Wie umgehen mit den Rechtsradikalen?

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Das mit Lucke ist doch lächerlich. Ich bin wahrlich kein Fan, alleine seine Stimme und seine Art zu reden finde ich schwer erträglich (der braucht gar keine Inhalte, um mich zu nerven), aber der Mann ist kein Rechtsradikaler (die Ansätze zur Einwanderungspoltik waren damals schlichtweg konservativ, der Islam kein Thema), und außerdem ist der Mann VWL-Dozent. Ich denke, das größte gesellschaftliche Risiko, dass von Vorlesungen wie "Makrookönomik II" ausgeht, ist, dass eventuell anwesende BWLer oder Studenten anderen Studiengänge, die sich das antun müssen, zu Tode gelangweilt werden.
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Dennoch wird hier etwas hanebüchenes suggeriert, was einfach nicht der Faktenlage entspricht. Luckes rechte Crowd, die Verteidiger des Abendlandes und vermeintlichen Demokratieschützer fabulieren von der Unterdrückung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit, wenn Sudent*innen diesem Mann, dem wir diese unsägliche rechtsradikale Partei zu verdanken haben, die Meinung geigen und zu gegen ihn protestieren. Das war zum Zeitpunkt, als die Geschichte hochkochte genau ein einziges Mal passiert und heute zum zweiten Mal. So what? Der Mann hat im Gegensatz zu 10.000en, die sich im linken Spektrum engagierten, kein Berufsverbot erhalten (was heute übrigens immer noch Praxis ist), sein Leben und das seiner Familie wird nicht bedroht und die Polizei knüppelt ihn auch nicht vom Rednerpult. Und irgendwann demnächst, wird er seine Makro I + II Vorlesungen ungestört halten können. Wäre er in der DKP und nicht der AfD gewesen, dann dürfte er heute dort nicht stehen. Aber er darf es und dagegen protestieren Jugendliche - das ist alles.
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SGE_Werner schrieb:

Wenn Gewalt gegen rechts verhindern würde, dass sie stärker werden, würde ich tatsächlich darüber nachdenken, sie sinnvoll zu finden.


Nachdenken könnte man. Aber meinst Du, dass man die Geister eingefangen bekommt, die man ruft? Damit würde man Gewalt als zulässiges Mittel zur Bekämpfung von unliebsamen politischen Einstellungen etablieren. Das ist ein Deichbruch. Nach der AfD wären die nächsten wirklichen oder auch nur vermeintlichen Rechten dran. Bei Lucke sind sich hier ja schon alle einig. Thomas de Maiziere durfte auch schon Bekanntschaft mit dem "Widerspruch" machen. Die Büchse der Pandora wäre offen.
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Also, wenn das ein Dammbruch ist, dann wurde der in 60ern bereits begangen ("Unter dem Muff von Talaren").

Oder war es vor zwei Jahren als die Identitären mehrfach Vorlesungen und Veranstaltungen an Unis störten?
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Brodowin schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Und wenn links und rechts sich die Köpfe einschlagen, gewinnt immer rechts, da verwette ich meinen Hintern drauf.


Alleine, diese Aussage zeigt in meinen Augen, in wie weit die ideologische Saat der AfD und ihrem rechten Netzwerk inzwischen aufgeht und mir läuft es da eiskalt den Rücken runter. Ohne Quatsch.


Es bisher immer so, was Werner textet! Es war immer so (hier), auch weil sich die  vermeintlich 'bürgerliche Mitte" immer nach rechts wendet/wendete! Ergebnisse, bzw. wie es endete  sind/ist ja sicher bekannt.
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NewOldFechemer schrieb:

Brodowin schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Und wenn links und rechts sich die Köpfe einschlagen, gewinnt immer rechts, da verwette ich meinen Hintern drauf.


Alleine, diese Aussage zeigt in meinen Augen, in wie weit die ideologische Saat der AfD und ihrem rechten Netzwerk inzwischen aufgeht und mir läuft es da eiskalt den Rücken runter. Ohne Quatsch.


Es bisher immer so, was Werner textet! Es war immer so (hier), auch weil sich die  vermeintlich 'bürgerliche Mitte" immer nach rechts wendet/wendete! Ergebnisse, bzw. wie es endete  sind/ist ja sicher bekannt.


Darum ging es mir nicht. Mir ging es bei der Aussage darum, dass die Saat der AfD insofern aufgeht, als das jeder inzwischen wie selbstverständlich als "links" gilt, der die AfD scheiße findet. Mit AfD-Opfer-Mentalität  würde ich vermutlich weinend davon sprechen, zu unrecht in die linke Ecke gedrängt zu werden. Dabei hat die AfD  mitsamt ihrer hetzenden Meute nicht (nur) den Linken den Krieg erklärt, sondern der gesamten Gesellschaft. Vom bürgerlich-konservatieven Spektrum, bis eben hin zu den sogenannten Linken. Alle die für einen demokratischen Rechtsstaat, für Freiheit, für Weltoffenheit und eine bunte Gesellschaft stehen, sind die natürlichen Feinde der AfD-Identitäre-Pegida-SonstigeNazi-Scheiße.  
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SGE_Werner schrieb:

Wenn Gewalt gegen rechts verhindern würde, dass sie stärker werden, würde ich tatsächlich darüber nachdenken, sie sinnvoll zu finden.


Nachdenken könnte man. Aber meinst Du, dass man die Geister eingefangen bekommt, die man ruft? Damit würde man Gewalt als zulässiges Mittel zur Bekämpfung von unliebsamen politischen Einstellungen etablieren. Das ist ein Deichbruch. Nach der AfD wären die nächsten wirklichen oder auch nur vermeintlichen Rechten dran. Bei Lucke sind sich hier ja schon alle einig. Thomas de Maiziere durfte auch schon Bekanntschaft mit dem "Widerspruch" machen. Die Büchse der Pandora wäre offen.
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amsterdam_stranded schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Wenn Gewalt gegen rechts verhindern würde, dass sie stärker werden, würde ich tatsächlich darüber nachdenken, sie sinnvoll zu finden.


Nachdenken könnte man. Aber meinst Du, dass man die Geister eingefangen bekommt, die man ruft? Damit würde man Gewalt als zulässiges Mittel zur Bekämpfung von unliebsamen politischen Einstellungen etablieren. Das ist ein Deichbruch. Nach der AfD wären die nächsten wirklichen oder auch nur vermeintlichen Rechten dran. Bei Lucke sind sich hier ja schon alle einig. Thomas de Maiziere durfte auch schon Bekanntschaft mit dem "Widerspruch" machen. Die Büchse der Pandora wäre offen.                                                        

Kein Mensch würde über Gewalt nachdenken, wenn die staatlichen Institutionen ihre Möglichkeiten konsequent ausschöpfen würden, die ihnen z.B. durch das Gewaltmonopol zur Verfügung stehen, um die Bedrohung des Staates  durch rechtsaußen einzudämmen. Eigentlich reichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bei konsequenter Umsetzung völlig dazu aus, um rechter Hetze und rechter Gewalt keinen Raum zu geben. Das ganze gestaltet sich halt schwierig, wenn große Teile des Staatsaparates mindestens blind auf dem rechten Auge sind oder gar ganze Behörden von Rechtsextremisten unterwandert sind. Vom Verfassungsschutz bis hin zur Polizei.
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Dennoch wird hier etwas hanebüchenes suggeriert, was einfach nicht der Faktenlage entspricht. Luckes rechte Crowd, die Verteidiger des Abendlandes und vermeintlichen Demokratieschützer fabulieren von der Unterdrückung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit, wenn Sudent*innen diesem Mann, dem wir diese unsägliche rechtsradikale Partei zu verdanken haben, die Meinung geigen und zu gegen ihn protestieren. Das war zum Zeitpunkt, als die Geschichte hochkochte genau ein einziges Mal passiert und heute zum zweiten Mal. So what? Der Mann hat im Gegensatz zu 10.000en, die sich im linken Spektrum engagierten, kein Berufsverbot erhalten (was heute übrigens immer noch Praxis ist), sein Leben und das seiner Familie wird nicht bedroht und die Polizei knüppelt ihn auch nicht vom Rednerpult. Und irgendwann demnächst, wird er seine Makro I + II Vorlesungen ungestört halten können. Wäre er in der DKP und nicht der AfD gewesen, dann dürfte er heute dort nicht stehen. Aber er darf es und dagegen protestieren Jugendliche - das ist alles.
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bla_blub schrieb:

Wäre er in der DKP und nicht der AfD gewesen, dann dürfte er heute dort nicht stehen. Aber er darf es und dagegen protestieren Jugendliche - das ist alles.


Ergänzung dazu: Während man in der DKP Marx und Engels liest und rezipiert sind es in der AfD Hitler und Göbbels, wie man am Fall Höcke sieht.  
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Wahrscheinlich reden wir auch bisschen aneinander vorbei, Brodowin.

Wie gesagt, mir geht es nicht darum, das Opfergehabe der AfDler oder Lucke gut zu finden und ehrlich gesagt interessiert es mich auch wenig, dass ihre Jünger das anscheinend brauchen und ob es ihnen nützt ,die 13 % kriegst Du derzeit eh großteils nicht wieder in die Mitte der Gesellschaft.
Es geht mir nur darum, dass man nicht Mittel wählen sollte, die breite Schichten der Bevölkerung dazu bringen, diese Rechten und Rechtsradikalen in irgendeiner Weise verteidigen zu müssen. Wenn man gegen Faschismus und Demokratiefeinde aufsteht, dann ist es in meinen Augen falsch, diese an der freien Rede mit dem Einsatz des eigenen Körpers (Blockade) zu hindern. Sie auszupfeifen beim Eintreten, sie bei jedem dummen Satz wissen zu lassen bei der Rede, dass sie unerwünscht sind, alles ok.

Wenn jemand wie Höcke bei uns eine Rede halten wollen würde, würde ich ihn nicht daran hindern. Ich würde ihm nur ins Gesicht sagen, was für ein ... er ist.
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NewOldFechemer schrieb:

Brodowin schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Und wenn links und rechts sich die Köpfe einschlagen, gewinnt immer rechts, da verwette ich meinen Hintern drauf.


Alleine, diese Aussage zeigt in meinen Augen, in wie weit die ideologische Saat der AfD und ihrem rechten Netzwerk inzwischen aufgeht und mir läuft es da eiskalt den Rücken runter. Ohne Quatsch.


Es bisher immer so, was Werner textet! Es war immer so (hier), auch weil sich die  vermeintlich 'bürgerliche Mitte" immer nach rechts wendet/wendete! Ergebnisse, bzw. wie es endete  sind/ist ja sicher bekannt.


Darum ging es mir nicht. Mir ging es bei der Aussage darum, dass die Saat der AfD insofern aufgeht, als das jeder inzwischen wie selbstverständlich als "links" gilt, der die AfD scheiße findet. Mit AfD-Opfer-Mentalität  würde ich vermutlich weinend davon sprechen, zu unrecht in die linke Ecke gedrängt zu werden. Dabei hat die AfD  mitsamt ihrer hetzenden Meute nicht (nur) den Linken den Krieg erklärt, sondern der gesamten Gesellschaft. Vom bürgerlich-konservatieven Spektrum, bis eben hin zu den sogenannten Linken. Alle die für einen demokratischen Rechtsstaat, für Freiheit, für Weltoffenheit und eine bunte Gesellschaft stehen, sind die natürlichen Feinde der AfD-Identitäre-Pegida-SonstigeNazi-Scheiße.  
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Brodowin schrieb:

Mir ging es bei der Aussage darum, dass die Saat der AfD insofern aufgeht, als das jeder inzwischen wie selbstverständlich als "links" gilt, der die AfD scheiße findet.

Da hast Du recht und das Schubladenstecken wird m.E. immer schlimmer. Nur noch schwarz - weiß.
Vor einem halben Jahr hat das Allenbacherinstitut für die FAZ eine Umfrage gemacht.
"59 Prozent der 1283 Befragten ab 16 Jahren gaben an, sie könnten sich unter Freunden frei äußern, nur 18 Prozent sehen aber im öffentlichen Raum eine vergleichbare Freiheit. Sie waren gefragt worden: „Würden Sie sagen, man kann seine Meinung in der Öffentlichkeit frei äußern oder muss man bei einigen oder vielen Themen vorsichtig sein?“ Danach wurde dieselbe Frage zur Meinungsäußerung im Freundeskreis gestellt.

Das Ergebnis: Unter Freunden äußern sich lediglich 34 Prozent vorsichtig, in der Öffentlichkeit jedoch 58 Prozent. Nur 17 Prozent geben an, dass sie sich im Internet frei äußern. Als Grund für diesen niedrigen Wert werden die rüden Formen der Auseinandersetzung angegeben."

Sicher ist es schwer, zwischen "klare Kante" und "rüde Formen der Auseinandersetzung" den richtigen Ton zu treffen.
Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.
https://www.welt.de/politik/article193977845/Deutsche-sehen-Meinungsfreiheit-in-der-Oeffentlichkeit-eingeschraenkt.html
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amsterdam_stranded schrieb:

SGE_Werner schrieb:

Wenn Gewalt gegen rechts verhindern würde, dass sie stärker werden, würde ich tatsächlich darüber nachdenken, sie sinnvoll zu finden.


Nachdenken könnte man. Aber meinst Du, dass man die Geister eingefangen bekommt, die man ruft? Damit würde man Gewalt als zulässiges Mittel zur Bekämpfung von unliebsamen politischen Einstellungen etablieren. Das ist ein Deichbruch. Nach der AfD wären die nächsten wirklichen oder auch nur vermeintlichen Rechten dran. Bei Lucke sind sich hier ja schon alle einig. Thomas de Maiziere durfte auch schon Bekanntschaft mit dem "Widerspruch" machen. Die Büchse der Pandora wäre offen.                                                        

Kein Mensch würde über Gewalt nachdenken, wenn die staatlichen Institutionen ihre Möglichkeiten konsequent ausschöpfen würden, die ihnen z.B. durch das Gewaltmonopol zur Verfügung stehen, um die Bedrohung des Staates  durch rechtsaußen einzudämmen. Eigentlich reichen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bei konsequenter Umsetzung völlig dazu aus, um rechter Hetze und rechter Gewalt keinen Raum zu geben. Das ganze gestaltet sich halt schwierig, wenn große Teile des Staatsaparates mindestens blind auf dem rechten Auge sind oder gar ganze Behörden von Rechtsextremisten unterwandert sind. Vom Verfassungsschutz bis hin zur Polizei.
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Da hast Du schon recht. Auch wenn ich den derzeitigen Zustand der staatlichen Institutionen nicht ganz so negativ sehe.
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Brodowin schrieb:

Mir ging es bei der Aussage darum, dass die Saat der AfD insofern aufgeht, als das jeder inzwischen wie selbstverständlich als "links" gilt, der die AfD scheiße findet.

Da hast Du recht und das Schubladenstecken wird m.E. immer schlimmer. Nur noch schwarz - weiß.
Vor einem halben Jahr hat das Allenbacherinstitut für die FAZ eine Umfrage gemacht.
"59 Prozent der 1283 Befragten ab 16 Jahren gaben an, sie könnten sich unter Freunden frei äußern, nur 18 Prozent sehen aber im öffentlichen Raum eine vergleichbare Freiheit. Sie waren gefragt worden: „Würden Sie sagen, man kann seine Meinung in der Öffentlichkeit frei äußern oder muss man bei einigen oder vielen Themen vorsichtig sein?“ Danach wurde dieselbe Frage zur Meinungsäußerung im Freundeskreis gestellt.

Das Ergebnis: Unter Freunden äußern sich lediglich 34 Prozent vorsichtig, in der Öffentlichkeit jedoch 58 Prozent. Nur 17 Prozent geben an, dass sie sich im Internet frei äußern. Als Grund für diesen niedrigen Wert werden die rüden Formen der Auseinandersetzung angegeben."

Sicher ist es schwer, zwischen "klare Kante" und "rüde Formen der Auseinandersetzung" den richtigen Ton zu treffen.
Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.
https://www.welt.de/politik/article193977845/Deutsche-sehen-Meinungsfreiheit-in-der-Oeffentlichkeit-eingeschraenkt.html
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60revax schrieb:

Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.

Das sind doch nicht selten Leute die mit anderen Meinungen nicht zurecht kommen, keine Lust haben sich anderen Meinungen zu stellen und mit ihnen auseinander zu setzen. Da ist es natürlich einfacher im Freundeskreis seine Meinung zu äußern, da kennen die Leute seine Macken und lassen ihn schwätzen.
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Wer zu den Rechtsradikalen gehört, wird hier vermutlich sehr unterschiedlich gesehen. Mich würde wirklich interessieren, wo für die "keine Gespräche und keine Differenzierungen"-Fraktion die Grenze verläuft.
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amsterdam_stranded schrieb:

Wer zu den Rechtsradikalen gehört, wird hier vermutlich sehr unterschiedlich gesehen. Mich würde wirklich interessieren, wo für die "keine Gespräche und keine Differenzierungen"-Fraktion die Grenze verläuft.

Das ist doch leicht festzustellen. Mit dir z.B. diskutiere ich hier noch.
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Wenn man berücksichtigt, dass Björn Höcke einen Bürgerkrieg anstrebt und nach der Machtübernahme jene Menschen entfernen möchte, die nicht seiner Vorstellung von einem ethnisch und ideologisch reinen Volkskörper entsprechen, dann kann man schonmal riskieren, mit ein paar Menschen zu viel nicht mehr zu reden.

Hier nochmal eine Kommentar von Hajo Funke zu Höcke: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-10/rechtsextremismus-bjoern-hoecke-afd-fluegel-rechte-gewalt-faschismus?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.facebook.ref.zeitde.share.link.x&utm_medium=sm&utm_source=facebook_zonaudev_ext&utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_share_link_x
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Brodowin schrieb:

Mir ging es bei der Aussage darum, dass die Saat der AfD insofern aufgeht, als das jeder inzwischen wie selbstverständlich als "links" gilt, der die AfD scheiße findet.

Da hast Du recht und das Schubladenstecken wird m.E. immer schlimmer. Nur noch schwarz - weiß.
Vor einem halben Jahr hat das Allenbacherinstitut für die FAZ eine Umfrage gemacht.
"59 Prozent der 1283 Befragten ab 16 Jahren gaben an, sie könnten sich unter Freunden frei äußern, nur 18 Prozent sehen aber im öffentlichen Raum eine vergleichbare Freiheit. Sie waren gefragt worden: „Würden Sie sagen, man kann seine Meinung in der Öffentlichkeit frei äußern oder muss man bei einigen oder vielen Themen vorsichtig sein?“ Danach wurde dieselbe Frage zur Meinungsäußerung im Freundeskreis gestellt.

Das Ergebnis: Unter Freunden äußern sich lediglich 34 Prozent vorsichtig, in der Öffentlichkeit jedoch 58 Prozent. Nur 17 Prozent geben an, dass sie sich im Internet frei äußern. Als Grund für diesen niedrigen Wert werden die rüden Formen der Auseinandersetzung angegeben."

Sicher ist es schwer, zwischen "klare Kante" und "rüde Formen der Auseinandersetzung" den richtigen Ton zu treffen.
Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.
https://www.welt.de/politik/article193977845/Deutsche-sehen-Meinungsfreiheit-in-der-Oeffentlichkeit-eingeschraenkt.html
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das Argument sich nicht klar äußern zu können, höre ich fast jeden Tag, m.E. unsinnig, aber na ja.
Höre ich immer wieder, man sei kein Nazi, sei kein Rechter, wenn man was kritisches sieht.
Ist ja so nicht per se falsch diese Aussage.
Da politische Diskussionen sehr schnell emotional werden, habe es letztes Jahr im Urlaub gemerkt, meide ich bestimmte Themen, ob das gut ist, lassen wir dahingestellt.
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Wenn man berücksichtigt, dass Björn Höcke einen Bürgerkrieg anstrebt und nach der Machtübernahme jene Menschen entfernen möchte, die nicht seiner Vorstellung von einem ethnisch und ideologisch reinen Volkskörper entsprechen, dann kann man schonmal riskieren, mit ein paar Menschen zu viel nicht mehr zu reden.

Hier nochmal eine Kommentar von Hajo Funke zu Höcke: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-10/rechtsextremismus-bjoern-hoecke-afd-fluegel-rechte-gewalt-faschismus?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.facebook.ref.zeitde.share.link.x&utm_medium=sm&utm_source=facebook_zonaudev_ext&utm_campaign=ref&utm_content=zeitde_share_link_x
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ich habe ein paar Auszüge gelesen, da läuft es einem eiskalt den Rücken runter.
Höcke und seine Konsorten dürfen nie in unserem Lande eine führende Rolle spielen!
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In der erhofften Wendephase
", (offenkundig meint er einen Machtantritt der AfD), "stünden uns harte Zeiten bevor, denn umso länger ein Patient die drängende Operation verweigert, desto härter werden zwangsläufig die erforderlichen Schnitte werden, wenn sonst nichts mehr hilft."

'wohltemperierten Grausamkeit'
Nun Herr Höcke, wir werden (diesmal) sehen!
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60revax schrieb:

Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.

Das sind doch nicht selten Leute die mit anderen Meinungen nicht zurecht kommen, keine Lust haben sich anderen Meinungen zu stellen und mit ihnen auseinander zu setzen. Da ist es natürlich einfacher im Freundeskreis seine Meinung zu äußern, da kennen die Leute seine Macken und lassen ihn schwätzen.
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propain schrieb:

60revax schrieb:

Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.

Das sind doch nicht selten Leute die mit anderen Meinungen nicht zurecht kommen, keine Lust haben sich anderen Meinungen zu stellen und mit ihnen auseinander zu setzen. Da ist es natürlich einfacher im Freundeskreis seine Meinung zu äußern, da kennen die Leute seine Macken und lassen ihn schwätzen.

Das sehe ich allerdings als eine gravierende Verharmlosung. Das Problem an dem Thema ist, dass halt häufig so von Rechtsradikalen argumentiert wird, die sich menschenverachtend äußern und sich dann beschweren, wenn sie zensiert oder dafür angegangen werden. Dadurch wird diese Meiunungsfreiheit-Debatte halt in den Dreck gezogen. Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört. Auch ich durfte das ja hier schon erleben, als ich mich mal kritisch zum Thema Fleisch-Verbot/Verteuerung geäußert habe und direkt von 2-3 getriggerten Klima-Soldiers angegangen wurde. Das Problem mit anderen Meinungen scheint mir tatsächlich auf links und "auf grün" mindestens genauso ausgeprägt zu sein wie bei den rechten Deppen.
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propain schrieb:

60revax schrieb:

Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.

Das sind doch nicht selten Leute die mit anderen Meinungen nicht zurecht kommen, keine Lust haben sich anderen Meinungen zu stellen und mit ihnen auseinander zu setzen. Da ist es natürlich einfacher im Freundeskreis seine Meinung zu äußern, da kennen die Leute seine Macken und lassen ihn schwätzen.

Das sehe ich allerdings als eine gravierende Verharmlosung. Das Problem an dem Thema ist, dass halt häufig so von Rechtsradikalen argumentiert wird, die sich menschenverachtend äußern und sich dann beschweren, wenn sie zensiert oder dafür angegangen werden. Dadurch wird diese Meiunungsfreiheit-Debatte halt in den Dreck gezogen. Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört. Auch ich durfte das ja hier schon erleben, als ich mich mal kritisch zum Thema Fleisch-Verbot/Verteuerung geäußert habe und direkt von 2-3 getriggerten Klima-Soldiers angegangen wurde. Das Problem mit anderen Meinungen scheint mir tatsächlich auf links und "auf grün" mindestens genauso ausgeprägt zu sein wie bei den rechten Deppen.
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Adlerdenis schrieb:

Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört.

... ja, oder dass gemäßigt Konservative, die sich anmaßen noch irgendwie auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit zu argumentieren auf Todeslisten der wirklich Rechten landen, wenn sie sich öffentlich zu Wort melden.

Nehmen wir mal den Naturschutz. Das ist (nicht umsonst sind die Grünen auch im ländlichen Bayern fest verwurzelt) ein ur-konservatives Thema um Bewahrung der Heimat. Wenn man sich dafür ausspricht, wird man von Nazis und Verschwörungstheoretikern aber stante pede - im besten Falle nur - getrollt.

Da gebe ich dann denjenigen Recht, die sagen, dass der Staat Recht und Gesetz mal durchsetzen müsste und das Internet nicht als rechtsfreien Raum verstehen sollte. Wenn man sich wieder gefahrlos, also ohne Konsequenzen an Leib und Leben - und dazu zählt eben auch Psychoterror, gesetzeskonform äußern kann, wäre die Zahl derjenigen, die sich nicht öffentlich äußern mögen mit Sicherheit geringer.
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propain schrieb:

60revax schrieb:

Das Ergebnis allerdings, dass nur ein Fünftel sich frei in der Öffentlichkeit äußern würde ist schon erschreckend.

Das sind doch nicht selten Leute die mit anderen Meinungen nicht zurecht kommen, keine Lust haben sich anderen Meinungen zu stellen und mit ihnen auseinander zu setzen. Da ist es natürlich einfacher im Freundeskreis seine Meinung zu äußern, da kennen die Leute seine Macken und lassen ihn schwätzen.

Das sehe ich allerdings als eine gravierende Verharmlosung. Das Problem an dem Thema ist, dass halt häufig so von Rechtsradikalen argumentiert wird, die sich menschenverachtend äußern und sich dann beschweren, wenn sie zensiert oder dafür angegangen werden. Dadurch wird diese Meiunungsfreiheit-Debatte halt in den Dreck gezogen. Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört. Auch ich durfte das ja hier schon erleben, als ich mich mal kritisch zum Thema Fleisch-Verbot/Verteuerung geäußert habe und direkt von 2-3 getriggerten Klima-Soldiers angegangen wurde. Das Problem mit anderen Meinungen scheint mir tatsächlich auf links und "auf grün" mindestens genauso ausgeprägt zu sein wie bei den rechten Deppen.
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Adlerdenis schrieb:

Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört. Auch ich durfte das ja hier schon erleben, als ich mich mal kritisch zum Thema Fleisch-Verbot/Verteuerung geäußert habe und direkt von 2-3 getriggerten Klima-Soldiers angegangen wurde. Das Problem mit anderen Meinungen scheint mir tatsächlich auf links und "auf grün" mindestens genauso ausgeprägt zu sein wie bei den rechten Deppen.    

Ich würde deine Position gerne besser verstehen. Kannst du Links zu den Stellen benennen, wo du das Gefühl hattest, dass eine Grenzüberschreitung stattgefunden hat und du übermäßig angegangen wurdest?
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Adlerdenis schrieb:

Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört. Auch ich durfte das ja hier schon erleben, als ich mich mal kritisch zum Thema Fleisch-Verbot/Verteuerung geäußert habe und direkt von 2-3 getriggerten Klima-Soldiers angegangen wurde. Das Problem mit anderen Meinungen scheint mir tatsächlich auf links und "auf grün" mindestens genauso ausgeprägt zu sein wie bei den rechten Deppen.    

Ich würde deine Position gerne besser verstehen. Kannst du Links zu den Stellen benennen, wo du das Gefühl hattest, dass eine Grenzüberschreitung stattgefunden hat und du übermäßig angegangen wurdest?
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bla_blub schrieb:

Adlerdenis schrieb:

Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört. Auch ich durfte das ja hier schon erleben, als ich mich mal kritisch zum Thema Fleisch-Verbot/Verteuerung geäußert habe und direkt von 2-3 getriggerten Klima-Soldiers angegangen wurde. Das Problem mit anderen Meinungen scheint mir tatsächlich auf links und "auf grün" mindestens genauso ausgeprägt zu sein wie bei den rechten Deppen.    

Ich würde deine Position gerne besser verstehen. Kannst du Links zu den Stellen benennen, wo du das Gefühl hattest, dass eine Grenzüberschreitung stattgefunden hat und du übermäßig angegangen wurdest?

Hut ab. Auf den Part bin ich wohlweißlich nicht eingegangen. Aber bitte, wenn Du auf AfD-Sprech stehst, dann darfst Du Dich jetzt auf eine Antwort freuen.
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Adlerdenis schrieb:

Tatsächlich ist es aber schon so, dass selbst die Äußerung gemäßigt konservativer Meinungen bei gewissen Reizthemen einen solchen Shitstorm nach sich ziehen, dass die Unterstellung, "ewiggestrig" zu sein, da  noch zu den netteren Dingen gehört.

... ja, oder dass gemäßigt Konservative, die sich anmaßen noch irgendwie auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit zu argumentieren auf Todeslisten der wirklich Rechten landen, wenn sie sich öffentlich zu Wort melden.

Nehmen wir mal den Naturschutz. Das ist (nicht umsonst sind die Grünen auch im ländlichen Bayern fest verwurzelt) ein ur-konservatives Thema um Bewahrung der Heimat. Wenn man sich dafür ausspricht, wird man von Nazis und Verschwörungstheoretikern aber stante pede - im besten Falle nur - getrollt.

Da gebe ich dann denjenigen Recht, die sagen, dass der Staat Recht und Gesetz mal durchsetzen müsste und das Internet nicht als rechtsfreien Raum verstehen sollte. Wenn man sich wieder gefahrlos, also ohne Konsequenzen an Leib und Leben - und dazu zählt eben auch Psychoterror, gesetzeskonform äußern kann, wäre die Zahl derjenigen, die sich nicht öffentlich äußern mögen mit Sicherheit geringer.
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Haliaeetus schrieb:

... ja, oder dass gemäßigt Konservative, die sich anmaßen noch irgendwie auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit zu argumentieren auf Todeslisten der wirklich Rechten landen, wenn sie sich öffentlich zu Wort melden.

Ja, das ist wahr. Es ist schon irgendwie auch witzig, wenn ich mir überlege, dass ich in öffentlichen Diskussionen, je nach Empfänger, schon als rechts, links, "cuckservative", neoliberal oder aber auch als spiritueller Natur-Freak bezeichnet wurde. Ich müsste eigentlich mal eine Liste anlegen.

Haliaeetus schrieb:

Da gebe ich dann denjenigen Recht, die sagen, dass der Staat Recht und Gesetz mal durchsetzen müsste und das Internet nicht als rechtsfreien Raum verstehen sollte. Wenn man sich wieder gefahrlos, also ohne Konsequenzen an Leib und Leben - und dazu zählt eben auch Psychoterror, gesetzeskonform äußern kann, wäre die Zahl derjenigen, die sich nicht öffentlich äußern mögen mit Sicherheit geringer.

Schwieriges Thema. Einerseits gebe ich dir Recht, andererseits schaffst du damit natürlich auch ein super Instrument für die Regierung, unliebsame Meinungen erst Recht zu unterdrücken. Haben wir ja jetzt schon mit dem Netz-DG. Und lässt sich auch aktuell beobachten, wie CDU und SPD den Halle-Anschlag direkt dankbar aufgreifen, um das Gesetz noch weiter verschärfen wollen, wohl da ihnen wegen den nächsten Wahlen zurecht der Stift geht. Hinzu kommt, dass viele Aspekte dieses Psychterrors (auch wenn es bei mir persönlich dann derart krass nun auch nicht ist smile:, gar nicht zwangsläufig strafbar sind. Dadurch wird die Meinungsfreiheit zwar formell gewahrt, faktisch aber über sozialen Druck dennoch beschnitten. Hier müssten man dann eigentlich erstmal eine Debatte anregen, wie sich dieser Psychoterror definiert, und ggf. die Rechtslage darauf anpassen. Aber merkste was? Gewisserweise würde dass ironischerweise heißen, die Meinungsfreiheit zu beschränken, um sie zu sichern. Wie gesagt, ein schwieriges Thema...


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