Terroranschläge in Paris


Thread wurde von prothurk am Samstag, 16. Juli 2016, 15:10 Uhr um 15:10 Uhr gesperrt weil:
Bitte geht mal in Euch und überprüft Eure Wortwahl. Hier ist jetzt erstmal zu, prothurk
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Zumindest haben die Kriege im Irak und in Afghanistan durchaus eine bereits vorhandene Spirale der Gewalt beschleunigt. Diese Kriege haben bzgl. Rekrutierung von Anhängern Motive geliefert, eben genauso wie Versailles Motive für die NSDAP geliefert haben, um zu rekturieren. Islamistischen Terror gab es aber schon weit vor den Kriegen 2001 und 2003. Der Anschlag aufs WTC 1993 nur als Beispiel.

Und Selbstmordanschläge etc. gabs schon 1983 in Beirut mit 241 toten US-Soldaten durch vermutlich schiitische Terroristen.
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SGE_Werner schrieb:

Zumindest haben die Kriege im Irak und in Afghanistan durchaus eine bereits vorhandene Spirale der Gewalt beschleunigt. Diese Kriege haben bzgl. Rekrutierung von Anhängern Motive geliefert, eben genauso wie Versailles Motive für die NSDAP geliefert haben, um zu rekturieren. Islamistischen Terror gab es aber schon weit vor den Kriegen 2001 und 2003. Der Anschlag aufs WTC 1993 nur als Beispiel.


Und Selbstmordanschläge etc. gabs schon 1983 in Beirut mit 241 toten US-Soldaten durch vermutlich schiitische Terroristen.

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.

Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!
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SGE_Werner schrieb:

Zumindest haben die Kriege im Irak und in Afghanistan durchaus eine bereits vorhandene Spirale der Gewalt beschleunigt. Diese Kriege haben bzgl. Rekrutierung von Anhängern Motive geliefert, eben genauso wie Versailles Motive für die NSDAP geliefert haben, um zu rekturieren. Islamistischen Terror gab es aber schon weit vor den Kriegen 2001 und 2003. Der Anschlag aufs WTC 1993 nur als Beispiel.


Und Selbstmordanschläge etc. gabs schon 1983 in Beirut mit 241 toten US-Soldaten durch vermutlich schiitische Terroristen.

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.

Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!
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FrankenAdler schrieb:

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!

Tja, meine Rede.
Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.
Dabei ging es mir nicht um Verständnis, sondern um das angesprochene Macht- und Zivilisationsvakuum, in das die Terroristen stoßen konnten und für sich nutzten.
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SGE_Werner schrieb:

Zumindest haben die Kriege im Irak und in Afghanistan durchaus eine bereits vorhandene Spirale der Gewalt beschleunigt. Diese Kriege haben bzgl. Rekrutierung von Anhängern Motive geliefert, eben genauso wie Versailles Motive für die NSDAP geliefert haben, um zu rekturieren. Islamistischen Terror gab es aber schon weit vor den Kriegen 2001 und 2003. Der Anschlag aufs WTC 1993 nur als Beispiel.


Und Selbstmordanschläge etc. gabs schon 1983 in Beirut mit 241 toten US-Soldaten durch vermutlich schiitische Terroristen.

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.

Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!
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FrankenAdler schrieb:

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.

Schön und gut, aber was hilft diese Feststellung ? Nicht falsch verstehen, aber jedes mal wenn es um islamistischen Terror geht kommt "ja, aber das ist doch alles nur weil...." Das mag ja auch alles stimmen, aber was ist die Konsequenz daraus ? "Wir" (der Westen, die Amis, wer auch immer) haben das verbockt und jetzt müssen wir halt damit leben ?
Kann auch nicht sein, oder ?
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reggaetyp schrieb:  


Aragorn schrieb:
nd soetwas wie Molenbeek entsteht, wenn Integration total gescheitert ist. Das sind Parallelgesellschaften, wo die Verfassung nicht mehr gilt. Sozusagen ein Staat im Staat.


Schon mal da gewesen?


Ich kann das nach einem Kurzbesuch vor drei Jahren dort so nicht bestätigen.
Übrigens laut Berichten im ÖR TV auch die meisten der dort lebenden menschen nicht.


Zugegeben, nur ein sehr flüchtiger Eindruck meinerseits.
Aber vielleicht kannst du mich mit eigenen Erfahrungen oder mehr Informationen aus Medien oder Berichten widerlegen.

Molenbeek ist überall... man muß nur am Höchster Bahnhof aussteigen oder einen Spaziergang durch's Gallus machen... ich würde mich sehr wundern wenn da in dem einen oder anderen Hinterzimmer nicht ähnliche Gedankengute verbreitet werden wie im besagten "Ghetto"-Viertel von Brüssel!
Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!

Bittere Erkenntnis...
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Diegito schrieb:

Molenbeek ist überall... man muß nur am Höchster Bahnhof aussteigen oder einen Spaziergang durch's Gallus machen... ich würde mich sehr wundern wenn da in dem einen oder anderen Hinterzimmer nicht ähnliche Gedankengute verbreitet werden wie im besagten "Ghetto"-Viertel von Brüssel!
Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!

Kennst du Molenbeek?

Und: Das Gallus sehen ne Menge Menschen ganz anders als du.
The next hip thing in Frankfurt.
Hoechst? Da hatte ich mal ne Freundin. Ja, da gibt's viele Ausländer. Und weiter?
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Diegito schrieb:

Molenbeek ist überall... man muß nur am Höchster Bahnhof aussteigen oder einen Spaziergang durch's Gallus machen... ich würde mich sehr wundern wenn da in dem einen oder anderen Hinterzimmer nicht ähnliche Gedankengute verbreitet werden wie im besagten "Ghetto"-Viertel von Brüssel!
Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!

Kennst du Molenbeek?

Und: Das Gallus sehen ne Menge Menschen ganz anders als du.
The next hip thing in Frankfurt.
Hoechst? Da hatte ich mal ne Freundin. Ja, da gibt's viele Ausländer. Und weiter?
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Hier mal ein Artikel über Molenbeek:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-11/molenbeek-belgien

Am Wochenende nach den Pariser Anschlägen festigt sich Molenbeeks Image in internationalen Medien. Manche prägen das Wort von der "Dschihad- Hauptstadt". Doch neu ist das alles nicht. Die belgische Journalistin Hind Fraihi recherchierte schon Mitte der nuller Jahre undercover in Molenbeek. Sie fand "einen separatierten muslimischen Staat, wo Belgien sich manchmal weit weg anfühlt" – so fasste sie damals in einem Interview ihre Eindrücke zusammen. Fraihi, selbst gläubige Muslimin, beobachtete auch, dass religiöse Extremisten moderaten Muslimen zunehmend ihre Vision des Islam aufzwängten. Unverschleierte muslimische Frauen seien in Molenbeek beschimpft, bespuckt und als Abtrünnige verachtet worden. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund hingegen habe man nicht mehr "Belgier" genannt, sondern "Ungläubige".
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...das Kamerun,  nicht zu vergessen.
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FrankenAdler schrieb:

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.

Schön und gut, aber was hilft diese Feststellung ? Nicht falsch verstehen, aber jedes mal wenn es um islamistischen Terror geht kommt "ja, aber das ist doch alles nur weil...." Das mag ja auch alles stimmen, aber was ist die Konsequenz daraus ? "Wir" (der Westen, die Amis, wer auch immer) haben das verbockt und jetzt müssen wir halt damit leben ?
Kann auch nicht sein, oder ?
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Stimmt, kann auch nicht die Lösung sein, aber eine erneute militärische Großoffensive kann auch nicht die Lösung sein. Ich hätte auch keine Lösung parat, nur will ich nicht akzeptieren, dass eine militärische Lösung alternativlos ist.
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FrankenAdler schrieb:

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.

Schön und gut, aber was hilft diese Feststellung ? Nicht falsch verstehen, aber jedes mal wenn es um islamistischen Terror geht kommt "ja, aber das ist doch alles nur weil...." Das mag ja auch alles stimmen, aber was ist die Konsequenz daraus ? "Wir" (der Westen, die Amis, wer auch immer) haben das verbockt und jetzt müssen wir halt damit leben ?
Kann auch nicht sein, oder ?
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Taunusabbel schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Schön und gut, aber was hilft diese Feststellung ? Nicht falsch verstehen, aber jedes mal wenn es um islamistischen Terror geht kommt "ja, aber das ist doch alles nur weil...." Das mag ja auch alles stimmen, aber was ist die Konsequenz daraus ? "Wir" (der Westen, die Amis, wer auch immer) haben das verbockt und jetzt müssen wir halt damit leben ?
Kann auch nicht sein, oder ?

Ahhhh. Stop! Es geht hier darum, was die richtige Strategie sein KÖNNTE mit diesem Terror umzugehen. Und um zu bewerten, wie man in die Situation gekommen ist in der man jetzt steckt, sollte man sich schon bewusst machen, was passiert ist.
Ich hab nicht umsonst das Wort Eskalationsspirale genutzt. In der befinden wir uns nämlich tatsächlich. Nach 09/11 hat Herr Bush jun die Entscheidung getroffen, mit dem Angriff auf den Irak in das hegemoniale Gleichgewicht der Region einzugreifen. Nicht wie bisher mit den stumpfen Waffen der Wirtschaftssanktion sondern mit Waffengewalt. Seitdem dreht sich die Spirale. Hatten wir vorher klare Machtverhälnisse und einigermaßen Stabilität, haben wir jetzt de facto mehrere aufgelöste Staatengebilde. In dieses Vakuum ist ein IS gestoßen. Es ist naiv zu glauben, man könne jetzt den IS beseitigen und dann ergäbe sich dieses stabile Staatengebilde von selbst wieder. Wir hätten nach wie vor dieses Machtvakuum. Und es würde sich wieder jemand finden, der das füllen würde. Und wieder hätten wir die gleichen Konsequenzen. Deshalb wäre es an der Zeit drüber nachzudenken, wie man diese Spirale anhlaten kann, statt sie immer weiter zu beschleunigen.

Ganz davon abgesehen, dass es auch für die Diskussion wenig hilfreich ist, wenn Leute das was geschehen ist ausblenden oder leugnen um ihre Eskalationsphantasien nicht in Frage stellen zu müssen ...
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reggaetyp schrieb:  


Aragorn schrieb:
nd soetwas wie Molenbeek entsteht, wenn Integration total gescheitert ist. Das sind Parallelgesellschaften, wo die Verfassung nicht mehr gilt. Sozusagen ein Staat im Staat.


Schon mal da gewesen?


Ich kann das nach einem Kurzbesuch vor drei Jahren dort so nicht bestätigen.
Übrigens laut Berichten im ÖR TV auch die meisten der dort lebenden menschen nicht.


Zugegeben, nur ein sehr flüchtiger Eindruck meinerseits.
Aber vielleicht kannst du mich mit eigenen Erfahrungen oder mehr Informationen aus Medien oder Berichten widerlegen.

Molenbeek ist überall... man muß nur am Höchster Bahnhof aussteigen oder einen Spaziergang durch's Gallus machen... ich würde mich sehr wundern wenn da in dem einen oder anderen Hinterzimmer nicht ähnliche Gedankengute verbreitet werden wie im besagten "Ghetto"-Viertel von Brüssel!
Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!

Bittere Erkenntnis...
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Diegito schrieb:

Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!

Es wird auch leider Vollidioten geben, die es witzig finden, bei solchen Gelegenheiten einen Böller zu zünden. In der derzeitigen Situation reicht das schon, um Panik zu verbreiten.
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Taunusabbel schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Schön und gut, aber was hilft diese Feststellung ? Nicht falsch verstehen, aber jedes mal wenn es um islamistischen Terror geht kommt "ja, aber das ist doch alles nur weil...." Das mag ja auch alles stimmen, aber was ist die Konsequenz daraus ? "Wir" (der Westen, die Amis, wer auch immer) haben das verbockt und jetzt müssen wir halt damit leben ?
Kann auch nicht sein, oder ?

Ahhhh. Stop! Es geht hier darum, was die richtige Strategie sein KÖNNTE mit diesem Terror umzugehen. Und um zu bewerten, wie man in die Situation gekommen ist in der man jetzt steckt, sollte man sich schon bewusst machen, was passiert ist.
Ich hab nicht umsonst das Wort Eskalationsspirale genutzt. In der befinden wir uns nämlich tatsächlich. Nach 09/11 hat Herr Bush jun die Entscheidung getroffen, mit dem Angriff auf den Irak in das hegemoniale Gleichgewicht der Region einzugreifen. Nicht wie bisher mit den stumpfen Waffen der Wirtschaftssanktion sondern mit Waffengewalt. Seitdem dreht sich die Spirale. Hatten wir vorher klare Machtverhälnisse und einigermaßen Stabilität, haben wir jetzt de facto mehrere aufgelöste Staatengebilde. In dieses Vakuum ist ein IS gestoßen. Es ist naiv zu glauben, man könne jetzt den IS beseitigen und dann ergäbe sich dieses stabile Staatengebilde von selbst wieder. Wir hätten nach wie vor dieses Machtvakuum. Und es würde sich wieder jemand finden, der das füllen würde. Und wieder hätten wir die gleichen Konsequenzen. Deshalb wäre es an der Zeit drüber nachzudenken, wie man diese Spirale anhlaten kann, statt sie immer weiter zu beschleunigen.

Ganz davon abgesehen, dass es auch für die Diskussion wenig hilfreich ist, wenn Leute das was geschehen ist ausblenden oder leugnen um ihre Eskalationsphantasien nicht in Frage stellen zu müssen ...
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FrankenAdler schrieb:

Deshalb wäre es an der Zeit drüber nachzudenken, wie man diese Spirale anhlaten kann, statt sie immer weiter zu beschleunigen.

nur wie? Die Argumente contra Kriegseinsatz leuchten ein, aber was nun? wie können wir diese Wahnsinnigen der IS stoppen? ich frage so blöd, weil ich keine Antworten weiß. Wo ist der Kopf Kratz Smiley?
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FrankenAdler schrieb:

Deshalb wäre es an der Zeit drüber nachzudenken, wie man diese Spirale anhlaten kann, statt sie immer weiter zu beschleunigen.

nur wie? Die Argumente contra Kriegseinsatz leuchten ein, aber was nun? wie können wir diese Wahnsinnigen der IS stoppen? ich frage so blöd, weil ich keine Antworten weiß. Wo ist der Kopf Kratz Smiley?
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Das geht es nicht nur dir so, glaub mir.
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FrankenAdler schrieb:

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!

Tja, meine Rede.
Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.
Dabei ging es mir nicht um Verständnis, sondern um das angesprochene Macht- und Zivilisationsvakuum, in das die Terroristen stoßen konnten und für sich nutzten.
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reggaetyp schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!


Tja, meine Rede.
Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.
Dabei ging es mir nicht um Verständnis, sondern um das angesprochene Macht- und Zivilisationsvakuum, in das die Terroristen stoßen konnten und für sich nutzten.

Mich verwirrt diese einseitige Schluld-Argumentation, in der komischerweise immer "der Westen" für alles Übel in der Welt die Grundursache ist, ein wenig. Der Westen liefert Waffen an die Falschen, führt falsche Kriege, handelt mit den falschen, weist ein arrogantes Verhalten auf, beutet wirtschaftlich aus usw...
Ich weiss sehr wohl, dass dort ein Funken Wahrheit drinsteckt und dass tatsächlich ein Teil der Verantwortung bei "uns" liegt. Allerdings finde ich es manchmal schon komisch, dass man niemals auch nur annähernd die Ursachen in den betroffenen Gesellschaften selbst sucht, dass dort vielleicht einige Dinge verkehrt laufen, überfällige Debatten und Entwicklungen ausbleiben und sowohl in den Nationalstaaten als auch von Seiten religiöser Instanzen nichts oder zumindest zu wenig passiert, dass sich etwas ändert. Wäre ein großes und komplexes Fass, was aufgemacht wird, und passt dann vielleicht auch nur bedingt in den Fred hier, aber den Gedanken wollt ich trotzdem einfach mal loswerden, bei allem Verständnis und Kritik an westlicher Politik.

Bezüglich der Kriegs-Debatte, sehe ich die Bedenken, die Ausführungen von Würzburger und Frankenadler sind ja durchaus schlüssig. Natürlich müssen die Regional-Akteure da entscheidend einbezogen werden, aber von selbst lässt sich diese ganze Sch... nicht mehr in den Griff kriegen denke ich einfach. Dort muss eine Lösung gefunden werden, welche unter Mitwirkung vieler Akteure passiert. Und trotzdem bleibt für mich die Führung eines Krieges gegen den IS ein richtiger Schritt, ob dieser nun von den Regionalmächten geführt und vom "Westen" unterstützt, oder auch unter Beteiligung europäischer/amer. Bodentruppen läuft, sei mal dahingestellt. Dabei halte ich eine Abkehr von dieser Luftschlag-Doktrin für wichtig, weil da eben doch noch weniger Kontrolle über mögliche Kollateralschäden besteht, als bei einer Bodenoffensive.
Destabilisiert ist die Region derzeit so oder so in extremen Ausmaß, aber mit einem entsprechenden Vorgehen ließe sich zumindest diese IS-Schlachterei beenden und der Organisation eine Schwächung beibringen sowie Zeit gewinnen für eine langfristige Lösung (die zugegebenermaßen nicht einfach zu finden ist).
Kurzum, mir ist alles lieber, als dass dieser IS weiterhin auf der Landkarte ist. Schlimmer als die geht nimmer...
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reggaetyp schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!


Tja, meine Rede.
Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.
Dabei ging es mir nicht um Verständnis, sondern um das angesprochene Macht- und Zivilisationsvakuum, in das die Terroristen stoßen konnten und für sich nutzten.

Mich verwirrt diese einseitige Schluld-Argumentation, in der komischerweise immer "der Westen" für alles Übel in der Welt die Grundursache ist, ein wenig. Der Westen liefert Waffen an die Falschen, führt falsche Kriege, handelt mit den falschen, weist ein arrogantes Verhalten auf, beutet wirtschaftlich aus usw...
Ich weiss sehr wohl, dass dort ein Funken Wahrheit drinsteckt und dass tatsächlich ein Teil der Verantwortung bei "uns" liegt. Allerdings finde ich es manchmal schon komisch, dass man niemals auch nur annähernd die Ursachen in den betroffenen Gesellschaften selbst sucht, dass dort vielleicht einige Dinge verkehrt laufen, überfällige Debatten und Entwicklungen ausbleiben und sowohl in den Nationalstaaten als auch von Seiten religiöser Instanzen nichts oder zumindest zu wenig passiert, dass sich etwas ändert. Wäre ein großes und komplexes Fass, was aufgemacht wird, und passt dann vielleicht auch nur bedingt in den Fred hier, aber den Gedanken wollt ich trotzdem einfach mal loswerden, bei allem Verständnis und Kritik an westlicher Politik.

Bezüglich der Kriegs-Debatte, sehe ich die Bedenken, die Ausführungen von Würzburger und Frankenadler sind ja durchaus schlüssig. Natürlich müssen die Regional-Akteure da entscheidend einbezogen werden, aber von selbst lässt sich diese ganze Sch... nicht mehr in den Griff kriegen denke ich einfach. Dort muss eine Lösung gefunden werden, welche unter Mitwirkung vieler Akteure passiert. Und trotzdem bleibt für mich die Führung eines Krieges gegen den IS ein richtiger Schritt, ob dieser nun von den Regionalmächten geführt und vom "Westen" unterstützt, oder auch unter Beteiligung europäischer/amer. Bodentruppen läuft, sei mal dahingestellt. Dabei halte ich eine Abkehr von dieser Luftschlag-Doktrin für wichtig, weil da eben doch noch weniger Kontrolle über mögliche Kollateralschäden besteht, als bei einer Bodenoffensive.
Destabilisiert ist die Region derzeit so oder so in extremen Ausmaß, aber mit einem entsprechenden Vorgehen ließe sich zumindest diese IS-Schlachterei beenden und der Organisation eine Schwächung beibringen sowie Zeit gewinnen für eine langfristige Lösung (die zugegebenermaßen nicht einfach zu finden ist).
Kurzum, mir ist alles lieber, als dass dieser IS weiterhin auf der Landkarte ist. Schlimmer als die geht nimmer...
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seufz...
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seufz...
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reggaetyp schrieb:

seufz...

Kopf hoch!
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FrankenAdler schrieb:

... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!

Tja, meine Rede.
Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.
Dabei ging es mir nicht um Verständnis, sondern um das angesprochene Macht- und Zivilisationsvakuum, in das die Terroristen stoßen konnten und für sich nutzten.
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reggaetyp schrieb:

Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.

Nö, haste nicht.

Natürlich ist's wichtig, nach Gründen und Ursachen für Missstände zu fragen. Immer.

Diese entschuldigen jedoch niemals das Töten von Menschen. Immer.

Die Kurzpimmel die in Paris geschossen haben, haben das schon schön selbst getan. Da war kein George Bush hinter ihnen und hat sie gezwungen und auch kein Jude.

Die ganze Argumentation erinnert mich verdammt an 'Ich hab ja nix gegen Ausländer, aber'
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reggaetyp schrieb:

seufz...

Kopf hoch!
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Tafelberg schrieb:  


reggaetyp schrieb:
seufz...


Kopf hoch!

Wasser am Kinn.
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reggaetyp schrieb:

Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.

Nö, haste nicht.

Natürlich ist's wichtig, nach Gründen und Ursachen für Missstände zu fragen. Immer.

Diese entschuldigen jedoch niemals das Töten von Menschen. Immer.

Die Kurzpimmel die in Paris geschossen haben, haben das schon schön selbst getan. Da war kein George Bush hinter ihnen und hat sie gezwungen und auch kein Jude.

Die ganze Argumentation erinnert mich verdammt an 'Ich hab ja nix gegen Ausländer, aber'
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Bigbamboo schrieb:

Natürlich ist's wichtig, nach Gründen und Ursachen für Missstände zu fragen. Immer.


Diese entschuldigen jedoch niemals das Töten von Menschen. Immer.


Die Kurzpimmel die in Paris geschossen haben, haben das schon schön selbst getan. Da war kein George Bush hinter ihnen und hat sie gezwungen und auch kein Jude.

Okay.
Immer noch net kapiert. Selbstverständlich haben die das selbst getan. Und sind vollauf dafür verantwortlich zu machen.
Es geht mir darum, wieso es Daesh schaffte, so stark zu werden. Und wer da nicht den Zusammenhang herstellt zwischen einer völlig destabilisierten Region und dem Erstarken der Verrückten, dem ist nicht mehr zu helfen.
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ok, blenden wir die schuldfrage bezüglich der entwicklung in der region mal völlig aus und gehen wir von dem aktuellen status quo aus. der sieht so aus, dass es in der region unzählige interessensgruppen gibt die sich untereinander bekämpfen und von denen manche den is für das kleinere übel halten. welchen schluss können wir daraus ziehen?

wir sind uns einig, dass wir den terror verurteilen und unsere lebensweise nicht von terroristen gefährdet sehen wollen. wie also können wir das verhindern?

ich habe noch kein einziges argument dafür gelesen, weder im forum noch sonst wo, das mir das gefühl vermittelt hat, dass wir das problem mit bodentruppen oder vermehrten bombardements in den griff bekommen werden. kann mir jemand dafür argumente nennen? ganz ehrlich, ich würde mich gerne davon überzeugen lassen, dass es eine schnelle und nachhaltige lösung gibt. ich sehe allerdings lediglich optionen die eine weitere eskalation hervor rufen werden.

alle vergleich mit nazideutschland halte ich für wenig hilfreich. ww II war letztendlich ein konventioneller krieg, lediglich in gigantischen dimensionen, klare ländergrenzen und nationalitäten gibt es im aktuellen konflikt nicht. wir stehen vor einer völlig neuen situation.  

man muss auch mal zugeben können, dass man keine lösung hat, mir geht es im moment so. wenn jemand glaubt eine lösung zu haben, dann soll er sie nachvollziehbar ausbreiten, ich bin da sehr offen und ich glaube die meisten anderen menschen, die sich mit der aktuellen situation beschäftigen, auch.
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Diegito schrieb:

Molenbeek ist überall... man muß nur am Höchster Bahnhof aussteigen oder einen Spaziergang durch's Gallus machen... ich würde mich sehr wundern wenn da in dem einen oder anderen Hinterzimmer nicht ähnliche Gedankengute verbreitet werden wie im besagten "Ghetto"-Viertel von Brüssel!
Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!

Kennst du Molenbeek?

Und: Das Gallus sehen ne Menge Menschen ganz anders als du.
The next hip thing in Frankfurt.
Hoechst? Da hatte ich mal ne Freundin. Ja, da gibt's viele Ausländer. Und weiter?
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reggaetyp schrieb:  


Diegito schrieb:
Molenbeek ist überall... man muß nur am Höchster Bahnhof aussteigen oder einen Spaziergang durch's Gallus machen... ich würde mich sehr wundern wenn da in dem einen oder anderen Hinterzimmer nicht ähnliche Gedankengute verbreitet werden wie im besagten "Ghetto"-Viertel von Brüssel!
Wir müssen damit leben das es jederzeit hochgehen kann, überall... an der Hauptwache, in irgendeiner Kneipe, im Kino, vorm Spiel an irgendeinem Bierstand... überall!


Kennst du Molenbeek?


Und: Das Gallus sehen ne Menge Menschen ganz anders als du.
The next hip thing in Frankfurt.
Hoechst? Da hatte ich mal ne Freundin. Ja, da gibt's viele Ausländer. Und weiter?

nix und weiter... ich wollte damit nur sagen das es kein belgisches oder französisches Problem ist. Wie in den Medien oft propagiert wurde. Klar ist die Ghettobildung in französischen Vorstädten vielleicht etwas ausgeprägter als hier, aber diese Art der Parallelgesellschaften haben wir bei uns im Land auch. Vor der Nase. Vor der Haustür.
Gestern erst bin ich mit der 21 durchs Gallus gefahren und hatte mir gegenüber eine Burka-Trägerin sitzen. Sieht man oft in FFM, ich weiß.... Aber das erste mal war mir etwas mulmig zumute.
Ich kenne Frankfurt seit meinen Kindesbeinen, Ausländer gehören hier dazu, nie hat es mich gestört... aber man macht sich eben so seine Gedanken wenn man an der Ubahn-Haltestelle steht und die Bilder aus Paris im Kopf hat!
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reggaetyp schrieb:  


FrankenAdler schrieb:
... und trotzdem bleibt festzuhalten, dass sehr eklige aber funktionierende Staatsgeilde mit ekligen Führern und Machthabern beseitigt wurden. Diese Machthaber waren tatsächlich dazu in der Lage ihr jeweiliges Gebilde zu kontrollieren. Man hat das zerstört und ein Machtvakuum erzeugt, das jetzt gefüllt wird. So siehts leider aus. Gaddafi in Lybien, Hussein im Irak, Assad in Syrien. Keinem davon mag (bzw. würde) man eine Träne nachweinen. Keiner von denen war ein annehmbarer Verhandlungspartner. Aber was ist seit der Beseitigung dieser A.rschlöcher geschehen? Geht es den Menschen in den jeweiligen Ländern heute besser?
Wir haben stattdessen einen Bürgerkrieg, der sich anschickt den gesamten Nahen Osten und Nordafrika in Brand zu setzen. Völlige Destabilisierung und in der Folge anarchistische Verhältnisse. Dies hat man ANGESICHTS und wohlwissent, dass ein riesen Rudel radikalisierter Sunniten rumrennt getan, ohne irgend eine Antwort zu haben, wie dieser Brand auch nur annhähernd unter Kontrolle gebracht werden kann.


Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, es wäre unerheblich für das Erstarken des islamistischen Terrors, was man da seit 09/11 fabriziert hat, ist bestenfalls naiv, schlechtestenfalls zynisch!


Tja, meine Rede.
Hab ich von BigBamboo um die Ohren gehauen bekommen.
Dabei ging es mir nicht um Verständnis, sondern um das angesprochene Macht- und Zivilisationsvakuum, in das die Terroristen stoßen konnten und für sich nutzten.

Mich verwirrt diese einseitige Schluld-Argumentation, in der komischerweise immer "der Westen" für alles Übel in der Welt die Grundursache ist, ein wenig. Der Westen liefert Waffen an die Falschen, führt falsche Kriege, handelt mit den falschen, weist ein arrogantes Verhalten auf, beutet wirtschaftlich aus usw...
Ich weiss sehr wohl, dass dort ein Funken Wahrheit drinsteckt und dass tatsächlich ein Teil der Verantwortung bei "uns" liegt. Allerdings finde ich es manchmal schon komisch, dass man niemals auch nur annähernd die Ursachen in den betroffenen Gesellschaften selbst sucht, dass dort vielleicht einige Dinge verkehrt laufen, überfällige Debatten und Entwicklungen ausbleiben und sowohl in den Nationalstaaten als auch von Seiten religiöser Instanzen nichts oder zumindest zu wenig passiert, dass sich etwas ändert. Wäre ein großes und komplexes Fass, was aufgemacht wird, und passt dann vielleicht auch nur bedingt in den Fred hier, aber den Gedanken wollt ich trotzdem einfach mal loswerden, bei allem Verständnis und Kritik an westlicher Politik.

Bezüglich der Kriegs-Debatte, sehe ich die Bedenken, die Ausführungen von Würzburger und Frankenadler sind ja durchaus schlüssig. Natürlich müssen die Regional-Akteure da entscheidend einbezogen werden, aber von selbst lässt sich diese ganze Sch... nicht mehr in den Griff kriegen denke ich einfach. Dort muss eine Lösung gefunden werden, welche unter Mitwirkung vieler Akteure passiert. Und trotzdem bleibt für mich die Führung eines Krieges gegen den IS ein richtiger Schritt, ob dieser nun von den Regionalmächten geführt und vom "Westen" unterstützt, oder auch unter Beteiligung europäischer/amer. Bodentruppen läuft, sei mal dahingestellt. Dabei halte ich eine Abkehr von dieser Luftschlag-Doktrin für wichtig, weil da eben doch noch weniger Kontrolle über mögliche Kollateralschäden besteht, als bei einer Bodenoffensive.
Destabilisiert ist die Region derzeit so oder so in extremen Ausmaß, aber mit einem entsprechenden Vorgehen ließe sich zumindest diese IS-Schlachterei beenden und der Organisation eine Schwächung beibringen sowie Zeit gewinnen für eine langfristige Lösung (die zugegebenermaßen nicht einfach zu finden ist).
Kurzum, mir ist alles lieber, als dass dieser IS weiterhin auf der Landkarte ist. Schlimmer als die geht nimmer...
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AdlertraegerSGE schrieb:

Mich verwirrt diese einseitige Schluld-Argumentation, in der komischerweise immer "der Westen" für alles Übel in der Welt die Grundursache ist,

Ist auch quatsch. Nur den Kreislauf eine Problems wirst Du nicht beenden in dem Du diesen Kreis nicht unterbrichst. Unterbrechen kannst Du ihn aber nur, wenn Du das Ziel, moralischer und gesellschaftlicher Größe nicht nur propagierst, sondern auch lebst und vor profane Gründe wie Schuld und Sühne stellst.

Das Terroristen von jetzt auf gleich aufhören Menschen zu töten daran glaube ich auch nicht. Das wir uns aber nicht von Ihnen oder anderen Rattenfängern entzweien lassen sollten daran Glaube ich sehr wohl. Dafür braucht es aber andere Maßnahmen als Gewalt - den Nährboden ihres Hasses und ihrer Argumente.

Im übrigen erkennt man an unserer eigenen Gesellschaft wie leicht es ist, den üblichen Rattenfängern auf den Leim zu gehen. Schüre Ängste und vorverurteile (Hilfe fremde Menschen kommen in unser Land wollen unser Wertesystem definitiv nicht annehmen - Fakt!), denunziere und vermeide das andere Meinung gehör finden bei Deinen Gefolgsleuten (Lügenpresse, Lügenpresse) und fokussiere Dich auf Deine Allmachtsphantasie (wir sind das Volk ). Was bei Herrn Hitler funktioniert hat, funktioniert auch heute noch, ob Salafisten, IS oder Pegida. Unterschiedliche Ideologien gleiche Vorgehensweise. Trotzdem sind es Minderheiten, die nur gefährliche Größen annehmen können, wenn die Mehrheit sich uneins ist und sich eben nicht zu einer Stimme erhebt - diese sollte aber mit nichten die Stimmer der Gewalt und deren Methoden sein. Das macht uns ja nicht besser, als das was wir kritisieren.


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