Taunusabbel schrieb: Was mich irritiert ist, daß es bei Sportlerinnen irgendwie kaum ein Thema ist. Wird es über eine bekannt, daß sie lesbisch ist, wird eher mit den Schultern gezuckt und das Thema ist durch. Warum ist es für Männer so viel schwieriger ?
Das ist eine schöne Frage. Nehmen wir das Thema Pornos, Hetero-Männer schauen sich Pornos an wo es Mann mit Frau oder Frau mit Frau macht, aber Mann mit Mann nicht. Warum das so ist, keine Ahnung.
propain schrieb: Was ich bei dem Thema immer wieder erheiternd finde ist, das diejenigen die am lautesten sagen das Homosexualität normal ist, diejenigen sind die das oftmals zu einem grossen Thema machen. Mir ist es sowas von egal ob ein Bundesligaspieler hetero, homo oder dwt/tv ist.
Stell dir mal vor, Tim Wiese outet sich als schwul oder als hobby Transe. Ich will nicht wissen, was er alles neben "Wiese ist ne Frau" etc. (was ja jetzt schon kommt) bei unserem letzten Auswärtsspiel zu hören bekommen hätte.
Wenn das Spieler xy aus Fürth oder Aue oder ... ist, dann ist es erst einmal wohl weniger tragisch, da diese Spieler nicht so sehr im öffentlich Fokus stehen.
Outet sich aber ein Spieler, der ohnehin keine großen Sympathien hat oder sehr stark in der Öffentlichkeit steht... denk mal an Jones & co.
Ich hätte da massive Zweifel, dass auch von einem Teil unserer Fans keine schwulenfeindlichen Sprechchöre kommen würden.
propain schrieb: Das ist eine schöne Frage. Nehmen wir das Thema Pornos, Hetero-Männer schauen sich Pornos an wo es Mann mit Frau oder Frau mit Frau macht, aber Mann mit Mann nicht. Warum das so ist, keine Ahnung.
Die Frage hast du dir quasi schon selbst beantwortet.
propain schrieb: Was ich bei dem Thema immer wieder erheiternd finde ist, das diejenigen die am lautesten sagen das Homosexualität normal ist, diejenigen sind die das oftmals zu einem grossen Thema machen. Mir ist es sowas von egal ob ein Bundesligaspieler hetero, homo oder dwt/tv ist.
Stell dir mal vor, Tim Wiese outet sich als schwul oder als hobby Transe. Ich will nicht wissen, was er alles neben "Wiese ist ne Frau" etc. (was ja jetzt schon kommt) bei unserem letzten Auswärtsspiel zu hören bekommen hätte.
Wenn das Spieler xy aus Fürth oder Aue oder ... ist, dann ist es erst einmal wohl weniger tragisch, da diese Spieler nicht so sehr im öffentlich Fokus stehen.
Outet sich aber ein Spieler, der ohnehin keine großen Sympathien hat oder sehr stark in der Öffentlichkeit steht... denk mal an Jones & co.
Ich hätte da massive Zweifel, dass auch von einem Teil unserer Fans keine schwulenfeindlichen Sprechchöre kommen würden.
Ich habe da auch extreme Zweifel. Muss ja nicht mal unbedingt sein, dass es eine große Masse ist, die in solche Gesänge mit einstimmt. Es gab bis jetzt noch keinen Fall, deshalb ist das auch schwer einzuschätzen. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass Spieler mit anderen Hautfarben etc teilweise Dinge ertragen müssen, die unter aller Sau sind, befürchte ich bei homosexuellen Spielern zumindest Ähnliches.
Witzig finde ich, dass die Debatte wieder nur auf den Fans ausgetragen wird. Ich kann es auch schwer einschätzen... Würde aber eher so einschätzen, dass die Beleidigungen von Einzelnen kommen würden. Ob sich ein Spieler jetzt eher angegriffen wird, wenn er ausgepfiffen wird oder jemand "Schwu-chtel" schreit, weiss ich ebenfalls nicht.
Was mir ganz und gar fehlt ist die Einschätzung, die Mannschaftsinternas einbezieht. Wenn wir ehrlich sind, kann man viele Profis als junge Kerle, die oft auch nicht gerade hoch gebildet sind einschätzen. Die Vorbehalte sich zusammen unter die Dusche zu stellen und ein - vielleicht auch unterbewusstes - Ausgrenzen in der Mannschaft halte ich für bedeutender als ein paar stumpfe Parolen der Zuschauer.
Ich kann mich noch sehr gut an die Zeiten auf der Gegengerade im alten Waldstadion im Block 31 und 32 erinnern... wenn da ein Spieler der gegnerischen Mannschaft mal den sterbenden Schwan markiert hat, war die Reaktion mit Zeichen und Worten dort nicht gerade "normgerecht" und "schwulenfreundlich"... hörte dann aber irgendwann von selbst auf...
propain schrieb: Das ist eine schöne Frage. Nehmen wir das Thema Pornos, Hetero-Männer schauen sich Pornos an wo es Mann mit Frau oder Frau mit Frau macht, aber Mann mit Mann nicht. Warum das so ist, keine Ahnung.
Die Frage hast du dir quasi schon selbst beantwortet.
Wo hab ich die damit beantwortet, was ist mit Frau mit Frau, ist eindeutig nicht hetero.
propain schrieb: Das ist eine schöne Frage. Nehmen wir das Thema Pornos, Hetero-Männer schauen sich Pornos an wo es Mann mit Frau oder Frau mit Frau macht, aber Mann mit Mann nicht. Warum das so ist, keine Ahnung.
Die Frage hast du dir quasi schon selbst beantwortet.
Wo hab ich die damit beantwortet, was ist mit Frau mit Frau, ist eindeutig nicht hetero.
Hetero-Männer stehen auf Frauen. Bei Mann+Mann fehlt die Frau!
propain schrieb: Das ist eine schöne Frage. Nehmen wir das Thema Pornos, Hetero-Männer schauen sich Pornos an wo es Mann mit Frau oder Frau mit Frau macht, aber Mann mit Mann nicht. Warum das so ist, keine Ahnung.
Die Frage hast du dir quasi schon selbst beantwortet.
Wo hab ich die damit beantwortet, was ist mit Frau mit Frau, ist eindeutig nicht hetero.
Im Prinzip schon, denn du beobachtest dabei das andere Geschlecht.
Das Thema gehört irgendwie ins D&D und nicht in Andere Vereine. Wer sagt denn, dass das nur bei anderen Vereinen vorkommt. Es ist ja fast schon ein gesellschaftspolitisches Thema geworden.
NX01K schrieb: Was mir ganz und gar fehlt ist die Einschätzung, die Mannschaftsinternas einbezieht. Wenn wir ehrlich sind, kann man viele Profis als junge Kerle, die oft auch nicht gerade hoch gebildet sind einschätzen. Die Vorbehalte sich zusammen unter die Dusche zu stellen und ein - vielleicht auch unterbewusstes - Ausgrenzen in der Mannschaft halte ich für bedeutender als ein paar stumpfe Parolen der Zuschauer.
steht doch in einem von den Artikeln, daß die Mannschaften es auch alle wissen und kein großes tamtam gemacht wird.
also rein statistisch betrachtet ist es unmöglich, dass alle fussballer hetero sind. es müssen sich irgendwann auch fussballer outen. natürlich hat der erste dann keine ruhige karriere mehr, aber wenn das niemals einer tun würde, würden wir niemals eine entwicklung bei dem thema haben. dann wird es niemals dazu kommen, dass schwule fussballer akzeptiert werden. irgendwann kommt der erste, soein maik franz-typ dem egal ist was die anderen über ihn denken.
ich glaube, dass wir noch vor 2020 völlig normal und öffentlich bekannt schwule fussballer in den vereinen haben werden. da wird dann sicherlich immer nen bisl gekichert und ein paar idioten werden mit rosa mützen im stadion rumhängen, aber dann nach zwei-drei jahren wirds auch wieder langweilig. dann kommt nen neues thema und fertig.
ich muss ehrlich gestehen, dass ich dieses "warum gibt es keine schwulen Bundesligaprofis?" ein wenig anödet - es steht nämlich auf einer Stufe mit den ganzen Outings und Aussagen anderer Prominenter, die ständig sagen "ich bin schwul". Aha und jetzt? Muss ich jetzt auch ständig erwähnen, dass ich hetero bin? Wen interessiert sowas heute überhaupt noch und wen geht es etwas an, mit wem jemand Tisch und Bett teilen möchte? Mir persönlich ist das zu banal, wenn ich ehrlich bin.
FredSchaub schrieb: Wen interessiert sowas heute überhaupt noch und wen geht es etwas an, mit wem jemand Tisch und Bett teilen möchte? Mir persönlich ist das zu banal, wenn ich ehrlich bin.
In einer Traumwelt wäre das banal und wäre das so.
Laut einer, wenn auch schon 10 Jahre alten, Studie (wikipedia hat mir mal dazu geholfen) haben 71 % der Jugendlichen (das sind die, die heute in meinem Alter sind) Vorbehalte gegen Schwule geäußert.
Und etwa 51 % der Frauen. Da das wohl im Alter nicht gerade viel besser wird, kann man gemäß des Männer-Anteils in Stadien davon ausgehen, dass 65 % der Stadiongänger vor 10 Jahren Vorbehalte gegen Schwule hatten.
Vllt. sinds heute noch 50-55, wenns gut ist.
Es geht hier nicht darum, "schwul ist cool" zu progpagieren oder es extra zu betonen, dass man homosexuell ist. Es geht doch einfach nur darum, dass Menschen ihr eigenes Ich verraten und verstecken, nur weil sie das Gefühl haben, dass dieses Ich von 50-60 % des Umfeldes nicht verstanden und zum Teil auch noch verstoßen und beleidigt wird.
Ich kenne einen Schwulen, der auf der Arbeit deswegen gemobbt wurde und von den Eltern gehört hat, wie abartig das ist und der sich das jahrzehntelang nicht getraut hat, offen damit umzugehen und froh war, dazu offen stehen zu können und Leute im Umfeld zu haben, die gesagt haben "Ist doch ok, was solls", denn genau das ist es ja, was die Leute wollen, dass die Leute eben das als banal betrachten und unwichtig. Das ist es aber nicht. Schwul ist anders sein. Anders sein ist unerwünscht. Mainstream ist alles.
Es soll Leute geben, die deswegen in den Suizid getrieben worden sind, weil sie Angst hatten, zu ihrer Sexualität zu stehen, weil die Realität nicht so ist, wie Du sie beschreibst. Leider.
Wenn das Umfeld im Stadion , im Team und vor allem in den Medien Dutzende Spieler dazu zwingt, ihr Privatleben nicht frei leben zu können immer mit der Angst der Entdeckung und der darauf folgenden Berichterstattung etc. und Trainer dann noch offen verkünden, dass es keine Schwulen gibt oder Schwule nix im Team zu suchen haben (kannst ja hier im AV schauen, wer das gesagt hat), dann kann ich verstehen, wie viel den Leuten es bedeuten würde, wenn mal die Bombe platzt sozusagen.
Ach ja. In Gruppen, in denen diese Toleranz allmählich eingekehrt ist, Politiker z.B. oder gewissen Promi-Bereichen, sollte man natürlich nicht sich jeden Tag hinstellen und seine Sexualität vor sich rumtragen. Vieles wird dann auch für Publicity genutzt.
FredSchaub schrieb: Wen interessiert sowas heute überhaupt noch und wen geht es etwas an, mit wem jemand Tisch und Bett teilen möchte? Mir persönlich ist das zu banal, wenn ich ehrlich bin.
In einer Traumwelt wäre das banal und wäre das so.
Laut einer, wenn auch schon 10 Jahre alten, Studie (wikipedia hat mir mal dazu geholfen) haben 71 % der Jugendlichen (das sind die, die heute in meinem Alter sind) Vorbehalte gegen Schwule geäußert.
Und etwa 51 % der Frauen. Da das wohl im Alter nicht gerade viel besser wird, kann man gemäß des Männer-Anteils in Stadien davon ausgehen, dass 65 % der Stadiongänger vor 10 Jahren Vorbehalte gegen Schwule hatten.
Vllt. sinds heute noch 50-55, wenns gut ist.
Es geht hier nicht darum, "schwul ist cool" zu progpagieren oder es extra zu betonen, dass man homosexuell ist. Es geht doch einfach nur darum, dass Menschen ihr eigenes Ich verraten und verstecken, nur weil sie das Gefühl haben, dass dieses Ich von 50-60 % des Umfeldes nicht verstanden und zum Teil auch noch verstoßen und beleidigt wird.
Ich kenne einen Schwulen, der auf der Arbeit deswegen gemobbt wurde und von den Eltern gehört hat, wie abartig das ist und der sich das jahrzehntelang nicht getraut hat, offen damit umzugehen und froh war, dazu offen stehen zu können und Leute im Umfeld zu haben, die gesagt haben "Ist doch ok, was solls", denn genau das ist es ja, was die Leute wollen, dass die Leute eben das als banal betrachten und unwichtig. Das ist es aber nicht. Schwul ist anders sein. Anders sein ist unerwünscht. Mainstream ist alles.
Es soll Leute geben, die deswegen in den Suizid getrieben worden sind, weil sie Angst hatten, zu ihrer Sexualität zu stehen, weil die Realität nicht so ist, wie Du sie beschreibst. Leider.
Wenn das Umfeld im Stadion , im Team und vor allem in den Medien Dutzende Spieler dazu zwingt, ihr Privatleben nicht frei leben zu können immer mit der Angst der Entdeckung und der darauf folgenden Berichterstattung etc. und Trainer dann noch offen verkünden, dass es keine Schwulen gibt oder Schwule nix im Team zu suchen haben (kannst ja hier im AV schauen, wer das gesagt hat), dann kann ich verstehen, wie viel den Leuten es bedeuten würde, wenn mal die Bombe platzt sozusagen.
Ach ja. In Gruppen, in denen diese Toleranz allmählich eingekehrt ist, Politiker z.B. oder gewissen Promi-Bereichen, sollte man natürlich nicht sich jeden Tag hinstellen und seine Sexualität vor sich rumtragen. Vieles wird dann auch für Publicity genutzt.
ich gebe dir da Recht Werner - ich gehe an der Stelle ja auch subjektiv von mir aus. Wenngleich ich bereits weiter oben in diesem Thread anmerkte, dass ich einen schwulen Mitspieler in meiner Kreisligamannschaft auch zunächst für befremdlich finden würde, wenngleich es ja statistisch welche geben müsste. Dass gerade in bildungsfernen Schichten eine solche Toleranz nicht gegeben ist und alles fremde dort als bedrohlich wahrgenommen wird, halte ich auch für unbestritten.
ich gebe dir da Recht Werner - ich gehe an der Stelle ja auch subjektiv von mir aus. Wenngleich ich bereits weiter oben in diesem Thread anmerkte, dass ich einen schwulen Mitspieler in meiner Kreisligamannschaft auch zunächst für befremdlich finden würde, wenngleich es ja statistisch welche geben müsste. Dass gerade in bildungsfernen Schichten eine solche Toleranz nicht gegeben ist und alles fremde dort als bedrohlich wahrgenommen wird, halte ich auch für unbestritten.
Die Toleranz ist auch in bildungsnahen Geschichten oftmals nicht gegeben. Nur halt mehr als in bildungsfernen.
Kenne ehemalige Rektoren ! , die so denken, wie oben beschrieben. Und die halte ich nicht für bildungsfern. Das sind halt die Vorbilder unserer Nation.
Und ja, es ist immer ein wenig befremdlich zu Beginn, etwas Anderes kennen zu lernen. Ganz normal. Ich hab grad ne dunkelhäutige Azubine bei mir im Büro. Früher habe ich mich immer ertappt, dass ich diese Menschen anders ! angesehen habe, also mit einem anderen Gefühl, als hellhäutige. Dass ich jetzt feststelle (wie schon die letzten Jahre), dass mir das jetzt nicht mehr passiert und ich solche Menschen eben nicht anders betrachte oder anders empfinde, beruhigt mich ungemein. Ich habe mich für dieses Gefühl nämlich ein wenig geschämt. Und doch ist es menschlich.
FredSchaub schrieb: Wenngleich ich bereits weiter oben in diesem Thread anmerkte, dass ich einen schwulen Mitspieler in meiner Kreisligamannschaft auch zunächst für befremdlich finden würde, wenngleich es ja statistisch welche geben müsste.
"Welche" mit Sicherheit. Allerdings vermute ich, dass es weit weniger schwule (Profi-)Fußballer gibt, als es statistisch geben müsste.
Ich kenne etliche Schwule und so wirklich für Fußball, interessiert sich eigentlich keiner von denen.
Der Pro7 Text schießt für mich persönlich auf Seite 206 den Vogel ab.
Pro7 Text schrieb: Es ist noch immer ein heikles Thema! Nun nimmt die Homosexualität in der Bundesliga eine neue Dimension an.
Hört sich an als wenn der Verfasser net wusste ob er jetzt spektakulär über Ausschreitungen schreibt oder ein verpönntes gesellschaftliches Problem anspricht. Die Mischung ist vor allem zum Fremdschämen.
FredSchaub schrieb: Wenngleich ich bereits weiter oben in diesem Thread anmerkte, dass ich einen schwulen Mitspieler in meiner Kreisligamannschaft auch zunächst für befremdlich finden würde, wenngleich es ja statistisch welche geben müsste.
"Welche" mit Sicherheit. Allerdings vermute ich, dass es weit weniger schwule (Profi-)Fußballer gibt, als es statistisch geben müsste.
Ich kenne etliche Schwule und so wirklich für Fußball, interessiert sich eigentlich keiner von denen.
Die Quote an Homosexuellen liegt ja bei ca. 5-10 %, selbst wenns bei Fußballern nur 3 % wären, wären das in der Bundesliga 12-15 Spieler.
Das ist eine schöne Frage. Nehmen wir das Thema Pornos, Hetero-Männer schauen sich Pornos an wo es Mann mit Frau oder Frau mit Frau macht, aber Mann mit Mann nicht. Warum das so ist, keine Ahnung.
Stell dir mal vor, Tim Wiese outet sich als schwul oder als hobby Transe. Ich will nicht wissen, was er alles neben "Wiese ist ne Frau" etc. (was ja jetzt schon kommt) bei unserem letzten Auswärtsspiel zu hören bekommen hätte.
Wenn das Spieler xy aus Fürth oder Aue oder ... ist, dann ist es erst einmal wohl weniger tragisch, da diese Spieler nicht so sehr im öffentlich Fokus stehen.
Outet sich aber ein Spieler, der ohnehin keine großen Sympathien hat oder sehr stark in der Öffentlichkeit steht... denk mal an Jones & co.
Ich hätte da massive Zweifel, dass auch von einem Teil unserer Fans keine schwulenfeindlichen Sprechchöre kommen würden.
Die Frage hast du dir quasi schon selbst beantwortet.
Ich habe da auch extreme Zweifel. Muss ja nicht mal unbedingt sein, dass es eine große Masse ist, die in solche Gesänge mit einstimmt. Es gab bis jetzt noch keinen Fall, deshalb ist das auch schwer einzuschätzen. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass Spieler mit anderen Hautfarben etc teilweise Dinge ertragen müssen, die unter aller Sau sind, befürchte ich bei homosexuellen Spielern zumindest Ähnliches.
Was mir ganz und gar fehlt ist die Einschätzung, die Mannschaftsinternas einbezieht. Wenn wir ehrlich sind, kann man viele Profis als junge Kerle, die oft auch nicht gerade hoch gebildet sind einschätzen. Die Vorbehalte sich zusammen unter die Dusche zu stellen und ein - vielleicht auch unterbewusstes - Ausgrenzen in der Mannschaft halte ich für bedeutender als ein paar stumpfe Parolen der Zuschauer.
Wo hab ich die damit beantwortet, was ist mit Frau mit Frau, ist eindeutig nicht hetero.
Hetero-Männer stehen auf Frauen. Bei Mann+Mann fehlt die Frau!
Im Prinzip schon, denn du beobachtest dabei das andere Geschlecht.
steht doch in einem von den Artikeln, daß die Mannschaften es auch alle wissen und kein großes tamtam gemacht wird.
Sind aber noch weit weit von entfernt...
ich glaube, dass wir noch vor 2020 völlig normal und öffentlich bekannt schwule fussballer in den vereinen haben werden. da wird dann sicherlich immer nen bisl gekichert und ein paar idioten werden mit rosa mützen im stadion rumhängen, aber dann nach zwei-drei jahren wirds auch wieder langweilig. dann kommt nen neues thema und fertig.
In einer Traumwelt wäre das banal und wäre das so.
Laut einer, wenn auch schon 10 Jahre alten, Studie (wikipedia hat mir mal dazu geholfen) haben 71 % der Jugendlichen (das sind die, die heute in meinem Alter sind) Vorbehalte gegen Schwule geäußert.
Und etwa 51 % der Frauen. Da das wohl im Alter nicht gerade viel besser wird, kann man gemäß des Männer-Anteils in Stadien davon ausgehen, dass 65 % der Stadiongänger vor 10 Jahren Vorbehalte gegen Schwule hatten.
Vllt. sinds heute noch 50-55, wenns gut ist.
Es geht hier nicht darum, "schwul ist cool" zu progpagieren oder es extra zu betonen, dass man homosexuell ist. Es geht doch einfach nur darum, dass Menschen ihr eigenes Ich verraten und verstecken, nur weil sie das Gefühl haben, dass dieses Ich von 50-60 % des Umfeldes nicht verstanden und zum Teil auch noch verstoßen und beleidigt wird.
Ich kenne einen Schwulen, der auf der Arbeit deswegen gemobbt wurde und von den Eltern gehört hat, wie abartig das ist und der sich das jahrzehntelang nicht getraut hat, offen damit umzugehen und froh war, dazu offen stehen zu können und Leute im Umfeld zu haben, die gesagt haben "Ist doch ok, was solls", denn genau das ist es ja, was die Leute wollen, dass die Leute eben das als banal betrachten und unwichtig.
Das ist es aber nicht. Schwul ist anders sein. Anders sein ist unerwünscht. Mainstream ist alles.
Es soll Leute geben, die deswegen in den Suizid getrieben worden sind, weil sie Angst hatten, zu ihrer Sexualität zu stehen, weil die Realität nicht so ist, wie Du sie beschreibst. Leider.
Wenn das Umfeld im Stadion , im Team und vor allem in den Medien Dutzende Spieler dazu zwingt, ihr Privatleben nicht frei leben zu können immer mit der Angst der Entdeckung und der darauf folgenden Berichterstattung etc. und Trainer dann noch offen verkünden, dass es keine Schwulen gibt oder Schwule nix im Team zu suchen haben (kannst ja hier im AV schauen, wer das gesagt hat), dann kann ich verstehen, wie viel den Leuten es bedeuten würde, wenn mal die Bombe platzt sozusagen.
Ach ja. In Gruppen, in denen diese Toleranz allmählich eingekehrt ist, Politiker z.B. oder gewissen Promi-Bereichen, sollte man natürlich nicht sich jeden Tag hinstellen und seine Sexualität vor sich rumtragen. Vieles wird dann auch für Publicity genutzt.
ich gebe dir da Recht Werner - ich gehe an der Stelle ja auch subjektiv von mir aus. Wenngleich ich bereits weiter oben in diesem Thread anmerkte, dass ich einen schwulen Mitspieler in meiner Kreisligamannschaft auch zunächst für befremdlich finden würde, wenngleich es ja statistisch welche geben müsste.
Dass gerade in bildungsfernen Schichten eine solche Toleranz nicht gegeben ist und alles fremde dort als bedrohlich wahrgenommen wird, halte ich auch für unbestritten.
Die Toleranz ist auch in bildungsnahen Geschichten oftmals nicht gegeben. Nur halt mehr als in bildungsfernen.
Kenne ehemalige Rektoren ! , die so denken, wie oben beschrieben. Und die halte ich nicht für bildungsfern. Das sind halt die Vorbilder unserer Nation.
Und ja, es ist immer ein wenig befremdlich zu Beginn, etwas Anderes kennen zu lernen. Ganz normal. Ich hab grad ne dunkelhäutige Azubine bei mir im Büro. Früher habe ich mich immer ertappt, dass ich diese Menschen anders ! angesehen habe, also mit einem anderen Gefühl, als hellhäutige.
Dass ich jetzt feststelle (wie schon die letzten Jahre), dass mir das jetzt nicht mehr passiert und ich solche Menschen eben nicht anders betrachte oder anders empfinde, beruhigt mich ungemein. Ich habe mich für dieses Gefühl nämlich ein wenig geschämt. Und doch ist es menschlich.
Aber es vergeht, man muss halt nur wollen.
"Welche" mit Sicherheit. Allerdings vermute ich, dass es weit weniger schwule (Profi-)Fußballer gibt, als es statistisch geben müsste.
Ich kenne etliche Schwule und so wirklich für Fußball, interessiert sich eigentlich keiner von denen.
Hört sich an als wenn der Verfasser net wusste ob er jetzt spektakulär über Ausschreitungen schreibt oder ein verpönntes gesellschaftliches Problem anspricht. Die Mischung ist vor allem zum Fremdschämen.
Die Quote an Homosexuellen liegt ja bei ca. 5-10 %, selbst wenns bei Fußballern nur 3 % wären, wären das in der Bundesliga 12-15 Spieler.