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Tschock

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Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.

Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.

Kritik an der Rhetorik des Trainers

Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.

Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.

Berichte über interne Zweifel

Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.

Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.

Kritik an der trainingsfreien Woche

Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.

Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?

Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.

Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung

Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.

Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.

Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.

Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.

Kritik an den Standards

Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.

Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.

Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.

Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.

Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor

Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.

Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.

Fazit

Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
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DonGuillermo schrieb:

Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.

Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.

Kritik an der Rhetorik des Trainers

Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.

Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.

Berichte über interne Zweifel

Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.

Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.

Kritik an der trainingsfreien Woche

Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.

Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?

Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.

Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung

Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.

Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.

Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.

Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.

Kritik an den Standards

Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.

Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.

Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.

Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.

Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor

Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.

Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.

Fazit

Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.



Wow!
Vielen Dank für ausführliche Analyse! 🙏

Bei den ersten zwei Punkten kann ich zu 100% mitgehen und bin froh, dass das jemand mal so gut analysiert. Bei den weiteren Punkten kann ich auch zustimmen!
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DoctorJ83 schrieb:

Luca_SGE schrieb:

Möchte an der Stelle eine Lanze für Schmidt brechen. Vorbildlich, wie sportlich er die ganzen Nackenschläge nimmt. Siehe auch gestern auf der PK.
Habe ihn nach unseren 7 Pflichtspielen gegen Heidenheim (Bilanz von uns 6-1-0 inkl. DFB-Pokal Weiterkommen nach Verlängerung 2017) nicht einmal lamentieren oder jammern sehen.
Respekt - da kann sich so mancher Trainer oder Verantwortlicher im Profifußball eine Scheibe abschneiden.

Der Mann ist eine absolute Institution. Ein Musterbeispiel an Integrität, Fairness und Sportsgeist.


Für mich hat Schmidt all das was Streich gerne angedichtet wurde.
Komischerweise wird der aber nicht "abgekultet", was er wahrscheinlich aber auch nicht nötig hat.
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Anthrax schrieb:

Für mich hat Schmidt all das was Streich gerne angedichtet wurde.
Komischerweise wird der aber nicht "abgekultet", was er wahrscheinlich aber auch nicht nötig hat.


Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Frank Schmidt nur zu Fußball äußert, und dann auch noch sehr kompetent, wie man bei der gemeinsamen Pressekonferenz sehen konnte.
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DoctorJ83 schrieb:

franchise schrieb:

Stevens wäre stolz auf diese Truppe

Boah, wenn ich an den versoffenen Holländer im Trainingsanzug denke....

Sorry, Korrektur. Das mit dem Alkohol war Assauer. Was Stevens nicht so viel sympatischer macht.
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DoctorJ83 schrieb:

DoctorJ83 schrieb:

franchise schrieb:

Stevens wäre stolz auf diese Truppe

Boah, wenn ich an den versoffenen Holländer im Trainingsanzug denke....

Sorry, Korrektur. Das mit dem Alkohol war Assauer. Was Stevens nicht so viel sympatischer macht.


Cool, dass Du Dich da korrigierst!
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Was er anders macht:

BTW: Hier lobt er Dino ...

https://www.youtube.com/live/34vI4avrg_M?is=ZN3PT9HCIubRfGZC
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Diegito schrieb:

Irgendwie wird mir das Spiel ein bisschen zu arg verklärt. Man könnte meinen wir haben gewonnen.


MIt etwas Glück am Ende hätten wir sogar einen Punkt entführen können. Das stimmt. Aber dennoch bin ich bei Diegito. Denn wenn die Bayern gewollt oder gemust hätten, dann hätten die sicherlich deutlich mehr Buden gemacht. Deshalb kann man das Ergebnis gegen die Bayern nicht mit unserem wirklichen Leistungsvermögen gleichsetzen.  
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Ralle14979 schrieb:

Denn wenn die Bayern gewollt oder gemust hätten, dann hätten die sicherlich deutlich mehr Buden gemacht.


Naja, da lässt man halt die Psyche außer Acht:
Bis zur 75. mussten sie ja nicht, daher haben sie runtergeschaltet - und hatten dann Schwierigkeiten, wieder hochzuschalten. So wie wir in Gladbach.
Klar sind sie spielerisch uns hoch überlegen (deshalb foulen oder lamentieren sie auch kaum), aber auch hier sind sie etwas anfällig.
Da sieht man halt die Qualitäten von Lahm oder Effenberg.
Der eine gar nicht so spektakulär, aber ultra konstant, der andere konnte eine ganze Mannschaft wieder hochbringen (bei uns konnte das damals der Prince!).
Das sind Qualitäten, die auf den ersten Blick gar nicht so auffallen ...
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SemperFi schrieb:

derexperte schrieb:

Falls das tatsächlich so wichtig sein sollte, dann bitte unbedingt zwei klar getrennte Streams oder Tonspuren anbieten. So wird das Original nicht durch andere Stimmen übertönt und jeder kann die Version wählen, die er bevorzugt.


Genau die gab es.

Man hat halt beim ersten Umsetzen einen Fehler gemacht und diesen nach 2 Minuten korrigiert.

Es geht hier um eine PK...

Ach ja PKs müssen keinen Spaß machen, diskutiert eh nahezu niemand über die fußballerischen Themen daraus, wie man hier perfekt nachlesen kann.

Balkon springen, keine Übersetzung, 2 Minuten falsche Tonspur, Verletztenliste....
Aber über die am Ende vielleicht 30 Sekunden relevante Informationen, Schweigen im Walde.

Ganz ehrlich, kann man sich eigentlich sparen, da reicht eine Pressemitteilung mit den 12 Standardfloskeln und ein YT Short mit 15 Sekunden Trainer Ansprache.


Ok.
War wohl noch etwas früh am Morgen bei mir.

Ab Minute zwei ist diese PK das Beste, was ich bisher von einem Übungsleiter bewundern konnte.
Herr Riera stellt tatsächlich alles mir bislang Bekannte weit in den Schatten.
Er strahlt eine Klarheit, Fokussierung, Stärke und pure Lust am Fußball aus, die ihresgleichen sucht (jedoch nirgends findet).

Bessere Voraussetzungen kann es für unsere Mannschaft und die Fans gar nicht geben.
Das wird ein Spektakel, welches uns in Zukunft sowohl auf wie auch außerhalb des Platzes erwartet! ⚽️💪🔥
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derexperte schrieb:

Ok.
War wohl noch etwas früh am Morgen bei mir.

Ab Minute zwei ist diese PK das Beste, was ich bisher von einem Übungsleiter bewundern konnte.
Herr Riera stellt tatsächlich alles mir bislang Bekannte weit in den Schatten.
Er strahlt eine Klarheit, Fokussierung, Stärke und pure Lust am Fußball aus, die ihresgleichen sucht (jedoch nirgends findet).

Bessere Voraussetzungen kann es für unsere Mannschaft und die Fans gar nicht geben.
Das wird ein Spektakel, welches uns in Zukunft sowohl auf wie auch außerhalb des Platzes erwartet! ⚽️💪🔥


Und schon isser wieder der "alte" ... 😄 ❤️
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Deine masslosen Übertreibungen sind halt Programm
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Tafelberg schrieb:

Deine masslosen Übertreibungen sind halt Programm


Ich liebe sie.  🙏
Sie sind so optimistisch und positiv!
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Tschock schrieb:

Bommer1974 schrieb:

Linkshänder...!

Läuft!


Yep!
Wie Mozart, Hendrix und ich!

Zählt "Linksfuß" auch?
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manni30 schrieb:

Tschock schrieb:

Bommer1974 schrieb:

Linkshänder...!

Läuft!


Yep!
Wie Mozart, Hendrix und ich!

Zählt "Linksfuß" auch?


Selbstverständlich!
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Von skillkeeper gibt es eine weitere Analyse, wie Riera mit dem Eintracht Personal spielen könnte:

https://youtu.be/8BNcqquMHY4?si=KbhsHbC35TiV369h
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Tafelberg schrieb:

Hyundaii30 schrieb:

Die Antwort auf Brown fand ich super!


was war das für eine Frage bzw Antwort?


Hast eine PN.
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Hyundaii30 schrieb:

         
Tafelberg schrieb:

Hyundaii30 schrieb:

Die Antwort auf Brown fand ich super!


was war das für eine Frage bzw Antwort?


Hast eine PN.        


Hätte mich (und wahrscheinlich viele andere) auch interessiert ... 🤔
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Linkshänder...!

Läuft!
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Bommer1974 schrieb:

Linkshänder...!

Läuft!


Yep!
Wie Mozart, Hendrix und ich!
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das erste Video

https://tv.eintracht.de/
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Tafelberg schrieb:

das erste Video

https://tv.eintracht.de/


Wow, das macht richtig Bock auf den.
Ich kann mir das schon gut vorstellen:
Bei ihm darf man ruhig mal einen Fehler machen, wenn man was probiert (weil er vielleicht auch Fehlerabsicherungen trainiert).
Bei Dino waren Fehler oft tödlich. Deshalb hat niemand mehr was probiert - am Ende nicht mal mehr Doan  ...
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Kann sich vermutlich dann nur um eine Zwischenlösung bis Sommer handeln oder wie seht ihr das?
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Hahahahaha172626262 schrieb:

Kann sich vermutlich dann nur um eine Zwischenlösung bis Sommer handeln oder wie seht ihr das?


Nicht reagieren.
Das ist ein Troll, der nur provozieren will
(siehe auch seine anderen Posts)
Tafelberg schrieb:

https://www.kicker.de/fussball/transfermarkt

Der frühere Bundesliga-Stürmer Goncalo Paciencia kehrt in seine portugiesische Heimat zurück zum CD Santa Clara zurück. N


Ich wiederhole mich gerne:
Ich glaube, ohne seinen Input in der Kabine hätten wir den Europapokal nicht geholt!
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Ich denke mir nach den ersten Berichten zu Riera: er legt sich mit allen Leuten an. Aber zu seiner Mannschaft steht er loyal und scheint eine gute Bindung zu den Spielern zu haben. Außerdem reflektiert er seine eigene Zeit als Spieler. Das kann man ihm auch zu gute halten und das ist das Wichtigste.
#
Korn schrieb:

Ich denke mir nach den ersten Berichten zu Riera: er legt sich mit allen Leuten an. Aber zu seiner Mannschaft steht er loyal und scheint eine gute Bindung zu den Spielern zu haben. Außerdem reflektiert er seine eigene Zeit als Spieler. Das kann man ihm auch zu gute halten und das ist das Wichtigste.


Erinnert an José Mourinho.
Der hat sich auch mit allen und jedem (und das wirklich wortwörtlich) angelegt, aber sich immer vor seine Mannschaft gestellt und durch seine Kapriolen Druck von ihr genommen.
Meines Wissens schwärmen viele seiner ehemaligen Spieler von ihm.
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Eihorschema! schrieb:

Er scheint außerdem auch viel Erfahrung mit extremen Fanszenen und "Fanatiks"  zu haben und ich höre hier auch  eine gewisse Wertschätzung für diese heraus (siehe 18:23 min hier https://m.youtube.com/watch?v=prI_L8KbWIE

Da isser ja bei uns genau rischtisch!😆

na ja, ich habe dem Interview entnommen, dass er positiven, freudigen Fanatismus mag; ausdrücklich mag er nicht, wenn die Fans aggressiv im Sinne von gewaltliebend sind, irgendwelche gegenstände aufs Spielfeld werfen...
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Bechtheim85 schrieb:

ausdrücklich mag er nicht, wenn die Fans aggressiv im Sinne von gewaltliebend sind, irgendwelche gegenstände aufs Spielfeld werfen...


Was ja auch schon in Ordnung ist ...
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Korn schrieb:

Also ob die Wette bei Collins verloren gegangen ist, möchte ich hinterfragen.


Stand jetzt ist sie das, da er als IV keine verlässliche Alternative ist. D.h. ja nicht, dass er nicht wieder in die Spur finden kann.
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U.Bein schrieb:

Korn schrieb:

Also ob die Wette bei Collins verloren gegangen ist, möchte ich hinterfragen.


Stand jetzt ist sie das, da er als IV keine verlässliche Alternative ist. D.h. ja nicht, dass er nicht wieder in die Spur finden kann.


Ach so, Du bezogst Dich auf den Ist-Zustand ohne mögliche Prognose (weder positiv,  also auch nicht negativ).
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Ich habe diese Doku über ihn und seinen Job in Jakarta gesehen und muss sagen, dass er da extrem reflektiert, entspannt und professionell rüberkam. Ich war da wirklich überrascht. Es schien, als hätte er etwas fernab der Heimat wirklich Frieden gefunden. Und er hat da auch gute Arbeit geleistet. Das heißt jetzt nicht, dass ich ihn als Trainer vorschlage, aber ich habe mich wirklich für ihn gefreut, weil er einfach glücklich schien.
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Kirchhahn schrieb:

Ich habe diese Doku über ihn und seinen Job in Jakarta gesehen und muss sagen, dass er da extrem reflektiert, entspannt und professionell rüberkam. Ich war da wirklich überrascht. Es schien, als hätte er etwas fernab der Heimat wirklich Frieden gefunden. Und er hat da auch gute Arbeit geleistet. Das heißt jetzt nicht, dass ich ihn als Trainer vorschlage, aber ich habe mich wirklich für ihn gefreut, weil er einfach glücklich schien.


Ja, ging mir auch so, als ich die Doku gesehen habe.
Hatte er da auch nicht gesagt, dass er sich einen Job in Europa nicht mehr vorstellen könnte?
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?
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Ich kauf Dir ein "r" 😉
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Ja, ich war kein Fan von Dino Toppmöller. Seine Körpersprache, seine Art in den Pressekonferenzen, seine Arbeit als Trainer von Eintracht Frankfurt.
Zu jedem Punkt habe ich meine Meinung geäußert und ihm abgesprochen, dass er ein guter Trainer ist und zu "uns" zu Eintracht Frankfurt passt.

Mit keinem Wort (glaube ich) habe ich die Spieler, die unser Trikot tragen, derart kritisiert.
Keinen Robin Koch, keinen Arthur Theate, keinen Rasmus Kristensen, keinen Mario Götze, keinen Can Uzun, einfach keinen von denen, die es auf dem Platz richten sollten und sollen.

Jetzt, da feststeht, dass das was ich mir wünschte und was ich verlangte, stelle ich fest, was für ein unglaublich dummer, überheblicher und frecher Mensch ich in dieser Situation gewesen bin. Zum wiederholgen Male!

Ich beurteile die Arbeit von Menschen und den Menschen selber ohne diese zu kennen.
Wie würde ich reagieren wenn man das mir gegenüber wiederholt so machen würde? Gestärkt, erfreut, niedergeschlagen, verzweifelt?
Mit dem Satz: "Der ist Fußballprofi, da muss er durch", kann ich nichts anfangen.

Ich schäme mich gerade vor mir selber!
Bleibt nur, dass ich mein "großes Maul" in Sachen die Menschen betreffen besser mal halten und mich wesentlich emotionsloser, respektvoller und zurückhaltender zu äußern.

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vuchelsbercher schrieb:


Ja, ich war kein Fan von Dino Toppmöller. Seine Körpersprache, seine Art in den Pressekonferenzen, seine Arbeit als Trainer von Eintracht Frankfurt.
Zu jedem Punkt habe ich meine Meinung geäußert und ihm abgesprochen, dass er ein guter Trainer ist und zu "uns" zu Eintracht Frankfurt passt.

Mit keinem Wort (glaube ich) habe ich die Spieler, die unser Trikot tragen, derart kritisiert.
Keinen Robin Koch, keinen Arthur Theate, keinen Rasmus Kristensen, keinen Mario Götze, keinen Can Uzun, einfach keinen von denen, die es auf dem Platz richten sollten und sollen.

Jetzt, da feststeht, dass das was ich mir wünschte und was ich verlangte, stelle ich fest, was für ein unglaublich dummer, überheblicher und frecher Mensch ich in dieser Situation gewesen bin. Zum wiederholgen Male!

Ich beurteile die Arbeit von Menschen und den Menschen selber ohne diese zu kennen.
Wie würde ich reagieren wenn man das mir gegenüber wiederholt so machen würde? Gestärkt, erfreut, niedergeschlagen, verzweifelt?
Mit dem Satz: "Der ist Fußballprofi, da muss er durch", kann ich nichts anfangen.

Ich schäme mich gerade vor mir selber!
Bleibt nur, dass ich mein "großes Maul" in Sachen die Menschen betreffen besser mal halten und mich wesentlich emotionsloser, respektvoller und zurückhaltender zu äußern.


Wow!
Respekt. Da schneid ich mir doch mal eine Scheibe von ab!
Danke.