WM-Ausschreitungen... - Wasserstandsmeldungen bitte hier hinein!

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@miep
Lass bitte Deine schlechte Laune jetzt nicht an mir aus, ja?

Was mich an dem Artikel stört, ist dass von Fremdenfeindlichkeit und Gastfreundschaft geschrieben wird, der Vorfall aber mit beidem nicht das Geringste zu tun hat.
[ulist]
  • Da es nämlich einen Deutschen getroffen hat, ist das Wort fremdenfeindlich überhaupt zu erwähnen, schlicht eine Frechheit.
  • Da die Thüringer in München Gäste waren, der Journalist hingegen nicht , ist es auch kein Fall von schlechter Gastfreundschaft.
  • Außerdem ist die tendenzielle Verallgemeinerung von Glatze, ostdeutschen Akzent und rechter Gesinnung zu verabscheuen.
  • [/ulist]

    Davon, dass etwas erfunden ist, schreibe ich kein Wort. Lediglich dass er es nicht beweisen kann. Was in Zusammenhang mit der Tatsache dass der Artikel versucht von Anfang bis Ende eine Atmosphäre von Fremdenfeindlichkeit zu schaffen wo keine ist, einfach ein ungutes Gefühl zurücklässt.

    Uns was die Fahne angeht, meinte ich, dass ihre Farben nichts  mit dem Ergebnis zu tun haben. Wer ohne Not partout mit einem betrunkenen(?) Mob(?) diskutieren möchte, bleibt im Normalfall auf der Strecke. Der Gute durfte allein wegen seines Mundwerks rennen (Wo ich das Jagen zum Funsport verniedliche ist mir ein Rätsel). Lies noch mal genau: Sie haben ihn nicht beschimpft, wegen seiner vermeintlichen Nationalität angepöbelt und auch sonst nichts rechtes von sich gegeben...

    Soll ich mich jetzt auch hier hinstellen und rumheulen, weil ich mal von Lauterern aufs Maul gekriegt habe, und sagen, weill ich ja eine polnische Uroma habe, der Angriff sei fremdenfeindlich gewesen?


    Für mich ist das ein Artikel mehr gegen Fußballfans, sonst gar nichts.


    DA
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    Dortelweil-Adler schrieb:
    @miep
    Lass bitte Deine schlechte Laune jetzt nicht an mir aus, ja?

    Was mich an dem Artikel stört, ist dass von Fremdenfeindlichkeit und Gastfreundschaft geschrieben wird, der Vorfall aber mit beidem nicht das Geringste zu tun hat.
    [ulist]
  • Da es nämlich einen Deutschen getroffen hat, ist das Wort fremdenfeindlich überhaupt zu erwähnen, schlicht eine Frechheit.
  • Da die Thüringer in München Gäste waren, der Journalist hingegen nicht , ist es auch kein Fall von schlechter Gastfreundschaft.
  • Außerdem ist die tendenzielle Verallgemeinerung von Glatze, ostdeutschen Akzent und rechter Gesinnung zu verabscheuen.
  • [/ulist]

    Davon, dass etwas erfunden ist, schreibe ich kein Wort. Lediglich dass er es nicht beweisen kann. Was in Zusammenhang mit der Tatsache dass der Artikel versucht von Anfang bis Ende eine Atmosphäre von Fremdenfeindlichkeit zu schaffen wo keine ist, einfach ein ungutes Gefühl zurücklässt.

    Uns was die Fahne angeht, meinte ich, dass ihre Farben nichts  mit dem Ergebnis zu tun haben. Wer ohne Not partout mit einem betrunkenen(?) Mob(?) diskutieren möchte, bleibt im Normalfall auf der Strecke. Der Gute durfte allein wegen seines Mundwerks rennen (Wo ich das Jagen zum Funsport verniedliche ist mir ein Rätsel). Lies noch mal genau: Sie haben ihn nicht beschimpft, wegen seiner vermeintlichen Nationalität angepöbelt und auch sonst nichts rechtes von sich gegeben...

    Soll ich mich jetzt auch hier hinstellen und rumheulen, weil ich mal von Lauterern aufs Maul gekriegt habe, und sagen, weill ich ja eine polnische Uroma habe, der Angriff sei fremdenfeindlich gewesen?


    Für mich ist das ein Artikel mehr gegen Fußballfans, sonst gar nichts.


    DA


    Hmm,
    sollte ich den Artikel richtig verstanden haben, dann wurde der Autor deswegen angepöbelt, weil er zu einem Deutschlandtrikot eine Polenfahne dabei hatte. Diese Kombination passte den Jungs nicht. Und warum? Weil die Nationalfarben farblich nicht abgestimmt sind? Wohl kaum!
    Ich gehe davon aus, dass dem betrunkenen Mob es ein Dorn im Auge war, dass ein Deutscher, der sich offensichtlich dazu bekennt (Trikot) oder zumindest zu einer Sympathie zu Deutschland gleichzeitig auch mit Polen sympathisiert. Das schickt sich nicht für einen Deutschen. Katalysiert wurde das Ganze wohl noch durch die erhebliche Menge Alkohol und die angeheizte Partystimmung.

    Und das ist Fremdenfeindlichkeit (Fremdenfeindlichkeit nur darauf zu beziehen, dass jemand Schwarze nicht leiden kann ist relativ simpel. Hier geht es um eine Ablehnung von anderen Ländern also Feindlichkeit gegenüber Fremdem).

    Was das Thema Gastfreundschaft anbelangt, so ist es auch relativ eng zu sagen, es beziehe sich ausschließlich auf Gastfreundschaft einer jeweiligen Stadt innerhalb ihrer Grenzen. Mit Gastfreundschaft ist wohl gemeint, dass sich die Fans samt ihrer Mentalität und Kultur in Deutschland während der WM (sicherlich auch darüber hinaus, doch hier gehts um dei WM) willkommen fühlen ( =weltoffen) und nicht, dass sich ein Journalist gegenüber pöbelnden Fremdenfeindlichen gastfreundlich verhalten muss, da er ja der Münchner ist und sie Thüringer.
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    Dortelweil-Adler schrieb:
    Lediglich dass er es nicht beweisen kann.

    Es wäre auch nicht das  erste Mal wenn ein Journalist in dieser Richtung einfach mal was erfindet, vor allem wenn man damit Auflage machen könnte.
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    Dortelweil-Adler schrieb:
    Der Gute durfte allein wegen seines Mundwerks rennen (Wo ich das Jagen zum Funsport verniedliche ist mir ein Rätsel). Lies noch mal genau: Sie haben ihn nicht beschimpft, wegen seiner vermeintlichen Nationalität angepöbelt und auch sonst nichts rechtes von sich gegeben...
    DA

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    Autor  schrieb:
    "Was willst Du denn mit der Fahne?" Ich drehe mich zu ihm hin: "Wieso?" Er sagt: "Du kannst doch hier nicht mit der polnischen Fahne rumlaufen. Deutschland-Trikot und Polen-Fahne, das passt nicht."
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    Türlich, absolut angemessen. Ich habe keine Ahnung, was des bringen soll, hier kleine Scharmützel so darzustellen. Und was soll denn vorher nachher, was hat das mit Glaubwürdig  zu tun, ich erkenne da keine Logig.

    Mfg, HK.

    miep0202 schrieb:

    Völlig unangemessener Kommentar.

    Interessant, daß viele erst jetzt aus der Deckung kommen, nachdem bisher, zum Glück, noch nicht viel passiert ist. Vorher wäre das glaubwürdiger gewesen!
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    Welche Reaktionen würde es denn geben, wenn er mit 'nem BVB-Trikot und einer Schalke Fahne durch Hörde oder Resse gehen würde? Oder mit Eintracht-Trikot und Lauternfahne durch Sachsenhausen? Diese Aktion halte ich einfach für dumm und -ja- für provozierend. Völkerverständigung hin oder her, es gibt einfach ein bestimmte Verhaltensregeln, die man als Fan zu beachten hat. Natürlich ist die WM nicht der normale BuLi-Alltag und hat wesentlich mehr Event-Charakter (gräßliches Wort) bei der man auch mal Fünfe gerade lassen sein soll. Wenn die Tommies wieder ihr Lied über die "Ten German Bombers" anstimmen und mich als "F***ing Kraut" bezeichnen, geht mir das am Allerwertesten vorbei und es gibt höchstens einen verbalen Konter. Der nächste Engländer ist vielleicht netter und ich kann mit ihm gepflegt über Fußball reden. Die Gesellen trifft man ja auch nicht allzu oft. Dieses jetzt überall durch die gute WM-Stimmung verbreitete "wir-feiern-hier-ne-Party"-Feeling darf aber nicht vergessen machen, daß es immer noch um Fußball geht und sich dort auch -oder ganz besonders- Fans der Kategorie jenseits von A im Umfeld aufhalten. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Selbst schuld. Der Schreiberling hat kein Mitleid verdient. Höchstens für sein naives Wesen...
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    propain schrieb:

    Es wäre auch nicht das  erste Mal wenn ein Journalist in dieser Richtung einfach mal was erfindet, vor allem wenn man damit Auflage machen könnte.


    Danke, genau dieser Gedanke ging mir gleich durch den Kopf, als ich den Artikel laß.

    Immer wieder interessant, dass Geschehnisse wie z.B. um das Dresdener Mädel oder den HSV Fan in U-Haft, grundsätzlich erstmal angezweifelt, aber solche Geschreibsel von Journalisten, die sich sonst nie für Fußball interessieren und einfach nur mal wieder Klischees bedienen wollen - hier gleich mal Fußballfans und DDRler in Personalunion - ohne nachzudenken als der Wahrheit entsprechend hingenommen werden. Ich war in der Nacht von Freitag auf Samstag in München unterwegs und es herrschte friedliche ausgelassene Party-Stimmung. Egal zu welcher Nation man sich bekannte. Besoffenen und aggressiv wirkenden Fans sollte man eh aus dem Weg gehen - was jeder Stadionkenner weiß - oder, wenn man denn streitsüchtig ist, eben nicht. Aber das alles hat nichts mit einer Polenfahne zu tun...  
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    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser Vorfall so passiert ist. Ich kann es nicht beweisen, kanns mir aber vorstellen. Es gibt gibt ne Menge aggressiver und vernagelter Leute und ich würde auch nicht durch ein thüringisches oder brandenburgisches Dorf mit einer Polen-Fahne laufen. Da kann ich Wetten verlieren, wie ich es will, das mach ich nicht. Und das ich das nicht machen sollte, hab ich nicht nur aus der Zeitung.

    Frankfurt ist nicht der Rest der Republik.

    Aber wenigstens kann man es sich aussuchen, welche Fahne man trägt und welche nicht. Seine Hautfarbe kann man sich nicht aussuchen. Eine polnische Fahne ist dann provokant. Oder was?

    Wir in Frankfurt haben "Ten German Bombers" eher lustig gefunden.

    Für andere von Dorf langt eine polnische Fahne, um durchzudrehen.

    Ich glaube, eine kulturellen Unterschied zu bemerken.
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    schusch schrieb:


    Wir in Frankfurt haben "Ten German Bombers" eher lustig gefunden.


    Ich finde Lieder aus dem Krieg beim Fussball nicht lustig.
    Gerade die Engländer, die auf der ganzen Welt mitmischen wenns um Bomber geht.

    Nee sorry, das Lied ist provokant und dumm . ''ZU GAST BEI FREUNDEN''
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    Ich halte das eher für ne Art von Folklore, die SUN nimmt da drüben auch keiner ernst.

    Intelligent ist das sicher nicht. Aber muss man auch nicht zu hoch hängen.

    "U-Bahn nach Auschwitz" ist da für mich ein anderes Kaliber.
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    schusch schrieb:
    Ich halte das eher für ne Art von Folklore, die SUN nimmt da drüben auch keiner ernst.

    Intelligent ist das sicher nicht. Aber muss man auch nicht zu hoch hängen.

    "U-Bahn nach Auschwitz" ist da für mich ein anderes Kaliber.


    ich bin da auch nicht so sensibel." ten german bomber" ist für mich ungefähr das gleiche niveau wie: wie f***en hanoi in den bobbes. dumm und sinnlos. und auch ignorierenswert.

    für "u-bahn" -sänger allerdings gibt es eigentlich nur eine reaktion: einfach nur einen zwischen die milchzähne.

    aber, um mal zum thema zurück zu kommen, es sollte doch eigentlich der anspruch von allen hier sein, dass jeder mit jeder beliebigen fahne in deutschland als besucher willkommen ist. oder?

    peter
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    schusch schrieb:
    Für andere von Dorf langt eine polnische Fahne, um durchzudrehen.


    Darum geht es nicht. Es geht darum, dass wieder irgendjemand was schreibt, was gerade so schön mainstreaming ist. Hools hier, Ausländerfeindlichkeit dort. WM und die Angst vor Schlägern läßt Auflagen steigern. Wie wir als Fußballfan wissen, gibt es nunmal Situationen, die man heraufbeschwören kann, wenn man nur will. Wenn mich ein besoffener Ossi anpöbelt, dann geh ich ihm aus dem Weg oder hau ihm auf's Maul, oder die Bullen verhindern das - aber ich heule bestimmt nicht per Spiegel-Online rum...

    Schusch, ich trau mich auch nicht mit dunkler Hautfarbe in den Osten. Die habe ich auch nicht, genau so wenig wie eine Polenfahne. Trotzdem kotzt mich das an, was da drüben abgeht. Aber dieser Artikel ist billige Stimmungsmache über einen Zwischenfall, der bei fast jedem Bundesliga-Spiel irgendwo so oder so ähnlich stattfindet. Wegen solcher fundierter journalistischer Arbeit werde ich von Nicht-Fußball-Kennern grundsätzlich als asozial und gewalttätig eingestuft, wenn ich mit (Eintracht-)Trikot rumlaufe. Das kotzt mich an.
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    Rigo,

    ich glaube tatsächlich, dass der Typ sich nichts bei gedacht hat. Es ist nicht nicht wie bei uns im Block mit ner Kackers-Fahne zu stehen. Das hat er sich so nicht vorgestellt. Das WM-Publikum ist anders drauf. Es ist kein Fußball-Publikum, wie wir es sind.

    WM ist anders und da gelten für mich auch andere Regeln. Für mich zumindest. Außerdem war es ganz weit weg von nem Stadion.
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    wenn man solche sehr sachlich  recherchierten   ,beiträge liest,gruselt es einen,das die initatoren des männerballettes,nur einen grund suchen,mit ihrem ******* verhalten gegen fans auch nach der wm,eine rechtfertigung zu finden und dank der achso auf fundierten berichterstattung der"journalisten",sie wahrscheinlich auch noch finden...  

    irgendwie muss ja das sinnlose verblasen von steuergeldern gerechtfertigt werden.
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    peter schrieb:
    aber, um mal zum thema zurück zu kommen, es sollte doch eigentlich der anspruch von allen hier sein, dass jeder mit jeder beliebigen fahne in deutschland als besucher willkommen ist. oder?


    Nein, jede beliebige Fahne mit Sicherheit nicht. Aber, um zum Artikel zurück zu kommen, ich halte diesen "Selbstversuch" für übertrieben wenn nicht gar ganz für einen Fake, was bei Stern und Spiegel (TV) auch durchaus Tradition hat. Dass die vermeintlichen Übeltäter ausgerechnet einen ostdeutschen Dialekt sprachen, soll für mehr Glaubhaftigkeit sorgen. Was offenbar wunderbar funktioniert.  

    Das sowas leider grundsätzlich möglich ist, weiß ich aber auch. Dafür hat sich aber bisher nie jemand interessiert. Schon gar nicht solch ein Heini "im Selbstversuch", der in Panik und in der Dunkelheit, keinerlei Probleme damit hat die Aufschrift "Bickenriede im Eichsfeld" auf dem Rücken der Thüringer zu lesen und sich das auch noch zu merken. Nebenbei hämmert er in der selben Nacht noch das "Erlebte" in die Tastatur, damit es pünktlich am Morgen der Welt zugänglich ist. Der Platz für den Text war ja schliesslich schon längst reserviert.

    Vielleicht tue ich dem Autor wirklich unrecht, aber wie würde denn sein "Selbstversuch" im Spiegel-Online wiedergegeben werden, wenn es so gewesen wäre, wie ich beispielsweise München erlebt habe? Eben, überhaupt nicht...
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    @ Dortelweil-Adler

    Mir scheint, hier ist das eine oder andere etwas durcheinander geraten...

    1. Ich glaube nicht, das meine Reaktion auf deinen Beitrag es rechtfertigt, mir schlechte Laune und somit gleichsam niedere Beweggründe zu unterstellen. Lass das doch bitte - ich habe meine Einwände begründet!

    2.Du schreibst: "Da es nämlich einen Deutschen getroffen hat, ist das Wort fremdenfeindlich überhaupt zu erwähnen, schlicht eine Frechheit."

    Dem halte ich entgegen, daß der Schreiber in den geschilderten Szenen ja nie selbst die Iniatiative ergriffen hat - er wurde angesprochen. Demzufolge konnte niemand der Leute, die ihn ansprachen, wissen, ob er denn nun überhaupt Deutscher ist oder Pole, und falls Pole, ob er denn überhaupt Deutsch versteht. Die Art der Äusserungen sprechen für sich: "Polacke", "Die Fahne ist Scheisse", "Heute gestohlen, morgen in Polen". Ich weiß nicht, wie ich, außer handgreiflich zu werden, meine Fremdenfeindlichkeit noch besser ausdrücken könnte. Entweder lügst du dir selbst was vor, oder du stellst dich in die gleiche Ecke wie diese Leute. Ich vermag es nicht anders zu sagen. Deine Empörung einerseits und deine Verharmlosungs-Versuche andererseits sprechen Bände.

    3.Du schreibst: "Da die Thüringer in München Gäste waren, der Journalist hingegen nicht , ist es auch kein Fall von schlechter Gastfreundschaft."

    Eine witzige Argumentation. Wenn bei einem internationalen Ereignis wie der WM irgendwo in Deutschland eine Großveranstaltung stattfindet, dann ist es völlig ohne Belang, ob ich als Bürger dieses Landes selbst in einer mir fremden Stadt bin - als Bürger des Landes gehöre ich gegenüber Ausländern automatisch der Gastgeberseite an! Das sagt einem der gesunde Menschenverstand! Nach deiner Auffassung wäre es also so, daß wenn ich von einem Ausländer bei einer solchen Veranstaltung wegen irgend etwas befragt würde, ich mich hinstellen und sagen kann: tut mir leid, ich helfe dir nicht, denn das geht mich alles garnichts an. Lächerlich. Der Journalist hingegen wurde durch seine Polen-Fahne jedoch grundsätzlich von mehreren Personen unabhängig voneinander als potentieller Ausländer betrachtet und entsprechend des Charakters dieser Leute und der von ihnen angenommenen (physischen) Überlegenheit angepöbelt. Hanebüchen, wie du diese Dinge auf den Kopf stellst.

    3. Du schreibst: "Außerdem ist die tendenzielle Verallgemeinerung von Glatze, ostdeutschen Akzent und rechter Gesinnung zu verabscheuen."

    Dem stimme ich grundsätzlich zu. Wer jedoch den Artikel genau durchliest, wird feststellen, daß der Autor diese Verallgemeinerung an keiner Stelle vornimmt. Er beschreibt lediglich die Personen, die ihn bedrängten. Dagegen ist nicht das Geringste einzuwenden. Die Verallgemeinerung, die du hier anprangerst, nimmst du selbst vor. Interessant, wie ich finde.

    4. Du schreibst: "Davon, dass etwas erfunden ist, schreibe ich kein Wort. Lediglich dass er es nicht beweisen kann. Was in Zusammenhang mit der Tatsache dass der Artikel versucht von Anfang bis Ende eine Atmosphäre von Fremdenfeindlichkeit zu schaffen wo keine ist, einfach ein ungutes Gefühl zurücklässt."

    Ich entnehme dem Artikel zunächst mal lediglich, daß er den beiden Polizisten vor Ort nichts beweisen konnte. Das schließt jedoch nicht aus, das er den Bericht insgesamt nicht glaubhaft machen kann. Der Mann erzählt seine persönlichen Erlebnisse an diesem Nachmittag. Wenn diese Dinge sich nun so zugetragen haben, warum sollte er dann etwas weglassen oder noch Dinge wie etwa das schöne Wetter mit hineinschreiben, damit sich alles etwas netter liest?

    5. Du schreibst: " Uns was die Fahne angeht, meinte ich, dass ihre Farben nichts mit dem Ergebnis zu tun haben."

    Reden wir womöglich von 2 völlig verschiedenen Reportagen? Du versuchst also zu sagen, daß der Mann sicher auch ohne die Polen-Fahne in der beschriebenen Weise angegangen wäre?

    6. Du schreibst: "Wer ohne Not partout mit einem betrunkenen(?) Mob(?) diskutieren möchte, bleibt im Normalfall auf der Strecke. Der Gute durfte allein wegen seines Mundwerks rennen (Wo ich das Jagen zum Funsport verniedliche ist mir ein Rätsel)."

    Was du hier versuchst, den Leuten zu verkaufen, passt kaum noch auf die berühmte Kuhhaut. In dem Bericht war zwar auch von einem Betrunkenen die Rede - das betraf jedoch eine ganz andere Person als jene, um die es hier hauptsächlich geht. Die Vorgänge und Handelnden werden recht gut beschrieben - und es ist mit keinem Wort erwähnt, daß die "Hauptakteure" alkoholisiert gewesen wären. Das ist eine reine Mutmaßung von deiner Seite, die keinerlei plausiblen Hintergrund hat. Selbst wenn sie betrunken gewesen wären: was würde das ändern? Etwa verminderte Schuldfähigkeit? Wie ich diese Argumentation liebe...Man saufe sich voll, und schon ist man jede Verantwortung los...Im übrigen wäre der Reporter in einer recht beklagenswerten Verfassung, wenn es ihm nicht gelänge, 2 Betrunkenen davon zu laufen.
    Genauso absurd ist die Darstellung, er habe ohne Not diskutiert. Er wurde schließlich fest gehalten und zur Rede gestellt, was heisst da "ohne Not diskutiert"??? Soll er sich taubstumm stellen oder noch besser gleich seinerseits anfangen gewalttätig zu werden?
    Im übrigen stelle ich fest, das das, was er dem Bericht gemäß gesagt hat in keiner Weise deine Darstellung rechtfertigt, er habe ein "Mundwerk" gehabt. Bereits das zweite Mal, das du hier die Dinge hemmungslos auf den Kopf stellst.
    Aufgrund deiner sarkastisch-verniedlichenden Formulierung, sie haben ihn "ein bißchen gejagt", erlaube ich mir sehr wohl meinen Vergleich mit einer Funsportart und halte das auch ausdrücklich aufrecht.

    7. Du schreibst: "Lies noch mal genau: Sie haben ihn nicht beschimpft, wegen seiner vermeintlichen Nationalität angepöbelt und auch sonst nichts rechtes von sich gegeben..."

    Ich würde dir und jedem, den es interessiert, in der Tat empfehlen, noch einmal genau zu lesen, was gesagt, und noch viel mehr, getan wurde, als da wäre: "Du kannst doch hier nicht mit der polnischen Fahne rumlaufen. Deutschland-Trikot und Polen-Fahne, das passt nicht."

    Niemand hat das Recht, sich anzumassen, in einem öffentlichen Raum Leute in dieser Weise anzusprechen und dabei noch festzuhalten. Das sind in der Tat 3.Reich-Anwandlungen und für sich alleine bereits juristisch relevant. Informiere dich mal! Was heisst denn im übrigen: "...nicht angepöbelt?" Was anderes soll denn die Bemerkung :"Das passt nicht" heissen? Gegen das deutsche Trikot kann es wohl kaum gerichtet gewesen sein! Letztendlich wurde aber auch an seinem Trikot gerissen und die Fahne zerbrochen, aber du stellst dich ernsthaft hier hin und versuchst, die Androhung von Prügel, würgen, das Drücken der Hand ins Gesicht sowie die Beschädigung von Trikot und Fahne mit dem Hinweis schön zu reden, man habe ja "nichts Rechtes" von sich gegeben. Damit und mit der Naivität des Reporters ist dann alles entschuldigt, ja?

    Dein Hinweis auf irgendwelche persönlichen Vorkomnisse mit Lauterern ist völlig irrelevant und besagt garnichts.

    Deine Gesamteinschätzung dieser Reportage teile ich in keinster Weise. Ich betrachte sie vielmehr als einen Hinweis darauf, das in unserem Land durchaus eine unterschwellige, latent rechte Gesinnung existiert - auch ohne das die betreffenden Leute NPD-Mitglieder sein müssen, an Aufmärschen teilnehmen oder Ähnliches. Das ist bei weitem nicht Neues - warum sollte sich das ausgerechnet jetzt zur WM ändern? Diese Gesinnung betrifft sicher alle gesellschaftlichen Gruppierungen - und somit auch Fußballfans.
    Diese Einstellung kommt bei passender Gelegenheit zum Vorschein. Sei es nun bei Wahlen, Stammtischgesprächen zu bestimmten Themen oder wie beschrieben.

    Ich möchte abschliessend ausdrücklich festhalten, daß es mir schon garnicht mehr darum geht, ob die beschriebenen Vorkomnisse wahr sind. Sind könnten allerdings sehr wohl wahr sein - niemand kann das von der Hand weisen. Es hätte für den Reporter auch noch deutlich schlimmer kommen können.

    Was ich bezeichnend finde, ist die erschreckende Art und Weise, wie hier dem Ungeist der beschriebenen Leute die Stange gehalten wird.

    Vergleiche mit einer etwaigen Dortmund-Schalke oder Eintracht-Offenbach-Problematik sind übrigens nach meiner Meinung nicht annähernd aufrecht zu erhalten, denn sie schließen die Problematik der Fremdenfeindlichkeit komplett aus. Ganz abgesehen davon, das grundsätzlich niemand das Recht hätte, solche Leute anzugreifen.

    Ich bin so offen und gestehe ein, daß ich womöglich in einer solchen Situation auch eine Bemerkung fallen lassen würde. Aber dann muß Schluß sein.

    DA, ich bin, auch im Interesse aller hier, auf deine weiteren Ausführungen sehr gespannt. Meine rein persönliche Einschätzung zu deiner Haltung steht nach deinen mehrfach höchst merkwürdigen Erklärungen jedoch fest.
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    @Klaus

    Du weisst schon das gerade Fussball läuft? Wie lange hast du daran gesessen?
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    @ Knueller


    Nein, es geht tatsächlich einmal nicht um Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus, aber dafür um "Vaterlandsverrat" in den Augen der braunen thüringer Schläger, die das deutsche Trikot durch die polnische Fahne geschändet sahen oder auch sehen wollten.

    Und seit wann bringen Berichte über solche Übergriffe hohe Auflage. Und seit wann sind solche Berichte, mag die Story auch provoziert sein, wie der Autor offen zugibt (was den Vorgang auch als glaubwürdig erscheinen läßt) , mainstreamig ? Der Mainstream in Deutschland möchte davon nichts wissen und
    seine WM feiern. Er will seine Tittytainment und seine Konsumfeier. Das, und nicht ein, wenn auch provoziertes, Erlebnis mit thüringer Nazischlägern ist der Mainstream, der Auflage bringt. Die Unterstellungen von Rigobert G liegen neben der Sache. Sie sind im Ergebnis eben die Verteidigungshaltung des Mainstreams. Vielleicht liegen die englischen Fans mit ihrer Erinnerung an die Ten German Bombers doch nicht so falsch ...
    #
    Pedrogranata schrieb:
    Vielleicht liegen die englischen Fans mit ihrer Erinnerung an die Ten German Bombers doch nicht so falsch ...


    Vielleicht übertreibst du auch ein bisschen.  Ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten das es in jedem Land Deppen gibt.  Was meinst du was ich mir in Polen schon alles anhören konnte als Deutscher mit Polnischer Frau.

    Oder als Deutscher in Frankreich,England,Holland........
    #
    Pedro, jetzt vergallopierst Du Dich (mal wieder)...


    Lass und mal das für alle mal zur Güte sagen: Frankfurt hat sich von seiner besten Seite gezeigt. So wie Lissabon vor zwei Jahren. Ich mag diese Stadt.


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