Die Bengalo-Zündler Vol.II

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Ich möchte hier gerne als Bordeaux-Reisender mal meine Sichtweise auf den wie so oft total überzogenen und nicht recherchierten Bericht der BILD-Zeitung darstellen, auf den jetzt schon wieder unzählige Medien (u.a. HR) ganz offensichtlich leider mit wenig oder gar ohne eigene Recherche eingehen. Wie sagte es doch der Kollege Hansi Küpper bei 11 Freunde: "Wenn dann einer vom anderen abschreibt, konterkariert das die unglaubliche mediale Vielfalt, auf die wir ja eigentlich stolz sein können".

Laut HR vom heute, 03.12., (Quelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken/sport/index.jsp?rubrik=7454&key=standard_document_50248479) soll es "im Eingangsbereich des Stadions Auseinandersetzungen mit Ordnern und der Polizei" gegeben haben, zudem ist die Rede von angeblich "400 Vermummten, die ins Stadion gestürmt seien", wobei man gleich im folgenden Satz einräumt, dass die Eintracht den Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen erst noch überprüfen müsse und dass zudem kein Eintracht-Verantwortlicher dabei gewesen sei.

Ich habe ein Video (aufgenommen um 20:09 Uhr, also 55 Minuten vor Anstoß), das zeigt, wie sich alle durch einen von nur zwei (!) Eingängen in die Gästekurve geradezu durchzwängen müssen, das wird jeder Bordeaux-Fahrer bestätigen können. Der zweite - identisch schmale - Eingang ist links davon und nicht im Bild zu sehen. In Folge dieser engen Zugangsproblematik bildete sich logischerweise im Eingangsbereich, den über 12.000 Frankfurter passieren mussten, eine immer größer werdende Masse, die realisierte, dass der Einlass eben nur durch diese zwei schmalen Eingänge möglich gewesen ist und dass alle anderen vorhandenen Eingangstore (rechts im Bild) mit Gittern verschlossen waren.

Einmal diese zwei schmalen Eingänge passiert, bot sich mir ein Bild, das ich so noch nie an einem Stadioneingang erlebt habe und das mich doch mehr als nur verwunderte: Eine Eintrittskarte vorzuweisen war - und man muss es so sagen - optional; man wurde dazu nicht mal aufgefordert. Als ich mein Ticket freiwillig den Ordnern vorzeigte, schien sie dies nicht zu interessieren. Die in Deutschland übliche und i.d.R. gründlich durchgeführte abtastende Körperkontrolle fiel aus, anstelle dessen wurde man von ca. 4-5 hintereinander, links und rechts der Fans stehenden Ordnern im Vorbeigehen kurz "abgetatscht", ohne dass irgendwie nachgefragt oder man gar angehalten wurde.

Gar Vermummte, die angeblich das Stadion gestürmt hätten, habe ich nicht sehen können. Was allerdings durchaus möglich ist, ist dass bei dieser Art von Nicht-Kontrollen Fans ohne Eintrittskarte ins Stadion gelangten, jedoch mit Sicherheit nicht gewaltsam.

Zum Einsatz der Pyrotechnik möchte ich anmerken, dass ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass diese generell gefährlich und verboten ist und die Profiabteilung von Eintracht Frankfurt Geldstrafen kostet. Was mich daran stört, ist aber die aus meiner Sicht völlig übertrieben-hysterische Panikmache, mit der unsere Medien ihr immer wieder unrecherchiert begegnen. Ich habe mich in Bordeaux im Stadion - im Unterrang, relativ nahe der abgebrannten Bengalos - zu keiner Zeit irgendwie bedroht oder ängstlich gefühlt. Es schien mir von den "Zündern" ein sorgsam geplanter und kontrollierter Einsatz von Pyro - lediglich im unteren Bereich des Unterrangs, wo die Ultras für gewöhnlich stehen - gewesen zu sein, der für einen nicht unerheblichen Teil der Fanszene zum Auswärtserlebnis Europapokal gehört und vor in den 90er-Jahren auch für die Medien noch eine stimmungsvolle, "südländische" Atmosphäre beinhaltet hatte.

Klarstellung: Ich billige oder befürworte hier weder noch den Einsatz von Pyrotechnik, noch will ich ihm seine Gefahr und seinen Kostenfaktor für die Eintracht AG absprechen. Jedoch möchte ich alle Beteiligten dazu aufrufen, mit diesem und weiteren Themen sensibel und mit der entsprechenden - eigenen - Recherche umzugehen und dabei vor allem alle Umstände und Perspektiven - auch aus Fansicht - zu berücksichtigen.

Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben. Das sind die Dinge, die in Erinnerung bleiben sollten - und über die die Medien überwiegend berichten sollen, wie es der HR allerdings zugegebenermaßen auch gut getan hat.
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Maxfanatic schrieb:
Shooter schrieb:
Maxfanatic schrieb:
Peace@bbc schrieb:


Wenn immer mehr gezündelt wird ist es irgendwann soweit (ich denke, das ist unstrittig).
[...]
Und vollkommen egal, was welches Blatt schreibt, bleibe ich bei meiner Meinung, dass es bei unserer Frequenz von Vorkommnissen sehr schnell gehen kann mit Teilausschluss.
Und ob das dieses mal oder bei einem der nächsten Vorkommnisse der Fall ist, ist doch eigentlich egal.


Aha. Du bist ja scheinbar ein echter Experte in Sachen UEFA-Strafen. Da habe ich natürlich nichts entgegenzusetzen. Ist ja eh unstrittig.      

Und: Nee, es ist mir echt zu blöde, jetzt alle Spiele durchzugucken und ne Strichliste zu machen, bei welchen Vereinen wie oft Pyro gezündet wurde, die konkreten Beispiele musst du dir also selber suchen, aber selbst als Nikosia in einem Spiel MIT Teilausschluss erneut Pyro gezündet hat, gab es keinen weiteren Teilausschluss. Seltsam, nicht?
Bei www.ultras-tifo.net findest du für jeden EL/CL-Spieltag ne Übersicht mit Fotos. Kannst ja mal durchklicken. Außer Eintrachtfans zündet da quasi natürlich niemand Pyro.

Einfach nur ein wunderbares Beispiel für die Dummheit der Menschen in diesem Land und für den Niedergang des Journalismus hier...
Die BILD erfindet was, dpa und sid tippen es ab, jedes Kackblatt macht ne Meldung draus und die Pawlowschen Hunde im Eintrachtforum springen sabbernd und geifernd auf und ab.

Wir sprechen uns wieder wenn die Strafe da ist, dann kanns mit der neuen Diskussion losgehen, ob die 50.000 EUR nicht in den rechten Fußzeh von irgendeinem neuen Spieler, der das Tor auch ned trifft, besser investiert gewesen wären und dass die bösen Fans ja mal wieder das Image des Vereins kaputtmachen, aber dann sprechen wir wenigstens über Fakten, nicht über das, was aus Sensationsgeilheit von sogenannten "Journalisten" entsteht und von Axel-Springer-Lemmingen quasi ekstatisch aufgenommen wird.



Ist das nicht etwas kurzsichtig (und dumm), erstmal zu handeln und sich dann Gedanken über sein Tun zu machen? Nur mal angenommen, entgegen aller Erwartungen wird ein Ausschluss der Zuschauer wahr, was dann? Dann ist es die unfähige Presse, die dazu geführt hat. Die Schuld bloß nicht bei sich selbst suchen.

Sorry, ich finde diese Einstellung echt daneben.


Was willst du mir mit dem wertvollen Beitrag jetzt sagen? Pyro blöd? Okay. Dann viel Erfolg beim Verhindern. Denke mit noch so 2-3 sozialpädagogisch angehauchten Beiträgen von dir wird es in Zukunft keine Pyrotechnik mehr geben.


Danke, sehr geistreich. Es bleibt dabei, erst handeln, dann denken hat noch nie was gebracht.

125.000€ allein in der Saison 13/14 sind eindeutig zu viel, und wir haben noch nicht mal Halbzeit. Ich denke, es gibt sinnvollere Zwecke Geld zu verschenken. Und damit meine ich nicht einen rechten Zeh von nem Typen, der das Tor nicht trifft.
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grinch schrieb:
Ich möchte hier gerne als Bordeaux-Reisender mal meine Sichtweise auf den wie so oft total überzogenen und nicht recherchierten Bericht der BILD-Zeitung darstellen, auf den jetzt schon wieder unzählige Medien (u.a. HR) ganz offensichtlich leider mit wenig oder gar ohne eigene Recherche eingehen. Wie sagte es doch der Kollege Hansi Küpper bei 11 Freunde: "Wenn dann einer vom anderen abschreibt, konterkariert das die unglaubliche mediale Vielfalt, auf die wir ja eigentlich stolz sein können".

Laut HR vom heute, 03.12., (Quelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken/sport/index.jsp?rubrik=7454&key=standard_document_50248479) soll es "im Eingangsbereich des Stadions Auseinandersetzungen mit Ordnern und der Polizei" gegeben haben, zudem ist die Rede von angeblich "400 Vermummten, die ins Stadion gestürmt seien", wobei man gleich im folgenden Satz einräumt, dass die Eintracht den Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen erst noch überprüfen müsse und dass zudem kein Eintracht-Verantwortlicher dabei gewesen sei.

Ich habe ein Video (aufgenommen um 20:09 Uhr, also 55 Minuten vor Anstoß), das zeigt, wie sich alle durch einen von nur zwei (!) Eingängen in die Gästekurve geradezu durchzwängen müssen, das wird jeder Bordeaux-Fahrer bestätigen können. Der zweite - identisch schmale - Eingang ist links davon und nicht im Bild zu sehen. In Folge dieser engen Zugangsproblematik bildete sich logischerweise im Eingangsbereich, den über 12.000 Frankfurter passieren mussten, eine immer größer werdende Masse, die realisierte, dass der Einlass eben nur durch diese zwei schmalen Eingänge möglich gewesen ist und dass alle anderen vorhandenen Eingangstore (rechts im Bild) mit Gittern verschlossen waren.

Einmal diese zwei schmalen Eingänge passiert, bot sich mir ein Bild, das ich so noch nie an einem Stadioneingang erlebt habe und das mich doch mehr als nur verwunderte: Eine Eintrittskarte vorzuweisen war - und man muss es so sagen - optional; man wurde dazu nicht mal aufgefordert. Als ich mein Ticket freiwillig den Ordnern vorzeigte, schien sie dies nicht zu interessieren. Die in Deutschland übliche und i.d.R. gründlich durchgeführte abtastende Körperkontrolle fiel aus, anstelle dessen wurde man von ca. 4-5 hintereinander, links und rechts der Fans stehenden Ordnern im Vorbeigehen kurz "abgetatscht", ohne dass irgendwie nachgefragt oder man gar angehalten wurde.

Gar Vermummte, die angeblich das Stadion gestürmt hätten, habe ich nicht sehen können. Was allerdings durchaus möglich ist, ist dass bei dieser Art von Nicht-Kontrollen Fans ohne Eintrittskarte ins Stadion gelangten, jedoch mit Sicherheit nicht gewaltsam.

Zum Einsatz der Pyrotechnik möchte ich anmerken, dass ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass diese generell gefährlich und verboten ist und die Profiabteilung von Eintracht Frankfurt Geldstrafen kostet. Was mich daran stört, ist aber die aus meiner Sicht völlig übertrieben-hysterische Panikmache, mit der unsere Medien ihr immer wieder unrecherchiert begegnen. Ich habe mich in Bordeaux im Stadion - im Unterrang, relativ nahe der abgebrannten Bengalos - zu keiner Zeit irgendwie bedroht oder ängstlich gefühlt. Es schien mir von den "Zündern" ein sorgsam geplanter und kontrollierter Einsatz von Pyro - lediglich im unteren Bereich des Unterrangs, wo die Ultras für gewöhnlich stehen - gewesen zu sein, der für einen nicht unerheblichen Teil der Fanszene zum Auswärtserlebnis Europapokal gehört und vor in den 90er-Jahren auch für die Medien noch eine stimmungsvolle, "südländische" Atmosphäre beinhaltet hatte.

Klarstellung: Ich billige oder befürworte hier weder noch den Einsatz von Pyrotechnik, noch will ich ihm seine Gefahr und seinen Kostenfaktor für die Eintracht AG absprechen. Jedoch möchte ich alle Beteiligten dazu aufrufen, mit diesem und weiteren Themen sensibel und mit der entsprechenden - eigenen - Recherche umzugehen und dabei vor allem alle Umstände und Perspektiven - auch aus Fansicht - zu berücksichtigen.

Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben. Das sind die Dinge, die in Erinnerung bleiben sollten - und über die die Medien überwiegend berichten sollen, wie es der HR allerdings zugegebenermaßen auch gut getan hat.


Daumen hoch.

Thread kann zu !
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Maxfanatic schrieb:

Aha. Du bist ja scheinbar ein echter Experte in Sachen UEFA-Strafen. Da habe ich natürlich nichts entgegenzusetzen. Ist ja eh unstrittig.      

Du denkst, dass es nach dem 20. mal immer noch keinen Teilausschluss wegen Pyro gibt?
Dann ist es scheinbar doch strittig. Aber wieder mein Fehler, hab vergessen, dass man bei Dir in jeder Passage schreiben muss "Meiner Meinung nach".
Maxfanatic schrieb:

kannst ja mal durchklicken. Außer Eintrachtfans zündet da quasi natürlich niemand Pyro.

Das sagt wer und wo?
Was interessiert mich, welche Nasen einem anderen Verein schaden? Wir sind im "unsere Eintracht".
Maxfanatic schrieb:

Einfach nur ein wunderbares Beispiel für die Dummheit der Menschen in diesem Land

Hiermit hast Du Dich wieder auf Dein normales Niveau begeben. Alle die eine andere Meinung haben sind Beispiele für die Dummheit der Menschen?
Maxfanatic schrieb:

Pawlowschen Hunde

Ich empfehle DIr die Pyrmaide des selbigen Herren und mal die Bedürfnisse der unterschiedlichen Lager in diese Einzuordnen (Pyro, Sicherheit, Selbstverwirklichung, Individualbedürfnis???)

Ich kann nur hoffen, dass Du recht hast.
Ein Teilausschluss würde viele gute Freunde treffen und das nur, wegen solch dummer Aktionen.
Ich dagegen bleibe bei meiner Meinung, dass das Fass irgendwann übergelaufen ist und es diesen Teil (oder komplett) Ausschluss geben wird.

Da kannst Du mich dumm nennen oder einen konditionierten Köter.
By the way: Niveau ist auch hier keine Handcreme...
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Bestätige keinerlei Kontrollen in Bordeaux.
Musste ebenfalls keine Karte vorweisen, wurde nullkommanull durchsucht.
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Danke grinch. Jetzt bin ich im Bilde.
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AigleSaoul schrieb:
Shooter schrieb:
Man kann sich natürlich darüber ärgern, wer was von wem abschreibt und wir übertrieben was dargestellt wird, keine Frage.

Was aber ausser Frage steht ist, dass Bengalos im Stadion verboten sind und Strafen nach sich ziehen. Äußerungen "ein bisschen gezündelt ist nicht schlimm..", "in der Türkei.." etc. sind fehl am Platz, da es schlichtweg verboten ist. Warum es verboten und ob dies sinnvoll ist kann von mir aus auch diskutiert werden. Es bleibt aber dabei, es hat lt. Fifa, UEFA, DFB nichts im Stadion verloren. Und das sollte nun mal akzeptiert werden.

Meine Meinung dazu: Es kostet unnötig Geld, unnötige Ressourcen werden mit dem Thema beschäftigt, unnötiger Image Verlust ergeht über den Verein. Ein gesunder Menschenverstand, der auch noch dem Verein Eintracht Frankfurt gutgesonnen ist, würde von sich aus schon zum Entschluss kommen, dass hier etwas schief läuft. Diese "Fans", die nur sich selbst feiern, schaden vorsätzlich dem Verein. Man könnte fast meinen, sie kommen vom anderen Ufer und verscuhen unseren Verein zu beschmutzen.


Ich gehe einmal davon aus, dass es auf Seiten der Pyro-Befürworter nicht nur die Abenteurer und "Selbstfeierer" gibt, sondern eben auch Personen, die das Thema eher politisch angehen:

[ulist]
  • Gerechtigkeit
  • (1) - Warum werden Vereine unterschiedliche bestraft?
  • Gerechtigkeit
  • (2) - Warum werden wesentlich schlimmere Vergehen (z.B. Katar) nicht hinterfragt?
  • Selbstbestimmung - Warum dürfen die Verbände uns vorschreiben, wie gefeiert werden darf?
  • Usw.
  • [/ulist]

    Alles berechtigte Fragen. Aber die Konsequenz daraus müsste doch sein, eine politische Lösung zu finden - wenn z.B. ein Sepp Blatter als Wurzel des Übels angesehen wird, muss man danach streben, dass er nicht mehr gewählt wird. Leider wird er von Menschen gewählt, die von Menschen gewählt werden, die... Mist, hier kann der einfache Fan aus der XYZ-Kurve herzlich wenig Einfluss nehmen! Dann muss man eben den mühsamen Weg über Fanvertreter gehen, die bei manchen Vereinen ja schon im Vorstand sitzen und hoffen, dass das Anliegen irgendwann oben ankommt.

    Der immer wieder eingeschlagene Weg der Konfrontation ("Wir machen es einfach trotzdem!") kann m.E. nicht zum Erfolg führen, wird die Fansszene eher spalten ("Wegen euch xxx muss mein Verein wieder Strafe zahlen!") und ist gefundenes Fressen für unreflektierte Medien und Personenkreise.

    Zum Schluss noch meine eigene Pyro-Erfahrung (im Sinne von mittendrin statt nur dabei), die sich auf ein Zweitliga-Auswärtsspiel in Essen (4:4) beschränkt: Es wurde in meiner Nähe eine Rauchbombe gezündet - hat zwar weder meinen Kumpel noch mich umgebracht; wenn einem aber die Luft wegbleibt und man nicht ausweichen kann, dennoch unangenehm!
    Auch wenn Pyro m.M. nach schön aussieht - ich kann die Sicherheitsbedenken nachvollziehen.


    Bevor man "an die Wurzel" geht und diese versucht auszumärzen, sollte man sich Gedanken machen, warum etwas beschlossen wurde. Dann kann man mit Sicherheit auch andere Lösungen anstreben (Kontrolliertes Abbrennen in dafür vorgesehenen Zonen z.B. ). Nichts steht mir fernen als den Sepp Blatter als konstruktiven Menschen anzusehen, dennoch: Feuer hat in einem vollen Fan-Block nichts verloren.
    #
    guter Beitrag, @grinch. Das teile ich im Grossen und ganzen - Pyro brauch ich nicht, da verboten wäre es fein wenn es unterlassen würde, ausserdem kostet der Blödsinn nen Haufen an Kohle. Aber es wäre sehr anzuraten, wenn die Medien nicht immer gleich das grosse Fass aufmachten, bloss weil mal ein paar Fackeln gebrannt haben.
    #
    grinch schrieb:

    Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben. Das sind die Dinge, die in Erinnerung bleiben sollten - und über die die Medien überwiegend berichten sollen, wie es der HR allerdings zugegebenermaßen auch gut getan hat.


    Das mit den Kontrollen haben mir auch einige Mitreisende erzählt und auch die Auseinandersetzungen mit der Polizei sollte durch die AG genau geprüft werden.

    Bei Pyro und Rauch muss man leider nix prüfen.
    Ein Frage an Dich direkt, die ich auch anderen Mitreisenden gestellt habe:
    Ist das von Dir hier beschriebene nicht auch ohne Rauch und Pyro möglich?:
    Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben.
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    Shooter schrieb:
    AigleSaoul schrieb:
    Shooter schrieb:
    Man kann sich natürlich darüber ärgern, wer was von wem abschreibt und wir übertrieben was dargestellt wird, keine Frage.

    Was aber ausser Frage steht ist, dass Bengalos im Stadion verboten sind und Strafen nach sich ziehen. Äußerungen "ein bisschen gezündelt ist nicht schlimm..", "in der Türkei.." etc. sind fehl am Platz, da es schlichtweg verboten ist. Warum es verboten und ob dies sinnvoll ist kann von mir aus auch diskutiert werden. Es bleibt aber dabei, es hat lt. Fifa, UEFA, DFB nichts im Stadion verloren. Und das sollte nun mal akzeptiert werden.

    Meine Meinung dazu: Es kostet unnötig Geld, unnötige Ressourcen werden mit dem Thema beschäftigt, unnötiger Image Verlust ergeht über den Verein. Ein gesunder Menschenverstand, der auch noch dem Verein Eintracht Frankfurt gutgesonnen ist, würde von sich aus schon zum Entschluss kommen, dass hier etwas schief läuft. Diese "Fans", die nur sich selbst feiern, schaden vorsätzlich dem Verein. Man könnte fast meinen, sie kommen vom anderen Ufer und verscuhen unseren Verein zu beschmutzen.


    Ich gehe einmal davon aus, dass es auf Seiten der Pyro-Befürworter nicht nur die Abenteurer und "Selbstfeierer" gibt, sondern eben auch Personen, die das Thema eher politisch angehen:

    [ulist]
  • Gerechtigkeit
  • (1) - Warum werden Vereine unterschiedliche bestraft?
  • Gerechtigkeit
  • (2) - Warum werden wesentlich schlimmere Vergehen (z.B. Katar) nicht hinterfragt?
  • Selbstbestimmung - Warum dürfen die Verbände uns vorschreiben, wie gefeiert werden darf?
  • Usw.
  • [/ulist]

    Alles berechtigte Fragen. Aber die Konsequenz daraus müsste doch sein, eine politische Lösung zu finden - wenn z.B. ein Sepp Blatter als Wurzel des Übels angesehen wird, muss man danach streben, dass er nicht mehr gewählt wird. Leider wird er von Menschen gewählt, die von Menschen gewählt werden, die... Mist, hier kann der einfache Fan aus der XYZ-Kurve herzlich wenig Einfluss nehmen! Dann muss man eben den mühsamen Weg über Fanvertreter gehen, die bei manchen Vereinen ja schon im Vorstand sitzen und hoffen, dass das Anliegen irgendwann oben ankommt.

    Der immer wieder eingeschlagene Weg der Konfrontation ("Wir machen es einfach trotzdem!") kann m.E. nicht zum Erfolg führen, wird die Fansszene eher spalten ("Wegen euch xxx muss mein Verein wieder Strafe zahlen!") und ist gefundenes Fressen für unreflektierte Medien und Personenkreise.

    Zum Schluss noch meine eigene Pyro-Erfahrung (im Sinne von mittendrin statt nur dabei), die sich auf ein Zweitliga-Auswärtsspiel in Essen (4:4) beschränkt: Es wurde in meiner Nähe eine Rauchbombe gezündet - hat zwar weder meinen Kumpel noch mich umgebracht; wenn einem aber die Luft wegbleibt und man nicht ausweichen kann, dennoch unangenehm!
    Auch wenn Pyro m.M. nach schön aussieht - ich kann die Sicherheitsbedenken nachvollziehen.


    Bevor man "an die Wurzel" geht und diese versucht auszumärzen, sollte man sich Gedanken machen, warum etwas beschlossen wurde. Dann kann man mit Sicherheit auch andere Lösungen anstreben (Kontrolliertes Abbrennen in dafür vorgesehenen Zonen z.B. ). Nichts steht mir fernen als den Sepp Blatter als konstruktiven Menschen anzusehen, dennoch: Feuer hat in einem vollen Fan-Block nichts verloren.



    Da sind wir derselben Meinung.
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    Peace@bbc schrieb:

    Hiermit hast Du Dich wieder auf Dein normales Niveau begeben. Alle die eine andere Meinung haben sind Beispiele für die Dummheit der Menschen?



    Das hat mit anderer Meinung nichts zu tun. Es geht darum, dass hier ein Aufriss gemacht wird, weil sich in der BILD jemand was ausgedacht hat. Wo war der Aufschrei denn nach dem Spiel? Oder hat die Bengalos keiner gesehen außer dem BILD-Redakteur? Und ja, Menschen, die der BILD hinterherrennen, halte ich für dumm. Sehr dumm sogar. Und gefährlicher für unser Land als etwaige Pyro-Zündler, btw., aber das führt zu weit.

    Man kann Pyro blöd finden, man kann die Leute die Pyro zünden blöd finden, bla bla bla (allein es hilft nix, weil offensichtlich auch nach dem 10.000 Forumsbeitrag weiter Fackeln brennen, da sollte man sich vielleicht mal überlegen, wieviel Sinn DAS also noch macht). Das hat mit Dummheit nix zu tun, dumm wird es erst dann, wenn man sein eigenes Gehirn nicht anschaltet sondern blind anderen hinterherrennt.

    Und die Leute die nimmermüde den Schaden für die Eintracht betonen, kann ich schon gar nicht mehr ernst nehmen (abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wo die hier angegebenen 125.000 EUR schon wieder herkommen sollen, aber gut!). Ihr könnt ja mal den SC Freiburg und die Eintracht vergleichen und gucken, welcher Verein durch die Europa-League im Zusammenhang mit den Fans welches Image bekommen hat. Wem dieses ominöse Image denn so wichtig ist, der wird wohl nicht umhin kommen, zu erkennen, dass durch Eintrachtfans in dieser Saison ein derartig großer Imagegewinn entstanden ist, dass wir vermutlich ein Stadion anzünden müssten, um das wieder ins Negative zu ziehen. Da reden wir übrigens dann auch von Summen, die irgendwelche 50.000 EUR Strafen als Peanuts dastehen lassen, wenn es dann um Vermarktungspotenzial geht. Aber wems gut tut, vom heimischen Sessel mal richtig die Sau raus lassen zu können, wenn man auf die Vereinsschädlinge schimpft, der kann das ja gerne tun. Dann muss er ja wenigstens selbst nix machen, er hat ja seinen Beitrag für die Eintracht schon geleistet, indem er den Zündlern mal so richtig die Meinung gegeigt hat.
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    Natürlich wäre das Spiel auch ohne Pyro ein unvergessliches Erlebnis geworden. Aber abgesehen von dem Hetzblatt und den im Anschluss blind abschreibenden Rotzblätter gab es doch medial keinerlei negative Reaktionen.
    In Frankreich sind 12.000 Frankfurter als freundliche Gäste aufgetreten und offenbar nicht einmal ansatzweise negativ aufgefallen. Das sollte doch auch mal erwähnt werden statt aus ein paar Fackeln wieder einer Bürgerkrieg machen zu wollen.
    #
    Ich verstehe nicht,warum man hier diskutiert.
    Pyro ist nun Mal,egal ob gut oder nicht,verboten.
    Wenn nun ,wie HB bestätigt,entgegen aller hier verbreiteten wilden Theorien über Medienverschwörungen und den bösen Jungs der Bildzeitung,Strafen anstehen in einer Größenordnung von 150000 Euro,dann hört der Spaß auf.

    Die Leute,die Pyro zu verantworten haben,werden dafür sorgen,daß Eintracht Frankfurt sich eben nicht mehr für erweiterte Kontingente einsetzen wird.
    Zu wessen Lasten geht das? Zu Lasten der Leute,die sich an die Verbote halten.
    Das ist ja das eigentlich perverse daran.

    Die Eintracht hat sich massiv für ihre Anhängerschaft eingesetzt und wird belohnt mit Strafen,Selbstinszenierungen dieser Pyrozündler und Imageverlust.

    Ganz grosses Kino.Und darüber braucht hier niemand mehr diskutieren.
    #
    Peace@bbc schrieb:

    Ein Frage an Dich direkt, die ich auch anderen Mitreisenden gestellt habe:
    Ist das von Dir hier beschriebene nicht auch ohne Rauch und Pyro möglich?:
    Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben.


    Na klar, für mich und viele andere auf jeden Fall. Für manche eben nicht. So ist es eben, Pyro wird es wahrscheinlich immer geben. Wie es Hansi Küpper eben auch sagte: "Pyros sind Symbol eines Stellvertreterkrieges" einer jugendlichen Protestbewegung.
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    DelmeSGE schrieb:
    Ich verstehe nicht,warum man hier diskutiert.
    Pyro ist nun Mal,egal ob gut oder nicht,verboten.
    Wenn nun ,wie HB bestätigt,entgegen aller hier verbreiteten wilden Theorien über Medienverschwörungen und den bösen Jungs der Bildzeitung,Strafen anstehen in einer Größenordnung von 150000 Euro,dann hört der Spaß auf.

    Die Leute,die Pyro zu verantworten haben,werden dafür sorgen,daß Eintracht Frankfurt sich eben nicht mehr für erweiterte Kontingente einsetzen wird.
    Zu wessen Lasten geht das? Zu Lasten der Leute,die sich an die Verbote halten.
    Das ist ja das eigentlich perverse daran.

    Die Eintracht hat sich massiv für ihre Anhängerschaft eingesetzt und wird belohnt mit Strafen,Selbstinszenierungen dieser Pyrozündler und Imageverlust.

    Ganz grosses Kino.Und darüber braucht hier niemand mehr diskutieren.  


    sogar der olle Heribert wollte nach Bordeaux die Fans generell und ohne Ausnahme loben. Dann hat er kurz überlegt und doch noch bisserl die Fackeln angesprochen. So als ob man es von ihm erwartete. Hat auch brav die ihm zugedachte Rolle gespielt.

    Und selbstverständlich wird man sich weiterhin um grössere Kontingente bemühen. Man wäre ja blöd, wenn nicht.
    #
    Peace@bbc schrieb:

    Ein Frage an Dich direkt, die ich auch anderen Mitreisenden gestellt habe:
    Ist das von Dir hier beschriebene nicht auch ohne Rauch und Pyro möglich?:
    Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben.


    Nein, ist es nicht. Denn etwas in der Dimension wie Bordeaux ist nur bei besonderen Fanszenen möglich. Du kannst dir ja mal die Fanszenen anschauen, die in Deutschland als besonders gut gelten - dort sind seltsamerweise überall viele Fans zu finden, die auch mal nonkonform auffallen. Und möglicherweise gehört genau das zusammen, denn dort, wo überdurchschnittlich viel Herzblut und Emotion dabei ist (das, was eine Fanszene besonders macht), wird auch mal über die Stränge geschlagen.

    Wenn von der Frankfurter Fanszene nicht eine ganze Saison lang der Europapokal gehypt worden wäre, bis zum Gehtnichtmehr, wären sicher keine 12.000 Leute gefahren, geschweige denn soviele Besucher bei den Heimspielen.
    Wenn nicht jedes Europaokal-Spiel eine Riesen-Show auf den Rängen wäre, würden sich hier ungefähr soviele Leute für den UEFA-Cup interessieren wie anderswo.
    Wenn nicht organisiert worden wäre, dass die 12.000 Leute in Orange aufgelaufen wären, wäre es sicher auch noch eindrucksvoll gewesen, das war aber sicher aufgrund der von-weitem-her-Erkennbarkeit nochmal was besonderes.

    usw. usf. - und da bin ich noch gar nicht darauf eingegangen, dass die Frankfurter Fanszene vermutlich auch deshalb so ist, wie sie ist, WEIL sich auch mal nonkonform verhalten wird und das eine gewisse Anziehungskraft besitzt und eben interessanter ist, als bei anderen Vereinen.
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    Basaltkopp schrieb:
    Natürlich wäre das Spiel auch ohne Pyro ein unvergessliches Erlebnis geworden. Aber abgesehen von dem Hetzblatt und den im Anschluss blind abschreibenden Rotzblätter gab es doch medial keinerlei negative Reaktionen.
    In Frankreich sind 12.000 Frankfurter als freundliche Gäste aufgetreten und offenbar nicht einmal ansatzweise negativ aufgefallen. Das sollte doch auch mal erwähnt werden statt aus ein paar Fackeln wieder einer Bürgerkrieg machen zu wollen.


    Richtig, in der Spielerbewertung einer frz. Tageszeitung, in der die Spieler von Girondins maximal 3 von 5 möglichen Sternen bekommen haben, wurden mit 4 von 5 Sternen übrigens die "supporteurs de francfort" erwähnt. Ich denke, das rechtfertigt einen Teilausschluss ja wohl völlig.
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    Maxfanatic schrieb:
    Peace@bbc schrieb:

    Hiermit hast Du Dich wieder auf Dein normales Niveau begeben. Alle die eine andere Meinung haben sind Beispiele für die Dummheit der Menschen?



    Das hat mit anderer Meinung nichts zu tun. Es geht darum, dass hier ein Aufriss gemacht wird, weil sich in der BILD jemand was ausgedacht hat. Wo war der Aufschrei denn nach dem Spiel? Oder hat die Bengalos keiner gesehen außer dem BILD-Redakteur? Und ja, Menschen, die der BILD hinterherrennen, halte ich für dumm. Sehr dumm sogar. Und gefährlicher für unser Land als etwaige Pyro-Zündler, btw., aber das führt zu weit.

    Man kann Pyro blöd finden, man kann die Leute die Pyro zünden blöd finden, bla bla bla (allein es hilft nix, weil offensichtlich auch nach dem 10.000 Forumsbeitrag weiter Fackeln brennen, da sollte man sich vielleicht mal überlegen, wieviel Sinn DAS also noch macht). Das hat mit Dummheit nix zu tun, dumm wird es erst dann, wenn man sein eigenes Gehirn nicht anschaltet sondern blind anderen hinterherrennt.

    Und die Leute die nimmermüde den Schaden für die Eintracht betonen, kann ich schon gar nicht mehr ernst nehmen (abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wo die hier angegebenen 125.000 EUR schon wieder herkommen sollen, aber gut!). Ihr könnt ja mal den SC Freiburg und die Eintracht vergleichen und gucken, welcher Verein durch die Europa-League im Zusammenhang mit den Fans welches Image bekommen hat. Wem dieses ominöse Image denn so wichtig ist, der wird wohl nicht umhin kommen, zu erkennen, dass durch Eintrachtfans in dieser Saison ein derartig großer Imagegewinn entstanden ist, dass wir vermutlich ein Stadion anzünden müssten, um das wieder ins Negative zu ziehen. Da reden wir übrigens dann auch von Summen, die irgendwelche 50.000 EUR Strafen als Peanuts dastehen lassen, wenn es dann um Vermarktungspotenzial geht. Aber wems gut tut, vom heimischen Sessel mal richtig die Sau raus lassen zu können, wenn man auf die Vereinsschädlinge schimpft, der kann das ja gerne tun. Dann muss er ja wenigstens selbst nix machen, er hat ja seinen Beitrag für die Eintracht schon geleistet, indem er den Zündlern mal so richtig die Meinung gegeigt hat.


    Wenn du Imagegewinn / Vermarktungspotenzial aufführst: Wäre es aus Eintracht-Sicht nicht noch besser, wenn nur 12.000 friedlich feiernde Fans in Erinnerung blieben und keine etwaige Strafe für Pyros zu entrichten wäre? Ein Aufrechnen von beidem (positive Außendarstellung - Pyro), das immer noch zu einer positiven Bilanz führt, kann doch kein Argument für Pyro sein!
    #
    Peace@bbc schrieb:

    Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben.

    Und das alle trotz Pyro. Selbst dieses flammende Inferno konnte den positiven Eindruck, den 12.000 Wahnsinnige (im positiven Sinn) in Frankreich hinterlassen haben, nicht einmal ansatzweise trüben.
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    grinch schrieb:
    Ich möchte hier gerne als Bordeaux-Reisender mal meine Sichtweise auf den wie so oft total überzogenen und nicht recherchierten Bericht der BILD-Zeitung darstellen, auf den jetzt schon wieder unzählige Medien (u.a. HR) ganz offensichtlich leider mit wenig oder gar ohne eigene Recherche eingehen. Wie sagte es doch der Kollege Hansi Küpper bei 11 Freunde: "Wenn dann einer vom anderen abschreibt, konterkariert das die unglaubliche mediale Vielfalt, auf die wir ja eigentlich stolz sein können".

    Laut HR vom heute, 03.12., (Quelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken/sport/index.jsp?rubrik=7454&key=standard_document_50248479) soll es "im Eingangsbereich des Stadions Auseinandersetzungen mit Ordnern und der Polizei" gegeben haben, zudem ist die Rede von angeblich "400 Vermummten, die ins Stadion gestürmt seien", wobei man gleich im folgenden Satz einräumt, dass die Eintracht den Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen erst noch überprüfen müsse und dass zudem kein Eintracht-Verantwortlicher dabei gewesen sei.

    Ich habe ein Video (aufgenommen um 20:09 Uhr, also 55 Minuten vor Anstoß), das zeigt, wie sich alle durch einen von nur zwei (!) Eingängen in die Gästekurve geradezu durchzwängen müssen, das wird jeder Bordeaux-Fahrer bestätigen können. Der zweite - identisch schmale - Eingang ist links davon und nicht im Bild zu sehen. In Folge dieser engen Zugangsproblematik bildete sich logischerweise im Eingangsbereich, den über 12.000 Frankfurter passieren mussten, eine immer größer werdende Masse, die realisierte, dass der Einlass eben nur durch diese zwei schmalen Eingänge möglich gewesen ist und dass alle anderen vorhandenen Eingangstore (rechts im Bild) mit Gittern verschlossen waren.

    Einmal diese zwei schmalen Eingänge passiert, bot sich mir ein Bild, das ich so noch nie an einem Stadioneingang erlebt habe und das mich doch mehr als nur verwunderte: Eine Eintrittskarte vorzuweisen war - und man muss es so sagen - optional; man wurde dazu nicht mal aufgefordert. Als ich mein Ticket freiwillig den Ordnern vorzeigte, schien sie dies nicht zu interessieren. Die in Deutschland übliche und i.d.R. gründlich durchgeführte abtastende Körperkontrolle fiel aus, anstelle dessen wurde man von ca. 4-5 hintereinander, links und rechts der Fans stehenden Ordnern im Vorbeigehen kurz "abgetatscht", ohne dass irgendwie nachgefragt oder man gar angehalten wurde.

    Gar Vermummte, die angeblich das Stadion gestürmt hätten, habe ich nicht sehen können. Was allerdings durchaus möglich ist, ist dass bei dieser Art von Nicht-Kontrollen Fans ohne Eintrittskarte ins Stadion gelangten, jedoch mit Sicherheit nicht gewaltsam.

    Zum Einsatz der Pyrotechnik möchte ich anmerken, dass ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass diese generell gefährlich und verboten ist und die Profiabteilung von Eintracht Frankfurt Geldstrafen kostet. Was mich daran stört, ist aber die aus meiner Sicht völlig übertrieben-hysterische Panikmache, mit der unsere Medien ihr immer wieder unrecherchiert begegnen. Ich habe mich in Bordeaux im Stadion - im Unterrang, relativ nahe der abgebrannten Bengalos - zu keiner Zeit irgendwie bedroht oder ängstlich gefühlt. Es schien mir von den "Zündern" ein sorgsam geplanter und kontrollierter Einsatz von Pyro - lediglich im unteren Bereich des Unterrangs, wo die Ultras für gewöhnlich stehen - gewesen zu sein, der für einen nicht unerheblichen Teil der Fanszene zum Auswärtserlebnis Europapokal gehört und vor in den 90er-Jahren auch für die Medien noch eine stimmungsvolle, "südländische" Atmosphäre beinhaltet hatte.

    Klarstellung: Ich billige oder befürworte hier weder noch den Einsatz von Pyrotechnik, noch will ich ihm seine Gefahr und seinen Kostenfaktor für die Eintracht AG absprechen. Jedoch möchte ich alle Beteiligten dazu aufrufen, mit diesem und weiteren Themen sensibel und mit der entsprechenden - eigenen - Recherche umzugehen und dabei vor allem alle Umstände und Perspektiven - auch aus Fansicht - zu berücksichtigen.

    Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben. Das sind die Dinge, die in Erinnerung bleiben sollten - und über die die Medien überwiegend berichten sollen, wie es der HR allerdings zugegebenermaßen auch gut getan hat.


    Eine gute Zusammenfassung. Das deckt sich so mit meinen Eindrücken. Wir sind allerdings einfach hinten stehen geblieben, als wir gesehen haben das nur ein Tor auf war. Es war klar das es dort über kurz oder lang Probleme geben würde. Allerdings war von hinten nicht mal wirklich zu erkennen dass es ärger gab, weil die Menge ruhig schien.


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