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peter

38009

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peter schrieb:

WuerzburgerAdler schrieb:

Was ich bei der ganzen Diskussion über die Ehe für alle noch nie verstanden habe: inwiefern gibt der Staat den Schutz der Ehe auf, wenn er auch Homosexuellen den Zugang zur Ehe gestattet? Ist sie dann weniger wert, weniger geschützt oder wie muss man das verstehen?
     


ich glaube bei dem thema geht es um etwas um das auch bei anderen themen immer wieder durchschimmert: warum dürfen die etwas was mein privileg war? da verhält es sich bei hartz IV beispielsweise ähnlich, warum muss ich arbeiten gehen und die bekommen auch geld. und früher in der bekämpfung der drogensucht: diejenigen die methadon bekommen lassen sich vom staat ihre sucht bezahlen während man selbst nie harte drogen angefasst hat. prost.

Ja, das verstehe ich vollkommen. Ist ja auch bitter.
Allerdings meine ich die Politikersicht. Der Herr im Video spricht ja davon, dass das nicht geht mit der Ehe für alle, weil die Ehe zwischen Heterosexuellen aus Gründen der Fortpflanzungsfähigkeit geschützt werden müsse. Und da frage ich mich, inwieweit dieser Schutz entfällt, wenn es auch andere dürfen.
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WuerzburgerAdler schrieb:

Der Herr im Video spricht ja davon, dass das nicht geht mit der Ehe für alle, weil die Ehe zwischen Heterosexuellen aus Gründen der Fortpflanzungsfähigkeit geschützt werden müsse.


das entspricht der politischen logik der "konservativen". um das eine zu schützen muss das andere verhindert werden. damit niemand eine wahl hat und wahrscheinlich denkt der mann auch so etwas wie schwulengleichstellung befördert homosexualität und heterosexuelle werden jetzt vermehrt schwul werden.

oder er denkt das, was andere politiker auch denken: mit einer solchen aussage kann man wählerstimmen abfischen. beispielsweise die derjenigen die ja nichts gegen schwule haben, in ermangelung farbiger hat ja mittlerweile jeder einen schwulen im bekanntenkreis und der ist sehr nett und hat auch noch nie versucht ihn selbst an zu graben. aber die sollen sich gefälligst nicht öffentlich machen, das ist irgendwie...unappetitlich.

mit dem versuch dich der aussage mit der üblichen logik zu nähern wirst du nicht weit kommen. die kreuzritter gegen die lügenpresse haben ihre ganz eigene logik.
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hawischer schrieb:

Ich kann einen Vergleich, du meinst sicher Gleichstellung einer homosexuellen Partnerschaft und einer "Ehe unter Geschwistern"  in dem Redebeitrag nicht zu erkennen. Dem Herrn ging es sichtlich darum, die Besonderheit des verfassungsrechtlichen Ehebegriffs für die Ehe zwischen Mann und Frau und nicht zwischen Bruder und Schwester oder eines Mannes mit mehreren Frauen darzustellen. Also wenn vergleichbares, dann das. Er weist ausdrücklich auf den besonderen Schutz einer homosexuellen Partnerschaft hin.

Ja, hawischer. Der Silberhorn hat das Video ja nicht aus dem Stand heraus gemacht. Ich gebe dir recht - das ist formal alles korrekt, was er da sagt und halt seine Meinung.

Was du nicht sehen willst ist aber der offenkundige Versuch, auf subtile Weise Inzest und Homosexualität auf die selbe Stufe zu stellen. Dass du das nicht erkennen willst zeigt nur, wie geschickt Silberhorn das gemacht hat.
Ich hoffe jetzt nicht, dass du dies jetzt auch noch bestreiten willst.

Was ich bei der ganzen Diskussion über die Ehe für alle noch nie verstanden habe: inwiefern gibt der Staat den Schutz der Ehe auf, wenn er auch Homosexuellen den Zugang zur Ehe gestattet? Ist sie dann weniger wert, weniger geschützt oder wie muss man das verstehen?
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WuerzburgerAdler schrieb:

Was ich bei der ganzen Diskussion über die Ehe für alle noch nie verstanden habe: inwiefern gibt der Staat den Schutz der Ehe auf, wenn er auch Homosexuellen den Zugang zur Ehe gestattet? Ist sie dann weniger wert, weniger geschützt oder wie muss man das verstehen?
     


ich glaube bei dem thema geht es um etwas um das auch bei anderen themen immer wieder durchschimmert: warum dürfen die etwas was mein privileg war? da verhält es sich bei hartz IV beispielsweise ähnlich, warum muss ich arbeiten gehen und die bekommen auch geld. und früher in der bekämpfung der drogensucht: diejenigen die methadon bekommen lassen sich vom staat ihre sucht bezahlen während man selbst nie harte drogen angefasst hat. prost.

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Wie gesagt, die regionalen Unterschiede stelle ich überhaupt nicht in Frage. Trotz aller Diversität verbindet aber Mailand und Rom, Barcelona und Madrid eine engere kulturelle Klammer, als dies zwischen Rom und Berlin oder Madrid und Paris der Fall ist.

Anhand der bisherigen Antworten lässt sich feststellen, dass niemand vorbehaltlos der Aussage "Es existiert keine französische, italienische oder russische Kultur" zustimmen will.
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amsterdam_stranded schrieb:

Anhand der bisherigen Antworten lässt sich feststellen, dass niemand vorbehaltlos der Aussage "Es existiert keine französische, italienische oder russische Kultur" zustimmen will.        


weil schon die fragestellung quatsch ist und man die frage gar nicht beantworten kann. es wäre aber an dir, falls du zu der frage auch stellung nehmen möchtest, deine position zu begründen anstatt irgend etwas ein zu fordern. jedes land und jedes volk auf diesem planeten hat kulturelle eigenheiten. allerdings sind ländergrenzen im regelfall völlig mutwillige grenzen, von siegern gezogen und das ergebnis unzähliger kriege.

je größer ein land ist und je nach geographischer lage sind es mal mehr, mal weniger einheitliche kulturen die darauf einfluß genommen haben. hätte hitler gewonnen oder wären die russen bis zum rhein durchmaschiert hätten wir ganz andere kulturellen einflüsse.

aber worauf läuft die frage hinaus?

wenn man die afd hört geht den deutschen ihre spezifische kultur aus. wichtiger als die frage ob russland eine eigenständige kultur hat wäre doch wohl die antwort auf die frage was denn, wenn man denn eine zu erkennen vermag, die deutsche kultur ausmacht. das ist die antwort auf die ich schon länger warte.

eine frage raushauen und sich dann stundenlang darauf zurück ziehen dass niemand eine einfache antwort geben kann ist wenig hilfreich bei der klärung irgend einer unterschiedlichen sichtweise.
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Ich stelle die kulturelle Vielfalt dieser Länder überhaupt nicht in Abrede und natürlich haben sich kulturelle Einflüsse vermischt.

Aber nach wie vor hat sich niemand getraut, meine Frage zu beantworten:

Existiert eine italienische, französische, russische Kultur jenseits der Sprache nicht?

Liegt der einzige Unterschied zwischen Paris und Moskau oder zwischen Berlin und Rom kulturell in der Sprache?
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amsterdam_stranded schrieb:

Aber nach wie vor hat sich niemand getraut, meine Frage zu beantworten:

Existiert eine italienische, französische, russische Kultur jenseits der Sprache nicht?


ich dachte ich hätte die beantwortet. natürlich gibt es überall typische merkmale und kulturelle verbindungen und ausprägungen. aber weder stoppen die an landesgrenzen, so kurz hinter aachen oder görlitz, noch sind die meisten davon alleistellungsmerkmale, da sie sich sowohl grenzübergreifend verbreiten als auch innerhalb von ländern regional verschieden sind. was macht für dich die kulturelle identität deutschlands aus, falls du eine solche siehst?

vielleicht kommen wir ja weiter wenn du mir im gegensatz mal erklärst was für dich der kulturelle unterschied zwischen nordspanien und südfrankreich ist. oder zwischen süddeutschland und österreich. und dabei gerne auch warum das thema so ein großes ding ist.

fragen stellen ist zwar immer völlig ok, aber ein bisschen eigene position ist auch nicht schlecht.
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so viele ca auf einmal, meine woche fängt gut an.
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amsterdam_stranded schrieb:

Würdest Du auch sagen, dass eine französische, italienische, spanische, angelsächsische, russische Kultur jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar ist?
     

Bis auf Russland habe ich alle genannten Länder mehrfach besucht.
Meiner Erfahrung nach sind die kulturellen Unterschiede teilweise enorm.
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reggaetyp schrieb:

amsterdam_stranded schrieb:

Würdest Du auch sagen, dass eine französische, italienische, spanische, angelsächsische, russische Kultur jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar ist?
     

Bis auf Russland habe ich alle genannten Länder mehrfach besucht.
Meiner Erfahrung nach sind die kulturellen Unterschiede teilweise enorm.        


das gilt für mich auch, bis auf russland. aber auch in diesen "ländern" macht es einen riesigen unterschied ob du in brighton oder in glasgow bist, in mailand oder auf sizilien, in marseille oder calais und in welcher gesellschaftlichen schicht du dich bewegst.

es behauptet ja niemand dass es in anderen ländern keine typischen "merkmale" gibt, aber viele davon sind eben auch rein regional und die gibt es auch in deutschland. was davon man als "kultur" bezeichnen kann wäre auch noch so eine frage. burger, cafe´au lit und pizza sind schon lange keine alleinstellungsmerkmale mehr.

und da kommt dann noch der unterschied hinzu ob menschen in ballungszentren leben oder im ländlichen. und ob der landwirt aus niederbayern mit dem bewohner auf sylt so viel gemein hat? oder der krabbenfischer aus friesland mit dem modedesigner aus münchen? oder der banker aus frankfurt mit dem taxifahrer in leipzig?

man kann das natürlich auch alles simplifizieren und frau antje, frere jaques und kate middleton für typische vertreter ihres landes halten. und winnetou für einen indianer und ivan rebroff für einen russen.
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peter schrieb:


natürlich gibt es keine einheitliche kultur in deutschland. das beginnt mit unterschiedlicher lokaler sprache im norden und im süden und im osten und im westen. das geht über ernährungsvielfalt bis hin zu den so gewollten kulturministierien in den verschiedenen bundesländern. von den riesigen unterschieden in mehrheitlich protestantischen, katholischen oder atheistischen geprägten regionen ganz zu schweigen.

nicht umsonst retten sich viele rechte beim versuch eine einheitliche deutsche kultur zu definieren auf das christlich-jüdische abendländliche. spezifisch deutsch ist das aber auch nicht. wenn man an stelle des begriffs deutsch den begriff heimat setzt, dann wird schon eher ein schuh daraus. und die heimat eines ostfriesen und die eine niederbayern, die eines erzgebirglers und die eines rheinländers haben nicht all zu viele schnittmengen.


Der Aspekt der regionalen Unterschiede gilt für Frankreich, Italien, Spanien, Grossbritannien, Russland etc. zumindest gleichermaßen. Würdest Du auch sagen, dass eine französische, italienische, spanische, angelsächsische, russische Kultur jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar ist?
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amsterdam_stranded schrieb:

Würdest Du auch sagen, dass eine französische, italienische, spanische, angelsächsische, russische Kultur jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar ist
       


russland würde ich da mal ausnehmen, das land ist, von der größe her, fast ein eigener kontinent und war schon immer von unzähligen völkern durchzogen. wie auch die usa bezieht russland seine identität über den nationalismus und der hat nur wenige kulturelle hintergründe. die seperatistischen fortbewegungen von mütterchen russland nach dem zusammenbruch der udssr sprechen da eine eigene sprache. und über namedropping kultureller überflieger, dostojewski, tschaikowsky oder tolstoi wird man zwar dem bedürftnis kultureller überlegenheit gerecht, aber wie viele millionen russen diese künstler wohl heute tatsächlich noch konsumieren? ich schätze auch nicht mehr als bei uns kant, lessing und wittgenstein - falls einen die schule nicht dazu zwingt.

spanien hat es vor gerade mal 30 - 40 jahren geschafft die ultranationalen frankisten ab zu schütteln. aber wenn man spanische großstädte besucht unterscheiden sich barcelona und madrid in vielen dingen auch nicht von paris oder london. man hört die gleiche musik, sieht die gleichen filme und liest die gleichen schriftsteller. und die katalanen wollen ihre autonomie weil sie sich nicht als spanier begreifen. und klar, auch da beharren die nationalisten auf ihre identität und spanier sind auf ihre schriftsteller und maler stolz.

die angelsächsische kultur war schon immer eine mischkultur, das königshaus der engländer seit jahrhunderten mit herrschern aus anderen europäischen ländern und deren nachkommen bestückt. durch den commenwealth und den vorherigen imperialsimus holte man sich ganz viele äußere einflüsse ins land und das merkt man an allen ecken und enden. dass das den rassisten aufstößt und es schon in den 70ern eine starke nationalfront gab ist da kein wunder. im übrigen leben inselbewohner eine ganz eigene dynamik.

das könnte man jetzt noch weiter führen, ist aber wahrscheinlich wenig zielführend. deshalb mal ein anderer gedanke: die länder in denen der nationalismus in europa im moment am stärksten verbreitet ist sind die länder, in denen bis vor kurzem der eiserne vorhang den kontakt mit anderen kulturen deutlich erschwert hat. polen, ungarn, viele länder im ostblock. diese länder versuchen ihre identität einer komplizierten welt gegenüber zu stellen in der sie nicht auf der gewinnerseite des kapitalistischen lagers stehen. geht es da um identität als wert oder darum auf irgend etwas stolz sein zu wollen weil das selbstwertgefühl angeknackst ist? in meiner einschätzung letzteres.
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montagmorgen in frankfurt: das grinsen sitzt besser als die frisur.
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peter schrieb:

hawischer schrieb:

Sie hat ausdrücklich geschrieben, dass jenseits der Sprache eine spezifisch deutsche Kultur schlicht nicht identifizierbar ist.


ei wo ist sie denn, die nadel im heuhaufen? und wie bekommt man das hin gebogen? am besten noch immer wenn man sätze, aus dem zusammenhang gelöst, analysiert und dabei zu einem anderen ergebnis bezüglich des inhalts kommt als die beabsichtigte.

(ich schätze das ist der teil auf den du antworten wirst)

natürlich gibt es keine einheitliche kultur in deutschland. das beginnt mit unterschiedlicher lokaler sprache im norden und im süden und im osten und im westen. das geht über ernährungsvielfalt bis hin zu den so gewollten kulturministierien in den verschiedenen bundesländern. von den riesigen unterschieden in mehrheitlich protestantischen, katholischen oder atheistischen geprägten regionen ganz zu schweigen.

nicht umsonst retten sich viele rechte beim versuch eine einheitliche deutsche kultur zu definieren auf das christlich-jüdische abendländliche. spezifisch deutsch ist das aber auch nicht. wenn man an stelle des begriffs deutsch den begriff heimat setzt, dann wird schon eher ein schuh daraus. und die heimat eines ostfriesen und die eine niederbayern, die eines erzgebirglers und die eines rheinländers haben nicht all zu viele schnittmengen.

Inhaltlich habe ich mich bisher überhaupt nicht geäußert. Du kannst es drehen wie du willst, meine einzige Absicht war, die fehlerhafte Wiedergabe eines Zitates richtigzustellen. Deshalb stimmt Dein erster Absatz nicht.

Und jetzt kommt die Überraschung. Ich antworte auf den zweiten Teil Deiner Ausführung:

Ich stimme Dir zu. Sehe ich genauso.

Geschichtliche Ereignisse hatten in den Regionen in denen sie stattfanden dort Auswirkungen auf kulturelle Entwicklungen. Ob das die Besiedlung durch die Hugenotten war, oder die polnische Einwanderung im Ruhrgebiet oder 40 Jahre SED-Herrschaft im Osten. Und dergleichen mehr. Das gilt auch für andere Regionen in Europa. Ich halte weder von der Leitkultur-, noch von der Kulturdiskussion etwas, sie bringt uns in Europa nicht weiter.
Ich weiß nicht, ob z.B. Tito sich mal über eine einheitliche jugoslawische Kultur ausgelassen hat, wenn ja, haben die Ereignisse ihn nachträglich Lügen gestraft.
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hawischer schrieb:

Geschichtliche Ereignisse hatten in den Regionen in denen sie stattfanden dort Auswirkungen auf kulturelle Entwicklungen. Ob das die Besiedlung durch die Hugenotten war, oder die polnische Einwanderung im Ruhrgebiet oder 40 Jahre SED-Herrschaft im Osten. Und dergleichen mehr. Das gilt auch für andere Regionen in Europa. Ich halte weder von der Leitkultur-, noch von der Kulturdiskussion etwas, sie bringt uns in Europa nicht weiter.
Ich weiß nicht, ob z.B. Tito sich mal über eine einheitliche jugoslawische Kultur ausgelassen hat, wenn ja, haben die Ereignisse ihn nachträglich Lügen gestraft.        


da sind wir uns ja mal einig. ich halte, wie bekannt, von der diskussion auch nichts, unsere einflüsse sind mannigfaltig, sowohl kulturell als auch religiös und gesellschaftlich. manches mehr, manches weniger, aber vieles eindeutig identifizierbar. das ist ein ganz normaler prozess wenn man mit anderen kulturen in kontakt kommt und sich gegenseitig befruchtet, durchaus auch auf körperliche weise.

früher war es ein kompliment wenn eine stadt weltoffen genannt wurde. handelsstädte waren bunte biotope und spätestens nach jedem krieg war es mit der "blutsreinheit" in allen betroffenen regionen auch nicht mehr so weit hin.

und auch wenn es meine interpretation ist, ich bin mit sicher genau das hat die dame gemeint. und eine diskussion darüber wie sie es gemeint haben könnte ist genau die art von haarspalterei die inhaltliche diskussionen so unglaublich kompliziert macht.

ein interessanter teilaspekt: es scheint für manchen interessanter sich daran ab zu arbeiten was die dame gemeint haben könnte als an der prämisse von gauland die dame habe grundsätzlich unrecht.
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gute nacht john-boys.
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Misanthrop schrieb:

Ich versuche es nochmals: Worin lag denn nun mein Versehen?


Wenn Du Deinen Faktencheck liest mit der Behauptung, die Verfasserin hätte nichts zur Kultur sondern nur zur Leitkultur was gesagt habe und dann den von mir zitierten Orginalsatz wird es Dir hoffentlich klar.
Sie hat ausdrücklich geschrieben, dass jenseits der Sprache eine spezifisch deutsche Kultur schlicht nicht identifizierbar ist.
Wenn das für Dich kein Unterschied ist, warum hast du dann den Faktencheck für alle dente geschrieben, der sich über die Kulturaussage beschwert und du ihn darauf hinweist, sie habe nur was zur Leitkultur gesagt.

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hawischer schrieb:

Sie hat ausdrücklich geschrieben, dass jenseits der Sprache eine spezifisch deutsche Kultur schlicht nicht identifizierbar ist.


ei wo ist sie denn, die nadel im heuhaufen? und wie bekommt man das hin gebogen? am besten noch immer wenn man sätze, aus dem zusammenhang gelöst, analysiert und dabei zu einem anderen ergebnis bezüglich des inhalts kommt als die beabsichtigte.

(ich schätze das ist der teil auf den du antworten wirst)

natürlich gibt es keine einheitliche kultur in deutschland. das beginnt mit unterschiedlicher lokaler sprache im norden und im süden und im osten und im westen. das geht über ernährungsvielfalt bis hin zu den so gewollten kulturministierien in den verschiedenen bundesländern. von den riesigen unterschieden in mehrheitlich protestantischen, katholischen oder atheistischen geprägten regionen ganz zu schweigen.

nicht umsonst retten sich viele rechte beim versuch eine einheitliche deutsche kultur zu definieren auf das christlich-jüdische abendländliche. spezifisch deutsch ist das aber auch nicht. wenn man an stelle des begriffs deutsch den begriff heimat setzt, dann wird schon eher ein schuh daraus. und die heimat eines ostfriesen und die eine niederbayern, die eines erzgebirglers und die eines rheinländers haben nicht all zu viele schnittmengen.
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Ich warte seit vier Jahren darauf, dass mir jemand erklärt, was genau politische Korrektheit ist, und weshalb es eminent wichtig ist, davon (endlich) anzulassen.

Gibt es dazu noch mehr zu sagen außer "das wird man doch (endlich) mal sagen dürfen"?
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Misanthrop schrieb:

Ich warte seit vier Jahren darauf, dass mir jemand erklärt, was genau politische Korrektheit ist, und weshalb es eminent wichtig ist, davon (endlich) anzulassen.


nicht pc ist es wenn ich rechte als nazis bezeichne oder als rassisten. das ist pauschal und unfair. wenn es aber so gewünscht ist: können sie haben. wer austeilt muss auch einstecken.

pc ist es menschen nicht an ihere herkunft oder religion zu bewerten und zu verallgemeinern.

nicht pc ist es menschen mit begriffen zu belegen die man normalerweise niemandem ins gesicht sagt wenn man nicht größer, stärker oder in überzahl ist, nur weil die in sexualtät, aussehen oder auf grund einer behinderung anders sind.

pc ist es jemanden als person an zu greifen obwohl er nicht meine hautfarbe oder religion oder geschlecht oder sexuelle orientierung hat wenn ich sein verhalten auf ihn beziehe und nicht auf seine unveränderlichen attribute. oder, um es mit funny yan dannen zu sagen: auch "lesbische, schwarze behinderte können ätzend sein".

pc ist kein gesetz sondern ein hinweis auf umgangsformen. niemand wird bestraft wenn er den ganzen tag "mohrenkopf" oder "zigeunerschnitzel" vor sich hin murmelt. es stellt sich dann eher die frage nach der geistigen gesundheit und sittlichen reife wenn er darauf besteht dies unbedingt tun zu wollen.

und da beißt sich dann die schlange in den schwanz. der pauschale pc ablehner möchte alles was ihm so durch den kopf geht sagen wollen. er ist dann aber beleidigt wenn man ihn selbst entsprechend behandelt. da wird dann jedes wort entrüstet zur kenntnis genommen und er fühlt sich unterdrückt und verfolgt.
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Fakten-Check:

Leitkultur. Sie sprach von einer in Deutschland ihrer Meinung nach nicht zu erkennenden einheitlichen Leitkultur. Nicht davon, dass es keine deutsche Kultur gäbe.
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Misanthrop schrieb:

Fakten-Check:

Leitkultur. Sie sprach von einer in Deutschland ihrer Meinung nach nicht zu erkennenden einheitlichen Leitkultur. Nicht davon, dass es keine deutsche Kultur gäbe.        


es wurde eine zeit lang ganz allgemein darüber diskutiert ob es diese leitkultur gibt und aus was sie sich zusammen setzt, mittlerweile ist das thema medial ein alter hut. mir konnte noch niemand erklären was das sein soll, anscheinend tun sich andere damit leichter die zu erkennen. die bestandteile sinnvoll zu benennen, so dass sie widerspruchsfrei nachvollziehbar wären, schaffen die aber auch nicht.

natürlich gibt es deutsche kultur, die endet aber nicht mit kant und goethe im 17.jahrhundert, da kam noch so einiges nach. und es gibt französische kultur und spanische. wie die sich von der deutschen unterscheiden, außer in paella statt schnitzel und baguette statt schwarzbrot und ähnlichen details, wüsste ich aber auch nicht so genau.

unsere nationalisten und selbsternannten patrioten unterscheiden sich auch nicht sonderlich von denen anderer länder, viele fahnen, stolz auf die eigene nation und alles fremde ist eher ab zu lehnen. wie das absingen der nationalhymne durch dafür künstlerisch überforderte fußballspieler in anderen ländern gesehen wird weiß ich nicht.

aber so sind sie halt, die patrioten. der ständige kampf darum die eigenen werte zu allgemeingültigen zu erheben anstatt allgemeingültige zu akzeptieren prägt deren motivation. und selbst damit haben "deutsche patrioten" kein alleinstellungsmerkmal, das wollen die patrioten anderer länder auch. wie man beispielsweise in den usa zur zeit sehr gut beobachten kann.

und wer beim thema leitkultur nicht ganz klar position pro patrioten bezieht ist suspekt. völlig egal was da gesagt wird, jedes in frage stellen ist in deren augen undeutsch. und muss, wie alles was den damen und herren nicht passt, nicht politisch argumentativ sondern am ende handfest entsorgt werden. auch das halten sie für leitkultur.

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Wenn man sich die Ergebnisse der ersten drei Spieltage ansieht, kann man zumindest nicht behaupten, dass die These der verdammt engen Liga an den Haaren herbei gezogen ist. Da kann bislang fast jeder jeden schlagen.
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Brodowin schrieb:

Wenn man sich die Ergebnisse der ersten drei Spieltage ansieht, kann man zumindest nicht behaupten, dass die These der verdammt engen Liga an den Haaren herbei gezogen ist. Da kann bislang fast jeder jeden schlagen.
     


ich würde trotzdem wetten, dass jeder von uns beiden, bei der vorhersage wer die ersten sechs plätze unter sich ausmachen wird, mindestens vier richtige haben würde. und dass es am ende ganz oben nur wenige eklatante unterschiede zur letzten saison gibt.
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Brodowin schrieb:

FrankenAdler schrieb:

Ohne verstehen zu können, warum es 6 Minuten geben musste, würde ich in keiner Weise behaupten wollen, der Schiri wäre parteiisch gewesen. Es gab einige knifflige Srrafraumszenen die man mit ein bisschen schlechtem Willen gegen uns pfeifen hätte können.
Man muss nicht gleich ne Verschwörung konstruieren  ...

Schlecht war der Schiri trotzdem.  

Ja. Aber unparteiisch!
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FrankenAdler schrieb:

Brodowin schrieb:

FrankenAdler schrieb:

Ohne verstehen zu können, warum es 6 Minuten geben musste, würde ich in keiner Weise behaupten wollen, der Schiri wäre parteiisch gewesen. Es gab einige knifflige Srrafraumszenen die man mit ein bisschen schlechtem Willen gegen uns pfeifen hätte können.
Man muss nicht gleich ne Verschwörung konstruieren  ...

Schlecht war der Schiri trotzdem.  

Ja. Aber unparteiisch!


die ansage zu den 6 minuten kam doch nicht vom schiri sondern von außen, oder? wie die zustande gekommen sind verstehe ich nicht, aber ich verstehe ja sowieso nicht viel. ansonsten hat der halt so vor sich hin geschirit, größere vorteile für ein team habe da nicht erkennen können. und dass der onkel "vester" städig ohne strafe foulen darf ist ja nicht nur gegen uns so.

verdienter sieg, weiter so. und benoten kann man fast durchgehend wie letzte woche. + 1 tor.
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@Werner

ich kann dir hier ein schönes beispiel dafür geben wie die ängste einiger geschürt werden indem man sie künstlich aufbläst, gegen jeder wahrheit:

http://www.bildblog.de/92868/bild-laesst-angst-wachsen/

es ist völlig schnuppe wie reale zahlen aussehen und wie man den ängstlichen menschen argumentativ gegenüber treten könnte, sie haben ihre eigenen quellen. und die sind nicht nur in den sozialen medien zu finden sondern auch im auflagenstärksten printmedium.

der mensch glaubt halt gerne was er glaubt. neu daran ist, dass anscheinend jeder der etwas anderes sieht ein verschwörer und teil eines riesigen komplotts ist oder einfach dumm und ein schaf. freund/feind und schwarz/weiß, deutsch und nicht deutsch. das sind die weltbilder die bei einigen wieder einzug halten. und, auch wenn ich mich da wiederhole, es kann nicht sein dass die vernünftigen ihre handlungsweisen nach solchen personen ausrichten. sollen sie doch in ihrem verschwörungsbiotop vor sich hin wuseln und sich ihre kinder selbst machen (hallo frau weidel), wie sie auf einigen wahlplakate angepriesen bekommen.
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brockman schrieb:


Punkt 2: Ein Blick in die Geschichte sollte uns lehren. Im Kampf Demokraten gegen Antidemokraten ist es immer schief gegangen, wenn man den Antidemokraten die Hand gereicht hat. Wenn man sie einbinden wollte. Sie amm Ende zu "entzaubern" plante. Wer in Wort oder Tat Gewalt propagiert, wer Grundrechte außer Kraft setzen will, ist kein Teil des Diskurses mehr. Und wer die Hyänen füttert, wird am Ende von ihnen gefressen.



Beispiele bitte.

Ich könnte zum Beispiel sagen, dass die Republikaner 1992 und 93 in den Umfragen bei 5 Prozent waren. Dann hat die Regierung das Asylrecht verschärft und die schärfste Forderung der Reps erfüllt. Natürlich ohne sie einzubinden.

Ergebnis: die Reps stürzten ab, zerlegten sich selbst.

Die ÖVP hat mit der Nominierung von Kurz einen Schwenk hin zur FPÖ Programmatik gemacht. Die FPÖ verlor von einem Tag auf den anderen 10 Prozent, die ÖVP gewann sie dazu.

Rutten hat in Holland vor der Wahl die Forderungen bzgl der Türkei von Wilders übernommen. Der verlor dann in wenigen Tagen vier Prozent, die Rutten hinzu gewonnen hat.

Soll ich noch mehr Beispiele bringen?

Es geht nicht um das Einbinden rechter Parteien. Man soll ihnen die Themen weg nehmen.

Wenn jemand wie der Herrmann von der CSU z.b. Kanzler wäre, würde die AfD keine 3 Prozent bekommen.

Wenn Du auf die Nazis anspielst... Denen hat man die Themen nicht weg genommen, denen hat man die Posten gegeben, die nötig waren, um die Demokratie zu zerstören.

Wenn die AfD den Kanzler stellen würde, wäre die Demokratie, wie wir sie kennen, am Ende.  Gott bewahre.
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SGE_Werner schrieb:

Es geht nicht um das Einbinden rechter Parteien. Man soll ihnen die Themen weg nehmen.


nein und nochmals nein. wenn 10% wegen der fremdenunfreundlichen politik der afd diese wählen, dann sollen sie das tun. der schluss daraus kann und darf nicht sein, dass man deren positionen übernimmt und für ruhe sorgt. damit gibt man ihnen nämlich indirekt recht. im deutschen herbst hätte ein großteil der bevölkerung sich einen polizeistaat gewünscht und die brd ist genau darauf zugesegelt. am ende war das ganz knapp.

ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass die politik ethische und moralische werte nur deswegen in frage stellt damit afd-wähler abgeschöpft werden können.
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Begründen und vor allem benennen kann man diese Ängste schon. Die R+V hat das gerade getan:

Nach Anschlägen in Berlin und anderen europäischen Städten haben viele Menschen in Deutschland Angst vor Terror. Die Sorge vor derartigen Attacken liege unverändert auf Platz eins der Langzeit-Umfrage "Die Ängste der Deutschen", teilte die R+V Versicherung mit. 71 Prozent der rund 2400 Befragten fühlten sich demnach von Terrorismus bedroht, zwei Prozentpunkte weniger als beim Rekordhoch 2016. Die Herausgeber sprechen aber noch immer von einem der höchsten je erfassten Werte. Mit deutlichem Abstand auf Terrorismus folgen wie im Vorjahr die Ängste vor politischem Extremismus (62 Prozent) und vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (61 Prozent).
https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/vermischtes-de-welt/buerger-fuerchten-sich-vor-terror-die-aengste-der-deutschen-d1778874.html

Das vollkommen Verrückte dabei: Die Terrorgefahr betrifft - wieviel Menschen?  0,00001 Prozent? Keine Ahnung. Die Gefahr aber, die uns alle betrifft, die Gefahr, die unser aller Leben am stärksten bedroht und die jedes Jahr sichtbarer wird, und gleichzeitig die Gefahr, an der wir alle noch am ehesten etwas ändern können, taucht unter den Top Ten der größten Ängste der Deutschen gar nicht auf: Der Klimawandel und seine Folgen.

@ Werner: wie soll jemand, der davon überzeugt ist, Menschen in Not müsse geholfen werden, die Leute abholen, die das überhaupt nicht finden? Wie soll das gehen?
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WuerzburgerAdler schrieb:

Das vollkommen Verrückte dabei: Die Terrorgefahr betrifft - wieviel Menschen?  0,00001 Prozent?


genau das habe ich mit irrational gemeint.

WuerzburgerAdler schrieb:

Der Klimawandel und seine Folgen.


ist ja auch blöd wenn die eigene lebensweise und die dazu gehörigen umstände das problem sind. die ganze absurdität eröffnet sich im individualverkehr. lieber mit 70 kmh mehr über die autobahn brausen können, falls das auto es hergibt, als die zahl der unfalltoten zu reduzieren. mit einem tempolimit auf der autobahn ließen sich mehr menschenleben retten als terroristen menschenleben vernichten.
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Xbuerger schrieb:

ansonsten machen wir halt "weiter so!" ist ja letzten endes auch nicht das schlimmste, was der breiten mehrheit so passieren kann.


Ja. Das ist das Problem. Viele sehen Probleme und die Union schreibt "weiter so, alles prima" , die SPD "weiter so, aber mit jemand anderem an der Spitze" , die Grünen und die FDP ähnlich.

Wo ist da noch Veränderung oder Eingehen auf Ängste und Sorgen?

Man kann mit der breiten Mitte in Deutschland mit 60 prozent Anteil jederzeit die Wahl gewinnen. Man kann aber keine Gesellschaft aufrecht erhalten, bei der die Politik 40 Prozent vergisst. Früher gab es politische Alternativen. Mitte links oder Mitte rechts.

Heute gibt es nur noch Mitte oder Mitte oder links oder rechts.

Von den 38 Prozent, die die Union derzeit hat, sind mindestens 8 Prozent eigentlich SPD Wähler. Wenn die zur SPD zurück kehren, haben Union und SPD 30 und der Rest je 8-12 Prozent.

Die Union muss sich halt fragen, wem sie die Stimmen abnimmt. Der AfD oder der SPD.
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SGE_Werner schrieb:

Wo ist da noch Veränderung oder Eingehen auf Ängste und Sorgen?


welche veränderungen wollen die menschen denn, mal über das punktuelle hinweg gesehen? mal übertrieben, soll eine partei die todesstrafe befürworten weil ein teil der bevölkerung die nach jeder sexualstraftat an kindern fordert?

mir fallen nicht all zu viele rationalen (!) ängste ein, die von der afd bedient werden. da wird einfach alles in einen topf geworfen, angst vor dem fremden, angst vor dem abstieg, angst vor kriminalität  und angst vor dem geräusch im schrank und auf einen kleinen faktor minimiert: die ausländer sind es und die im schrank sind die linken und links beginnt links von steinbach.

wenn man die ängste dieser leute irgendwie rational begründen könnte, dann könnte man dagegen etwas tun. die lassen sich rational aber nicht begründen. und, da gebe ich dem mann aus kreuzberg völlig recht, das große und ganze will ja auch kaum jemand ändern, man hat sich weitestgehend eingerichtet im hier und jetzt. und deshalb ist es vielen auch relativ egal wer regiert, es wird schon nichts schlimmes passieren.
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Tafelberg schrieb:

Ich denke viele wählen die AfD ,weil sie ist wie sie ist.


Viele ja. Aber nicht alle. Ich kenne ja paar AfD Sympathisanten, die wirklich Merkel abstrafen wollen. Also Leute, die weniger für die AfD stimmen, sondern gegen die Politik der GroKo.
Da ist auch viel Protest dabei.

Und dass keine Partei im Bundestag derzeit die Politik vertritt, die ein erheblicher Teil der Bevölkerung will, hilft auch nicht.

Wen wählt denn jemand, der Sorge hat, dass wir mit der Flüchtlingspolitik und Integration überfordert sein werden und der das Gefühl hat, dass das Land sich in eine falsche Richtung bewegt? Da bleibt ja nicht viel übrig außer AfD und Linke und Kleinstparteien.

Es gibt diese Menschen eben. Wenn man diese Menschen politisch nicht beachtet über Jahre, dann darf man sich nicht wundern, wenn Populisten sie abgreifen.

Ob die Sorgen und Ängste, genauso wie die Vorurteile, berechtigt sind, bezweifle ich auch. Aber diese Menschen sind eben da.

Aber igorpamic hat recht. Es geht bei dieser Wahl eigentlich nicht nur um die Partei. Aber die Unterschiede zwischen den vier koalitionsfähigen Parteien bzw fünf mit der CSU sind mittlerweile immer geringer geworden. So beschäftigt man sich mit denen, bei denen leicht und schnell Unterschiede und Diskussionsstoff zu finden sind.
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SGE_Werner schrieb:

Und dass keine Partei im Bundestag derzeit die Politik vertritt, die ein erheblicher Teil der Bevölkerung will, hilft auch nicht.


was noch zu beweisen wäre. wenn wir mal das völlig aufgebauschte thema flüchtlingspolitik aussen vor lassen, welche politik wollen die meisten bürger denn? die einen wollen mehr geld für die benachteilgten, die anderen wollen dass man den besserverdienenden nichts ab nimmt und finden die niedrigsten spitzensteuersatz aller zeiten in ordnung (und meckern gleichzeitig über einen linksrutsch in der politik). die einen glauben an den klimawandel, wenige andere nicht. manche bringt die vorstellung auf die barrikaden man könnte ihnen vorschlagen einmal die woche auf fleisch zu verzichten (!), wieder andere möchten ungerne von der automobilindusrtie vergiftet werden. die meisten sind für gleichstellung von homosexuellen menschen, andere nicht. wenn es darum geht das fahrvergnügen des autofahrers einzuschränken gibt es lustige reaktionen von vielen seiten. eine partei die da allen 100% gerecht wird ist eine illusion.

und eine partei die sich dem lauf der dinge und der zeit komplett entgegenstellt, vielleicht sogar gegen besseres wissen, wird in deutschland nicht einmal im ansatz mehrheitsfähig sein.

es finden sich, in grüppchen natürlich, leute zusammen die sich ein kernthema aussuchen und damit dann alles andere auch schlecht und falsch finden und machen. als wäre auch nur ein einziges existenzielles problem gelöst wenn man keine flüchtlinge mehr aufnimmt. die welt ist so viel überschaubarer wenn man sie monothematisch wahr nimmt.

die deckungsgleichheit der parteien entsteht auch daraus, dass es bezüglich der wichtigsten werte einen konsens gibt. in welcher welt die afd-wähler leben möchten, darüber kann ich nur spekulieren. mit ihrer homophoben, ausländerunfreundlichen und deutschtümelnden politik stehen sie aber gegen eine absolute mehrheit der bürger. wenn die zivilisation nun einmal den punkt erreicht hat, dass man begreift dass fremde menschen auch menschen sind, randgruppen auch ein recht auf ihr eigenes leben haben und niemand hungern und frieren sollte da man das verhindern kann, dann muss sich die politik dem beugen. auch wenn manche das sehr langsam begreifen und es früher irgendwie besser fanden *ironie an* als sie noch nicht homosexuell werden mussten, eine frau noch ihren platz kannte, der ausländer die mülltonnen geleert hat und die kinder noch gut erzogen waren. wenigstens das mit den langen und ungepflegten haaren ist ja irgendwie vorbei. *ironie aus*

und wenn es um unsachliche und einseitige diskussionsführung geht, da können die vom öffentlich-rechtlichen noch eine ganze menge vom kollegen strunz von den privaten lernen.