Kurioses und Sprüche vom Sport

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3.Mai 1956: Die erste Judo-WM

Kano Jigoro hatte das alles gut durchdacht. Die Sportart, die der weise Sensei Ende des 19.Jahrhunderts entwickelte, sollte all das symbolisieren, was das stolze Japan ausmachte. "Wir sollten Judo als eine Kultur begreifen, eine körperliche, geistige und moralische Kultur", sagte er.

Nur: Dass Judo nicht nur japanisches Volksgut bleiben, sondern seinen Siegeszug über die ganze Welt antreten sollte, hatte er nicht in Erwägung gezogen. Japanische Soldaten auf Kiel- Besuch brachten die Sportart Anfang des 20.Jahrhunderts nach Deutschland.

Auch wegen der späteren ideologischen Nähe zwischen dem Deutschen Reich und dem Reiche Nippons entwickelte sich Judo dort prächtig. Und weil sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch andere Teile Europas für den edlen Kampfsport begeisterten, blieb den Japanern wenig anderes übrig, als mittels einer WM den aufstrebenden Nachahmern vorzuführen, wer nun wirklich den Judogi anhat.

Am 3.Mai 1956 war natürlich Tokio Schauplatz der ersten WM, gekämpft wurde nur an einem Tag, Gewichtsklassen gab es nicht, und immerhin 31 Athleten aus 21 Nationen traten an.

Und die Wettkämpfe wurden wie geplant zur Machtdemonstration: Der 30 Jahre alte Shokichi Natsui bezwang im Finale den sechs Jahre älteren Yoshihiko Yoshimatsu und wurde erster Weltmeister.

1964 feierte Judo dann auch seine Olympiapremiere - natürlich auch in Tokio. Drei von vier Goldmedaillen gingen an die Japaner, doch in der wichtigsten Gewichtsklasse, der offenen nämlich, verlor Akio Kaminaga das Finale gegen Arnold Gesink (NED) Spätestens da war klar: Die Matte gehört Japan nicht mehr alleine.
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4.Mai 1780: Das erste Epsom Derby

Bevor sich die Startboxen öffneten, musste erst einmal eine Münze zwischen Edward Smith Stanley, dem Earl von Derby, und Sir Charles Bunbury geworfen werden. Erstgenannter gewann, wurde so zum Namensgeber, und das am 4.Mai 1780 gelaufene Pferderennen ging als erstes Epsom Derby in die Geschichte ein.

Es war der Beginn einer bis heute andauernden Tradition. Das Derby in England wird noch immer in Epsom ausgetragen, die Distanz ist mit umgerechnet 2423 m unverändert. Das Rennen kann ein Rennpferd nur einmal in seinem Leben gewinnen - im Alter von drei Jahren.

Der erste Sieger gehörte Sir Charles Bunbury. Diomed gewann das Rennen mit Jockey Sam Arnull im Sattel. Rekordsieger bei den Jockeys ist der legendäre Lester Piggott, der das Epsom Derby neunmal gewann. Die Bestzeit stellte Workforce 2010 in 2:31,33 Minuten auf.

Die Stuten waren übrigens schon ein Jahr früher dran. Der Earl von Derby ließ 1779 für sich und seine Freunde dreijährige Stuten antreten und nannte das Rennen The Oaks. Ebenso wie das Epsom Derby werden auch die Epsom Oaks bis heute auf der Rennbahn Epsom Downs in dem englischen Ort ausgetragen.
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5.Mai 1966: BVB feiert Europapokalsieg

Manchmal fällt einem Menschen auch an einem rabenschwarzen Tag noch das Glück vor die Füße. Der 5.Mai 1966 war so ein Tag für Reinhard Stan Libuda. Damals, als Borussia Dortmund sensationell als erste deutsche Fußball-Mannschaft einen Europapokal gewann.

106 Minuten gelingt Stan Libuda gegen den FC Liverpool im maximal halbvollen Glasgower Hampden Park nichts. Er verhakelt sich, hadert, Verteidiger Ron Yeats köpft jede seiner Flanken stur aus dem Strafraum. Dann aber bricht Sigi Held in der Verlängerung beim Stande von 1:1 durch die Abwehr.

Held kracht mit Torhüter Tommy Lawrence zusammen, dem der Ball von der Brust prallt - weit, weit, 30 Meter ins Feld hinein. Vor die Füße von: Libuda.

"Wahrscheinlich wäre dat Dingen dann gar nicht reingegangen, wäre der Ball vom Pfosten nicht an den Oberschenkel von Yeats gehoppelt", sagte der damalige BVB-Torhüter Hans Tilkowski. Es war ein Heber ins Geschichtsbuch. Wenig später die Erlösung, die Szene, an die sich Tilkowski am besten erinnert: "Der Schlusspfiff. Ein ganz großer Moment. Für Dortmund. Für Deutschland."

Wer glaubt, die tapferen Außenseiter hätten mit ihrem Pokalsieger-Cup im Arm anschließend die schottischen Bars und Pubs zerlegt, irrt. "Es gab 'ne Flasche Bier im Hotel, vielleicht zwei. Mehr war nicht, denn nicht mal unser Vorstand hatte uns diesen Sieg zugetraut", berichtet Tilkowski.

Die Möglichkeit einer Siegesfeier gegen die "Unbezwingbaren" (Liverpool-Trainer Bill Shankly vor dem Spiel) - sie war schlicht nicht vorgesehen. Sie wird zu Hause nachgeholt. Libuda und all die anderen werden in Dortmund von Hunderttausenden gefeiert
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5.Mai 1966: BVB feiert Europapokalsieg

Manchmal fällt einem Menschen auch an einem rabenschwarzen Tag noch das Glück vor die Füße. Der 5.Mai 1966 war so ein Tag für Reinhard Stan Libuda. Damals, als Borussia Dortmund sensationell als erste deutsche Fußball-Mannschaft einen Europapokal gewann.

106 Minuten gelingt Stan Libuda gegen den FC Liverpool im maximal halbvollen Glasgower Hampden Park nichts. Er verhakelt sich, hadert, Verteidiger Ron Yeats köpft jede seiner Flanken stur aus dem Strafraum. Dann aber bricht Sigi Held in der Verlängerung beim Stande von 1:1 durch die Abwehr.

Held kracht mit Torhüter Tommy Lawrence zusammen, dem der Ball von der Brust prallt - weit, weit, 30 Meter ins Feld hinein. Vor die Füße von: Libuda.

"Wahrscheinlich wäre dat Dingen dann gar nicht reingegangen, wäre der Ball vom Pfosten nicht an den Oberschenkel von Yeats gehoppelt", sagte der damalige BVB-Torhüter Hans Tilkowski. Es war ein Heber ins Geschichtsbuch. Wenig später die Erlösung, die Szene, an die sich Tilkowski am besten erinnert: "Der Schlusspfiff. Ein ganz großer Moment. Für Dortmund. Für Deutschland."

Wer glaubt, die tapferen Außenseiter hätten mit ihrem Pokalsieger-Cup im Arm anschließend die schottischen Bars und Pubs zerlegt, irrt. "Es gab 'ne Flasche Bier im Hotel, vielleicht zwei. Mehr war nicht, denn nicht mal unser Vorstand hatte uns diesen Sieg zugetraut", berichtet Tilkowski.

Die Möglichkeit einer Siegesfeier gegen die "Unbezwingbaren" (Liverpool-Trainer Bill Shankly vor dem Spiel) - sie war schlicht nicht vorgesehen. Sie wird zu Hause nachgeholt. Libuda und all die anderen werden in Dortmund von Hunderttausenden gefeiert
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Mirscho schrieb:

5.Mai

Zu dem Datum fällt mir ein anderes Spiel ein, der 6:3 Sieg unserer Eintracht im Ibrox Park und unsere Eintracht kam ins Endspiel. Das war heute vo 60 Jahren.
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Mirscho schrieb:

5.Mai

Zu dem Datum fällt mir ein anderes Spiel ein, der 6:3 Sieg unserer Eintracht im Ibrox Park und unsere Eintracht kam ins Endspiel. Das war heute vo 60 Jahren.
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propain schrieb:

Mirscho schrieb:

5.Mai

Zu dem Datum fällt mir ein anderes Spiel ein, der 6:3 Sieg unserer Eintracht im Ibrox Park und unsere Eintracht kam ins Endspiel. Das war heute vo 60 Jahren.



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6.Mai 1954: Bannisters Meilenstein

Die Anreise erfolgte mit dem Bummelzug, die wilde Jagd nach der Traumzeit wurde dann umso rasanter. Zuerst versteckte sich Roger Bannister im Windschatten von Chris Brasher auf der schwarzen Schlacke von Oxford. Dann ging Chris Chataway unter dem Jubel der 3000 Zuschauer nach vorn und machte Tempo.

Und als letzter trotzte dann noch Bannister höchstselbst an diesem kalten, regnerischen 6.Mai 1954 dem schneidenden Wind. Und schrieb am Ende mit der ersten Meilenzeit der Leichtathletik unter vier Minuten in 3:59,4 Sportgeschichte.

Der damals 24 Jahre alte Medizinstudent, der später als Arzt Karriere machte, wurde für seine epochale Leistung auf der 1609,35 m langen Distanz von der englischen Königin Elizabeth II. geadelt. Doch sein Rekord hielt nur 46 Tage - der Australier John Landy verbesserte ihn im finnischen Turku auf 3:58,0 Minuten.

Und Bannister ahnte, dass die Entwicklung immer rasanter fortschreiten würde. "Meine Generation wird noch erleben, dass einer unter 3:45 läuft", prophezeite der 1,87 m lange Laufästhet schon 1964.

45 Jahre nach seiner Bestmarke erfüllte der Marokkaner Hicham El Guerrouj mit seinen 3:43,13 Minuten 1999 in Rom die Prognose des Briten. Es war fast exakt jene Zeit, die Bannister damals bei der 1500-m-Marke (3:43,0) erzielt hatte.

Bannister hatte viele Talente. Er war ein großer Musikfreund und ein begeisterter Tänzer. Er schrieb Gedichte und Kurzgeschichten - aber vor allem Sportgeschichte. Seine Leistung wurde damals in der britischen Öffentlichkeit verglichen mit der Erstbesteigung des Mount Everest.

Dabei hatte seine Liebe lange dem Rudern gehört. Erst nach seinen ersten größeren Lauferfolgen wechselte Bannister die Sportart. Auf die Chance, 1948 bei Olympia in London zu starten, verzichtete er, weil er sich noch zu jung fühlte. Zwei Jahre später gewann er EM- Bronze in Brüssel.

Eine olympische Medaille verpasste er 1952 in Melbourne in 3:43,8 als Vierter über 1500 m. Noch im Jahr seines unvergessenen Weltrekordes beendete Bannister, der 2018 verstarb, mit Gold bei den Europameisterschaften in Bern seine Karriere.
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7.Mai 1986: Steaua holt den Meistercup

Alles sah für den FC Barcelona im Stadion Ramon Sanchez Pizjuan nach einem gemütlichen Spaziergang auf den europäischen Thron aus, doch stattdessen folgte eine der größte Sensationen des Fußballs.

Ein international unbekannter Torhüter mit markantem Oberlippenbart brachte das katalanische Starensemble am 7.Mai 1986 zur Verzweiflung und führte Steaua Bukarest nach Jahrzehnten westeuropäischer Dominanz als erste osteuropäische Mannschaft zum Triumph im Europapokal der Landesmeister.

Dabei schien eine Überraschung beim Finale in Sevilla eigentlich ausgeschlossen. Zu übermächtig wirkte der spanische Meister um den deutschen Mittelfeldregisseur Bernd Schuster. "Auf geht's, Barca, es ist doch unmöglich, den Pokal nicht zu gewinnen!", titelte eine katalanische Sportzeitung.

Doch es sollte anders kommen. Tatsächlich hatte der rumänische Außenseiter auf dem Weg ins Finale viel Losglück. Zweitklassige Gegner aus Dänemark, Ungarn und Finnland ebneten den Weg ins Halbfinale. Dort wurde der RSC Anderlecht bezwungen.

Im Finale musste das Team mir No-Names wie Marius Lacatus, Miodrag Belodecic oder Tudorel Stoica dann aber über sich hinaus wachsen. Steaua verlegte sich dafür gänzlich aufs Verteidigen, und Barca fand gegen das Abwehrbollwerk keine Mittel.

"In andalusischer Hitze passierte 120 Minuten nichts Erwähnenswertes", hieß es im Uefa-Spielbericht zu der äußerst unansehnlichen Partie. Im Elfmeterschießen wurde dann besagter Torhüter Helmuth Duckadam zum "Helden von Sevilla".

Jose Ramon Alexanko, Angel Pedraza, Pichi Alonso und Marcos Alonso Pena scheiterten allesamt an Duckadam, sodass die Rumänen durch ein 2:0 nach Elfmeterschießen den Henkelpott in die Höhe stemmen konnten.
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8.Mai 1984: Olympia-Boykott der UdSSR

Der Konflikt mit dem Westen war längst eskaliert, als der Osten am 8.Mai 1984 seine krachende Antwort gab. Vier Jahre nach dem Boykott der Sommerspiele in Moskau durch die USA und zahlreiche westliche Staaten folgte die symbolträchtige Retourkutsche der Sowjetunion. Teilnahme an den Olympischen Spielen von Los Angeles? Ausgeschlossen!

Als die Absage das Internationale Olympische Komitees erreichte, saß der damalige IOC-Chef Juan Antonio Samaranch im Flugzeug auf dem Weg zu US-Präsident Ronald Reagan, um über Pläne zu einer möglichen Deeskalation zu beraten.

Sicherheitsbedenken führte die UdSSR als offiziellen Grund an, eigene Sportler könnten in den USA bedroht sein. "Aus Furcht um die Sicherheit der Athleten" gab die Sowjetunion rund zwei Monate vor dem Start den Boykott bekannt. Man habe "antisowjetische und antikommunistische Aktivitäten in den USA" festgestellt, hieß es.

Dem Beispiel folgten weitere Oststaaten, auch die DDR musste sich dem Druck beugen und ihre großen Ambitionen begraben. Sportfunktionäre aus Ost und West versuchten anschließend, die Situation zu retten - vergeblich.

Rumänien und Jugoslawien blieben die einzigen Länder des Ostblocks, die von einer Teilnahme überzeugt wurden. Bis dahin hatte der Kalte Krieg bereits tiefe Spuren in der Sportwelt hinterlassen. Auch im Jahr 1980, als die USA den bislang größten Olympia-Boykott bei den Spielen von Moskau anzettelten.

Dem Aufruf schlossen sich 29 weitere Ländern an, um eine politische Reaktion auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan 1979 zu zeigen. Der Westen sah den Boykott im Nachklapp als Auslöser für das Fernbleiben des Ostens vier Jahre später.

Trotz der politischen Spannungen und des reduzierten Teilnehmerfeldes inszenierten die USA die Spiele, die dort erstmals privat finanziert wurden, als großen Erfolg. Dank potenter Sponsoren warfen die Sommerspiele einen millionenschweren Gewinn ab, die große Olympia-Show hatte sich endgültig zu einem lukrativen Geschäft entwickelt.
Quelle: Sportinformationsdienst
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10.Mai 1967: Bandinis Unfall in Monaco

Es war einer jener fatalen Feuerunfälle, die es in der Formel 1 der Sechziger und Siebziger Jahre viel zu oft gab. Beim Großen Preis von Monaco am 10.Mai 1967 jagte der Italiener Lorenzo Bandini in seinem Ferrari den führenden Neuseeländer Denny Hulme im Brabham durch die engen Straßenschluchten des Fürstentums.

Bereits in der zweiten Runde hatte Bandinis Ferrari die Leitplanke touchiert, Chronisten berichteten später, er sei danach auf seiner eigenen Ölspur um den Kurs gerutscht.

In der 82.Runde hielt Bandini sein Auto nicht mehr, der Ferrari touchierte eingangs der Hafenschikane mit dem linken Hinterrad die Leitplanke, schleuderte gegen einen mit Strohballen abgedeckten Poller und ging sofort in Flammen auf.

Die Streckenposten näherten sich den lodernden Flammen mit ihren kleinen Feuerlöschern, die so gut wie keine Wirkung entfalteten. Zu allem Überfluss kreiste über der Unfallstelle ein Hubschrauber, dessen Rotorblätter das Feuer immer wieder neu entfachten.

Drei endlos lange Minuten saß der 31- jährige Bandini im Feuer, 70 Prozent seiner Haut verbrannten, dazu hatte er etliche Knochenbrüche erlitten. Drei Tage lang kämpften die Ärzte im Krankenhaus um sein Leben, dann verloren sie ihn.

Für den Grand Prix in Monaco hatte der Unfall Folgen. Die ursprüngliche Renndistanz wurde ab 1968 von 100 auf maximal 80 Runden verkürzt. Denny Hulme gewann das schicksalsträchtige Rennen 1967 und wurde im selben Jahr Weltmeister.
Quelle: Sportinformationsdienst
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11.Mai 1985: Katastrophe von Bradford

Als TV-Kommentator John Helm die ersten Flammen bemerkt, hat gerade die 41. Spielminute begonnen. "Da ist ein Feuer am Rand der Tribüne", sagt Helm, ganz rechts im Bild steigt schwarzer Rauch empor. Es ist der 11.Mai 1985, und vor den Augen der Zuschauer im Stadion und vor den Fernsehern entwickelt sich eine Katastrophe.

Drei Minuten später steht die gesamte Tribüne des englischen Fußball-Drittligisten Bradford City in Flammen, von einer Eckfahne zur anderen. Brennende Menschen laufen in Panik auf den Rasen, am Ende sind 56 Fußball-Fans tot.

Wie genau es zu der Katastrophe kam, ist bis heute nicht geklärt.Wahrscheinlich war es eine Zigarette, die den Müll unter der Holztribüne entzündete.

Eigentlich war der 11.Mai als Festtag geplant. Der Aufstieg der "Bantams" in die 2.Liga stand fest, das Valley-Parade-Stadion war zum letzten Heimspiel gegen Lincoln fast ausverkauft. Als Todesfalle erwiesen sich auch die verschlossenen Türen der Tribüne. Heute erinnern am Stadion zwei Gedenktafeln an jenen Tag, im Stadtzentrum ein Denkmal.
Quelle: Sportinformationsdienst
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12.Mai 1984: Mythos Nürburgring

Was nützt ein Mythos, wenn er den Menschen Angst macht? Dieser Frage mussten sich die Betreiber der Nürburgring- Nordschleife nach dem 1.August 1976 stellen. Als Reaktion auf den Feuerunfall von Formel-1-Weltmeister Niki Lauda, der dem Tod nur haarscharf entrann, fuhr die Motorsport-Königsklasse ab 1977 lieber auf dem vergleichsweise biederen Hockenheimring.

Auch andere Rennserien drohten, einen Bogen um die "Grüne Hölle" zu machen.

Es war ein Dilemma: Die Strecke in der Eifel faszinierte durch fahrerische Höchstschwierigkeiten, Passagen wie Schwedenkreuz, Fuchsröhre oder Schwalbenschwanz sind weltberühmt. Aber: Mit einer Länge von 22,8 km war der Kurs nicht mehr zeitgemäß, die Rettungswege waren zu lang, der Spielraum für Sicherheitsmaßnahmen zu gering.

Die Boliden waren bereits Mitte der 70er zu kraftstrotzend für den altehrwürdigen Nürburgring geworden. So fiel letztlich die Entscheidung für den Bau einer "modernen" Rennstrecke von 4,5 km Länge mit geräumigen Auslaufzonen.

Vom alten Kurs blieb nur die Start- Ziel-Gerade - und ziemlich wenig Flair. Am 12.Mai 1984 erfolgte die feierliche Einweihung der neuen Grand-Prix-Strecke mit einem hochkarätig besetzten Showrennen. Neun Formel-1-Weltmeister gaben sich die Ehre beim Wettstreit von identischen Mercedes-Benz 190 E-Tourenwagen, darunter Lauda, Keke Rosberg und Jack Brabham.

Auch der kommende Champion Alain Prost, Triumphator beim Formel-1-Comeback im Oktober 1984, war dabei. Der Sieg ging an einen jungen Brasilianer namens Ayrton Senna.

Der neue Ring konnte aber nicht an die große Geschichte der Nordschleife anknüpfen. 1986 wurde wieder in Hockenheim gefahren. Erst der Hype um Michael Schumacher brachte die Formel 1 ab 1995 noch 16-mal in die Eifel, meist als GP von Europa. Zuletzt fuhr die Königsklasse 2013 auf dem Nürburgring.

Die alte Nordschleife steht mittlerweile gut da: Das 24-Stunden-Rennen ist ein weltweit beachtetes Event. Die Strecke wurde von Hobbyfahrern erobert, in den 2000ern sogar von Joggern und Radfahrern. Der Mythos lebt - etwas weniger rasant - immer noch. (Quelle: sid)
Quelle: Sportinformationsdienst
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13.Mai 1909: Der erste Giro startet

Questi maledetti francesi! Diese vermaledeiten Franzosen waren Eugenio Camillo Costamagna deutlich zuvorgekommen. 1903 hatte die Sporttageszeitung "L'Auto", Vorläufer von "L'Equipe", zur Auflagensteigerung ein mächtiges Radrennen für tollkühne Sportler ins Leben gerufen - die Tour de France.

Costamagna, Chef der "Gazzetta dello Sport", wollte dem in Italien nacheifern, schuf mit der Lombardei-Rundfahrt (1905) und der Piemont-Rundfahrt (1906) regionale Touren. Die landesumfassende und -einende Magie des französischen Vorbildes stellte sich indes nicht ein.

Also beschloss Costamagna, ein größeres Geschütz aufzufahren und das erprobte Vorbild der "Grande Boucle" im Nachbarland in heimische Gestade zu übertragen. Wie die Tour sollte die Rundfahrt die ganze Nation einbeziehen; wie die Tour knappe drei Wochen rollen; und wie bei der Tour sollte das Rennen am Sitz des urhebenden Presseerzeugnisses beginnen und enden.

Und so fanden sich noch vor der Morgendämmerung des 13.Mai 1909 in Mailand 127 wackere "Bicilisti" ein, um in acht Etappen die bedeutendsten Großstädte des Landes abzuradeln.

Von Mailand über Bologna, Neapel, Rom, Florenz, Genua und Turin wieder nach Mailand. Die kürzeste Etappe über 206, die längste über 397 Kilometer. 49 der Starter erreichten nach 2448 Kilometern das Ziel.

Luigi Gianno, ein 25 Jahre alter gelernter Maurer aus dem lombardischen Induno Olona und 1908 schon Fünfter beim Konkurrenzprodukt "Le Tour", gewann drei Etappen und wurde erste Giro- Sieger.

Auch Costamagna erreichte sein Ziel: Auch wenn der Giro bis heute im Schatten der Tour steht, ist er eines der liebsten Sportkinder der Italiener geworden.

Und die Postille des Herausgebers ist bis heute mit dem Giro eng verbunden - auch weil das Trikot des Gesamtführenden seit 1931 im berühmten Rosa der "Gazzetta" gehalten ist. Allerdings: Urheber dieser Idee waren ebenfalls die Franzosen - ab 1919 trug der Tour-Führende das Kanariengelb von "L'Auto".
Quelle: Sportinformationsdienst
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14.Mai 1900: Zweite Olympische Spiele

Der Ruf nach Paris steht in der Zeitung Turnen und Sport. "Während der Dauer der Weltausstellung werden in entsprechenden Zwischenräumen großartige Veranstaltungen auf dem Gebiete der Gymnastik und des sämtlichen Sports stattfinden", schreibt das "Komitee für die Beteiligung Deutschlands an den Olympischen 1900". Da dürfe die "deutsche sportliche Jugend keinesfalls fehlen!"

Das wird sie auch nicht. Am 14.Mai beginnen die von Baron Pierre de Coubertin organisierten "internationalen und nationalen Wettkämpfe und Meisterschaften in Leibesübungen und Sport".

Gleich wird deutlich, dass die zweiten Olympischen Spiele der Neuzeit, zu denen sie erst später erklärt werden, nur ein Anhängsel der Weltausstellung sind. Eine sportbezogene Eröffnungsfeier gibt es nicht - nur Fotos von Hunderten hohen Herren mit Zylinder, die in Gefolgschaft von Staatspräsident Emile Loubet unter dem Eiffelturm die Weltschau der Technik, Kunst und des Handwerks eröffnen. Die Sensation ist die Rolltreppe.

Der Sport erhält allenfalls eine Nebenrolle, die am 14.Mai beginnenden Fechtwettbewerbe bekommen im Tuilerien-Festsaal immerhin einen würdigen Rahmen.

Pierre de Coubertin hatte 1894 eigentlich das Jahr 1900 zur Wiederbelebung der Olympischen Spiele vorgesehen, dann aber durfte doch schon Athen vier Jahre zuvor im Panathinaiko-Stadion das neue Weltfest des Sports ausrichten.

Der große Erfolg lässt sich in Paris nicht wiederholen: Coubertin, mit seinem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) von Paris an den Rand gedrängt, soll äußerst unzufrieden gewesen sein. Über die Zuordnung der Wettbewerbe in olympisch/nicht-olympisch, die Anzahl der Teilnehmer und den Medaillenspiegel wird später lange gestritten.

Aus heutiger Sicht ist der historische Moment der Spiele (oder besser Wettbewerbe) die Segelregatta in der Klasse bis zwei Tonnen: Helene de Pourtales aus der Schweiz, angetreten mit ihrem Ehemann Hermann und ihrem Neffen Bernard, wird auf der "Lerina" die erste Olympiasiegerin.
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15.Mai 2002: Bayer verliert CL-Finale

Am größten Tag in der Vereinsgeschichte setzte es für Bayer Leverkusen eine bittere Niederlage im Champions- League-Finale gegen Real Madrid. Nach einer großartigen Saison griff die Werkself nach dem Triple und stand am Ende mit leeren Händen da. Der ominöse "Vizekusen"-Mythos bestätigte sich.

Diese oft abwertend gemeinte Bezeichnung entstand aus mehreren verpassten Leverkusener Titelchancen und bewahrheitete sich auch in der Saison 2001/02.

In der Saison 2001/02 hatte Leverkusen Ende April als Tabellenführer der Bundesliga sowie als Finalist im DFB-Pokal und in der Champions League die historische Chance mit drei Titeln in einer Saison das erste Triple der deutschen Fußball-Geschichte einzufahren.

Doch dann vergab das Team um Michael Ballack durch zwei unnötige Niederlagen am 32. und 33. Spieltag die deutsche Meisterschaft (Dortmund holte den Titel) und verlor kurz darauf auch noch das Pokalfinale gegen Schalke 04 (2:4). Zum Abschluss hatte Bayer die schwerste und bedeutendste Aufgabe vor Brust.

Im Hamden Park zu Glasgow wartete am 15.Mai die Stars von Real Madrid. Trotz der jüngsten Rückschläge präsentierte sich das Team von Trainer Klaus Topmöller wieder wie zu besten Zeiten und bot den Galaktischen Paroli. Es passte aber zur Leverkusener Saison, dass sie ihr Jahrhundert-Spiel nicht aus taktischen oder fußballerischen Gründen verloren.

Am Ende brauchte es ein Jahrhundert-Tor durch Zinedine Zidane kurz vor der Pause und einen damals noch unbekannte Ersatzkeeper namens Iker Casillas, der verletzungsbedingt eingewechselt wurde und am Schluss über sich hinauswuchs.

Leverkusen verkaufte sich nicht nur teuer, viele sprachen von einer unverdienten Niederlage. "Ich war froh, dass wir gegen Real Madrid mindestens gleichwertig waren, trotz des kleinen Kaders, der zur Verfügung stand", sagte der damalige Bayer-Manager Reiner Calmund später. Kapitän Carsten Ramelow pflichtet ihm bei: "Dass wir in der Königsklasse sogar eine gewisse Rolle gespielt haben, war etwas ganz Besonderes.

Wir standen im Champions-League-Finale - dessen muss man sich bewusst sein. Etwas Größeres gibt es nicht."
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16.5.1975: Erste Frau auf Mount Everest

Bevor Junko Tabei ihren ehrgeizigen Plan anging, das Dach der Welt zu erklimmen, wandte sich ihr Mann mit einer großen Bitte an sie. Im Wissen um die Gefahren bei der Besteigung des 8848 m hohen Mount Everest bat der Gatte sie um - ein Kind.

Tabei erfüllte ihm diesen Wunsch, 1972 kam Tochter Noriko zur Welt. Drei Jahre später, am 16.Mai 1975, stand die 1,50 m kleine Junko Tabei als erste Frau auf dem Gipfel des Everest. Den hatte sie nicht aufrecht, sondern im tiefen Pulverschnee auf allen Vieren krabbelnd erreicht.

Wenige Tage zuvor waren sie und ihre Begleiter auf 6300 m Höhe von einer Lawine überrascht worden, wie durch ein Wunder kam niemand dabei ums Leben. Nach drei Tagen Pause machten sich Tabei und ihr Sherpa dann alleine auf den letzten Anstieg.

1992 machte Junko Tabei ebenfalls als erste Frau die sogenannten "Seven Summits", die sieben höchsten Berge auf allen Kontinenten, komplett. Dazu zählen unter anderem der Aconcagua in den Anden (6961 m), der Mount McKinley in Alaska (6190 m) und der Kilimandscharo in Tansania (5895 m).

Bereits 1970 war sie Teilnehmerin einer japanischen Frauen-Expedition auf den Annapurna III (7555 m) in Nepal gewesen. Junko Tabei starb am 20.Oktober 2016 in einem Krankenhaus in Kawagoe an Magenkrebs.
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17.Mai 1974: Bayern auf Europas Thron

Nicht Franz Beckenbauer, nicht "Bomber" Gerd Müller oder Doppelpacker Uli Hoeneß: Der erste Triumph einer deutschen Mannschaft im Champions-League-Vorläufer "Europapokal der Landesmeister" wird noch heute vor allem mit Georg "Katsche" Schwarzenbeck in Verbindung gebracht.

Der Traum von Bayern München vom großen Finalsieg gegen Atletico Madrid scheint ausgeträumt, als der spätere spanische Nationaltrainer Luis Aragones am 15. Mai 1974 im Brüsseler Heysel-Stadion in der Verlängerung zum 0:1 trifft (114.).

Nur Sekunden sind noch zu spielen, Schiedsrichter Vital Loraux (Belgien) hat schon die Pfeife im Mund, als sich Verteidiger Schwarzenbeck ein Herz fasst - und aus über 30 Metern zum Ausgleich trifft.

Weil das Reglement noch kein Elfmeterschießen vorsah, kommt es zwei Tage später am selben Ort zum Wiederholungsspiel. Dort hat Atletico dem Münchner Angriffswirbel nichts entgegenzusetzen. Müller und Hoeneß treffen beim 4:0 jeweils doppelt, die Bayern besteigen erstmals den europäischen Fußball- Thron.

Held Schwarzenbeck genießt eher still. Dass sein Schuss auf regennassem Rasen überhaupt ins Tor gegangen war, sei auch "Glück" gewesen, sagt er, "standen doch alle Spieler außer dem Maier-Sepp in der gegneri-schen Hälfte". Torwart Miguel Reina, Vater des späteren Bayern-Keepers Pepe Reina, machte zudem keine gute Figur.

Als beim Schlusspfiff alle Mitspieler auf ihn eingestürmt waren, erzählt Schwarzenbeck, habe er gedacht: "Lieber hätte der Gerd das Tor gemacht, der kennt sich aus mit der ganzen Journalisten-Fragerei."

Schwarzenbeck (72) aber wird noch heute auf seine Heldentat angesprochen. Mittlerweile, gibt er zu, sei er aber schon "recht stolz" auf den Treffer. Es war übrigens sein einziger in 39 Spielen im Landesmeister-Cup.
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"Wir bedanken uns bei 42.100 Zuschauern fürs zu Hause bleiben. Danke für Ihre Unterstützung."

Der Stadionsprecher in Bremen bei der Bekanntgabe der Zuschauerzahl

"Das war wie Alte Herren um 19.00 Uhr."

Bayern-Profi Thomas Müller über die Atmosphäre beim Sieg bei Union Berlin

"Wir waren in den ersten Minuten noch in der Coronaphase und haben den Abstand eingehalten - nur doof, dass dies im Strafraum geschah."

Frankfurts Sportchef Bobic im ZDF zu den schnellen Gegentoren gegen Gladbach

"Ich habe Marko Grujic eine Standardsituation erklärt, eine Ecke."

Herthas Abwehrspieler Dedryck Boyata zu der Szene, in der er Marko Grujic nach einem Tor küsste
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Was wirklich sehr kurioses!

Wie wir alle wissen bleiben Fußballstadien weltweit leer.
Nun hat der ein oder andere so seine Ideen um die Tribünen etwas aufzufüllen, in Gladbach Pappaufsteller z.B.

Und beim FC Seoul?

Sexpuppen.

https://www.bbc.com/news/world-asia-52702075

"The top-flight South Korean side has apologised after fans accused them of using sex dolls in the stands.

FC Seoul insisted they were "premium mannequins" rather than sex dolls - but did admit they came from a supplier that produces sex toys.

And some of the dolls were holding signs advertising x-rated websites - despite pornography being banned in South Korea."

Es handele sich nur um "Premium Schaufensterpuppen", die allerdings von einem Hersteller für Sexspielzeug produziert werden und dummerweise auch noch Webseiten mit nicht jugendfreiem Inhalt bewarben.
Pornographie ist in Südkorea verboten.

Eine Strafe von 100 Millionen koreanische Won steht im Raum.
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"Eigentlich sollte dieser Sommer mit allen seinen Entscheidungen und dem Kampf der Nationalmannschaft um eine Olympiamedaille den Start in ein Jahrzehnt des Handballs markieren, stattdessen kämpfen wir mit allen Mitteln um die Wirtschaftlichkeit unserer Klubs - da blutet mir das Herz."

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann über die Folgen der Corona-Krise
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"Er ist brandstark."

BVB-Trainer Lucien Favre zum Formhoch von Nationalspieler Julian Brandt

"Es ist besser vor Puppen zu spielen als gar nicht."

Leverkusens Trainer Peter Bosz vor dem Spiel im Borussia-Park, wo auf den Tribünen Pappkameraden aufgestellt sind

"Für mich ist das zu 100 Prozent ein Derby. Da spielt Kölsch gegen Alt. Und Alt schmeckt mir besser, muss ich ehrlich sagen."

Düsseldorf-Coach Uwe Rösler zum Geisterspiel-Derby beim 1.FC Köln


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