Braune Kurven

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Und was habe ich diese Stimme von diesem DFB-Stadionsprecher noch im Ohr:

"Bitte denken Sie auch an die vielen Familien mit Kindern im Stadion"

Bei jeder einzelnen Pyro-Fackel im DFB-Pokalendspiel.

Ein kluger Ex-Spieler von Eintracht Frankfurt sagte mal:

«Wir kämpfen mehr gegen Pyrotechnik als gegen Rassismus»

Leider hatte er recht. Freu dich DFB!
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Brodowin schrieb:

Und was habe ich diese Stimme von diesem DFB-Stadionsprecher noch im Ohr:

"Bitte denken Sie auch an die vielen Familien mit Kindern im Stadion"

Bei jeder einzelnen Pyro-Fackel im DFB-Pokalendspiel.

Ein kluger Ex-Spieler von Eintracht Frankfurt sagte mal:

«Wir kämpfen mehr gegen Pyrotechnik als gegen Rassismus»

Leider hatte er recht. Freu dich DFB!

NOFV, DFB, UEFA, FIFA...der Fisch stinkt von beiden Seiten
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Och nicht das ich müde bin, keine Sorge! Die Geschichte flackerte hier schon am Mittwochabend auf! Es ist mittlerweile Alltag in Wolfsburg, in Sachsen, in Deutschland? Nein letztlich weltweit sind Rassisten bzw Rechtspopulisten aktiv und bestens vernetzt!

André Voigt klick schrubb danach.
Kurze Info: Nachdem mich die ersten Mails erreicht haben, die meine Tochter mit dem Begriff "Vergewaltigung" in Verbindung gebracht haben. Habe ich die Nachrichten hier erst mal deaktiviert.
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Ffm60ziger schrieb:

letztlich weltweit sind Rassisten bzw Rechtspopulisten aktiv und bestens vernetzt!


Und da bist du jetzt, in zeiten des Internets, von ganz alleine drauf gekommen?
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Ffm60ziger schrieb:

letztlich weltweit sind Rassisten bzw Rechtspopulisten aktiv und bestens vernetzt!


Und da bist du jetzt, in zeiten des Internets, von ganz alleine drauf gekommen?
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vonNachtmahr1982 schrieb:

Ffm60ziger schrieb:

letztlich weltweit sind Rassisten bzw Rechtspopulisten aktiv und bestens vernetzt!


Und da bist du jetzt, in zeiten des Internets, von ganz alleine drauf gekommen?

...ganz im Ernst ist dir das nicht peinlich? Und wenn du wirklich etwas über meine Historie oder Aktivität, bezüglich Nazis aller Art wissen möchtest, dann frag mich doch bitte persönlich.


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vonNachtmahr1982 schrieb:

Ffm60ziger schrieb:

letztlich weltweit sind Rassisten bzw Rechtspopulisten aktiv und bestens vernetzt!


Und da bist du jetzt, in zeiten des Internets, von ganz alleine drauf gekommen?

...ganz im Ernst ist dir das nicht peinlich? Und wenn du wirklich etwas über meine Historie oder Aktivität, bezüglich Nazis aller Art wissen möchtest, dann frag mich doch bitte persönlich.


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Ffm60ziger schrieb:

dann frag mich doch bitte persönlich.


Danke, kein bedarf. Ist schon so schwierig genug zu verstehen was du einem mitteilen willst. Ich finde es aber immer noch erstaunlich das man drauf hin weist das Rechtsradikalen im Jahr 2019 besten vernetzt sind. Genauso wie sämtliche anderen politischen und wirtschaftlichen Strömungen...
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Fassen wir also die Ereignisse aus Chemnitz vom Wochenende zusammen:

Mit dem Chemnitzer FC und Budissa Bautzen trafen am Wochenende zwei Mannschaften aus Städten aufeinander, die in letzter Zeit - sagen wir - nicht gerade für ihre Weltoffenheit und Freundlichkeit gegenüber Fremden in den Schlagzeilen waren. Oder um es offener zu sagen: Städte, in denen große Teile der Bevölkerung von einer diffusen Angst vor allem Fremden getrieben werden, welche sich über massive Fremdenfeindlichkeit bis hin zu offen vorgetragenem Rassismus äußert. Aber das sollte ja bekannt sein. Genau so wie die Tatsache, dass vor zwei Wochen an genau dieser Spielstädte einem toten Nazi, Hooligan und Rassisten feierlich ein großes, von CFC-Seite mitgetragenes und durch die Fanszene zelebriertes, Gedenken gewidmet wurde. So weit so gut. Der CFC sah sich ob der bundesweiten medialen Aufmerksamkeit natürlich zum Handeln gezwungen.

Und er veranstaltete einen beispiellosen Eiertanz, der an Peinlichkeit schwer zu überbieten war und bei dem es Bauernopfer zu beklagen gab. Wie z.B. den Stadionsprecher, der dem toten Nazi huldigte und einen Gedenktext verlas. U.a. diese Entlassung des Stadionsprechers und andere vom Verein durch den öffentlichen Druck ergriffene Maßnahmen führte zu einer großen Protestaktion der Chemnitzer Ultras bzw. der gesamten Südkurve, die in den ersten Minuten des Spiels vor der Kurve verharrten und erst zur 13. Spielminute nach dem Motto "12 Minuten für den 12. Mann" (gemeint war vermutlich in Wirklichkeit: "12 Minuten für den rassistischen 12. Mann") in den Block kamen.

Nun hatte sich der CFC natürlich vor dem Spiel nicht lumpen lassen. Schließlich galt es ein Bild zu kitten, welches nicht zu kitten war. Immerhin ließ man die beiden Mannschaften vor einem Plakat posieren, auf dem stand: "Gemeinsam für demokratische Grundwerte und Fairplay". Ist ja logisch: Wenn man einem toten Nazi vor zwei Wochen so eine offizielle Aufmachung bietet, dann kann man sich schon mal mit so einem Plakat hinstellen, zwei Wochen später.  

Und ebenso logisch, dass ein derartiger  Eiertanz nicht so einfach zu bewältigen ist. Es gilt schließlich die Herkules-Aufgabe zu bewältigen, die aufmerksame Öffentlichkeit (die das mit den demokratischen Grundwerten und dem Anti-Rassismus vielleicht wirklich noch ein bisschen ernst nimmt) zufriedenzustellen und gleichzeitig die durch und durch braune Fan-Basis nicht weiter zu provozieren. Am Ende müsste man als Verein vielleicht sogar eingestehen, dass man jahrelang die Augen mindestens verschlossen hat, wenn nicht sogar (und das erscheint um einiges wahrscheinlicher) offen mit eben diesem in der Kurve vorherrschenden Gedankengut sympathisiert zu haben.  Wie sonst ist zu erklären, dass  der amtierende Geschäftsführer (und Ex-Eintrachtler) Thomas Sobotzik im Stadionheft erklärt, dass man jede Meinung und deren freie Äußerung akzeptiere? Und wie gut, dass Sobotzik auch gleich darauf verweist, dass sich der CFC "von jedem extremistischen Gedankengut" distanziere. Ist doch klar!  Nicht dass diese Woche die Nazis, nächste Woche die Salafisten, übernächste Woche die Linksextremisten und in der folgenden Woche die radikalen Impfgegner in der Chemnitzer Kurve ärger machen. Wäre ja alles denkbar, oder?  

Aber man ist gut vorbereitet in Chemnitz. Zur Sicherheit hat man nämlich T-Shirts mit der Aufschrift „Toleranz, Weltoffenheit, Fairness“ bedrucken und in großer Zahl im Stadion verteilen lassen. Man will ja schließlich die lästige Berichterstattung irgendwie beruhigen. Und da kann der CFC schließlich nix für, wenn außer der Mannschaft beim Warmlaufen kaum einer das Ding im Stadion überzieht und die T-Shirts in großer Zahl von den Chemnitzer Stadionbesuchern auf das Spielfeld geworfen werden. Vielleicht hat das Shirt auch einfach von der Größe her nicht gepasst. Oder was meint Ihr?

Dass ausgerechnet Daniel Frahn das entscheidende Siegtor gegen Bautzen erzielt, rundet das  Bild natürlich ab und ist doch nur eine Randnotiz. Jener Spieler also, der vor zwei Wochen sein Tor feierte, in dem er ein T-Shirt in die Luft hielt, auf dem Nazi-Propaganda zu lesen war. Und jener Spieler wird quasi folgerichtig von der Chemnitzer Kurve nach dem Spiel überschwänglich als "Fußball-Gott" gefeiert.

Das alles ist zugegebenermaßen nicht wirklich überraschend und es bleibt nichts weiter zu hoffen, als dass der CFC an seiner braunen Soße erstickt und sich davon nie wieder erholt.

Wenn sich aber nach dem Spiel und nach all diesen Vorkommnissen, der im Stadion anwesende DFB- Vizepräsident Rainer Koch (der zuvor ein klares Bekenntnis vom CFC gegen Rassismus forderte) dann auch noch  hinstellt und sagt dass seinem Wunsch entsprochen worden wäre („Eine klare Mehrheit der Fans hat diese Position bezogen"), dann ist das durchaus mal beachtenswert. Und mehr schreibe ich dazu jetzt nicht, sonst würde das haarscharf an der Netiquette vorbei schrammen.  
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All die vielen Einzelfälle bei 11 Freunde hier

Der DFB tut rassistische Vorfälle gerne als »Einzelfälle« ab. Die Strategie dahinter: Wenn niemand drüber redet, wird das Problem nicht groß. Er bewirkt damit aber genau das Gegenteil.


Es ist wie Cholera im Wasser, man muss es auskochen! Es braucht daher umso mehr die Arbeit von Allen, von der frühen Schulsozialarbeit usw. bis in die Erwachsenenbildung!
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All die vielen Einzelfälle bei 11 Freunde hier

Der DFB tut rassistische Vorfälle gerne als »Einzelfälle« ab. Die Strategie dahinter: Wenn niemand drüber redet, wird das Problem nicht groß. Er bewirkt damit aber genau das Gegenteil.


Es ist wie Cholera im Wasser, man muss es auskochen! Es braucht daher umso mehr die Arbeit von Allen, von der frühen Schulsozialarbeit usw. bis in die Erwachsenenbildung!
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Die Gestalten vom DFB waren schon immer Heuchler. Die glauben wenn man alle paar Jahre eine rote Karte gegen Rassismus hoch hält hätten sie genug getan. Bei Pyro spielen sie sich wöchentlich auf, das Thema Rassismus wird regelmäsig klein gehalten.
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So viele Einzelfälle in Chemnitz, Cottbus, Aachen, Düsseldorf, Duisburg, München (blau) usw.

Wobei Chemnitz wohl alles bisher toppt.
Danke für die Chronik.
Dass Koch das "tolle" Engagement der Bürger, Fans und des CFC lobt, zeigt, was für ein fertiger Typ das ist.
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So viele Einzelfälle in Chemnitz, Cottbus, Aachen, Düsseldorf, Duisburg, München (blau) usw.

Wobei Chemnitz wohl alles bisher toppt.
Danke für die Chronik.
Dass Koch das "tolle" Engagement der Bürger, Fans und des CFC lobt, zeigt, was für ein fertiger Typ das ist.
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reggaetyp schrieb:

Wobei Chemnitz wohl alles bisher toppt.


Weil dort halt der Widerstand wohl schon ziemlich gebrochen worden ist und sich die rechten Strukturen bis tief in den Verein verzahnt haben. Das kann man den anderen genannten Vereinen immerhin (noch) nicht so vorwerfen.

Mir tun beim CFC die leid, die wirklich sich gegen diese Nazi-Gestalten stellen und letztlich doch allein gelassen werden. Vermutlich sind aber zu viele mittlerweile in entsprechenden Positionen, so dass eine Selbstreinigung kaum noch möglich ist.
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https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2019/03/29/rechtsruck-in-der-nordkurve_28221

es ist beängstigend, wie sich rechte gruppierungen nach und nach ausbreiten. und am ende heisst es wieder "politik hat im Fussball nichts verloren" oder "links ist genauso schlimm wie rechts"... zum kotzen.
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https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2019/03/29/rechtsruck-in-der-nordkurve_28221

es ist beängstigend, wie sich rechte gruppierungen nach und nach ausbreiten. und am ende heisst es wieder "politik hat im Fussball nichts verloren" oder "links ist genauso schlimm wie rechts"... zum kotzen.
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hellvetican schrieb:

https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2019/03/29/rechtsruck-in-der-nordkurve_28221

es ist beängstigend, wie sich rechte gruppierungen nach und nach ausbreiten. und am ende heisst es wieder "politik hat im Fussball nichts verloren" oder "links ist genauso schlimm wie rechts"... zum kotzen.

Dank dir. Auch gute Kommentare dazu! Wird sich nur schwer aufhalten lassen, der Rechtsruck bzw. das er immer mehr zu Tage tritt, also noch deutlicher wird!
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Ich zu meinem Teil denke auch das vieles davon schon immer da war. Nur hat es keiner gesagt und wenn dann nur im stillen Kämmerlein unter Gleichgesinnten. Aber in Zeiten von AFD, "das muss man auch mal sagen dürfen" und steigender Unzufriedenheit anhand von unbegründeten (und erfundenen) Fakten sprechen jetzt viele direkter aus was sie schon immer gedacht haben.
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https://www.youtube.com/watch?v=C3gNi9oU1iU
Ein MDR Exakt Bericht über den Verstorbenen, hatte ich die Woche gesehen, leider vergessen es bei YT zu suchen und es hier direkt einzustellen. Vielleicht für ein paar Interessant.

https://www.youtube.com/watch?v=AEOFj6XUa6o
Und noch ein Sport im Osten Bericht über den Fall.

Dann noch was anderes.
Sportbuzzer
https://www.sportbuzzer.de/artikel/skandal-leutzsch-bsg-chemie-leipzig-bernburg-antisemitismus-davidstern-hass/
Bernburgs Torhüter postet antisemitische Fotomontage mit Chemie-Spieler Karau
Ein antisemitischer Post bei Instagram sorgt nach Spiel von Askania Bernburg bei der BSG Chemie für Aufregung. Gästetorhüter Giovanni Datemasch zeigt darin Chemie-Kapitän Stefan Karau mit einem Davidstern auf dem Arm.

Wenn er sich wirklich dumm angestellt hat, sollte er sich vielleicht zum Beispiel mit dem Spieler Karau öffentlich zeigen.
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Mainhattener schrieb:

https://www.youtube.com/watch?v=C3gNi9oU1iU
Ein MDR Exakt Bericht über den Verstorbenen, hatte ich die Woche gesehen, leider vergessen es bei YT zu suchen und es hier direkt einzustellen. Vielleicht für ein paar Interessant.

https://www.youtube.com/watch?v=AEOFj6XUa6o
Und noch ein Sport im Osten Bericht über den Fall.

Dann noch was anderes.
Sportbuzzer
https://www.sportbuzzer.de/artikel/skandal-leutzsch-bsg-chemie-leipzig-bernburg-antisemitismus-davidstern-hass/
Bernburgs Torhüter postet antisemitische Fotomontage mit Chemie-Spieler Karau
Ein antisemitischer Post bei Instagram sorgt nach Spiel von Askania Bernburg bei der BSG Chemie für Aufregung. Gästetorhüter Giovanni Datemasch zeigt darin Chemie-Kapitän Stefan Karau mit einem Davidstern auf dem Arm.

Wenn er sich wirklich dumm angestellt hat, sollte er sich vielleicht zum Beispiel mit dem Spieler Karau öffentlich zeigen.


Torwart ist entlassen worden:
https://www.mdr.de/sport/fussball_ol/antisemitische-fotomontage-bernburg-trennt-sich-von-keeper-datemasch-100.html
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Dem harten Kern der Cottbuser Szene wird wohl auf den Zahn gefühlt

https://www.bz-berlin.de/tatort/razzia-gegen-ultra-gruppierung-inferno-cottbus-99
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taz.die tageszeitung vom 15.04.2019
Tatort Südtribüne

Der Chemnitzer FC hat gerade den Aufstieg geschafft. Doch der Verein ist weniger für sportliche Leistungen als für sein lange beschwiegenes Problem mit Neonazis bekannt. In der Kurve haben Gewaltbereite ihre Stammplätze. Doch jetzt tut sich ewas. Wird das reichen?

https://www.taz.de/!5585058

Eine in meinen Augen sehr interessante Recherche, die am Beispiel von Carl-Zeiss-Jena auch einen gelungenen Gegenentwurf präsentiert.
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Fassen wir also die Ereignisse aus Chemnitz vom Wochenende zusammen:

Mit dem Chemnitzer FC und Budissa Bautzen trafen am Wochenende zwei Mannschaften aus Städten aufeinander, die in letzter Zeit - sagen wir - nicht gerade für ihre Weltoffenheit und Freundlichkeit gegenüber Fremden in den Schlagzeilen waren. Oder um es offener zu sagen: Städte, in denen große Teile der Bevölkerung von einer diffusen Angst vor allem Fremden getrieben werden, welche sich über massive Fremdenfeindlichkeit bis hin zu offen vorgetragenem Rassismus äußert. Aber das sollte ja bekannt sein. Genau so wie die Tatsache, dass vor zwei Wochen an genau dieser Spielstädte einem toten Nazi, Hooligan und Rassisten feierlich ein großes, von CFC-Seite mitgetragenes und durch die Fanszene zelebriertes, Gedenken gewidmet wurde. So weit so gut. Der CFC sah sich ob der bundesweiten medialen Aufmerksamkeit natürlich zum Handeln gezwungen.

Und er veranstaltete einen beispiellosen Eiertanz, der an Peinlichkeit schwer zu überbieten war und bei dem es Bauernopfer zu beklagen gab. Wie z.B. den Stadionsprecher, der dem toten Nazi huldigte und einen Gedenktext verlas. U.a. diese Entlassung des Stadionsprechers und andere vom Verein durch den öffentlichen Druck ergriffene Maßnahmen führte zu einer großen Protestaktion der Chemnitzer Ultras bzw. der gesamten Südkurve, die in den ersten Minuten des Spiels vor der Kurve verharrten und erst zur 13. Spielminute nach dem Motto "12 Minuten für den 12. Mann" (gemeint war vermutlich in Wirklichkeit: "12 Minuten für den rassistischen 12. Mann") in den Block kamen.

Nun hatte sich der CFC natürlich vor dem Spiel nicht lumpen lassen. Schließlich galt es ein Bild zu kitten, welches nicht zu kitten war. Immerhin ließ man die beiden Mannschaften vor einem Plakat posieren, auf dem stand: "Gemeinsam für demokratische Grundwerte und Fairplay". Ist ja logisch: Wenn man einem toten Nazi vor zwei Wochen so eine offizielle Aufmachung bietet, dann kann man sich schon mal mit so einem Plakat hinstellen, zwei Wochen später.  

Und ebenso logisch, dass ein derartiger  Eiertanz nicht so einfach zu bewältigen ist. Es gilt schließlich die Herkules-Aufgabe zu bewältigen, die aufmerksame Öffentlichkeit (die das mit den demokratischen Grundwerten und dem Anti-Rassismus vielleicht wirklich noch ein bisschen ernst nimmt) zufriedenzustellen und gleichzeitig die durch und durch braune Fan-Basis nicht weiter zu provozieren. Am Ende müsste man als Verein vielleicht sogar eingestehen, dass man jahrelang die Augen mindestens verschlossen hat, wenn nicht sogar (und das erscheint um einiges wahrscheinlicher) offen mit eben diesem in der Kurve vorherrschenden Gedankengut sympathisiert zu haben.  Wie sonst ist zu erklären, dass  der amtierende Geschäftsführer (und Ex-Eintrachtler) Thomas Sobotzik im Stadionheft erklärt, dass man jede Meinung und deren freie Äußerung akzeptiere? Und wie gut, dass Sobotzik auch gleich darauf verweist, dass sich der CFC "von jedem extremistischen Gedankengut" distanziere. Ist doch klar!  Nicht dass diese Woche die Nazis, nächste Woche die Salafisten, übernächste Woche die Linksextremisten und in der folgenden Woche die radikalen Impfgegner in der Chemnitzer Kurve ärger machen. Wäre ja alles denkbar, oder?  

Aber man ist gut vorbereitet in Chemnitz. Zur Sicherheit hat man nämlich T-Shirts mit der Aufschrift „Toleranz, Weltoffenheit, Fairness“ bedrucken und in großer Zahl im Stadion verteilen lassen. Man will ja schließlich die lästige Berichterstattung irgendwie beruhigen. Und da kann der CFC schließlich nix für, wenn außer der Mannschaft beim Warmlaufen kaum einer das Ding im Stadion überzieht und die T-Shirts in großer Zahl von den Chemnitzer Stadionbesuchern auf das Spielfeld geworfen werden. Vielleicht hat das Shirt auch einfach von der Größe her nicht gepasst. Oder was meint Ihr?

Dass ausgerechnet Daniel Frahn das entscheidende Siegtor gegen Bautzen erzielt, rundet das  Bild natürlich ab und ist doch nur eine Randnotiz. Jener Spieler also, der vor zwei Wochen sein Tor feierte, in dem er ein T-Shirt in die Luft hielt, auf dem Nazi-Propaganda zu lesen war. Und jener Spieler wird quasi folgerichtig von der Chemnitzer Kurve nach dem Spiel überschwänglich als "Fußball-Gott" gefeiert.

Das alles ist zugegebenermaßen nicht wirklich überraschend und es bleibt nichts weiter zu hoffen, als dass der CFC an seiner braunen Soße erstickt und sich davon nie wieder erholt.

Wenn sich aber nach dem Spiel und nach all diesen Vorkommnissen, der im Stadion anwesende DFB- Vizepräsident Rainer Koch (der zuvor ein klares Bekenntnis vom CFC gegen Rassismus forderte) dann auch noch  hinstellt und sagt dass seinem Wunsch entsprochen worden wäre („Eine klare Mehrheit der Fans hat diese Position bezogen"), dann ist das durchaus mal beachtenswert. Und mehr schreibe ich dazu jetzt nicht, sonst würde das haarscharf an der Netiquette vorbei schrammen.  
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Brodowin schrieb:

Dass ausgerechnet Daniel Frahn das entscheidende Siegtor gegen Bautzen erzielt, rundet das  Bild natürlich ab und ist doch nur eine Randnotiz. Jener Spieler also, der vor zwei Wochen sein Tor feierte, in dem er ein T-Shirt in die Luft hielt, auf dem Nazi-Propaganda zu lesen war. Und jener Spieler wird quasi folgerichtig von der Chemnitzer Kurve nach dem Spiel überschwänglich als "Fußball-Gott" gefeiert.

Dazu brauchte man nur  ein paar Monate...


"Der Chemnitzer FC trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Kapitän Daniel Frahn. Der Stürmer muss den Verein aufgrund seiner "offenkundig zur Schau gestellten Sympathie zu führenden Köpfen" rechter Gruppen im Fanumfeld des Klubs verlassen. "

https://www.kicker.de/754861/artikel
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Brodowin schrieb:

Dass ausgerechnet Daniel Frahn das entscheidende Siegtor gegen Bautzen erzielt, rundet das  Bild natürlich ab und ist doch nur eine Randnotiz. Jener Spieler also, der vor zwei Wochen sein Tor feierte, in dem er ein T-Shirt in die Luft hielt, auf dem Nazi-Propaganda zu lesen war. Und jener Spieler wird quasi folgerichtig von der Chemnitzer Kurve nach dem Spiel überschwänglich als "Fußball-Gott" gefeiert.

Dazu brauchte man nur  ein paar Monate...


"Der Chemnitzer FC trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Kapitän Daniel Frahn. Der Stürmer muss den Verein aufgrund seiner "offenkundig zur Schau gestellten Sympathie zu führenden Köpfen" rechter Gruppen im Fanumfeld des Klubs verlassen. "

https://www.kicker.de/754861/artikel
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Besser spät als nie und mir gefallen die klaren Worte in der Mitteilung. Ich hoffe der Nazi findet nicht mal in der Kreisklasse mehr einen neuen Verein.
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Mal eben paar Minuten im CFC Forum gewesen. Muss feststellen, dass dort die Naziquote wohl höher ist als auf einem AfD Parteitag.
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Genau, der Frahner... dieser Nazi, der seine besten Kumpels in Babelsberg hat, also den Naziverein schlechthin...

Traut sich doch einfach beim Auswärtsspiel seines Vereins, sich mit in die Kurve zu stellen.
Vielleicht mal drüber nachgedacht, dass er nicht jeden persönlich kennt?

Ich mochte den, bevor er zum CFC gekommen ist, eigentlich nie, zwecks seiner Vergangenheit zu den 03 ern und zu RB.

Wieder mal ein schönes Eigentor, Siemon GmbH!



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