Alles rund um die AfD - 2018/19

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SGE_Werner schrieb:

So, jetzt habe ich mal meinen Wutbürger raus gelassen für heute. Steckt mich jemand jetzt in die AfD-Schublade?

Ja Werner, das hast du. Leider hast du dich aber auch dazu verstiegen es nur wenig genau mit der Realität zu halten!

SGE_Werner schrieb:

Übrigens zum Thema UmA , weil ich damit ja beruflich zu tun habe...

Du meinst, als Verwaltungsmensch hast du mit den Zahlen und Kosten rund um die UMAs zu tun, das sehe ich schon richtig oder?
Nun, ich habe mit den Menschen persönlich zu tun.
SGE_Werner schrieb:

An der Begleitung minderjähriger Flüchtlinge hängt im Bereich der Jugendhilfe dermaßen viel dran, ganz zu schweigen von der praktischen Überlastung bestehender Jugendhilfeangebote und der Neuerrichtung neuer Angebote, die aber teilweise nicht mal den Standards entsprechen können oder erst nach einiger Zeit. Verbunden ist das mit einem hohen finanziellen Aufwand. Wenn 35 % der UmA beim Alter geschummelt haben, dann reden wir hier von einem Differenzbetrag im hohen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr, evtl. auch im knappen Milliardenbereich.

Ja, die Versorgung von Kindern oder Jugendlichen im Vollstationären Bereich ist teuer und aufwändig. Tatsächlich hatten wir Ende 2015/Anfang 2016 die Situation, dass wir im Bereich der stationären Jugendhilfe Engpässe hatten. Landauf, Landab wurden dann neue Einrichtungen, größtenteils speziell für unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufgemacht. Ja, es kam da auch zu vermehrtem Augenzudrücken seitens der Heimaufsicht. Allerdings, soweit mir bekannt ist, nur sehr vorübergehend. Danach wurde zumindest in Bayern versucht die Standards einzuhalten. Mittlerweile haben bereits einige der geschaffenen Einrichtungen wieder zu gemacht. Es kann nicht die Rede davon sein, dass hier noch Engpässe bestünden, im Gegenteil. 2017 kamen kaum mehr Geflüchtete nach Deutschland. Die vegetieren in der Türkei in irgendwelchen Lagern vor sich hin oder landen auf irgend einem Sklavenmarkt in Lybien. So gesehen dürfte in dieser Beziehung die Welt des von dir skizzierten Durchschnitts-AfDlers in Ordnung sein.

SGE_Werner schrieb:

Dass man erst bei Straftaten da Altersprüfungen macht, wenn es um einen solchen Aufwand und bürokratischen Rattenschwanz dahinter geht, verstehe ich nicht. Da verstehe ich auch die SPD nicht. Es geht hier eben nicht nur um die Erschleichung von Leistungen, es geht da auch darum, dass wirkliche UmA oder Mitschüler falscher UmA nicht darunter leiden. Allein der Betreuungsschlüssel ist durch die schiere Masse bei z.B. betreuten Einzelwohnen für UmA nicht in vernünftigem Maß einzuhalten.

Hier wird es dann jetzt völlig hanebüchen!
Die Altersprüfung wird gemacht. Und wie. Als der große Run Mitte 2015 losging, wurde in Bayern von der Staatsregierung verfügt, dass das Landesjugendamt die Jugendämter in Bayern anweisen solle, die Altersprüfung durchzuführen. Um das auf den Punkt zu bringen: Sozialpädagogen wurden beauftragt durch eine Befragung festzustellen, ob Menschen aus einer völlig anderen Kultur, mit völlig anderen Sozialisationsbedingungen die dem angegebenen Alter entsprechende Reife vorweisen. Unser Hinweis, dass wir in keiner Weise qualifiziert wären, diese Prüfung vorzunehmen wurde abgeschmettert. Ich habe mich geweigert! Aber natürlich haben sich Kollegen gefunden, die das gemacht haben.
Einmal geprüft, so wie die Staatsregierung das festgelegt hat  - was für ein Hohn, dass der Herrmann sich jetzt hinstellt und flächendeckende Altersprüfung fordert - bedeutet, dass ein gültiger Verwaltungsakt stattgefunden hat und das Alter der "geprüften" Person damit rechtsgültig feststand.
Wie gesagt: Wenn sich die bayrische Staatsregierung jetzt nicht entblöden kann sowas raus zu lassen, dann kann ich nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte. Rückmeldung dazu wie völlig unprofessionell ihre damalige Regelung war, hatten sie zur Genüge. Auch von Berufsverbänden (GEW, Beamtenbund) wurde das thematisiert. Hat nur keine Sau interessiert! Schön dass du diese Geige mitspielst. Da du mit den UMAs arbeitest: Wusstest du von dieser Praxis nichts oder macht man das in BW anders?
Zur Mähr, die anderen würden drunter leiden möchte ich jetzt nichts sagen, damit ich nicht ausfällig werde!

SGE_Werner schrieb:

So was Dämliches.


An dieser Stelle muss ich dir mal recht geben!
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FA, Danke für deine Erläuterungen.

Sie führen mich zu einem Punkt, der hier überhaupt nicht angesprochen wurde. FA, du hast recht, die Altersprüfung gibt es in Bayern schon lange. Sogar per Röntgenaufnahme der Hand.

Ich habe ein einziges Mal einer solchen Prozedur beigewohnt. Man muss sich das ungefähr so vorstellen: da wurde ein 15-jähriges afrikanisches Mädchen, bei dem kein Mensch auf den Gedanken gekommen wäre, dass sie volljährig sein könnte, in eine Klinik gezerrt und eindeutig gegen ihren Willen geröntgt. Das Mädchen hatte noch nie eine Röntgenapparatur gesehen, verstand kein Wort von dem, was Ärzte und Polizisten sagten, hatte große Angst, weinte. Meinen Französischkenntnissen ist es zu verdanken, dass ich sie einigermaßen beruhigen konnte, aber trotzdem musste sie mit Gewalt festgehalten werden. Für sie war es eine Tortur, entwürdigend und extrem verängstigend.

Ich habe mich damals sehr geschämt. Man behandelt mitunter - auch heute - Asylbewerber wie Verbrecher. Zäune, Residenzpflicht, Anpflaumen, nach Belieben in der Republik herumschicken, zwangsröntgen und vieles andere mehr.

Vielleicht habe ich auch einen anderen Blick auf die Sache, weil ich mit vielen ganz normalen, einfachen, aber verstörten, traumatisierten, verzweifelten und perspektivlosen Menschen zu tun habe und mein Focus weniger auf den Idioten liegt, die hier Verbrechen begehen.
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Mich überrascht der Anstieg nicht. Mich würden auch 16, 17 % nicht wundern.
Vorsicht: Jetzt kommt ein AfD-Wähler-Versteher-Beitrag.

Man stelle sich folgenden Fall vor...

Ein Wähler, bis jetzt immer Unionswähler, möchte, dass der Staat funktioniert, dass der Staat ihn schützt. Er ist der Meinung, dass jeder sich ausweisen können muss, dass jeder, der Geld haben will, genauso seine Daten offenlegen muss, wie andere auch bei jedem Hartz4-Antrag oder einem BAföG-Antrag. Dass jemand, der betrügt, bestraft wird. Dass jemand, der kein Bleiberecht hat, gehen muss.

Und jetzt ist die Partei, die immer dafür gestanden hat, seit 12 Jahren in der Regierung und hat zugelassen, dass all das nicht mehr erfüllt werden kann. Dass Amri ein Dutzend Identitäten haben kann, dass abgelehnte Asylbewerber aus Marokko nicht abgeschoben werden, dass Flüchtlinge ohne Pass hier her kommen und Leistungen erhalten, unter anderem Leistungen aus dem Bereich der UmA-Jugendhilfe für Minderjährige, obwohl sie vermutlich nicht minderjährig sind (35 % sind laut Tests im Saarland erwachsen und nicht jugendlich). Dass diese Menschen dann noch Straftaten an jungen Frauen begehen...

Wen soll dieser Mensch jetzt wählen? Und wie glaubhaft ist der langsame Rechtsruck der Union unter Merkel, der Kanzlerin, die für dieses Staatsversagen politisch letztlich die Verantwortung trägt?

Solange die AfD die einzige Alternative für diese Menschen und ihre Politikwünsche darstellt, wird die AfD genug Zulauf bekommen. Und mit jedem Kandel-Vorfall werden es immer mehr.

Kurzum: Man macht es der AfD verdammt leicht. So leicht, dass selbst die rechtsradikalen Gedankengänge mancher ihrer Politiker nicht mal mehr einige Wähler davon abhalten, angeekelt lieber zuhause zu bleiben bei einem Wahlgang. Das ist kein Ruhmesblatt für diese Gesellschaft. Weder für die Union, noch für die AfD-Wählerschaft.

Ich bin immer noch der Meinung, dass irgendwann sich aus der CDU eine eigene Gruppierung abspalten könnte, die irgendwo auf CSU-Linie liegt. Sozusagen die WASG der Union.
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SGE_Werner schrieb:

Ich bin immer noch der Meinung, dass irgendwann sich aus der CDU eine eigene Gruppierung abspalten könnte, die irgendwo auf CSU-Linie liegt. Sozusagen die WASG der Union.



Im Grunde hätte man das ja schon, wenn einfach die Union aus CDU und CSU beendet werden würde, die CDU auch in Bayern und die CSU bundesweit antreten würde. Es wäre für mich eigentlich auch die logische Konsequenz aus den Debatten der letzten 2 Jahren.

Und es stört mich ohnehin schon seit langem, permanent von einer Partei regiert zu werden, die ich überhaupt nicht wählen kann. Ich konnte glaube ich 2013 gar nicht für eine Partei abstimmen, die die Ausländermaut im Wahlprogramm hatte, trotzdem soll sie kommen. Das würde mich im übrigen auch stören, wenn ich in Bayern leben würde und die CDU nicht wählen könnte.

Bei einer Koalition, kann ich immer noch entscheiden, wen ich von den koalierenden Parteien wähle. So führt zwar sowohl CDU als auch FDP Stimme wohl zu einer Kanzlerin Merkel. Aber es kann aus meiner Sicht für die Ausrichtung der Regierung ein Unterschied sein, ob jetzt die CDU 40 % und die FDP 5 %, oder ob die CDU 32 % und die FDP 14 % hat. Im Verhältnis CDU / CSU kann ich dies nicht beeinflussen und das trotz mittlerweile recht großen Unterschieden. So ist mit ner Stimme für CDU /CSU keinerlei Aussage verbunden, ob ich in der Flüchtlingsfrage auf Seiten von Merkel oder von Seehofer bin. Und wenn ich Merkel meine direkte Stimme auf keinen Fall geben will, ist es da fast nicht konsequent als CSU Anhänger die AfD zu wählen?

Ich denke, hätte die CSU, als sie deutlich von Merkel abrückte, dies mit der Konsequenz belegt die Union aufzukündigen und aus der Regierung auszutreten. Hätte man sich in den knapp 2 Jahren bundesweit als eigenständige Partei rechts von der CSU etablieren können, wahrscheinlich mit einer Vielzahl regional bekannter CDU Politiker. Die AfD wäre eine Randerscheinung in Ostdeutschland und es würde längst eine Koalition aus CDU, CSU und FDP das Land regieren. Aber alleine schon, weil es die Gefahr bringen würde, dass in Bayern vielleicht irgendwann mal CDU stärker sein könnte als CSU und man dann nicht mehr die sichere Macht in Bayern hätte, wird die CSU diesen Schritt wohl nie gehen.
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FA, Danke für deine Erläuterungen.

Sie führen mich zu einem Punkt, der hier überhaupt nicht angesprochen wurde. FA, du hast recht, die Altersprüfung gibt es in Bayern schon lange. Sogar per Röntgenaufnahme der Hand.

Ich habe ein einziges Mal einer solchen Prozedur beigewohnt. Man muss sich das ungefähr so vorstellen: da wurde ein 15-jähriges afrikanisches Mädchen, bei dem kein Mensch auf den Gedanken gekommen wäre, dass sie volljährig sein könnte, in eine Klinik gezerrt und eindeutig gegen ihren Willen geröntgt. Das Mädchen hatte noch nie eine Röntgenapparatur gesehen, verstand kein Wort von dem, was Ärzte und Polizisten sagten, hatte große Angst, weinte. Meinen Französischkenntnissen ist es zu verdanken, dass ich sie einigermaßen beruhigen konnte, aber trotzdem musste sie mit Gewalt festgehalten werden. Für sie war es eine Tortur, entwürdigend und extrem verängstigend.

Ich habe mich damals sehr geschämt. Man behandelt mitunter - auch heute - Asylbewerber wie Verbrecher. Zäune, Residenzpflicht, Anpflaumen, nach Belieben in der Republik herumschicken, zwangsröntgen und vieles andere mehr.

Vielleicht habe ich auch einen anderen Blick auf die Sache, weil ich mit vielen ganz normalen, einfachen, aber verstörten, traumatisierten, verzweifelten und perspektivlosen Menschen zu tun habe und mein Focus weniger auf den Idioten liegt, die hier Verbrechen begehen.
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du hast einen menschlichen blick auf diese dinge, würzi.

eine gesellschaft kennzeichnet, wie sie mit ihren schwächsten umgeht. flüchtlinge gehören dazu.
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du hast einen menschlichen blick auf diese dinge, würzi.

eine gesellschaft kennzeichnet, wie sie mit ihren schwächsten umgeht. flüchtlinge gehören dazu.
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Xaver08 schrieb:

du hast einen menschlichen blick auf diese dinge, würzi.

eine gesellschaft kennzeichnet, wie sie mit ihren schwächsten umgeht. flüchtlinge gehören dazu.


Naja. All diese Dinge werden in solchen Diskussionen überhaupt nicht erörtert. Sie existieren einfach nicht. Es existiert keine Raumnot, keine quälende Enge, kein Zusammenleben verschiedenster Ethnien, Nationalitäten und Religionen auf kleinstem Raum, keine Gängeleien, Drohungen mit Abschiebung, kein banges Warten auf den nächsten Entscheidungstermin irgendeines Gerichts, keine Geldnot, keine Zwangsverschickung in andere Städte, keine Pöbeleien oder gar Angriffe.

Nichts davon spielt in der Wahrnehmung eine Rolle. Es geht immer nur um Zahlen, Obergrenzen und Zumutbarkeiten. Zumutbarkeiten unsererseits, versteht sich. Dem Flüchtling an sich ist alles zuzumuten. Und dazu soll er noch recht brav sein, sich unauffällig bewegen und sich stumm in sein Schicksal fügen, das wir mit allerlei Willkür noch verschlimmern.
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AdlerBonn schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Dass man erst bei Straftaten da Altersprüfungen macht, wenn es um einen solchen Aufwand und bürokratischen Rattenschwanz dahinter geht, verstehe ich nicht.

Welche Vorteile hat denn jemand konkret, der als minderährig gilt?

Ein unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter wird nach Paragraph 27 i.V.m. Paragraph 33 oder 34 SGB VIII betreut. Das heißt, dass eine normale Versorgung im Rahmen der Jugenhilfe im Vollstationärem Bereich (33 = Pflegefamilie, 34 = Heimerziehung) geleistet wird. Neben der wesentlich angenehmeren Wohnform im Vergleich zu einer Asylbewerberunterkunft wird auch Förderung und Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal geleistet und ein gerichtlich bestellter Vormund zur Seite gestellt. Darüber hinaus können nach geltender Rechtslage alleinstehende minderjährige Geflüchtete nicht einfach abgeschoben werden, unabhängig von der Lage im Herkunftsland.
Das nur mal als grobe Zusammenfassung. Da gibt es noch mehr Details.
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FrankenAdler schrieb:

AdlerBonn schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Dass man erst bei Straftaten da Altersprüfungen macht, wenn es um einen solchen Aufwand und bürokratischen Rattenschwanz dahinter geht, verstehe ich nicht.

Welche Vorteile hat denn jemand konkret, der als minderährig gilt?

Ein unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter wird nach Paragraph 27 i.V.m. Paragraph 33 oder 34 SGB VIII betreut. Das heißt, dass eine normale Versorgung im Rahmen der Jugenhilfe im Vollstationärem Bereich (33 = Pflegefamilie, 34 = Heimerziehung) geleistet wird. Neben der wesentlich angenehmeren Wohnform im Vergleich zu einer Asylbewerberunterkunft wird auch Förderung und Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal geleistet und ein gerichtlich bestellter Vormund zur Seite gestellt. Darüber hinaus können nach geltender Rechtslage alleinstehende minderjährige Geflüchtete nicht einfach abgeschoben werden, unabhängig von der Lage im Herkunftsland.
Das nur mal als grobe Zusammenfassung. Da gibt es noch mehr Details.


Ich möchte das mal aus hessischer Sicht (bin im Schuldienst) ergänzen. Minderjährige dürfen (müssen), wenn sie noch nicht 16 sind, eine Schule besuchen (zunächst in einer Intensivklasse oder einem Intensivkurs) und haben so die Möglichkeit auf einen Abschluss. Ab 16 gibt es die Möglichkeit zur Teilnahme in einer InteA-Klasse (Intergration und Anschluss -früher: Abschluss...anderes Thema). Das Problem des korrekten Alters besteht im Übrigen nicht nur bei unbegleiteten Minderjährigen, auch bei Minderjährigen, die mit ihrer Familie kommen, bestehen manchmal erhebliche Zweifel am tatsächlichen Alter. Auf der anderen Seite kommen auch unbegleitete nicht immer ohne Papiere, bei uns ist es sogar der Regelfall, dass Papiere, die Rückschlüsse über das Alter (nicht das Geburtsdatum, das ist meist am 01.01.) geben können, vorhanden sind oder beschafft werden können (Ja auch in Afghanistan gibt es Faxgeräte und Schulen, die Zeugnisse ausstellen.). (Extrem-)Beispiele aus der Praxis gefällig? Einmal kam ein Mann ins Schulamt, der steif und fest behauptete, sein Sohn wäre 2009 geboren. Er wollte ihn einschulen lassen, da der Sohn auf dem Stuhl aber kaum mit den Beinen auf den Boden kam, forschten wir mit einem Dolmetscher nach. Ergebnis: Das Kind war erst dreieinhalb. Hintergrund war, dass der Mann als Analphabet Schwierigkeiten hatte, den islamischen Kalender umzurechnen, in Gießen im Aufnahmelager hatte man ihm geraten, er solle stets 2009 als Geburtsdatum angeben. Anderes Beispiel: Man schicke uns zwei Afghanen, die schon offensichtlich ergraut waren als 15-Jährige. Wir haben uns gewehrt, später stellte man fest, dass sie schon um die 30 Jahre alt waren. Wo die Probleme sind? Sobald Erwachsene als Kinder in deutsche Schulen kommen und da dann natürlich auch wie Kinder behandelt werden, kommt es natürlich zu Problemen, die von renitentem Verhalten über sexuelle Belästigung bis hin zur Gewalt gehen, das sind zwar - wie gesagt - die Ausnahmen, dennoch für mich genug Anlass mir eine Altersfeststellung in Zweifelsfällen zu wünschen, die kompetenter ist als die, welche anscheinend die momentane Praxis darstellt.

Einträchtliche Grüße
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AdlerBonn schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Dass man erst bei Straftaten da Altersprüfungen macht, wenn es um einen solchen Aufwand und bürokratischen Rattenschwanz dahinter geht, verstehe ich nicht.

Welche Vorteile hat denn jemand konkret, der als minderährig gilt?

Ein unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter wird nach Paragraph 27 i.V.m. Paragraph 33 oder 34 SGB VIII betreut. Das heißt, dass eine normale Versorgung im Rahmen der Jugenhilfe im Vollstationärem Bereich (33 = Pflegefamilie, 34 = Heimerziehung) geleistet wird. Neben der wesentlich angenehmeren Wohnform im Vergleich zu einer Asylbewerberunterkunft wird auch Förderung und Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal geleistet und ein gerichtlich bestellter Vormund zur Seite gestellt. Darüber hinaus können nach geltender Rechtslage alleinstehende minderjährige Geflüchtete nicht einfach abgeschoben werden, unabhängig von der Lage im Herkunftsland.
Das nur mal als grobe Zusammenfassung. Da gibt es noch mehr Details.
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FrankenAdler schrieb:

Ein unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter wird nach Paragraph 27 i.V.m. Paragraph 33 oder 34 SGB VIII betreut. Das heißt, dass eine normale Versorgung im Rahmen der Jugenhilfe im Vollstationärem Bereich (33 = Pflegefamilie, 34 = Heimerziehung) geleistet wird. Neben der wesentlich angenehmeren Wohnform im Vergleich zu einer Asylbewerberunterkunft wird auch Förderung und Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal geleistet und ein gerichtlich bestellter Vormund zur Seite gestellt. Darüber hinaus können nach geltender Rechtslage alleinstehende minderjährige Geflüchtete nicht einfach abgeschoben werden, unabhängig von der Lage im Herkunftsland.
Das nur mal als grobe Zusammenfassung. Da gibt es noch mehr Details.

Danke!
Dann sehe ich aber wenig Sinn darin eine Altersfeststellung bereits bei Einreise vor zu nehmen um Straftaten vor zu beugen. Als erwachsener Asylbewerber kann man sich offenbar viel freier und eigenverantwortlicher bewegen. Der einzige Grund warum man sich als minderjährig ausgibt ist dann vermutlich das Bleiberecht. Vielleicht hat man eine bessere Wohnsituation, aber dafür muss man andere Restriktionen in Kauf nehmen die ein junger Mensch nun nicht immer so schön findet.

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FrankenAdler schrieb:

Ein unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter wird nach Paragraph 27 i.V.m. Paragraph 33 oder 34 SGB VIII betreut. Das heißt, dass eine normale Versorgung im Rahmen der Jugenhilfe im Vollstationärem Bereich (33 = Pflegefamilie, 34 = Heimerziehung) geleistet wird. Neben der wesentlich angenehmeren Wohnform im Vergleich zu einer Asylbewerberunterkunft wird auch Förderung und Betreuung durch pädagogisches Fachpersonal geleistet und ein gerichtlich bestellter Vormund zur Seite gestellt. Darüber hinaus können nach geltender Rechtslage alleinstehende minderjährige Geflüchtete nicht einfach abgeschoben werden, unabhängig von der Lage im Herkunftsland.
Das nur mal als grobe Zusammenfassung. Da gibt es noch mehr Details.

Danke!
Dann sehe ich aber wenig Sinn darin eine Altersfeststellung bereits bei Einreise vor zu nehmen um Straftaten vor zu beugen. Als erwachsener Asylbewerber kann man sich offenbar viel freier und eigenverantwortlicher bewegen. Der einzige Grund warum man sich als minderjährig ausgibt ist dann vermutlich das Bleiberecht. Vielleicht hat man eine bessere Wohnsituation, aber dafür muss man andere Restriktionen in Kauf nehmen die ein junger Mensch nun nicht immer so schön findet.

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Genau so ist das. Genauso, wie sich Flüchtlinge jünger machen wollen, um die Chancen auf ein Bleiberecht zu vergrößern, gibt es auch welche, die sich älter machen, um sich besser bewegen zu können. Zum Beispiel, um zu gleichen Nationalitäten oder Ethnien zu gelangen oder Familienangehörige zu finden oder zu besuchen.

Sowas gehört sich natürlich gar nicht im Land der Abgasbetrüger und Steuerschwindler.
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FrankenAdler schrieb:

Ich glaube Nur, dass dein "Weg des Verstehens" von AfD Sympathisanten der falsche Ansatz ist.


Es geht mir um die Probleme in unserer Gesellschaft/Politik, die gewisse Wählerschaften zur AfD getrieben haben. Und wenn ich die Probleme genauso sehe, geht es mir weniger um das Verstehen der AfD Sympathisanten (ich weiß nicht, wie man mit dieser Partei sympathisieren kann, wo jemand wie Höcke oder Maier wichtige Positionen einnehmen), als um deren sachlichen Anliegen, auch wenn die gefühlt bei manchen AfD-Anhängern vor lauter Schaum vorm Mund ja kaum noch durchdringen.

Und zu diesen Problemen zählt z.B. die Überforderung der Institutionen mit 1 Mio Flüchtlinge und die Folgewirkungen dessen. Der Unterschied ist, dass ich das aber sachlich angehen will und nicht die Flüchtlinge dafür verantwortlich mache. So unhuman, wie es manche AfDler sind, die dann nur gegen die Flüchtlinge hetzen oder von Einzelnen auf Alle schließen oder die einfach nur verlogen sind, bin ich ja hoffentlich nicht.

Ich kenne eben Menschen, die konstante CDU-Wähler sind, aber die AfD gewählt haben, weil sie dieses Staatsversagen und sorry, ich nenne es wirklich so, nicht unkommentiert lassen wollen. Und wenn niemand Verantwortung für das Versagen auf mehreren Ebenen übernimmt, dann darf man sich nicht wundern, wenn die AfD ihre Stimmanteile hält.

Es geht mir weniger um eine rechtere Politik, als um eine konsequentere Durchsetzung bestehender Gesetze. Und es geht mir darum, dass die Verantwortlichen auf kommunaler und Landes-Ebene mit dem ausgestattet werden, was sie benötigen, um diese Menschen auch zu integrieren. Und da hapert es gewaltig, wie ich mittlerweile selbst feststellen durfte. Wir können nicht hunderttausende junge Menschen , zu einem erheblichen Teil ohne Abschluss, einfach so integrieren. Das kostet Geld, das kostet Personal, das kostet Zeit. Und es ist mit vielen Rückschlägen verbunden. Wenn es aber an alledem fehlt und auch noch an Akzeptanz und Geduld in Teilen der Bevölkerung, dann kann das auf Dauer nur darin enden, dass die einzige Partei, die gegen all das ist, gewählt wird.

Es gibt eben einen nicht unerheblichen Teil an Wähler, die gegen die Flüchtlingspolitik, gegen Migration im größeren Ausmaß (Nettozuwanderung im mittleren sechsstelligen Bereich z.B.) , gegen die Auswirkungen der Globalisierung usw. sind. Wenn keine Partei mehr auf diese wahrscheinlich 30, 40 % der Bevölkerung eingeht und die AfD alleine sich um diese Menschen kümmern darf, dann darf man sich eben auch nicht beschweren.
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SGE_Werner schrieb:

Wenn keine Partei mehr auf diese wahrscheinlich 30, 40 % der Bevölkerung eingeht und die AfD alleine sich um diese Menschen kümmern darf, dann darf man sich eben auch nicht beschweren


ich wage zu bezweifeln, dass die AfD irgendeinen konstruktiven Lösungsansatz hat
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SGE_Werner schrieb:

Wenn keine Partei mehr auf diese wahrscheinlich 30, 40 % der Bevölkerung eingeht und die AfD alleine sich um diese Menschen kümmern darf, dann darf man sich eben auch nicht beschweren


ich wage zu bezweifeln, dass die AfD irgendeinen konstruktiven Lösungsansatz hat
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Tafelberg schrieb:

ich wage zu bezweifeln, dass die AfD irgendeinen konstruktiven Lösungsansatz hat

     


Darum geht es ja auch nicht. Sie sind aber gegen Flüchtlinge und Migranten. So wie ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung. Die anderen Parteien sind dafür. Da geht es dann wohl nicht um Konzepte, sondern um Positionen.
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Genau so ist das. Genauso, wie sich Flüchtlinge jünger machen wollen, um die Chancen auf ein Bleiberecht zu vergrößern, gibt es auch welche, die sich älter machen, um sich besser bewegen zu können. Zum Beispiel, um zu gleichen Nationalitäten oder Ethnien zu gelangen oder Familienangehörige zu finden oder zu besuchen.

Sowas gehört sich natürlich gar nicht im Land der Abgasbetrüger und Steuerschwindler.
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WuerzburgerAdler schrieb:

Sowas gehört sich natürlich gar nicht im Land der Abgasbetrüger und Steuerschwindler.


Ist das nicht auch derailing? Oder besteht da ein Zusammenhang, den ich übersehen habe?

Einträchtliche Grüße

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WuerzburgerAdler schrieb:

Sowas gehört sich natürlich gar nicht im Land der Abgasbetrüger und Steuerschwindler.


Ist das nicht auch derailing? Oder besteht da ein Zusammenhang, den ich übersehen habe?

Einträchtliche Grüße

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Motoguzzi999 schrieb:

WuerzburgerAdler schrieb:

Sowas gehört sich natürlich gar nicht im Land der Abgasbetrüger und Steuerschwindler.


Ist das nicht auch derailing? Oder besteht da ein Zusammenhang, den ich übersehen habe?


Nee, nur ein bissel polemisch. Ich wollte damit erstens die Verhältnismäßigkeit aufzeigen, mit der wir strengstens Dinge von manchen erwarten, die wir bei anderen locker mal durchgehen lassen und zweitens einen kleinen Hinweis darauf geben, dass wir genug Grund hätten, uns über andere Dinge aufzuregen als Altersschummeleien von Flüchtlingen.
Aber die Polemik dahinter räume ich gerne ein.
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Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.

Frage für einen Freund, bin für konkrete Hinweise dankbar.
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Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.

Frage für einen Freund, bin für konkrete Hinweise dankbar.
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reggaetyp schrieb:

Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.


Darf ich mal richtig polemisch sein: Frag die Eltern von Maria und Mia und die Angehörigen der Breitscheidplatz-Opfer.

So, aber zurück zu Deiner Frage: Bei uns ist es recht einfach. Wir betreuen fast drei Mal so viele Jugendhilfeeinrichtungen bei gleichbleibendem Personal, welches dann aus Überforderung sich wegbewirbt und damit das Problem noch mehr verschlimmert wird. Dafür können aber die Flüchtlinge weniger was dafür, sondern die Politik, die auf die Flüchtlingssituation nicht reagiert hat.
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reggaetyp schrieb:

Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.


Darf ich mal richtig polemisch sein: Frag die Eltern von Maria und Mia und die Angehörigen der Breitscheidplatz-Opfer.

So, aber zurück zu Deiner Frage: Bei uns ist es recht einfach. Wir betreuen fast drei Mal so viele Jugendhilfeeinrichtungen bei gleichbleibendem Personal, welches dann aus Überforderung sich wegbewirbt und damit das Problem noch mehr verschlimmert wird. Dafür können aber die Flüchtlinge weniger was dafür, sondern die Politik, die auf die Flüchtlingssituation nicht reagiert hat.
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SGE_Werner schrieb:

Wir betreuen fast drei Mal so viele Jugendhilfeeinrichtungen bei gleichbleibendem Personal, welches dann aus Überforderung sich wegbewirbt und damit das Problem noch mehr verschlimmert wird. Dafür können aber die Flüchtlinge weniger was dafür, sondern die Politik, die auf die Flüchtlingssituation nicht reagiert hat.

Vielleicht liegt das auch daran, dass es nicht opportun erscheint, mehr Geld resp. Ressourcen und Energien für Flüchtlinge aufzuwenden, die ohnehin keiner haben will und die "schuld" daran sind, dass eine rechte Konkurrenzpartei die Stimmen klaut, als unbedingt nötig.
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SGE_Werner schrieb:

Wir betreuen fast drei Mal so viele Jugendhilfeeinrichtungen bei gleichbleibendem Personal, welches dann aus Überforderung sich wegbewirbt und damit das Problem noch mehr verschlimmert wird. Dafür können aber die Flüchtlinge weniger was dafür, sondern die Politik, die auf die Flüchtlingssituation nicht reagiert hat.

Vielleicht liegt das auch daran, dass es nicht opportun erscheint, mehr Geld resp. Ressourcen und Energien für Flüchtlinge aufzuwenden, die ohnehin keiner haben will und die "schuld" daran sind, dass eine rechte Konkurrenzpartei die Stimmen klaut, als unbedingt nötig.
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WuerzburgerAdler schrieb:

Vielleicht liegt das auch daran, dass es nicht opportun erscheint, mehr Geld resp. Ressourcen und Energien für Flüchtlinge aufzuwenden, die ohnehin keiner haben will und die "schuld" daran sind, dass eine rechte Konkurrenzpartei die Stimmen klaut, als unbedingt nötig.
     


Möglich. Naja, wenigstens war Geld für Griechenland und die Banken da... Oh... Das war jetzt radikale Rhetorik...

Generell fragt man sich wirklich, wohin das Geld fließt und ob das alles so Sinn macht.
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Interessante Wendung, die dieser Thread nimmt.

Erst die Flüchtlinge, dann Griechenland.
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Ansonsten muss ich sagen, den Humanismus von Dir, Würzi, in allen Ehren...

Wenn man sich mit einem Dutzend Flüchtlinge unterhalten hat (7 aus Syrien, 4 aus Irak, 1 aus Eritrea) , dann ist man noch zerrissener zwischen Mitgefühl und AfD-Denken.

Du hörst Dir die Geschichte des Menschen gegenüber an, denkst Dir, wow, geht es uns gut (vor allem wenn es dann um zerfetzte Kindergedärme geht) und dann sagt er Dir "Naja, in der Türkei im Flüchtlingslager war es ok, aber ich wollte ja noch was aus meinem Leben machen und da war Deutschland mein Hauptziel". Das ist menschlich verständlich, aber fällt für mich nicht mehr unter das Asylrecht.

Oder Du hörst die völlig überzogenen Erwartungen, mit denen manche hierher gekommen sind. Da haben einige gedacht, dass sie so ganz ohne Abschluss nach einem Jahr eine Wohnung und eine Arbeitsstelle haben und Goldbarren an den Bäumen wachsen. Das ist wirklich verrückt.

Das ist nichts, was ich bei einer Person gehört habe. Nein, bei fast allen von den zwölfen. Du sitzt da nur fassungslos... Um einen (Syrer) kümmere ich mich ja oft noch, helfe ihm bei Behördensachen etc. , dem habe ich wirklich erstmal erklärt, wie hier in Deutschland so manches läuft. Der war geschockt. Das ist ein Kulturschock.

Da sitzt jemand bei uns in gemütlicher Runde abends und sagt "Also, ich würde nie eine Frau heiraten, die mir nicht gehorcht" und die beiden anderen Flüchtlinge am Tisch pflichten ihm bei.
Das sind alles sonst korrekte Typen, mit denen ich mich prima verstehe, mit denen man die Liebe am Fußball z.B. teilt, aber dann merkst Du mal, aus welcher Kultur die kommen und überlegst: Kann es klappen, diese Menschen zu integrieren?

Ich bin mittlerweile total zerrissen. Ich sehe die Gefahren, aber ich sehe auch den Menschen gegenüber. Ich sehe seine Gefühle, seine Wünsche, seine Sorgen.  Seine Tränen, weil er nicht weiß, wie es seiner Mutter geht usw.

Das ist ein scheiss Gefühl. Wie will man aus diesem zerrissenen Gefühlschaos eine vernünftige politische Entscheidung treffen können? Ich will es mir eben nicht so leicht machen wie so mancher AfDler, der dann einfach sagt "Alle raus, Grenzen zu". Aber ich will auch die Realitäten anerkennen. Und zu den Realitäten gehört eben auch, dass ein Teil der Bevölkerung nicht bereit ist, manche Dinge mitzutragen. Dass ein Teil der Bevölkerung gar rassistisch oder/und islamophob ist. Natürlich kann man über ein paar Rechtsradikale hinweg regieren, aber nicht dauerhaft über erhebliche Teile der Bevölkerung.

Mehr möchte ich jetzt auch zu dem Thema nicht mehr sagen. Man wird mich eh nicht verstehen. Meinungen mit einem breiten Ideologiespektrum sind ja nicht so populär in diesen Tagen.
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WuerzburgerAdler schrieb:

Vielleicht liegt das auch daran, dass es nicht opportun erscheint, mehr Geld resp. Ressourcen und Energien für Flüchtlinge aufzuwenden, die ohnehin keiner haben will und die "schuld" daran sind, dass eine rechte Konkurrenzpartei die Stimmen klaut, als unbedingt nötig.
     


Möglich. Naja, wenigstens war Geld für Griechenland und die Banken da... Oh... Das war jetzt radikale Rhetorik...

Generell fragt man sich wirklich, wohin das Geld fließt und ob das alles so Sinn macht.
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Interessant finde ich ja, dass du Werner zum einen (völlig zu Recht) die mangelnden Integrationsbemühungen ansprichst, zum anderen aber die "vielleicht Milliarden" beklagst, die über Jugendhilfe in die Förderung, Ausbildung und nicht zuletzt Integration junger Geflüchteter fließt.
Ich würde sagen, dass es ein Segen ist, wenn tatsächlich 30% als jünger durchgehen, weil dann eben 30% die ansonsten über Jahre in Massenunterkünfte eine Idee von Ghettoisierung erfahren, ordentlich gefördert werden.
Natürlich ist das dann aus dem falschen Topf. Eigentlich! Ich neige eher dazu zu problematisieren warum in den allermeisten Jugendämtern der Paragraph 41, Hilfe für junge Erwachaene nicht zum Tragen kommt.
Darüber würde ich gerne diskutieren. Und wie WA wünsche auch ich mir, dass es in diesem Land wieder gelingt die Menschen wahrzunehmen und im den Mittelpunkt zu stellen, statt als nur darüber zu diskutieren wie man das demokratische Spektrum Rechtskompatibel bekommt!
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Ansonsten muss ich sagen, den Humanismus von Dir, Würzi, in allen Ehren...

Wenn man sich mit einem Dutzend Flüchtlinge unterhalten hat (7 aus Syrien, 4 aus Irak, 1 aus Eritrea) , dann ist man noch zerrissener zwischen Mitgefühl und AfD-Denken.

Du hörst Dir die Geschichte des Menschen gegenüber an, denkst Dir, wow, geht es uns gut (vor allem wenn es dann um zerfetzte Kindergedärme geht) und dann sagt er Dir "Naja, in der Türkei im Flüchtlingslager war es ok, aber ich wollte ja noch was aus meinem Leben machen und da war Deutschland mein Hauptziel". Das ist menschlich verständlich, aber fällt für mich nicht mehr unter das Asylrecht.

Oder Du hörst die völlig überzogenen Erwartungen, mit denen manche hierher gekommen sind. Da haben einige gedacht, dass sie so ganz ohne Abschluss nach einem Jahr eine Wohnung und eine Arbeitsstelle haben und Goldbarren an den Bäumen wachsen. Das ist wirklich verrückt.

Das ist nichts, was ich bei einer Person gehört habe. Nein, bei fast allen von den zwölfen. Du sitzt da nur fassungslos... Um einen (Syrer) kümmere ich mich ja oft noch, helfe ihm bei Behördensachen etc. , dem habe ich wirklich erstmal erklärt, wie hier in Deutschland so manches läuft. Der war geschockt. Das ist ein Kulturschock.

Da sitzt jemand bei uns in gemütlicher Runde abends und sagt "Also, ich würde nie eine Frau heiraten, die mir nicht gehorcht" und die beiden anderen Flüchtlinge am Tisch pflichten ihm bei.
Das sind alles sonst korrekte Typen, mit denen ich mich prima verstehe, mit denen man die Liebe am Fußball z.B. teilt, aber dann merkst Du mal, aus welcher Kultur die kommen und überlegst: Kann es klappen, diese Menschen zu integrieren?

Ich bin mittlerweile total zerrissen. Ich sehe die Gefahren, aber ich sehe auch den Menschen gegenüber. Ich sehe seine Gefühle, seine Wünsche, seine Sorgen.  Seine Tränen, weil er nicht weiß, wie es seiner Mutter geht usw.

Das ist ein scheiss Gefühl. Wie will man aus diesem zerrissenen Gefühlschaos eine vernünftige politische Entscheidung treffen können? Ich will es mir eben nicht so leicht machen wie so mancher AfDler, der dann einfach sagt "Alle raus, Grenzen zu". Aber ich will auch die Realitäten anerkennen. Und zu den Realitäten gehört eben auch, dass ein Teil der Bevölkerung nicht bereit ist, manche Dinge mitzutragen. Dass ein Teil der Bevölkerung gar rassistisch oder/und islamophob ist. Natürlich kann man über ein paar Rechtsradikale hinweg regieren, aber nicht dauerhaft über erhebliche Teile der Bevölkerung.

Mehr möchte ich jetzt auch zu dem Thema nicht mehr sagen. Man wird mich eh nicht verstehen. Meinungen mit einem breiten Ideologiespektrum sind ja nicht so populär in diesen Tagen.
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SGE_Werner schrieb:

Oder Du hörst die völlig überzogenen Erwartungen, mit denen manche hierher gekommen sind. Da haben einige gedacht, dass sie so ganz ohne Abschluss nach einem Jahr eine Wohnung und eine Arbeitsstelle haben und Goldbarren an den Bäumen wachsen. Das ist wirklich verrückt.

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen? Dann hoffen wir mal, dass nicht in 25 Jahren 30 % von denen rechtsradikal sind.

Ich verstehe, was Du aufzuzeigen versuchst, SGE_Werner, aber wie wäre es denn, wenn man einfach die bestehenden Gesetze anwendet und den Bürgern (also auch den Dummen) mal erklärt, dass es Gesetze gibt und nicht ein x-beliebiger Spinner, der sich rhetorisch im Dritten reich bedient, nach Gutsherrenart (oder Rassenlehre, oder was weiß ich?) über Wohl und Wehe der Menschheit entscheidet.
Man muss den Leuten einfach klar machen, dass die AfD entgegen ihres Namens und ihres Bekundens eben keine Alternative darstellt und dass ein Austritt aus der Völkergemeinschaft irgendwo im Bereich von Kuba oder Nordkorea endet.
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SGE_Werner schrieb:

Oder Du hörst die völlig überzogenen Erwartungen, mit denen manche hierher gekommen sind. Da haben einige gedacht, dass sie so ganz ohne Abschluss nach einem Jahr eine Wohnung und eine Arbeitsstelle haben und Goldbarren an den Bäumen wachsen. Das ist wirklich verrückt.

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen? Dann hoffen wir mal, dass nicht in 25 Jahren 30 % von denen rechtsradikal sind.

Ich verstehe, was Du aufzuzeigen versuchst, SGE_Werner, aber wie wäre es denn, wenn man einfach die bestehenden Gesetze anwendet und den Bürgern (also auch den Dummen) mal erklärt, dass es Gesetze gibt und nicht ein x-beliebiger Spinner, der sich rhetorisch im Dritten reich bedient, nach Gutsherrenart (oder Rassenlehre, oder was weiß ich?) über Wohl und Wehe der Menschheit entscheidet.
Man muss den Leuten einfach klar machen, dass die AfD entgegen ihres Namens und ihres Bekundens eben keine Alternative darstellt und dass ein Austritt aus der Völkergemeinschaft irgendwo im Bereich von Kuba oder Nordkorea endet.
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Haliaeetus schrieb:

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen?


Zumindest sind da Gerüchte rum kursiert über Deutschland und wie es hier so ist, die fernab jeder Realität sind.

Einfach mal paar Flüchtlinge fragen. Ich musste da wirklich mehrfach schmunzeln. Da wurde ernsthaft das Gerücht verbreitet, dass jeder einen Job bekommt und 1000 Euro Prämie. Ich glaube immer noch, dass die Schlepper diese Gerüchte gestreut haben.


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