Eintracht kündigt Konsequenzen an

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Schobberobber72 schrieb:
JayJayGrabowski schrieb:
Zicolov schrieb:
Bilder von Frankfurter Choreos hab ich in den letzten Monaten jedenfalls verdammt selten gesehen. Verkaufen sich ja auch weitaus schlechter als Platzsturm und eine zerlegte ARD Kamera.  

Und warum? Weil das, außer den Leuten, die in ein Fußballstadion gehen, absolut niemanden interessiert.


Die "Randale" ist für diese Leute dann aber offenbar wieder interessant.Schon traurig...


Ja, aber so ist es nunmal. Und darauf muss man sein Handeln auch ausrichten. Oder sich weiter in die Ecke stellen und die Medien und die Gesellschaft an sich verfluchen. Aber Ersteres ist halt etwas aufwändiger...
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Schobberobber72 schrieb:
JayJayGrabowski schrieb:
Zicolov schrieb:
Bilder von Frankfurter Choreos hab ich in den letzten Monaten jedenfalls verdammt selten gesehen. Verkaufen sich ja auch weitaus schlechter als Platzsturm und eine zerlegte ARD Kamera.  

Und warum? Weil das, außer den Leuten, die in ein Fußballstadion gehen, absolut niemanden interessiert.


Die "Randale" ist für diese Leute dann aber offenbar wieder interessant.Schon traurig...


Mag sein, aber ist doch völlig verständlich. Warum sollte es irgendeinen Unbeteiligten interessieren, wenn in einem Fußballstadion irgendwelche Leute ne halbe Minute lang einen Stoffetzen hoch halten?
Störung der öffentlichen Ordnung, Randale in der S-Bahn, Sachbeschädigung, Prügeleien auf Parkplätzen sind da doch schon ein wenig relevanter, oder? Schließlich könnte man da ja auch selbt mal irgendwie reingeraten.
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Ich schätze auf eine "Selbstreinigung" der Kurve kann die Eintracht noch bis in alle Ewigkeit warten, das wird nicht passieren.
Denn wenn vielleicht auch ein größerer Teil der Ultraszene nicht direkt gewalttätig ist, wage ich zu behaupten, dass viele Ultras ein Verhalten wie nach dem Kölnspiel auch nicht eindeutig ablehnen. Sonst hätte ja vielleicht einer der werten Capos auch mal deeskalierend auf die Kurve einwirken können und die Leute wieder in den Block rufen (oder gar nicht erst rausstürmen). An dergleichen kann ich mich leider nicht erinnern.

Von daher werden uns die dauernden Geldstrafen wohl auch weiterhin begleiten...  
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Und ich dachte der Fred wäre weg, aber hier ist er wieder...



Ich für meinen Teil hoffe, die Vereinsführung lässt sich auf solche Parolen wie "Selbstreinigungsprozess der Fanszene" nicht ein. Für die Sicherheit im Stadion ist der Sicherheitsdienst zuständig, es kann nicht auf die Capos abgewälzt werden für Ruhe in der Kurve zu sorgen wenn die Geschichte schon derart eskaliert ist. Genauso wie es kaum im Sinne der Eintracht sein dürfte, wenn die Fans untereinander anfangen gegeneinander vorzugehen und sich in den Blöcken Kloppereien liefern wenn aus irgendeiner Ecke mal wieder ein Feuerzeug fliegt.
Der Dialog mit den "zielgruppenrelevanten" Fangruppierungen ist zwar zwingend geboten, insbesondere weil man das Gefühl bekommt dass die Eintracht da möglicherweise schon seit längerem lieber das Prinzip Hoffnung walten lässt als nachhaltig an diesen Problemen zu arbeiten. Aber Reden allein dürfte gerade angesichts der anstehenden Saison mit dem einen oder anderen kribbeligen Spiel sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Für mich bietet diese Saison allerdings auch eine Chance. Man hat sich den Ruf versaut (wobei ich mir ziemlich sicher bin dass ein gar nicht so kleiner Teil der Fanszene das womöglich anders sieht), jetzt kann es nicht mehr so viel schlimmer kommen. Wenn es die Eintracht schafft, ein vernünftiges Konzept auf die Beine zu stellen, sprich mit Kompetenz und Konsequenz an die Sache herangeht und die Fans inklusive der Problemfälle mit ins Boot holen kann, kann man innerhalb einer Spielzeit vieles wieder gutmachen. Niemand erwartet von uns, dass wir fröhlich winkend in den Gästeblöcken stehen, den Ruf als dominante und nicht immer nette Fanszene haben wir zu Recht und der steht uns auch zu. Wenn wir diese Dominanz (und zumindest in der zweiten Liga garantiert auch Arroganz) aber anstatt mit Gewalt und Schwachsinnsaktionen mit Kreativität und Leidenschaft rüberbringen, wird man in einem Jahr vielleicht schon wieder sagen, ah die Eintracht hat die Kurve bekommen, trotz des Stresspotentials in der Liga.

Wenn es der Verein in der aktuellen Situation versaut, sehe ich schwarz. Dann geht mit den ersten Niederlagen und Nichtaufstiegsangst das Gekloppe von vorne los. Und dann kümmern sich andere um unsere Probleme.
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NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.
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JayJayGrabowski schrieb:

Mag sein, aber ist doch völlig verständlich. Warum sollte es irgendeinen Unbeteiligten interessieren, wenn in einem Fußballstadion irgendwelche Leute ne halbe Minute lang einen Stoffetzen hoch halten?
Störung der öffentlichen Ordnung, Randale in der S-Bahn, Sachbeschädigung, Prügeleien auf Parkplätzen sind da doch schon ein wenig relevanter, oder? Schließlich könnte man da ja auch selbt mal irgendwie reingeraten.


Naja, als stimmungsvolle Untermalung für bisweilen recht subjektive Berichte im Sportstudio oder beim Doppelpass ist das "uninteressante Zettelhochhalten" dann aber doch gut...
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Zicolov schrieb:
JayJayGrabowski schrieb:

Mag sein, aber ist doch völlig verständlich. Warum sollte es irgendeinen Unbeteiligten interessieren, wenn in einem Fußballstadion irgendwelche Leute ne halbe Minute lang einen Stoffetzen hoch halten?
Störung der öffentlichen Ordnung, Randale in der S-Bahn, Sachbeschädigung, Prügeleien auf Parkplätzen sind da doch schon ein wenig relevanter, oder? Schließlich könnte man da ja auch selbt mal irgendwie reingeraten.


Naja, als stimmungsvolle Untermalung für bisweilen recht subjektive Berichte im Sportstudio oder beim Doppelpass ist das "uninteressante Zettelhochhalten" dann aber doch gut...


Du müßtest Dich aber schon mal entscheiden, ob zu viel oder zu wenig Choreo im Fernesehen gezeigt wird. Oder willst Du  ne Sonderberichterstattung zu Eintracht-Choreos?
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SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.

Würde ich so direkt unterschreiben. Der Gedanke, dass Ultras viel mehr mit dem "modernen Fußball" zu tun haben als sie selbst meinen hat durchaus was für sich. Der Bewahrer irgendwelcher Traditionen außer ihren eigenen sind sie für mich zumindest nicht.
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Sehr guter Beitrag vom Statistikgott.
Das was du da an Verhaltensweisen beschreibst fällt mir auch immer mehr auf, Fußball scheint für manche nur noch Nebensache zu sein, Hauptsache die eigene Eventwelt stimmt. Und nichts anderes ist dieses Ballyhoo um Schals rippen, Dauergesinge und markige Parolen geworden. Da war mir die gute alte Hooligankultur doch lieber. Die wußten wenigstens auch die Spielergebnisse und waren dementsprechend gelaunt.
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SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
[quote=SGE_Werner]Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.



Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute
Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?






DITO!
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SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.


Sehr guter Beitrag. Danke.
#
SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.


Danke Dir!

Das triffts...
Ich gehe nur unregelmäßig ins Stadion ( Familie/Arbeit) aber schaue mir eigentlich jedes Spiel im Fernsehen an. Ich freue mich zwar über die Choreo, bin aber eher genervt vom Dauersupport. Diese "Kultur" ist nicht mein Verständnis von Fansein, ich will guten Fussball sehen, und bin frustriert, wenn meine Eintracht verliert. Ich will FUSSBALL sehen, kein sichselbstfeiern, keine Schlägereien, keine Böller, keine Pyro. Aber da ich ja auch keine DK habe, ist dieser Beitrag evtl. auch nicht relevant...
#
SGE_Werner schrieb:


Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.


Fussball ist für mich: Der Geruch von Schweiß, Bier, Grillbratwurst, seit ein paar Jahren der Duft von Haschisch, stinkende Toiletten, im Sommer ist es heiß, im Winter ist es kalt, bei Regen werden wir nass, volle Bahnen und Busse, Ärgern über verpasste Zuganschlüsse, das Grölen und Stöhnen der Massen, keine Stimme mehr haben, das Stehen auf Stehterassen und Sitzen, der Geruch von Gras am Trainingsplatz, das Kommen und Gehen der Jahreszeiten im Stadtwald, Heulen, auf Wolke sieben schweben, die Flieger über'm Waldstadion schweben sehen, am Anfang einer jeden Saison Hoffnungen und Träume haben, am Ende vieler Saisons verpassten Chancen nachtrauern, nach wichtigen Spielen keinen Schlaf finden, die jungen Leute um mich herum im Stadion halten mich für eineinhalb Stunden (oder auch mal länger) jünger als ich biologisch bin...

Gestern war ich bei Brasilien - Äquatorial-Guinea der Frauen im Waldstadion. Ich habe von den obigen Punkten nur sehr wenig wiedergefunden... Das hatte mit Klubfussball rein garnix zu tun. Ich freue mich auf die Saison!
#
sotirios005 schrieb:
Gestern war ich bei Brasilien - Äquatorial-Guinea der Frauen im Waldstadion. Ich habe von den obigen Punkten nur sehr wenig wiedergefunden... Das hatte mit Klubfussball rein garnix zu tun. Ich freue mich auf die Saison!


Hätteste mal was gesagt, hätt Dir ein Bier spendiert gestern.  ,-)
#
sotirios005 schrieb:


Fussball ist für mich: Der Geruch von Schweiß, Bier, Grillbratwurst, seit ein paar Jahren der Duft von Haschisch, stinkende Toiletten, im Sommer ist es heiß, im Winter ist es kalt, bei Regen werden wir nass, volle Bahnen und Busse, Ärgern über verpasste Zuganschlüsse, das Grölen und Stöhnen der Massen, keine Stimme mehr haben, das Stehen auf Stehterassen und Sitzen, der Geruch von Gras am Trainingsplatz, das Kommen und Gehen der Jahreszeiten im Stadtwald, Heulen, auf Wolke sieben schweben, die Flieger über'm Waldstadion schweben sehen, am Anfang einer jeden Saison Hoffnungen und Träume haben, am Ende vieler Saisons verpassten Chancen nachtrauern, nach wichtigen Spielen keinen Schlaf finden, die jungen Leute um mich herum im Stadion halten mich für eineinhalb Stunden (oder auch mal länger) jünger als ich biologisch bin...

Gestern war ich bei Brasilien - Äquatorial-Guinea der Frauen im Waldstadion. Ich habe von den obigen Punkten nur sehr wenig wiedergefunden... Das hatte mit Klubfussball rein garnix zu tun. Ich freue mich auf die Saison! [/quote]


Das hast du toll geschrieben, so fühle ich auch!
#
Zicolov schrieb:
Naja, als stimmungsvolle Untermalung für bisweilen recht subjektive Berichte im Sportstudio oder beim Doppelpass ist das "uninteressante Zettelhochhalten" dann aber doch gut...


Die stimmunsvolle Untermalen ist vollkommen überbewertet. Das Flair des Stadions ist nicht die Choreo, das ist ein nettes Zubrot. Das Flair des Stadions ist genau das was Sotirios beschrieben hat, nämlich das 50.000 Leute im Stadion die gleiche Anspannung haben, Schoppe trinken, immer die gleichen Fressen neben sich stehen/sitzen haben mit denen sie gemeinsam voller Adrenalin das Spiel verfolgen. Ganz ehrlich interessiert die Choreo und auch das geführte Gesinge nur am Rande, auch wenns schön aussieht und klingt.

Aber das hat mit dem eigentlichen Thema hier wenig zu tun, denn da geht es um das was keiner haben will, bis auf eine Prozentzahl hinter dem Komma aus der Menge aller Fans und dass diese minmala Menge an Vollhonks allen anderen absichtlich etwas aufdioktriniert, nämlich die besagten Konsequenzen und das ist scheiße.

Gruß,
tobago
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SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.


Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag!

Ich bin seit dem ich denken kann mit ganzem Herzen Eintracht- und Fußballfan. Mein Vater nahm mich schon früh mit auf sämtliche Fußballplätze auf denen unser Stadtteilverein spielte und der Weg alle 14 Tage in´s Waldstadion war eine Selbstverständlichkeit. Neben dem Leben außerhalb des Fußballs ist die Eintracht für mich nahezu täglich Gesprächsthema, sei es im Kreis der Familie, mit Freunden, Arbeitskollegen usw. Während einer Saison beschäftigt mich erst das vergangene Spiel und gleichzeitig schon wieder der nächste Gegner. Die Anspannung ist manchmal unerträglich, die Freude häufig riesengroß, Niederlagen werden langsam verdaut. Ich freue mich mit Freunden und der Familie zusammen Fußball zu sehen, auf die Bratwurst und auch auf das ein oder Bier ohne mich völlig zu betrinken.

Ins Stadion gehe ich aber schon immer wegen des Spiels der Eintracht. Ich war noch nie dort um gute Stimmung zu erleben. Ich freue mich natürlich, dass sich im Laufe der vielen Jahre die Stimmung und die Unterstützung der Fans für die Mannschaft so entwickelt hat.

Ich bin jedoch beim Fußball um meine Mannschaft spielen und hoffentlich gewinnen zu sehen, das war schon in der 70er Jahren so und ist noch heute so. Mit fällt es nur zunehmend schwerer mich auf Stadionbesuche zu freuen. Vieles was mich stört, wurde hier im Forum auch schon ausführlich diskutiert. Vieles was mich stört, gehört für andere scheinbar zum Fußball dazu. Häufig musste ich schon lesen, dass man dann halt zu Hause bleiben sollte.

Mich stört, dass ich mit regelmäßigen Bierduschen oder noch schlimmer mit Becherwürfen zu rechnen habe, dass um mich herum Sitzschalen kaputt getreten werden, dass Spieler der Eintracht unflätig beschimpft werden, dass sich bei Auswärtsspielen sogenannte Eintrachtfans derart daneben benehmen, dass ich mich fast schäme ebenfalls im Eintrachttrikot durch die Stadt zu laufen, dass ich mit diesen „Fans“ in einen Topf geworfen werde, dass ich die Konsequenzen die sich aus dem Verhalten dieser „Fans“ ergeben mit ausbaden muss, dass ich immer öfters darüber nachdenke, ob ich meine Kinder noch mit in´s Stadion nehmen kann.

Ich glaube es ist einigen nicht bewußt, dass sie in dem Moment wo sie sich als Eintrachtfan zu erkennen geben auch die Eintracht repräsentieren und durch ihr Verhalten der Eintracht massiven Schaden zufügen. Das die Eintracht gegen die mittlerweile häufigen Fehlverhalten etwas unternehmen möchte, kann ich nachvollziehen. Ich befürchte aber, es wird sich nichts ändern.

Gruß
revilo
#
Na ja, manche Leute sagen immer, "ins Stadion gehen wir wegen der Mannschaft".

Ich war schon oft im Stadion und habe mich vorher schon lange gegruselt, was die Elf in Eintrachttrikots wohl wieder für einen üblen Kick da anbieten würde...

Dann hab' ich zu meinen Jungs im Block immer gesagt: "Ohne Euch wäre ich heute nicht hier!"

Na ja, und dann unterstützt man halt doch die Mannschaft, so wie immer. Es geht halt um die Eintracht, die muss irgendwie weitermachen. Wir alle müssen weitermachen! Irgendwie.
#
revilo schrieb:
SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.


Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag!

Ich bin seit dem ich denken kann mit ganzem Herzen Eintracht- und Fußballfan. Mein Vater nahm mich schon früh mit auf sämtliche Fußballplätze auf denen unser Stadtteilverein spielte und der Weg alle 14 Tage in´s Waldstadion war eine Selbstverständlichkeit. Neben dem Leben außerhalb des Fußballs ist die Eintracht für mich nahezu täglich Gesprächsthema, sei es im Kreis der Familie, mit Freunden, Arbeitskollegen usw. Während einer Saison beschäftigt mich erst das vergangene Spiel und gleichzeitig schon wieder der nächste Gegner. Die Anspannung ist manchmal unerträglich, die Freude häufig riesengroß, Niederlagen werden langsam verdaut. Ich freue mich mit Freunden und der Familie zusammen Fußball zu sehen, auf die Bratwurst und auch auf das ein oder Bier ohne mich völlig zu betrinken.

Ins Stadion gehe ich aber schon immer wegen des Spiels der Eintracht. Ich war noch nie dort um gute Stimmung zu erleben. Ich freue mich natürlich, dass sich im Laufe der vielen Jahre die Stimmung und die Unterstützung der Fans für die Mannschaft so entwickelt hat.

Ich bin jedoch beim Fußball um meine Mannschaft spielen und hoffentlich gewinnen zu sehen, das war schon in der 70er Jahren so und ist noch heute so. Mit fällt es nur zunehmend schwerer mich auf Stadionbesuche zu freuen. Vieles was mich stört, wurde hier im Forum auch schon ausführlich diskutiert. Vieles was mich stört, gehört für andere scheinbar zum Fußball dazu. Häufig musste ich schon lesen, dass man dann halt zu Hause bleiben sollte.

Mich stört, dass ich mit regelmäßigen Bierduschen oder noch schlimmer mit Becherwürfen zu rechnen habe, dass um mich herum Sitzschalen kaputt getreten werden, dass Spieler der Eintracht unflätig beschimpft werden, dass sich bei Auswärtsspielen sogenannte Eintrachtfans derart daneben benehmen, dass ich mich fast schäme ebenfalls im Eintrachttrikot durch die Stadt zu laufen, dass ich mit diesen „Fans“ in einen Topf geworfen werde, dass ich die Konsequenzen die sich aus dem Verhalten dieser „Fans“ ergeben mit ausbaden muss, dass ich immer öfters darüber nachdenke, ob ich meine Kinder noch mit in´s Stadion nehmen kann.

Ich glaube es ist einigen nicht bewußt, dass sie in dem Moment wo sie sich als Eintrachtfan zu erkennen geben auch die Eintracht repräsentieren und durch ihr Verhalten der Eintracht massiven Schaden zufügen. Das die Eintracht gegen die mittlerweile häufigen Fehlverhalten etwas unternehmen möchte, kann ich nachvollziehen. Ich befürchte aber, es wird sich nichts ändern.

Gruß
revilo


Ich find auch vieles nicht toll
ich finde du übertreibst  aber
war in den 80ern immer alles eitel sonnenschein oder wie?
Hast du dich nicht geschämt als der G-Block voll mit Nazis war?
Und das beim torjubel schon mal ein bierbecher durch die Luft fliegt ist ja wohl keine entwicklung der letzten jahre
#
SGE_Werner schrieb:
NX01K schrieb:
manu666 schrieb:
SGE_Werner schrieb:
Manche merken gar nicht, dass sie bereits Teil dessen sind, was sie am modernen Fußball verabscheuen.


Merken viele nicht.


Halte ich aber auch für einen der dümmsten Sprüche überhaupt. Ist oft einfach ein mieser Hinweis "Ihr seid ja Teil des Kommerzes". In dem Fall ist es doch einfach gewollt, dass man ein Teil des Erlebnisses "Stadiongang" ist. Neben dem Spiel ist die Atmosphäre doch der Grund warum wir alle hingehen. Und als Fan ist es erstrebenswert seine Mannschaft 90 Minuten so gut es geht zu unterstützen. In meinem Wunsch sollte diese Unterstützung noch aus der Kurve selbst kommen und völlig unabhängig sein, im Gegensatz zu Plastikstimmung nach eingespielter Musik, wie bei anderen Sportarten. Aber man kann es nicht ändern, dass Fußball jetzt eben ein Event ist und dass man dazugehört. Was will man dagegen tun? 90 Minuten Sachen aufs Spielfeld werfen und Böller zünden, dass die Kurve als "nicht zugehörig zum Event" gilt??

Da ist doch klar, dass in Zeiten von Events, die Stimmung auch ausgeschlachtet wird und versucht wird in diese Geldruck-Maschinerie einzubinden und zu kontrollieren. Naja gut, die Eintracht verkauft Ihre Fans nicht positiv, hat sie noch nie, man stellt nur Negatives heraus. Aber den handelnden Personen unterstelle ich eh weniger als garkeine Kompetenz im Bezug auf Fanthemen. Deshalb werden sie auch mit ihrem tollen Maßnahmenkatalog nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, sondern nur Dinge einschränken, die sowieso positiv wirken.


Der dümmste Spruch ist es nur, wenn man ihn so interpretiert, wie Du es getan hast, NX. Denn so habe ich ihn gar nicht gemeint.

Denn ich meinte nicht, dass man an einem Event teilnimmt und somit Teil dessen wird. Dies ist kaum noch zu verhindern.

Nein, bestimmte Fans machen ihr eigenes Event draus.

Wenn ich mir anhören muss im Zug, wie Leute sich nach einer 0:3 Niederlage rühmen, dass sie heute 3 Schals gerippt haben und alle stolz sind, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, wie Alt-Ultras keinen Bock mehr auf Fahrten haben, weil ein größerer Teil der jungen Leute nach einer Niederlage fröhlich ist, weil sie einem Polizisten einen Böller vor die Füße geworfen haben, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn ich mir anhören muss, dass Leute nach einem Spiel sich nicht über die Leistung des Teams unterhalten, sondern vornehmlich über die tollen Dauergesänge, die null mit dem Spiel zu tun gehabt haben oder den generellen Support, dann denke ich, dass es ihnen nicht um den Fußball geht.

Wenn hier jede 2. Diskussion sich um Fans und ihr Verhalten dreht und nicht um das Sportliche, dann denke ich, dass es nicht mehr um den Fußball geht.

Und diese Leute sagen mir dann ins Gesicht, dass sie gegen den modernen Fußball sind, weil DFL etc. den Sport kaputt machen, während diesen Leuten eben der Sport, um den es eigentlich geht, vollkommen scheissegal ist. Was der moderne Fußball ist, kann man ja definieren, aber was ist der traditionelle Fußball?

Gab es vor 20 Jahren die Fankultur, wie es sie jetzt gibt, auch von Seiten der Ultras? Nein, gab es nicht. Also was hat das mit traditionellem Fußball zu tun, denn den scheint man ja verteidigen zu wollen, wenn man gegen den modernen ist.

Sorry, das meinte ich mit "Sie sind Teil des modernen Fußballs". Dieser moderne Fußball zeichnet sich vornehmlich aus, dass es um Event geht, dass Freiräume der Fans beschnitten werden, dass es eben nicht ums Spiel geht. Warum also tun genau die Fans, die so gegen den modernen Fußball sind, all das, was sie am modernen Fußball hassen?

Es ist meine pers. Meinung, von mir aus könnt ihr mich zerfleischen. Aber ich ehrlich gesagt, gehe ins Stadion, weil ich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit anderen Eintracht-Liebenden genieße, weil ich diesen Verein in meinem Herzen habe und will, dass er sportlich das Bestmöglichste zeigt und ich bin betrübt, wenn wir verlieren und gut gelaunt, wenn wir gewinnen. Das kann über das Gefühl einer ganzen Woche entscheiden.

Und dann kommt ein Halbstarker mit UF-Pulli und erzählt mir was nach einem 0:3 !, dass er nen Schal gerippt hat und alle waren glücklich strahlend in seiner Gruppe. Das ist Fußball?

Natürlich betrifft das nicht alle, keineswegs, das will ich auch nicht pauschalisieren, aber es gibt für mich einfach Tendenzen, dass es vielen Fans nicht um die Eintracht geht, sondern um ihr eigenes Ego, ihre eigene Selbstdarstellung, anderen Fans gegenüber, gegnerischen Fans gegenüber, den Medien gegenüber. Ich habe das Gefühl, dass einige froh sind, wenn sie als die bösen Hools abgestempelt werden. Ablehnung macht cool. Ablehnung und Verachtung sind Nahrung fürs Weitermachen. Das ist immer so, wenn man sich gegen eine Übermacht stellt.

Wie gesagt, ist meine pers. Meinung. Ich hab mal meine Gedanken niedergeschrieben. Aber ich bin kein hyperaktiver Fan und auch nicht Teil der aktivsten Szene. Daher werde ich kaum der Diskussion würdig sein, das müsste ich dann akzeptieren.

Ich habe einfach Angst, dass der Fußball, so wie ich ihn lieben gelernt habe und das Gefühl des Fan-Seins, sowohl von DFL etc. , wie auch von Fans, die ihn anders interpretieren, mit der Zeit immer weiter verloren geht.

Mich würde bei den anderen Fans interessieren, wie sie Fan-Sein und Fußball interpretieren und wie sie ihn gerne hätten. Wäre eigentlich einen neuen Thread wert.

Denn nur wenn man weiß, was man will und die Mehrheit der Fans will, kann man einen gemeinsamen Nenner finden.

So genug geschrieben.


An und für sich sehr schöner Beitrag, der es gut trifft.

Nur: Gab es nicht früher genauso viele Halbstarke, die sich nicht fürs Spiel interessiert haben? (Ja, das kann ich natürlich wirklich nicht einschätzen, in den letzten 15 Jahren in denen ich ins Stadion gehe, gabs die aber schon immer.)
Der größte Unterschied zu früher scheint mir die mediale Ausschlachtung zu sein. Diese führt natürlich automatisch dazu, dass die dunklen Seiten immer mehr wahrgenommen werden, wodurch noch mehr solcher Leute ins Stadion gelockt werden, die nicht zum Fußball schauen kommen.
Ein Kreislauf halt :neutral-face
Also fördert der neuzeitliche Kommerz durchaus auch negative Erlebnisse rund ums Stadion.


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