Vor der Präsidentschaftswahl in den USA (Reloaded - 2020)

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dino65 schrieb:

SemperFi schrieb:



So sieht es aus:

Sollte US-Präsident Donald Trump zum dritten Mal in seiner Amtszeit die Chance bekommen, einen Supreme-Court-Richter zu ernennen, könnte er damit das politisch äußerst wichtige Gericht auf Jahre beeinflussen.


Denkfehler in diesem Punkt.
Trump hat hier nichts zu melden. Hier hat Mitch McConnell das Sagen.
Er hat vor der letzten Wahl, als Judge Scalia im Februar starb, die Nominierung eines neuen Kandidaten ein Jahr blockiert, jetzt wird er natürlich das alles in 3 Monaten durchziehen.

Aber sollten die Dems die Wahl und auch den Senat gewinnen, wird spekuliert, dass sie die Anzahl der Richter aufstocken (geht nämlich, wurde bereits gemacht) und so aus einer konservativen eine liberale Mehrheit machen.

Es wird auf jeden Fall dreckig.



Hier steht unter aanderem wie es mit der Wahl eines Richters ablaufen könnte und das Trump doch etwas zu melden hat.

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_88601352/nachruf-auf-ruth-bader-ginsburg-ein-tod-der-amerika-in-den-machtkampf-stuerzt.html


Ja, der Präsident hat eine Liste, aber, oh Wunder, die kommt nicht aus dem Äther des Nirgendwo.

Gehe mal davon aus, dass hier im Hintergrund McConnell und Co daran gearbeitet haben.
Wenn ich dir 5 Namen nenne und du sollst einen wählen, hatte ich mehr Einfluss oder du?

Ein sehr negativer Punkt des Artikels war, als Scalia ausschließlich als Ginsburg-Freund bezeichnet wurde und man daraus meinen könnte, dass ebenfalls ein progressiver Richter ersetzt wurde obwohl dieser Typ der konservativste Knochen der USA war.
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Also ich weiß jetzt nicht wirklich wer da irgendwie Einfluß nehmen könnte.
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Also ich weiß jetzt nicht wirklich wer da irgendwie Einfluß nehmen könnte.
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dino65 schrieb:

Also ich weiß jetzt nicht wirklich wer da irgendwie Einfluß nehmen könnte.


Und ich weiß es, deswegen versuche ich es ja zu erklären.

Und für ein besseres Verständnis der Trump Politik empfiehlt es sich, sich mit Stephen Miller zu beschäftigen.

Der hätte ohne Anpassung auch in der NSDAP eine steile Karriere gemacht.
Auf seinen Mist geht auch das Trennen der Familien und Einsperren der Kinder an der mexikanischen Grenze.
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Das habe ich gelesen, da bin ich mal gespannt.

Seine wahrscheinlichste Kandidatin sei Bezirksrichterin Amy Coney Barrett aus Chicago, berichtete unter anderem der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Regierungskreise.
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biden hat auf den ersten blick schwach gewirkt, aber alles in allem ist biden ein sehr cleverer schachzug und eine kluge wahl.

biden setzt in seinem wahlkampf auf einigkeit, eher auf versoehnung und geht relativ wenig auf den hass und die spaltung der republikaner ein.

der wahlkampf der republikaner nimmt immer absurdere zuege an, sowohl trump als auch seine pressesprecherin waren sich nicht zu bloed zu behaupten, dass biden es versaeumt haette, etwas gegen covid zu machen. sie haetten den impfstoff versprochen und das versprechen gebrochen.

es ist interessant, dass die republikaner davon ausgehen, dass seine anhaenger zu bloed sind, zu verstehen, dass er aktuell praesident ist. aber zu einem gewissen anteil funktioniert das, das mutet von aussen schon sehr, sehr seltsam an. aber das ist womoeglich diese herdenmentalitaet von der trump spricht.

ich gestehe, dass ich mittlerweile schwierigkeiten habe, den stuss, den trump von sich gibt, von dem zu unterscheiden, den sie in der tonight show bringen. ich bin mir nicht mehr sicher, ob trump wirklich von dem vaseline gesprochen hat um das coconut 91 zu fall zu bringen.

es wird jahre, jahrzehnte dauern, den schutt wegzuraeumen, den die republikaner hinterlassen haben.
fuer die usa und fuer die welt hoffe ich sehr, dass die republikaner, dass trump diese wahl verliert. sonst werden wir beobachten koennen, wie ein land weiter in eine dikatutur und in den faschimus abgleitet.
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Xaver08 schrieb:

der wahlkampf der republikaner nimmt immer absurdere zuege an, sowohl trump als auch seine pressesprecherin waren sich nicht zu bloed zu behaupten, dass biden es versaeumt haette, etwas gegen covid zu machen. sie haetten den impfstoff versprochen und das versprechen gebrochen.

es ist interessant, dass die republikaner davon ausgehen, dass seine anhaenger zu bloed sind, zu verstehen, dass er aktuell praesident ist. aber zu einem gewissen anteil funktioniert das, das mutet von aussen schon sehr, sehr seltsam an. aber das ist womoeglich diese herdenmentalitaet von der trump spricht.


Naja. wir reden weiterhin von einem Präsidenten, der mit einem Filzstift auf einer Wetterkarte herumgemalt hatte, um recht zu behalten (und diese Karte noch der Öffentlichkeit präsentierte!). Der eine Mauer an der mexikanischen Grenze über 3.145 km bauen lassen (und Mexiko dafür bezahlen lassen) möchte. Gegen den ein Amtsenthebungsverfahren lief und er nichts weiter als "Read the Transcript" und zuerst "There is no quit pro" und dann "There is a quit pro quo but it doesn't matter" stammelte... und dabei die 3 Worte "Quit pro quo" teils noch nicht einmal richtig sprechen konnte. Wir reden von einem Präsidenten, der jetzt schon wiederholt Stuss aller peinlichster Note in Interviews abgelassen hatte.
Und trotzdem wollen ihn knapp 50% wieder wählen. Von daher: Ja, ich glaube, dass die Republikaner davon ausgehen, dass ihre Wählerschaft blöd genug ist. Und mit Blick auf 4 Jahre Regentschaft und die Tatsache, dass er nicht auf 10% gesunken ist, muss ich sagen: Sie haben wohl recht.

Im übrigen war es wohl Ginsburg's letzter Wunsch auf dem Sterbebett, dass kein Nachfolger vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten ernannt wird:

Ruth Bader Ginsburg's last wish: 'I will not be replaced until a new president is installed'

Da muss ich mir schon fast eine Träne vor Lachen wegwischen. Natürlich werden Trump und seine Altright-Schergen diesen Wunsch aus reinem Anstand berücksichtigen.
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Hier wieder einmal ein Interesanter Artikel von t-online

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_88628710/trump-us-wahl-wird-vor-oberstem-gericht-enden.html

Darin steht unter anderem das er noch diesen Samstag die Nachfogerin der Verstorbenen Richterin ankündigen will

Er will diesen Posten zügig besetzen.

Ein Dreckskerl dieser Mensch.
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Hier wieder einmal ein Interesanter Artikel von t-online

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_88628710/trump-us-wahl-wird-vor-oberstem-gericht-enden.html

Darin steht unter anderem das er noch diesen Samstag die Nachfogerin der Verstorbenen Richterin ankündigen will

Er will diesen Posten zügig besetzen.

Ein Dreckskerl dieser Mensch.
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Ach, das ist aber nicht nur Trump. Da drängen auch gerade andere Republikaner um zügige Besetzung. Romney oder z.B. Mitch McConnell, der wohl die neue Ikone der Ehrlosigkeit in den USA wird.
2016 standen Demokraten und Republikaner vor genau derselben Situation, als Supreme-Court-Richter Antonin Scalia im Februar 2016 starb. Zu dem Zeitpunkt war Obama noch Präsident und die Reps versuchten vehement, die Nominierung für eine Neubesetzung auf nach den Präsidentschaftswahlen zu schieben. McConnels Worte damals:

"Given that we are in the midst of the presidential election process, we believe that the American people should seize the opportunity to weigh in on whom they trust to nominate the next person for a lifetime appointment to the Supreme Court," they conclude. "It is today the American people, rather than a lame-duck president [Anm. Steigflug: Obama ist natürlich gemeint] whose priorities and policies they just rejected in the most-recent national election, who should be afforded the opportunity to replace Justice Scalia."

https://eu.usatoday.com/story/news/politics/2020/09/19/what-mcconnell-said-merrick-garland-vs-after-ginsburgs-death/5837543002/



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Drohkulissen von Trump
https://www.n-tv.de/politik/Trump-verweigert-Zusage-auf-friedlichen-Machtwechsel-article22056657.html

Er will sich nicht auf einen friedlichen Wechsel festlegen.
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Hallo,

ich weiß nicht, ob es schon gepostet wurde, letzte Woche war ein Bericht im ZDF:
"Trump, der unterschätzte Präsident".

Ich habe es mir in der Mediathek angeschaut.

Ist sehr interessant, man kann seinen Erfolg besser verstehen.
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Drohkulissen von Trump
https://www.n-tv.de/politik/Trump-verweigert-Zusage-auf-friedlichen-Machtwechsel-article22056657.html

Er will sich nicht auf einen friedlichen Wechsel festlegen.
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Tafelberg schrieb:

Drohkulissen von Trump
https://www.n-tv.de/politik/Trump-verweigert-Zusage-auf-friedlichen-Machtwechsel-article22056657.html

Er will sich nicht auf einen friedlichen Wechsel festlegen.



Der sagt auch alle paar Augenblicke was anderes. Auf einem Wahlkampfauftritt hat er auch schon davon gefaselt, dass man ihn nie wieder sieht oder hört, sollte er gegen Biden verlieren. Dieser hat das Statement zumindest sehr amüsant als eigenen Wahlkampfspot verwendet:
https://www.youtube.com/watch?v=jRW72zW4MgQ

Ich geh auch davon aus, dass, sollte er verlieren, der Wechsel nicht ohne Komplikationen verläuft. Ich male mal folgendes Szenario an die Wand:
* Wahlergebnis wird angezweifelt, da von China, den Radical Left, Antifa, Left-Winged-Media, Bill Gates, George Soros, Obama oder wem auch immer (z.B. bei Briefwahlen) Wahlkampfzettel gefälscht worden seien. Trump kann wahrscheinlich auch Gustav Gans nennen, und seine Anhänger werden es ihm glauben.
* Konter-Shitstorm geht los
* Trump kontert dagegen und heizt die Stimmung bei den eigenen Anhängern auf
* In vielen Staaten kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Trump-Anhängern und demokratischen Wählern. Es gibt mehrere Verletzte und Tote.
* Trump (der ja schon dahingehend geübt hat) spricht von Looters, Putschisten und dass die radikale Linke die Macht übernehmen möchte, um eine kommunistische und faschistische USA zu errichten.
* Trump fordert Militäreinsätze in den "Brandgebieten"
* Militante Alt-Rights, Trump-Fanboys und was auch immer für Nazis reisen nach Washigton, um eine Bürgerwehr um das weiße Haus zu errichten.
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Tafelberg schrieb:

Drohkulissen von Trump
https://www.n-tv.de/politik/Trump-verweigert-Zusage-auf-friedlichen-Machtwechsel-article22056657.html

Er will sich nicht auf einen friedlichen Wechsel festlegen.



Der sagt auch alle paar Augenblicke was anderes. Auf einem Wahlkampfauftritt hat er auch schon davon gefaselt, dass man ihn nie wieder sieht oder hört, sollte er gegen Biden verlieren. Dieser hat das Statement zumindest sehr amüsant als eigenen Wahlkampfspot verwendet:
https://www.youtube.com/watch?v=jRW72zW4MgQ

Ich geh auch davon aus, dass, sollte er verlieren, der Wechsel nicht ohne Komplikationen verläuft. Ich male mal folgendes Szenario an die Wand:
* Wahlergebnis wird angezweifelt, da von China, den Radical Left, Antifa, Left-Winged-Media, Bill Gates, George Soros, Obama oder wem auch immer (z.B. bei Briefwahlen) Wahlkampfzettel gefälscht worden seien. Trump kann wahrscheinlich auch Gustav Gans nennen, und seine Anhänger werden es ihm glauben.
* Konter-Shitstorm geht los
* Trump kontert dagegen und heizt die Stimmung bei den eigenen Anhängern auf
* In vielen Staaten kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Trump-Anhängern und demokratischen Wählern. Es gibt mehrere Verletzte und Tote.
* Trump (der ja schon dahingehend geübt hat) spricht von Looters, Putschisten und dass die radikale Linke die Macht übernehmen möchte, um eine kommunistische und faschistische USA zu errichten.
* Trump fordert Militäreinsätze in den "Brandgebieten"
* Militante Alt-Rights, Trump-Fanboys und was auch immer für Nazis reisen nach Washigton, um eine Bürgerwehr um das weiße Haus zu errichten.
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Klar, dazu geht es vor den obersten Gerichtshof, wo gerade holterdiepolter nachbesetzt wird.

Es gibt nur einen potentiellen ruhigeren Weg und das ist ein hoher Sieg Biden’s, bei dem früh Staaten wie Arizona und Florida an Biden gegangen sind.

Bei einer knappen Niederlage gibt es mittlerweile diverse Szenarien, wie sich die Republikaner noch den Sieg holen können
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Klar, dazu geht es vor den obersten Gerichtshof, wo gerade holterdiepolter nachbesetzt wird.

Es gibt nur einen potentiellen ruhigeren Weg und das ist ein hoher Sieg Biden’s, bei dem früh Staaten wie Arizona und Florida an Biden gegangen sind.

Bei einer knappen Niederlage gibt es mittlerweile diverse Szenarien, wie sich die Republikaner noch den Sieg holen können
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Xaver08 schrieb:

Bei einer knappen Niederlage gibt es mittlerweile diverse Szenarien, wie sich die Republikaner noch den Sieg holen können



Ich moechte diesen Punkt nochmal hervorholen und auf einen Thread bei Twitter der Historikerin Annika Brockschmidt verweisen, die die Wahl hervorragend begleitet und schon frueh auf die Gefahren durch die Republikaner hingewiesen hat.

https://twitter.com/ardenthistorian/status/1309020351742042112

Der Thread fuehrt auf deutsch durch eine Story des Atlantic, die sehr lang, englisch und erschreckend ist:

https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2020/11/what-if-trump-refuses-concede/616424/


Szenarien wie Austausch der Wahlmaenner durch Trump gewogenen Wahlmaenner, Aufstellen von Buergerwehren, die potentiellen demokratischen Waehlern den Zugang verwehren, Bestrebungen nicht am Wahltag ausgezaehlte Stimmen (Briefwahl, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eher demokratische Stimmen) nicht anzuerkennen, selbst Buergerkrieg und Abspaltungen sind keine unmoeglichen oder undenkbaren Szenarien mehr.

Das interessante bleibt, auch wenn es in Echtzeit passiert, ist es doch ein Zeitlupenprozess, in dem in einem demokratischen Staat, eine Partei mit diktatorischen Mitteln anfaengt nach der Macht zu greifen.

Es ist mir unerklaerlich, warum so wenig Widerstand dagegen existiert. Es kann aus meiner Sicht nur sein, dass vielen Menschen auch in den USA nicht bewusst ist, wie hoch das Risiko ist. Wie die Reporterin des Atlantic schreibt, ist es unthinkable, dass ein Praesident das Wahlergebnis nicht anerkennt.

Und das ist das Problem, dass sie anfuehrt, das System hier funktioniert, wenn sich alle daran halten, es scheint nicht dafuer ausgelegt zu sein, dass sich jemand einfach im grossen Stil nicht an Regeln haelt:

Wenn keiner nachgibt könnten zwei Männer am Tag der Amtseinführung auftauchen. Das System der USA erkennt gerade, dass seine Checks und balances darauf fußen, dass alle sich an die Regeln halten. Tut ein Part das nicht, funktionieren sie nicht mehr.
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Ich sehe es eher wie Kollege Peters bei n-tv

https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Trump-ist-kein-Putschist-sondern-Opportunist-article22057804.html

Ich glaube nicht, dass Trump sich im Amt halten kann, wenn er eine klare Niederlage (sprich, wenn es nicht an einem Bundesstaat und paar tausend Stimmen hängt) kassiert. Ich befürchte bei dem Mann ja so einiges, aber ich sehe nicht, wie er gegen den Willen der Hälfte der Bevölkerung und gegen staatliche und militärische Strukturen, die durchzogen sind mit einem erheblichen Anteil an Dems-Wählern bestehen will. Meines Erachtens ist er einfach ein Narzisst, der wird am Ende entweder gewinnen und sich feiern lassen oder verlieren und behaupten, die Niederlage läge an allen möglichen Dingen, nur nicht an ihm. Sozusagen ne moderne Dolchstoß-Legende.

Noch empfinde ich die demokratischen Strukturen in den USA als zu stark. Aber Trump hat wichtige Schritte eingeleitet, dass diese demokratischen Strukturen in den nächsten Jahren ausgehöhlt werden können. Mittelfristig sehe ich in den USA tatsächlich die Gefahr eines Bürgerkriegs oder zumindest von erheblichen Unruhen. Die ganzen Konflikte in den USA spitzen sich seit Jahren zu. Nach einer Abwahl von Trump sehe ich zwar auch kurzfristig die Gefahr von radikalen Spinnern, die Amok laufen, aber ich sehe es noch nicht ganz so schwarz wie manche hier. Vielleicht ist es gut, dass mit Biden eben auch ein white old man als Gegenkandidat da ist.
Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig. Wie soll eine solche Entwicklung noch Jahrzehnte gut gehen? Das muss doch irgendwann knallen.
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Ich sehe es eher wie Kollege Peters bei n-tv

https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Trump-ist-kein-Putschist-sondern-Opportunist-article22057804.html

Ich glaube nicht, dass Trump sich im Amt halten kann, wenn er eine klare Niederlage (sprich, wenn es nicht an einem Bundesstaat und paar tausend Stimmen hängt) kassiert. Ich befürchte bei dem Mann ja so einiges, aber ich sehe nicht, wie er gegen den Willen der Hälfte der Bevölkerung und gegen staatliche und militärische Strukturen, die durchzogen sind mit einem erheblichen Anteil an Dems-Wählern bestehen will. Meines Erachtens ist er einfach ein Narzisst, der wird am Ende entweder gewinnen und sich feiern lassen oder verlieren und behaupten, die Niederlage läge an allen möglichen Dingen, nur nicht an ihm. Sozusagen ne moderne Dolchstoß-Legende.

Noch empfinde ich die demokratischen Strukturen in den USA als zu stark. Aber Trump hat wichtige Schritte eingeleitet, dass diese demokratischen Strukturen in den nächsten Jahren ausgehöhlt werden können. Mittelfristig sehe ich in den USA tatsächlich die Gefahr eines Bürgerkriegs oder zumindest von erheblichen Unruhen. Die ganzen Konflikte in den USA spitzen sich seit Jahren zu. Nach einer Abwahl von Trump sehe ich zwar auch kurzfristig die Gefahr von radikalen Spinnern, die Amok laufen, aber ich sehe es noch nicht ganz so schwarz wie manche hier. Vielleicht ist es gut, dass mit Biden eben auch ein white old man als Gegenkandidat da ist.
Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig. Wie soll eine solche Entwicklung noch Jahrzehnte gut gehen? Das muss doch irgendwann knallen.
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SGE_Werner schrieb:

Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig.


War meine vor einigen Jahren auch noch. Trump hat einen schleichenden Prozess einfach nur maßgeblich beschleunigt. Hättest du solche Bilder wie in Kenosha, Portland oder Washington vor Trump auch nur ansatzweise in den nächsten Jahren in den USA erwartet?


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SGE_Werner schrieb:

Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig.


War meine vor einigen Jahren auch noch. Trump hat einen schleichenden Prozess einfach nur maßgeblich beschleunigt. Hättest du solche Bilder wie in Kenosha, Portland oder Washington vor Trump auch nur ansatzweise in den nächsten Jahren in den USA erwartet?


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@Steigflug

Hm. Kommt halt drauf an. In einem Land, in dem es vor 28 Jahren die LA Riots gab, in dem permanent tausende Menschen erschossen werden, permanent Amokläufe etc. sind und rechte bewaffnete Truppen offen agieren können, da ist das für mich auch nur eine weitere Facette.
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Ich sehe es eher wie Kollege Peters bei n-tv

https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Trump-ist-kein-Putschist-sondern-Opportunist-article22057804.html

Ich glaube nicht, dass Trump sich im Amt halten kann, wenn er eine klare Niederlage (sprich, wenn es nicht an einem Bundesstaat und paar tausend Stimmen hängt) kassiert. Ich befürchte bei dem Mann ja so einiges, aber ich sehe nicht, wie er gegen den Willen der Hälfte der Bevölkerung und gegen staatliche und militärische Strukturen, die durchzogen sind mit einem erheblichen Anteil an Dems-Wählern bestehen will. Meines Erachtens ist er einfach ein Narzisst, der wird am Ende entweder gewinnen und sich feiern lassen oder verlieren und behaupten, die Niederlage läge an allen möglichen Dingen, nur nicht an ihm. Sozusagen ne moderne Dolchstoß-Legende.

Noch empfinde ich die demokratischen Strukturen in den USA als zu stark. Aber Trump hat wichtige Schritte eingeleitet, dass diese demokratischen Strukturen in den nächsten Jahren ausgehöhlt werden können. Mittelfristig sehe ich in den USA tatsächlich die Gefahr eines Bürgerkriegs oder zumindest von erheblichen Unruhen. Die ganzen Konflikte in den USA spitzen sich seit Jahren zu. Nach einer Abwahl von Trump sehe ich zwar auch kurzfristig die Gefahr von radikalen Spinnern, die Amok laufen, aber ich sehe es noch nicht ganz so schwarz wie manche hier. Vielleicht ist es gut, dass mit Biden eben auch ein white old man als Gegenkandidat da ist.
Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig. Wie soll eine solche Entwicklung noch Jahrzehnte gut gehen? Das muss doch irgendwann knallen.
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SGE_Werner schrieb:

Ich glaube nicht, dass Trump sich im Amt halten kann, wenn er eine klare Niederlage (sprich, wenn es nicht an einem Bundesstaat und paar tausend Stimmen hängt) kassiert.


sicher, das steht ja zu keiner der vorgehenden aussagen im widerspruch.

das ist das szenario, dass einen ruhigeren uebergang vermuten laesst, s.o.

SGE_Werner schrieb:

Ich befürchte bei dem Mann ja so einiges, aber ich sehe nicht, wie er gegen den Willen der Hälfte der Bevölkerung und gegen staatliche und militärische Strukturen, die durchzogen sind mit einem erheblichen Anteil an Dems-Wählern bestehen will. Meines Erachtens ist er einfach ein Narzisst, der wird am Ende entweder gewinnen und sich feiern lassen oder verlieren und behaupten, die Niederlage läge an allen möglichen Dingen, nur nicht an ihm. Sozusagen ne moderne Dolchstoß-Legende.


es geht weniger darum, dass er das militaer nutzt, das hatten wir ja hier auch schon vor geraumer zeit, dass er sich kaum auf das militaer verlassen koennen wird.

es geht darum, die demokratischen wege, die vorhanden sind, soweit zu dehnen bzw gegebenenfalls zu ueberdehnen, um an der macht zu bleiben.

und das haben die republikaner die letzten wochen gezielt versucht, das ist kein opportunismus, bzw nicht ausschliesslich (wie jetzt bei der neubesetzung des supreme court postens). da liegt peters falsch. und das beobachten wir nachwievor, in vielen kleinen schritten attackieren die republikaner das wahlsystem.

wenn die republikaner seit monaten die briefwahl unglaubwuerdig machen, den posten des postmasters der usps neu besetzen, der nichts besseres zu tun hat, als daran zu arbeiten, dass die post langsamer wird, die republikaner klagen, dass wahlurnen abgebaut werden muessen, in denen man seine briefwahlunterlagen einwerfen kann, wenn die republikaner daran arbeiten, dass stimmen am wahltag ausgezaehlt sein muessen und alles was folgt verworfen wird, wenn die republikaner klagen, dass sie "sicherheitspersonal" vor den wahlbueros aufstellen duerfen, dann ist das kein opportunismus.

SGE_Werner schrieb:

Noch empfinde ich die demokratischen Strukturen in den USA als zu stark. Aber Trump hat wichtige Schritte eingeleitet, dass diese demokratischen Strukturen in den nächsten Jahren ausgehöhlt werden können


nein, trump hat die demokratischen stukturen bereits ausgehoelt. ob sie ausgehoelt genug sind, dass es im zweifelsfall moeglich ist, ein ihm nicht genehmes wahlergebnis drehen zu koennen, wird sich zeigen.

der kommentar ist schlecht, er ignoriert fakten, wertet ab, indem er journalisten anderer meinung panikmache unterstellt und suggeriert, die deutung, dass trump versuchen koennte die wahl zu biegen, waere durch die anwendung europaeischer standards, zustande gekommen, was falsch ist, da diese deutung aus den usa selbst kam.

SGE_Werner schrieb:

Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig. Wie soll eine solche Entwicklung noch Jahrzehnte gut gehen? Das muss doch irgendwann knallen.


es knallt doch schon in den USA, seit Wochen.
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Es knallt in den USA nicht seit Wochen sondern seit Jahren und Jahrzehnten.

Wie gesagt, ich bin deutlich entspannter als Du.
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SGE_Werner schrieb:

Ich glaube nicht, dass Trump sich im Amt halten kann, wenn er eine klare Niederlage (sprich, wenn es nicht an einem Bundesstaat und paar tausend Stimmen hängt) kassiert.


sicher, das steht ja zu keiner der vorgehenden aussagen im widerspruch.

das ist das szenario, dass einen ruhigeren uebergang vermuten laesst, s.o.

SGE_Werner schrieb:

Ich befürchte bei dem Mann ja so einiges, aber ich sehe nicht, wie er gegen den Willen der Hälfte der Bevölkerung und gegen staatliche und militärische Strukturen, die durchzogen sind mit einem erheblichen Anteil an Dems-Wählern bestehen will. Meines Erachtens ist er einfach ein Narzisst, der wird am Ende entweder gewinnen und sich feiern lassen oder verlieren und behaupten, die Niederlage läge an allen möglichen Dingen, nur nicht an ihm. Sozusagen ne moderne Dolchstoß-Legende.


es geht weniger darum, dass er das militaer nutzt, das hatten wir ja hier auch schon vor geraumer zeit, dass er sich kaum auf das militaer verlassen koennen wird.

es geht darum, die demokratischen wege, die vorhanden sind, soweit zu dehnen bzw gegebenenfalls zu ueberdehnen, um an der macht zu bleiben.

und das haben die republikaner die letzten wochen gezielt versucht, das ist kein opportunismus, bzw nicht ausschliesslich (wie jetzt bei der neubesetzung des supreme court postens). da liegt peters falsch. und das beobachten wir nachwievor, in vielen kleinen schritten attackieren die republikaner das wahlsystem.

wenn die republikaner seit monaten die briefwahl unglaubwuerdig machen, den posten des postmasters der usps neu besetzen, der nichts besseres zu tun hat, als daran zu arbeiten, dass die post langsamer wird, die republikaner klagen, dass wahlurnen abgebaut werden muessen, in denen man seine briefwahlunterlagen einwerfen kann, wenn die republikaner daran arbeiten, dass stimmen am wahltag ausgezaehlt sein muessen und alles was folgt verworfen wird, wenn die republikaner klagen, dass sie "sicherheitspersonal" vor den wahlbueros aufstellen duerfen, dann ist das kein opportunismus.

SGE_Werner schrieb:

Noch empfinde ich die demokratischen Strukturen in den USA als zu stark. Aber Trump hat wichtige Schritte eingeleitet, dass diese demokratischen Strukturen in den nächsten Jahren ausgehöhlt werden können


nein, trump hat die demokratischen stukturen bereits ausgehoelt. ob sie ausgehoelt genug sind, dass es im zweifelsfall moeglich ist, ein ihm nicht genehmes wahlergebnis drehen zu koennen, wird sich zeigen.

der kommentar ist schlecht, er ignoriert fakten, wertet ab, indem er journalisten anderer meinung panikmache unterstellt und suggeriert, die deutung, dass trump versuchen koennte die wahl zu biegen, waere durch die anwendung europaeischer standards, zustande gekommen, was falsch ist, da diese deutung aus den usa selbst kam.

SGE_Werner schrieb:

Meine Sorge bzgl. USA ist eher mittel- bis langfristig. Wie soll eine solche Entwicklung noch Jahrzehnte gut gehen? Das muss doch irgendwann knallen.


es knallt doch schon in den USA, seit Wochen.
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Hierzu gab es kürzlich in der ZDF Mediathek eine Reportage, die schön darlegt, dass die Säulen der Demokratie in den USA bereits massiv geschädigt worden sind.

Trump ist nicht nur ein Populist, er ist ein Autokrat und wird alles versuchen, seine Macht zu behalten. Und die Republikaner (zumindest ein großer Teil) scheinen das entweder nicht zu raffen/ raffen zu wollen oder ihnen ist die Macht einfach wichtiger, als ein freiheitliches System.

Und selbstverständlich brennt es bereits in den USA gewaltig und hochgerüstete insbesondere rechte Milizen stehen bereit.
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Es knallt in den USA nicht seit Wochen sondern seit Jahren und Jahrzehnten.

Wie gesagt, ich bin deutlich entspannter als Du.
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Auch ein bürgerkrieg wäre demnach hier nix besonderes, gabs auch schon vor ein paar Jahrzehnten, kann man auch ganz entspannt sehen.

Natürlich gibt es keine Sicherheit in der Einschätzung was hier passieren wird und ob der Worst Case eintreffen wird, es ist aber mitnichten so, dass die Einschätzung über das was die Republikaner schon getan haben und evtl. tun könnten, auf so wackeligen Füßen steht, wie der NTv  Die Kommentar suggeriert.

Der yalehistoriker Timothy snider schreibt:
Whoever the president nominates to the Supreme Court knows that her specific assignment is to end the American experiment in constitutional government after the president loses the election. Perhaps better to decline.


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Geht es bei den Konflikten primär um Rassenunruhen oder ist das System Kapitalismus der Antreiber?
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Geht es bei den Konflikten primär um Rassenunruhen oder ist das System Kapitalismus der Antreiber?
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Da hast du dich glaube ich falsch ausgedrückt. Bei Trump mag es bei dem Konflikt um vermeintliche Rassenunruhen gehen, was eingentlich nur Demos sind die in wenigen Fällen gewalttätig enden und die Gewalttäter sind nur ein kleiner Teil der teilnehmenden Demonstranten. Aber bei den Teilnehmern der BLM geht es um Rassismus bei den Behörden wie der Polizei und in Teilen der Gesellschaft, darauf hinzuweisen und Änderungen herbeizuführen. Rassisten wie Trump nennen das dann Rassenunruhen um diese Demos mies zu machen, auch deshalb weil sich seine Selbstherrlichkeit daran stört das Menschen einfach ihre Meinung frei äußern die nicht seine ist.


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