Tour de France 2019

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Da sie am Samstag wieder los geht, könnte man ja mal wieder einen Tour de France Thread auf machen.

Der Grand Départ findet in diesem Jahr in Brüssel statt. Neben einer Flachetappe, die vermutlich in einem Massensprint enden wird, sieht die Streckenführung am zweiten Tag auch noch ein Mannschaftszeitfahren auf dem Boden der radsportverrückten Nation in Belgien vor.

Die erste Woche hat es dann schon in sich, da sie nicht aus reinen Sprinteretappen besteht, sondern munter durch die Ardennen und die Vogesen führt. Mit Colmar und Mühlhausen streift die Tour dabei ein Gebiet, welches es auch deutschen Radsportanhängern möglich macht, die Tour hautnah zu verfolgen. Spätestens am 11. Juli auf der Etappe nach  la Planche des Belles Filles heißt es dann erstmals für die Favoriten „Pimmel auf den Tisch!“

Es geht dann munter weiter durch das Zentralmassiv in Richtung Pyrenäen. Nach Tourmalet und co. nimmt die Tor nach einem kurzen Zwischenstopp in der Provence, direkt Kurs auf die Alpen. Dort dürfte dann das Klassement festgezurrt werden.

Einen klaren Top-Favoriten scheint es in diesem Jahr nicht zu geben. Tom Dumoulin und Chris Froome fehlen verletzungsbedingt. Klar, Vorjahressieger Geraint Thomas und sein Teamkollege Egan Bernal aus Kolumbien stehen auf der Liste weit oben. Daneben die altbekannten Namen wie Quintana, Landa, Fugelsang, Nibali, Porte und die Yates-Brüder. Frankreichs Hoffnungen ruhen auf Thibaut Pinot und Romain Bardet. Aber auch ein Überraschungssieger scheint diesmal nicht ausgeschlossen.

Gespannt darf man auf das Abschneiden der deutschen Tour-Starter sein. Anders als in den letzten Jahren sind es nicht die Sprinter, auf denen die Hoffnungen ruhen. Der völlig außer Form geratene Kittel steht ebenso nicht am Start, wie der Frankfurter Lokalmatador John Degenkolb. Auch der derzeit  vielleicht  beste deutsche Sprinter Pascal Ackermann, der am 1. Mai in Frankfurt triumphierte und  kürzlich die Punktewertung beim Giro gewann, ist in Frankreich nicht am Start. Somit ruhen die Hoffnungen im Massensprint auf Altmeister Greipel und da darf man gespannt sein, ob der den „Jungen-Wilden“ um Groenewegen und co. noch mal den Schneid abkaufen kann.

Gleichzeitig ist das Potential nicht zu verachten, was ein Emanuel Buchmann und ein Maximilian Schachmann im Hinblick auf die Gesamtwertung mitbringen. Buchmann wurde immerhin kürzlich Dritter  beim Criterium du Dauphiné und Schachmann sorgte im Frühjahr u.a. bei der Baskenland-Rundfahrt für Aufsehen. Zudem reist er als frisch-gebackener Deutscher Meister an. Auch Simon Geschke hat bereits bewiesen, dass er Etappensieg kann. Er dürfte in seinem neuen Team die Freiheit haben, solche Etappen-Erfolge zu wiederholen.

Schön wird sie sowieso, die diesjährige Tour de France. Und vielleicht gibt es ja auch Schreibebedarf hier im Thread.

Ich bin gespannt.
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Ich ertappe mich ja inmer dabei, dass ich dad selbst als vollkommen absurd betrachte, aber die Tour reißt much immer wieder in ihren Bann und das obwohl ich kaum noch dazu komme, mal was davon zu gucken.
Nette Homenage an Merckx übrigens und wirklich schade, dass Degenkolb, unser Frankfurter Bub, nicht dabei sein wird.
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Ich freue mich auf die Tour in diesem Jahr.

Sehr schade aber, dass alle anderen Rennen so im Schatten davon stehen.
Der Giro war zum Beispiel phasenweise großartig, von den Klassiker im Frühjahr fang ich erst gar nicht an.
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Schön dass es wieder losgeht. Achja, muss mir heute am Kiosk noch das Tour-Sonderheft mit allen Etappen-Landkarten holen.
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So, die ersten 100 km sind runter gerollt.
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So, die ersten 100 km sind runter gerollt.
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Brodowin schrieb:

So, die ersten 100 km sind runter gerollt.

Und kaum ist das so, mutiert der gewöhnlich schon schwerlich zu ertragende, ob der Last der eigenen Jahre, der Ehe?,  möglicherweise zusehends schwindender Libido  und beginnender Prostataleiden, 35- bis 50-jährige 5.000-Euro-Fahrrad-Depp, der eh schon seit einigen Jahren die alltägliche Plage der umliegenden kombinierten Geh- und Fahrradwege ist, zu einem noch größeren klingellos rücksichtslosen Vollhonk-Soziopathen-Drecksrüpel.

Ich stelle dies nur mal off topic mit der mir eigenen Zurückhaltung im Wort bescheiden als Randerscheinung fest.
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Brodowin schrieb:

So, die ersten 100 km sind runter gerollt.

Und kaum ist das so, mutiert der gewöhnlich schon schwerlich zu ertragende, ob der Last der eigenen Jahre, der Ehe?,  möglicherweise zusehends schwindender Libido  und beginnender Prostataleiden, 35- bis 50-jährige 5.000-Euro-Fahrrad-Depp, der eh schon seit einigen Jahren die alltägliche Plage der umliegenden kombinierten Geh- und Fahrradwege ist, zu einem noch größeren klingellos rücksichtslosen Vollhonk-Soziopathen-Drecksrüpel.

Ich stelle dies nur mal off topic mit der mir eigenen Zurückhaltung im Wort bescheiden als Randerscheinung fest.
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zum glück sprichst du hier nicht vom alltäglichen straßenkämpfer mit seinem zum single-speed umgebauten 80er-weltmeisterrad, der sich selbst als fußgänger den autorasern wie der unbekannte mann vom tiananmen entgegen stellt
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So, die ersten 100 km sind runter gerollt.
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Schöne Bilder aus Belgien (sehr eindrucksvoll dieses Schiffshebewerk bei Ronquières, kannte ich noch garnicht) und Brüssel, tolle Stimmung an der Strecke, mit den vielen Hommagen an Eddy Merckx.

Heute beim Mannschaftszeitfahren wird es sicher schon eine Vorab-Selektion geben.

@Xbuerger und Misanthrop, sehr schön beschrieben diese beiden Negativbeispiele, ich musste echt grinsen.

Aber man kann die Tour de France auch mögen, ohne diesem Typus anzugehören. Zum Beispiel wegen der schönen Landschaftsbilder. Und sich, nachdem man die Etappe im TV gesehen hat, ganz gemütlich auf ein ganz gewöhnliches Trekkingrad schwingen und eine Runde durch Wälder und Felder drehen (vielleicht mit einer Einkehr im Biergarten verbunden), ohne dabei seine Mitmenschen zu belästigen und ohne sich midlife-crisis-mäßig etwas beweisen zu müssen.
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Schöne Bilder aus Belgien (sehr eindrucksvoll dieses Schiffshebewerk bei Ronquières, kannte ich noch garnicht) und Brüssel, tolle Stimmung an der Strecke, mit den vielen Hommagen an Eddy Merckx.

Heute beim Mannschaftszeitfahren wird es sicher schon eine Vorab-Selektion geben.

@Xbuerger und Misanthrop, sehr schön beschrieben diese beiden Negativbeispiele, ich musste echt grinsen.

Aber man kann die Tour de France auch mögen, ohne diesem Typus anzugehören. Zum Beispiel wegen der schönen Landschaftsbilder. Und sich, nachdem man die Etappe im TV gesehen hat, ganz gemütlich auf ein ganz gewöhnliches Trekkingrad schwingen und eine Runde durch Wälder und Felder drehen (vielleicht mit einer Einkehr im Biergarten verbunden), ohne dabei seine Mitmenschen zu belästigen und ohne sich midlife-crisis-mäßig etwas beweisen zu müssen.
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Fantastisch schrieb:

Aber man kann die Tour de France auch mögen, ohne diesem Typus anzugehören. Zum Beispiel wegen der schönen Landschaftsbilder.


Eigentlich kann man sie sich vor allem nur deswegen anschauen, zumindest den Hauptteil der Etappe. Bei den Sprintetappen z.B. reicht es aus rein sportlicher Sicht ein wenig Ticker zu schauen (Ausreißer ja / nein) und zum Schluss hinzuschalten.

Ich fand immer, dass Frankreich eben eine sehr große Vielfalt an Landschaften hat. Die hat Deutschland aber auch. Ich finde es immer noch erschreckend, dass es keine ordentliche Deutschland-Tour mehr gab und die jetzt wieder eingeführte Tour eine Nischenveranstaltung ist mit wenigen Etappen. Bei uns gibt es doch auch alles, Flachland im Norden mit Küste , hügelige Mittelgebirge kleineren und größeren Ausmaßes , die Alpen (da kann man sich gleich mit Österreich / Schweiz zusammen tun)...
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Fantastisch schrieb:

Aber man kann die Tour de France auch mögen, ohne diesem Typus anzugehören. Zum Beispiel wegen der schönen Landschaftsbilder.


Eigentlich kann man sie sich vor allem nur deswegen anschauen, zumindest den Hauptteil der Etappe. Bei den Sprintetappen z.B. reicht es aus rein sportlicher Sicht ein wenig Ticker zu schauen (Ausreißer ja / nein) und zum Schluss hinzuschalten.

Ich fand immer, dass Frankreich eben eine sehr große Vielfalt an Landschaften hat. Die hat Deutschland aber auch. Ich finde es immer noch erschreckend, dass es keine ordentliche Deutschland-Tour mehr gab und die jetzt wieder eingeführte Tour eine Nischenveranstaltung ist mit wenigen Etappen. Bei uns gibt es doch auch alles, Flachland im Norden mit Küste , hügelige Mittelgebirge kleineren und größeren Ausmaßes , die Alpen (da kann man sich gleich mit Österreich / Schweiz zusammen tun)...
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Es gibt hier bei Weitem nicht diese Radsportkultur. Man kriegt jedenfalls kaum etwas mit von Jedermannrennen, die z.B. in Frankreich oder Belgien mehr oder weniger üblich sind. Da fehlt einfach auch das Interesse.

Und das mal völlig losgelöst davon, dass die Logistik nicht ohne ist und die Vermarktung quasi zwingend von Frankreich aus erfolgt, da dort der Rennkalender gemacht wird und nur Slots lassen, wenn sie mitverdienen. Das will erst einmal erwirtschaftet werden. Früher war die Deutschlandtour mal drauf und dran, sich quasi neben Vuelta und Giro hinter der Tour zu etablieren. Dann kam das Auffliegen des Doping-Sumpfs, die Erfolge deutscher Fahrer blieben aus und das Interesse war verflogen. Da merkte man dann, dass das hier ein äußerst dünnes Fundament genießt. Radsport rangiert hier weit hinter Tennis oder Handball, man kann es vielleicht mit Skispringen oder so vergleichen.
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Starke Leistung von Jumbo-Visma heute.
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Es gibt hier bei Weitem nicht diese Radsportkultur. Man kriegt jedenfalls kaum etwas mit von Jedermannrennen, die z.B. in Frankreich oder Belgien mehr oder weniger üblich sind. Da fehlt einfach auch das Interesse.

Und das mal völlig losgelöst davon, dass die Logistik nicht ohne ist und die Vermarktung quasi zwingend von Frankreich aus erfolgt, da dort der Rennkalender gemacht wird und nur Slots lassen, wenn sie mitverdienen. Das will erst einmal erwirtschaftet werden. Früher war die Deutschlandtour mal drauf und dran, sich quasi neben Vuelta und Giro hinter der Tour zu etablieren. Dann kam das Auffliegen des Doping-Sumpfs, die Erfolge deutscher Fahrer blieben aus und das Interesse war verflogen. Da merkte man dann, dass das hier ein äußerst dünnes Fundament genießt. Radsport rangiert hier weit hinter Tennis oder Handball, man kann es vielleicht mit Skispringen oder so vergleichen.
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Grundsätzlich ist Radfahren schon ein verbreiteter Volkssport in Deutschland. Den Niedergang der Deutschland-Tour und den vielen kleineren Rundfahrten, die es mal gab, verdanken wir vor allem der schizophrenen Hetzjagd auf den Radsport in unserem Land, welches eben diesen Radsport als Ausgeburt allen Sportbetruges auserkoren hat. Während wir  korrupte und auf Leichen entstandene Veranstaltungen der FIFA, UEFA und vom IOC nach wie vor zu Millionen abfeiern oder uns das ganze Wochenende von dopingverseuchten Winter-Sportarten im öffentlich-rechtlichen TV berieseln lassen.
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Starke Leistung von Jumbo-Visma heute.
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Fantastisch schrieb:

Starke Leistung von Jumbo-Visma heute.

Ja, die haben es sich verdient morgen noch mal das Gelbe Trikot tragen zu dürfen. Freut mich auch für Tony Martin, dem ich wünsche, endlich mal wieder sturzfrei durch die Tour zu kommen. Bin auf morgen gespannt. Geht flach los, am Ende sind einige Zacken drin. Wird wohl was für Leute wie Sagan oder Van Avermaet.
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Spannende Etappe am Ende. Und bockstarke Leistung von Alaphilippe.
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Spannende Etappe am Ende. Und bockstarke Leistung von Alaphilippe.
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Die klassischen Sprinter müssen diesmal auf einzelne Etappen setzen zwischendurch.
Es fehlt  eine komplett flache Anfangswoche wie beispielsweise
durch Nornandie,Bretagne und Loire und  bei so giftigen Etappen wie gestern werden schon viele Körner verbraucht.
Anderseits geht es jetzt schon  mächtig zur Sache und die  Klassementfahrer sind von Anfang an gefordert.
Am Donnerstag steht bereits die erste Bergankunft in den Vogesen an.
Es könnte eine sehr abwechslungsreiche Tour werden.
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Die klassischen Sprinter müssen diesmal auf einzelne Etappen setzen zwischendurch.
Es fehlt  eine komplett flache Anfangswoche wie beispielsweise
durch Nornandie,Bretagne und Loire und  bei so giftigen Etappen wie gestern werden schon viele Körner verbraucht.
Anderseits geht es jetzt schon  mächtig zur Sache und die  Klassementfahrer sind von Anfang an gefordert.
Am Donnerstag steht bereits die erste Bergankunft in den Vogesen an.
Es könnte eine sehr abwechslungsreiche Tour werden.
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Jep, die Vogesen sind nicht zu unterschätzen, da gibts auch knackige Steigungen... heute um 16.45 Uhr gehts durch den Ort wo wir (leider letztes und nicht dieses Jahr) in Urlaub waren... und diese Vogesen-Etappen sind immer für einen (oft auch deutschen) Überraschungssieger gut.
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Schöne Landschaftsbilder heute aus dem Elsass.
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Morgen geht's zur Bergankunft live vor Ort - bin gespannt
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Morgen geht's zur Bergankunft live vor Ort - bin gespannt
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gelnhausen schrieb:

Morgen geht's zur Bergankunft live vor Ort - bin gespannt
Grüß mir die belles filles, wenn du sie siehst...
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Schöne ausfühliche Erläuterung von Karsten Migels auf Eurosport zum #FreeHinti auf der Strecke. (Siehe 11Freunde-Artikel im SaW)


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