Morphium
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Morphium
Nein Nein Nein
Morphium schrieb:
Nein Nein Nein
Nur 3 x Nein? Hat da etwa jemand heimlich Sympathien für Müller und will ihn bei uns sehen? HMMMMMMM?
Falsch!!!!
Ja, die USA werden kritisiert, ABER: Die Form und die Vehemenz der Kritik ist ganz anders! In den USA fliegen bei jedem Kack Superbowl die Militärjets überm Stadion und die Söldner, die andere Länder für US-Hegemonie überfallen und morden, tragen die Fahne ins Stadion - Aufschrei? Nein!
Man findet es zwar nicht ganz in Ordnung und bisschen dämlich, aber sonst? Nichts!
Insofern ist es absolut falsch und verkehrt zu sagen, dass man das bei den USA auch macht. Ja, man macht es, aber nicht in ähnlicher Form.
Ja, die USA werden kritisiert, ABER: Die Form und die Vehemenz der Kritik ist ganz anders! In den USA fliegen bei jedem Kack Superbowl die Militärjets überm Stadion und die Söldner, die andere Länder für US-Hegemonie überfallen und morden, tragen die Fahne ins Stadion - Aufschrei? Nein!
Man findet es zwar nicht ganz in Ordnung und bisschen dämlich, aber sonst? Nichts!
Insofern ist es absolut falsch und verkehrt zu sagen, dass man das bei den USA auch macht. Ja, man macht es, aber nicht in ähnlicher Form.
Morphium schrieb:
ABER: Die Form und die Vehemenz der Kritik ist ganz anders! In den USA fliegen bei jedem Kack Superbowl die Militärjets überm Stadion und die Söldner, die andere Länder für US-Hegemonie überfallen und morden, tragen die Fahne ins Stadion - Aufschrei? Nein!
Bzgl. Nationalismus und Kriegsverherrlichung nehmen sich die USA und Türkei wenig, so weit richtig. Auch richtig, dass wir das bei den USA im Grundsätzlichen eher nicht so oft ansprechen, vielleicht auch, weil es so viele zahlreiche positive Erfahrungen mit den USA in den letzten 75 Jahren gibt, dass diese in entsprechender Abwägung dann zu einer etwas blumigeren Bewertung führen.
Bei der Kritik an Kriegseinsätzen möchte ich mal daran erinnern, wie die Deutschen bei dem Irakkrieg 91, Irakkrieg 03 usw. reagiert haben.
Und zu Deinem grundsätzlichen Vergleich: Wir haben in Deutschland ca. 3 Mio Türkischstämmige Personen und die Integrationsprobleme (ausgelöst durch beide Seiten) bei einem Teil (nicht der Mehrheit!) dieser Personen sind nun schon seit Jahrzehnten Thema. Und die meisten Menschen im Westen können diese Probleme aus eigenen Erfahrungen schildern und nicht so wie manche im Osten "aus den Medien" entnehmen. Ein mir bekannter Türke schreibt mittlerweile z.B. für eine AKP-Seite, wie toll Erdogan ist und wie sch... Deutschland. Ein mir bestens bekannter Kreisligist ist fast komplett kaputt gegangen, weil die Erdogan-Anhänger ausgetreten sind. Kurzum, der Nationalismus unter Türken wird hier direkt vor Ort für alle sichtbar ausgetragen. Und mittlerweile sogar auf den Fußballplätzen.
Bei den Amerikanern passiert das halt schon mangels Personenzahl hier im Lande nicht.
Dass dann noch Vorurteile und evtl. auch rassistische Gedankengänge in die Beurteilung einspielen, streite ich nicht ab. Aber ich finde den Vergleich grundsätzlich schwierig wegen eben gewisser Unterschiede.
Klar ist, dass die Kriege der USA in Deutschland mittlerweile sehr sehr kritisch gesehen werden. An deren grundsätzlichen Militarismus und Nationalismus hat man sich vielleicht schon etwas gewöhnt.
@Vael
Nordirland ist ein besetztes Land und UK ist für mich ein Terrorstaat (Kolonialgeschichte, Umgang mit Iren, heutige Gräueltaten im nahen Osten) und da ist es mir shiceegal ob UK international anerkannt ist und z.B. in Berlin eine Botschaft hat. Merkste was? Für dich sind die PKKler Terroristen, für die anderen nicht. Alles eine Frage der Perspektive. Für Ulster- und Protestanten-Faschos aus Nordirland ist Nordirland kein besetztes Land und die IRA Terroristen usw. - Alles eine Frage der Perspektive.
Das mit UK meinte ich übrigens ernst. Hat was mit meiner Perspektive zu tun.
Nordirland ist ein besetztes Land und UK ist für mich ein Terrorstaat (Kolonialgeschichte, Umgang mit Iren, heutige Gräueltaten im nahen Osten) und da ist es mir shiceegal ob UK international anerkannt ist und z.B. in Berlin eine Botschaft hat. Merkste was? Für dich sind die PKKler Terroristen, für die anderen nicht. Alles eine Frage der Perspektive. Für Ulster- und Protestanten-Faschos aus Nordirland ist Nordirland kein besetztes Land und die IRA Terroristen usw. - Alles eine Frage der Perspektive.
Das mit UK meinte ich übrigens ernst. Hat was mit meiner Perspektive zu tun.
@bla_blub
Ich denke hier liegt ein Missverständnis vor. All die Dinge die du beschreibst und anprangerst, all die sehe ich 1zu1 wie du. Ich verteufle diese Sachen genauso, vor allem die Amerikaner verteufle ich. Das kann man auch hier im Dies&Das nachlesen, jahrelang habe ich hier eifrig mitdiskutiert und habe genau die Sachen, die du aufzählst, angeprangert.
Ich erkläre nochmal was ich mit meinem Beitrag meinte: Aus geopolitischer und machtpolitischer Sicht, aus Sicht der Wahrung der wirtschaftlichen Stärke und aus Gründen von hegemonial Bestrebungen - also von diesen Perspektiven aus betrachtet, sind gewisse Vorgehensweisen wie der Amis oder die der Türken aktuell rational erklärbar und haben nicht, wie hier z.B. naiv von einigen erklärt, mit "Adolf-Erodgans Machtfantasien" zu tun, sondern mit nüchterner Politik. Dass diese Vorgehensweisen ethisch und moralisch völlig falsch sind und entsorgt gehören, ist klar - Doch diese beschissene Welt ist wie sie ist - Und da sind wir hier im Westen kein Deut besser.
Ich versuche nicht für Verständnis für das Vorgehen der Türken zu sorgen, sondern will nur zeigen, dass das was die Türken machen, in dieser beschissenen Welt etwas völlig normales ist.
Ich denke hier liegt ein Missverständnis vor. All die Dinge die du beschreibst und anprangerst, all die sehe ich 1zu1 wie du. Ich verteufle diese Sachen genauso, vor allem die Amerikaner verteufle ich. Das kann man auch hier im Dies&Das nachlesen, jahrelang habe ich hier eifrig mitdiskutiert und habe genau die Sachen, die du aufzählst, angeprangert.
Ich erkläre nochmal was ich mit meinem Beitrag meinte: Aus geopolitischer und machtpolitischer Sicht, aus Sicht der Wahrung der wirtschaftlichen Stärke und aus Gründen von hegemonial Bestrebungen - also von diesen Perspektiven aus betrachtet, sind gewisse Vorgehensweisen wie der Amis oder die der Türken aktuell rational erklärbar und haben nicht, wie hier z.B. naiv von einigen erklärt, mit "Adolf-Erodgans Machtfantasien" zu tun, sondern mit nüchterner Politik. Dass diese Vorgehensweisen ethisch und moralisch völlig falsch sind und entsorgt gehören, ist klar - Doch diese beschissene Welt ist wie sie ist - Und da sind wir hier im Westen kein Deut besser.
Ich versuche nicht für Verständnis für das Vorgehen der Türken zu sorgen, sondern will nur zeigen, dass das was die Türken machen, in dieser beschissenen Welt etwas völlig normales ist.
Morphium schrieb:
Dies alles wurde im Zuge der Kolonialisierung vernichtet und verursachte (auch bewusst) den Aufstieg radikaler Kräfte.
Die Kolonisierung des Nahen Ostens durch den Westen war bestenfalls oberflächig. Die Vorgängerstaaten der bedeutendsten Länder Türkei, Iran und Saudi-Arabien waren nie Kolonien. Syrien und der Libanon standen eine kurze Zeit von 1922 bis 1943 als Völkerbundmandat unter der Herrschaft Frankreichs. Der Irak war von 1920 bis 1958 Völkerbundmandat von Großbritannien. Schon deshalb dürfte deine Ursachenbehauptung nicht zutreffen.
Eine Kolonialisierung muss nicht nur "fest" (Besetzung etc.) sein, sondern kann auch "soft" sein. Viele Drittweltländer sind auch heute kolonialisiert, halt nicht mehr durch Truppen, sondern durch wirtschaftliche Mechanismen. Ein Beispiel hierfür wäre der CFA-Franc, die Währung der meisten ehemaligen französischen Kolonien in Afrika. Diese Währung wird nach wie vor stark von Frankreich beeinflusst. Das ist auch Kolonialisierung oder es mit den Worten Chiracs zu sagen "Ohne Afrika würde Frankreich in den Rang eines Drittweltlandes abrutschen."
Insofern halte ich deine These, die Kolonialisierung des Orients wäre nur oberflächlich geschehen, für nicht haltbar.
Insofern halte ich deine These, die Kolonialisierung des Orients wäre nur oberflächlich geschehen, für nicht haltbar.
Da Du auf keinen Beitrag unmittelbar Bezug genommen hast: was ist denn die dortige Kultur? Der Islam? Der war zwischen Mittelalter und Neuzeit tatsächlich idR. fortschrittlicher und toleranter als die christlichen Religionen.
Aber mit Deiner Ambiguitätstoleranz kommst Du bei der Türkei (die es ja erst seit knapp 100 Jahren gibt) in puncto Völkermord an den Armeniern, Unterjochung und Rechtlosstellung der Aramäer, ... nicht so wirklich weit. Und das Schlimmste: anders als in vielen Regionen Europas haben sich die Zustände dort nicht wirklich gebessert und auch hinsichtlich des zumindest in Ansätzen eingeführten Laizismus (ja, ich weiß, wir dürfen mit unserer vom Staat eingetriebenen Kirchensteuer nichts sagen) oder des Versuchs der Besserstellung der Frau noch unter Atatürk hat sich im Vergleich zu heute nicht wirklich etwas im Sinne einer weltoffenen Gesellschaft getan.
Aber mit Deiner Ambiguitätstoleranz kommst Du bei der Türkei (die es ja erst seit knapp 100 Jahren gibt) in puncto Völkermord an den Armeniern, Unterjochung und Rechtlosstellung der Aramäer, ... nicht so wirklich weit. Und das Schlimmste: anders als in vielen Regionen Europas haben sich die Zustände dort nicht wirklich gebessert und auch hinsichtlich des zumindest in Ansätzen eingeführten Laizismus (ja, ich weiß, wir dürfen mit unserer vom Staat eingetriebenen Kirchensteuer nichts sagen) oder des Versuchs der Besserstellung der Frau noch unter Atatürk hat sich im Vergleich zu heute nicht wirklich etwas im Sinne einer weltoffenen Gesellschaft getan.
Morphium schrieb:
War nicht per se auf die Türkei bezogen.
Schön, dass du dich dazu entschlossen hast, deiner Ambiguitätstoleranz zum Trotz das Töten der kurdischen, assyrisch-aramäischen, turkmenischen, armenischen und arabischen Bevölkerung Nordsyriens doch nicht ganz richtig zu finden. Stellt sich nun die Frage, warum die Millionen Toten und versehrten in Vietnam, die verhungerten, von Projektilen zersiebt oder von Napalm zerfressenen wurden oder die bis in die heutige Zeit - wegen der Dioxinbelastung - mit Missbildungen auf die Weltkommenden, in deinen Erwägungen eine geringere Wertigkeit haben als US Amerikanische Hegemonialstellung in der Welt? Oder all die Afghanen, deren Familien von einer US Reaper-Drohne ausgelöscht wurden? Oder, oder, oder.
Warum also hat deren Leben eine geringere Wertigkeit in deinen Ambiguitätsabwägungen? Auch wenn du die Motive, die zu diesen Verbrechen geführt haben nachvollziehen kannst, weil du ein informierter Mensch bist, der über den eigenen Tellerrand hinaus schauen kann, heißt das nochlange nicht, dass du alles Elend der Welt erdulden solltest. Ich denke mit deinem Lieblingswort kann man besseres anfangen.
Die "dortige" Kultur hatte der hiesigen über Jahrhunderte hinweg einiges voraus, z.B. (und damit wären wir wieder bei meinem Lieblingswort): Ambiguitätstoleranz. Der Islam war bis zum 19.Jhd. beim Prozess der "Wahrheitsfindung" sehr tolerant, die verschiedenen Rechtsschulen hatten zu einem Thema unterschiedliche Positionen und veröffentlichten sie, man versuchte zu einer "Wahrheit" unterschiedliche Positionen zuzulassen und sich so ihr zu "nähern". Eine exakte Position gab es nicht. Dies alles wurde im Zuge der Kolonialisierung vernichtet und verursachte (auch bewusst) den Aufstieg radikaler Kräfte.
Morphium schrieb:
Dies alles wurde im Zuge der Kolonialisierung vernichtet und verursachte (auch bewusst) den Aufstieg radikaler Kräfte.
Die Kolonialisierung ist aber auch erst durch die Schwäche des zerfallenden Osmanischen Reichs möglich gewesen. Der Westen hat den teilweise vorhandenen Rückstand in Wissenschaft und Kultur in wenigen Jahrzehnten eingeholt und einen Vorsprung herausgearbeitet und so es erst ermöglicht, diese Dominanz zu haben. Wenn man etwas hinbekommen hat im Nahen Osten, dann über Jahrhunderte eine ordentliche Integration der verschiedenen Völker. Die ist aber sogar schon vor der Kolonialisierung brüchig geworden im Rahmen nationalistischer Bewegungen (Balkan zB) und mittlerweile undenkbar. Dieses Kochen der eigenen Süppchen hat der Westen für seine Interessen immer sehr stark ausgenutzt. Das ist wohl das, was Du ansprichst. Hier macht man sich in Europa und den USA immer wieder aufs Neue mitschuldig.
Aktuell wirkt der Nahe Osten wie zu Zeiten des 30jährigen Kriegs Mitteleuropa. Überall hängen andere Länder mit drin, jeder gegen jeden, Fluchtbewegungen, Söldner...
Eins muss man aber schon erwähnen: mit Kolonialisierung / Eroberung kannten sich die im Nahen Osten auch ziemlich gut aus. Sie haben aber auch ihre neuen Gebiete versucht zu integrieren und nicht nur auszunehmen.
Da Du auf keinen Beitrag unmittelbar Bezug genommen hast: was ist denn die dortige Kultur? Der Islam? Der war zwischen Mittelalter und Neuzeit tatsächlich idR. fortschrittlicher und toleranter als die christlichen Religionen.
Aber mit Deiner Ambiguitätstoleranz kommst Du bei der Türkei (die es ja erst seit knapp 100 Jahren gibt) in puncto Völkermord an den Armeniern, Unterjochung und Rechtlosstellung der Aramäer, ... nicht so wirklich weit. Und das Schlimmste: anders als in vielen Regionen Europas haben sich die Zustände dort nicht wirklich gebessert und auch hinsichtlich des zumindest in Ansätzen eingeführten Laizismus (ja, ich weiß, wir dürfen mit unserer vom Staat eingetriebenen Kirchensteuer nichts sagen) oder des Versuchs der Besserstellung der Frau noch unter Atatürk hat sich im Vergleich zu heute nicht wirklich etwas im Sinne einer weltoffenen Gesellschaft getan.
Aber mit Deiner Ambiguitätstoleranz kommst Du bei der Türkei (die es ja erst seit knapp 100 Jahren gibt) in puncto Völkermord an den Armeniern, Unterjochung und Rechtlosstellung der Aramäer, ... nicht so wirklich weit. Und das Schlimmste: anders als in vielen Regionen Europas haben sich die Zustände dort nicht wirklich gebessert und auch hinsichtlich des zumindest in Ansätzen eingeführten Laizismus (ja, ich weiß, wir dürfen mit unserer vom Staat eingetriebenen Kirchensteuer nichts sagen) oder des Versuchs der Besserstellung der Frau noch unter Atatürk hat sich im Vergleich zu heute nicht wirklich etwas im Sinne einer weltoffenen Gesellschaft getan.
Morphium schrieb:
Dies alles wurde im Zuge der Kolonialisierung vernichtet und verursachte (auch bewusst) den Aufstieg radikaler Kräfte.
Die Kolonisierung des Nahen Ostens durch den Westen war bestenfalls oberflächig. Die Vorgängerstaaten der bedeutendsten Länder Türkei, Iran und Saudi-Arabien waren nie Kolonien. Syrien und der Libanon standen eine kurze Zeit von 1922 bis 1943 als Völkerbundmandat unter der Herrschaft Frankreichs. Der Irak war von 1920 bis 1958 Völkerbundmandat von Großbritannien. Schon deshalb dürfte deine Ursachenbehauptung nicht zutreffen.
Morphium schrieb:
[…]
Ich würde einigen mal bisschen Ambiguitätstoleranz und die generelle Fähigkeit zum Perspektivenwechsel empfehlen, besonders bei solchen brisanten politischen Themen. Die eigene Meinung, gebildet und beeinflusst durch die Umgebung in der man lebt, sollte man nicht als gegeben hinnehmen.
Entschuldige, aber jeder Krieg, jede völkerrechtswidrige Intervention, jeder Genozid, jede Vertreibung lässt sich strategisch begründen. Staats- und Geopolitisches Kalkül darf doch nicht als Legitimation für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen das Leben herangezogen werden. Es verbietet es sich aus humanistischer, aber auch aus einer progressiven geopolitischen Perspektive, den türkischen Vernichtungskrieg gegen das kurdische Volk zu dulden. Wenn du deine Perspektive konsequent weiterdenkst, kannst du jeden Konflikt und jedes Verbrechen legitimieren.
Der türkische Staat versucht derzeit das hoffnungsvollste Projekt einer Region zu zerstören, die fast nichts anderes mehr als Krieg, Tod, Unterdrückung und Vertreibung kennt. In diesem Projekt, dem Kurdischen autonomiebestreben, wurden keine „westlichen Werte“ durch eine NATO Intervention „implantiert“. Nein, das haben sich die Kurden gemeinsam mit einer christlichen und arabischen Minderheit aufgebaut. Ein autonomes nordsyrisches Kurdengebiet könnte in der Zukunft ein Anker der Stabilität sein. Ein leuchtendes Beispiel für die Menschen im gesamten Nahen Osten.
Es verbietet sich für jeden Menschen, der ein friedvolles miteinander der Völker als erstrebenswert erachtet, die türkische Intervention als etwas aus türkischer Perspektive notwendiges - und dadurch Legitimes - zu betrachten.
Die Türkei liegt geopolitisch äußerst ungünstig, zwischen Europa und Asien. Sie ist in einer heiklen Region mit Umbrüchen und Kriegen und muss (!), um da nicht mit reingezogen zu werden, stets selber aktiv werden, sonst droht ihr (u.a. aufgrund der "Kurden-Problematik") ein Zusammenbrechen des eigenen Staatsgebietes. Es kommen dazu noch andere Punkte, doch die sprengen jetzt den Rahmen. Das heißt, um es kurz zu machen, aus Sicht der Türkei ist ein Eingreifen in Syrien überlebensnotwendig. Und nein, ich sympathisiere nicht mit "Erdogan" (neuerdings Synonym für ganz Türkei), ich sehe die Sache nur nüchtern. Ich sympathisiere auch nicht mit den USA, aber aus deren Sicht war z.B. ein Eingreifen in Libyen/Afghanistan/Vietnam... richtig, da sie ihre weltweite Hegemonie beibehalten wollten/wollen. Ich verteufle also das Eingreifen der Türkei, sie hat in der Vergangenheit in prächtiger Zusammenarbeit mit der Nato IS erst überhaupt möglich gemacht, und zwar mit voller Absicht! Aber aus ihrer Sicht (!) war dieses Vorgehen nicht falsch.
Der Kollege Sahin also ist Türke und natürlich hält er zu seinem Land. Dass er nicht ganz schlau ist und bisschen dumm handelt, ist halt so. Das hat er mit der überwiegenden Teil der Menschheit gemein, nichts exklusives.
Ich würde einigen mal bisschen Ambiguitätstoleranz und die generelle Fähigkeit zum Perspektivenwechsel empfehlen, besonders bei solchen brisanten politischen Themen. Die eigene Meinung, gebildet und beeinflusst durch die Umgebung in der man lebt, sollte man nicht als gegeben hinnehmen.
Der Kollege Sahin also ist Türke und natürlich hält er zu seinem Land. Dass er nicht ganz schlau ist und bisschen dumm handelt, ist halt so. Das hat er mit der überwiegenden Teil der Menschheit gemein, nichts exklusives.
Ich würde einigen mal bisschen Ambiguitätstoleranz und die generelle Fähigkeit zum Perspektivenwechsel empfehlen, besonders bei solchen brisanten politischen Themen. Die eigene Meinung, gebildet und beeinflusst durch die Umgebung in der man lebt, sollte man nicht als gegeben hinnehmen.
Ich gehöre ja auch zu denen, die Interventionen aus geopolitischen Gründen in bestimmten Situationen für geboten halten. Aber wenn für die Rechtfertigung nur die Sicht und die Interessen des intervenierenden Staates maßgeblich sein soll, dann sind wir wieder bei der Außenpolitik der 30er Jahre.
Zugegebenermaßen kann sich die Türkei aufgrund ihrer Lage nicht die Passivität der westeuropäischen Staaten leisten. Aber die jetzigen Eskalation dürfte überwiegend darauf gerichtet sein, den türkischen Einfluss auf Syrien in der sich anbahnenden Neuordnung Syriens auszudehnen und Erdoğans neoosmanische Ambitionen zu verwirklichen, sich in einem Territorium festzusetzen, das bis nach dem Ersten Weltkrieg zum Osmanischen Reich gehört hat. Den weiteren Beweggrund, die kurdische Nationalstaatlichkeit zu unterdrücken, führst Du selbst an.
Neutral betrachtet sind das keine überlebenswichtigen Interessen der Türkei, sondern aggressiv-ausbreitende Bestrebungen zulasten Dritter. Und die kann man durchaus kritisch bewerten
Zugegebenermaßen kann sich die Türkei aufgrund ihrer Lage nicht die Passivität der westeuropäischen Staaten leisten. Aber die jetzigen Eskalation dürfte überwiegend darauf gerichtet sein, den türkischen Einfluss auf Syrien in der sich anbahnenden Neuordnung Syriens auszudehnen und Erdoğans neoosmanische Ambitionen zu verwirklichen, sich in einem Territorium festzusetzen, das bis nach dem Ersten Weltkrieg zum Osmanischen Reich gehört hat. Den weiteren Beweggrund, die kurdische Nationalstaatlichkeit zu unterdrücken, führst Du selbst an.
Neutral betrachtet sind das keine überlebenswichtigen Interessen der Türkei, sondern aggressiv-ausbreitende Bestrebungen zulasten Dritter. Und die kann man durchaus kritisch bewerten
Morphium schrieb:
[…]
Ich würde einigen mal bisschen Ambiguitätstoleranz und die generelle Fähigkeit zum Perspektivenwechsel empfehlen, besonders bei solchen brisanten politischen Themen. Die eigene Meinung, gebildet und beeinflusst durch die Umgebung in der man lebt, sollte man nicht als gegeben hinnehmen.
Entschuldige, aber jeder Krieg, jede völkerrechtswidrige Intervention, jeder Genozid, jede Vertreibung lässt sich strategisch begründen. Staats- und Geopolitisches Kalkül darf doch nicht als Legitimation für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen das Leben herangezogen werden. Es verbietet es sich aus humanistischer, aber auch aus einer progressiven geopolitischen Perspektive, den türkischen Vernichtungskrieg gegen das kurdische Volk zu dulden. Wenn du deine Perspektive konsequent weiterdenkst, kannst du jeden Konflikt und jedes Verbrechen legitimieren.
Der türkische Staat versucht derzeit das hoffnungsvollste Projekt einer Region zu zerstören, die fast nichts anderes mehr als Krieg, Tod, Unterdrückung und Vertreibung kennt. In diesem Projekt, dem Kurdischen autonomiebestreben, wurden keine „westlichen Werte“ durch eine NATO Intervention „implantiert“. Nein, das haben sich die Kurden gemeinsam mit einer christlichen und arabischen Minderheit aufgebaut. Ein autonomes nordsyrisches Kurdengebiet könnte in der Zukunft ein Anker der Stabilität sein. Ein leuchtendes Beispiel für die Menschen im gesamten Nahen Osten.
Es verbietet sich für jeden Menschen, der ein friedvolles miteinander der Völker als erstrebenswert erachtet, die türkische Intervention als etwas aus türkischer Perspektive notwendiges - und dadurch Legitimes - zu betrachten.
Ja klar, die Mehrzahl der Fans damals, die Medien - Alle haben Daum mehr oder weniger als Lachnummer hingestellt - Habe ich nie verstanden. Er hat seine Eigenheiten, aber er hat auch viel drauf. Bei uns hätte er packen können, die ersten 4 Spiele 3x 1:1 (jeweils sehr knapp am Sieg vorbei) und 1x ein 0:1 (auch hier war ein Sieg drin), danach war dann gegen Mainz die Luft raus.
Daum hat exzellente Arbeit geleistet. Die Mannschaft hatte genügend Möglichkeiten unter ihm Spiele zu gewinnen. Beim 0:1 in Hoffenheim z.B., wo Gekas alles verballerte, beim 1:1 daheim gegen Bremen oder das ärgerliche 1:1 daheim gegen die Bayern und auch beim 1:1 gegen VW hätten wir gewinnen können/müssen. Der Mann war gut, die Öffentlichkeit ist halt leider zu schlicht gestrickt um gut und schlecht unterscheiden zu können, es zählen nur die nackten Ergebnisse.
Morphium schrieb:
Daum hat exzellente Arbeit geleistet. Die Mannschaft hatte genügend Möglichkeiten unter ihm Spiele zu gewinnen. Beim 0:1 in Hoffenheim z.B., wo Gekas alles verballerte, beim 1:1 daheim gegen Bremen oder das ärgerliche 1:1 daheim gegen die Bayern und auch beim 1:1 gegen VW hätten wir gewinnen können/müssen. Der Mann war gut, die Öffentlichkeit ist halt leider zu schlicht gestrickt um gut und schlecht unterscheiden zu können, es zählen nur die nackten Ergebnisse.
Absolut und 2,3 Spiele früher und wir hätten es denke ich geschafft. Daum ist zwar wirr, aber einfach ein guter Trainer. Letztlich muss man natürlich sagen, dass der Abstieg dennoch verdient war. Alleine für das für mich schlechteste Spiel der Eintracht in den letzten 15 Jahren: dem 0:3 in Mainz.
Dennoch wenn ich an dieses furchtbare 0:2 gegen Stuttgart denke (80 Minuten in Überzahl, absolute Riesenchancen 2 Böcke von Fährmann) Gekas Lufloch gegen die Bazis, den unentschieden gegen VW und Bremen. Da hätten nur 2 Spiele anders ausgehen müssen.
Dazu noch andere Umstände wie dieser Drecksack Mlapa, der doch Franz (okay auch ein Drecksack) 2x absichtlich den Fuß gebrochen hat.
Bis heute für mich die emotionalste RR seit 1999 und nach wie vor ein großes Trauma.
Um so schöner wie es heute ist.
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Hätte HB damals im Januar11 Skibbe entlassen, hätten ihn alle ausnahmslos für verrückt erklärt.
Ich stimme WA zu, Skibbe war nach langer Zeit der erste, der den Verein aus dem Tiefschlaf versucht hat aufzuwecken, z.B. damals auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Leverkusen (Herbst09). Er forderte zurecht viel und verwies, dass man ohne investieren immer schwächer werden würde. Und auch die Spiele unter ihm, zumindest im ersten Jahr, waren recht ansehnlich. Das 3:2 gegen Leverkusen daheim, das 3:2 in Bremen, 2:1 gegen die Bayern, 3:1 in Berlin (wo er Ochs auf RM umstellte), 1:0 gegen Bremen daheim, 4:0 in Gladbach, 1:0 gegen den BVB daheim....das waren schon geile Spiele, nach einer gefühlten Ewigkeit.
Ich stimme WA zu, Skibbe war nach langer Zeit der erste, der den Verein aus dem Tiefschlaf versucht hat aufzuwecken, z.B. damals auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Leverkusen (Herbst09). Er forderte zurecht viel und verwies, dass man ohne investieren immer schwächer werden würde. Und auch die Spiele unter ihm, zumindest im ersten Jahr, waren recht ansehnlich. Das 3:2 gegen Leverkusen daheim, das 3:2 in Bremen, 2:1 gegen die Bayern, 3:1 in Berlin (wo er Ochs auf RM umstellte), 1:0 gegen Bremen daheim, 4:0 in Gladbach, 1:0 gegen den BVB daheim....das waren schon geile Spiele, nach einer gefühlten Ewigkeit.
Ach ja:
Gruß FA, ehemals FrankenAdler
Gruß FA, ehemals FrankenAdler
Morphium schrieb:
FF-Diskussion, gabs ja lange nicht mehr. Hach da werden Erinnerungen wach
*polier*
Gruß
MPH - ehemals Morphium
Ich persönlich finde es sehr gut, das es ab und zu wieder in Erinnerung gerufen wird.
Und das obwohl ich zur damaligen Zeit öfters mal Kritik an beiden geäußert habe.
Aber heute kann ich ganz beruhigt sagen, ich bin stolz das diese Männer damals unseren Karren aus dem Dreck gezogen haben und flott gemacht haben. Denke gerne an die Zeit zurück, weil ich heute genau weiß, was für eine gute Leistung das war.
Ich muss da auch ein Kompliment an viele Eintrachtfans weiter geben, die heute selber die Arbeit der beiden im Nachhinein loben. Denn es zeigt das die schlechten Zeiten nicht vergessen sind.
Und das finde ich sehr wichtig für unsere Fankultur.
Wenn mich heutzutage einer auf HB oder FF anspricht, werde ich fast nur positives erzählen.