Verschwörungstheorien der "Querfront" in Coronazeiten

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Luzbert schrieb:


Wie geht ihr mit damit um? Ich wäre dankbar, wenn ich meine Kommunikation wieder ein wenig entgiften kann.
Und keine Sorge, ich brülle meine Mitmenschen nicht ziellos an und bepöbele sie.
Zynismus, kalte Schulter und eine Priese Oberlehrer reichen aus...        


Luzbert, ich kann diese Frage sehr gut verstehen. Und wie so oft lohnt es sich vielleicht, etwas zu differenzieren. Ich finde der von dir verlinkte FR-Artikel bringt da einiges durcheinander und zeigt aber gerade dadurch einige Missverständnisse in der Kommunikation  der letzten Monate. Denn ich denke, dass eine grundsätzliche Empathie nach wie vor vorhanden ist bei Menschen mit unterschiedlichen Lebensumständen in der Pandemie. Es gibt gleichzeitig aber Menschen, die in der Pandemie etwas offenbart haben, was nicht durch Empathie abgefedert werden kann und für das ich bei mir persönlich kaum eine Chance sehe, meinen Standpunkt dazu zu entgiften. Obwohl ich es nicht toll finde, in meinen Gedanken vergiftet zu sein und ich mich extrem unwohl dabei fühle, zunehmend diese giftigen Empfindungen zu haben. Ich versuche das mal etwas aufzudröseln.

Natürlich trifft uns alle diese Pandemie in irgendeiner Form. Die einen richtig hart, andere weniger. Aber alle erleben dadurch Sachen, die scheiße sind. Und selbstverständlich bringen unterschiedliche Lebenssituationen auch völlig unterschiedliche Standpunkte und Haltungen zum Umgang mit der Pandemie mit sich. Um mal auf die Beispiele aus dem FR-Artikel einzugehen: Natürlich hat ein Familien-Vater, der ein chronisch krankes Kind hat, dessen Infektion mit dem Corona-Virus fast zwangsläufig einen schweren Verlauf zur Folge hätte, einen anderen Blickwinkel auf die Pandemie-Maßnahmen, als jemand, der sich gerade auf Kante mit einem umfänglichen Kredit den Lebenstraum eines eigenen Cafés verwirklicht hat. Und zwischen diesen Extrem-Positionen gibt es ja noch abgestufte Versionen von normalen Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkeln, die alle irgendwo ihre Berechtigung haben. Und genau dort ist Empathie angesagt. Und genau für diese unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen wird man sich nach der Pandemie auch in die Augen sehen können und zu einem Miteinander zu kommen.

Ich habe für jeden Soloselbstständigen Empathie, für alle im Messebau tätigen, für jeden/jede  der/die in Event- und Freizeitbranche  tätige ist, für Kulturschaffende, für Leute die ein Fitnessstudio betreiben, für in der Gastronomie Tätige, für Tourismus-Anbieter/innen und für alle anderen, die ich in der Aufzählung vergessen habe, deren Tätigkeit zum Erliegen kam, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können und deren materielle Existenz bedroht ist. Genauso habe ich für alle Menschen Empathie, die in prekären Verhältnissen leben, die durch die Einschränkungen noch verschärft wurden. Menschen mit seelischen und körperlichen Leiden, die durch die Pandemie schlimmer geworden sind. Familien, die nicht länger unter der Last leben können, Kindererziehung, Homeschooling und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Menschen die Angehörige verloren haben und denen keine Möglichkeit eingeräumt wurde, sich von diesen Angehörigen zu verabschieden und ihnen in den letzten Stunden beizustehen. Ich habe Empathie für Jugendliche, die ihre Abi-Party nicht feiern konnten, die ihre Konfirmation oder Jugendweihe nicht angemessen zelebrieren konnten, alle die runde Geburtstage nicht im angemessen Rahmen feiern konnten und Kinder, die in diesen Tagen ihren zweiten Geburtstag in Folge ohne Menschen feiern müssen. Ich habe auch Verständnis für Leute, die sich härtere Maßnahmen wünschen, um dadurch mittelfristig wieder zu mehr Freizeit gelangen, selbst wenn es „nur First-World-Problems“ wie Urlaub, Freizeit, Fußball, Biergarten oder Festivals sind. Mit all diesen Menschen glaube ich, ist ein Konsens, ein Zusammenleben und vielleicht sogar ein Zusammenrücken nach der Pandemie möglich.

Und natürlich habe ich auch Empathie für diejenigen, die berechtigte Kritik an der politischen Führung üben. Die sauer sind, weil in die eine oder andere Richtung nicht gehandelt wurde. Ich habe auch Empathie für die, die Pandemie nicht erfassen könne, sich daher alternative Erklärungen suchen und aus Unwissenheit oder wegen begrenzter kognitiver  Fähigkeiten Blödsinn glauben und diesen verbreiten.  

Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.

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brodo schrieb:

Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.

Und woher wei!t du das, dass die die tatsächlich fest von irgendwelchen schrägen Fakes überzeugt sind, böswillig Unwahrheit verbreiten?
So wie ich das erlebe, sind da viele, die ein hohes Leid daran haben, dass soviele, auch vielgeschätzte, Menschen in ihrer Umgebung nicht sehen können, was die zu sehen glauben!
Hier zu unterstellen, dass bewusst Fake News verbreitet werden, würde bedeuten, dass all diese Leute die diesen Verschwörungsmythen aufsitzen, absichtsvoll handeln.
Und das nehme ich so nicht wahr.

Wirklichkeitskonstruktion von Menschen ist immer hoch individuell und faszinierend und hochkomplex. Und der schmalen Grad, den wir da Normalität nennen und um den herum wir unsere Wirklichkeit zu konstituieren versuchen, der ist schnell verfehlt. Und der ist auch nicht objektiv.
Mir geht das auch nocht in den Kopf, wie man so vernagelt sein kann, völligen Bullshit zu seiner Wirklichkeit zu machen.
Aber völlig empathiefrei bin ich nur dann, wenn es zum paktieren mit Nazis, Antisemitismus, rechten Anleihen und/oder hartem, aggressiven Missionierungsversuchen kommt.
Dann werde ich such sehr deutlich und kompromisslos.
Beim Rest schwanke ich zwischen Mitleid, Belustigung und Fassungslosigkeit.
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FrankenAdler schrieb:

Meine Güte, Leute! Manchmal frag ich mich schon, ob das nicht DIE Chance für viele Leute innerhalb der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel ist, endlich mit ner Randgruppe konfrontiert zu sein, mit ner abweichenden Meinung, mit gepflegter Irrationalität, mit ganz normalen Leuten, die halt zusätzlich hinsichtlich eines Themas ordentlich neben der Spur laufen!


Mein lieber FrankenAdler,

so aus der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel heraus gesprochen, die ich ja eigentlich nur ungerne verlasse:

Ich hab'  im  Austausch mit dir in diesem Forum einige abweichende Meinungen, mit gepflegter Irrationalität kennen gelernt und dafür bin ich dir sehr dankbar. Ohne Mist.

Du gehörst zu den ganz normalen Leuten, die halt zusätzlich hinsichtlich einiger Themen ordentlich neben der Spur laufen (wie z.B. auch ich ). Daher war der Austausch mit dir für mich immer Horizont-Erweiterung.

Und ich halte dich gerade deswegen für einen vielschichtige und liebenswerte Menschen. Wirklich und ohne Quatsch! Ich würde dich jedenfalls niemals  auf eine verunglückte, irrationale Haltung reduzieren!

Mit herzlichen Grüßen aus der bundesdeutschen  Mittelschichtsbubbel
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brodo schrieb:

so aus der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel heraus gesprochen, die ich ja eigentlich nur ungerne verlasse:

War ja nicht despektierlich gemeint! Zumindest nicht ausschließlich
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brodo schrieb:

Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.

Und woher wei!t du das, dass die die tatsächlich fest von irgendwelchen schrägen Fakes überzeugt sind, böswillig Unwahrheit verbreiten?
So wie ich das erlebe, sind da viele, die ein hohes Leid daran haben, dass soviele, auch vielgeschätzte, Menschen in ihrer Umgebung nicht sehen können, was die zu sehen glauben!
Hier zu unterstellen, dass bewusst Fake News verbreitet werden, würde bedeuten, dass all diese Leute die diesen Verschwörungsmythen aufsitzen, absichtsvoll handeln.
Und das nehme ich so nicht wahr.

Wirklichkeitskonstruktion von Menschen ist immer hoch individuell und faszinierend und hochkomplex. Und der schmalen Grad, den wir da Normalität nennen und um den herum wir unsere Wirklichkeit zu konstituieren versuchen, der ist schnell verfehlt. Und der ist auch nicht objektiv.
Mir geht das auch nocht in den Kopf, wie man so vernagelt sein kann, völligen Bullshit zu seiner Wirklichkeit zu machen.
Aber völlig empathiefrei bin ich nur dann, wenn es zum paktieren mit Nazis, Antisemitismus, rechten Anleihen und/oder hartem, aggressiven Missionierungsversuchen kommt.
Dann werde ich such sehr deutlich und kompromisslos.
Beim Rest schwanke ich zwischen Mitleid, Belustigung und Fassungslosigkeit.
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FrankenAdler schrieb:

brodo schrieb:

Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.

Und woher wei!t du das, dass die die tatsächlich fest von irgendwelchen schrägen Fakes überzeugt sind, böswillig Unwahrheit verbreiten?
So wie ich das erlebe, sind da viele, die ein hohes Leid daran haben, dass soviele, auch vielgeschätzte, Menschen in ihrer Umgebung nicht sehen können, was die zu sehen glauben!
Hier zu unterstellen, dass bewusst Fake News verbreitet werden, würde bedeuten, dass all diese Leute die diesen Verschwörungsmythen aufsitzen, absichtsvoll handeln.
Und das nehme ich so nicht wahr.

Wirklichkeitskonstruktion von Menschen ist immer hoch individuell und faszinierend und hochkomplex. Und der schmalen Grad, den wir da Normalität nennen und um den herum wir unsere Wirklichkeit zu konstituieren versuchen, der ist schnell verfehlt. Und der ist auch nicht objektiv.
Mir geht das auch nocht in den Kopf, wie man so vernagelt sein kann, völligen Bullshit zu seiner Wirklichkeit zu machen.
Aber völlig empathiefrei bin ich nur dann, wenn es zum paktieren mit Nazis, Antisemitismus, rechten Anleihen und/oder hartem, aggressiven Missionierungsversuchen kommt.
Dann werde ich such sehr deutlich und kompromisslos.
Beim Rest schwanke ich zwischen Mitleid, Belustigung und Fassungslosigkeit.

Auf was beziehst du deine Antwort?
Auf  Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken oder auf durchgedrehte Einzelpersonen?

Bei durchgedrehten Einzelpersonen mag deien Analyse in einigen Fällen zutreffen, in den anderen eher nicht.
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brodo schrieb:

so aus der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel heraus gesprochen, die ich ja eigentlich nur ungerne verlasse:

War ja nicht despektierlich gemeint! Zumindest nicht ausschließlich
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FrankenAdler schrieb:

brodo schrieb:

so aus der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel heraus gesprochen, die ich ja eigentlich nur ungerne verlasse:

War ja nicht despektierlich gemeint! Zumindest nicht ausschließlich

Ich fühle mich auf diesem Niveau durchaus abgeholt. Wenn halt die Mods nicht wären.
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FrankenAdler schrieb:

brodo schrieb:

so aus der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel heraus gesprochen, die ich ja eigentlich nur ungerne verlasse:

War ja nicht despektierlich gemeint! Zumindest nicht ausschließlich

Ich fühle mich auf diesem Niveau durchaus abgeholt. Wenn halt die Mods nicht wären.
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brodo schrieb:

FrankenAdler schrieb:

brodo schrieb:

so aus der bundesdeutschen Mittelschichtsbubbel heraus gesprochen, die ich ja eigentlich nur ungerne verlasse:

War ja nicht despektierlich gemeint! Zumindest nicht ausschließlich

Ich fühle mich auf diesem Niveau durchaus abgeholt. Wenn halt die Mods nicht wären.

Ja. Es ist eine Plage
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FrankenAdler schrieb:

brodo schrieb:

Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.

Und woher wei!t du das, dass die die tatsächlich fest von irgendwelchen schrägen Fakes überzeugt sind, böswillig Unwahrheit verbreiten?
So wie ich das erlebe, sind da viele, die ein hohes Leid daran haben, dass soviele, auch vielgeschätzte, Menschen in ihrer Umgebung nicht sehen können, was die zu sehen glauben!
Hier zu unterstellen, dass bewusst Fake News verbreitet werden, würde bedeuten, dass all diese Leute die diesen Verschwörungsmythen aufsitzen, absichtsvoll handeln.
Und das nehme ich so nicht wahr.

Wirklichkeitskonstruktion von Menschen ist immer hoch individuell und faszinierend und hochkomplex. Und der schmalen Grad, den wir da Normalität nennen und um den herum wir unsere Wirklichkeit zu konstituieren versuchen, der ist schnell verfehlt. Und der ist auch nicht objektiv.
Mir geht das auch nocht in den Kopf, wie man so vernagelt sein kann, völligen Bullshit zu seiner Wirklichkeit zu machen.
Aber völlig empathiefrei bin ich nur dann, wenn es zum paktieren mit Nazis, Antisemitismus, rechten Anleihen und/oder hartem, aggressiven Missionierungsversuchen kommt.
Dann werde ich such sehr deutlich und kompromisslos.
Beim Rest schwanke ich zwischen Mitleid, Belustigung und Fassungslosigkeit.

Auf was beziehst du deine Antwort?
Auf  Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken oder auf durchgedrehte Einzelpersonen?

Bei durchgedrehten Einzelpersonen mag deien Analyse in einigen Fällen zutreffen, in den anderen eher nicht.
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Die große Masse der Corona Skeptiker ist ja nicht mit einem geschlossenen Weltbild und gut organisiert unterwegs. Dass sich Solidarisierungseffekte ergeben und wechselseitiges Rückbeziehen auf Menschen die ähnlich Ideen zu einer Sache haben passiert (so Bubble mäßig), ist ja völlig normal. So machen wir Menschen das, um uns sicher und bestätigt zu fühlen.
Ich will nur dafür plädieren, den Leuten ne Chance zu geben sich in ihrer Vielfalt auch außerhalb dieses Themas weiterhin zeigen zu können. Diese derzeitige Zuspitzung passiert ja auf allen Seiten, da haben wir ja alle Verantwortung dafür, dass mal wieder ein flacherer Ball gespielt werden kann.
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Die große Masse der Corona Skeptiker ist ja nicht mit einem geschlossenen Weltbild und gut organisiert unterwegs. Dass sich Solidarisierungseffekte ergeben und wechselseitiges Rückbeziehen auf Menschen die ähnlich Ideen zu einer Sache haben passiert (so Bubble mäßig), ist ja völlig normal. So machen wir Menschen das, um uns sicher und bestätigt zu fühlen.
Ich will nur dafür plädieren, den Leuten ne Chance zu geben sich in ihrer Vielfalt auch außerhalb dieses Themas weiterhin zeigen zu können. Diese derzeitige Zuspitzung passiert ja auf allen Seiten, da haben wir ja alle Verantwortung dafür, dass mal wieder ein flacherer Ball gespielt werden kann.
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Dein Verständnis für diesen Teil der "Schwurbler" in Ehren, FA. Wenn da nicht die Wirkung wäre, die diese Leute auf viele unbedarfte und unbescholtene Menschen haben. Im Ergebnis ist ihr Wirken eine Sabotierung eines gemeinschaftlichen und solidarischen Entgegentretens einer Krise.

Was um so schwerer wiegt, als viele dieser Leute nicht zu den Dümmsten ihrer Spezies zählen. Was sie nicht hindert, unfassbare Behauptungen in die Welt zu setzen und ihre Umwelt zu verstören - wenn man es empathisch ausdrücken möchte.
Beispiel gefällig? Eine Frau (Name ist der Redaktion bekannt) mit Niveau, Bildung und Lebenserfahrung, allseits beliebt und geschätzt, begründete ihr plötzliches Vertreten von Corona-Schwurbler-Schwachsinn damit, dass sie schließlich auch genau wisse, dass Frau Merkel am Krebstod ihres Lebenspartners schuld sei - weil sie ihn habe sterben lassen.

Da fällt dir nur noch die Kinnlade runter und nichts, aber auch gar nichts mehr ein.
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Die große Masse der Corona Skeptiker ist ja nicht mit einem geschlossenen Weltbild und gut organisiert unterwegs. Dass sich Solidarisierungseffekte ergeben und wechselseitiges Rückbeziehen auf Menschen die ähnlich Ideen zu einer Sache haben passiert (so Bubble mäßig), ist ja völlig normal. So machen wir Menschen das, um uns sicher und bestätigt zu fühlen.
Ich will nur dafür plädieren, den Leuten ne Chance zu geben sich in ihrer Vielfalt auch außerhalb dieses Themas weiterhin zeigen zu können. Diese derzeitige Zuspitzung passiert ja auf allen Seiten, da haben wir ja alle Verantwortung dafür, dass mal wieder ein flacherer Ball gespielt werden kann.
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FrankenAdler schrieb:

Die große Masse der Corona Skeptiker ist ja nicht mit einem geschlossenen Weltbild und gut organisiert unterwegs. Dass sich Solidarisierungseffekte ergeben und wechselseitiges Rückbeziehen auf Menschen die ähnlich Ideen zu einer Sache haben passiert (so Bubble mäßig), ist ja völlig normal. So machen wir Menschen das, um uns sicher und bestätigt zu fühlen.
Ich will nur dafür plädieren, den Leuten ne Chance zu geben sich in ihrer Vielfalt auch außerhalb dieses Themas weiterhin zeigen zu können. Diese derzeitige Zuspitzung passiert ja auf allen Seiten, da haben wir ja alle Verantwortung dafür, dass mal wieder ein flacherer Ball gespielt werden kann.

Da schreibst du vieles Richtiges und ich würde mir das auch sehr wünschen, mal wieder den Ball flacher zu spielen. Aber ich bin heute abend zu platt um darauf vernünftig zu antworten. Daher hoffe ich, dass es in Ordnung ist, wenn ich dazu die nächsten Tage noch was schreibe.
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Die große Masse der Corona Skeptiker ist ja nicht mit einem geschlossenen Weltbild und gut organisiert unterwegs. Dass sich Solidarisierungseffekte ergeben und wechselseitiges Rückbeziehen auf Menschen die ähnlich Ideen zu einer Sache haben passiert (so Bubble mäßig), ist ja völlig normal. So machen wir Menschen das, um uns sicher und bestätigt zu fühlen.
Ich will nur dafür plädieren, den Leuten ne Chance zu geben sich in ihrer Vielfalt auch außerhalb dieses Themas weiterhin zeigen zu können. Diese derzeitige Zuspitzung passiert ja auf allen Seiten, da haben wir ja alle Verantwortung dafür, dass mal wieder ein flacherer Ball gespielt werden kann.
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Ich bin völlig bei dir, was das Vorverurteilen angeht aber ich gebe auch zu bedenken, dass diese Zeit eine perfekte Jagdsaison für Hütchenspieler und Rattenfänger ist, die es perfektioniert haben, die Gedanken von leichtgläubigen Menschen zu manipulieren. Ich sage nicht, dass man deren Opfer nicht wieder zurück auf den Boden der Tatsachen bekommen könnte. Allerdings befürchte ich, dass es bei vielen Fällen dafür Profis bräuchte, um die aus ihrer Traumwelt herauszuholen. Da ist es für mich bei vielen - wenn ich an die letzte Demo in Frankfurt denke, als ich die in Massen in Person getroffen habe, würde ich sogar sagen die meisten - ziemlich unvorstellbar, wie die ohne professionelle Hilfe wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden sollen.
Insofern hat Brodo schon Recht, dass die schlimmste Folge - gesellschaftlich gesehen - die Spaltung sein wird. Sieht man ja auch in den USA, wo über 80 Mio trotz allem Trump gewählt haben. Diese empfängliche Masse (war hart dafür kein anderes Wort zu benutzen) gibts halt auch bei uns, auch wenn sie derzeit gottseidank höchstens den Wählerstimmen der AfD entspricht. Aber diese Rattenfänger arbeiten höchst erfolgreich daran, es ständig mehr werden zu lassen. Deshalb würde ich jeden ermutigen, dass er versucht entgegenzuwirken, wenn jemand abdriftet aber irgendwann muss man einsehen, dass Diskussionen sinnlos sind und bitte lasst euch bloß niemals von deren Gift einlullen
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Luzbert schrieb:


Wie geht ihr mit damit um? Ich wäre dankbar, wenn ich meine Kommunikation wieder ein wenig entgiften kann.
Und keine Sorge, ich brülle meine Mitmenschen nicht ziellos an und bepöbele sie.
Zynismus, kalte Schulter und eine Priese Oberlehrer reichen aus...        


Luzbert, ich kann diese Frage sehr gut verstehen. Und wie so oft lohnt es sich vielleicht, etwas zu differenzieren. Ich finde der von dir verlinkte FR-Artikel bringt da einiges durcheinander und zeigt aber gerade dadurch einige Missverständnisse in der Kommunikation  der letzten Monate. Denn ich denke, dass eine grundsätzliche Empathie nach wie vor vorhanden ist bei Menschen mit unterschiedlichen Lebensumständen in der Pandemie. Es gibt gleichzeitig aber Menschen, die in der Pandemie etwas offenbart haben, was nicht durch Empathie abgefedert werden kann und für das ich bei mir persönlich kaum eine Chance sehe, meinen Standpunkt dazu zu entgiften. Obwohl ich es nicht toll finde, in meinen Gedanken vergiftet zu sein und ich mich extrem unwohl dabei fühle, zunehmend diese giftigen Empfindungen zu haben. Ich versuche das mal etwas aufzudröseln.

Natürlich trifft uns alle diese Pandemie in irgendeiner Form. Die einen richtig hart, andere weniger. Aber alle erleben dadurch Sachen, die scheiße sind. Und selbstverständlich bringen unterschiedliche Lebenssituationen auch völlig unterschiedliche Standpunkte und Haltungen zum Umgang mit der Pandemie mit sich. Um mal auf die Beispiele aus dem FR-Artikel einzugehen: Natürlich hat ein Familien-Vater, der ein chronisch krankes Kind hat, dessen Infektion mit dem Corona-Virus fast zwangsläufig einen schweren Verlauf zur Folge hätte, einen anderen Blickwinkel auf die Pandemie-Maßnahmen, als jemand, der sich gerade auf Kante mit einem umfänglichen Kredit den Lebenstraum eines eigenen Cafés verwirklicht hat. Und zwischen diesen Extrem-Positionen gibt es ja noch abgestufte Versionen von normalen Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkeln, die alle irgendwo ihre Berechtigung haben. Und genau dort ist Empathie angesagt. Und genau für diese unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen wird man sich nach der Pandemie auch in die Augen sehen können und zu einem Miteinander zu kommen.

Ich habe für jeden Soloselbstständigen Empathie, für alle im Messebau tätigen, für jeden/jede  der/die in Event- und Freizeitbranche  tätige ist, für Kulturschaffende, für Leute die ein Fitnessstudio betreiben, für in der Gastronomie Tätige, für Tourismus-Anbieter/innen und für alle anderen, die ich in der Aufzählung vergessen habe, deren Tätigkeit zum Erliegen kam, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können und deren materielle Existenz bedroht ist. Genauso habe ich für alle Menschen Empathie, die in prekären Verhältnissen leben, die durch die Einschränkungen noch verschärft wurden. Menschen mit seelischen und körperlichen Leiden, die durch die Pandemie schlimmer geworden sind. Familien, die nicht länger unter der Last leben können, Kindererziehung, Homeschooling und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Menschen die Angehörige verloren haben und denen keine Möglichkeit eingeräumt wurde, sich von diesen Angehörigen zu verabschieden und ihnen in den letzten Stunden beizustehen. Ich habe Empathie für Jugendliche, die ihre Abi-Party nicht feiern konnten, die ihre Konfirmation oder Jugendweihe nicht angemessen zelebrieren konnten, alle die runde Geburtstage nicht im angemessen Rahmen feiern konnten und Kinder, die in diesen Tagen ihren zweiten Geburtstag in Folge ohne Menschen feiern müssen. Ich habe auch Verständnis für Leute, die sich härtere Maßnahmen wünschen, um dadurch mittelfristig wieder zu mehr Freizeit gelangen, selbst wenn es „nur First-World-Problems“ wie Urlaub, Freizeit, Fußball, Biergarten oder Festivals sind. Mit all diesen Menschen glaube ich, ist ein Konsens, ein Zusammenleben und vielleicht sogar ein Zusammenrücken nach der Pandemie möglich.

Und natürlich habe ich auch Empathie für diejenigen, die berechtigte Kritik an der politischen Führung üben. Die sauer sind, weil in die eine oder andere Richtung nicht gehandelt wurde. Ich habe auch Empathie für die, die Pandemie nicht erfassen könne, sich daher alternative Erklärungen suchen und aus Unwissenheit oder wegen begrenzter kognitiver  Fähigkeiten Blödsinn glauben und diesen verbreiten.  

Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.

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brodo schrieb:


Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.


Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Mit Sicherheit sind viele Standpunkte der FDP kritikwürdig und man muss sie wahrlich nicht teilen. In der Gesamtheit bewegen sie sich aber noch im Rahmen dessen, was der gesellschaftliche Diskurs in einer Demokratie auszuhalten hat. Da ist der Pauschalvorwurf der Hetze und der Fake-News schlicht verfehlt.

Ich glaube auch nicht, dass man einer liberalen Partei vorwerfen kann, dass sie das Freiheitsthema politisch thematisiert. Das wäre in etwa so, wie wenn man der Linken vorwerfen würde, dass sie die soziale Frage politisch verfolgt.  

Es mag an mir liegen, aber mir ist das Verlangen nach einem Meinungskonsens stets suspekt. Selbst in einem Katastrophenfall.  


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brodo schrieb:


Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.


Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Mit Sicherheit sind viele Standpunkte der FDP kritikwürdig und man muss sie wahrlich nicht teilen. In der Gesamtheit bewegen sie sich aber noch im Rahmen dessen, was der gesellschaftliche Diskurs in einer Demokratie auszuhalten hat. Da ist der Pauschalvorwurf der Hetze und der Fake-News schlicht verfehlt.

Ich glaube auch nicht, dass man einer liberalen Partei vorwerfen kann, dass sie das Freiheitsthema politisch thematisiert. Das wäre in etwa so, wie wenn man der Linken vorwerfen würde, dass sie die soziale Frage politisch verfolgt.  

Es mag an mir liegen, aber mir ist das Verlangen nach einem Meinungskonsens stets suspekt. Selbst in einem Katastrophenfall.  


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amsterdam_stranded schrieb:

Ich glaube auch nicht, dass man einer liberalen Partei vorwerfen kann, dass sie das Freiheitsthema politisch thematisiert.

Ich habe nicht den Eindruck, dass es das ist, was man der FDP vorwirft!
Man kann einer Partei, die die Willensbildung im Sinne ihrer Grundsätze innerhalb eines politischen Diskurses während einer heftigen Krise zu beeinflussen sucht, schon vorwerfen eine äußerst fragwürdige Rolle zu spielen, wenn diese Partei größtenteils auf die Faktenlage pfeifft und zum abfischen des trüben, wenn auch nicht rechten Randes, auf fakeorientiert Polemik setzt, statt gepflegtem Diskurs.
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brodo schrieb:


Wo ich keine Empathie aufbringe und wo es mir schwer fallen wird nach der Pandemie meinen Frieden zu machen sind diejenigen, die es besser wissen könnten. Die versuchen aus der Pandemie wirtschaftliches oder politisches Kapital zu schlagen,  die bewusst Fake-News verbreiten, die bewusst politische Kampagnen fahren. Springer-Medien, FDP, AfD, #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehte Einzelpersonen, die ihre Reichweite für Hetze und Fake-News nutzen usw.


Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Mit Sicherheit sind viele Standpunkte der FDP kritikwürdig und man muss sie wahrlich nicht teilen. In der Gesamtheit bewegen sie sich aber noch im Rahmen dessen, was der gesellschaftliche Diskurs in einer Demokratie auszuhalten hat. Da ist der Pauschalvorwurf der Hetze und der Fake-News schlicht verfehlt.

Ich glaube auch nicht, dass man einer liberalen Partei vorwerfen kann, dass sie das Freiheitsthema politisch thematisiert. Das wäre in etwa so, wie wenn man der Linken vorwerfen würde, dass sie die soziale Frage politisch verfolgt.  

Es mag an mir liegen, aber mir ist das Verlangen nach einem Meinungskonsens stets suspekt. Selbst in einem Katastrophenfall.  


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amsterdam_stranded schrieb:

Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Berechtigter Einwand. Vielleicht wurde das nicht so deutlich, aber ich nehme mich in Sachen gesellschaftlicher Spaltung ausdrücklich nicht aus. Bei mir schwindet zunehmend die Bereitschaft, mich mit gewissen Leuten und deren Haltung auseinanderzusetzen. Ich neige zunehmend dazu, Leute in Schubladen zu stecken und infantile "Gut und Böse" Kategorien aufzumachen. Ich erlebe an mir selbst eine zunehmende Radikalisierung, ohne dass dies in eine bestimmte politische Richtung geht. Ich war politisch nie radikal in irgendeine Richtung, außer halt immer klar gegen Nazis. Aber auch Linke, sogenannte Linke und selbsternannte Linke gingen mir seit Jahrzehnten immer wieder  gepflegt auf den Sack. Ich spüre eine zunehmende Politikverdrossenheit in alle Richtungen. Ich erwische mich bei demokratiefeindlichen Gedanken wie "unser scheiß föderales System ist in der Pandemie auch für'n Ar sch" oder "kann da jetzt nicht mal jemand ne klare Ansage machen und wissenschaftsgeleitet bestimmte Dinge einfach durchsetzen“.

Die Erkenntnis, dass das Setzen auf Eigenverantwortung der Bevölkerung krachend gescheitert ist und gleichzeitig das Prinzip Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger/innen genauso krachend gescheitert ist, ist ziemlich ernüchternd.

Ich persönlich bin weitgehend unbeschadet durch diese Pandemie gekommen, habe die Einschränkungen nie als Belastung empfunden und habe in einigen Bereichen sogar von den Umständen profitiert, nicht materiell aber in Sachen Lebenszufriedenheit. Im Bereich meiner Haltung zu bestimmten anderen Haltungen, im Bereich des Vertrauens in unser politisches System und in meiner Bereitschaft zum Austausch und Diskurs befürchte ich dagegen schon gewisse nachhaltige Schäden. Und mir ging und geht es dabei ausdrücklich nicht um einen Meinungskonsens sondern um ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Solidarität. Und die schwindet meiner Meinung nach durch diese Pandemie. Und da die FDP in den letzten Monaten vielfach unsolidarische aufgefallen ist ("wer Angst hat, soll zuhause bleiben"), ist sie in meiner Aufzählung gelandet. Aber auch hier beziehe ich mich ausdrücklich mit ein: Meine Bereitschaft zur Solidarität ist gegenüber bestimmten Teilen der Gesellschaft auch massiv gesunken. Und das meine ich mit gesellschaftlicher Spaltung, die als Schaden aus der Pandemie bleiben wird.
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amsterdam_stranded schrieb:

Ich glaube auch nicht, dass man einer liberalen Partei vorwerfen kann, dass sie das Freiheitsthema politisch thematisiert.

Ich habe nicht den Eindruck, dass es das ist, was man der FDP vorwirft!
Man kann einer Partei, die die Willensbildung im Sinne ihrer Grundsätze innerhalb eines politischen Diskurses während einer heftigen Krise zu beeinflussen sucht, schon vorwerfen eine äußerst fragwürdige Rolle zu spielen, wenn diese Partei größtenteils auf die Faktenlage pfeifft und zum abfischen des trüben, wenn auch nicht rechten Randes, auf fakeorientiert Polemik setzt, statt gepflegtem Diskurs.
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FrankenAdler schrieb:

Ich habe nicht den Eindruck, dass es das ist, was man der FDP vorwirft!
Man kann einer Partei, die die Willensbildung im Sinne ihrer Grundsätze innerhalb eines politischen Diskurses während einer heftigen Krise zu beeinflussen sucht, schon vorwerfen eine äußerst fragwürdige Rolle zu spielen, wenn diese Partei größtenteils auf die Faktenlage pfeifft und zum abfischen des trüben, wenn auch nicht rechten Randes, auf fakeorientiert Polemik setzt, statt gepflegtem Diskurs.


Beispielsweise hier ist deutlich erkennbar, dass die FDP auf einen gepflegtem Diskurs setzt:

https://m.youtube.com/watch?v=RBUkCxqIk_E

Fakeorientierten Polemik ist das m.E. nicht.
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amsterdam_stranded schrieb:

Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Berechtigter Einwand. Vielleicht wurde das nicht so deutlich, aber ich nehme mich in Sachen gesellschaftlicher Spaltung ausdrücklich nicht aus. Bei mir schwindet zunehmend die Bereitschaft, mich mit gewissen Leuten und deren Haltung auseinanderzusetzen. Ich neige zunehmend dazu, Leute in Schubladen zu stecken und infantile "Gut und Böse" Kategorien aufzumachen. Ich erlebe an mir selbst eine zunehmende Radikalisierung, ohne dass dies in eine bestimmte politische Richtung geht. Ich war politisch nie radikal in irgendeine Richtung, außer halt immer klar gegen Nazis. Aber auch Linke, sogenannte Linke und selbsternannte Linke gingen mir seit Jahrzehnten immer wieder  gepflegt auf den Sack. Ich spüre eine zunehmende Politikverdrossenheit in alle Richtungen. Ich erwische mich bei demokratiefeindlichen Gedanken wie "unser scheiß föderales System ist in der Pandemie auch für'n Ar sch" oder "kann da jetzt nicht mal jemand ne klare Ansage machen und wissenschaftsgeleitet bestimmte Dinge einfach durchsetzen“.

Die Erkenntnis, dass das Setzen auf Eigenverantwortung der Bevölkerung krachend gescheitert ist und gleichzeitig das Prinzip Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger/innen genauso krachend gescheitert ist, ist ziemlich ernüchternd.

Ich persönlich bin weitgehend unbeschadet durch diese Pandemie gekommen, habe die Einschränkungen nie als Belastung empfunden und habe in einigen Bereichen sogar von den Umständen profitiert, nicht materiell aber in Sachen Lebenszufriedenheit. Im Bereich meiner Haltung zu bestimmten anderen Haltungen, im Bereich des Vertrauens in unser politisches System und in meiner Bereitschaft zum Austausch und Diskurs befürchte ich dagegen schon gewisse nachhaltige Schäden. Und mir ging und geht es dabei ausdrücklich nicht um einen Meinungskonsens sondern um ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Solidarität. Und die schwindet meiner Meinung nach durch diese Pandemie. Und da die FDP in den letzten Monaten vielfach unsolidarische aufgefallen ist ("wer Angst hat, soll zuhause bleiben"), ist sie in meiner Aufzählung gelandet. Aber auch hier beziehe ich mich ausdrücklich mit ein: Meine Bereitschaft zur Solidarität ist gegenüber bestimmten Teilen der Gesellschaft auch massiv gesunken. Und das meine ich mit gesellschaftlicher Spaltung, die als Schaden aus der Pandemie bleiben wird.
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Vielen Dank für eure Beiträge. Es hilft mir ja bereits zu sehen, wie ihr mit der Situation, mit Freunden, Partnern und Kollegen sowie mit Widersprüchen umgeht. Im Kern finde ich mich in vielem von dem was ihr geschrieben habt wieder, insbesondere in Brodos letztem Beitrag.
Die Fähigkeit des FrankenAdlers auch in womöglich bereits etwas weiter abgedrifteten Seelen das Gute zu sehen bewundere ich. Da muss ich an mir arbeiten und daran werde ich arbeiten.

Sarah Bosetti hat sich übrigens auch zur Spaltung der Gesellschaft und dem Diskurs geäußert.
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amsterdam_stranded schrieb:

Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Berechtigter Einwand. Vielleicht wurde das nicht so deutlich, aber ich nehme mich in Sachen gesellschaftlicher Spaltung ausdrücklich nicht aus. Bei mir schwindet zunehmend die Bereitschaft, mich mit gewissen Leuten und deren Haltung auseinanderzusetzen. Ich neige zunehmend dazu, Leute in Schubladen zu stecken und infantile "Gut und Böse" Kategorien aufzumachen. Ich erlebe an mir selbst eine zunehmende Radikalisierung, ohne dass dies in eine bestimmte politische Richtung geht. Ich war politisch nie radikal in irgendeine Richtung, außer halt immer klar gegen Nazis. Aber auch Linke, sogenannte Linke und selbsternannte Linke gingen mir seit Jahrzehnten immer wieder  gepflegt auf den Sack. Ich spüre eine zunehmende Politikverdrossenheit in alle Richtungen. Ich erwische mich bei demokratiefeindlichen Gedanken wie "unser scheiß föderales System ist in der Pandemie auch für'n Ar sch" oder "kann da jetzt nicht mal jemand ne klare Ansage machen und wissenschaftsgeleitet bestimmte Dinge einfach durchsetzen“.

Die Erkenntnis, dass das Setzen auf Eigenverantwortung der Bevölkerung krachend gescheitert ist und gleichzeitig das Prinzip Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger/innen genauso krachend gescheitert ist, ist ziemlich ernüchternd.

Ich persönlich bin weitgehend unbeschadet durch diese Pandemie gekommen, habe die Einschränkungen nie als Belastung empfunden und habe in einigen Bereichen sogar von den Umständen profitiert, nicht materiell aber in Sachen Lebenszufriedenheit. Im Bereich meiner Haltung zu bestimmten anderen Haltungen, im Bereich des Vertrauens in unser politisches System und in meiner Bereitschaft zum Austausch und Diskurs befürchte ich dagegen schon gewisse nachhaltige Schäden. Und mir ging und geht es dabei ausdrücklich nicht um einen Meinungskonsens sondern um ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Solidarität. Und die schwindet meiner Meinung nach durch diese Pandemie. Und da die FDP in den letzten Monaten vielfach unsolidarische aufgefallen ist ("wer Angst hat, soll zuhause bleiben"), ist sie in meiner Aufzählung gelandet. Aber auch hier beziehe ich mich ausdrücklich mit ein: Meine Bereitschaft zur Solidarität ist gegenüber bestimmten Teilen der Gesellschaft auch massiv gesunken. Und das meine ich mit gesellschaftlicher Spaltung, die als Schaden aus der Pandemie bleiben wird.
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Die Tatsache, dass Du Dich mit Deiner Haltung kritisch auseinander setzt, zeigt eigentlich, dass der vermutete Weg in die Radikalisierung und damit ein Teil der Spaltung zu sein, noch nicht weit fortgeschritten sein kann.

Die Einschätzung, dass die Eigenverantwortung der Bevölkerung "krachen gescheitert" ist, kann ich nicht völlig unterstützen. Klar es gibt genug Beispiele dafür, aber nach meiner Wahrnehmung auch jede Menge Verantwortung.
Die Lautstärke der Querdenker und ihre mediale Präsenz zeigt m. E. nicht die wirkliche Stärke und Verankerung in der Gesellschaft.

Diskussionen, die Auseinandersetzung, aber auch das Aushalten anderer Meinungen ist ein wichtiges Kriterium einer offenen und demokratischen Gesellschaft.
Auch wenn uns manches nicht passt, wir es für falsch halten, so ist es doch erlaubt es im Rahmen von Recht und Gesetz zu sagen. Wo das überschritten wird, und das ist bei den Querdenker oft der Fall, ist eine Toleranz am Ende.

Die Radikalinskis in der Auseinandersetzung sind nicht so stark, wie es in der Welt der (sozialen) Medien erscheint. Das gibt mir Hoffnung, dass eine Spaltung der Gesellschaft nicht eintritt. Wahl-Umfragen, unterstützten das.
Menschen, die Probleme mit (überzogenen?) Einschränkungen der persönlichen Freiheit haben, sind offensichtlich nicht bei der AfD, sondern bei der FDP gelandet.
Die Unterstützung der AfD sinkt, obwohl man glauben möchte, dass die aktuelle Situation, wie bei der Flüchtlingskrise, die Stunde der Populisten sei.



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amsterdam_stranded schrieb:

Die Tatsache, dass Du die FDP in einer Reihe mit #allesdichtmachen, Querdenken, durchgedrehten Einzelpersonen etc. stellst, ist meines Erachtens ein ganz gutes Beispiel dafür, dass man auch auf der anderen Seite aufpassen muss, die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zu vertiefen.

Berechtigter Einwand. Vielleicht wurde das nicht so deutlich, aber ich nehme mich in Sachen gesellschaftlicher Spaltung ausdrücklich nicht aus. Bei mir schwindet zunehmend die Bereitschaft, mich mit gewissen Leuten und deren Haltung auseinanderzusetzen. Ich neige zunehmend dazu, Leute in Schubladen zu stecken und infantile "Gut und Böse" Kategorien aufzumachen. Ich erlebe an mir selbst eine zunehmende Radikalisierung, ohne dass dies in eine bestimmte politische Richtung geht. Ich war politisch nie radikal in irgendeine Richtung, außer halt immer klar gegen Nazis. Aber auch Linke, sogenannte Linke und selbsternannte Linke gingen mir seit Jahrzehnten immer wieder  gepflegt auf den Sack. Ich spüre eine zunehmende Politikverdrossenheit in alle Richtungen. Ich erwische mich bei demokratiefeindlichen Gedanken wie "unser scheiß föderales System ist in der Pandemie auch für'n Ar sch" oder "kann da jetzt nicht mal jemand ne klare Ansage machen und wissenschaftsgeleitet bestimmte Dinge einfach durchsetzen“.

Die Erkenntnis, dass das Setzen auf Eigenverantwortung der Bevölkerung krachend gescheitert ist und gleichzeitig das Prinzip Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger/innen genauso krachend gescheitert ist, ist ziemlich ernüchternd.

Ich persönlich bin weitgehend unbeschadet durch diese Pandemie gekommen, habe die Einschränkungen nie als Belastung empfunden und habe in einigen Bereichen sogar von den Umständen profitiert, nicht materiell aber in Sachen Lebenszufriedenheit. Im Bereich meiner Haltung zu bestimmten anderen Haltungen, im Bereich des Vertrauens in unser politisches System und in meiner Bereitschaft zum Austausch und Diskurs befürchte ich dagegen schon gewisse nachhaltige Schäden. Und mir ging und geht es dabei ausdrücklich nicht um einen Meinungskonsens sondern um ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Solidarität. Und die schwindet meiner Meinung nach durch diese Pandemie. Und da die FDP in den letzten Monaten vielfach unsolidarische aufgefallen ist ("wer Angst hat, soll zuhause bleiben"), ist sie in meiner Aufzählung gelandet. Aber auch hier beziehe ich mich ausdrücklich mit ein: Meine Bereitschaft zur Solidarität ist gegenüber bestimmten Teilen der Gesellschaft auch massiv gesunken. Und das meine ich mit gesellschaftlicher Spaltung, die als Schaden aus der Pandemie bleiben wird.
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brodo schrieb:

Ich neige zunehmend dazu, Leute in Schubladen zu stecken und infantile "Gut und Böse" Kategorien aufzumachen.


Genau das ist es, was ich schon seit Jahren hier auch immer wieder betone und wovor ich warne und viele es nicht sehen wollen (Gut, dass Du das selbst noch erkennst, dann ist es noch nicht so schlimm). Die Rechten und andere andere Deppen haben polarisiert ohne Ende, Leute in Schubladen gesteckt usw. und die Menschen, die jahrelang das angeprangert haben, neigen jetzt immer mehr dazu, diese Art aus reiner Frustration und Wut zu übernehmen.
Die wollen das genau so und immer mehr tappen in die Falle, Feuer ausschließlich mit Feuer zu bekämpfen. Es braucht eben auch mal Wasser.
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Das Thema, dass Politiker, die für das Bundesnotbremsegesetz stimmten, auf Todeslisten stehen, ist heute ja schwer präsent.

Abgesehen davon, dass es seit Monaten Todeslisten und -drohungen gibt (fragt mal Lauterbach):
BILD, AfD und zuletzt auch die allenichtganzdicht Idioten haben alle daran gearbeitet, ein Klima zu schaffen, dass sich Leerdenkern ermächtigt fühlen, so etwas zu tun.

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Liefers will sich eine Intensivstation anschauen, schön, hätte er ggf. mal früher machen sollen.

https://www.n-tv.de/der_tag/Der-Tag-am-Mittwoch-28-April-2021-article22518671.html
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Liefers will sich eine Intensivstation anschauen, schön, hätte er ggf. mal früher machen sollen.

https://www.n-tv.de/der_tag/Der-Tag-am-Mittwoch-28-April-2021-article22518671.html
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Wenn er bezwecken wollte, dass nun über jeden seiner Fürze berichtet wird, dann war die Aktion ja doch ein Erfolg. Der Vollar***.

[Muss ich editieren, Grüße Werner]


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