Alles rund um die AfD - 2018/19


Thread wurde von SGE_Werner am Dienstag, 21. Januar 2020, 21:08 Uhr um 21:08 Uhr gesperrt weil:
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SGE_Werner schrieb:

Oder Du hörst die völlig überzogenen Erwartungen, mit denen manche hierher gekommen sind. Da haben einige gedacht, dass sie so ganz ohne Abschluss nach einem Jahr eine Wohnung und eine Arbeitsstelle haben und Goldbarren an den Bäumen wachsen. Das ist wirklich verrückt.

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen? Dann hoffen wir mal, dass nicht in 25 Jahren 30 % von denen rechtsradikal sind.

Ich verstehe, was Du aufzuzeigen versuchst, SGE_Werner, aber wie wäre es denn, wenn man einfach die bestehenden Gesetze anwendet und den Bürgern (also auch den Dummen) mal erklärt, dass es Gesetze gibt und nicht ein x-beliebiger Spinner, der sich rhetorisch im Dritten reich bedient, nach Gutsherrenart (oder Rassenlehre, oder was weiß ich?) über Wohl und Wehe der Menschheit entscheidet.
Man muss den Leuten einfach klar machen, dass die AfD entgegen ihres Namens und ihres Bekundens eben keine Alternative darstellt und dass ein Austritt aus der Völkergemeinschaft irgendwo im Bereich von Kuba oder Nordkorea endet.
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... und dazu braucht es Mut und den Glauben daran dass Menschenrechte eine Gültigkeit besitzen, einen Wert an sich darstellen. Und dann muss man diesen Wert auch verteidigen.
Stellt man ihn in Frage, gibt man ihn Stück für Stück Preis!
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Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.

Frage für einen Freund, bin für konkrete Hinweise dankbar.
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reggaetyp schrieb:

Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.

Frage für einen Freund, bin für konkrete Hinweise dankbar.



Ich darf noch mal fragen, wem persönlich welcher Nachteil erwuchs.
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Interessant finde ich ja, dass du Werner zum einen (völlig zu Recht) die mangelnden Integrationsbemühungen ansprichst, zum anderen aber die "vielleicht Milliarden" beklagst, die über Jugendhilfe in die Förderung, Ausbildung und nicht zuletzt Integration junger Geflüchteter fließt.
Ich würde sagen, dass es ein Segen ist, wenn tatsächlich 30% als jünger durchgehen, weil dann eben 30% die ansonsten über Jahre in Massenunterkünfte eine Idee von Ghettoisierung erfahren, ordentlich gefördert werden.
Natürlich ist das dann aus dem falschen Topf. Eigentlich! Ich neige eher dazu zu problematisieren warum in den allermeisten Jugendämtern der Paragraph 41, Hilfe für junge Erwachaene nicht zum Tragen kommt.
Darüber würde ich gerne diskutieren. Und wie WA wünsche auch ich mir, dass es in diesem Land wieder gelingt die Menschen wahrzunehmen und im den Mittelpunkt zu stellen, statt als nur darüber zu diskutieren wie man das demokratische Spektrum Rechtskompatibel bekommt!
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FrankenAdler schrieb:

die mangelnden Integrationsbemühungen

Kann mir mal einer "Integration" definieren?
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Ansonsten muss ich sagen, den Humanismus von Dir, Würzi, in allen Ehren...

Wenn man sich mit einem Dutzend Flüchtlinge unterhalten hat (7 aus Syrien, 4 aus Irak, 1 aus Eritrea) , dann ist man noch zerrissener zwischen Mitgefühl und AfD-Denken.

Du hörst Dir die Geschichte des Menschen gegenüber an, denkst Dir, wow, geht es uns gut (vor allem wenn es dann um zerfetzte Kindergedärme geht) und dann sagt er Dir "Naja, in der Türkei im Flüchtlingslager war es ok, aber ich wollte ja noch was aus meinem Leben machen und da war Deutschland mein Hauptziel". Das ist menschlich verständlich, aber fällt für mich nicht mehr unter das Asylrecht.

Oder Du hörst die völlig überzogenen Erwartungen, mit denen manche hierher gekommen sind. Da haben einige gedacht, dass sie so ganz ohne Abschluss nach einem Jahr eine Wohnung und eine Arbeitsstelle haben und Goldbarren an den Bäumen wachsen. Das ist wirklich verrückt.

Das ist nichts, was ich bei einer Person gehört habe. Nein, bei fast allen von den zwölfen. Du sitzt da nur fassungslos... Um einen (Syrer) kümmere ich mich ja oft noch, helfe ihm bei Behördensachen etc. , dem habe ich wirklich erstmal erklärt, wie hier in Deutschland so manches läuft. Der war geschockt. Das ist ein Kulturschock.

Da sitzt jemand bei uns in gemütlicher Runde abends und sagt "Also, ich würde nie eine Frau heiraten, die mir nicht gehorcht" und die beiden anderen Flüchtlinge am Tisch pflichten ihm bei.
Das sind alles sonst korrekte Typen, mit denen ich mich prima verstehe, mit denen man die Liebe am Fußball z.B. teilt, aber dann merkst Du mal, aus welcher Kultur die kommen und überlegst: Kann es klappen, diese Menschen zu integrieren?

Ich bin mittlerweile total zerrissen. Ich sehe die Gefahren, aber ich sehe auch den Menschen gegenüber. Ich sehe seine Gefühle, seine Wünsche, seine Sorgen.  Seine Tränen, weil er nicht weiß, wie es seiner Mutter geht usw.

Das ist ein scheiss Gefühl. Wie will man aus diesem zerrissenen Gefühlschaos eine vernünftige politische Entscheidung treffen können? Ich will es mir eben nicht so leicht machen wie so mancher AfDler, der dann einfach sagt "Alle raus, Grenzen zu". Aber ich will auch die Realitäten anerkennen. Und zu den Realitäten gehört eben auch, dass ein Teil der Bevölkerung nicht bereit ist, manche Dinge mitzutragen. Dass ein Teil der Bevölkerung gar rassistisch oder/und islamophob ist. Natürlich kann man über ein paar Rechtsradikale hinweg regieren, aber nicht dauerhaft über erhebliche Teile der Bevölkerung.

Mehr möchte ich jetzt auch zu dem Thema nicht mehr sagen. Man wird mich eh nicht verstehen. Meinungen mit einem breiten Ideologiespektrum sind ja nicht so populär in diesen Tagen.
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Werner, wir sind da gar nicht so weit auseinander.
So bin auch ich z. B. gar kein so großer Kämpfer für die Integration von Kriegsflüchtlingen. Warum? Weil ich, wie bei den Balkankriegen, der Meinung bin, die Leute sollten in ihr Land zurückkehren, sobald das möglich ist. Denn dort werden sie gebraucht und dort ist ihre Heimat.
Sollte sich hier jemand heimisch fühlen, die Sprache lernen wollen und geschickt genug sein, hier eine gute Arbeit zu finden - warum nicht. Aber das schaffen die wenigsten. Die Option sollte aber offen sein.
Bei Afrikanern sehe ich das ein wenig anders, aber das ist ein anderes Thema und wurde von mir schon oft genug angesprochen.

Grundsätzlich aber gilt: unsere satte Gesellschaft sollte es möglich machen, Leuten, die aus Kriegen dem Tod entronnen sind, zu helfen und sie, so lange die Gefahr besteht, menschenwürdig und freundlich unterzubringen. Das kostet uns lediglich ein bisschen Empathie, Verständnis und Rücksichtnahme. Und was die Kosten angeht: allein die Hypo Alpe Adria hat mehr verschlungen als alle Flüchtlinge der letzten 10 Jahre zusammen.

Was das mit der AfD zu tun hat? Sie allein verhindert nicht nur Empathie, Verständnis und Rücksichtnahme, sie ist auch noch dafür verantwortlich, dass der letzte Rest davon bei anderen Parteien ebenfalls gegen Null geht.
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Haliaeetus schrieb:

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen?


Zumindest sind da Gerüchte rum kursiert über Deutschland und wie es hier so ist, die fernab jeder Realität sind.

Einfach mal paar Flüchtlinge fragen. Ich musste da wirklich mehrfach schmunzeln. Da wurde ernsthaft das Gerücht verbreitet, dass jeder einen Job bekommt und 1000 Euro Prämie. Ich glaube immer noch, dass die Schlepper diese Gerüchte gestreut haben.
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SGE_Werner schrieb:

Da wurde ernsthaft das Gerücht verbreitet, dass jeder einen Job bekommt und 1000 Euro Prämie. Ich glaube immer noch, dass die Schlepper diese Gerüchte gestreut haben.

Na, wer denn sonst?

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Haliaeetus schrieb:

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen?


Zumindest sind da Gerüchte rum kursiert über Deutschland und wie es hier so ist, die fernab jeder Realität sind.

Einfach mal paar Flüchtlinge fragen. Ich musste da wirklich mehrfach schmunzeln. Da wurde ernsthaft das Gerücht verbreitet, dass jeder einen Job bekommt und 1000 Euro Prämie. Ich glaube immer noch, dass die Schlepper diese Gerüchte gestreut haben.
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SGE_Werner schrieb:

Haliaeetus schrieb:

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen?


Zumindest sind da Gerüchte rum kursiert über Deutschland und wie es hier so ist, die fernab jeder Realität sind.

Einfach mal paar Flüchtlinge fragen. Ich musste da wirklich mehrfach schmunzeln. Da wurde ernsthaft das Gerücht verbreitet, dass jeder einen Job bekommt und 1000 Euro Prämie. Ich glaube immer noch, dass die Schlepper diese Gerüchte gestreut haben.

Ich habe Dutzende Clearing Interviews mit minderjährigen Unbegleiteten geführt. Und ich habe noch Monate danach Probleme gehabt all das was ich da erfahren habe zu verarbeiten.
Ich habe erlebt wie Dolmetscher, gestandene arabische Männer weinend zusammengebrochen sind, wie Kinder allein auf Grund dieser vorgeschriebenen Befragung über ihre Flucht in die Retraumatisierung geraten sind. Ich musste ein Interview mit einem 12 jährigen abbrechen weil an dem Punkt an dem es darum ging wie er flüchten könnte zu Tage kam, dass er gesehen hat wie seine gesamte Familie ermordet wurde.
Mein Gott! Wer will das wissen?
Wen interessiert das?
Die Kommentare die ich dazu höre sind von der Güte, dass man sich nicht wundern müsse wenn was passiert wenn man derart gestörte Menschen in's Land holt.
Entschuldigung, aber warum eigentlich sollte ich nicht zynisch und polemisch werden?
Das nur, um an dieser Stelle auch zu verdeutlichen, warum es oft wirklich schwer ist solche Diskussionen zu ertragen.
WA weiß wovon ich spreche!
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reggaetyp schrieb:

Hat jemand eigentlich einen konkreten Nachteil aus der Flüchtlingssituation inklusive UmAs?
Weil es hier seitenweise um nicht vorhandenes Geld, fehlendes Personal usw. geht.

Frage für einen Freund, bin für konkrete Hinweise dankbar.



Ich darf noch mal fragen, wem persönlich welcher Nachteil erwuchs.
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reggaetyp schrieb:


Ich darf noch mal fragen, wem persönlich welcher Nachteil erwuchs.        

Der wirtschaftlichen Jugendhilfe!
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Werner, wir sind da gar nicht so weit auseinander.
So bin auch ich z. B. gar kein so großer Kämpfer für die Integration von Kriegsflüchtlingen. Warum? Weil ich, wie bei den Balkankriegen, der Meinung bin, die Leute sollten in ihr Land zurückkehren, sobald das möglich ist. Denn dort werden sie gebraucht und dort ist ihre Heimat.
Sollte sich hier jemand heimisch fühlen, die Sprache lernen wollen und geschickt genug sein, hier eine gute Arbeit zu finden - warum nicht. Aber das schaffen die wenigsten. Die Option sollte aber offen sein.
Bei Afrikanern sehe ich das ein wenig anders, aber das ist ein anderes Thema und wurde von mir schon oft genug angesprochen.

Grundsätzlich aber gilt: unsere satte Gesellschaft sollte es möglich machen, Leuten, die aus Kriegen dem Tod entronnen sind, zu helfen und sie, so lange die Gefahr besteht, menschenwürdig und freundlich unterzubringen. Das kostet uns lediglich ein bisschen Empathie, Verständnis und Rücksichtnahme. Und was die Kosten angeht: allein die Hypo Alpe Adria hat mehr verschlungen als alle Flüchtlinge der letzten 10 Jahre zusammen.

Was das mit der AfD zu tun hat? Sie allein verhindert nicht nur Empathie, Verständnis und Rücksichtnahme, sie ist auch noch dafür verantwortlich, dass der letzte Rest davon bei anderen Parteien ebenfalls gegen Null geht.
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WuerzburgerAdler schrieb:

So bin auch ich z. B. gar kein so großer Kämpfer für die Integration von Kriegsflüchtlingen. Warum? Weil ich, wie bei den Balkankriegen, der Meinung bin, die Leute sollten in ihr Land zurückkehren, sobald das möglich ist. Denn dort werden sie gebraucht und dort ist ihre Heimat.
Sollte sich hier jemand heimisch fühlen, die Sprache lernen wollen und geschickt genug sein, hier eine gute Arbeit zu finden - warum nicht. Aber das schaffen die wenigsten. Die Option sollte aber offen sein.


Oh, jetzt wir sind sogar einer Meinung. Ich bin z.B. dafür, dass man die Menschen auch wieder zurück in ihre Heimat bringt, aber ein Kontingent übrig lässt für legale Einwanderung , z.B. 50.000 Blue-Cards für Syrer. Wer sich z.B. angestrengt und integriert hat, soll auch die Chance haben, dauerhaft zu bleiben. Zudem unterstützen diese Menschen ja auch die Menschen in ihrer Heimat usw.

Generell ist halt die Frage: Was bietet man den Menschen an? Müssen die Flüchtlinge wirklich eine eigene Wohnung bekommen? Wenn es nur um die reine Versorgung von Flüchtlingen geht (Dach überm Kopf, Medizinische Versorgung, evtl. bisschen was zu tun, Essen, Trinken etc.) , dann könnten wir vermutlich 10 Millionen aufnehmen.

Ich glaub, wir müssen erst mal festlegen, wie weit es Sinn macht, Flüchtlinge in den Alltag in Deutschland zu integrieren. Das heißt Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, Kultur, Gesellschaft usw.

Abgesehen davon wollen ja viele Flüchtlinge wirklich wieder zurück. Aber dann fängt es halt auch wieder an... Letztens kamen ja Vorschläge auf, den Leuten nen 1000er in die Hand zu drücken und beim Aufbau im Heimatland zu helfen, z.B. um ein Unternehmen zu gründen etc. , da war das Geschrei auch wieder groß von den Rechten.

Also nach AfD-Denken die Leute lieber in der Abschiebehaft, dann durch Prozesse noch 12 Monate in Deutschland mit Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich, statt sie mit 2000, 3000 Euro wieder in die Heimat zu fliegen.

Da sieht man dann in etwa, wie weit manche vom rechten Rand denken können. Manche haben dann noch davon geredet, dass das mitgegebene Geld ein Pull-Faktor ist, dass jetzt noch mehr Menschen her kommen. Natürlich. 1000 Euro ist ein lohnenswertes Ziel für jemanden, der für den Schlepper 5000 zahlen muss. Herrje...
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SGE_Werner schrieb:

Haliaeetus schrieb:

Du meinst, Ihnen wurden blühende Landschaften versprochen?


Zumindest sind da Gerüchte rum kursiert über Deutschland und wie es hier so ist, die fernab jeder Realität sind.

Einfach mal paar Flüchtlinge fragen. Ich musste da wirklich mehrfach schmunzeln. Da wurde ernsthaft das Gerücht verbreitet, dass jeder einen Job bekommt und 1000 Euro Prämie. Ich glaube immer noch, dass die Schlepper diese Gerüchte gestreut haben.

Ich habe Dutzende Clearing Interviews mit minderjährigen Unbegleiteten geführt. Und ich habe noch Monate danach Probleme gehabt all das was ich da erfahren habe zu verarbeiten.
Ich habe erlebt wie Dolmetscher, gestandene arabische Männer weinend zusammengebrochen sind, wie Kinder allein auf Grund dieser vorgeschriebenen Befragung über ihre Flucht in die Retraumatisierung geraten sind. Ich musste ein Interview mit einem 12 jährigen abbrechen weil an dem Punkt an dem es darum ging wie er flüchten könnte zu Tage kam, dass er gesehen hat wie seine gesamte Familie ermordet wurde.
Mein Gott! Wer will das wissen?
Wen interessiert das?
Die Kommentare die ich dazu höre sind von der Güte, dass man sich nicht wundern müsse wenn was passiert wenn man derart gestörte Menschen in's Land holt.
Entschuldigung, aber warum eigentlich sollte ich nicht zynisch und polemisch werden?
Das nur, um an dieser Stelle auch zu verdeutlichen, warum es oft wirklich schwer ist solche Diskussionen zu ertragen.
WA weiß wovon ich spreche!
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FrankenAdler schrieb:

Die Kommentare die ich dazu höre sind von der Güte, dass man sich nicht wundern müsse wenn was passiert wenn man derart gestörte Menschen in's Land holt.


Habe ich schon oft lesen müssen. Bei Facebook oder Kommentaren unter Videos / Zeitungsartikeln der Standardsatz, wenn es um Traumata von Kriegsopfern geht.

Keine Angst, so Kommentare widern mich immer wieder aufs Neue an. Da kämpft man gegen Windmühlen.
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WuerzburgerAdler schrieb:

So bin auch ich z. B. gar kein so großer Kämpfer für die Integration von Kriegsflüchtlingen. Warum? Weil ich, wie bei den Balkankriegen, der Meinung bin, die Leute sollten in ihr Land zurückkehren, sobald das möglich ist. Denn dort werden sie gebraucht und dort ist ihre Heimat.
Sollte sich hier jemand heimisch fühlen, die Sprache lernen wollen und geschickt genug sein, hier eine gute Arbeit zu finden - warum nicht. Aber das schaffen die wenigsten. Die Option sollte aber offen sein.


Oh, jetzt wir sind sogar einer Meinung. Ich bin z.B. dafür, dass man die Menschen auch wieder zurück in ihre Heimat bringt, aber ein Kontingent übrig lässt für legale Einwanderung , z.B. 50.000 Blue-Cards für Syrer. Wer sich z.B. angestrengt und integriert hat, soll auch die Chance haben, dauerhaft zu bleiben. Zudem unterstützen diese Menschen ja auch die Menschen in ihrer Heimat usw.

Generell ist halt die Frage: Was bietet man den Menschen an? Müssen die Flüchtlinge wirklich eine eigene Wohnung bekommen? Wenn es nur um die reine Versorgung von Flüchtlingen geht (Dach überm Kopf, Medizinische Versorgung, evtl. bisschen was zu tun, Essen, Trinken etc.) , dann könnten wir vermutlich 10 Millionen aufnehmen.

Ich glaub, wir müssen erst mal festlegen, wie weit es Sinn macht, Flüchtlinge in den Alltag in Deutschland zu integrieren. Das heißt Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, Kultur, Gesellschaft usw.

Abgesehen davon wollen ja viele Flüchtlinge wirklich wieder zurück. Aber dann fängt es halt auch wieder an... Letztens kamen ja Vorschläge auf, den Leuten nen 1000er in die Hand zu drücken und beim Aufbau im Heimatland zu helfen, z.B. um ein Unternehmen zu gründen etc. , da war das Geschrei auch wieder groß von den Rechten.

Also nach AfD-Denken die Leute lieber in der Abschiebehaft, dann durch Prozesse noch 12 Monate in Deutschland mit Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich, statt sie mit 2000, 3000 Euro wieder in die Heimat zu fliegen.

Da sieht man dann in etwa, wie weit manche vom rechten Rand denken können. Manche haben dann noch davon geredet, dass das mitgegebene Geld ein Pull-Faktor ist, dass jetzt noch mehr Menschen her kommen. Natürlich. 1000 Euro ist ein lohnenswertes Ziel für jemanden, der für den Schlepper 5000 zahlen muss. Herrje...
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SGE_Werner schrieb:

Oh, jetzt wir sind sogar einer Meinung.

Na siehste. Und vom Rest überzeuge ich dich auch noch.
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FrankenAdler schrieb:

die mangelnden Integrationsbemühungen

Kann mir mal einer "Integration" definieren?
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AdlerBonn schrieb:

FrankenAdler schrieb:

die mangelnden Integrationsbemühungen

Kann mir mal einer "Integration" definieren?

Das können mit Sicherheit viele. Und ich glaube du würdest dich wundern wie, vielfältig diese Definitionen aussehen würden.
Für mich: Befähigung zur grundlegenden Partizipationsmöglichkeiten. Steigern und fördern von Selbstwirksamkeit (Bildung, Arbeit, kulturelle Teilhabe), schlicht Teilnahme am gedellschaftlichen Leben. Vermeidung von Ghettoisierung, Kontakt zur lange hier verankerten Bevölkerung.
Lernen von Werten und Normen über Kontakt und Berührung im Alltag.
Dies beziehe ich jetzt explizit auf Geflüchtete. Ich stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
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SGE_Werner schrieb:

Oh, jetzt wir sind sogar einer Meinung.

Na siehste. Und vom Rest überzeuge ich dich auch noch.
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WuerzburgerAdler schrieb:

Na siehste. Und vom Rest überzeuge ich dich auch noch.


Auf alte Leute höre ich nicht.

Ich bin eben auch dörflich-konservativ geprägt. Hier gelte ich schon als linksgrünversifft mit meiner Meinung. Ich werde schon schräg angeschaut, wenn ich die Leute darauf aufmerksam mache, dass man nicht Neger sagen sollte.
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WA, FA und Werner sind Personen von der Basis, die offensichtlich tagtäglich mit Sorgen und Ängsten von Flüchtlingen zu tun haben, direkt ode rmittelbar. Bei den vielen "Besorgten" habe ich das Gefühl, dass sie sogar nicht wissen um was es eigentlich geht und nur mit "Scheuklappen" durch die Welt gehen. Danke jedenfalls, dass ihr aus Euren beruflichen Umfeld berichtet.
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FrankenAdler schrieb:

Ich glaube Nur, dass dein "Weg des Verstehens" von AfD Sympathisanten der falsche Ansatz ist.


Es geht mir um die Probleme in unserer Gesellschaft/Politik, die gewisse Wählerschaften zur AfD getrieben haben. Und wenn ich die Probleme genauso sehe, geht es mir weniger um das Verstehen der AfD Sympathisanten (ich weiß nicht, wie man mit dieser Partei sympathisieren kann, wo jemand wie Höcke oder Maier wichtige Positionen einnehmen), als um deren sachlichen Anliegen, auch wenn die gefühlt bei manchen AfD-Anhängern vor lauter Schaum vorm Mund ja kaum noch durchdringen.

Und zu diesen Problemen zählt z.B. die Überforderung der Institutionen mit 1 Mio Flüchtlinge und die Folgewirkungen dessen. Der Unterschied ist, dass ich das aber sachlich angehen will und nicht die Flüchtlinge dafür verantwortlich mache. So unhuman, wie es manche AfDler sind, die dann nur gegen die Flüchtlinge hetzen oder von Einzelnen auf Alle schließen oder die einfach nur verlogen sind, bin ich ja hoffentlich nicht.

Ich kenne eben Menschen, die konstante CDU-Wähler sind, aber die AfD gewählt haben, weil sie dieses Staatsversagen und sorry, ich nenne es wirklich so, nicht unkommentiert lassen wollen. Und wenn niemand Verantwortung für das Versagen auf mehreren Ebenen übernimmt, dann darf man sich nicht wundern, wenn die AfD ihre Stimmanteile hält.

Es geht mir weniger um eine rechtere Politik, als um eine konsequentere Durchsetzung bestehender Gesetze. Und es geht mir darum, dass die Verantwortlichen auf kommunaler und Landes-Ebene mit dem ausgestattet werden, was sie benötigen, um diese Menschen auch zu integrieren. Und da hapert es gewaltig, wie ich mittlerweile selbst feststellen durfte. Wir können nicht hunderttausende junge Menschen , zu einem erheblichen Teil ohne Abschluss, einfach so integrieren. Das kostet Geld, das kostet Personal, das kostet Zeit. Und es ist mit vielen Rückschlägen verbunden. Wenn es aber an alledem fehlt und auch noch an Akzeptanz und Geduld in Teilen der Bevölkerung, dann kann das auf Dauer nur darin enden, dass die einzige Partei, die gegen all das ist, gewählt wird.

Es gibt eben einen nicht unerheblichen Teil an Wähler, die gegen die Flüchtlingspolitik, gegen Migration im größeren Ausmaß (Nettozuwanderung im mittleren sechsstelligen Bereich z.B.) , gegen die Auswirkungen der Globalisierung usw. sind. Wenn keine Partei mehr auf diese wahrscheinlich 30, 40 % der Bevölkerung eingeht und die AfD alleine sich um diese Menschen kümmern darf, dann darf man sich eben auch nicht beschweren.
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SGE_Werner schrieb:

Es gibt eben einen nicht unerheblichen Teil an Wähler, die gegen die Flüchtlingspolitik, gegen Migration im größeren Ausmaß (Nettozuwanderung im mittleren sechsstelligen Bereich z.B.) , gegen die Auswirkungen der Globalisierung usw. sind. Wenn keine Partei mehr auf diese wahrscheinlich 30, 40 % der Bevölkerung eingeht und die AfD alleine sich um diese Menschen kümmern darf, dann darf man sich eben auch nicht beschweren.


naja, also wenn 30-40% gegen die auswirkungen der globalisierung sind, sollten sie anfangen, sich ihre smartphones, flatscreens oder klamotten selber herzustellen. und falls sie doch keine lust haben, zu löten oder zu weben, können sie ja ihre autos oder waffen aus eigener produktion gegen die gewünschten waren tauschen...

und wenn sie keine lust auf migration haben, können sie ja auch in die ursprungsländer ihrer vorfahren zurück - ja nachdem wann welche region wozu gehört hat. vlt gibt es dort genug nachfolgende bevölkerungsstarke generationen, die ihre rente sichern könnten...

was ich meine ist, dass der ansatzpunkt woanders liegt. wir brauchen mehr bildung und aufklärung. wir brauchen mehr verteilungsgerechtigkeit. wir brauchen ein ende des neoliberalismus.
aber den leuten muss klar sein, dass die schulen nicht marode sind, weil wir anderen menschen helfen, sondern weil großkonzerne kaum steuern zahlen.
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AdlerBonn schrieb:

FrankenAdler schrieb:

die mangelnden Integrationsbemühungen

Kann mir mal einer "Integration" definieren?

Das können mit Sicherheit viele. Und ich glaube du würdest dich wundern wie, vielfältig diese Definitionen aussehen würden.
Für mich: Befähigung zur grundlegenden Partizipationsmöglichkeiten. Steigern und fördern von Selbstwirksamkeit (Bildung, Arbeit, kulturelle Teilhabe), schlicht Teilnahme am gedellschaftlichen Leben. Vermeidung von Ghettoisierung, Kontakt zur lange hier verankerten Bevölkerung.
Lernen von Werten und Normen über Kontakt und Berührung im Alltag.
Dies beziehe ich jetzt explizit auf Geflüchtete. Ich stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
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FrankenAdler schrieb:

Das können mit Sicherheit viele. Und ich glaube du würdest dich wundern wie, vielfältig diese Definitionen aussehen würden.

Genau deswegen habe ich ja gefragt. Jeder sagt Integration, meint aber vermutlich was völlig anderes als der nächste, der das Wort ausspricht. Und ganz viele können es vermutlich gar nicht definieren, weil es für sie nur eine Parole ist.

Deine Definition gefällt mir zwar, das Problem dabei ist aber, dass ein großer Teil des von Dir Genannten nur passiv und nicht aktiv durch den Einwanderer/Flüchtling erreicht werden kann. "Teilnehmen" kann man nicht alleine, sagt ja schon das Wort, da gehören ganz viele andere Teile halt auch dazu. Und wenn Flüchtlinge als Menschen oder Mitbürger durch die Bevölkerung angelehnt werden, dann wird's schwer mit Kontakten und Partizipation.
Wenn man als Flüchtling vielleicht in den letzten Wochen über einen Weihnachtsmarkt gegangen ist und spürt, dass viele Angst haben, dass man gleich explodiert und man entsprechend behandelt wird, dann wird man sich eine zweiten Besuch aber gründlich überlegen. Hat sich was mit Integration in diesem Fall. Keine kulturelle Teilhabe, keine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, kein Kontakt zur hier verankerten Bevölkerung möglich. Folge: Ghettoisierung! Bleiben Bildung (wobei ich es lieber Schule nennen will, denn es ist ja nicht so, dass ein Flüchtling per se ungebildet ist) und Arbeit. Sowohl in Schule als auch bei der Arbeit kann eine Ausgrenzung stattfinden, obwohl sie persönlich nicht vom Flüchtling gewollt ist, zumal ja erst mal die Voraussetzung da sein muss, dass ein Flüchtling einen Job bekommt. Erst mal dürfen sie ja gar nicht arbeiten.
Und was die Sprache angeht, ist es doch so, dass man die Sprache erst richtig lernt, wenn man sie auch anwendet. Ohne Kontakte zur Bevölkerung wird auch das schwer. Der Supermarkt reicht dazu nicht.

Kurz um: Der Flüchtling muss bereit sein sich integrieren zu lassen, integriert wird er aber von der Bevölkerung. Die AfD und deren verwirrten Anhänger scheinen aber zu glauben, dass das andersrum ist. Stimmt aber nicht, da es nämlich gar nicht geht.
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Frage nach Würzburg haste da belastbare Zahlen bezüglich hypo Alpe Adria an der Hand und wie ist deine Einschätzung im Verhältniss rund um die Flüchtlingshilfe? Will fragen wieviel leichter würde es sein wenn solche Mittel "dir"  zur verfügung stünden!
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Frage nach Würzburg haste da belastbare Zahlen bezüglich hypo Alpe Adria an der Hand und wie ist deine Einschätzung im Verhältniss rund um die Flüchtlingshilfe? Will fragen wieviel leichter würde es sein wenn solche Mittel "dir"  zur verfügung stünden!
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Ffm60ziger schrieb:

Frage nach Würzburg haste da belastbare Zahlen bezüglich hypo Alpe Adria an der Hand und wie ist deine Einschätzung im Verhältniss rund um die Flüchtlingshilfe? Will fragen wieviel leichter würde es sein wenn solche Mittel "dir"  zur verfügung stünden!

Auch wenn die Frage nach Würzburg ging, antworte ich mal aus Bonn.
Den Vergleich sollte man nicht ziehen, da 100% der Flüchtlingshilfe wieder in den Wirtschaftskreislauf einfließen und durch Steuern zum Teil direkt wieder an den Staat zurück gehen.
Das Ganze dann noch mit einer Einzelperson zu vergleichen, ist, mit Verlaub, Schwachsinn.
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Artikel von MSN

Parteiübergreifende Kritik an AfD-Tweet über Sohn von Boris Becker

Mit scharfer Kritik haben führende Politiker von SPD, Union, Grünen und Linken auf einen diskriminierenden Tweet des AfD-Abgeordneten Jens Maier reagiert, in dem Boris Beckers Sohn Noah als "kleinen Halbneger" bezeichnet wurde. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) sprach in der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag von einem "widerlichen und unerträglichen Ausfall". Wenn Maier noch einen Rest von Anstand habe, müsse er sich umgehend entschuldigen.
[EDIT bils - Copyright beachten]
------------------------------------------------------------------------------------------
Entweder sind sie auf der Tastatur ausgerutscht, oder es war ein anderer, oder es ist alles missverstanden worden, oder oder....

Einfach nur ekelhaft und widerlich diese braune Bande.
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Artikel von MSN

Parteiübergreifende Kritik an AfD-Tweet über Sohn von Boris Becker

Mit scharfer Kritik haben führende Politiker von SPD, Union, Grünen und Linken auf einen diskriminierenden Tweet des AfD-Abgeordneten Jens Maier reagiert, in dem Boris Beckers Sohn Noah als "kleinen Halbneger" bezeichnet wurde. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) sprach in der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag von einem "widerlichen und unerträglichen Ausfall". Wenn Maier noch einen Rest von Anstand habe, müsse er sich umgehend entschuldigen.
[EDIT bils - Copyright beachten]
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Entweder sind sie auf der Tastatur ausgerutscht, oder es war ein anderer, oder es ist alles missverstanden worden, oder oder....

Einfach nur ekelhaft und widerlich diese braune Bande.
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Sohn Becker hat  in Absprache mit seinem Vater Anzeige gegen Maier eingeleitet. Völlig richtig.
Auch innerhalb der AfD gibt es Gegenwind, fragt sich ob dies nur Rhetorik ist. An den Taten müsst ihr sie messen.
Fast tägliche verbale Entgleisungen scheint ein Markenzeichen geworden zu sein.


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