ist nicht an mir, darüber zu entscheiden was davon ok ist und was nicht!

DAS ist meinem Beruf geschuldet!
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Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.

Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?
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Spielmacher71 schrieb:

Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.


Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?

du möchtest tatsächlich eine monarchisische diktatur mit deutschland vergleichen? ich hoffe du kommst dann zu dem ergebnis, dass es auf grund der hier existierenden umstände einfacher und besser ist. hier kann man verschleiert und unverschleiert herum laufen, in den von dir genannten ländern kann man das nicht. da wird man auch hingerichtet wenn man schwul ist. oder ausgepeitscht wenn man die falschen sachen sagt. die ziehst du ernstahft zum vergleich heran? die sind doch eher ein beispiel dafür, wie wir es nicht haben wollen.
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Fast bin ich versucht zu sagen: "Siehste."
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WuerzburgerAdler schrieb:

Fast bin ich versucht zu sagen: "Siehste."

Wie siehste?
Haben wir diese Kacke durch Verbote überwunden, oder durch gesellschaftliche Entwicklung?
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Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.

Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?
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Spielmacher71 schrieb:

Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.

Da bin ich ganz bei dir!

Spielmacher71 schrieb:

Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?

Möchtest du, weil du dieses Beispiel bringst, solche Vorgehensweisen in Deutschland?
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Spielmacher71 schrieb:

Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.

Da bin ich ganz bei dir!

Spielmacher71 schrieb:

Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?

Möchtest du, weil du dieses Beispiel bringst, solche Vorgehensweisen in Deutschland?
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Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.
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Spielmacher71 schrieb:

Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.

Da bin ich ganz bei dir!

Spielmacher71 schrieb:

Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?

Möchtest du, weil du dieses Beispiel bringst, solche Vorgehensweisen in Deutschland?
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FrankenAdler schrieb:  


Spielmacher71 schrieb:
Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.


Da bin ich ganz bei dir!


Spielmacher71 schrieb:
Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?


Möchtest du, weil du dieses Beispiel bringst, solche Vorgehensweisen in Deutschland?

dass ich mal Spielmacher erkläre
Er vergleicht zu recht, dass man auch Rücksicht auf die Kultur des jeweiligen Landes Rücksicht zu nehmen hat.
Umgekehrt wird das auch verlangt bspw. "Küssen in der Öffentlichkeit" wird in Dubai nicht erlaubt, wie man mir vor Ort beigebracht hat

Ob ein Burka Verbot wirklich notwendig ist, bin ich mir nicht sicher, dieser sehr sachliche Thread hat sehr interessante Pro/Contra Argumente, bspw. die vom fränkischen Adler sindnachdenkenswert
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Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.
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Spielmacher71 schrieb:

Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.

Du glaubst also mit eigener Intoleranz Toleranz fördern zu können?
Ich glaube, Intoleranz muss man verlernen, man kann sie nicht mit Zwang beseitigen. Man kann ihre sichtbaren Ausprägungen vielleicht aus dem öffentlichen Leben verbannen, aber mit Sicherheit ändert das nichts in den Köpfen.
Deshalb geht es für mich in dieser Diskussion auch nicht um das Verbannen von Intoleranz durch ein Burka-Verbot, sondern darum eins drauf zu setzen und mit Intoleranz nachzuziehen.
Das ist Einschränkung von Freiheit, das will ich nicht!
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FrankenAdler schrieb:  


Spielmacher71 schrieb:
Die Burka bzw. die Vollverschleierung ist eine Veranschaulichung des fundamentalistischen oder auch radikalen Islams und ein Verbot hat rein gar nichts mit der Einschränkung der Religionsfreiheit zutun.


Da bin ich ganz bei dir!


Spielmacher71 schrieb:
Wie verhält es sich denn, wenn eine westliche Frau mit offenen Haaren und Shorts durch Saudi-Arabien oder Dubai schlendert?


Möchtest du, weil du dieses Beispiel bringst, solche Vorgehensweisen in Deutschland?

dass ich mal Spielmacher erkläre
Er vergleicht zu recht, dass man auch Rücksicht auf die Kultur des jeweiligen Landes Rücksicht zu nehmen hat.
Umgekehrt wird das auch verlangt bspw. "Küssen in der Öffentlichkeit" wird in Dubai nicht erlaubt, wie man mir vor Ort beigebracht hat

Ob ein Burka Verbot wirklich notwendig ist, bin ich mir nicht sicher, dieser sehr sachliche Thread hat sehr interessante Pro/Contra Argumente, bspw. die vom fränkischen Adler sindnachdenkenswert
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Danke dir! Genau darum geht es! Ich habe das vorher im Beitrag #70 kurz zur Veranschaulichung erklärt.
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Spielmacher71 schrieb:

Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.

Du glaubst also mit eigener Intoleranz Toleranz fördern zu können?
Ich glaube, Intoleranz muss man verlernen, man kann sie nicht mit Zwang beseitigen. Man kann ihre sichtbaren Ausprägungen vielleicht aus dem öffentlichen Leben verbannen, aber mit Sicherheit ändert das nichts in den Köpfen.
Deshalb geht es für mich in dieser Diskussion auch nicht um das Verbannen von Intoleranz durch ein Burka-Verbot, sondern darum eins drauf zu setzen und mit Intoleranz nachzuziehen.
Das ist Einschränkung von Freiheit, das will ich nicht!
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FrankenAdler schrieb:

Das ist Einschränkung von Freiheit, das will ich nicht!

das Burka tragen ist auch eine Einschränkung der Freiheit, insofern es unfreiwillig ist und das ist das problem.....tragen die Fragen es freiwillig oder nicht, da habe ich keinerlei Bezug zu.

Dass Frauen sich verhüllen, finde ich höchstgradig merkwürdig, ob es ein elementares Problem ist, dass man gesetzlich regeln muss, da habe ich eher Zweifel. "Nicht alles was einem stört, muss man gesetzlich regeln", so oder ähnlich, habe ich neulich gelesen, war glaube ich vom sehr geschätzten Bundesinnenminister
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Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.
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Spielmacher71 schrieb:

Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.

deine frage war ob es in saudi arabien möglich wäre, dass eine frau unverschleiert durch die gegend läuft. meine antwort war, dass das eine diktatur (saudi-arabien) von einer demokratie (deutschland) unterscheidet. hier kann man frei wählen wie man herumlaufen möchte, dort nicht. was ist daran so schwer zu verstehen?

was ist denn an jemandem intolerant der eine burkini tragen möchte? und ich frage bewußt: möchte.

wenn du glaubst dass intoleranz eine lösung ist, dann sehen wir die welt und das leben völlig verschieden. ich glaube an größtmögliche individuelle freiheit, du an verbote.
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WuerzburgerAdler schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
Ich schätze die persönliche Freiheit, auch die Freiheit Elend zu wählen gehört dazu!


Eine fatalistische Einstellung, aus der Erfahrung deines Berufes heraus verständlich, aber nicht allgemeingültig.

Und? Wie gehst du um mit den ganzen Frauen, die trotz massiver Prügel immer wieder zu den Männern zurück kehren? Willst du das dann auch verbieten?
Das ist nicht fatalistisch, das ist der Pluralität von Lebensentwürfen geschuldet, die so unvorstellbar groß ist. Und es ist nicht an mir, darüber zu entscheiden was davon ok ist und was nicht!

DAS ist meinem Beruf geschuldet!
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FrankenAdler schrieb:

Und? Wie gehst du um mit den ganzen Frauen, die trotz massiver Prügel immer wieder zu den Männern zurück kehren? Willst du das dann auch verbieten?

Nein, das will ich nicht verbieten. Wo steht das denn?

Was ich verbieten will ist, dass Frauen hier, in unseren freiheitlichen Regionen, dazu gezwungen werden, sich vollzuverschleiern. Genauso wie es verboten ist, seine Frauen zu schlagen (dein Beispiel). Klar?
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Spielmacher71 schrieb:

Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.

Du glaubst also mit eigener Intoleranz Toleranz fördern zu können?
Ich glaube, Intoleranz muss man verlernen, man kann sie nicht mit Zwang beseitigen. Man kann ihre sichtbaren Ausprägungen vielleicht aus dem öffentlichen Leben verbannen, aber mit Sicherheit ändert das nichts in den Köpfen.
Deshalb geht es für mich in dieser Diskussion auch nicht um das Verbannen von Intoleranz durch ein Burka-Verbot, sondern darum eins drauf zu setzen und mit Intoleranz nachzuziehen.
Das ist Einschränkung von Freiheit, das will ich nicht!
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Das hat für mich nichts mit Einschränkung der Freiheit zutun, sondern lediglich mit einer "Zurschaustellung" des fundamentalistischen Islams. Wie der Würzi schon schieb, hat eine Vollverschleierung nichts mit Religionsfreiheit zutun, sondern mit der Symbolik des fundamentalistischen Islams. Deswegen sehe ich diese Salafistenbewegung um Vogel & Co. sehr kritisch...nein, ich lehne diese Richtung komplett ab.
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Spielmacher71 schrieb:

Ich verstehe eure Argumentation (deine & peter) nicht. Warum soll man hier Toleranz der Intoleranz dulden? Kann ich nicht nachvollziehen.

deine frage war ob es in saudi arabien möglich wäre, dass eine frau unverschleiert durch die gegend läuft. meine antwort war, dass das eine diktatur (saudi-arabien) von einer demokratie (deutschland) unterscheidet. hier kann man frei wählen wie man herumlaufen möchte, dort nicht. was ist daran so schwer zu verstehen?

was ist denn an jemandem intolerant der eine burkini tragen möchte? und ich frage bewußt: möchte.

wenn du glaubst dass intoleranz eine lösung ist, dann sehen wir die welt und das leben völlig verschieden. ich glaube an größtmögliche individuelle freiheit, du an verbote.
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peter schrieb:

wenn du glaubst dass intoleranz eine lösung ist, dann sehen wir die welt und das leben völlig verschieden. ich glaube an größtmögliche individuelle freiheit, du an verbote.

Nun, da gehe ich mit dir auch einig. Allerdings sollte Toleranz nicht so weit gehen, dass man Dinge toleriert, die inakzeptabel sind.

Wie gesagt: ob ein Verbot das richtige Mittel ist, weiß ich auch nicht. Akzeptieren oder tolerieren möchte ich diese Zwangsmaßnahme gegenüber muslimischen Frauen hierzulande aber keinesfalls.
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FrankenAdler schrieb:

Das ist Einschränkung von Freiheit, das will ich nicht!

das Burka tragen ist auch eine Einschränkung der Freiheit, insofern es unfreiwillig ist und das ist das problem.....tragen die Fragen es freiwillig oder nicht, da habe ich keinerlei Bezug zu.

Dass Frauen sich verhüllen, finde ich höchstgradig merkwürdig, ob es ein elementares Problem ist, dass man gesetzlich regeln muss, da habe ich eher Zweifel. "Nicht alles was einem stört, muss man gesetzlich regeln", so oder ähnlich, habe ich neulich gelesen, war glaube ich vom sehr geschätzten Bundesinnenminister
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Tafelberg schrieb:

das Burka tragen ist auch eine Einschränkung der Freiheit, insofern es unfreiwillig ist und das ist das problem.....tragen die Fragen es freiwillig oder nicht, da habe ich keinerlei Bezug zu.

meine Rede. Es muss die Möglichkeit geben, keine Burka zu tragen - und ich glaube die gibt es.
Subjektiv ist es natürlich teilweise anders. Aber da wo Frauen wirklich zur Verschleierung gegen ihren Willen gezwungen werden, würde man mit dem Verbot die Situation für diese Frauen nur verschärfen. Im Zweifelsfall würde da manch eines dieser Ar.schlöch.er von Ehemännern durchaus auf die Idee kommen, dass die Frauen dann gar nicht mehr vor die Tür dürfen.
Was willst du da machen?
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Das hat für mich nichts mit Einschränkung der Freiheit zutun, sondern lediglich mit einer "Zurschaustellung" des fundamentalistischen Islams. Wie der Würzi schon schieb, hat eine Vollverschleierung nichts mit Religionsfreiheit zutun, sondern mit der Symbolik des fundamentalistischen Islams. Deswegen sehe ich diese Salafistenbewegung um Vogel & Co. sehr kritisch...nein, ich lehne diese Richtung komplett ab.
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Spielmacher71 schrieb:

Wie der Würzi schon schieb, hat eine Vollverschleierung nichts mit Religionsfreiheit zutun, sondern mit der Symbolik des fundamentalistischen Islams.

Nur bedingt. Der Islam schreibt keinerlei Vollverschleierung vor. Traditionell ging die orientalische Frau extrem freizügig durchs Land. Bis das einigen Männern nicht mehr gefallen hat.


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