Othello
689
Nun, im Prinzip gibt es nach so einem Aussetzer keinen Weg noch ein Spiel in unseren Farben zu bestreiten. Wenn man das in dieser disziplinlosen Truppe durchgehen lässt, dann gute Nacht.
Othello schrieb:
Das haben wir uns aber verdient. Europa kannste abhaken.
Platz 7 schon weg?
Hyundaii30 schrieb:hitiba schrieb:
Habe gerade die Pressekonferenz vom Albert geschaut ,bzw. nach ein
paar Minuten wieder abgeschaltet.Alles in Englisch.
Ja die Menschen gibt es auch, die kein Englisch verstehen.
Wie geht das jetzt weiter ?
Lernt der Albert Deutsch ?
Bekommen wir einen Übersetzer ?
Oder muss ich auf die Volkshochschule !
Wie seht ihr das ?
Genauso einen Mist habe ich befürchtet.
Ja man kann die PK Übersetzen,
aber Sprache Nummer eins in Deutschland ist immernoch Deutsch
und nicht Englisch.
Ich habe wirklich keine Lust mich Abends
nach einem langen. Arbeitstag, eine 57 Minuten lange PK mühevoll zu übersetzen, in einer Sprache die ich zwar grob kann, aber im Alltag eben nicht täglich anwende (und es deswegen sehr mühevoll wäre)und deswegen finde ich es sogar eine Zumutung das hier nichts übersetzt wird.
Ich hoffe, da wird noch nachgelegt, denn ich würde mir die PK gerne komplett anschauen und nicht in den Zeitungen nachlesen.
bitte lass das Satire sein
Hyundaii30 schrieb:hitiba schrieb:
Habe gerade die Pressekonferenz vom Albert geschaut ,bzw. nach ein
paar Minuten wieder abgeschaltet.Alles in Englisch.
Ja die Menschen gibt es auch, die kein Englisch verstehen.
Wie geht das jetzt weiter ?
Lernt der Albert Deutsch ?
Bekommen wir einen Übersetzer ?
Oder muss ich auf die Volkshochschule !
Wie seht ihr das ?
Genauso einen Mist habe ich befürchtet.
Ja man kann die PK Übersetzen,
aber Sprache Nummer eins in Deutschland ist immernoch Deutsch
und nicht Englisch.
Ich habe wirklich keine Lust mich Abends
nach einem langen. Arbeitstag, eine 57 Minuten lange PK mühevoll zu übersetzen, in einer Sprache die ich zwar grob kann, aber im Alltag eben nicht täglich anwende (und es deswegen sehr mühevoll wäre)und deswegen finde ich es sogar eine Zumutung das hier nichts übersetzt wird.
Ich hoffe, da wird noch nachgelegt, denn ich würde mir die PK gerne komplett anschauen und nicht in den Zeitungen nachlesen.
bitte lass das Satire sein
Wie recht du hast.
Mal zum eingestellten Support der NWK: es zeigt sich wieder mal, dass insbes. die Ultras ( und gestern alle drumherum, die ihnen gefolgt sind) ein aufgeblasener Haufen von SPATZENHIRNEN, ein selbstbezogener Kindergarten und sonst gar nichts sind. Mit den Aktionen der letzten Jahre haben sie dem Verein schon Schaden genug angerichtet, und jetzt, wo mal ein Tief da ist, wo mal echter Support notwendig wäre, die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist unterirdisch. Wo ist Eure große Liebe, für die Ihr so gerne sterben würdet? Dauersingsang ohne Spielbezug? Fragwürdige Plakataktionen? Ist das alles? Jetzt wäre Euer Herz und Eure Leidenschaft für den Verein notwendig gewesen. In der Not steht man zusammen, Erfolge feiern geht von alleine! Auf der gegenüberliegenden Kurve haben wir wenigstens mit ein paar Aufrechten versucht, gegen den Kotzlärm der Hoppelhasen anzugehen. Und Ihr hockt Euch drüben in die Schmollecke. Geht nach Hause, solche 'Fans' braucht kein Mensch.😡
Mal zum eingestellten Support der NWK: es zeigt sich wieder mal, dass insbes. die Ultras ( und gestern alle drumherum, die ihnen gefolgt sind) ein aufgeblasener Haufen von SPATZENHIRNEN, ein selbstbezogener Kindergarten und sonst gar nichts sind. Mit den Aktionen der letzten Jahre haben sie dem Verein schon Schaden genug angerichtet, und jetzt, wo mal ein Tief da ist, wo mal echter Support notwendig wäre, die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist unterirdisch. Wo ist Eure große Liebe, für die Ihr so gerne sterben würdet? Dauersingsang ohne Spielbezug? Fragwürdige Plakataktionen? Ist das alles? Jetzt wäre Euer Herz und Eure Leidenschaft für den Verein notwendig gewesen. In der Not steht man zusammen, Erfolge feiern geht von alleine! Auf der gegenüberliegenden Kurve haben wir wenigstens mit ein paar Aufrechten versucht, gegen den Kotzlärm der Hoppelhasen anzugehen. Und Ihr hockt Euch drüben in die Schmollecke. Geht nach Hause, solche 'Fans' braucht kein Mensch.😡
Recht hast du.
Zwingenberger schrieb:
Mal zum eingestellten Support der NWK: es zeigt sich wieder mal, dass insbes. die Ultras ( und gestern alle drumherum, die ihnen gefolgt sind) ein aufgeblasener Haufen von SPATZENHIRNEN, ein selbstbezogener Kindergarten und sonst gar nichts sind. Mit den Aktionen der letzten Jahre haben sie dem Verein schon Schaden genug angerichtet, und jetzt, wo mal ein Tief da ist, wo mal echter Support notwendig wäre, die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist unterirdisch. Wo ist Eure große Liebe, für die Ihr so gerne sterben würdet? Dauersingsang ohne Spielbezug? Fragwürdige Plakataktionen? Ist das alles? Jetzt wäre Euer Herz und Eure Leidenschaft für den Verein notwendig gewesen. In der Not steht man zusammen, Erfolge feiern geht von alleine! Auf der gegenüberliegenden Kurve haben wir wenigstens mit ein paar Aufrechten versucht, gegen den Kotzlärm der Hoppelhasen anzugehen. Und Ihr hockt Euch drüben in die Schmollecke. Geht nach Hause, solche 'Fans' braucht kein Mensch.😡
Recht hast du.
Haliaeetus schrieb:
Ich bin enttäuscht. Das war mutlos.
Genau das. Mutlos. Das ging schon bei der Aufstellung los.
Ich bin immer noch der Meinung: Lieber mit einem nicht so guten Stürmer, als gar keinem Stürmer. Aber bei unserem Trainer gibt es halt die "Immer-Spieler", egal wie die über den Platz taumeln. Ich sage nicht, dass es die Nachwuchsspieler besser machen, die heute im Kader waren. Aber schlechter machen sie es auch nicht. Aber da fehlt eben der Mut, solche Jungs auch mal rein zu werfen.
Und am Ende kommt halt dann das raus, was am Ende immer raus kam in den letzten Wochen. Beamten-Fußball. Mit ner grottigen Leistung irgendwo noch einen Punkt ergaunert und der VAR rettet uns in den letzten Wochen viele Punkte.
Das ist einfach kein guter Fußball und tut weh beim zuschauen.
Aber ich weiß: gleich kommen wieder die Erklär-Bären, die das alles mit der Punkte-Ausbeute und irgendwas mit vielen verletzten Spielern schön reden.
Brodo schrieb:Haliaeetus schrieb:
Ich bin enttäuscht. Das war mutlos.
Genau das. Mutlos. Das ging schon bei der Aufstellung los.
Ich bin immer noch der Meinung: Lieber mit einem nicht so guten Stürmer, als gar keinem Stürmer. Aber bei unserem Trainer gibt es halt die "Immer-Spieler", egal wie die über den Platz taumeln. Ich sage nicht, dass es die Nachwuchsspieler besser machen, die heute im Kader waren. Aber schlechter machen sie es auch nicht. Aber da fehlt eben der Mut, solche Jungs auch mal rein zu werfen.
Und am Ende kommt halt dann das raus, was am Ende immer raus kam in den letzten Wochen. Beamten-Fußball. Mit ner grottigen Leistung irgendwo noch einen Punkt ergaunert und der VAR rettet uns in den letzten Wochen viele Punkte.
Das ist einfach kein guter Fußball und tut weh beim zuschauen.
Aber ich weiß: gleich kommen wieder die Erklär-Bären, die das alles mit der Punkte-Ausbeute und irgendwas mit vielen verletzten Spielern schön reden.
Wie recht du hast.
Das Ergebnis ist einigermaßen gerecht....wir hätten gewinnen können, die Fischköpp aber auch....angesichts der Umstände war vermutlich nicht mehr zu erwarten, denn die Jungs wirken mental und körperlich ziemlich platt....ein Punkt ist besser als keiner, aber die Diskussionen werden nicht weniger werden....in der RR, dann hoffentlich mit Verstärkungen, muß es auch fußballerisch besser werden......
cm47 schrieb:
Das Ergebnis ist einigermaßen gerecht....wir hätten gewinnen können, die Fischköpp aber auch....angesichts der Umstände war vermutlich nicht mehr zu erwarten, denn die Jungs wirken mental und körperlich ziemlich platt....ein Punkt ist besser als keiner, aber die Diskussionen werden nicht weniger werden....in der RR, dann hoffentlich mit Verstärkungen, muß es auch fußballerisch besser werden......
Mit einem bisschen Pech verlieren wir das Spiel. VAR sei dank
Hütter möchte proaktiv verteidigen. Das war in der ersten Halbzeit auch ziemlich deutlich zu erkennen. Interessant war dabei für mich weniger unser Ballbesitz als vielmehr die Positionierung gegen den Ball und unmittelbar nach Ballverlust.
Wir haben Augsburg häufig mit einer hohen letzten Linie verteidigt und versucht, den Raum bereits weit vor unserem eigenen Strafraum zu kontrollieren. Entscheidend dafür war das konsequente Nachschieben. Sobald Augsburg auf eine Seite gelenkt wurde, konnte die ballnahe Seite verdichten, während die letzte Linie aggressiv Anschluss gehalten hat.
Dadurch waren die vertikalen Abstände klein. Und genau das ist wichtig, weil ein Ballverlust dann nicht zwangsläufig sofort verteidigt werden muss, sondern zunächst gegengepresst werden kann.
Deshalb sah unsere Defensive in der ersten Halbzeit für mich auch wesentlich stabiler aus. Nicht weil Baum, Koch, Brassier oder Kosugi plötzlich individuell bessere Verteidiger waren, sondern weil sie wesentlich seltener isoliert verteidigen mussten.
Das ist ein elementarer Unterschied.
Eine Viererkette verteidigt nicht unabhängig vom Rest der Mannschaft. Wenn die Abstände zwischen Angriff, Mittelfeld und letzter Linie stimmen, kann ich nach Ballverlust sofort Anschlussdruck herstellen. Werden diese Abstände zu groß, entstehen Laufduelle, offene Halbräume und Situationen, in denen beispielsweise ein Außenverteidiger plötzlich gleichzeitig Breite und Tiefe kontrollieren soll.
Dann sieht am Ende häufig der Verteidiger schlecht aus, obwohl der eigentliche Fehler zehn oder zwanzig Meter weiter vorne entstanden ist.
Genau deshalb würde ich unsere Defensive momentan auch nicht isoliert anhand der Namen bewerten.
Viel interessanter finde ich beispielsweise die Besetzung des Zentrums.
Mit Onyedika haben wir im Grunde nur einen klassischen absichernden Mittelfeldspieler aufgestellt. Davor beziehungsweise daneben bewegen sich Spieler, deren natürliche Orientierung wesentlich offensiver ist.
Das kann sehr attraktiv sein, weil man viele Spieler zwischen und hinter die gegnerischen Linien bekommt. Gleichzeitig erzeugt diese Struktur aber eine enorme Verantwortung für Onyedika.
Wenn die Außenverteidiger Höhe geben und gleichzeitig mehrere offensive Spieler vor dem Ball positioniert sind, muss nach Ballverlust die erste Gegenpressingaktion sitzen. Tut sie das nicht, wird der Sechser zum Feuerwehrmann für eine Fläche, die ein einzelner Spieler überhaupt nicht kontrollieren kann.
Und genau hier liegt für mich einer der Schlüssel für die zwei Gesichter.
Solange unser Gegenpressing in Halbzeit eins Zugriff hatte, funktionierte diese mutige Besetzung. Augsburg kam kaum in Situationen, in denen unsere Restverteidigung offen verteidigen musste. Wir konnten Ballverluste häufig bereits im ersten oder zweiten Zugriff auffangen und Augsburg damit daran hindern, überhaupt kontrolliert in unsere letzte Linie zu kommen.
Genau darin liegt aber gleichzeitig die Fragilität dieses Ansatzes: Wird die erste Gegenpressinglinie überspielt, fehlt uns aktuell noch zu häufig der zweite Zugriff. Dann wird aus einer aggressiven Vorwärtsverteidigung innerhalb weniger Sekunden eine offene Rückwärtsbewegung.
Und dann reden wir plötzlich nicht mehr über Pressing, sondern über Notverteidigung.
Das ist für mich momentan einer der wesentlichen Punkte.
Denn eine Mannschaft, die hoch verteidigen möchte, muss nach einem überspielten Pressing sehr schnell erkennen, ob sie weiterhin Zugriff herstellen kann oder ob sie abbrechen, Tiefe sichern und sich neu organisieren muss.
Genau diese Entscheidungsfindung funktioniert noch nicht zuverlässig.
Und hier wird es für mich nach dem Augsburger Doppelschlag besonders interessant.
Nach einem Gegentor gibt es bei einer hoch verteidigenden Mannschaft grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Ich kann meine Höhe beibehalten, benötige dann aber sofort wieder maximalen Druck auf den Ball. Oder ich nehme vorübergehend einige Meter heraus, verdichte zunächst das Zentrum, sichere Tiefe und stelle wieder Kontrolle her.
Was nicht funktioniert, ist die Zwischenlösung:
Vorne weiterhin attackieren wollen, während hinten bereits vorsichtiger verteidigt wird.
Genau dann verliert eine Mannschaft ihre vertikale Kompaktheit.
Die erste Linie presst, das Mittelfeld kommt nicht mehr sauber hinterher, die letzte Linie beginnt aufgrund fehlenden Balldrucks tiefer zu denken – und plötzlich entstehen zwischen den Mannschaftsteilen Räume, die vorher überhaupt nicht vorhanden waren.
Dann sieht es von außen schnell nach fehlender Mentalität oder individueller Qualität aus. In Wirklichkeit hat die Mannschaft aber zunächst ihre gemeinsame Raumordnung verloren.
Und damit bin ich auch bei der viel diskutierten Mentalität.
Mir ist die Gleichung „Rasmus und Theate weg = Mentalität weg“ deutlich zu einfach.
Bei Rasmus kann ich das aufgrund seiner Präsenz, Emotionalität und Zweikampfführung durchaus nachvollziehen. Bei Theate sehe ich das wesentlich kritischer. Seine aggressive Art zu verteidigen, seine Körpersprache und die Verbindung zu den Fans haben dieses Bild sicherlich begünstigt.
Nur ist das für mich nicht automatisch Führungsqualität.
Ein Abwehrchef definiert sich nicht darüber, wie spektakulär er einen Zweikampf führt oder wie sehr seine Art beim Publikum ankommt.
Er definiert sich vor allem über Steuerung.
Höhe der Kette vorgeben. Herausrücken kommandieren. Rückwärtspressing einfordern. Abstände korrigieren. Mitspieler verschieben. Nach Überspielen des Pressings erkennen, wann nicht mehr nach vorne verteidigt werden darf, sondern zunächst Raum gesichert und verzögert werden muss.
Gerade in der vergangenen Saison habe ich Theate nicht dauerhaft als diesen großen ordnenden Stabilisator wahrgenommen, als der er rückblickend gerade teilweise dargestellt wird.
Unser Problem gegen Augsburg war deshalb für mich auch nicht: „Uns fehlt Theate.“
Unser Problem war, dass nach dem Bruch im Spiel die kollektive Pressinglogik verloren ging.
Und genau dort sehe ich momentan Hütters größte Baustelle.
Für mich ist deshalb beispielsweise auch die Konstellation Götze/Onyedika wesentlich interessanter als die reflexartige Forderung nach dem nächsten Innenverteidiger.
Götze kann einem Spiel über seine Orientierung, sein Freilaufverhalten, seine Passwinkel und seine Fähigkeit, Drucksituationen spielerisch aufzulösen, enorme Qualität geben. Er ist aber naturgemäß kein zweiter Onyedika, der im defensiven Umschalten große Räume schließt.
Wenn ich diese Konstellation spielen möchte, muss ich strukturell dafür sorgen, dass entweder ein Außenverteidiger in der Restverteidigung tiefer bleibt, ein offensiver Achter nach Ballverlust sofort einrückt oder meine Gegenpressingstruktur so eng ist, dass der Gegner den ersten Pass nach Ballgewinn gar nicht sauber spielen kann.
Ansonsten entsteht hinter fünf oder sechs Spielern eine Fläche, die kaum noch kontrollierbar ist.
Das ist keine Kritik an Götze. Das ist eine Frage der Rollenkompatibilität.
Und genau deshalb finde ich auch Baum und Kosugi wesentlich interessanter, als sie momentan teilweise dargestellt werden.
Die Frage sollte nicht sein, ob beide heute bereits dieselbe defensive Sicherheit besitzen wie ein Außenverteidiger mit 150 Bundesligaspielen.
Die Frage muss lauten, welche Funktionen sie innerhalb von Hütters Spielmodell übernehmen sollen.
Beide können Dynamik erzeugen und Höhe geben. Dadurch kann die Breite über die Außenverteidiger hergestellt werden und offensive Spieler können enger in den Halbräumen positioniert werden. Das wiederum schafft andere Passwinkel, andere Anschlussaktionen und bessere Voraussetzungen für Überladungen.
Aber jede offensive Freiheit erzeugt irgendwo eine defensive Verpflichtung.
Wenn Baum hochschiebt, muss sein Rücken abgesichert werden. Wenn Kosugi auf der anderen Seite gleichzeitig Höhe gibt, verändert sich die gesamte Restverteidigung. Dann muss entweder Onyedika Räume vor beziehungsweise zwischen den Innenverteidigern schließen oder ein ballferner Spieler frühzeitig einrücken.
Deshalb interessiert mich auch nicht besonders, ob Baum am dritten Spieltag mal einen Zweikampf verliert.
Mich interessiert, ob die Absicherungsmechanismen um Baum herum in sechs Wochen besser funktionieren.
Genau dort zeigt sich Entwicklung.
Und aus diesem Grund gefällt mir der kleinere Kader grundsätzlich sogar.
Hütter muss gerade keine Ansammlung von Einzelspielern verwalten. Er muss eine gemeinsame Rauminterpretation entwickeln.
Pressinghöhe, Pressingtrigger, Rückwärtspressing, ballfernes Einrücken, Anschlussdruck, Tiefensicherung, Restverteidigung und das Verhalten nach Überspielen der ersten Linie entstehen nicht dadurch, dass man sie einmal auf eine Taktiktafel malt.
Sie entstehen durch Wiederholung.
Und dafür brauche ich Trainingskonstanz, klare Rollen und Spieler, die regelmäßig miteinander arbeiten.
Insofern sehe ich das Transferfenster sportlich auch nicht ausschließlich über die Frage: Wer ersetzt Theate? Wer ersetzt Rasmus? Wer ersetzt Spieler X?
Gute Kaderplanung bedeutet nicht zwingend, jedes abgegebene Profil eins zu eins durch dasselbe Profil zu ersetzen.
Man kann auch das Spielmodell verändern, weil die vorhandenen Spieler andere Stärken besitzen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass ich dieses Transferfenster für perfekt halte. Mir ist der Sturm quantitativ ebenfalls etwas dünn. Eine weitere defensive Option hätte ich auch genommen.
Aber Risiko und schlechte Kaderplanung sind für mich zwei verschiedene Dinge.
Genauso muss man zwischen Kaderplanung, individueller Form und Trainerentscheidungen unterscheiden.
Wenn Koch momentan nicht seine beste Form erreicht oder die letzte Linie nicht ausreichend führt, ist das ein Thema.
Wenn Hütter eine Zentrumsbesetzung wählt, die im defensiven Umschalten nicht funktioniert, ist das ein Thema.
Wenn ein junger Außenverteidiger einen individuellen Fehler macht, ist das ein Thema.
Aber aus drei unterschiedlichen Problemen automatisch ein einziges „Krösche hat den Kader schlecht zusammengestellt“ zu machen, ist mir deutlich zu simpel.
Kaderqualität, individuelle Form und taktische Umsetzung sind drei verschiedene Dinge.
Ähnlich sehe ich es offensiv.
Was uns gegenüber früheren Mannschaften möglicherweise tatsächlich fehlt, ist ein bestimmtes Profil: Spieler, die aus einer zunächst neutralen oder sogar schlecht vorbereiteten Situation über ein Tempodribbling selbstständig Raumgewinn herstellen und damit eine komplette gegnerische Linie überspielen.
Solche Spieler können strukturelle Unsauberkeiten kaschieren.
Fehlt diese individuelle Dynamik, muss ich Chancen anders vorbereiten.
Dann brauche ich saubere Halbraumbesetzung, Überladungen, Gegenbewegungen, dritte-Mann-Läufe, besseres Freiziehen von Räumen und vor allem Anschlussaktionen, nachdem eine gegnerische Linie überspielt wurde.
Dann muss der Gegner über Positionsspiel bewegt werden, anstatt darauf zu hoffen, dass ein Einzelspieler aus dem Stand Unordnung erzeugt.
Das benötigt deutlich mehr Abstimmung.
Deshalb halte ich auch Aussagen wie „Doan bringt keinen Output“ für viel zu eindimensional. Der Wert eines Spielers innerhalb eines Positionsangriffs bemisst sich nicht ausschließlich daran, wer am Ende Tor oder Assist bekommt. Entscheidend kann genauso sein, ob seine Positionierung einen Gegenspieler bindet, einen Halbraum öffnet, einen Passweg erzeugt oder die nächste Aktion vorbereitet.
Und damit komme ich wieder zu den „zwei Gesichtern“.
Für mich war Halbzeit eins nicht einfach gut und Halbzeit zwei einfach schlecht.
Halbzeit eins hat gezeigt, unter welchen strukturellen Bedingungen Hütters Idee funktionieren kann.
Halbzeit zwei hat gezeigt, wie fragil diese Bedingungen momentan noch sind, sobald der erste Zugriff verloren geht.
Das ist für mich ein wesentlich interessanterer Befund als die pauschale Aussage, der Mannschaft fehle Qualität.
Denn individuelle Qualität kann ich im Wesentlichen nur über Personal verändern.
Strukturelle Stabilität kann ich trainieren.
Und genau deshalb würde ich jetzt auch nicht hektisch irgendeinen Spieler verpflichten, nur weil wir sieben Gegentore in zwei Spielen bekommen haben.
Wenn wir in sechs oder acht Wochen noch immer dieselben Probleme haben, wenn unser Gegenpressing nach Überspielen der ersten Linie weiterhin keinen zweiten Zugriff besitzt, die Restverteidigung regelmäßig in Gleichzahl oder Unterzahl gerät, die Abstände zwischen den Linien nicht stimmen und Hütter keine Balance für seine Zentrumsbesetzung findet, dann haben wir ein strukturelles Problem, über das man sehr ernsthaft reden muss.
Momentan sehe ich aber zunächst einen Trainer, der versucht, die Mannschaft höher und proaktiver verteidigen zu lassen, gleichzeitig viele technisch starke Spieler auf den Platz bringen möchte und dafür bewusst Risiko in der Absicherung akzeptiert.
Seine Aufgabe besteht jetzt darin, dieses Risiko kontrollierbar zu machen.
Und genau deshalb bin ich auch vorsichtig mit dem Anspruchsdenken von uns Fans.
Natürlich darf jeder kritisieren. Ich mache das selbst. Aber nur weil jemand seit 20 Jahren Mitglied ist, eine Dauerkarte besitzt, Eintritt bezahlt oder jedes zweite Wochenende hunderte Kilometer auswärts fährt, besitzt er dadurch weder ein größeres Mitspracherecht bei sportlichen Entscheidungen noch automatisch eine höhere fachliche Kompetenz.
All diese Dinge tun wir freiwillig, weil wir Eintracht unterstützen und diesen Verein lieben.
Daraus entsteht aber kein Anspruch darauf, dass die sportliche Leitung den Kader nach unseren Vorstellungen zusammenstellt.
Eine Eintrittskarte ist eine Eintrittskarte und kein Anteilsschein an der Kaderplanung.
Wir kennen weder sämtliche Transferoptionen noch interne Gespräche, Trainingswerte, medizinische Daten, definierte Spielerprofile, finanzielle Grenzen oder die taktischen Überlegungen hinter einzelnen Personalentscheidungen.
Deshalb unterscheide ich ziemlich deutlich zwischen:
„Ich halte diese Entscheidung für falsch.“
und
„Ich weiß, dass diese Entscheidung falsch ist.“
Ersteres ist Kritik. Zweiteres setzt Informationen voraus, die wir Außenstehenden schlicht nicht besitzen.
Und genau deshalb würde ich nach zwei Bundesligaspielen weder die Kaderplanung abfeiern noch sie beerdigen.
Für mich lautet die entscheidende Frage nach Augsburg nicht:
„Wen hätte Krösche noch kaufen müssen?“
Sondern:
Warum konnte dieselbe Mannschaft Augsburg zunächst kontrollieren und verlor anschließend innerhalb kürzester Zeit ihre komplette Zugriffskontrolle?
Wenn Hütter darauf eine Antwort findet, verschwinden möglicherweise einige der momentan diskutierten vermeintlichen Kaderprobleme ganz von selbst.
Wenn er sie nicht findet, werden wir irgendwann ganz andere Diskussionen führen müssen.
Aber genau daran würde ich diese Mannschaft in den kommenden Wochen messen:
Nicht daran, ob jeder junge Spieler sofort fehlerfrei funktioniert. Nicht daran, ob nach zwei Spieltagen irgendeine Tabelle unseren Erwartungen entspricht.
Sondern daran, ob aus individuellem Verteidigen wieder kollektives Verteidigen wird, ob nach dem ersten verlorenen Zugriff ein zweiter entsteht, ob die Restverteidigung sauberer organisiert wird, ob die Abstände unter gegnerischem Druck stabil bleiben und ob diese Mannschaft lernt, nach einem Wirkungstreffer nicht ihre komplette Raumordnung zu verlieren.
Dann werden aus den zwei Gesichtern irgendwann nicht deshalb eines, weil plötzlich bessere Einzelspieler auf dem Platz stehen – sondern weil elf Spieler anfangen, dieselben Situationen gleich zu interpretieren.
Und genau das ist am Ende Trainerarbeit.